Arnold Schwarzenegger wird 70

Arnold Schwarzenegger aus Thal bei Graz, der es, aus kleinen Verhältnissen stammend, mit ungeheurem Ehrgeiz, sportlicher Disziplin und Ausdauer nicht nur zu einem weltbekannten Bodybuilder, sondern auch zu einem gefragten Action-Darsteller und schließlich Gouverneur von Kalifornien brachte, feiert am 30. Juli 2017 seinen 70. Geburtstag.

Geboren wurde die „steirische Eiche“ am 30. Juli 1947 als zweiter Sohn eines Gendarmen und einer Hausfrau in einem Grazer Vorort und genoss eine strenge Erziehung. Allerdings betrieb er schon als Kind verschiedene Sportarten (wie Fussball, Schwimmen und Boxen), wobei er von seinem Vater, der Meister im Eisstockschießen war, unterstützt wurde. Da sein Fussballtrainer ihm ein Krafttraining verordnet hatte, betrat der junge Schwarzenegger mit 15 Jahren erstmals ein Gewichtheberstudio und fand soviel Gefallen an dem zu dieser Zeit in Europa noch relativ unbekannten Bodybuilding-Sport, dass er das Fussballspielen bald völlig aufgab und sich nur noch dem Bodybuilding verschrieb. Er gewann mehrere Wettkämpfe, bevor er mit 19 Jahren der jüngste Mr. Universum der Geschichte wurde, ein Titel, den er insgesamt fünfmal erringen konnte. Auch den prestigeträchtigen Titel des Mr. Olympia konnte Schwarzenegger nach mehreren Anläufen für sich verbuchen.

1975 gab er seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft. Allerdings kehrte er 1980 nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim Mr.-Olympia-Wettbewerb in Sydney
die versammelte Weltelite. Dieser Sieg war der letzte Auftritt Schwarzeneggers als Bodybuilder. Wegen fehlender Motivation kehrte er diesmal für immer der Wettkampfbühne den Rücken. Mit insgesamt sieben Mr. Olympia-Titeln und fünf Mr. Universum-Titeln war Arnold Schwarzenegger der erfolgreichste Bodybuilder seiner Zeit und wird bis heute als prägende Persönlichkeit des Bodybuildings angesehen.

Bereits 1968 war Schwarzenegger in die USA ausgewandert, wo er sich nach einem Wirtschaftsstudium in den 1970er Jahren ein Millionenvermögen als Immobilienmakler erwirtschaftete. Seine sportlichen Erfolge sowie die Einnahmen aus seinen Filmarbeiten vergrösserten dieses Vermögen noch beträchtlich.

Seit frühester Jugend hatte sich Schwarzenegger für Action-Filme interessiert, und er hegte den Wunsch, sich ebenfalls als Schauspieler zu versuchen. Seine imposante Erscheinung half Schwarzenegger, im Filmgeschäft Fuß zu fassen – zunächst unter dem Pseudonym Arnold Strong. Seine erste Rolle war die des Hercules im Film Hercules in New York (1969), bei dem seine Stimme im amerikanischen Original wegen seines starken steirischen Akzents allerdings nachsynchronisiert werden musste. Doch er liess sich nicht entmutigen, drehte weitere Filme und konnte 1984 mit dem Science-Fiction-Film Terminator den endgültigen Durchbruch feiern. Neben Action- und SciFi-Filmen drehte er auch Komödien und gehörte gegen Ende der 1980er Jahre schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood.

Seit den späten 1980-er Jahren hatte sich Schwarzenegger, der 1983 in den USA eingebürgert worden war, auch politisch in der Republikanischen Partei betätigt. 2003 kandidierte er für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien, gewann und wurde am 17. November 2003 als Gouverneur vereidigt. Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war.

Auch Schwarzeneggers Privatleben verlief die meiste Zeit erfolgreich. 1986 hatte er eine Nichte John F. Kennedys, die Journalistin Maria Shriver, geheiratet, die wie der gesamte Kennedy-Clan der Demokratischen Partei nahestand. Ihre unterschiedlichen politischen Ausrichtungen hinderten die beiden aber nicht daran, lange Zeit eine glückliche Ehe zu führen und vier Kinder zu bekommen. Die Ehe wurde jedoch 2011 beendet, nachdem bekannt wurde, dass Schwarzenegger ein Verhältnis zu einer langjährigen Hausangestellten hatte, aus der sogar ein gemeinsames Kind hervorgegangen war.

Aber sehen wir uns das Leben dieses erfolgreichen Sportlers, Schauspielers und Politikers doch einmal aus astrologischer Sicht an.

Wer würde bei Schwarzenegger, diesem Kraftpaket und (zumindest in seinen Filmen) unerschrockenen Draufgänger einen sensiblen, mitfühlenden, fürsorglichen Krebs-Aszendenten vermuten?

Doch Krebs bedeutet auch soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft, ein gutes Gespür und psychologisches Einfühlungsvermögen, sowie Familienbezogenheit. Wer wollte leugnen, dass „Arnie“ ein Familienmensch war, der sich vor allem seiner Mutter Aurelia immer stark verbunden fühlte. Später heiratete er in den Kennedy-Clan ein, eine der wohlhabendsten und einflussreichsten Familien der Vereinigten Staaten. Mit Maria Shriver war Schwarzenegger 25 Jahre verheiratet, mit ihr hat er 4 Kinder. Ganz zweifellos hat sie als seine selbstbewusste Partnerin zu seinem Erfolg und seiner Selbstverwirklichung beigetragen (Saturn ist Herr von 7 in Löwe Konjunktion Sonne). Die Trennung erfolgte 2011, nachdem herausgekommen war, dass er das Kindermädchen geschwängert hatte. Das war wohl etwas zu sehr „familienbezogen“.

Aber natürlich strahlt eine Löwe-Sonne aus sich heraus und verleiht ihrem Träger die grossartige Präsenz, die dieser Mann ausstrahlt. Noch dazu steht die Sonne im 1. Haus – zwar an der Spitze zum 2. – und in Konjunktion mit Pluto und Saturn. Diese Löwe-Sonne verleiht Schwarzenegger Strahl- und Überzeugungskraft, er will gesehen werden und sich hervortun, sei es als Ausnahmesportler oder als Schauspieler, der bei dieser Konstellation eher Selbstdarsteller als Künstler ist. Dabei hat er mit Saturn in 2 in Konjunktion zur Sonne eigentlich einen schwachen Selbstwert im Gepäck. In kargen Verhältnissen aufgewachsen, hatte er es noch dazu mit einem strengen Vater zu tun (Sonne in Konjunktion mit Saturn und Pluto), der allerdings sportlich interessiert war und diese Sportbegeisterung auch an den Sohn weitergab. Sonne/Saturn ist ja auch eine Ehrgeiz-Konstellation: er will es dem Vater zeigen und entwickelt eine besondere Leistungsbereitschaft und auch Härte sich selbst gegenüber. Es gelingt ihm sehr gut, die ständigen Zweifel an sich selbst zu überwinden und seine Ansprüche an sich selbst zu befriedigen, indem er einfach mit so viel Fleiss und Ausdauer trainiert, dass er ungeheure Erfolge erzielen kann.

Da die Sonne über das 2. Haus herrscht, ist es Schwarzenegger auch besonders wichtig, sein eigenes Geld zu verdienen, um seinen Selbstwert zu heben. Und er verdient richtig viel Geld (Pluto im 2. Haus). Mars in Zwillinge weist auf Sportlichkeit und Beweglichkeit hin, das Mars-Quadrat zum MC auf sportlichen Ehrgeiz, im Verbund mit Uranus auf eine ungewöhnliche Sportart, in der er etwas Besonderes zu bieten hat. Und Bodybuilding war damals in Europa noch relativ unbekannt, also ungewöhnlich.

Mit dieser Sonnenstellung (im eigenen Zeichen sehr dominant und im 1. Haus erhöht stehend) weiss er aber doch, was er will, und verhält sich mit zunehmendem Erfolg sehr selbstbewusst und autonom. So ist auch Schwarzeneggers Tätigkeit im Film und im Showbusiness zu verstehen, wo er seinen Rollen in eher anspruchslosen Action-Filmen durchaus den Stempel der eigenen Persönlichkeit aufdrückte.

Dass er nicht beim Bodybuilding geblieben ist, lässt sich meiner Meinung nach auf verschiedene astrologische Einflüsse zurückführen: zum einen verweist Uranus Quadrat MC nicht auf einen geradlinigen Lebensweg, sondern eher auf diverse Umbrüche und Neuanfänge, zudem auf den ganz speziellen Weg, den jemand gehen muss. Zum anderen gab es eben noch mehr Begabungen bei Schwarzenegger: Mit Merkur am Aszendenten hat er breitgestreute Interessen, kann gut und viel reden und hat auch einiges zu sagen. Noch bevor er sich der Schauspielerei zuwandte, studierte Schwarzenegger in den USA Betriebswirtschaftslehre, die er 1979 mit dem „Bachelor of Arts“ der University of Wisconsin abschloss. Seine Sprache – ein steirisch gefärbtes Amerikanisch – ist ja auch in seinen Filmen Thema: wurde er zunächst wegen seines starken Akzents noch synchronisiert, so gelang es ihm später, aus diesem Manko eine Tugend zu machen, die zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen wurde (Jupiter bildet ein genaues Trigon zu Merkur).

Das künstlerische Interesse wird durch Venus in Krebs im 1. Haus angezeigt, die ein Trigon zum Fische-MC bildet. Und, wie gesagt, mit einer Löwe-Sonne ist er ohnehin der „geborene Selbst-Darsteller“, der selbstverständlich auch nach Anerkennung giert. Da kommt es sehr gelegen, dass Jupiter im 5. Haus steht und ein Trigon zum Aszendenten bildet. Mit der charmanten und kontaktfreudigen Venus in 1 findet er auch leicht Gönner und Sponsoren, die zum Erfolg beitragen. Die Krebs-Venus in 1 ist übrigens auch dafür zuständig, dass Schwarzenegger immer auch Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt hat und zum Beispiel als Bodybuilder auch seine ästhetische Haltung trainierte.

Seine durch Venus repräsentierte diplomatische, gesellige, charmante Art, mit der er in der Öffentlichkeit gut ankommt, hat sicherlich auch zum Erfolg seiner politischen Karriere beigetragen. Seit den 1980-er Jahren war Schwarzenegger Mitglied der republikanischen Partei, 2003 kandidierte er als Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien und gewann. Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren; Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild (Krebs-Aszendent, Krebs-Venus Trigon MC). Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten und das Budget Kaliforniens sanieren zu wollen. Ausserdem wurde er durch Freunde (unter ihnen auch politische Gegner) unterstützt (Venus ist Herrin von 11). Allerdings war er als Gouverneur nicht unumstritten: So hielt er als strammer Republikaner an der Todesstrafe fest, und die Budgetsanierung gelang auch nicht vorstellungsgemäß. Dazu wurde ihm „Freunderlwirtschaft“ vorgeworfen. Andererseits folgte er in der Umweltpolitik nur bedingt dem republikanischen politischen Programm und konnte hier als „guter Krebs-Aszendent“, dem die Umwelt am Herzen liegt, die Treibhausgas-Emissions-Werte in Kalifornien reduzieren. Er setzte sich auch für erneuerbare Energien ein. So gelang es ihm im November 2006, wiedergewählt zu werden und eine 2. Amtsperiode als Gouverneur zu absolvieren.

Über den Mond habe ich bisher noch nichts gesagt, und der ist schliesslich Schwarzeneggers Geburtsherr. Er steht in Steinbock im 6. Haus und gibt uns einen weiteren Hinweis darauf, dass wir es bei Schwarzenegger mit einem leistungsorientierten, hart arbeitenden und ausdauernden Menschen zu tun haben, der einen ausgeprägten Sinn für Verantwortung hat und sich wohl fühlt, wenn die Dinge in seiner Umgebung strukturiert und geordnet sind. Dennoch könnte es einen gewissen Mangel auf seelischer Ebene gegeben haben, der ihn als Kind vielleicht schüchtern und emotional verschlossen machte. Wie wir wissen, hat er seine Mutter idealisiert (Mond Quadrat Neptun) und sich ihr Zeitlebens verbunden gefühlt, was aber auch aus seiner nie ganz gestillten Sehnsucht nach emotionaler Geborgenheit resultieren könnte. Hat er nicht genügend Liebe als Kind bekommen (Neptun in 4 Quadrat Mond), gab es Geheimnisse und Lügen in der Familie, ein Elternhaus, in dem vieles beschönigt oder verschleiert wurde, auch Unklarheiten, Orientierungslosigkeit, eine Scheinharmonie (Neptun in 4)? Wir wissen es nicht, aber vieles deutet darauf hin, so auch die Leerlauf-Stellung des Mondes, der 5 Zeichen durchwandert, bevor er auf den nächsten Planeten – den kämpferischen Mars – stößt (als Sportler kann er die Vereinsamung überwinden und seinen Ehrgeiz stillen), und uns einen Hinweis auf eine fehlende seelische Verankerung gibt, auf emotionale Schranken und ein unklares Heimatgefühl. Auch Merkur, der als Herr von 4 in 12 steht, wäre ein Indiz auf die Scheinwelt in der Familie, in der es Tabuthemen gibt, der aber die harmonische Darstellung nach außen wichtig ist. Möglicherweise ist es Arnold Schwarzenegger inzwischen gelungen, die Angst vor der eigenen Verletzlichkeit und Schwäche zu überwinden, sich einen eigenen Maßstab zu schaffen und sich selbst die Anerkennung und Wertschätzung zu geben, die er ursprünglich von anderen erwartet hat.

Das und alles Gute wünschen wir ihm jedenfalls zum 70. Geburtstag.