Blog

Willkommen in meinem Blog!

In meinem Blog finden Sie in regelmäßigen Intervallen interessante Erklärungen zu den Grundlagen der Astrologie, Horoskope von Promis & historischen Persönlichkeiten und vieles weiteres, das Sie interessieren könnte.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare, Fragen und Anregungen!

Karl Marx – zum 200. Geburtstag

Am 5. Mai 1818 wurde Karl Marx in Trier als Sohn eines jüdischen Anwalts geboren, der, obwohl aus einer Rabbiner-Familie stammend, zum Protestantismus konvertierte, da er unter der preußischen Obrigkeit sein unter napoleonischer Regierung angetretenes Amt sonst nicht hätte weiterführen dürfen. Auch Karl und seine Geschwister wurden 1824 getauft. Nach dem Gymnasium studierte er auf Wunsch seines Vaters in Bonn Rechtswissenschaften, wechselte aber nach einem Jahr nach Berlin, wo er sich mehr der Philosophie und Geschichte zuwandte und vor allem an den Staatstheorien und der Dialektik von Georg W.F. Hegel Gefallen fand, jedoch im Fortgang historischer Prozesse weitere fundamentale Änderungen erwartete, nicht zuletzt eine Weiterentwicklung der preußischen Gesellschaft, die sich mit Problemen wie massenhafter Armut, staatlicher Zensur, fehlender politischer Partizipation der breiten Bevölkerungsmehrheit und Diskriminierung von Menschen, die sich nicht zum christlichen Glauben bekannten, auseinanderzusetzen hatte.

Wie im Horoskop eines Sozialreformers nicht anders zu erwarten, finden wir in der Radix von Karl Marx einen Wassermann-Aszendenten vor, der die Idee der französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auf seine Fahnen geheftet hat. Diese Idee ist seine Berufung, die er auch mit Begeisterung und einem starken Sendungsbewusstsein in die Welt hinaus tragen will, denn Uranus, der Geburtsherrscher, steht im 10. Haus in Schütze.

Es fällt auch auf, dass sich in Marx‘ Radix fast alle Planeten auf der linken, der östlichen Seite befinden. Das heisst, er vertritt vor allem seine eigenen Interessen und will alles selbst machen, lässt sich auch kaum etwas sagen. Seine jüngste Tochter Eleanor bezeichnet ihn als „egomanischen Sturkopf“ und später, kurz vor seinem Tod, als “verbitterten Sonnengott“. Obwohl er sich für die Gesellschaft, deren Rechte und Veränderung, einsetzt, lebt er doch sein eigenes Leben gemäß seiner Interessen, ohne auf die anderen wirklich zuzugehen oder sich tief auf sie einzulassen. Marx hat natürlich viele innere Ressourcen, auf denen er aufbaut, daher will er der Gestalter seines Schicksals (und das der gesamten Menschheit) sein.

Gleichermaßen interessant ist aber auch die Stier-Sonne, die das Materielle betont, in Konjunktion zum Mond und zum aufsteigenden Mondknoten: Karl Marx ist nicht nur unmittelbar vor einem Neumond geboren (der 5 Stunden später exakt war), sondern auch zu einer Sonnenfinsternis, die in seinem 2. Haus positioniert ist. Die Sonne – also das eigene Ich – wird ins Dunkel gehüllt, es strahlt nicht so, wie es strahlen sollte, und kann vielleicht nicht so gut zum Ausdruck gebracht werden, weil dieser Mensch sich nicht wirklich kennt. Dennoch macht ihn diese Neumond-Stellung einerseits sehr subjektiv und auf sich bezogen, andererseits – da die Geburt ja 5 Stunden vor Neumond stattgefunden hat – lebt er in einer ständigen Erwartungshaltung und fühlt sich vom Schicksal irgendwie abgehoben. Ausserdem treibt ihn eine ständige Unzufriedenheit zu immer neuen Aktivitäten im Zusammenhang mit Werten, Grenzen und Besitz an. Die Wertethematik ist also ein vorherrschendes Thema in seinem Leben, nicht nur, weil er ständig um die eigene finanzielle Existenz kämpfen muss, sondern natürlich auch, weil er kapitalistischen Besitz – also das Eigentum an Produktionsmitteln – als Grundübel der Gesellschaft anprangert.

Venus, die Zeichenherrscherin der Sonnenfinsternis, befindet sich ebenfalls im Zeichen Stier, doch bereits im 3. Haus: so war Marx befähigt, über diese Thematik zu informieren und zu schreiben. Mit Merkur, ebenfalls im 3. Haus und noch dazu in seinem eigenen Zeichen Zwillinge, war Marx ein begabter Journalist und Schriftsteller, der aber oftmals einsam auf verlorenem Posten stand und in seinen Anliegen nicht wirklich verstanden wurde (Merkur ist in dieser Radix unaspektiert).

Die Sonnenfinsternis bedeutet auch, dass ein Prinzip, das verfinstert ist, ans Licht gebracht werden soll. Der Horoskopeigner sollte sich bemühen, die Trägheit der Vergangenheit zu überwinden, er will etwas schaffen und bewirken, ist ehrgeizig, muss sich jedoch der realen Welt stellen.

Mit Wassermann und Stier treffen zwei völlig gegensätzliche Prinzipien aufeinander: während die Stier-Sonne auf eine konservative und solide Grundeinstellung verweist, der es um materielle Sicherheit im Leben geht, die ein starkes Beharrungsmoment kennt, jede Lebensveränderung als schwierig erlebt, nur langsam in Bewegung kommt, dann aber dann sehr stark und ausdauernd ist, stellt Wassermann das Konträre dar: ein Element, das rebelliert, ständig die Veränderung und das Neue sucht, fast exzentrisch sich gegen jede Norm stellt und sich nur im Geistigen fixiert. Ein Mensch mit Wassermann-Aszendent hat den – vielleicht unbewussten – Anspruch, etwas Besonderes zu sein, sich aus der Masse herauszuheben oder irgendwie aus dem Rahmen zu fallen. Das hat nichts damit zu tun, dass er sich für etwas Besseres hält, nein, nicht besser, sondern anders. Ein Stier-betonter Mensch hingegen fühlt sich in der Stallwärme eines Rudels wohl, er hält an seinen Werten – seien es Besitz oder Menschen – fest, will sich nicht trennen, wo der Wassermann immer wieder sich selbst und sein Leben verändert oder neu erfindet. Während sich der Stier konventionellen gesellschaftlichen Maßstäben beugt und vorwiegend materiell orientiert ist, ist der Wassermann ein Utopist, dem seine persönliche Freiheit über alles geht, und der über die Fähigkeit verfügt, Chancen und Möglichkeiten, die in der Zukunft liegen, zu erkennen.

Wie kommt ein Mensch mit diesen Widersprüchlichkeiten zurecht? Wie lebt er damit? Die Betonung des Stier-Zeichens und des 2. Hauses zeigt zwar die Wichtigkeit, die Materielles im Leben von Marx hatte, ist allerdings kein Hinweis auf eigenen Wohlstand – die meiste Zeit seines Lebens war Marx in finanziellen Schwierigkeiten. Da war es praktisch, dass er wohlhabende Freunde und Gönner (wie den Fabrikantensohn Friedrich Engels) hatte, die ihn unterstützten und förderten: kein Wunder bei Jupiter im 11. Haus. Mit dieser Jupiiter-Stellung vertrat er die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit und konnte auch seinerseits Freunde und Gruppen gut motivieren und aufbauen sowie selbst humanitäre Organisationen gründen.

Jupiter ist ausserdem der Herrscher des Schütze-MC. Wie bei vielen Menschen mit Schütze-MC war auch für Marx sein Beruf eine Berufung, die unter anderem den Sinn seines Lebens ausmachte. Marx strebte nicht nur nach Erweiterung des eigenen Horizontes, er wollte die Öffentlichkeit für sein Anliegen interessieren und begeistern. Sein Anspruch nach sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und die Befreiung der Arbeiter aus „entfremdeten Arbeitssituationen“ resultierte aus der Verbindung von Nationalökonomie und Philosophie. Er schreibt: „Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat – als persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt…“ (Karl Marx, Das Kapital, MEW 23: 595f.).

Sein Beruf und seine Berufung ermöglichten ihm immer auch viele Reisen und Kontakte mit anderen Ländern und Kulturen – nicht immer freiwillig, denn er verbrachte viele Jahre auf der Flucht vor der preussischen Obrigkeit im Exil. So lebte er längere Zeit in Paris und Brüssel, bevor er in sein Exil nach London ging, wo er 15 Jahre bleiben und als Europa-Korrespondent für die New York Daily Tribune arbeiten sollte. Nach der Reaktion auf die Revolutionen von 1848, wodurch 1849 die alte Ordnung wiederhergestellt wurde, war er in seiner Heimat Preussen nicht länger geduldet gewesen, auch die Staatsbürgerschaft war ihm aberkannt worden. 1861 versuchte er, diese wieder zu erlangen, doch ohne Erfolg. Aber auch die britische Staatsbürgerschaft, um die er angesucht hatte, wurde ihm mit der Begründung, er sei ein „berüchtiger Agitator und Anwalt kommunistischer Prinzipien“ verwehrt.

Auf dieses unstete Leben verweisen die Planeten Uranus und Neptun im 10. Haus seiner Radix; diese machen ihn zu einem Getriebenen und Vertriebenen, ständig auf der Flucht von Exil zu Exil, aber auch zu einer Leitfigur der Revolution und zu einem Idol, wenn auch erst nach seinem Tod. Zukunftsvisionen mit Weitblick, sogar eine revolutionierende Lebensphilosophie werden dem Schütze-MC zugeschrieben. Doch Marx verstand Philosophie nicht als Möglichkeit, die Welt zu interpretieren, sondern um sie zu verändern (Uranus in Schütze). Er sagte: „Wir sind nicht Eigentümer, sondern Nutzniesser der Erde, und haben sie unseren Nachkommen verbessert zu hinterlassen.“

Wie verhielt es sich mit Marx‘ Privatleben, wie war sein Verhältnis zu Frauen? Das könnten wir mit Hilfe der weiblichen Planeten Mond und Venus herausfinden, die in Marx‘ Horoskop in guten Würden stehen: der Mond ist in Stier erhöht, die Venus im selben Zeichen domiziliert.

Frauen dürften sich in seiner Gegenwart jedenfalls wohl gefühlt haben; vermutlich hat er ihnen vermittelt, sie zu lieben und zu achten. Davon ist natürlich besonders seine Ehefrau Jenny von Westphalen betroffen, mit der er 38 Jahre verheiratet war, die ihm eine treue Weggefährtin und Mitarbeiterin in der sozialistischen Bewegung war und ihm Halt und Verlässlichkeit gegeben hat. Er soll aber auch ein Verhältnis mit der Haushälterin Helena Demuth gehabt haben, aus dem angeblich ein Sohn hervorging – bewiesen ist das freilich nicht. Interessantes Detail: trotz der ständigen Geldnot war die bezahlte Haushälterin über Jahrzehnte fixer Bestandteil des Marxschen Haushalts, sie folgte der Familie in die Exilstationen und wurde als Familienmitglied betrachtet. Wir könnten spekulieren: der Mond als Herr von 6 (das auch für die Bediensteten steht) im 2. Haus in Konjunktion mit der Sonne: Marx könnte die Haushälterin als „persönlichen Besitz“ oder ihm sehr nahestehend empfunden haben.

Überhaupt hat Karl Marx mehrere Planeten in Würden: ausser Mond und Venus steht Merkur in Zwillinge im Domizil, aber auch „negative“ Würden, wie Jupiter in Steinbock und Mars in Krebs, zählen, um einen Menschen von sich selbst überzeugt wirken zu lassen.

Doch schauen wir uns nochmals den in Stier erhöht stehenden Mond an: man könnte Karl Marx als sinnlichen, körperbetonten Genussmenschen bezeichnen, der Werte schaffen, aber auch Kontrolle über seine Umgebung haben will und sich dabei ganz schön störrisch, gewinnsüchtig, ja sogar geizig verhalten kann. Vermutlich hat Marx ein Problem mit seinem Selbstwert. Da der Mond über das 6. Haus herrscht und im 2. Haus steht, wird er sich diesen wahrscheinlich über die Arbeit holen.

Dass Karl Marx zur überragenden Figur des Sozialismus bzw. Kommunismus wurde, auch wenn sein Ruhm sich zu Lebzeiten in Grenzen hielt, hat er zweifellos doch seiner besonderen Sonnen-Stellung (wie schon weiter oben beschrieben) zu verdanken. Das Sextil zu Saturn gab ihm die nötige Selbstverantwortung und Disziplin, um fleissig und hart zu arbeiten, das Trigon zu Jupiter bewirkte den Erfolg durch ausdauernde Arbeit, es weist ausserdem darauf hin, dass das Leben auf Wachstum und Sinnfindung ausgerichtet ist. Da Jupiter jedoch rückläufig ist, stellt sich der Erfolg mit Verzögerung ein.

Merkur steht sowohl vom Zeichen (Zwillinge) als auch vom Haus (3. Haus) in bester Qualität. Sein Problem ist nur die Unaspektiertheit. Denn prinzipiell macht ein solcher Merkur sehr redefreudig, sprachbegabt, kommunikativ, wissensfreudig und vielseitig interessiert – all das, was Marx ja war.

Mars steht als einziger Planet in der rechten Hemisphäre, in Krebs im 5. Haus. Lässt sich daraus die besondere Beziehung herleiten, die er zu seinen 3 überlebenden Töchtern (von insgesamt 7 Kindern) hatte? Marx war bekannt für seine grosse Kinderliebe, nach seinen eigenen liebte er auch den Enkel Johnny (den Sohn seiner Tochter Jenny) über alles.

Der passionierte Raucher, der in seinen letzten Lebensjahren kränkelte, verstarb am 14. März 1883 im Alter von knapp 65 Jahren in London. Als Todesursache wurde Laryngitis (Kehlkopfentzündung) festgestellt – eigentlich eine typische Stier-Erkrankung, zu der aber sicher auch das Rauchen beigetragen hat. Zuvor hatte er schon seine Frau Jenny von Westphalen sowie seine Lieblingstochter Jenny beerdigen müssen. Die Welt nahm kaum Notiz von seinem Tod, seinen Ruhm hat Marx nicht mehr miterlebt. Es hieß, dass er der bestgehasste und bestverleumdete Mann seiner Zeit gewesen ist, der er als Wassermann-Aszendent zwar weit voraus war, denn er hatte die Gier der Kapitalisten, die sich im 21. Jahrhundert noch steigern sollte, erkannt („Kapital ist das Futter für unersättliche Goldesel“), allerdings nicht das Bestreben der „Proletarier“, selbst der Bourgeoisie anzugehören. Auch ihr Nationalismus stand über ihren sozialistischen Idealen, wie der erste Weltkrieg deutlich zeigte.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sich Marx‘ Klassenkampftheorie an den industrialisierten Gesellschaften Westeuropas orientierte. Der Sozialismus des 19. Jahrhunderts vertrat die Idee einer utopischen Gesellschaft, in der die Produktionsmittel denen gehören, die sie bedienen (den Arbeitern). Erst muss das Bürgertum die Monarchie stürzen – so die Idee -, erst dann kann das Proletariat an der Macht teilhaben. Im 20. Jahrhundert sind jedoch Systeme entstanden, die Marx nicht unterstützt hätte. Er war ein Philosoph der Freiheit (weil er die Pressefreiheit verteidigte, wurde er verfolgt und musste ins Exil fliehen), und er hätte nichts unterstützt, was diese Freiheit eingeschränkt hätte. Zudem dachte Marx in globalen Maßstäben, nicht für ein einzelnes Land. Ironischerweise wurde seine kommunistische Lehre jedoch in einem Land umgesetzt, das noch ein feudalistisches System mit Leibeigenen statt Arbeitern kannte, und wo es praktisch kein Bürgertum gab: in Russland. Dass die Utopie dort scheitern musste bzw. zu einer gleichgeschalteten Diktatur verzerrt wurde, liegt eigentlich auf der Hand.

Nichtsdestotrotz bleibt Karl Marx als Gesellschaftstheoretiker, Sozialutopist und Philosoph des Sozialismus und Kommunismus eine wichtige Persönlichkeit, dessen Ideen bis in die Gegenwart nachwirken.

Andrew Lloyd-Webber zum 70. Geburtstag

Am 22. März 2018 feierte der berühmte Musical-Komponist Andrew Lloyd-Webber seinen 70. Geburtstag. 1948 als älterer von 2 Söhnen in eine äussert musikalische Familie hineingeboren (sein Vater war Komponist und Organist, seine Mutter Pianistin und Geigerin), stellte sich sein herausragendes Talent bereits im Kindesalter heraus. Mit 3 Jahren begann er, Geige zu spielen, wenig später auch Klavier, und bereits mit 6 Jahren gab es erste Kompositionen von ihm. Im Alter von 9 Jahren komponierte der kleine Andrew eine sechsteilige Suite und gab, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Julian, der später ein bekannter Cellist wurde, auf Anregung einer Tante Vorstellungen im selbst gebauten Puppentheater.

Das 1965 begonnene Geschichte-Studium in Oxford gab er bald wieder auf, um sich ins Royal College of Music in London einzuschreiben. Kurz darauf erhielt er einen Brief eines gewissen Tim Rice, der sich ihm als Texter für seine Lied-Kompositionen anbot. Lloyd-Webber zeigte sich interessiert, und so begann eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit. Ihr erstes gemeinsames Musical „The Likes of Us“ schaffte es jedoch lange Jahre nicht auf die Bühne, es wurde erst viele Jahre später uraufgeführt. Aus einem religiösen Konzert, das die beiden als Auftragsarbeit verfassten, entwickelte sich das Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“, das am 1. März 1968 in London uraufgeführt wurde.

Da der Erfolg dieses auf biblischem Stoff basierenden Stücks überwältigend war, machten sich die beiden an ihr nächstes Bibel-Werk, „Jesus Christ Superstar“, das Pop-Musik in eine klassische Opernform brachte und noch erfolgreicher als „Joseph“ war. Bei „Jesus Christ Superstar“ probierte Lloyd-Webber erstmals, einzelne Songs vor der Bühnenfassung zu veröffentlichen, was sich als sehr effektive Methode herausstellte, den Erfolg eines Werks vorab abzuschätzen. Der nächste Versuch war „Don’t Cry for Me, Argentina“, das ein Hit wurde, lange bevor das Musical „Evita“ auf die Bühne kam.

In the 1980-er Jahren endete die Zusammenarbeit zwischen Andrew Lloyd-Webber und Tim Rice, der weniger besessen von der Bühne war als Lloyd-Webber, dafür begann jetzt eine Ära der Musical-Blockbuster, angefangen von „Cats“, über „Starlight Express“, bis zum „Phantom der Oper“. Diese Musicals liefen nicht nur jahrelang in London, sondern auf zahlreichen Bühnen in der ganzen Welt, darunter Wien, Hamburg und New York.

Während Andrew Lloyd-Webber in den 1990-er Jahren auch einige Misserfolge in Kauf nehmen musste, startete er zu Beginn des neuen Jahrtausends mit „Bombay Dreams“, „Woman in White“ und „Love Never Dies“, der Fortsetzung von „Phantom der Oper“, wieder voll durch.

Andrew Lloyd-Webber ist der erfolgreichste Musical-Komponist aller Zeiten, er erhielt für seine Kompositionen zahlreiche Preise (darunter 3 Grammy Awards, einen Golden Globe und einen Oscar) und wurde 1992 von der britischen Königin geadelt.

Sein Privatleben verlief nicht nur glücklich. Er war dreimal verheiratet und hat insgesamt 5 Kinder.

Schauen wir uns einmal an, was uns das Horoskop dieses bemerkenswerten Mannes über seine Persönlichkeit und sein Leben erzählen kann.

Es gibt in Andrew Lloyd-Webber’s Horoskop einige bemerkenswerte Punkte. Zunächst fällt auf, dass in seiner Radix das Feuer-Element dominiert. Die Sonne steht in Widder, der Aszendent in Löwe, und in diesem Zeichen, allerdings im 12. Haus, sind auch die Planeten Pluto, Saturn und Mars positioniert. Der Mond steht nur 1 Grad vom Aszendenten entfernt und hat somit eine sehr markante Stellung. Dazu kommt noch Jupiter in seinem eigenen Zeichen Schütze. Wir haben es hier also mit einem willensstarken, begeisterungsfreudigen, starken, mutigen und grosszügigen Menschen zu tun, der seine Lebensfreude zur gegebenen Zeit gut ausdrückt und Sinn für Dramatik hat.

Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten verkörpert Vitalität, Lebenslust und Kreativität, er will im Mittelpunkt stehen und setzt sich gerne in Szene, hat einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Da aber Jupiter ein gradgenaues Trigon zum Aszendenten bildet, stehen hier wohl Optimismus und Weltoffenheit im Vordergrund. Ausserdem wird bei soviel Löwe-Betonung die Theaterpranke spürbar.

Der Mond in einem Feuer-Zeichen weist oft auf eine musische Begabung hin, nicht selten auch auf eine kreative Mutter, wie das bei Lloyd-Webber der Fall war. Noch dazu bildet der Mond ein genaues Trigon zu Jupiter in Schütze im 5. Haus: die Mutter fördert Andrews Kreativität, sodass er eine hervorragende Erfolgsbasis hat. Er braucht aber auch die Anerkennung der anderen, um das eigene Ego zu stärken, will Eindruck machen und herausragen, hat ein instinktives Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung, nach Dominanz und Macht. Gleichzeitig macht dieser Mond am persönlichsten Punkt des Horoskops dessen Eigner stark beeindruckbar und sehr subjektiv, da er sich von allem betroffen fühlt und das auch gleich theatralisch zum Ausdruck bringt. Andererseits hat er keine Probleme, seine Bedürfnisse zu zeigen und sie auch zu leben, hat auch ein gutes Gespür für Stimmungen in seiner Umgebung.

Einen weiteren Indikator für die ungeheure Schaffenskraft dieses Mannes finden wir mit der Venus in ihrem eigenen Zeichen Stier direkt am MC und in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten. Hier hat ein Mensch seinen Auftrag, sich musikalisch-künstlerisch auszudrücken und der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, voll erfüllt. Eine Stier-Venus am MC weist auch auf eine materielle Begabung hin, und dass es Lloyd-Webber gelungen ist, sich mit seinem musikalischen Talent ein kleines Vermögen zu erarbeiten, so dass der Künstler als einer der reichsten Männer Englands gilt, darf wohl als angenehmer Nebeneffekt angesehen werden.

So gut sich diese Venus am MC präsentiert und sich somit beruflich auf das Beste verwirklichen kann, so sehr müssen wir aber auch die problematischen Aspekte im Auge behalten: 2 Quadrate zu Pluto und Saturn, die ihn einerseits angetrieben haben, sich mit seinen Kompositionen der Öffentlichkeit zu stellen und nicht im stillen Kämmerlein zu bleiben. Andererseits haben sie sein Beziehungsleben sicher nicht leichter gemacht. Wenngleich ich keine Details weiss, so ist doch bekannt, dass Lloyd-Webber dreimal verheiratet war (mit der 3. Frau ist er es dem Vernehmen nach immer noch). Scheidungen sind bei Löwe-Aszendenten keine Seltenheit; das Zeichen Wassermann am Deszendenten fordert in Beziehungen viel Freiheit und Unabhängigkeit – damit kommt nicht jede Partnerin zurecht. Am besten wäre wohl eine Partnerin, mit der ihn auch beruflich einiges verbindet, wie Uranus im 10. Haus andeutet: die zweite Ehefrau war die bekannte Sängerin Sarah Brightman, der Lloyd-Webber die Rolle der Christine im „Phantom der Oper“ auf den Leib geschrieben hatte, die sie auch in der Erstaufführung des Musicals 1986 sang.

Dennoch dürfte die Ballung an Planeten (Pluto, Saturn, Mars) in Löwe im 12. Haus nicht gerade zu einer harmonischen Gestaltung des Privatlebens beitragen. Die verletzte Venus lässt darauf schliessen, das in Beziehungen Themen wie Leidenschaftlichkeit, Intensität, Macht und Ohnmacht eine Rolle spielen. Gleichzeitig dürfte ein starkes Kontrollbedürfnis und die Neigung zur Zurückhaltung in privaten Angelegenheiten bestehen. Weitere Indizien für ein nicht unbedingt friktionsfreies Privatleben sind etwa ein unaspektierter Uranus als Herr von 7 und ein ebenfalls unaspektierter Merkur im 7. Haus. Das wirkt fast so, als wäre alles, was mit Partnerschaft und Beziehung zu tun hat, von seinem sonstigen Leben abgeschnitten.

Meine Vermutung ist, dass er sein Privatleben seinem Schaffen komplett unterordnet. So sagte er zur Trennung von seinem langjährigen künstlerischen Partner Tim Rice: „… wenn ich etwas bedaure, dann dass ich nicht so einen Langzeitpartner hatte wie etwa Rodgers mit Hammerstein. Ich hätte gehofft, dass die Verbindung mit Tim Rice weiterginge, aber ich bin vom Theater besessen, und für Tim gab es auch noch anderes. Für ihn ist das Theater nicht das ganze Leben, so wie für mich.“ (http://www.imdb.com/name/nm0515908/bio?ref_=nm_ov_bio_sm)

Es ist aber natürlich möglich, dass Lloyd-Webber sein Venus-Pluto-Quadrat in einem Schaffensdrang und vielleicht sogar Schaffensrausch auslebt (Venus ist ja Herrin von 10), auf diese Weise könnte der Druck auf das Beziehungsthema geringer sein. Der Fische-Merkur im 7. Haus steht für einen Menschen mit künstlerischer Phantasie, der gut und einfühlsam mit anderen kommunizieren kann, und wohl auch eine kunstsinnige Partnerin sucht. Mit seinem stark betonten 4. Quadranten muss sich Andrew Lloyd-Webber aber mehr der Gesellschaft als einem einzelnen Menschen zur Verfügung stellen.

Die Sonne ist bei einem Löwe-Aszendenten Geburtsherrscherin, und die steht in Andrew Lloyd-Webber‘s Horoskop in Widder, wo sie erhöht ist, sodass es dem Künstler leicht fallen dürfte, sich mit gesundem Selbstbewusstsein durchzusetzen und seine dynamische, tatkräftige Persönlichkeit zu zeigen. Die Stellung im 8. Haus zeigt uns, dass dieser Mensch ein intensives Leben führen will, und dass Macht und Durchsetzung in der Aussenwelt eine zentrale Rolle spielen. Die Sonne verkörpert ja das schöpferische Prinzip in unserer Radix, und ein Mensch mit einer in Widder erhöht stehenden Sonne im 8. Haus muss sich dieser kreativen Kraft mit Haut und Haaren hingeben, wenn er ihr Prinzip verwirklichen will.

Der Mond steht im Zeichen der Sonne, in Löwe, die Bewusstheit strahlt somit auf das Unbewusste, Instinkthafte, und versieht es mit schöpferischer Gestaltungskraft. Der Mond am persönlichsten Punkt zeigt sich auch – wenn man so will – an der mondhaften Ausstrahlung (dem runden Gesicht) Lloyd-Webbers. Da der Mond jedoch technisch noch im 12. Haus steht (wenn auch in Konjunktion zum Aszendenten), ist er ein Indikator für eine grosse Feinfühligkeit und Sensitivität für alles, was “in der Luft liegt” – also Bühnenstoffe, die ein Publikum in ihren Bann ziehen können.

Jupiter im eigenen Zeichen Schütze und im 5. Haus sehr stark stehend, zeigt uns reichen Kindersegen (Lloyd-Webber hat deren 5) und Erfolg in der künstlerischen Selbstverwirklichung. Mit dem Trigon zum Aszendenten strahlt der Komponist nicht nur Optimismus, Vertrauen und Begeisterungsfähigkeit aus, sondern wird umgekehrt auch viel Wohlwollen, Ansehen und Erfolg durch seine Umwelt erleben.

Dass ihm Ansehen und Erfolg auch weiterhin treu bleiben, das wünschen wir Andrew Lloyd-Webber, dem wir viele wunderbare Musicals verdanken, zum 70. Geburtstag von ganzem Herzen.

Jeanne Moreau zum 90. Geburtstag

Die grosse französische Schauspielerin Jeanne Moreau hätte am 23. Jänner 2018 ihren 90. Geburtstag gefeiert. Leider ist sie im Vorjahr, am 31. Juli 2017, verstorben.

Geboren wurde Jeanne Moreau am 23. Jänner 1928 in Paris als Tochter einer englischen Tänzerin und eines französischen Barmanns, der ein kleines Hotel in Paris betrieb. Als Gast war dort die berühmte Lebedame des Fin de Siècle, Amélie D’Alençon, einquartiert, mit der sich die kleine phantasievolle Jeanne anfreundete und die in ihr die Liebe zur Literatur und zum Theater weckte. Gegen den Willen ihres Vaters beschloss Jeanne Moreau, Schauspielerin zu werden und machte eine Ausbildung dazu am Pariser Konservatorium.

Eine Person mit einer Wassermann-Sonne im 10. Haus lässt sich aber hinsichtlich ihres Berufsweges keine Vorschriften machen. Noch dazu ist Jeanne Moreau nur wenige Stunden nach Neumond geboren, sie hat also den Auftrag, etwas Neues in die Welt und in die Gesellschaft (10. Haus) zu tragen. Wie kaum eine andere Schauspielerin ihrer Generation wird Jeanne Moreau mit der Nouvelle Vague in Verbindung gebracht, jener Strömung, die in den späten 1950-er Jahren in Frankreich unter jungen Cinéasten und Regisseuren wie Jean-Luc Godard, François Truffaut, Claude Chabrol oder Louis Malle entstand und sich gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss des etablierten kommerziellen Kinos wandte.

Bereits mit 20 Jahren wurde Jeanne Moreau an die Comédie Française engagiert, wo sie die hohe Schule des klassischen Theaters kennenlernte und sich schon bald als feinfühlige, differenzierte Charakterdarstellerin bewährte. Nach 4 Jahren verliess sie allerdings die französische Nationalbühne, da sie ihr zu autoritär und restriktiv erschien (fast unerträglich für eine Wassermann-Sonne), und spielte am Théâtre National Populaire, einer innovativen Theatertruppe, die sich auf experimentelle Produktionen spezialisierte. Ende der 1940-er Jahre debütierte Jeanne Moreau auch im Film, hatte aber erst 1957 einen ersten größeren Erfolg mit Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“ (Ascenseur pour l’échafaud) . Malle, mit dem sie auch eine Liebesbeziehung verband, engagierte sie danach für seinen Film „Die Liebenden“ (Les amants), der der Hauptdarstellerin zum endgültigen Durchbruch verhalf. In der Folge arbeitete Jeanne Moreau mit den bedeutendsten Filmregisseuren jener Zeit, wie Michelangelo Antonioni, Orson Welles, Luis Buñuel, François Truffaut, Tony Richardson und Peter Brook, in späteren Jahren auch mit Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders.

Jeanne Moreau verkörperte den Typ der intellektuell-erotischen Frau, die mit einer nach aussen hin kühlen Ausstrahlung jedoch in feinen Nuancen immer auch das sinnliche und mysterieuse Feuer anklingen liess, das in ihr brodelte.

Kein Wunder aus astrologischer Sicht. Der Stier-Aszendent verleiht ihr nicht nur Entschlossenheit und Kraft, sondern auch Genussfreude, Körperlichkeit und eine warme, sinnliche Ausstrahlung. Allerdings steht die Geburtsherrin Venus in Schütze im 8. Haus, sodass hier von der sonst bei Stieren üblichen konservativen Grundhaltung, Treue und Bequemlichkeit wenig zu spüren ist. Eine Schütze-Venus geht spontan und mit grosser Begeisterung auf andere zu, lässt sich aber nicht gerne vereinnahmen, auch wenn sie sich mit der Stellung im 8. Haus intensiv und leidenschaftlich mit anderen Menschen auseinandersetzt, auf die sie letztlich angewiesen ist. In Sachen Liebe und Erotik ist sie tolerant und grosszügig, rasch entflammt, aber unbeständig. Sie verträgt keinerlei Einengung, hat aber auf andere Menschen eine charismatische, fast magische erotische Ausstrahlung. Es erscheint daher nur logisch, dass Jeanne Moreau mit diversen Regisseuren nicht nur eng zusammengearbeitet, sondern sich auch auf intime Beziehungen eingelassen hat. Verheiratet war sie zweimal: zuerst mit dem Schauspieler Jean-Louis Richard, mit dem sie einen Sohn hat (Jérôme ist ein erfolgreicher Maler), das zweitemal mit dem amerikanischen Regisseur William Friedkin. Beide Ehen hielten nicht länger als jeweils drei Jahre.

Ein Stellium aus Sonne, Mond und Merkur in Wassermann im 10. Haus ist nicht gerade ein Garant für ein beständiges oder monogames Liebesleben. Im Gegenteil: mit dieser Konstellation ist der Fokus auf die berufliche Verwirklichung ausgerichtet, der das Privatleben untergeordnet wird. Und mit so einer starken Wassermann-Betonung ist die persönliche Freiheit das höchste Gut. Regeln und vorgegebene Rahmenbedingungen akzeptiert so ein Mensch nur höchst ungern.

Feuer und Luft sind die stärksten Elemente in der Radix von Jeanne Moreau: sie ist ein aktiver, dynamischer, willensstarker Mensch, der sich unbedingt seine Individualität und Eigenart bewahren will. Da das Wasser-Element nur schwach ausgeprägt ist (wir finden hier lediglich Pluto in Krebs, also einen überpersönlichen Planet), sind ihr Gefühle und Emotionen eher unheimlich, weil diese sich jeder rationalen und vernünftigen Überwachung und Kontrolle durch den Verstand entziehen (Merkur Konjunktion Mond in Wassermann). Andererseits wirkt sie aber auf ihr Publikum gerade durch ihr Spiel der kühlen Undurchschaubarkeit (Geburtsherrin in 8 sowie Mond in Wassermann), die aber dennoch in gewissen Momenten eine ungewöhnliche Seelentiefe und Verletzlichkeit unter der Oberfläche aufblitzen lässt (Sonne Quadrat Chiron), irgendwie anziehend und erreicht grosse Popularität (Mond in 10). In Frankreich wurde sie als Verkörperung der intellektuellen und doch femininen Frau gesehen.

Mit dem Sextil zwischen Sonne und Jupiter ist Jeanne Moreau eine ausgesprochen integre Person, die sich jedoch aufgrund ihres Bedürfnisses nach persönlicher Freiheit und Autonomie gewissen Konventionen zuliebe nicht verstellen kann. Sehr gut wird das meiner Meinung nach in dem Film „Jules und Jim“ von François Truffaut ausgedrückt, vielleicht Jeanne Moreaus bekanntestem Film. Sie spielt die unkonventionelle Catherine – die auch leicht eine Wassermann-Sonne sowie eine Geburtsherrin in Schütze in 8 haben könnte -, die eine Dreiecksbeziehung mit 2 Freunden lebt, sich aber letzten Endes für den etwas ruhigeren Jules entscheidet, der ihr mehr Sicherheit bietet und eine Familie mit ihr gründet. Als sie Jim nach vielen Jahren wiedersieht und die Liebe zu ihm erneut aufflammt, stürzt sie sich mit dem Auto, in dem Jim mitfährt, in den Tod. Jules bleibt mit der kleinen Tochter allein zurück. Leidenschaft und Kompromisslosigkeit haben gesiegt.

Soweit ist Jeanne Moreau in ihrem Privatleben zum Glück nie gegangen, hat sich aber sicher auch kompromisslos verhalten, wenn sie ihre persönliche Freiheit bedroht fühlte. Im Beruf gab sie sich selten mit dem Erreichten zufrieden, sondern hat immer wieder neue Ziele und Aufgaben gesucht, um in erster Linie persönlich zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen (Sonne Sextil Jupiter). Neben ihren zahlreichen Filmrollen hat sie auch immer wieder Theater gespielt – ich hatte das grosse Glück, sie in Wien im Theater live zu erleben, als sie in dem Monodrama „Die Erzählung der Magd Zerline“ aufgetreten ist. Aber sie hat auch selbst in Filmen Regie geführt.

Mit dem Beruf der Schauspielerin hat sie sicher den für sie idealen Beruf gewählt, der ihr genügend Freiheit, Abwechslung und Freiräume bot, da sie Monotonie und starre Arbeitsbedingungen nur schlecht bis gar nicht vertrug (Sonne in Wassermann in 10 Sextil Uranus).

Mit überschäumende Energie und Rastlosigkeit ist Jeanne Moreau bis ins hohe Alter ihren beruflichen Aufgaben und Projekten nachgegangen. Mit Mars in Steinbock Quadrat Jupiter und Uranus war sie von Anfang an fähig, ihren Idealen treu bleiben zu können und den Beruf auszuüben, der ihr tief im Innersten wirklich zugesagt und sie zu ausserordentlichen Leistungen und Kraftanstrengungen befähigt hat, sodass sie Großes vollbringen konnte. „Ich bin für alles offen“, sagte sie einmal, ganz Wassermann. „Daher habe ich so viele wunderbare Erfahrungen gemacht.“

Wir gedenken dieser grossartigen Schauspielerin und ungewöhnlichen Frau anlässlich ihres 90. Geburtstages mit Respekt, Bewunderung und Hochachtung.

Marie Curie – zum 150. Geburtstag

Sie war eine der bedeutendsten Frauen im Bereich der Wissenschaft: die polnisch-französische zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie wäre am 7. November 2017 150 Jahre alt geworden. Geboren wurde Maria Sklodowska 1867 in Warschau als jüngste Tochter eines Lehrerehepaares, das grossen Wert auf eine gute Erziehung und Ausbildung der Kinder legte und diese nach Kräften förderte. Leider verstarb Marias Mutter schon 1878 an Tuberkulose, und auch Maria war ein kränkliches Kind, das nach dem Abitur zu Verwandten aufs Land geschickt wurde, um sich zu erholen.

Da zur damaligen Zeit Frauen in Polen ein Universitätsstudium nicht erlaubt war, bewarben sich Maria und ihre ältere Schwester Bronia an der Pariser Sorbonne und wurden angenommen. Allerdings erlaubte die finanzielle Situation des Vaters nicht, die Pläne seiner Töchter in materieller Weise zu unterstützen, sodass beschlossen wurde, dass zuerst Bronia ihr Studium in Paris absolvieren sollte, mit Marias finanzieller Unterstützung, die dafür als Hauslehrerin bei einer polnischen Anwaltsfamilie arbeitete. Im November 1891 konnte dann Maria ihr Physik-Studium an der Sorbonne beginnen. Sie war dort eine von 210 Frauen unter 9000 Studenten, dennoch schloss sie ihr Lizenziat in Physik im Sommer 1893 als Beste ab. Ein Stipendium ermöglichte ihr die Fortsetzung des Studiums, und 1894 machte sie ihr Lizenziat in Mathematik als Zweitbeste.

Nach Abschluss ihrer Studien wurde sie mit einer Untersuchung des Magnetismus verschiedener Stahlsorten beauftragt. Im Zuge dieser Forschungen und Experimente lernte sie den französischen Chemiker Pierre Curie kennen. Aus der beruflichen Zusammenarbeit mit Pierre Curie entwickelte sich gegenseitige Zuneigung. Am 26. Juli 1895 heirateten die beiden im Rathaus von Sceaux. Am 12. September 1897 kam die erste Tochter Irène zu Welt, die später selbst eine geachtete Wissenschaftlerin werden sollte.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersuchte Marie Curie zahlreiche uranhaltige Metalle, Salze, Oxide und Mineralien, wobei sie feststellte, dass Pechblende viermal so aktiv ist wie Uran. Marie und Pierre Curie gingen davon aus, dass die hohe Aktivität der Pechblende von einem unbekannten chemischen Element verursacht werde. In den folgenden Wochen versuchten sie, dieses Element mit chemischen Verfahren zu isolieren. Bald hatten sie Zwischenprodukte erzeugt, die viel aktiver als Pechblende waren, und folgerten daraus, dass es sich nicht um ein neues Element handelte, sondern um zwei verschiedene. Das erste dieser neuen Elemente nannten sie zu Ehren von Maries polnischer Heimat Polonium, das zweite, das sie einige Monate später nachweisen konnten, erhielt den Namen Radium, weil es 900-mal stärker strahlte als Uran. Infolge der dauernden Strahlenbelastung traten bei beiden Curies gesundheitliche Probleme auf, und Marie erlitt sogar im August 1903 eine Fehlgeburt. Im Dezember desselben Jahres wurde dem Ehepaar, gemeinsam mit dem Physiker Henri Becquerel, der Nobelpreis für Physik verliehen. Ein Jahr später, im Dezember 1904 wurde ihre zweite Tochter Ève geboren, die später Schriftstellerin wurde und über ihre Eltern eine Biographie verfasste.

Am 19. April 1906 geriet Pierre Curie unter die Räder eines Lastfuhrwerkes und starb noch am Unfallort. Marie Curie traf der Verlust schwer, hatte sie doch sowohl ihren geliebten Lebenspartner als auch ihren wissenschaftlichen Mitstreiter verloren. In den folgenden Jahren litt sie vorübergehend an Depressionen. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort, durfte als erste Frau Vorlesungen an der Sorbonne halten und erhielt 1908 sogar die ordentliche Professur in Physik.

4 oder 5 Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns begann Marie Curie eine Affäre mit dem verheirateten Paul Langevin, einem früheren Studenten ihres Mannes. Diese Beziehung wurde in Paris ziemlich skandalisiert und in der Presse breitgetreten. Die Anfeindungen erreichten ihren Höhepunkt, als eine Zeitung behauptete, Marie Curie wäre jüdischer Abstammung. Auch wenn der Skandal langsam abebbte, begleiteten sie die erhobenen Vorwürfe bis an ihr Lebensende.

1911 entschied das schwedische Nobel-Komitee, den diesjährigen Preis für Chemie Marie Curie zuzuerkennen. Damit wurde erstmals einer Person zum zweiten Mal ein Nobelpreis zuerkannt. Bis heute ist Marie Curie eine von nur 4 Personen und überhaupt die einzige Frau geblieben, der diese Ehre zuteil wurde.

Im ersten Weltkrieg arbeitete Marie Curie als Radiologin in einer von ihr initiierten mobilen Röntgeneinrichtung, die es ermöglichte, dass verwundete Soldaten in unmittelbarer Nähe der Front untersucht werden konnten. In Begleitung ihrer Tochter Irène und eines Mechanikers fuhr sie am 1. November 1914 zum ersten Mal mit ihrem Röntgenwagen zu einem Lazarett, das sich 30 Kilometer hinter der Frontlinie befand. Während des Krieges rüstete Marie Curie insgesamt 20 radiologische Fahrzeuge aus. Im Juli 1916 machte sie den Führerschein, um die Fahrzeuge selbst steuern zu können.

Nach Kriegsende wurde ihre wissenschaftliche Arbeit mit zahlreichen Auszeichnungen und Wissenschaftspreisen in Europa und den Vereinigten Staaten gewürdigt. Marie Curie war für den Völkerbund tätig, gründete in Warschau und Paris je ein Radium-Institut und unternahm auch etliche Vortragsreisen. In ihren Instituten förderte Marie Curie bewusst Frauen und aus dem Ausland stammende Studierende. Zu Ehren von Marie und Pierre Curie sind die Bezeichnungen des chemischen Elements Curium und der Einheit Curie gewählt worden, das Curie ist eine Maßeinheit für die Aktivität eines radioaktiven Stoffes.

Die Auszeichnung ihrer Tochter Irène mit dem Nobelpreis für Chemie, den diese 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot „in Anerkennung ihrer Synthese neuer radioaktiver Elemente“ erhielt, erlebte Marie Curie nicht mehr. Sie starb am 4. Juli 1934 im Sanatorium Sancellemoz bei Passy an einer „aplastischen perniziösen Anämie“, die vermutlich auf ihren langjährigen Umgang mit radioaktiven Elementen zurückzuführen ist.

Mich interessierte die Frage, ob sich im Horoskop dieser aussergewöhnlichen Frau Hinweise auf ihre einzigartige Karriere finden lassen, und ich wurde fündig.

Auf den ersten Blick sehen wir in dieser Radix eine Überbetonung des Zeichens Skorpion (4 Planeten + MC) und des 10. Hauses (4 Planeten + die Sonne, die zwar im 9. Haus, aber in Konjunktion zum MC steht). Skorpionbetonte Menschen zeichnen sich aus durch Leidenschaftlichkeit, Intensität, Tiefgründigkeit, hingebungsvolle Entschlossenheit und manchmal eine rücksichtslose Zielstrebigkeit. Typisch beim Skorpion ist der “Alles oder Nichts”-Charakter, hier gibt es keine Halbherzigkeiten oder Kompromisse. Es besteht ein Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu forschen, nachzubohren und nicht locker zu lassen. Auch selbstzerstörerische Tendenzen sind vorhanden, oder sagen wir besser, bei ihrem kompromisslosen Vorgehen nehmen sie in Kauf, sich selbst zu beschädigen. Dieses Verhalten können wir Marie Curie, bei allem, was wir über sie wissen, gut zuordnen. Sie hatte den Mut und die Kraft, ihre Pläne zielstrebig zu verfolgen, ohne Rücksicht auf Verluste bzw. ihre eigene Gesundheit.

Mit der Stellung der Sonne im 9. Haus richtet sich der Fokus auf höhere Bildung, Lebenssinn, Erweiterung, Weltanschauung, Philosophie und das Ausland. Was könnte dies besser belegen, als ein Studium im Ausland, so wie es Maria Sklodowska absolvierte und später selbst die akademische Laufbahn einschlug.

Der Aszendent Marie Curies steht im Zeichen Steinbock, welches in einem harmonischen Winkel zum Skorpion steht und diesen bei der kompromisslosen Zielstrebigkeit durch Ausdauer, Disziplin, Ehrgeiz und Streben nach Anerkennung unterstützt. Menschen mit einer Steinbock-Betonung – also auch mit einem Steinbock-Aszendenten – müssen alles planen und organisieren, sie überlassen nichts dem Zufall und haben ein starkes Pflichtbewusstsein. Innerlich sind sie ausgesprochen stark und fast jeder Krise gewachsen. Allerdings fehlt ihnen in ihrem Sein die gewisse Leichtigkeit, sie nehmen alles schwer und fühlen sich für vieles verantwortlich. Ein einmal gesetztes Ziel wird beharrlich verfolgt, und dabei kann ein Steinbock ziemlich karg leben und auf vieles verzichten, um dieses Ziel zu erreichen. Ich denke, dass Marie Curie durch diese Eigenschaften schon recht gut charakterisiert ist.

Aber auch die Position des Geburtsherrn – hier Saturn – ist wichtig. Dieser befindet sich in Skorpion im 10. Haus und ist ein Hinweis darauf, dass diese Frau ihren Lebenszweck vor allem in der beruflichen Verwirklichung sieht und dabei auch öffentlich wahrgenommen wird. Sie hat eine grosse Wirkung in der Gesellschaft, sowohl was den Beruf als auch was das Privatleben betrifft, sie wird einfach gesehen nichts bleibt geheim. Einerseits ist sie eine Autorität, ein Mensch, dem Achtung entgegengebracht und der vom Beruf durchs Leben getragen wird. Andererseits aber wird auch das Privatleben ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt, oft mehr, als ihr lieb ist. Ausserdem ist sie eine Person, die sich selbst über Leistung und grossen Ehrgeiz definiert, auch ein hohes Maß an Perfektion von sich selbst erwartet und letzten Endes auch Maßstäbe setzt und Richtlinien vorgibt.

Es gibt im Horoskop von Marie Curie aber noch eine Besonderheit: das 1. Haus ist besonders gross und schliesst das gesamt Wassermann-Zeichen noch mit ein. Wassermann ist ein Zeichen, das in die Zukunft weist, es äussert sich in einer betonten Eigenwilligkeit und dem Anspruch, etwas Besonderes zu sein. Ideale und Überzeugungen spielen eine große Rolle. Das Verhalten ist individualistisch und unkonventionell, die Betroffenen sind freiheitsliebend, ungewöhnlich und exzentrisch, oft sind sie Aussenseiter, die sich nicht der Norm anpassen wollen. Es gibt eine permanente Suche nach neuen Erfahrungen, nach Anregungen und Spannung. Auch in diesem Bereich müssen wir das ungewöhnliche Forschungsgebiet berücksichtigen, das für Medizin und Physik wegweisende Neuerungen brachte.

Uranus, der Mitherrscher von 1, hat vor allem deshalb eine besondere Bedeutung, weil er in diesem Horoskop an prominenter Stelle steht: nämlich ganz genau am Deszendent. Das ist nicht nur ein Hinweis auf einen ungewöhnlichen, besonderen Partner, sondern auch auf einen Menschen, der oft bewusst rebelliert, provoziert oder gegen den Strom schwimmt und sich kaum um die öffentliche Meinung kümmert. Und ist es nicht interessant, dass Uranus derart hervorgehoben ist, wo sich die Physikerin doch so intensiv mit dem Element Uran beschäftigte?

Doch schauen wir weiter. Wo ist die private, die gefühlsbetonte Seite der Marie Curie? Gibt es die überhaupt, oder ist sie nur in ihrem Beruf aufgegangen? Wir haben hier einen Mond in Fische im 2. Haus. Diese Mondstellung gilt als einfühlsamster, hypersensibler Gefühlsausdruck, macht verträumt, phantasievoll, kreativ, intuitiv und anhänglich. Das Zeichen Fische steht aber auch für unbewusste Ängste, für Sehnsüchte, Süchte und für chemische Substanzen, mit denen die Forscherin zu tun hatte.

Das Haus, in dem der Mond steht, sagt uns etwas darüber, in welchem Bereich sich ein Mensch wohl, sicher und geborgen fühlt. Im 2. Haus finden wir die materielle Welt, die Werte, Talente und Ressourcen, das Bedürfnis nach einem sicheren Zuhause ist stark ausgeprägt. Da der Mond aber auch für das Veränderliche steht, haben wir den Hinweis, dass die finanzielle Lage der Marie Curie starken Schwankungen unterworfen war. Musste sie in ihrer ersten Lebenshälfte eher karg und bescheiden leben, so brachten ihr natürlich die Nobelpreise genügend finanzielle Mittel, um nicht nur ihre Forschung unabhängig betreiben zu können, sondern auch selbst als Förderin zu wirken.

In diesem Fall kommt aber noch etwas hinzu: hier ist der Mond auch der Herrscher des Deszendenten, also des 7. Hauses, des Partner-Hauses, er steht in diesem Fall auch für den Partner der Horoskopeignerin. Und es stellt sich heraus, dass Pierre Curie durchaus der sensible, fürsorgliche, auch sinnliche und leidenschaftliche Partner war (Stier mit Fische-Aszendent und Skorpion-Mond), den sich Marie wohl gewünscht hat.

Aber auch die Venus in Skorpion dürfen wir nicht unterschätzen, wenn es um Liebe und Beziehungen geht, denn hier haben wir es mit jemandem zu tun, der aufs Ganze geht und bis in die tiefsten Tiefen der Seele aufgewühlt werden will. Mit einer solchen Konstellation ist Sexualität besonders wichtig. Das leidenschaftliche Naturell dieser Frau wird noch verstärkt durch die Konjunktion der Venus mit Mars und die Rezeption mit Pluto in Stier. Kein Wunder, dass die Affäre mit Langevin alle konventionellen Bedenken hinwegfegte. Doch diese Frau braucht den körperlichen und sinnlichen Aspekt einer Partnerschaft genauso wie Nähe auf der Gefühlsebene und gegenseitiges Verständnis, was sie ja mit ihrem Mann gefunden hatte. Die Stellung im 10. Haus sagt uns aber auch, dass enorm viel Leidenschaft auch in den Beruf fliesst. Und auch ein Beruf, der gemeinsam mit dem Partner ausgeübt wird, ist bei dieser Venus-Stellung denkbar.

Das MC, die Himmelsmitte, gibt uns weitere Hinweise auf den Beruf oder die Berufung der Madame Curie. Mit dem MC in Skorpion hat ein Mensch beruflich oft mit Tabus zu tun, er möchte den Dingen auf den Grund gehen, Verborgenes ans Licht bringen, arbeitet gerne in der Forschung, hat oft ganz bestimmte Vorstellungen und kann ein bestimmtes Ziel mit ungeheurer Intensität und Leidenschaft verfolgen. Dabei zeigt er sich sehr engagiert, zäh und belastbar, lässt sich nicht so leicht von einem einmal verfolgten Ziel abbringen, schon gar nicht, wenn es darum geht, etwas zu ergründen, was unter der Oberfläche liegt. Im Fall von Marie Curie steht auch noch die Sonne, also das bewusste Ich und der Wille, sehr nahe am MC und somit im Bereich der beruflichen Zielvorstellungen. Sie identifiziert sich weitgehend mit dem Beruf, ist bereit und auch fähig, dafür einiges zu leisten und ihre Energie durch die Übernahme von Verantwortung zum Ausdruck zu bringen. Dabei kann es durchaus auch zu Machtkämpfen, Manipulationen und gegenseitigen Abhängigkeiten kommen, wie es ja zeitweise der Fall war. Doch durch Widerstände lässt sich diese Frau nicht brechen und ihre innere Stärke wird letztendlich anerkannt werden. Wenn das 10. Haus in einem Horoskop derart stark besetzt ist wie in diesem Fall, nämlich mit 4 Planeten plus die Sonne in Konjunktion zum MC, können wir fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese Frau auf die Dauer nicht im stillen Kämmerlein gewirkt, sondern eine gewisse öffentliche Bekanntheit erreicht hat.

Wie wir aus dem Leben Marie Curies gesehen haben, ist es immer wieder zu Machtkämpfen oder Auseinandersetzungen mit Obrigkeiten gekommen, oftmals schon allein deshalb, weil sie eben eine Frau war, die in eine damalige Männerdomäne eingedrungen ist. Sie hat sich dadurch aber nie entmutigen lassen, sondern sich mutig und beharrlich allen möglichen Widerständen zum Trotz in ihrer Arbeit durchgesetzt und ihre fachliche Autorität erfolgreich zum Wohle von Benachteiligten eingebracht. Ohne sich äusserlichen Zwängen und Konventionen zu beugen, ging Marie Curie ihren Weg, der ihr richtig erschien, und brachte genügend Kraft auf, um alle möglichen Schwierigkeiten und Probleme zu überwinden. Dieser aussergewöhnlichen Skorpion-Frau wollen wir anlässlich ihres 150. Geburtstages gedenken.

Günter Grass zum 90. Geburtstag

Einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart, der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, wäre am 16. Oktober 2017 90 Jahre alt geworden. Er stammte aus Danzig, wo seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft betrieben, das vor allem von seiner Mutter geführt wurde.

Auffällig an seinem Geburtshoroskop ist die Waage-Betonung (Sonne, Mars, Aszendent), was auf einen Menschen schliessen lässt, der sehr kontaktfreudig und charmant ist, sich gerne mit schönen Dingen umgibt und eine künstlerische Ader hat. Tatsächlich hat sich bei Grass schon früh ein Zeichentalent bemerkbar gemacht, und er begann nach dem Krieg an der Düsseldorfer Kunstakademie Graphik und Bildhauerei zu studieren. Neben ersten Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin hatte er in den Jahren 1956/57 aber auch begonnen, schriftstellerisch tätig zu werden. 1956 debütierte er als Lyriker, 1957 als Dramatiker und Librettist von Balletten. Bis 1958 entstanden vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die Grass dem poetischen oder absurden Theater zuordnet, die aber weniger bekannt sind. Mit seinem ersten Roman Die Blechtrommel, der während Grass’ Aufenthalten in Frankreich und der Schweiz entstanden war, gelang 1959 dem damals 31-Jährigen der literarische Durchbruch.

Seit jeher war Grass das „Schreiben gegen das Vergessen“ enorm wichtig, und folgerichtig thematisierte er in mehreren Romanen die Zeit des Nationalsozialismus sowie die Schuld der Deutschen an deren verbrecherischen Machenschaften.

Mit 4 Planeten im 4. Quadranten (Neptun, Venus, Sonne und Mars) ist es klar, dass sich ein Mensch der Gesellschaft, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen sollte, und das tat Grass sowohl durch seine literarischen Veröffentlichungen als auch seine politischen Statements, die er später als bedeutender Schriftsteller immer wieder abgab.

Der Waage-Aszendent bezieht sich sehr auf andere Menschen, ist charmant, taktvoll, umgänglich, diplomatisch, strebt nach Gerechtigkeit, Harmonie und Frieden und kann gut objektivieren. Nur ungern zerstört er das Bild von sich selbst als friedliebendem Menschen, daher blieb die Tatsache, dass Grass sich als Jugendlicher freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte und im Alter von 17 Jahren zur Waffen-SS eingezogen wurde, der Öffentlichkeit lange unbekannt (obwohl er seinem Verleger Klaus Wagenbach Anfang der 60-er Jahre davon erzählt hatte). In seiner 2006 erschienenen Autobiographie „Beim Häuten der Zwiebel“ bekennt Grass seinen Fehler ein, ist sich aber letztlich nicht ganz im klaren, warum er sich überhaupt zur Wehrmacht gemeldet hatte, und versucht seine Erinnerung, wie eine Zwiebel, Schicht um Schicht freizulegen.

Venus als Herrscherin der Waage und somit Geburtsherrin steht in Jungfrau im 11. Haus: Es liegt in der Natur des Schriftstellers, sich sehr kritisch und analytisch mit sich selbst und den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Er braucht Vernunft und Sachlichkeit, um sein inneres Gleichgewicht zu finden, und das findet er am ehesten bei einer künstlerischen Betätigung. Auch wenn die Waage (Sonne, Aszendent) grossen Wert auf ein ästhetisches Äusseres legt, gibt sich die Jungfrau-Venus eher zurückhaltend. Im Kleiderstil wird das Praktische und Solide hervorgehoben (lange Zeit bevorzugte Grass erdfarbene Cord-Anzüge bzw. Cord-Hosen mit Tweed-Sakkos) – die Brille sollte jedoch dazupassen, und um seine vorstehende Unterlippe zu kaschieren, liess er sich einen Schnurrbart wachsen, den er bis an sein Lebensende beibehielt. Also durchaus kleine waage-mäßige Eitelkeiten.

Die doppelte Waage-Betonung fokussiert das private Interesse auf Partnerschaft und Beziehung. Grass hatte mehrere belegte Beziehungen, war zweimal verheiratet und Vater von insgesamt 6 Kindern mit verschiedenen Müttern. Bei aller Du-Bezogenheit möchte eine Waage-Sonne jedoch nicht vereinnahmt werden, sondern liebt das Gefühl der Freiheit und inneren Unabhängigkeit.

Dass eine künstlerische Betätigung für Grass wichtig und notwendig war, bestätigt die Stellung der Sonne im 12. Haus. Da sein Vater weder abwesend noch Arzt oder Alkoholiker war, verweist die Sonnenstellung im 12. Haus, noch dazu als Herrin des 10. Hauses, wohl auf eine eigene künstlerische Laufbahn aus Berufung. Aber auch Neptun als Herr von 5 in 10 kann als Ausdruck einer besonderen Kreativität verstanden werden, die sich als Berufung manifestierte.

Das verunsicherte, geschwächte Ego, das bei einer Sonne im Fall (Waage) in Konjunktion mit einem Exil-Mars (ebenfalls in Waage) vorausgesetzt werden darf, dürfte Grass gut kompensiert haben: erstens verleiht eine Sonne-Mars-Konjunktion ja eine gewisse Dynamik, und zweitens ist das Quadrat zwischen Sonne und Pluto für ein enormes Kraftpotenzial verantwortlich. Autoritäre Macht erlebte Grass nicht durch den Vater, der ein unauffälliger, aber verträglicher und angenehmer Zeitgenosse war (Waage-Sonne), sondern als Jugendlicher durch die Wehrmacht-Offiziere im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Diese nazi-ideologisch verbrämte Machtausübung war ihm ein Gräuel, das er in seinen Büchern immer wieder thematisierte (ebenso wie deren Folgen für Deutschland), wodurch er im Laufe seines Schriftstellerlebens selbst zu einer Autorität des Gewissens wurde, die sich immer wieder wortreich zu den politischen Geschehnissen in der Bundesrepublik Deutschland äusserte.

Mit der Sonne im 12. Haus ist aber auch oft eine Suchtproblematik verbunden. Wie stark diese bei Grass ausgeprägt war, kann ich nicht beurteilen, fest steht, dass es unzählige Fotos von ihm gibt, die ihn mit Zigarette oder später mit Pfeife zeigen, die zu einem Markenzeichen wurde.

Der Mond in Krebs im 9. Haus ist ein Indiz für Grass‘ innige Beziehung zu seiner Mutter, der er sich bis ins Teenager-Alter zärtlich verbunden fühlte, und die auch seine künstlerischen Ambitionen förderte, beispielsweise indem sie ihm Zugang zu ihrer belletristischen Bibliothek gewährte und sein Zeichentalent lobte, aber auch, indem sie ihm in gewisser Weise ein künstlerisch begabtes Vorbild war, da sie recht gut Klavier spielen konnte und ihren Sohn auch immer wieder damit erfreute. Bei solchen Gelegenheiten kuschelte sich der auch schon Heranwachsende immer noch gerne auf den Schoß der Mutter, wie er in seiner Autobiographie bekennt. Er blieb also gerne noch länger Kind als unbedingt nötig. Die Mond-Stellung erklärt auch seine spätere Kinderliebe, aber auch seine Leidenschaft fürs Kochen, und sie dient auch als Erklärung für sein zeitweiliges Leben im Ausland (mehrere Jahre verbrachte Grass in Frankreich, der Schweiz sowie in Indien). Da seine Heimatstadt Danzig nach dem Krieg an Polen fiel, kann auch sein Leben in Deutschland gewissermaßen als „im Ausland“ bezeichnet werden.

Grass‘ Verhältnis zu Frauen dürfte zwiespältig gewesen sein: einerseits war er durchaus ein Familienmensch, der mit seiner ersten Frau, einer Tänzerin, 4 Kinder hatte, der aber dennoch das Leben eines unabhängigen Künstlers führte und Wert darauf legte, mit ungewöhnlichen und eigenständigen Frauen zusammen zu sein (Mond Quadrat Uranus): unter den weiteren Partnerinnen war eine Malerin, eine Lektorin und eine Organistin, die er später auch heiratete. Auf aktive Partnerinnen verweist auch der Deszendent in Widder, allerdings dürfte es schon hin und wieder heimliche Liebschaften gegeben haben, denn Mars steht im 12. Haus der Heimlichkeiten und Betrügereien. Neben der liebevollen Gefährtin und Mutter seiner Kinder (Mond in Krebs) war ihm aber auch eine vernunftbetonte Partnerin wichtig, die Freundin und Geliebte gleichzeitig sein und seinem Bedürfnis nach einer festen Basis der Beziehung, nach Zuverlässigkeit und Treue gerecht werden konnte (Venus in Jungfrau im 11. Haus). Die Venus in 11 begünstigt aber auch Freundschaften mit Gleichgesinnten. Legendär ist Grass‘ Freundschaft mit Willy Brandt, für den er auch zeitweise als Redenschreiber agierte. Brandts politische (sozialdemokratische und antifaschistische) Ideologie wurde von Günter Grass mitgetragen.

Die Position der Geburtsherrin Venus im 11. Haus ist auch ein Hinweis darauf, dass Grass sich für verschiedene Gruppen engagiert hat, darunter mehrere Schriftstellerverbände. Die Stellung des Saturn in Schütze belegt, dass Grass die Suche nach der Wahrheit, nach dem Sinn sehr wichtig war, und dass er danach trachtete, auf seinem Gebiet zur Autorität zu werden. Durch unermüdliche Bemühungen gelangte er zu Ehre und Ansehen (Saturn Trigon MC), seine Fähigkeiten und Talente verhalfen ihm zu seinen Selbstwert und liessen ihn dadurch auch Sicherheit finden (Saturn in 2). Im Jahr 1999 erhielt Günter Grass den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk. Darüber hinaus hat Grass noch etliche andere Literaturpreise und Auszeichnungen erhalten, und er wurde Ehrendoktor mehrerer Universitäten in verschiedenen Ländern. Nach ihm benannte Museen gibt es in seiner Geburtsstadt Danzig sowie in seinem letzten Wohnort Lübeck.

Am 13. April 2015 verstarb Günter Grass in einer Lübecker Klinik an einem Krankenhauskeim. Der transitierende Saturn hatte seine Geburtsposition auf 4° Schütze erreicht und somit einen Lebenszyklus abgeschlossen. Der laufende Pluto auf 15° Steinbock hatte sich in Opposition zu seiner Geburtsposition gebracht, während Uranus ein genaues Quadrat zum Geburts-Pluto bildete.

Grass hatte zu Lebzeiten Einwände gegen ein Denkmal in seiner Geburtsstadt gehabt, weshalb bis zu seinem Tod in der Nähe seines Geburtshauses nur eine auf einer Parkbank platzierte Bronzefigur von Oskar Matzerath (der Hauptfigur des Romans „Die Blechtrommel“) an den Schriftsteller erinnerte. Am 16. Oktober 2015, ein halbes Jahr nach seinem Tod und gleichzeitig an seinem 88. Geburtstag, wurde eine größere Bronzefigur von Grass – mit einem Buch und einer Pfeife in der Hand – auf die andere Seite der Parkbank gesetzt. Sie war 13 Jahre zuvor errichtet, aber den Wunsch des Autors respektierend nie aufgestellt worden.

Arnold Schwarzenegger wird 70

Arnold Schwarzenegger aus Thal bei Graz, der es, aus kleinen Verhältnissen stammend, mit ungeheurem Ehrgeiz, sportlicher Disziplin und Ausdauer nicht nur zu einem weltbekannten Bodybuilder, sondern auch zu einem gefragten Action-Darsteller und schließlich Gouverneur von Kalifornien brachte, feiert am 30. Juli 2017 seinen 70. Geburtstag.

Geboren wurde die „steirische Eiche“ am 30. Juli 1947 als zweiter Sohn eines Gendarmen und einer Hausfrau in einem Grazer Vorort und genoss eine strenge Erziehung. Allerdings betrieb er schon als Kind verschiedene Sportarten (wie Fussball, Schwimmen und Boxen), wobei er von seinem Vater, der Meister im Eisstockschießen war, unterstützt wurde. Da sein Fussballtrainer ihm ein Krafttraining verordnet hatte, betrat der junge Schwarzenegger mit 15 Jahren erstmals ein Gewichtheberstudio und fand soviel Gefallen an dem zu dieser Zeit in Europa noch relativ unbekannten Bodybuilding-Sport, dass er das Fussballspielen bald völlig aufgab und sich nur noch dem Bodybuilding verschrieb. Er gewann mehrere Wettkämpfe, bevor er mit 19 Jahren der jüngste Mr. Universum der Geschichte wurde, ein Titel, den er insgesamt fünfmal erringen konnte. Auch den prestigeträchtigen Titel des Mr. Olympia konnte Schwarzenegger nach mehreren Anläufen für sich verbuchen.

1975 gab er seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft. Allerdings kehrte er 1980 nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim Mr.-Olympia-Wettbewerb in Sydney
die versammelte Weltelite. Dieser Sieg war der letzte Auftritt Schwarzeneggers als Bodybuilder. Wegen fehlender Motivation kehrte er diesmal für immer der Wettkampfbühne den Rücken. Mit insgesamt sieben Mr. Olympia-Titeln und fünf Mr. Universum-Titeln war Arnold Schwarzenegger der erfolgreichste Bodybuilder seiner Zeit und wird bis heute als prägende Persönlichkeit des Bodybuildings angesehen.

Bereits 1968 war Schwarzenegger in die USA ausgewandert, wo er sich nach einem Wirtschaftsstudium in den 1970er Jahren ein Millionenvermögen als Immobilienmakler erwirtschaftete. Seine sportlichen Erfolge sowie die Einnahmen aus seinen Filmarbeiten vergrösserten dieses Vermögen noch beträchtlich.

Seit frühester Jugend hatte sich Schwarzenegger für Action-Filme interessiert, und er hegte den Wunsch, sich ebenfalls als Schauspieler zu versuchen. Seine imposante Erscheinung half Schwarzenegger, im Filmgeschäft Fuß zu fassen – zunächst unter dem Pseudonym Arnold Strong. Seine erste Rolle war die des Hercules im Film Hercules in New York (1969), bei dem seine Stimme im amerikanischen Original wegen seines starken steirischen Akzents allerdings nachsynchronisiert werden musste. Doch er liess sich nicht entmutigen, drehte weitere Filme und konnte 1984 mit dem Science-Fiction-Film Terminator den endgültigen Durchbruch feiern. Neben Action- und SciFi-Filmen drehte er auch Komödien und gehörte gegen Ende der 1980er Jahre schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood.

Seit den späten 1980-er Jahren hatte sich Schwarzenegger, der 1983 in den USA eingebürgert worden war, auch politisch in der Republikanischen Partei betätigt. 2003 kandidierte er für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien, gewann und wurde am 17. November 2003 als Gouverneur vereidigt. Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war.

Auch Schwarzeneggers Privatleben verlief die meiste Zeit erfolgreich. 1986 hatte er eine Nichte John F. Kennedys, die Journalistin Maria Shriver, geheiratet, die wie der gesamte Kennedy-Clan der Demokratischen Partei nahestand. Ihre unterschiedlichen politischen Ausrichtungen hinderten die beiden aber nicht daran, lange Zeit eine glückliche Ehe zu führen und vier Kinder zu bekommen. Die Ehe wurde jedoch 2011 beendet, nachdem bekannt wurde, dass Schwarzenegger ein Verhältnis zu einer langjährigen Hausangestellten hatte, aus der sogar ein gemeinsames Kind hervorgegangen war.

Aber sehen wir uns das Leben dieses erfolgreichen Sportlers, Schauspielers und Politikers doch einmal aus astrologischer Sicht an.

Wer würde bei Schwarzenegger, diesem Kraftpaket und (zumindest in seinen Filmen) unerschrockenen Draufgänger einen sensiblen, mitfühlenden, fürsorglichen Krebs-Aszendenten vermuten?

Doch Krebs bedeutet auch soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft, ein gutes Gespür und psychologisches Einfühlungsvermögen, sowie Familienbezogenheit. Wer wollte leugnen, dass „Arnie“ ein Familienmensch war, der sich vor allem seiner Mutter Aurelia immer stark verbunden fühlte. Später heiratete er in den Kennedy-Clan ein, eine der wohlhabendsten und einflussreichsten Familien der Vereinigten Staaten. Mit Maria Shriver war Schwarzenegger 25 Jahre verheiratet, mit ihr hat er 4 Kinder. Ganz zweifellos hat sie als seine selbstbewusste Partnerin zu seinem Erfolg und seiner Selbstverwirklichung beigetragen (Saturn ist Herr von 7 in Löwe Konjunktion Sonne). Die Trennung erfolgte 2011, nachdem herausgekommen war, dass er das Kindermädchen geschwängert hatte. Das war wohl etwas zu sehr „familienbezogen“.

Aber natürlich strahlt eine Löwe-Sonne aus sich heraus und verleiht ihrem Träger die grossartige Präsenz, die dieser Mann ausstrahlt. Noch dazu steht die Sonne im 1. Haus – zwar an der Spitze zum 2. – und in Konjunktion mit Pluto und Saturn. Diese Löwe-Sonne verleiht Schwarzenegger Strahl- und Überzeugungskraft, er will gesehen werden und sich hervortun, sei es als Ausnahmesportler oder als Schauspieler, der bei dieser Konstellation eher Selbstdarsteller als Künstler ist. Dabei hat er mit Saturn in 2 in Konjunktion zur Sonne eigentlich einen schwachen Selbstwert im Gepäck. In kargen Verhältnissen aufgewachsen, hatte er es noch dazu mit einem strengen Vater zu tun (Sonne in Konjunktion mit Saturn und Pluto), der allerdings sportlich interessiert war und diese Sportbegeisterung auch an den Sohn weitergab. Sonne/Saturn ist ja auch eine Ehrgeiz-Konstellation: er will es dem Vater zeigen und entwickelt eine besondere Leistungsbereitschaft und auch Härte sich selbst gegenüber. Es gelingt ihm sehr gut, die ständigen Zweifel an sich selbst zu überwinden und seine Ansprüche an sich selbst zu befriedigen, indem er einfach mit so viel Fleiss und Ausdauer trainiert, dass er ungeheure Erfolge erzielen kann.

Da die Sonne über das 2. Haus herrscht, ist es Schwarzenegger auch besonders wichtig, sein eigenes Geld zu verdienen, um seinen Selbstwert zu heben. Und er verdient richtig viel Geld (Pluto im 2. Haus). Mars in Zwillinge weist auf Sportlichkeit und Beweglichkeit hin, das Mars-Quadrat zum MC auf sportlichen Ehrgeiz, im Verbund mit Uranus auf eine ungewöhnliche Sportart, in der er etwas Besonderes zu bieten hat. Und Bodybuilding war damals in Europa noch relativ unbekannt, also ungewöhnlich.

Mit dieser Sonnenstellung (im eigenen Zeichen sehr dominant und im 1. Haus erhöht stehend) weiss er aber doch, was er will, und verhält sich mit zunehmendem Erfolg sehr selbstbewusst und autonom. So ist auch Schwarzeneggers Tätigkeit im Film und im Showbusiness zu verstehen, wo er seinen Rollen in eher anspruchslosen Action-Filmen durchaus den Stempel der eigenen Persönlichkeit aufdrückte.

Dass er nicht beim Bodybuilding geblieben ist, lässt sich meiner Meinung nach auf verschiedene astrologische Einflüsse zurückführen: zum einen verweist Uranus Quadrat MC nicht auf einen geradlinigen Lebensweg, sondern eher auf diverse Umbrüche und Neuanfänge, zudem auf den ganz speziellen Weg, den jemand gehen muss. Zum anderen gab es eben noch mehr Begabungen bei Schwarzenegger: Mit Merkur am Aszendenten hat er breitgestreute Interessen, kann gut und viel reden und hat auch einiges zu sagen. Noch bevor er sich der Schauspielerei zuwandte, studierte Schwarzenegger in den USA Betriebswirtschaftslehre, die er 1979 mit dem „Bachelor of Arts“ der University of Wisconsin abschloss. Seine Sprache – ein steirisch gefärbtes Amerikanisch – ist ja auch in seinen Filmen Thema: wurde er zunächst wegen seines starken Akzents noch synchronisiert, so gelang es ihm später, aus diesem Manko eine Tugend zu machen, die zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen wurde (Jupiter bildet ein genaues Trigon zu Merkur).

Das künstlerische Interesse wird durch Venus in Krebs im 1. Haus angezeigt, die ein Trigon zum Fische-MC bildet. Und, wie gesagt, mit einer Löwe-Sonne ist er ohnehin der „geborene Selbst-Darsteller“, der selbstverständlich auch nach Anerkennung giert. Da kommt es sehr gelegen, dass Jupiter im 5. Haus steht und ein Trigon zum Aszendenten bildet. Mit der charmanten und kontaktfreudigen Venus in 1 findet er auch leicht Gönner und Sponsoren, die zum Erfolg beitragen. Die Krebs-Venus in 1 ist übrigens auch dafür zuständig, dass Schwarzenegger immer auch Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt hat und zum Beispiel als Bodybuilder auch seine ästhetische Haltung trainierte.

Seine durch Venus repräsentierte diplomatische, gesellige, charmante Art, mit der er in der Öffentlichkeit gut ankommt, hat sicherlich auch zum Erfolg seiner politischen Karriere beigetragen. Seit den 1980-er Jahren war Schwarzenegger Mitglied der republikanischen Partei, 2003 kandidierte er als Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien und gewann. Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren; Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild (Krebs-Aszendent, Krebs-Venus Trigon MC). Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten und das Budget Kaliforniens sanieren zu wollen. Ausserdem wurde er durch Freunde (unter ihnen auch politische Gegner) unterstützt (Venus ist Herrin von 11). Allerdings war er als Gouverneur nicht unumstritten: So hielt er als strammer Republikaner an der Todesstrafe fest, und die Budgetsanierung gelang auch nicht vorstellungsgemäß. Dazu wurde ihm „Freunderlwirtschaft“ vorgeworfen. Andererseits folgte er in der Umweltpolitik nur bedingt dem republikanischen politischen Programm und konnte hier als „guter Krebs-Aszendent“, dem die Umwelt am Herzen liegt, die Treibhausgas-Emissions-Werte in Kalifornien reduzieren. Er setzte sich auch für erneuerbare Energien ein. So gelang es ihm im November 2006, wiedergewählt zu werden und eine 2. Amtsperiode als Gouverneur zu absolvieren.

Über den Mond habe ich bisher noch nichts gesagt, und der ist schliesslich Schwarzeneggers Geburtsherr. Er steht in Steinbock im 6. Haus und gibt uns einen weiteren Hinweis darauf, dass wir es bei Schwarzenegger mit einem leistungsorientierten, hart arbeitenden und ausdauernden Menschen zu tun haben, der einen ausgeprägten Sinn für Verantwortung hat und sich wohl fühlt, wenn die Dinge in seiner Umgebung strukturiert und geordnet sind. Dennoch könnte es einen gewissen Mangel auf seelischer Ebene gegeben haben, der ihn als Kind vielleicht schüchtern und emotional verschlossen machte. Wie wir wissen, hat er seine Mutter idealisiert (Mond Quadrat Neptun) und sich ihr Zeitlebens verbunden gefühlt, was aber auch aus seiner nie ganz gestillten Sehnsucht nach emotionaler Geborgenheit resultieren könnte. Hat er nicht genügend Liebe als Kind bekommen (Neptun in 4 Quadrat Mond), gab es Geheimnisse und Lügen in der Familie, ein Elternhaus, in dem vieles beschönigt oder verschleiert wurde, auch Unklarheiten, Orientierungslosigkeit, eine Scheinharmonie (Neptun in 4)? Wir wissen es nicht, aber vieles deutet darauf hin, so auch die Leerlauf-Stellung des Mondes, der 5 Zeichen durchwandert, bevor er auf den nächsten Planeten – den kämpferischen Mars – stößt (als Sportler kann er die Vereinsamung überwinden und seinen Ehrgeiz stillen), und uns einen Hinweis auf eine fehlende seelische Verankerung gibt, auf emotionale Schranken und ein unklares Heimatgefühl. Auch Merkur, der als Herr von 4 in 12 steht, wäre ein Indiz auf die Scheinwelt in der Familie, in der es Tabuthemen gibt, der aber die harmonische Darstellung nach außen wichtig ist. Möglicherweise ist es Arnold Schwarzenegger inzwischen gelungen, die Angst vor der eigenen Verletzlichkeit und Schwäche zu überwinden, sich einen eigenen Maßstab zu schaffen und sich selbst die Anerkennung und Wertschätzung zu geben, die er ursprünglich von anderen erwartet hat.

Das und alles Gute wünschen wir ihm jedenfalls zum 70. Geburtstag.

John F. Kennedy – ein Held mit Schattenseiten – Gedenken zum 100. Geburtstag

John Fitzgerald Kennedy – der legendäre amerikanische Politiker, dessen Leben und Wirken zu einem Mythos wurde – ist vor 100 Jahren, am 29. Mai 1917, geboren worden. Ums Leben gekommen ist er am 22. November 1963 durch Schüsse eines Attentäters – die genauen Hintergründe konnten bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden. Durch diesen tragischen Tod, der die Welt damals extrem geschockt hat, wurde er zur Legende.

Was sagt uns sein Horoskop über sein Leben als Sohn einer reichen Familie, seine Berufung, sein Privatleben, sein zuletzt tragisches Schicksal?

Betont sind die Elemente Luft und Erde, das weist auf Ideenreichtum, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Geselligkeit, Wendigkeit hin, aber ebenso auf eine gewisse Bodenständigkeit, auf praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben, auf pragmatisches Vorgehen, Verlässlichkeit und Ausdauer.

Es zeigt sich ein neugierig-aufgeschlossener, kommunikativer, vielseitig interessierter Wesenskern mit einem wachen Verstand, Umtriebigkeit, der Fähigkeit zur Kommunikation, sowie Objektivität, Informationsaustausch und Kombinationsgabe (Sonne in Zwillinge), der sich auf charmante, einnehmende, friedvolle, diplomatische und konziliante Weise nach aussen präsentiert (Aszendent Waage).

Für einen Mensch mit einem Waage-Aszendenten ist es überaus wichtig, sich auf andere Menschen zu beziehen, sich über die anderen zu erfahren. Daher verwundert es nicht, dass auch Kennedy überaus charmant und kontaktfreudig ist und sich durch sein begegnungsorientiertes und liebenswürdiges Auftreten beliebt macht, was durch die Geburtsherrin Venus im Zwillinge-Zeichen noch verstärkt wird. Er hat das Bedürfnis, für Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit einzutreten, und verhält sich bei Verhandlungen intellektuell und diplomatisch zugleich.

Hinter all der zur Schau gestellten Liebenswürdigkeit verbirgt sich jedoch eine durchaus dominante Persönlichkeit, denn Waage ist ja ein kardinales Zeichen.

Was bei Betrachtung des Geburtshoroskops gleich ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass 9 Planeten (alle bis auf Uranus) in der oberen, der südlichen Hemisphäre angeordnet sind, was einen Menschen charakterisiert, der den Kontakt zur Aussenwelt sucht und braucht und auch sehr offen auf andere Menschen zugeht. Dadurch wird er auch gut wahrgenommen und wirkt nach aussen stärker, als er sich innerlich wirklich fühlt. Auch wenn uns die kardinalen Achsen auf einen Macher-Typ hinweisen, der sein Leben und Schicksal selbst gestalten will, zeigt die Betonung des 3. Quadranten, dass er stark auf seine Umwelt, auf seine Mitmenschen bezogen und für seine Selbstverwirklichung sehr wohl auf andere Menschen angewiesen ist.

Dazu ist in Kennedys Radix auch das 8. Haus betont: er kommt kaum an anderen Menschen vorbei, braucht die Auseinandersetzung mit ihnen, sie lassen ihn nicht los, er muss sich auf sie einlassen (und umgekehrt). Er beschäftigt sich mit den Anliegen anderer Menschen, macht sie zu seinen eigenen, was ja für einen Politiker nicht so schlecht ist. 5 Planeten im 8. Haus (Mars, Merkur, Jupiter, Sonne und Venus) sind aber auch ein deutliches Indiz dafür, dass sich der Betreffende schon sehr früh mit Krankheit, Tod und Verlusten auseinandersetzen muss. Kennedy litt seit frühester Jugend an diversen Krankheiten, die ihm teilweise stark zusetzten, auch den Tod musste er schon in jungen Jahren in seiner unmittelbaren Umgebung kennenlernen: er selbst meldete sich im 2. Weltkrieg mit 24 Jahren freiwillig zur Marine und schafft es, Kommandant eines Torpedobootes zu werden, das allerdings von einem japanischen Zerstörer gerammt wird und explodiert, wobei einige Crewmitglieder ums Leben kommen. Zehn andere kann Kennedy jedoch durch selbstlosen persönlichen Einsatz retten, wobei er selbst beinahe ertrunken wäre. Dafür wird er später als Kriegsheld ausgezeichnet. Tragischerweise fiel sein älterer Bruder Joe ein Jahr später bei einem Kriegseinsatz, die jüngere Schwester Kathleen kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Und John F. Kennedy wurde, wie wir wissen, am 22. November 1963 in Dallas ermordet.

Die Sonne steht in Zwillinge im 8. Haus und weist auf einen Menschen hin, der vielseitig und anpassungsfähig ist und sich schnell auf neue Situationen einstellen kann, der sich ausserdem bevorzugt mit der Verwaltung fremder Werte und Besitz befasst. Bereits als Kongressabgeordneter, später als Senator und zuletzt als Präsident der USA setzt sich Kennedy als Demokrat unter anderem für einen gesetzlichen Mindestlohn, ein staatliches Gesundheitssystem und verbesserte Wohnverhältnisse ein. Später, als Präsident, schafft er die Voraussetzungen, um die Ungleichheit zwischen weissen und schwarzen US-BürgerInnen zu beseitigen. Obwohl der Kongress ein von seinem Team ausgearbeitetes umfangreiches Bürgerrechtsgesetz blockiert, wirft Kennedy sein ganzes Gewicht als Präsident (Sonne in 8) in die Waagschale und erklärt in einer grossen Rede im Juni 1963 „… diese Nation… wird erst frei sein, wenn alle ihre Bürger frei sind.“ Und er empfängt Martin Luther King im Weissen Haus.

Im 8. Haus findet sich – allerdings im Zeichen Stier – ein Stellium, bestehend aus den Planeten Mars, Merkur und Jupiter. Mit Mars Konjunktion Merkur verfügt Kennedy über eine enorme sprachliche Ausdrucks- und Durchsetzungsfähigkeit. Das bringt ihm nicht nur den berühmten Pulitzer-Preis (den begehrtesten Journalisten- und Medienpreis) für sein noch als Senator von Massachusetts verfasstes Buch „Zivilcourage“ ein, sondern sichert ihm auch einen Platz als begnadeter Redner, der einige legendäre Sätze hervorgebracht hat („Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ 1) („Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: ‚Ich bin ein Berliner‘“ 2). Nicht nur diese beiden Reden lösten bei den ZuhörerInnen Begeisterungsstürme aus (Jupiter als Teil des Stelliums), sein rhetorisches Talent riss andere Menschen bei vielen Gelegenheiten mit. Bei seinen Aktivitäten liess Kennedy sich von hohen Idealen und Wertvorstellungen leiten, oftmals gelang es ihm, andere von seinen Vorhaben und Vorstellungen zu überzeugen, da er sehr entschieden und nachdrücklich seine Ansichten und Meinungen zum Ausdruck brachte, sich aber dennoch auch von vernünftigen und praktikablen Argumenten leiten liess (Stellium im Erdzeichen Stier).

Seine Weitsicht und sein politischer Instinkt kommen ihm vor allem im Oktober 1962 zugute, als auf Kuba stationierte sowjetische Atomraketen entdeckt werden, die fähig wären, die grössten Städte der USA binnen weniger Minuten komplett zu zerstören und daher eine Reaktion der USA erfordern. Seine Militärberater plädieren für Krieg, wollen dafür sogar mehrere Millionen Opfer in Kauf nehmen. Kennedy zögert, denn er will einen Atomkrieg um jeden Preis vermeiden, und lässt sich dafür auf einen Machtpoker mit dem sowjetischen Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow ein. Er droht allerdings in einer Fernsehansprache am 22. Oktober 1962, die sich sowohl an das amerikanische Volk als auch an die Sowjetunion richtete, mit einem Atomkrieg, sollten die Raketen nicht wieder abgezogen werden. Chruschtschow zeigt Nerven und lässt Frachtschiffe mit weiteren Atomraketen an Bord kurz vor Havanna wieder umkehren. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Krise, die die Welt an den Rand eines Dritten Weltkriegs gebracht hatte, kann als einer der größten außenpolitischen Erfolge Kennedys angesehen werden.

Das Quadrat zwischen dem Stellium und dem Singleton-Planeten Uranus, der als einziger in der unteren Hemisphäre steht, verleiht Kennedy die Fähigkeit, Dinge und Situationen aus der Distanz zu überblicken, Zusammenhänge blitzartig zu erkennen und originelle Lösungen zu finden.

Beruf und Berufung sind durch das MC gekennzeichnet: Krebs an der Spitze des 10. Hauses weist auf einen Beruf hin, der nach den Vorgaben der Familie ergriffen wird und der der Familientradition entspricht (beide Grossväter und Kennedys Vater waren in der Politik tätig).

Weiters sticht der elevierte (höchststehende) Saturn in Krebs in Konjunktion mit dem MC ins Auge. Wenn Saturn eleviert ist, wird die Berufung zwingender, der Mensch hat weniger persönliche Gestaltungsmöglichkeiten. Sicherlich ist hier auch ein grosser Wunsch nach Anerkennung vorhanden. Saturn ist aber auch Herr von 4 und stellt daher ebenfalls ein Familienthema dar: der ehrgeizige, reiche, strenge und skrupellose Vater gibt den Lebensweg seines Sohnes vor, er erwartet Leistung (sein Ausspruch: „In dieser Familie wollen wir nur Gewinner“), er ist der Maßstab für die Lebensausrichtung zumindest der Söhne: so muss Jack nach dem Tod des älteren Bruders die Politikerlaufbahn einschlagen, er wird zunächst Kongressabgeordneter, danach mit Hilfe von Vaters Millionen Senator von Massachusetts, was ihm als Sprungbrett ins Weisse Haus dient, denn das Amt des US-Präsidenten ist das, was Joseph Kennedy für seinen Sohn vorschwebt. Dieser grossen Erwartungshaltung muss der Sohn gerecht werden, und er unternimmt auch besondere Anstrengungen, um den Ehrgeiz seines Vaters zufriedenzustellen. Und die Rechnung des alten Herrn geht auf: Jack schafft es – nicht zuletzt dank seiner bezaubernden Ehefrau Jacqueline Bouvier – dieses hohe Ziel zu erreichen.

Doch auch wenn Kennedy dank der Unterstützung seiner Familie sozusagen in Weisse Haus „getragen“ wurde – emotionale Geborgenheit gab es für ihn wohl nicht in dieser irisch-stämmigen katholischen Familie. Sowohl der Mond in Jungfrau als auch Uranus im 4. Haus weisen auf ein Elternhaus hin, das wenig Herzlichkeit und Wärme zu geben hat. Mond in Jungfrau zeigt uns auch eine Mutter, für die das Nützlichkeitsdenken im Vordergrund steht und die mit Gefühlen eher zurückhaltend ist. Der Mond steht zudem im Leerlauf – er trifft über 4 weitere Zeichen auf keinen Planeten – Kennedy empfand sich, wie er später gestand, als einsames Kind, das von der Mutter nie Zärtlichkeiten oder Umarmungen erhielt. So verwundert es nicht, dass Kennedy selbst auch nicht besonders zärtlich, sondern eher von seinen Gefühlen abgespalten war (Mond in Jungfrau in 11). Dieser Mond ist aber auch Herr von 10 – und zeigt, wie nahe Beruf und Familie (hier kann man auch die politische Familie der Demokratischen Partei verorten) miteinander verbunden sind. In der Partei und der Öffentlichkeit geniesst er grosses Vertrauen (Mond Trigon Jupiter und Sextil MC), hat aber gleichwohl Angst vor emotionaler Vereinnahmung (Mond in 11).

Das führt uns zum Thema Liebe: Venus in Zwillinge und im 8. Haus verleiht zwar ein kultiviertes und charmantes Wesen sowie gesellschaftliche Eleganz, die ihm viele Türen öffnet und ihn bei anderen – vor allem Frauen – beliebt macht, sie ist aber auch dafür verantwortlich, dass er unbeständig in Liebesangelegenheiten und überaus anfällig für weibliche Reize ist.

Venus in Zwillinge steht natürlich auch für literarische oder schriftstellerische Interessen. Kennedy war ja nicht nur ein begeisterter Leser, der Bücher geradezu „verschlang“ (sich also einverleibte, wie es einer Venus in 8 entspricht), sondern er schrieb selbst auch mehrere Bücher.

Da die Venus ja auch Geburtsherrin ist, wird er jedoch immer wieder in Liebesaffären und anderes „hineingezogen“, ohne sich abgrenzen zu können, er muss sich konfrontieren, auseinandersetzen, hat somit kein ruhiges Leben. Zu seinen Lebzeiten galt Kennedy privat als glücklicher Ehemann einer überaus schönen, intelligenten und modebewussten Frau, und Jackie war ja auch gewiss die ideale Partnerin für eine Zwillinge-Venus: gebildet, kultiviert, in mehreren Sprachen parlierend und jederzeit für intellektuelle Gespräche zu haben (interessanterweise hat auch sie eine Zwillinge-Venus). Leidenschaft war ihrer beider Sache nicht, und seine unzähligen Affären mit oft ungewöhnlichen Frauen (Venus Trigon Uranus), von denen die Nachwelt erst später erfuhr, hatten eher zwanghaften und Suchtcharakter (Venus in 8 Halbquadrat Neptun). Heute würden wir sagen, dass Kennedy sexsüchtig war. Damals konnte er sein Privatleben noch vor der Öffentlichkeit geheim halten – nicht jedoch vor dem berühmt-berüchtigten FBI-Chef J. Edgar Hoover, der über die Affären des Präsidenten Bescheid wusste.

Das Quadrat zwischen Mond und Venus ist ebenfalls ein Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Gefühl und Verlangen, zwischen der Ehefrau und den Geliebten. Das ständige (unbewusste) Bedürfnis nach der ihm vorenthaltenen mütterlichen Zärtlichkeit und Geborgenheit führt einerseits zu erotischen Zwängen und Fixierungen (Venus in 8), andererseits zu Problemen, echte Nähe zuzulassen und sich emotional zu binden (Mond in 11).

Auch Mars im 8. Haus in Konjunktion mit Jupiter weist natürlich auf eine starke Triebenergie, auf zwanghafte sexuelle Begegnungen hin, die auch vor Tabubereichen nicht zurückschrecken. Kennedy hatte nachweislich intime Kontakte mit Prostituierten und der Mafia nahestehenden Frauen, die Hoover als Sicherheitsrisiko einstufte und zu unterbinden suchte – vergeblich.

Dieses zwanghafte Sexualverhalten zeigt aber nur eine Schattenseite des charismatischen Präsidenten auf, eine weitere ist sicherlich sein schlechter gesundheitlicher Zustand, den er ebenfalls vor der Öffentlichkeit geheimhielt. Sein Leben war eine durchgehende medizinische Leidensgeschichte, er litt zeitlebens mehr oder weniger grosse Schmerzen und war von Medikamenten abhängig. Dennoch haben seine Leiden seine Arbeit als Präsident nicht beeinträchtigt, die er mit bewundernswerter Zähigkeit bewältigt – auch das eine Folge der starken Betonung des 8. Hauses und vor allem der Sonne in 8: er geht durch Krisen und schont sich selbst dabei nicht.

An seinem Todestag am 22. November 1963 finden wir im Progressiv den Aszendent im Trigon zum Radix-Saturn, ferner den Transit-Pluto im Quadrat zur Geburtsherrin Venus, Transit-Uranus im Quadrat zur Sonne, Transit-Saturn im Quadrat zum Radix-Mars – allesamt schon Hinweise auf eine massive Lebenskrise. Auch das bei Todesfällen oft aussagekräftigere Regressiv bringt Interessantes zutage: dort steht der regressive Saturn minutengenau auf dem Radix-MC, der Mond regressiv in gradgenauer Opposition zum Radix-Pluto, sowie die Sonne regressiv im Quadrat zum Saturn des Regressivs – das sind „Todesaspekte par excellence“.

John Fitzgerald Kennedy wird nicht nur als der damals jüngste und als erster katholischer Präsident der USA in Erinnerung bleiben, er hat seinen Platz in der Geschichte auch als „grosser Präsident“ gefunden, der noch heute von vielen Amerikanern verehrt und bewundert wird.

1) Rede zu Kennedys Angelobung als 35. Präsident der Vereinigten Staaten am 20. Jänner 1961 in Washington, D.C.
2) Rede Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 26. Juni 1963

Maria Theresia – Gedenken zum 300. Geburtstag

Vor 300 Jahren, am 13. Mai 1717, wurde Österreichs einzige Herrscherin Maria Theresia geboren. Sie war die älteste Tochter des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. aus dem Hause Habsburg, der ohne männlichen Nachfolger starb und noch zu Lebzeiten die „Pragmatische Sanktion“, ein „radikal neues Erbfolgegesetz“ erlassen hatte, das es auch einer Tochter erlauben sollte, seine Nachfolge anzutreten, damit der österreichischen Linie der Habsburger das Schicksal der spanischen Linie erspart bliebe, die nach dem Tod des letzten spanischen Habsburger-Königs ausgestorben war. Zunächst war diese Pragmatische Sanktion national wie international akzeptiert und mit vielerlei Zugeständnissen erkauft worden, doch als sie 1740 beim Regierungsanritt Maria Theresias zum Tragen kommen sollte, machten die europäischen Mächte ihr dieses Erbe streitig, allen voran Preussens König Friedrich II.

Vorab gilt es, ein Missverständnis aufzuklären: Maria Theresia war nie „österreichische Kaiserin“ oder „Kaiserin von Österreich“. Sie war die Ehefrau des späteren römisch-deutschen Kaisers Franz Stephan von Lothringen und als solche ebenso „Kaiserin“ wie später Sisi, doch sie herrschte in Österreich als Erzherzogin auf dem „Habsburger Thron“.

Viele Geschichten und Anekdoten sind über diese bemerkenswerte Frau bekannt, sie wird oft als gütige Landesmutter, als strenge Verfechterin von Moral und Ordnung, als Initiatorin wichtiger Reformen sowie als barock-üppige Matrone dargestellt – doch welches Bild stimmt wirklich? Kann uns das Horoskop Maria Theresias darüber Auskunft geben?

Zunächst fällt uns in Maria Theresias Horoskop eine starke Erd-Betonung auf: Das verweist auf Bodenständigkeit, praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben und auch auf pragmatisches Vorgehen in ihren Unternehmungen. Von Beginn an ist sie bemüht, die maroden Staatsfinanzen, die ihr von ihrem Vater, Kaiser Karl VI., hinterlassen wurden, in Ordnung zu bringen. Dabei hilft ihr ihre zweckgerichtete Entschlossenheit und Kraft und ihr Geschick in praktischen Belangen. Der praktische Nutzen steht immer im Vordergrund.

Die Stier-Sonne bekräftigt das Bild einer Frau mit einer konservativen Grundeinstellung, die nur langsam in Bewegung kommt, dann aber sehr stark und ausdauernd ist. Mit grosser Willenskraft plant sie oft lange im voraus und lässt sich von einem einmal ins Auge gefassten Ziel nicht so leicht abbringen. Bezeichnend für die Stier-Sonne sind ausserdem Liebe und Treue zum Vertrauten, Pflege des Gewachsenen und Bewährten, Geduld, Sinnesfreude, aber auch ein Hang zur Hartnäckigkeit bis zur Sturheit. Materielle Sicherheit ist Maria Theresia wie jeder Stier-Sonne sehr wichtig, jedoch wird Geld nicht um seiner selbst willen angestrebt, sondern um die schönen und auch notwendigen Dinge zu finanzieren, die ihr so wichtig sind, wie zum Beispiel der Ausbau des ehemaligen Jagdschlosses ihres Vaters in Schönbrunn zu einer barocken Sommerresidenz nach dem Vorbild von Versailles. Aber auch die Kriege, die sie führen musste, um ihr Erbe zu wahren, mussten finanziert werden.

Dieser Frau geht es also um materielle Sicherheit im Leben, um Beharren und Erhalten, jede Lebensveränderung wird als schwierig erlebt. Nun werden Sie sich fragen, wie ist das möglich? Maria Theresia hat doch so manche gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in Österreich bewirkt. Das liegt zweifellos an dem Trigon zwischen der Stier-Sonne und Uranus, das sie befähigt, ihre Ideen über ihren persönlichen Nutzen hinaus zu verwirklichen. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass sie sozusagen „selbständig arbeiten“ will, um gewisse Reformen umsetzen zu können und aus Österreich einen „modernen Staat“ zu machen, der die Schwerfälligkeit des feudalen Systems hinter sich lassen konnte. Dabei schätzte sie Kontakte mit Menschen, die geistige Anregung in ihr Leben brachten, wie die geistig aufgeschlossenen und aufgeklärten Ratgeber, die sie an ihren Hof holte. Aber auch dabei ging sie ausgesprochen pragmatisch vor. Ihre Motive waren nicht unbedingt a priori Grossherzigkeit zum Wohl des Volkes, sondern sie erkannte, dass es gute und praktische Gründe dafür gab, das verstaubte und morsch gewordene Staatsgefüge der Monarchie zu erneuern, beispielsweise indem sie das Steuersystem, das bisher den Adel und den Klerus privilegiert hatte, auf eine breitere Basis stellte, um die Armut des Volkes etwas einzudämmen. Ihre Maxime lautete: „Sind die Leute zufrieden, so leisten sie das Doppelte, handeln sie aus Furcht, dann tun sie nur ihre Pflicht.“ (zitiert nach Franz Herre: „Maria Theresia – die grosse Habsburgerin“, Piper 2004, S. 105).

Der Krebs-Aszendent weist auf das Thema Familie hin, das für Maria Theresia einen besonderen Stellenwert hatte. Sie war sehr fruchtbar, brachte 16 Kinder zur Welt, von denen 10 das Erwachsenen-Alter erreichten, und es war ihr ausgesprochen wichtig, das System weiterzuführen, um die Dynastie zu festigen. Krebs steht für die eigene seelische Identität, für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit und bewirkt ein grosses Anlehnungs- und Zärtlichkeitsbedürfnis, ein Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Zuwendung, es macht aber auch überempfindlich und leicht gekränkt. Der Krebs-Aszendent erklärt vielleicht auch eine gewisse Launenhaftigkeit und emotionale Unbeständigkeit in ihrem Wesen. Da sie Kritik leicht als persönliche Unzulänglichkeit auffasst, legt sich Maria Theresia einen seelischen Panzer zu, um das verängstigte und verletzte Kind in sich selbst nicht zu spüren. Sie bewahrt ihrer Umgebung gegenüber Contenance und öffnet sich nur ganz wenigen vertrauten Menschen – zu denen ihre Kinder allerdings nicht gehörten.

Für einen Menschen mit Krebs-Aszendent sind auch die Bereiche Wohnen, Heim und Heimat von grosser Bedeutung, daher sucht sie emotionale Sicherheit in Heim und Familie, mit der sie sich natürlich sehr verbunden fühlt, auch wenn der Krebs-Aszendent womöglich mehr Mütterlichkeit und Fürsorglichkeit verspricht, als diese Maria Theresia tatsächlich entsprachen.

Der Mond als Geburtsherrscher steht im intellektuellen Zwillinge-Zeichen und überlagert Gefühle oft mit einer vernunftbetonten und rationalen Betrachtungsweise, die mehr erklärt und analysiert als fühlt. Ein Zwillinge-Mond ist gesellig, vielseitig interessiert, sehr wendig, kommunikativ und neugierig, und weiss von vielem etwas, wenn auch nicht sehr tiefgründig. Ihre Berater standen ihr kompetent und reformwillig zur Seite und vermittelten ihr das manchmal fehlende Wissen, das sie bereitwillig aufnahm.

Doch der Mond ist mehrfach verletzt: einerseits durch eine Opposition zu Mars, der eine gehörige Portion Unruhe in ihr Leben bringt und ihr auch zwangsläufig eine kämpferische Komponente verleiht, die sie aber befähigt, ihre Herrschaftsansprüche aktiv gegen ausländische Mächte zu verteidigen (Mars in Schütze). Andererseits ist der Mond durch ein Quadrat zu Uranus verletzt. Trotz ihres zur Trägheit neigenden Stier-Charakters gönnt sich Maria Theresia im allgemeinen kaum Ruhe, und es fällt ihr schwer, die Hände in den Schoss zu legen und sich zu entspannen. Meist schläft sie nicht genug, weil eine innere Nervosität sie bis spät in die Nacht und schon frühmorgens wieder aktiv werden lässt. Intensive emotionale Nähe ist ihre Sache nicht, das bekamen vor allem ihre Kinder zu spüren, die bald nach der Geburt an Ammen und Erzieher übergeben wurden, so wie sie selbst ebenfalls von 2 Erzieherinnen grossgezogen worden war, eine davon, die Gräfin Fuchs, nannte sie liebevoll „Mami“. Wenn sie auch keine mitfühlende und zärtliche Mutter im heutigen Sinn war, so gab sie ihren Kindern doch Verhaltensmaßnahmen und Regeln für jede Lebenslage mit, die auch die bereits erwachsenen Kinder genau einzuhalten hatten. Selbstverständlich mussten sich die Kinder auch – bis auf die Lieblingstochter Marie Christine – der restriktiven Heiratspolitik ihrer Mutter beugen, die sie mit Mitgliedern einflussreicher Herrscherhäuser – wie die Bourbonen in Frankreich, Italien und Spanien – vermählte. Somit deckte sich das Glück der Kinder meist nicht mit den Staatsinteressen. Die beste Partie schien die jüngste Tochter Marie Antoinette als Braut des französischen Thronfolgers zu machen – wie es endete, wissen wir. Maria Theresia musste die Hinrichtung ihrer Tochter allerdings nicht mehr erleben.

Die Stellung des Mondes im 12. Haus ist einerseits ein Hinweis auf sehr religiöse Gefühle, andererseits auf die Schwierigkeit, sich seelisch zu öffnen. Es gab aber auch das im späteren Leben stärker gewordene Bedürfnis der Herrscherin nach Stille, immer wieder brauchte sie zwischen den oft aufreibenden Regierungsgeschäften auch Rückzugsmöglichkeiten, Phasen des Alleinseins und eine Zeit des Schweigens, die sie sich in ihren ersten Regierungsjahren kaum gegönnt, sich aber im Lauf der Zeit doch regelmäßig zugestanden hatte, vor allem als ihr Leibarzt Van Swieten ihr das „verordnete“. In der Stille konnte sie Kraft tanken und ihre inneren Ressourcen auffüllen.

Maria Theresia ist ihren eigenen ganz persönlichen Weg als weibliche Herrscherin gegangen, ohne das damals vorherrschende passive und dem Mann unterlegene Frauenbild grundsätzlich in Frage zu stellen. Sich selbst betrachtete sie dabei wohl als Ausnahme (Mond Quadrat Uranus und Uranus im 4. Haus), denn sie fühlte sich ihrer Habsburgischen Herkunft nach zum Herrschen verpflichtet und auserwählt und war diesbezüglich auch nicht bereit, sich ihrem Mann, dem Kaiser, unterzuordnen.

Beim Volk war Maria Theresia als Herrscherin äusserst beliebt. Das lag nicht nur an ihrer Bodenständigkeit und Volksverbundenheit, welche von ihren Untertanen sehr geschätzt wurden. Besonders in jungen Jahren war Maria Theresia eine begeisterte Tänzerin (Merkur im 12. Haus) gewesen und hatte ihre Genußfreude (Venus in Stier) auch gerne in opulenten Umzügen, Spielen und Ballvergnügungen zur Schau gestellt. Zu Beginn ihrer Herrschaft war sie zur Sparsamkeit gezwungen, da die Staatskassen leer waren bzw. sehr viel Geld für Militärausgaben nötig war, um die Kriege gegen ihre Widersacher führen zu können, doch später konsolidierte sich das Staatsvermögen, nicht zuletzt dank der ökonomischen Kompetenz des Kaisers, sodass die gröbste Armut des Volkes eingedämmt werden konnte.

Doch bei ihrem Volk geschätzt wurde Maria Theresia auch wegen ihrer vertrauenerweckenden, zuversichtlichen Ausstrahlung: Jupiter befindet sich – im Krebs noch dazu erhöht stehend – am Aszendenten. Er macht sie freundlich und wohlwollend im Wesen, verleiht ihr eine grundsätzlich fröhliche, optimistische Lebenseinstellung, die auf andere abfärbt, einen gütigen, grosszügigen Charakter und starke moralisch-ethische Überzeugungen. Diese Frau hat ein positives Selbstbild, weiss genau, was sie sich zumuten kann, und kämpft für ihre Überzeugungen und ihr absolutistisches Weltbild. Auf der anderen Seite steht dieser Jupiter auch für ihre respektable Erscheinung, die Neigung zur Korpulenz und die Unfähigkeit zur Selbstkritik oder zum Eingeständnis eigener Fehler.

Jupiter in Krebs ist ausserdem ein weiteres Indiz für eine tiefe Religiosität und Gläubigkeit. In Maria Theresias Tagesablauf war ein täglicher Besuch der heiligen Messe ein fixer Bestandteil, und ihr Weltbild war ein tief katholisches, alle anderen Religionen lehnte sie ab, es wird ihr sogar ein stark ausgeprägter Antisemitismus nachgesagt. Es blieb daher ihrem Nachfolger Joseph II. überlassen, in Österreich die Religionsfreiheit und andere nachhaltige Reformen einzuführen, die Maria Theresia zu weit gegangen wären.

Maria Theresias Ehe mit Franz Stephan von Lothringen, der seine Erblande an Frankreich abtreten musste, um die Kaisertochter heiraten zu können, verlief sehr glücklich, obwohl der spätere Kaiser Franz I. als grosser Frauenfreund galt. Für Maria Theresia war er die Liebe ihres Lebens und ein kongenialer Partner, der ihr das Regieren überließ, sie mit reichem Kindersegen bedachte und sich im Grunde den Dingen widmete, für die er eine grosse Begabung hatte: den Wissenschaften und der Ökonomie. Dank seiner geschickten Investitionen erwarb er ein riesiges Vermögen, das der Habsburger-Dynastie bis ins 20. Jahrhundert zugute kam. Mit seinem Naturalienkabinett legte er den Grundstein für die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien und er begründete auch die Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn.

Saturn regiert im Horoskop Maria Theresias das 7. Haus und steht in der Waage erhöht. Sie geht also mit persönlichen Beziehungen sehr ernsthaft und verantwortungsvoll um und braucht eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens, um sich einem Partner zu öffnen. Das 5. Haus steht für Lebensfreude, Spiel, Spaß, und auch für Kinder. Auch der aufsteigende Mondknoten befindet sich darin und ist wohl ein Hinweis darauf, dass sie die Aufgabe hat, sich auf ihrer ganz persönlichen Bühne zu verwirklichen, und das mit Hilfe ihrer Kinder und einer verantwortungsbewussten Partnerschaft. Als der geliebte Ehegatte viel zu früh verstarb, versank Maria Theresia in Trauer und Depressionen – die Neigung dazu ist wohl durch den Mond im 12. Haus gegeben, obwohl sie sich sonst einer robusten Gesundheit erfreute (Stier-Konstitution), der auch die zahlreichen Schwangerschaften und Geburten nichts anhaben konnten. Die Pocken, damals eine gefürchtete Krankheit, die zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Familie dahingerafft hatte, überlebte Maria Theresia, doch im Alter kamen ausser der Schwermut auch Korpulenz, Atemprobleme und andere Unpässlichkeiten hinzu. Sie befasste sich in ihren letzten Lebensjahren viel mit dem Tod, besuchte zumindest einmal pro Monat die Kapuzinergruft, in der ihr Gatte sowie mehrere Kinder und Schwiegerkinder bestattet waren und sah ihrem eigenen Tod mit Gleichmut entgegen. Im November 1780 zog sie sich eine schwere Verkühlung zu, an der sie am 29. November im Alter von 63 Jahren verstarb. Sie wurde im prunkvollen Doppelsarkophag neben ihrem Ehemann in der Kapuzinergruft beigesetzt.

Barbra Streisand zum 75. Geburtstag

Barbra Streisand, eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit, wurde am 24. April 1942 als Barbara Joan Streisand in eine jüdische Familie in Brooklyn geboren. Ihr Vater, ein Grundschullehrer, starb plötzlich, als Barbara gerade 15 Monate alt war; diesen Verlust hat sie ihr Leben lang betrauert und viel später in dem von ihr produzierten und inszenierten Film „Yentl“, für das sie selbst das Drehbuch schrieb und in dem sie auch die Hauptrolle spielte, thematisiert. 1984 stiftete sie im Gedenken an ihren Vater das „Emanuel Streisand Building“ an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

Seit sie ein Kind war, wusste Barbara, die im übrigen eine sehr gute Schülerin war, dass sie Schauspielerin werden wollte, auch wenn ihre Mutter ihr das nie zutraute. Doch das Mädchen, das nie als hübsch im landläufigen Sinn galt, wollte aus der Enge des jüdischen Viertels Williamsburg in Brooklyn hinaus und berühmt werden, was sie bereits als Teenager in Angriff nahm. Sie wusste, sie war etwas Besonderes, und als erstes Zeichen dafür änderte sie ihren Vornamen von Barbara auf Barbra und klapperte in der Folge die Theater in Manhattan ab, um ein Engagement zu finden.1958 gelang es ihr, in einigen Sommertheater-Produktionen aufzutreten, wo sie einen Mentor fand, der von ihrem Talent überzeugt war und sie förderte. Dabei half Barbra, dass sie von ihrer Mutter eine aussergewöhnliche Gesangsstimme geerbt hatte, mit der sie sowohl Musical- als auch Schallplatten-Produzenten überzeugen konnte. 1962 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag bei Columbia Records, und bereits ihr erstes Album konnte zwei Grammy Awards gewinnen.

Ab 1961 bekam Barbra Streisand auch Engagements am Broadway, zunächst hauptsächlich in Musicals. Eine ihrer legendären Rollen war die Fanny Brice in „Funny Girl“, deren Geschichte etliche Parallelen mit ihrer eigenen aufwies und 1969 auch verfilmt wurde, wobei Streisand ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Von da an war sie ein Star, trat in Fernsehshows berühmter Kolleginnen wie Judy Garland auf und erhielt bald auch ihre eigene Fernsehshow.

Nachdem Streisand in den 1960er Jahren mit künstlerischen und sehr erfolgreichen Songs aus Broadway-Musicals und Interpretationen im Bereich traditioneller Pop- und Jazz-Standards bekannt geworden war, wechselte sie 1969 – also im Jahr von Woodstock – mit dem Album „What About Today“ erstmals in eine zeitgemäße musikalische Richtung unter Einfluss des Softrock und der Massen- und Jugendkultur. In den 1970er und frühen 1980er Jahren zählte sie mit ihrem unverwechselbaren Gesangsstil zu den bedeutendsten Popsängerinnen, mit einem Repertoire zahlreicher Balladen, teilweise aus Filmsoundtracks. Ab dem Album „Lazy Afternoon“ (1975) nahm sie auch immer wieder Songs im damals populären Disco-Stil auf.

1980 erschien Streisands kommerziell erfolgreichstes Pop-Album „Guilty“, das von den Bee Gees produziert und von der Welthit-Single „Woman in Love“ angeführt wurde. Es enthielt mehrere Hits, die Streisand gemeinsam mit Barry Gibb sang. Erst mit „The Broadway Album“ kehrte sie 1985 zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, als sie unter der Leitung Stephen Sondheims einige seiner schönsten Musicalsongs aufnahm. Das Album wurde ein Verkaufsschlager und brachte ihr 1987 erneut den Grammy Award für die beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein.

Insgesamt veröffentlichte sie, einschließlich ihrer Filmsoundtracks, mehr als sechzig Alben, für die sie bis heute mit über 50 Goldenen, über 30 Platin- und mehr als 18 Multi-Platin-Schallplatten ausgezeichnet wurde, womit sie in den All-Time-Charts an zweiter Stelle noch vor den Beatles und den Rolling Stones steht und nur von Elvis Presley übertroffen wird. Zahlreiche Kinofilme runden ihre unglaubliche Karriere ab.

Barbra Streisand war nie bereit, sich dem gängigen Geschmack anzupassen und sich beispielsweise ihre Nase operieren zu lassen. Sie bewies, dass auch eine Frau, die nicht dem damals – in den 1960-er Jahren – üblichen Schönheitsideal entsprach, es dennoch zur grossen Diva bringen konnte – mit Talent, Hartnäckigkeit, einem eisernen Willen und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst. So hat sie zahlreiche Frauen ermutigt, es ihr gleich zu tun und sich als eigenständige, individuelle Persönlichkeit durchzusetzen.

Schauen wir uns also an, was uns das Horoskop über diese erstaunliche Frau sagen kann.

Zunächst sticht wir im Geburtshoroskop (Radix) von Barbra Streisand ein Widder-Aszendent hervor. Dieses Zeichen hat ja die stärkste Dynamik und Aktivität des gesamten Tierkreises, es zeigt den Willen zur Tat, und somit einen starken Charakter mit Durchsetzungsstärke sowie eine spontane, dynamische, resolute und willensstarke Persönlichkeit, die sich um Äusserlichkeiten wenig schert, sondern mit Impulsivität, Ungestüm und einer gewissen Egozentrik vorwärts stürmt und dabei auch ein pionierhaftes Verhalten an den Tag legt. Sie fühlt sich vor allem sich selbst verpflichtet und ist bestrebt, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Der Geburtsherr Mars steht in Zwillinge im 3. Haus. Das macht sie geschickt, flink, wendig und äusserst geschäftstüchtig. Ihre Handlungs- und Arbeitsweise zeugt von taktischem Geschick und Einfallsreichtum, sie ist offen für Neues und kann sich immer wieder neu orientieren. Das hat Barbra Streisand durch ihre Erfolge in musikalisch unterschiedlichen Genres und Stilen über die Jahrzehnte bewiesen.

Aber diese Willenskraft zeigt sich nicht nur durch den Widder-Aszendenten, sondern auch in der Stier-Sonne im 1. Haus. Stier ist das Zeichen der Verwurzelung und des grössten Beharrungsvermögens, es verleiht oft musikalisches Talent, kann aber auch mit Hartnäckigkeit bis zur Sturheit einhergehen. Ohne diese Hartnäckigkeit – und selbstverständlich auch ihr Gesangstalent – hätte es Barbra Streisand nicht geschafft, all das zu erreichen, was sie sich schon in jungen Jahren vorgenommen hatte. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, das tut sie auch, und sollte sie jemand davon abhalten wollen, kann sie ziemlich stur reagieren. Das hat sie immer wieder gezeigt, als sie bestimmte Filmprojekte – wie z.B. „Yentl“ – unbedingt realisieren wollte. Das Thema dieses Films zeigt aber auch ihre Verwurzelung in der jüdischen Welt, die sie maßgeblich geprägt hat.

Ein Mensch, dessen Sonne im 1. Haus steht, braucht die Aufmerksamkeit der Umwelt, er tritt dem Leben begeistert entgegen und ist entschlossen, etwas aus sich zu machen, so wie Barbra Streisand, die das Bedürfnis hatte, sich unbedingt durchzusetzen und Stärke zu demonstrieren. Sie ist eine Individualistin, der eigene Weg, die besondere Lebensgestaltung und die Verwirklichung der persönlichen Interessen sind wesentlich, das impliziert natürlich auch eine starke Egozentrik und Selbstbezogenheit.

Die Sonne steht in Konjunktion mit Merkur, das bedeutet, dass Wille und Verstand unzertrennlich miteinander verbunden sind, und gibt einer Frau wie Barbra Streisand auch ein beachtliches Verhandlungsgeschick. Sie weiss, was sie will, kann ihre Projekte von A bis Z durchdenken und sie auch klar formulieren. Es ist bekannt, dass Barbra Streisand bei ihren Filmen auch bei der Lichttechnik mitgeredet hat, um nicht aus einem ungünstigen Winkel aufgenommen zu werden. Auch wenn sie sich dabei des öfteren in Streitgespräche mit dem jeweiligen Regisseur einlassen musste, liess sie sich nicht von ihrer Linie abbringen und setzte sich letztendlich durch. Natürlich galt sie deshalb an den Filmsets oft als schwierig, da sie diesbezüglich nur ihre Meinung gelten liess, doch der Erfolg der meisten Filme gab ihr nachträglich recht.

Aber es gibt noch eine weitere Konstellation, die auf die enorme Willensstärke und Power dieser Frau hinweist, und das ist ein gradgenaues Quadrat zwischen der Sonne und Pluto. Mit diesem Aspekt fühlt sich Barbra Streisand sehr stark, sie wirkt intensiv, faszinierend und charismatisch und ist von sich selbst überzeugt. Tief im Inneren könnte sie aber eine verletzte Seele haben und durch eine gewisse Machtposition erlittenes Unrecht kompensieren. Es ist ja an der jungen Streisand nicht einfach abgeprallt, dass sie als „zu hässlich“ bezeichnet wurde, sondern sie fühlte sich dadurch sehr verletzt und schwor sich, es allen zu zeigen, die an ihr gezweifelt hatten (einschliesslich der eigenen Mutter, aber dazu kommen wir noch). Von Vorteil für sie ist das Trigon zwischen Sonne in 1 und MC (Medium Coeli/Himmelsmitte), denn damit kann die Selbstverwirklichung, die zu öffentlicher Anerkennung führt, gelingen. Dieses Trigon ist auch aus einem weiteren Grund bedeutsam, denn es stellt – genauso wie auch das Trigon zwischen Mond und Aszendent – einen Bezug zur Öffentlichkeit her, der umso wichtiger ist, als alle Planeten, bis auf Venus, sich in der unteren, der nördlichen, Hemisphäre befinden und es einer Schauspielerin und Sängerin sonst schwer machen würden, ihr Publikum zu erreichen und jene ungeheure Popularität zu erlangen, die ihr weltweit entgegengebracht wird.

Wenn wir von der Mutter sprechen, müssen wir uns natürlich den Mond ansehen. Da der Mond Herr von 4 ist und im 5. Haus steht, ist nachvollziehbar, dass Barbra den kreativen Ausdruck durch die Stimme von ihrer Mutter geerbt hat, und ebenso, dass die Mutter in der Kindheit ihre wichtigste Bezugsperson war (da ja der Vater fehlte). Dass die Beziehung zur Mutter nicht konfliktfrei verlaufen ist, lässt sich anhand der Mond-Konjunktion zu Chiron erahnen und zeigt einen wunden Punkt sowohl in der Mutter-Tochter-Beziehung als auch im Erleben der eigenen Weiblichkeit (nicht hübsch genug etc.). Mit der Stellung in Löwe im 5. Haus bringt der Mond aber auch einen enormen Spieltrieb mit sich und prädestiniert Barbra Streisand geradezu als Schauspielerin, als kreative Diva, die ein tiefes Bedürfnis danach hat, etwas Besonderes zu sein und zu erleben. Sie ist egoistisch, möchte die Beste und Grösste sein, will Eindruck machen und braucht die Anerkennung der anderen, um das eigene Ego zu stärken. Dass der Mond ein Trigon zum Aszendenten bildet, verleiht Barbra Streisand den Mut, sich seelisch zu öffnen und dabei stark und unabhängig zu sein. Letztendlich hat sie die Chance, sich mit ihrem wunden Punkt hinsichtlich ihrer Weiblichkeit auszusöhnen und selbst eine liebevolle Mutter zu werden (Sohn Jason kam im Dezember 1966 zur Welt, er ist Schauspieler und Sänger wie seine Mutter und bekennt sich offen zu seiner Homosexualität).

Mit dem Quadrat zwischen Mond und Merkur besteht eine gewisse Rast- und Ruhelosigkeit, die zu nervösen Beschwerden führen könnte. Andererseits kann die damit einhergehende Neugier den betroffenen Menschen auch immer wieder auf Dinge aufmerksam machen, die er dann zu seinem Vorteil nutzen kann. Barbra Streisand konnte mit ihrer Intelligenz und ihrem kreativen Geist immer wieder neue Musik- und Stilrichtungen zu ihrem Vorteil nützen. Der Erfolg machte sie zu einer der reichsten Frauen im Show-Business – für einen Stier-betonten Menschen wie Barbra kein unwesentlicher Aspekt.

Wie bei allen Widder-Aszendenten befindet sich auch in der Radix von Barbra Streisand das MC im kardinalen Erd-Zeichen Steinbock, sodass hier eine ehrgeizige und verantwortungsbewusste Einstellung zum Berufsleben zu erwarten ist. Sie beweist Härte in der Außenwelt und ist nicht zimperlich, Widerstände spornen sie nur an. In ihrer Haltung gegenüber der Öffentlichkeit zeigt sie Klarheit, Verantwortung und Strukturen, übrigens nicht nur als Künstlerin, sondern auch in ihrer politischen Haltung. Ihr Leben lang fühlte sich Barbra Streisand der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten zugehörig und wurde aus diesem Grund 1971 von Präsident Nixon auf seine „Feindesliste“ gesetzt, die den Zweck hatte, seine Gegner in Misskredit zu bringen und ihnen etwa öffentliche Aufträge zu verweigern. Ausserdem unterstützt Barbra Streisand durch ihre 1986 ins Leben gerufene und grosszügig dotierte Stiftung nationale Organisationen, die sich für den Umweltschutz, atomare Abrüstung, Frauen- und Bürgerrechte einsetzen.

Zum Abschluss kommen wir noch auf den am besten positionierten Planeten im Horoskop Barbra Streisands zu sprechen: es ist die Venus, die in Fische im 12. Haus steht, also sowohl im Zeichen wie auch im Haus erhöht steht. Im Zeichen Fische findet das Prinzip der Liebe die höchste Entfaltung. Ein Mensch mit einer Fische-Venus bringt den Mitmenschen viel Sympathie und Anteilnahme entgegen und fühlt eine tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen, er hat zudem eine besondere Gabe, die Empfindungen anderer zu verstehen, ist romantisch, empfindsam und hingabefähig. Beziehungen werden nur aus Liebe und nicht aus Berechnung eingegangen. Doch diese Venus ist Herrin des 7. Hauses, sie steht in diesem Horoskop also auch für die Liebespartner bzw. für die Art von Partnern, die gesucht werden. Einerseits könnte Barbra Streisand besonders sensible, verführbare, hingebungsvolle Männer gesucht haben, mit denen sie ihren Traum von Liebe leben konnte, andererseits war sie selbst diese liebende Frau, die „Woman in Love“, die sich allerdings oft in Wunschvorstellungen und Illusionen verliert, da diese starken Gefühlsempfindungen eine objektive Wahrnehmung der Realität verhindern können. Auch heimliche Liebschaften sind bei einer Venus im 12. Haus möglich oder sogar wahrscheinlich. Mit dem weiten Quadrat zwischen Venus (Herr von 7) und Mars (Herr von 1) sind Partnerschaften jedenfalls nicht leicht zu leben.

Barbras erste Ehe war sicher von Romantik geprägt: mit ihrem Bühnenpartner Elliot Gould war sie von 1963-1971 verheiratet, der gemeinsame Sohn Jason wurde 1966 geboren. In diese Zeit fiel jedoch der steile Anstieg ihrer Karriere, zahlreiche Bühnen- und Filmrollen, auch die Bekanntschaft mit interessanten Männern wie Omar Sharif, dem kanadischen Premierminister Pierre Trudeau oder Robert Redford, mit denen ihr Affären nachgesagt wurden. Mit all dem konnte ihr Ehemann nicht mithalten, es folgten die Scheidung und weitere Beziehungen wie beispielsweise mit dem 28 Jahre jüngeren Tennis-As Andre Agassi, der das Zusammensein mit Barbra als „heisse Lava“ bezeichnete. Seit 1998 ist Barbra Streisand mit dem Schauspieler James Brolin verheiratet.

Doch ist mit dieser Venus-Stellung auch intuitive Inspiration verbunden, aus der oft eine schöpferische Begabung in den Bereichen Musik, Poesie und bildende Kunst entspringt. Und ihre Musik, vorgetragen mit ihrer 3 Oktaven umfassende Mezzo-Sopran-Stimme, ist ja das, was wir am meisten an ihr lieben. In diesem Sinne wünschen wir Barbra Streisand zum 75. Geburtstag alles Gute und noch viele gute und erfüllte Jahre.

André Heller, ein Feuerkopf wird 70

Im Reisepass hatte er lange Zeit als Berufsbezeichnung „Poet“ stehen. In Wahrheit ist es eine ganze Palette an Berufen, die der 1947 in Wien geborene André Heller, der am 22. März 70 Jahre alt wird, schon ausgeübt hat: er war Ö3-Moderator, Chansonnier und Liedermacher, Filmproduzent, Dokumentarfilmer, Schauspieler, Regisseur, Autor, Zirkusdirektor, Inszenator und Impresario eindrucksvoller Spektakel, Feuerwerke und Artisten-Shows, Friedensaktivist, Kulturmanager und Gartengestalter, aber vor allem war er immer er selbst, was er über die Jahrzehnte stets bewiesen hat.

Schauen wir uns das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen aus astrologischer Sicht an:

Francis Charles Georges Jean André Heller-Huart wurde in eine wohlhabende, aber nicht sehr liebevolle Familie hineingeboren (4. Haus Skorpion). Sein Vater war der Süßwarenfabrikant Stephan Heller, der es dank der Erfindung von Dragée-Zuckerln zu einigem Reichtum gebracht hatte, die Mutter die um einiges jüngere Elisabeth Wenig. Von beiden Eltern sah der kleine Franzi, wie er als Kind genannt wurde, nicht sehr viel, sondern wuchs vor allem in der Obhut verschiedener Dienstboten und seiner Großmutter mütterlicherseits auf. Sie war es, die dem frühreifen, wissbegierigen Buben die Welt der Dichter und Künstler näherbrachte und seine sinnliche Wahrnehmung schulte. Jupiter im 4. Haus ist meist ein Hinweis auf ein wohlhabendes oder förderndes Elternhaus, hier steht Jupiter allerdings in Skorpion und ist rückläufig, sodass er seine glückbringende Wirkung nicht so richtig entfalten kann. Geldsorgen hatte Heller keine, aber die Förderung ging vor allem von der Großmutter aus, die nicht nur ein Zimmer in der elterlichen Villa in Hietzing hatte, sondern auch ein Haus in Gutenstein besaß, wo der Enkel oft zu Gast war und von ihr in die Welt des Raimund’schen Zaubertheaters eingeführt wurde (Ferdinand Raimund ist in Gutenstein begraben), eine Erfahrung, die für Heller ungemein prägend war. Er begann auch zu Hause, sich phantasievolle Geschichten auszudenken, Länder samt deren Hauptstädten zu erfinden und die dazugehörigen Hymnen bisweilen den Gästen seiner Eltern vorzusingen. Der Drang, sich zu produzieren, um im Mittelpunkt zu stehen, war also schon früh vorzufinden.

Wen wundert das bei einem Löwe-Aszendenten und seiner im Widder erhöht stehenden Herrscherin, der Sonne? An Selbstbewusstsein mangelte es dem Jungen nie, und mit einer applikativen Opposition der Sonne zum künstlerischen Neptun können wir durchaus von einem genialen Selbstdarsteller sprechen – was er ja auch geblieben ist. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, doch es war mehr im Spiel als nur das Heischen um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung, denn er hatte tatsächlich etwas mitzuteilen – das oftmalige Vorlesen von Weltliteratur durch die Großmutter hatte Wirkung gezeigt. Dabei hatte Franzi einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll.

Dieser Stolz und die Würde sollten kurzfristig gebrochen werden, als der strenge Vater (Saturn in 12) den Buben in ein katholisches Internat steckte, wo er Disziplin und religiöse Demut lernen sollte, um schlussendlich den Berufswunsch des Vaters, Kardinal zu werden, zu erfüllen – eine Horrorvorstellung für den Kleinen. Geweckt wurden im Internat nur die Rebellion gegen Autoritäten (Uranus in 10), sein Hass gegen das rigorose Schulsystem, das keinerlei Freiheiten oder Freiräume gestattete, und eine abgrundtiefe Verzweiflung über das Eingesperrtsein (Chiron im 3. Haus), sodass der Ausbruch aus dem Internat (Mars als Herr von 9 im Quadrat zu Uranus) als logische Schlussfolgerung erscheint, doch da war der Vater bereits verstorben und konnte sich den Freiheitsbestrebungen des Sohnes nicht mehr entgegenstellen. Zahlreiche Geheimnisse und Tabus nahm er mit ins Grab, wovon Pluto als Herr von 4 in 12 erzählt (Familiengeheimnisse). Dieser Pluto könnte aber auch für eine unterdrückte Mutter stehen, die sich in ihrer Ehe als Opfer fühlte. Franzis Berufswunsch „Schauspieler“ fand jedoch auch bei ihr keinen Anklang, und sie machte sich ernsthafte Sorgen um seine berufliche Zukunft. In der Zwischenzeit nahm der Sohn im Prayner-Konservatorium Schauspielunterricht und schloss sich im Café Hawelka Künstlern und Schriftstellern an, die meist eine Generation älter waren als er selbst, ihn aber dennoch als ihresgleichen akzeptierten, da er dort sowohl selbstbewusst als auch künstlerisch und literarisch gebildet auftrat.

Jedenfalls wollte Heller weg von daheim und hinaus „in die Welt“ (aufsteigender Mondknoten in 10), da er seine Entfaltung auf Anerkennung in der Aussenwelt richtete, wo er diese ja auch fand.

Vordergründig könnte man den Eindruck haben, Heller, der sich seit seinen Anfängen als Moderator der „Musicbox“ beim damals neuen österreichischen Pop- Musiksender Ö3 Andreas bzw. später André nannte und schon in jungen Jahren aussergewöhnliche Erfolge als Liedermacher und Chansonnier zu verzeichnen hatte, hätte ein übermässig aufgeplustertes Ego (Sonne als AC-Herrscherin in Widder), und seine ungewöhnliche Selbst-Darstellung bei diversen Auftritten trug zum Bild des leicht überdrehten, verrückten Künstlers noch das ihre bei. Doch auch wenn Aszendent und Sonne nach aussen feurig strahlen, so verbirgt sich hier doch ein äusserst sensibler, zart- und feinfühliger Charakter hinter einer starken Wasser-Betonung im Horoskop.

Wenn wir bedenken, dass Heller nur wenige Stunden vor Neumond geboren wurde, mit einer starken Widder-Sonne und einem schon sehr geschwächt auf sie zulaufenden Mond in den letzten Minuten des Fische-Zeichens (also noch kein echter Neumond im selben Zeichen), dann begreifen wir vielleicht besser, warum aus diesem Kind ein ungewöhnlicher Mensch wurde, der sich seinen ganz speziellen Platz im Leben suchen musste. Ein Mensch, der kurz vor Neumond geboren wird, lebt ja in einer starken und ständigen Erwartungshaltung, er fühlt sich vom Schicksal abgehoben und etwas orientierungslos, nie ist alles ganz perfekt, und es fehlt immer ein bisschen etwas zur persönlichen Zufriedenheit. Er kann sich aber auch mehr erlauben als andere, gilt ein bisschen als „bunter Hund“, der sehr subjektiv ist, immer von seinen eigenen Wahrnehmungen ausgeht, die für ihn identisch sind mit der Welt, in der er sich befindet, und sich von niemandem etwas sagen lässt.

Ein Mensch, der wie Heller mit einem Fische-Mond geboren ist, hat ein feinfühliges Naturell, ein gutes Gespür für Dinge, er nimmt gerne alles auf, was um ihn herum geschieht, und kann geradezu mit der Umgebung verschmelzen, er flüchtet aber auch oft in eine Phantasiewelt. Genau das tat der kleine Franzi, vor allem, wenn er allein zu Hause war. Mit dem Mond im 8. Haus spürte er wenig Geborgenheit und Zugehörigkeit zu seiner Familie, er ist aber sehr neugierig, hat eine intensive Wahrnehmungsfähigkeit und das Bedürfnis, den Dingen auf den Grund zu gehen, um verborgene Dinge aufzuspüren. Dabei lässt er sich von allem berühren, kann sich kaum entziehen und entwickelt tiefe, begeisterte Gefühle.

Neben dem Mond stehen auch noch Merkur und Mars im Wasser-Zeichen Fische, beide im 7. Haus, und sind ebenfalls für die reiche Phantasie, die sich mit einer gewaltigen Bildersprache zum Ausdruck bringen will, verantwortlich. Der Fische-Merkur im 7. Haus steht für einen Menschen, der gut und einfühlsam mit anderen kommunizieren kann, er gilt aber auch als geistreicher, brillanter Kritiker (Merkur Konjunktion Mars), der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Schliesslich hat Heller seiner Phantasie in mehreren Romanen, Erzählungen, Gedichten und Liedertexten Ausdruck verliehen. Die dichterische Begabung zeigt sich auch im gradgenauen Quincunx-Aspekt zwischen dem Fische-Merkur und Neptun, der Hellsichtigkeit, Intuition, künstlerisches Talent und eine soziale Gesinnung verleiht. Und dass er oft Entscheidungen trifft, für die es keine rationale Erklärung gibt, kommentiert Heller damit, dass sie „oft aus einer geheimnisvolle Tiefe kommen“ (Mars in Fische).

Auch wenn bisweilen der Eindruck entstehen könnte, dass Heller ein ego-zentrierter, sich selbst genügender Charakter ist, so belehrt uns doch der betonte 3. Quadrant seiner Radix, dass er sehr wohl auf andere Menschen, den Kontakt und die Auseinandersetzung mit ihnen angewiesen ist. Er braucht die Resonanz seiner Umgebung und seiner Mitmenschen, um sich wohlzufühlen – und was wären denn seine vielfältigen Shows und Spektakel ohne das Publikum, das sich davon begeistern lässt, denken wir nur an Zirkus Roncalli, Flic Flac, Theater des Feuers, Begnadete Körper, Luna Luna, Wintergarten Variété, das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur, Magneten, Africa Africa sowie die Inszenierung zur eröffnung der deutschen Fussball-WM 2006 – um nur einige seiner künstlerischen Projekte zu nennen. Dazu kommen die Gartengestaltungen von Gardone am italienischen Gardasee sowie seit neuestem in Marrakech/Marokko.

Die Wassermann-Venus im 6. Haus, die das 3. und das 10. Haus beherrscht, liefert uns einen Hinweis nicht nur auf aussergewöhnliche und bemerkenswerte Frauen, mit denen Heller im Lauf seines Lebens zusammen war (etwa Erika Pluhar, Gertraud Jesserer, Marie Colbin, Andrea Eckert und Albina Bauer) – wobei Beständigkeit und Treue in einer Partnerschaft einer Wassermann-Venus nicht in die Wiege gelegt ist -, sondern verweist auch auf die berufliche Beschäftigung mit Kunst, mit ungewöhnlichen künstlerischen Darbietungen, exzentrische Selbstdarstellung und die Durchdringung auch seines Alltags mit Kunst. Heller liebte es ja auch, durch Kunst zu provozieren, weshalb er vor allem in seiner Jugend als „Bürgerschreck“ galt: man denke z.B. an seinen eigenen TV-Nachruf „Wer war André Heller?“ aus dem Jahr 1972 (da war er 25), an sein Theaterstück „King Kong King Mayer-Mayerling“ aus dem selben Jahr, mit dem damals die Wiener Festwochen eröffnet wurden, oder an „Heurige und gestrige Lieder“, wo er 1979 gemeinsam mit Helmut Qualtinger Wiener Lieder mit neuen, schaurigen und provokativen Texten versah.

Auch spätere, grossartig geplante Projekte bewegten sich oft am Rande der Durchführbarkeit – aber genau das reizte Heller, dem es gefällt, Grenzen auszuloten, das Unsagbare, Transzendente fassbar zu machen (Saturn in 12) und sich am Rand dessen zu bewegen, was dem Publikum gerade noch zumutbar ist. Er betreibt eine Kunst der Avantgarde, die aber immer noch die Erdung des Vermittelbaren hat (Sonne Trigon Saturn), und auch wenn sie dem Kitsch manchmal nahekommt, dennoch das Gegenteil von konventionellem Kunstgenuss ist.

Uranus, der Herrscher des 7. Hauses, steht eleviert in Zwillinge im 10. Haus und weist nicht nur auf einen freien, ungewöhnlichen Beruf hin, auf einen Beruf, der viel Spannung, Abwechslung und Herausforderung bietet, sondern auch auf einen wechselhaften Schicksalsverlauf und viele neue berufliche Ziele. Wie kaum ein anderer verstand und versteht es André Heller, sich im Laufe seines Lebens immer wieder neu zu erfinden und uns, sein Publikum, immer wieder zu überraschen mit seinen Ideen – zuletzt mit seinem Garten-, Park- und Skulpturen-Projekt „Anima“ im marokkanischen Marrakech sowie einem Gesprächsband mit seiner 102-jährigen Mutter. Er ist sozusagen ein Allrounder der Kunst, der sich allen Kategorisierungen stets entzogen hat; aber auch sein Leben könnte man als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Politisch als links-liberal einzustufen, hat er sich nie mit den Machthabern „ins Bett gelegt“, sondern trotz Wahlempfehlungen etwa für Bruno Kreisky nicht mit Kritik an dessen Politik gespart, wo es ihm notwendig erschien. Als Friedensaktivist war er 1993 maßgeblich an der Organisation der grössten Kundgebung in der 2. Republik, dem Lichtermeer, beteiligt.

Mit der Wassermann-Venus ist auch ein ausserordentliches Talent für Freundschaften verbunden, von dem alle sprechen, die Heller näher kennen und die seine Präsenz und Aufmerksamkeit in Begegnungen und Gesprächen als herausragende Eigenschaften beschreiben. Davon berichten nicht nur langjährige Weggefährten, sondern auch Freundinnen, die nach oft schmerzvoller Trennung von Heller zu einer tiefen Form von Freundschaft mit ihm gefunden haben.

Es ließe sich noch vieles sagen über diesen aussergewöhnlichen Menschen, der in den letzten Jahren der Spiritualität in seinem Leben mehr und mehr Raum gab und sich vom „Enfant terrible“ zum immer mehr in sich ruhenden, aber niemals mit sich zufriedenen Menschen entwickelt hat, der sein Leben nie vergeuden wollte, sondern stets die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit suchte. Für heute sage ich nur: Alles Gute zum 70. Geburtstag, André Heller, wir freuen uns auf noch viele kreative Überraschungen von Ihnen!