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In meinem Blog finden Sie in regelmäßigen Intervallen interessante Erklärungen zu den Grundlagen der Astrologie, Horoskope von Promis & historischen Persönlichkeiten und vieles weiteres, das Sie interessieren könnte.

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John F. Kennedy – ein Held mit Schattenseiten – Gedenken zum 100. Geburtstag

John Fitzgerald Kennedy – der legendäre amerikanische Politiker, dessen Leben und Wirken zu einem Mythos wurde – ist vor 100 Jahren, am 29. Mai 1917, geboren worden. Ums Leben gekommen ist er am 22. November 1963 durch Schüsse eines Attentäters – die genauen Hintergründe konnten bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden. Durch diesen tragischen Tod, der die Welt damals extrem geschockt hat, wurde er zur Legende.

Was sagt uns sein Horoskop über sein Leben als Sohn einer reichen Familie, seine Berufung, sein Privatleben, sein zuletzt tragisches Schicksal?

Betont sind die Elemente Luft und Erde, das weist auf Ideenreichtum, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Geselligkeit, Wendigkeit hin, aber ebenso auf eine gewisse Bodenständigkeit, auf praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben, auf pragmatisches Vorgehen, Verlässlichkeit und Ausdauer.

Es zeigt sich ein neugierig-aufgeschlossener, kommunikativer, vielseitig interessierter Wesenskern mit einem wachen Verstand, Umtriebigkeit, der Fähigkeit zur Kommunikation, sowie Objektivität, Informationsaustausch und Kombinationsgabe (Sonne in Zwillinge), der sich auf charmante, einnehmende, friedvolle, diplomatische und konziliante Weise nach aussen präsentiert (Aszendent Waage).

Für einen Mensch mit einem Waage-Aszendenten ist es überaus wichtig, sich auf andere Menschen zu beziehen, sich über die anderen zu erfahren. Daher verwundert es nicht, dass auch Kennedy überaus charmant und kontaktfreudig ist und sich durch sein begegnungsorientiertes und liebenswürdiges Auftreten beliebt macht, was durch die Geburtsherrin Venus im Zwillinge-Zeichen noch verstärkt wird. Er hat das Bedürfnis, für Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit einzutreten, und verhält sich bei Verhandlungen intellektuell und diplomatisch zugleich.

Hinter all der zur Schau gestellten Liebenswürdigkeit verbirgt sich jedoch eine durchaus dominante Persönlichkeit, denn Waage ist ja ein kardinales Zeichen.

Was bei Betrachtung des Geburtshoroskops gleich ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass 9 Planeten (alle bis auf Uranus) in der oberen, der südlichen Hemisphäre angeordnet sind, was einen Menschen charakterisiert, der den Kontakt zur Aussenwelt sucht und braucht und auch sehr offen auf andere Menschen zugeht. Dadurch wird er auch gut wahrgenommen und wirkt nach aussen stärker, als er sich innerlich wirklich fühlt. Auch wenn uns die kardinalen Achsen auf einen Macher-Typ hinweisen, der sein Leben und Schicksal selbst gestalten will, zeigt die Betonung des 3. Quadranten, dass er stark auf seine Umwelt, auf seine Mitmenschen bezogen und für seine Selbstverwirklichung sehr wohl auf andere Menschen angewiesen ist.

Dazu ist in Kennedys Radix auch das 8. Haus betont: er kommt kaum an anderen Menschen vorbei, braucht die Auseinandersetzung mit ihnen, sie lassen ihn nicht los, er muss sich auf sie einlassen (und umgekehrt). Er beschäftigt sich mit den Anliegen anderer Menschen, macht sie zu seinen eigenen, was ja für einen Politiker nicht so schlecht ist. 5 Planeten im 8. Haus (Mars, Merkur, Jupiter, Sonne und Venus) sind aber auch ein deutliches Indiz dafür, dass sich der Betreffende schon sehr früh mit Krankheit, Tod und Verlusten auseinandersetzen muss. Kennedy litt seit frühester Jugend an diversen Krankheiten, die ihm teilweise stark zusetzten, auch den Tod musste er schon in jungen Jahren in seiner unmittelbaren Umgebung kennenlernen: er selbst meldete sich im 2. Weltkrieg mit 24 Jahren freiwillig zur Marine und schafft es, Kommandant eines Torpedobootes zu werden, das allerdings von einem japanischen Zerstörer gerammt wird und explodiert, wobei einige Crewmitglieder ums Leben kommen. Zehn andere kann Kennedy jedoch durch selbstlosen persönlichen Einsatz retten, wobei er selbst beinahe ertrunken wäre. Dafür wird er später als Kriegsheld ausgezeichnet. Tragischerweise fiel sein älterer Bruder Joe ein Jahr später bei einem Kriegseinsatz, die jüngere Schwester Kathleen kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Und John F. Kennedy wurde, wie wir wissen, am 22. November 1963 in Dallas ermordet.

Die Sonne steht in Zwillinge im 8. Haus und weist auf einen Menschen hin, der vielseitig und anpassungsfähig ist und sich schnell auf neue Situationen einstellen kann, der sich ausserdem bevorzugt mit der Verwaltung fremder Werte und Besitz befasst. Bereits als Kongressabgeordneter, später als Senator und zuletzt als Präsident der USA setzt sich Kennedy als Demokrat unter anderem für einen gesetzlichen Mindestlohn, ein staatliches Gesundheitssystem und verbesserte Wohnverhältnisse ein. Später, als Präsident, schafft er die Voraussetzungen, um die Ungleichheit zwischen weissen und schwarzen US-BürgerInnen zu beseitigen. Obwohl der Kongress ein von seinem Team ausgearbeitetes umfangreiches Bürgerrechtsgesetz blockiert, wirft Kennedy sein ganzes Gewicht als Präsident (Sonne in 8) in die Waagschale und erklärt in einer grossen Rede im Juni 1963 „… diese Nation… wird erst frei sein, wenn alle ihre Bürger frei sind.“ Und er empfängt Martin Luther King im Weissen Haus.

Im 8. Haus findet sich – allerdings im Zeichen Stier – ein Stellium, bestehend aus den Planeten Mars, Merkur und Jupiter. Mit Mars Konjunktion Merkur verfügt Kennedy über eine enorme sprachliche Ausdrucks- und Durchsetzungsfähigkeit. Das bringt ihm nicht nur den berühmten Pulitzer-Preis (den begehrtesten Journalisten- und Medienpreis) für sein noch als Senator von Massachusetts verfasstes Buch „Zivilcourage“ ein, sondern sichert ihm auch einen Platz als begnadeter Redner, der einige legendäre Sätze hervorgebracht hat („Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ 1) („Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: ‚Ich bin ein Berliner‘“ 2). Nicht nur diese beiden Reden lösten bei den ZuhörerInnen Begeisterungsstürme aus (Jupiter als Teil des Stelliums), sein rhetorisches Talent riss andere Menschen bei vielen Gelegenheiten mit. Bei seinen Aktivitäten liess Kennedy sich von hohen Idealen und Wertvorstellungen leiten, oftmals gelang es ihm, andere von seinen Vorhaben und Vorstellungen zu überzeugen, da er sehr entschieden und nachdrücklich seine Ansichten und Meinungen zum Ausdruck brachte, sich aber dennoch auch von vernünftigen und praktikablen Argumenten leiten liess (Stellium im Erdzeichen Stier).

Seine Weitsicht und sein politischer Instinkt kommen ihm vor allem im Oktober 1962 zugute, als auf Kuba stationierte sowjetische Atomraketen entdeckt werden, die fähig wären, die grössten Städte der USA binnen weniger Minuten komplett zu zerstören und daher eine Reaktion der USA erfordern. Seine Militärberater plädieren für Krieg, wollen dafür sogar mehrere Millionen Opfer in Kauf nehmen. Kennedy zögert, denn er will einen Atomkrieg um jeden Preis vermeiden, und lässt sich dafür auf einen Machtpoker mit dem sowjetischen Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow ein. Er droht allerdings in einer Fernsehansprache am 22. Oktober 1962, die sich sowohl an das amerikanische Volk als auch an die Sowjetunion richtete, mit einem Atomkrieg, sollten die Raketen nicht wieder abgezogen werden. Chruschtschow zeigt Nerven und lässt Frachtschiffe mit weiteren Atomraketen an Bord kurz vor Havanna wieder umkehren. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Krise, die die Welt an den Rand eines Dritten Weltkriegs gebracht hatte, kann als einer der größten außenpolitischen Erfolge Kennedys angesehen werden.

Das Quadrat zwischen dem Stellium und dem Singleton-Planeten Uranus, der als einziger in der unteren Hemisphäre steht, verleiht Kennedy die Fähigkeit, Dinge und Situationen aus der Distanz zu überblicken, Zusammenhänge blitzartig zu erkennen und originelle Lösungen zu finden.

Beruf und Berufung sind durch das MC gekennzeichnet: Krebs an der Spitze des 10. Hauses weist auf einen Beruf hin, der nach den Vorgaben der Familie ergriffen wird und der der Familientradition entspricht (beide Grossväter und Kennedys Vater waren in der Politik tätig).

Weiters sticht der elevierte (höchststehende) Saturn in Krebs in Konjunktion mit dem MC ins Auge. Wenn Saturn eleviert ist, wird die Berufung zwingender, der Mensch hat weniger persönliche Gestaltungsmöglichkeiten. Sicherlich ist hier auch ein grosser Wunsch nach Anerkennung vorhanden. Saturn ist aber auch Herr von 4 und stellt daher ebenfalls ein Familienthema dar: der ehrgeizige, reiche, strenge und skrupellose Vater gibt den Lebensweg seines Sohnes vor, er erwartet Leistung (sein Ausspruch: „In dieser Familie wollen wir nur Gewinner“), er ist der Maßstab für die Lebensausrichtung zumindest der Söhne: so muss Jack nach dem Tod des älteren Bruders die Politikerlaufbahn einschlagen, er wird zunächst Kongressabgeordneter, danach mit Hilfe von Vaters Millionen Senator von Massachusetts, was ihm als Sprungbrett ins Weisse Haus dient, denn das Amt des US-Präsidenten ist das, was Joseph Kennedy für seinen Sohn vorschwebt. Dieser grossen Erwartungshaltung muss der Sohn gerecht werden, und er unternimmt auch besondere Anstrengungen, um den Ehrgeiz seines Vaters zufriedenzustellen. Und die Rechnung des alten Herrn geht auf: Jack schafft es – nicht zuletzt dank seiner bezaubernden Ehefrau Jacqueline Bouvier – dieses hohe Ziel zu erreichen.

Doch auch wenn Kennedy dank der Unterstützung seiner Familie sozusagen in Weisse Haus „getragen“ wurde – emotionale Geborgenheit gab es für ihn wohl nicht in dieser irisch-stämmigen katholischen Familie. Sowohl der Mond in Jungfrau als auch Uranus im 4. Haus weisen auf ein Elternhaus hin, das wenig Herzlichkeit und Wärme zu geben hat. Mond in Jungfrau zeigt uns auch eine Mutter, für die das Nützlichkeitsdenken im Vordergrund steht und die mit Gefühlen eher zurückhaltend ist. Der Mond steht zudem im Leerlauf – er trifft über 4 weitere Zeichen auf keinen Planeten – Kennedy empfand sich, wie er später gestand, als einsames Kind, das von der Mutter nie Zärtlichkeiten oder Umarmungen erhielt. So verwundert es nicht, dass Kennedy selbst auch nicht besonders zärtlich, sondern eher von seinen Gefühlen abgespalten war (Mond in Jungfrau in 11). Dieser Mond ist aber auch Herr von 10 – und zeigt, wie nahe Beruf und Familie (hier kann man auch die politische Familie der Demokratischen Partei verorten) miteinander verbunden sind. In der Partei und der Öffentlichkeit geniesst er grosses Vertrauen (Mond Trigon Jupiter und Sextil MC), hat aber gleichwohl Angst vor emotionaler Vereinnahmung (Mond in 11).

Das führt uns zum Thema Liebe: Venus in Zwillinge und im 8. Haus verleiht zwar ein kultiviertes und charmantes Wesen sowie gesellschaftliche Eleganz, die ihm viele Türen öffnet und ihn bei anderen – vor allem Frauen – beliebt macht, sie ist aber auch dafür verantwortlich, dass er unbeständig in Liebesangelegenheiten und überaus anfällig für weibliche Reize ist.

Venus in Zwillinge steht natürlich auch für literarische oder schriftstellerische Interessen. Kennedy war ja nicht nur ein begeisterter Leser, der Bücher geradezu „verschlang“ (sich also einverleibte, wie es einer Venus in 8 entspricht), sondern er schrieb selbst auch mehrere Bücher.

Da die Venus ja auch Geburtsherrin ist, wird er jedoch immer wieder in Liebesaffären und anderes „hineingezogen“, ohne sich abgrenzen zu können, er muss sich konfrontieren, auseinandersetzen, hat somit kein ruhiges Leben. Zu seinen Lebzeiten galt Kennedy privat als glücklicher Ehemann einer überaus schönen, intelligenten und modebewussten Frau, und Jackie war ja auch gewiss die ideale Partnerin für eine Zwillinge-Venus: gebildet, kultiviert, in mehreren Sprachen parlierend und jederzeit für intellektuelle Gespräche zu haben (interessanterweise hat auch sie eine Zwillinge-Venus). Leidenschaft war ihrer beider Sache nicht, und seine unzähligen Affären mit oft ungewöhnlichen Frauen (Venus Trigon Uranus), von denen die Nachwelt erst später erfuhr, hatten eher zwanghaften und Suchtcharakter (Venus in 8 Halbquadrat Neptun). Heute würden wir sagen, dass Kennedy sexsüchtig war. Damals konnte er sein Privatleben noch vor der Öffentlichkeit geheim halten – nicht jedoch vor dem berühmt-berüchtigten FBI-Chef J. Edgar Hoover, der über die Affären des Präsidenten Bescheid wusste.

Das Quadrat zwischen Mond und Venus ist ebenfalls ein Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Gefühl und Verlangen, zwischen der Ehefrau und den Geliebten. Das ständige (unbewusste) Bedürfnis nach der ihm vorenthaltenen mütterlichen Zärtlichkeit und Geborgenheit führt einerseits zu erotischen Zwängen und Fixierungen (Venus in 8), andererseits zu Problemen, echte Nähe zuzulassen und sich emotional zu binden (Mond in 11).

Auch Mars im 8. Haus in Konjunktion mit Jupiter weist natürlich auf eine starke Triebenergie, auf zwanghafte sexuelle Begegnungen hin, die auch vor Tabubereichen nicht zurückschrecken. Kennedy hatte nachweislich intime Kontakte mit Prostituierten und der Mafia nahestehenden Frauen, die Hoover als Sicherheitsrisiko einstufte und zu unterbinden suchte – vergeblich.

Dieses zwanghafte Sexualverhalten zeigt aber nur eine Schattenseite des charismatischen Präsidenten auf, eine weitere ist sicherlich sein schlechter gesundheitlicher Zustand, den er ebenfalls vor der Öffentlichkeit geheimhielt. Sein Leben war eine durchgehende medizinische Leidensgeschichte, er litt zeitlebens mehr oder weniger grosse Schmerzen und war von Medikamenten abhängig. Dennoch haben seine Leiden seine Arbeit als Präsident nicht beeinträchtigt, die er mit bewundernswerter Zähigkeit bewältigt – auch das eine Folge der starken Betonung des 8. Hauses und vor allem der Sonne in 8: er geht durch Krisen und schont sich selbst dabei nicht.

An seinem Todestag am 22. November 1963 finden wir im Progressiv den Aszendent im Trigon zum Radix-Saturn, ferner den Transit-Pluto im Quadrat zur Geburtsherrin Venus, Transit-Uranus im Quadrat zur Sonne, Transit-Saturn im Quadrat zum Radix-Mars – allesamt schon Hinweise auf eine massive Lebenskrise. Auch das bei Todesfällen oft aussagekräftigere Regressiv bringt Interessantes zutage: dort steht der regressive Saturn minutengenau auf dem Radix-MC, der Mond regressiv in gradgenauer Opposition zum Radix-Pluto, sowie die Sonne regressiv im Quadrat zum Saturn des Regressivs – das sind „Todesaspekte par excellence“.

John Fitzgerald Kennedy wird nicht nur als der damals jüngste und als erster katholischer Präsident der USA in Erinnerung bleiben, er hat seinen Platz in der Geschichte auch als „grosser Präsident“ gefunden, der noch heute von vielen Amerikanern verehrt und bewundert wird.

1) Rede zu Kennedys Angelobung als 35. Präsident der Vereinigten Staaten am 20. Jänner 1961 in Washington, D.C.
2) Rede Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 26. Juni 1963

Maria Theresia – Gedenken zum 300. Geburtstag

Vor 300 Jahren, am 13. Mai 1717, wurde Österreichs einzige Herrscherin Maria Theresia geboren. Sie war die älteste Tochter des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. aus dem Hause Habsburg, der ohne männlichen Nachfolger starb und noch zu Lebzeiten die „Pragmatische Sanktion“, ein „radikal neues Erbfolgegesetz“ erlassen hatte, das es auch einer Tochter erlauben sollte, seine Nachfolge anzutreten, damit der österreichischen Linie der Habsburger das Schicksal der spanischen Linie erspart bliebe, die nach dem Tod des letzten spanischen Habsburger-Königs ausgestorben war. Zunächst war diese Pragmatische Sanktion national wie international akzeptiert und mit vielerlei Zugeständnissen erkauft worden, doch als sie 1740 beim Regierungsanritt Maria Theresias zum Tragen kommen sollte, machten die europäischen Mächte ihr dieses Erbe streitig, allen voran Preussens König Friedrich II.

Vorab gilt es, ein Missverständnis aufzuklären: Maria Theresia war nie „österreichische Kaiserin“ oder „Kaiserin von Österreich“. Sie war die Ehefrau des späteren römisch-deutschen Kaisers Franz Stephan von Lothringen und als solche ebenso „Kaiserin“ wie später Sisi, doch sie herrschte in Österreich als Erzherzogin auf dem „Habsburger Thron“.

Viele Geschichten und Anekdoten sind über diese bemerkenswerte Frau bekannt, sie wird oft als gütige Landesmutter, als strenge Verfechterin von Moral und Ordnung, als Initiatorin wichtiger Reformen sowie als barock-üppige Matrone dargestellt – doch welches Bild stimmt wirklich? Kann uns das Horoskop Maria Theresias darüber Auskunft geben?

Zunächst fällt uns in Maria Theresias Horoskop eine starke Erd-Betonung auf: Das verweist auf Bodenständigkeit, praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben und auch auf pragmatisches Vorgehen in ihren Unternehmungen. Von Beginn an ist sie bemüht, die maroden Staatsfinanzen, die ihr von ihrem Vater, Kaiser Karl VI., hinterlassen wurden, in Ordnung zu bringen. Dabei hilft ihr ihre zweckgerichtete Entschlossenheit und Kraft und ihr Geschick in praktischen Belangen. Der praktische Nutzen steht immer im Vordergrund.

Die Stier-Sonne bekräftigt das Bild einer Frau mit einer konservativen Grundeinstellung, die nur langsam in Bewegung kommt, dann aber sehr stark und ausdauernd ist. Mit grosser Willenskraft plant sie oft lange im voraus und lässt sich von einem einmal ins Auge gefassten Ziel nicht so leicht abbringen. Bezeichnend für die Stier-Sonne sind ausserdem Liebe und Treue zum Vertrauten, Pflege des Gewachsenen und Bewährten, Geduld, Sinnesfreude, aber auch ein Hang zur Hartnäckigkeit bis zur Sturheit. Materielle Sicherheit ist Maria Theresia wie jeder Stier-Sonne sehr wichtig, jedoch wird Geld nicht um seiner selbst willen angestrebt, sondern um die schönen und auch notwendigen Dinge zu finanzieren, die ihr so wichtig sind, wie zum Beispiel der Ausbau des ehemaligen Jagdschlosses ihres Vaters in Schönbrunn zu einer barocken Sommerresidenz nach dem Vorbild von Versailles. Aber auch die Kriege, die sie führen musste, um ihr Erbe zu wahren, mussten finanziert werden.

Dieser Frau geht es also um materielle Sicherheit im Leben, um Beharren und Erhalten, jede Lebensveränderung wird als schwierig erlebt. Nun werden Sie sich fragen, wie ist das möglich? Maria Theresia hat doch so manche gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in Österreich bewirkt. Das liegt zweifellos an dem Trigon zwischen der Stier-Sonne und Uranus, das sie befähigt, ihre Ideen über ihren persönlichen Nutzen hinaus zu verwirklichen. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass sie sozusagen „selbständig arbeiten“ will, um gewisse Reformen umsetzen zu können und aus Österreich einen „modernen Staat“ zu machen, der die Schwerfälligkeit des feudalen Systems hinter sich lassen konnte. Dabei schätzte sie Kontakte mit Menschen, die geistige Anregung in ihr Leben brachten, wie die geistig aufgeschlossenen und aufgeklärten Ratgeber, die sie an ihren Hof holte. Aber auch dabei ging sie ausgesprochen pragmatisch vor. Ihre Motive waren nicht unbedingt a priori Grossherzigkeit zum Wohl des Volkes, sondern sie erkannte, dass es gute und praktische Gründe dafür gab, das verstaubte und morsch gewordene Staatsgefüge der Monarchie zu erneuern, beispielsweise indem sie das Steuersystem, das bisher den Adel und den Klerus privilegiert hatte, auf eine breitere Basis stellte, um die Armut des Volkes etwas einzudämmen. Ihre Maxime lautete: „Sind die Leute zufrieden, so leisten sie das Doppelte, handeln sie aus Furcht, dann tun sie nur ihre Pflicht.“ (zitiert nach Franz Herre: „Maria Theresia – die grosse Habsburgerin“, Piper 2004, S. 105).

Der Krebs-Aszendent weist auf das Thema Familie hin, das für Maria Theresia einen besonderen Stellenwert hatte. Sie war sehr fruchtbar, brachte 16 Kinder zur Welt, von denen 10 das Erwachsenen-Alter erreichten, und es war ihr ausgesprochen wichtig, das System weiterzuführen, um die Dynastie zu festigen. Krebs steht für die eigene seelische Identität, für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit und bewirkt ein grosses Anlehnungs- und Zärtlichkeitsbedürfnis, ein Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Zuwendung, es macht aber auch überempfindlich und leicht gekränkt. Der Krebs-Aszendent erklärt vielleicht auch eine gewisse Launenhaftigkeit und emotionale Unbeständigkeit in ihrem Wesen. Da sie Kritik leicht als persönliche Unzulänglichkeit auffasst, legt sich Maria Theresia einen seelischen Panzer zu, um das verängstigte und verletzte Kind in sich selbst nicht zu spüren. Sie bewahrt ihrer Umgebung gegenüber Contenance und öffnet sich nur ganz wenigen vertrauten Menschen – zu denen ihre Kinder allerdings nicht gehörten.

Für einen Menschen mit Krebs-Aszendent sind auch die Bereiche Wohnen, Heim und Heimat von grosser Bedeutung, daher sucht sie emotionale Sicherheit in Heim und Familie, mit der sie sich natürlich sehr verbunden fühlt, auch wenn der Krebs-Aszendent womöglich mehr Mütterlichkeit und Fürsorglichkeit verspricht, als diese Maria Theresia tatsächlich entsprachen.

Der Mond als Geburtsherrscher steht im intellektuellen Zwillinge-Zeichen und überlagert Gefühle oft mit einer vernunftbetonten und rationalen Betrachtungsweise, die mehr erklärt und analysiert als fühlt. Ein Zwillinge-Mond ist gesellig, vielseitig interessiert, sehr wendig, kommunikativ und neugierig, und weiss von vielem etwas, wenn auch nicht sehr tiefgründig. Ihre Berater standen ihr kompetent und reformwillig zur Seite und vermittelten ihr das manchmal fehlende Wissen, das sie bereitwillig aufnahm.

Doch der Mond ist mehrfach verletzt: einerseits durch eine Opposition zu Mars, der eine gehörige Portion Unruhe in ihr Leben bringt und ihr auch zwangsläufig eine kämpferische Komponente verleiht, die sie aber befähigt, ihre Herrschaftsansprüche aktiv gegen ausländische Mächte zu verteidigen (Mars in Schütze). Andererseits ist der Mond durch ein Quadrat zu Uranus verletzt. Trotz ihres zur Trägheit neigenden Stier-Charakters gönnt sich Maria Theresia im allgemeinen kaum Ruhe, und es fällt ihr schwer, die Hände in den Schoss zu legen und sich zu entspannen. Meist schläft sie nicht genug, weil eine innere Nervosität sie bis spät in die Nacht und schon frühmorgens wieder aktiv werden lässt. Intensive emotionale Nähe ist ihre Sache nicht, das bekamen vor allem ihre Kinder zu spüren, die bald nach der Geburt an Ammen und Erzieher übergeben wurden, so wie sie selbst ebenfalls von 2 Erzieherinnen grossgezogen worden war, eine davon, die Gräfin Fuchs, nannte sie liebevoll „Mami“. Wenn sie auch keine mitfühlende und zärtliche Mutter im heutigen Sinn war, so gab sie ihren Kindern doch Verhaltensmaßnahmen und Regeln für jede Lebenslage mit, die auch die bereits erwachsenen Kinder genau einzuhalten hatten. Selbstverständlich mussten sich die Kinder auch – bis auf die Lieblingstochter Marie Christine – der restriktiven Heiratspolitik ihrer Mutter beugen, die sie mit Mitgliedern einflussreicher Herrscherhäuser – wie die Bourbonen in Frankreich, Italien und Spanien – vermählte. Somit deckte sich das Glück der Kinder meist nicht mit den Staatsinteressen. Die beste Partie schien die jüngste Tochter Marie Antoinette als Braut des französischen Thronfolgers zu machen – wie es endete, wissen wir. Maria Theresia musste die Hinrichtung ihrer Tochter allerdings nicht mehr erleben.

Die Stellung des Mondes im 12. Haus ist einerseits ein Hinweis auf sehr religiöse Gefühle, andererseits auf die Schwierigkeit, sich seelisch zu öffnen. Es gab aber auch das im späteren Leben stärker gewordene Bedürfnis der Herrscherin nach Stille, immer wieder brauchte sie zwischen den oft aufreibenden Regierungsgeschäften auch Rückzugsmöglichkeiten, Phasen des Alleinseins und eine Zeit des Schweigens, die sie sich in ihren ersten Regierungsjahren kaum gegönnt, sich aber im Lauf der Zeit doch regelmäßig zugestanden hatte, vor allem als ihr Leibarzt Van Swieten ihr das „verordnete“. In der Stille konnte sie Kraft tanken und ihre inneren Ressourcen auffüllen.

Maria Theresia ist ihren eigenen ganz persönlichen Weg als weibliche Herrscherin gegangen, ohne das damals vorherrschende passive und dem Mann unterlegene Frauenbild grundsätzlich in Frage zu stellen. Sich selbst betrachtete sie dabei wohl als Ausnahme (Mond Quadrat Uranus und Uranus im 4. Haus), denn sie fühlte sich ihrer Habsburgischen Herkunft nach zum Herrschen verpflichtet und auserwählt und war diesbezüglich auch nicht bereit, sich ihrem Mann, dem Kaiser, unterzuordnen.

Beim Volk war Maria Theresia als Herrscherin äusserst beliebt. Das lag nicht nur an ihrer Bodenständigkeit und Volksverbundenheit, welche von ihren Untertanen sehr geschätzt wurden. Besonders in jungen Jahren war Maria Theresia eine begeisterte Tänzerin (Merkur im 12. Haus) gewesen und hatte ihre Genußfreude (Venus in Stier) auch gerne in opulenten Umzügen, Spielen und Ballvergnügungen zur Schau gestellt. Zu Beginn ihrer Herrschaft war sie zur Sparsamkeit gezwungen, da die Staatskassen leer waren bzw. sehr viel Geld für Militärausgaben nötig war, um die Kriege gegen ihre Widersacher führen zu können, doch später konsolidierte sich das Staatsvermögen, nicht zuletzt dank der ökonomischen Kompetenz des Kaisers, sodass die gröbste Armut des Volkes eingedämmt werden konnte.

Doch bei ihrem Volk geschätzt wurde Maria Theresia auch wegen ihrer vertrauenerweckenden, zuversichtlichen Ausstrahlung: Jupiter befindet sich – im Krebs noch dazu erhöht stehend – am Aszendenten. Er macht sie freundlich und wohlwollend im Wesen, verleiht ihr eine grundsätzlich fröhliche, optimistische Lebenseinstellung, die auf andere abfärbt, einen gütigen, grosszügigen Charakter und starke moralisch-ethische Überzeugungen. Diese Frau hat ein positives Selbstbild, weiss genau, was sie sich zumuten kann, und kämpft für ihre Überzeugungen und ihr absolutistisches Weltbild. Auf der anderen Seite steht dieser Jupiter auch für ihre respektable Erscheinung, die Neigung zur Korpulenz und die Unfähigkeit zur Selbstkritik oder zum Eingeständnis eigener Fehler.

Jupiter in Krebs ist ausserdem ein weiteres Indiz für eine tiefe Religiosität und Gläubigkeit. In Maria Theresias Tagesablauf war ein täglicher Besuch der heiligen Messe ein fixer Bestandteil, und ihr Weltbild war ein tief katholisches, alle anderen Religionen lehnte sie ab, es wird ihr sogar ein stark ausgeprägter Antisemitismus nachgesagt. Es blieb daher ihrem Nachfolger Joseph II. überlassen, in Österreich die Religionsfreiheit und andere nachhaltige Reformen einzuführen, die Maria Theresia zu weit gegangen wären.

Maria Theresias Ehe mit Franz Stephan von Lothringen, der seine Erblande an Frankreich abtreten musste, um die Kaisertochter heiraten zu können, verlief sehr glücklich, obwohl der spätere Kaiser Franz I. als grosser Frauenfreund galt. Für Maria Theresia war er die Liebe ihres Lebens und ein kongenialer Partner, der ihr das Regieren überließ, sie mit reichem Kindersegen bedachte und sich im Grunde den Dingen widmete, für die er eine grosse Begabung hatte: den Wissenschaften und der Ökonomie. Dank seiner geschickten Investitionen erwarb er ein riesiges Vermögen, das der Habsburger-Dynastie bis ins 20. Jahrhundert zugute kam. Mit seinem Naturalienkabinett legte er den Grundstein für die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien und er begründete auch die Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn.

Saturn regiert im Horoskop Maria Theresias das 7. Haus und steht in der Waage erhöht. Sie geht also mit persönlichen Beziehungen sehr ernsthaft und verantwortungsvoll um und braucht eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens, um sich einem Partner zu öffnen. Das 5. Haus steht für Lebensfreude, Spiel, Spaß, und auch für Kinder. Auch der aufsteigende Mondknoten befindet sich darin und ist wohl ein Hinweis darauf, dass sie die Aufgabe hat, sich auf ihrer ganz persönlichen Bühne zu verwirklichen, und das mit Hilfe ihrer Kinder und einer verantwortungsbewussten Partnerschaft. Als der geliebte Ehegatte viel zu früh verstarb, versank Maria Theresia in Trauer und Depressionen – die Neigung dazu ist wohl durch den Mond im 12. Haus gegeben, obwohl sie sich sonst einer robusten Gesundheit erfreute (Stier-Konstitution), der auch die zahlreichen Schwangerschaften und Geburten nichts anhaben konnten. Die Pocken, damals eine gefürchtete Krankheit, die zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Familie dahingerafft hatte, überlebte Maria Theresia, doch im Alter kamen ausser der Schwermut auch Korpulenz, Atemprobleme und andere Unpässlichkeiten hinzu. Sie befasste sich in ihren letzten Lebensjahren viel mit dem Tod, besuchte zumindest einmal pro Monat die Kapuzinergruft, in der ihr Gatte sowie mehrere Kinder und Schwiegerkinder bestattet waren und sah ihrem eigenen Tod mit Gleichmut entgegen. Im November 1780 zog sie sich eine schwere Verkühlung zu, an der sie am 29. November im Alter von 63 Jahren verstarb. Sie wurde im prunkvollen Doppelsarkophag neben ihrem Ehemann in der Kapuzinergruft beigesetzt.

Barbra Streisand zum 75. Geburtstag

Barbra Streisand, eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit, wurde am 24. April 1942 als Barbara Joan Streisand in eine jüdische Familie in Brooklyn geboren. Ihr Vater, ein Grundschullehrer, starb plötzlich, als Barbara gerade 15 Monate alt war; diesen Verlust hat sie ihr Leben lang betrauert und viel später in dem von ihr produzierten und inszenierten Film „Yentl“, für das sie selbst das Drehbuch schrieb und in dem sie auch die Hauptrolle spielte, thematisiert. 1984 stiftete sie im Gedenken an ihren Vater das „Emanuel Streisand Building“ an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

Seit sie ein Kind war, wusste Barbara, die im übrigen eine sehr gute Schülerin war, dass sie Schauspielerin werden wollte, auch wenn ihre Mutter ihr das nie zutraute. Doch das Mädchen, das nie als hübsch im landläufigen Sinn galt, wollte aus der Enge des jüdischen Viertels Williamsburg in Brooklyn hinaus und berühmt werden, was sie bereits als Teenager in Angriff nahm. Sie wusste, sie war etwas Besonderes, und als erstes Zeichen dafür änderte sie ihren Vornamen von Barbara auf Barbra und klapperte in der Folge die Theater in Manhattan ab, um ein Engagement zu finden.1958 gelang es ihr, in einigen Sommertheater-Produktionen aufzutreten, wo sie einen Mentor fand, der von ihrem Talent überzeugt war und sie förderte. Dabei half Barbra, dass sie von ihrer Mutter eine aussergewöhnliche Gesangsstimme geerbt hatte, mit der sie sowohl Musical- als auch Schallplatten-Produzenten überzeugen konnte. 1962 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag bei Columbia Records, und bereits ihr erstes Album konnte zwei Grammy Awards gewinnen.

Ab 1961 bekam Barbra Streisand auch Engagements am Broadway, zunächst hauptsächlich in Musicals. Eine ihrer legendären Rollen war die Fanny Brice in „Funny Girl“, deren Geschichte etliche Parallelen mit ihrer eigenen aufwies und 1969 auch verfilmt wurde, wobei Streisand ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Von da an war sie ein Star, trat in Fernsehshows berühmter Kolleginnen wie Judy Garland auf und erhielt bald auch ihre eigene Fernsehshow.

Nachdem Streisand in den 1960er Jahren mit künstlerischen und sehr erfolgreichen Songs aus Broadway-Musicals und Interpretationen im Bereich traditioneller Pop- und Jazz-Standards bekannt geworden war, wechselte sie 1969 – also im Jahr von Woodstock – mit dem Album „What About Today“ erstmals in eine zeitgemäße musikalische Richtung unter Einfluss des Softrock und der Massen- und Jugendkultur. In den 1970er und frühen 1980er Jahren zählte sie mit ihrem unverwechselbaren Gesangsstil zu den bedeutendsten Popsängerinnen, mit einem Repertoire zahlreicher Balladen, teilweise aus Filmsoundtracks. Ab dem Album „Lazy Afternoon“ (1975) nahm sie auch immer wieder Songs im damals populären Disco-Stil auf.

1980 erschien Streisands kommerziell erfolgreichstes Pop-Album „Guilty“, das von den Bee Gees produziert und von der Welthit-Single „Woman in Love“ angeführt wurde. Es enthielt mehrere Hits, die Streisand gemeinsam mit Barry Gibb sang. Erst mit „The Broadway Album“ kehrte sie 1985 zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, als sie unter der Leitung Stephen Sondheims einige seiner schönsten Musicalsongs aufnahm. Das Album wurde ein Verkaufsschlager und brachte ihr 1987 erneut den Grammy Award für die beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein.

Insgesamt veröffentlichte sie, einschließlich ihrer Filmsoundtracks, mehr als sechzig Alben, für die sie bis heute mit über 50 Goldenen, über 30 Platin- und mehr als 18 Multi-Platin-Schallplatten ausgezeichnet wurde, womit sie in den All-Time-Charts an zweiter Stelle noch vor den Beatles und den Rolling Stones steht und nur von Elvis Presley übertroffen wird. Zahlreiche Kinofilme runden ihre unglaubliche Karriere ab.

Barbra Streisand war nie bereit, sich dem gängigen Geschmack anzupassen und sich beispielsweise ihre Nase operieren zu lassen. Sie bewies, dass auch eine Frau, die nicht dem damals – in den 1960-er Jahren – üblichen Schönheitsideal entsprach, es dennoch zur grossen Diva bringen konnte – mit Talent, Hartnäckigkeit, einem eisernen Willen und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst. So hat sie zahlreiche Frauen ermutigt, es ihr gleich zu tun und sich als eigenständige, individuelle Persönlichkeit durchzusetzen.

Schauen wir uns also an, was uns das Horoskop über diese erstaunliche Frau sagen kann.

Zunächst sticht wir im Geburtshoroskop (Radix) von Barbra Streisand ein Widder-Aszendent hervor. Dieses Zeichen hat ja die stärkste Dynamik und Aktivität des gesamten Tierkreises, es zeigt den Willen zur Tat, und somit einen starken Charakter mit Durchsetzungsstärke sowie eine spontane, dynamische, resolute und willensstarke Persönlichkeit, die sich um Äusserlichkeiten wenig schert, sondern mit Impulsivität, Ungestüm und einer gewissen Egozentrik vorwärts stürmt und dabei auch ein pionierhaftes Verhalten an den Tag legt. Sie fühlt sich vor allem sich selbst verpflichtet und ist bestrebt, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Der Geburtsherr Mars steht in Zwillinge im 3. Haus. Das macht sie geschickt, flink, wendig und äusserst geschäftstüchtig. Ihre Handlungs- und Arbeitsweise zeugt von taktischem Geschick und Einfallsreichtum, sie ist offen für Neues und kann sich immer wieder neu orientieren. Das hat Barbra Streisand durch ihre Erfolge in musikalisch unterschiedlichen Genres und Stilen über die Jahrzehnte bewiesen.

Aber diese Willenskraft zeigt sich nicht nur durch den Widder-Aszendenten, sondern auch in der Stier-Sonne im 1. Haus. Stier ist das Zeichen der Verwurzelung und des grössten Beharrungsvermögens, es verleiht oft musikalisches Talent, kann aber auch mit Hartnäckigkeit bis zur Sturheit einhergehen. Ohne diese Hartnäckigkeit – und selbstverständlich auch ihr Gesangstalent – hätte es Barbra Streisand nicht geschafft, all das zu erreichen, was sie sich schon in jungen Jahren vorgenommen hatte. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, das tut sie auch, und sollte sie jemand davon abhalten wollen, kann sie ziemlich stur reagieren. Das hat sie immer wieder gezeigt, als sie bestimmte Filmprojekte – wie z.B. „Yentl“ – unbedingt realisieren wollte. Das Thema dieses Films zeigt aber auch ihre Verwurzelung in der jüdischen Welt, die sie maßgeblich geprägt hat.

Ein Mensch, dessen Sonne im 1. Haus steht, braucht die Aufmerksamkeit der Umwelt, er tritt dem Leben begeistert entgegen und ist entschlossen, etwas aus sich zu machen, so wie Barbra Streisand, die das Bedürfnis hatte, sich unbedingt durchzusetzen und Stärke zu demonstrieren. Sie ist eine Individualistin, der eigene Weg, die besondere Lebensgestaltung und die Verwirklichung der persönlichen Interessen sind wesentlich, das impliziert natürlich auch eine starke Egozentrik und Selbstbezogenheit.

Die Sonne steht in Konjunktion mit Merkur, das bedeutet, dass Wille und Verstand unzertrennlich miteinander verbunden sind, und gibt einer Frau wie Barbra Streisand auch ein beachtliches Verhandlungsgeschick. Sie weiss, was sie will, kann ihre Projekte von A bis Z durchdenken und sie auch klar formulieren. Es ist bekannt, dass Barbra Streisand bei ihren Filmen auch bei der Lichttechnik mitgeredet hat, um nicht aus einem ungünstigen Winkel aufgenommen zu werden. Auch wenn sie sich dabei des öfteren in Streitgespräche mit dem jeweiligen Regisseur einlassen musste, liess sie sich nicht von ihrer Linie abbringen und setzte sich letztendlich durch. Natürlich galt sie deshalb an den Filmsets oft als schwierig, da sie diesbezüglich nur ihre Meinung gelten liess, doch der Erfolg der meisten Filme gab ihr nachträglich recht.

Aber es gibt noch eine weitere Konstellation, die auf die enorme Willensstärke und Power dieser Frau hinweist, und das ist ein gradgenaues Quadrat zwischen der Sonne und Pluto. Mit diesem Aspekt fühlt sich Barbra Streisand sehr stark, sie wirkt intensiv, faszinierend und charismatisch und ist von sich selbst überzeugt. Tief im Inneren könnte sie aber eine verletzte Seele haben und durch eine gewisse Machtposition erlittenes Unrecht kompensieren. Es ist ja an der jungen Streisand nicht einfach abgeprallt, dass sie als „zu hässlich“ bezeichnet wurde, sondern sie fühlte sich dadurch sehr verletzt und schwor sich, es allen zu zeigen, die an ihr gezweifelt hatten (einschliesslich der eigenen Mutter, aber dazu kommen wir noch). Von Vorteil für sie ist das Trigon zwischen Sonne in 1 und MC (Medium Coeli/Himmelsmitte), denn damit kann die Selbstverwirklichung, die zu öffentlicher Anerkennung führt, gelingen. Dieses Trigon ist auch aus einem weiteren Grund bedeutsam, denn es stellt – genauso wie auch das Trigon zwischen Mond und Aszendent – einen Bezug zur Öffentlichkeit her, der umso wichtiger ist, als alle Planeten, bis auf Venus, sich in der unteren, der nördlichen, Hemisphäre befinden und es einer Schauspielerin und Sängerin sonst schwer machen würden, ihr Publikum zu erreichen und jene ungeheure Popularität zu erlangen, die ihr weltweit entgegengebracht wird.

Wenn wir von der Mutter sprechen, müssen wir uns natürlich den Mond ansehen. Da der Mond Herr von 4 ist und im 5. Haus steht, ist nachvollziehbar, dass Barbra den kreativen Ausdruck durch die Stimme von ihrer Mutter geerbt hat, und ebenso, dass die Mutter in der Kindheit ihre wichtigste Bezugsperson war (da ja der Vater fehlte). Dass die Beziehung zur Mutter nicht konfliktfrei verlaufen ist, lässt sich anhand der Mond-Konjunktion zu Chiron erahnen und zeigt einen wunden Punkt sowohl in der Mutter-Tochter-Beziehung als auch im Erleben der eigenen Weiblichkeit (nicht hübsch genug etc.). Mit der Stellung in Löwe im 5. Haus bringt der Mond aber auch einen enormen Spieltrieb mit sich und prädestiniert Barbra Streisand geradezu als Schauspielerin, als kreative Diva, die ein tiefes Bedürfnis danach hat, etwas Besonderes zu sein und zu erleben. Sie ist egoistisch, möchte die Beste und Grösste sein, will Eindruck machen und braucht die Anerkennung der anderen, um das eigene Ego zu stärken. Dass der Mond ein Trigon zum Aszendenten bildet, verleiht Barbra Streisand den Mut, sich seelisch zu öffnen und dabei stark und unabhängig zu sein. Letztendlich hat sie die Chance, sich mit ihrem wunden Punkt hinsichtlich ihrer Weiblichkeit auszusöhnen und selbst eine liebevolle Mutter zu werden (Sohn Jason kam im Dezember 1966 zur Welt, er ist Schauspieler und Sänger wie seine Mutter und bekennt sich offen zu seiner Homosexualität).

Mit dem Quadrat zwischen Mond und Merkur besteht eine gewisse Rast- und Ruhelosigkeit, die zu nervösen Beschwerden führen könnte. Andererseits kann die damit einhergehende Neugier den betroffenen Menschen auch immer wieder auf Dinge aufmerksam machen, die er dann zu seinem Vorteil nutzen kann. Barbra Streisand konnte mit ihrer Intelligenz und ihrem kreativen Geist immer wieder neue Musik- und Stilrichtungen zu ihrem Vorteil nützen. Der Erfolg machte sie zu einer der reichsten Frauen im Show-Business – für einen Stier-betonten Menschen wie Barbra kein unwesentlicher Aspekt.

Wie bei allen Widder-Aszendenten befindet sich auch in der Radix von Barbra Streisand das MC im kardinalen Erd-Zeichen Steinbock, sodass hier eine ehrgeizige und verantwortungsbewusste Einstellung zum Berufsleben zu erwarten ist. Sie beweist Härte in der Außenwelt und ist nicht zimperlich, Widerstände spornen sie nur an. In ihrer Haltung gegenüber der Öffentlichkeit zeigt sie Klarheit, Verantwortung und Strukturen, übrigens nicht nur als Künstlerin, sondern auch in ihrer politischen Haltung. Ihr Leben lang fühlte sich Barbra Streisand der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten zugehörig und wurde aus diesem Grund 1971 von Präsident Nixon auf seine „Feindesliste“ gesetzt, die den Zweck hatte, seine Gegner in Misskredit zu bringen und ihnen etwa öffentliche Aufträge zu verweigern. Ausserdem unterstützt Barbra Streisand durch ihre 1986 ins Leben gerufene und grosszügig dotierte Stiftung nationale Organisationen, die sich für den Umweltschutz, atomare Abrüstung, Frauen- und Bürgerrechte einsetzen.

Zum Abschluss kommen wir noch auf den am besten positionierten Planeten im Horoskop Barbra Streisands zu sprechen: es ist die Venus, die in Fische im 12. Haus steht, also sowohl im Zeichen wie auch im Haus erhöht steht. Im Zeichen Fische findet das Prinzip der Liebe die höchste Entfaltung. Ein Mensch mit einer Fische-Venus bringt den Mitmenschen viel Sympathie und Anteilnahme entgegen und fühlt eine tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen, er hat zudem eine besondere Gabe, die Empfindungen anderer zu verstehen, ist romantisch, empfindsam und hingabefähig. Beziehungen werden nur aus Liebe und nicht aus Berechnung eingegangen. Doch diese Venus ist Herrin des 7. Hauses, sie steht in diesem Horoskop also auch für die Liebespartner bzw. für die Art von Partnern, die gesucht werden. Einerseits könnte Barbra Streisand besonders sensible, verführbare, hingebungsvolle Männer gesucht haben, mit denen sie ihren Traum von Liebe leben konnte, andererseits war sie selbst diese liebende Frau, die „Woman in Love“, die sich allerdings oft in Wunschvorstellungen und Illusionen verliert, da diese starken Gefühlsempfindungen eine objektive Wahrnehmung der Realität verhindern können. Auch heimliche Liebschaften sind bei einer Venus im 12. Haus möglich oder sogar wahrscheinlich. Mit dem weiten Quadrat zwischen Venus (Herr von 7) und Mars (Herr von 1) sind Partnerschaften jedenfalls nicht leicht zu leben.

Barbras erste Ehe war sicher von Romantik geprägt: mit ihrem Bühnenpartner Elliot Gould war sie von 1963-1971 verheiratet, der gemeinsame Sohn Jason wurde 1966 geboren. In diese Zeit fiel jedoch der steile Anstieg ihrer Karriere, zahlreiche Bühnen- und Filmrollen, auch die Bekanntschaft mit interessanten Männern wie Omar Sharif, dem kanadischen Premierminister Pierre Trudeau oder Robert Redford, mit denen ihr Affären nachgesagt wurden. Mit all dem konnte ihr Ehemann nicht mithalten, es folgten die Scheidung und weitere Beziehungen wie beispielsweise mit dem 28 Jahre jüngeren Tennis-As Andre Agassi, der das Zusammensein mit Barbra als „heisse Lava“ bezeichnete. Seit 1998 ist Barbra Streisand mit dem Schauspieler James Brolin verheiratet.

Doch ist mit dieser Venus-Stellung auch intuitive Inspiration verbunden, aus der oft eine schöpferische Begabung in den Bereichen Musik, Poesie und bildende Kunst entspringt. Und ihre Musik, vorgetragen mit ihrer 3 Oktaven umfassende Mezzo-Sopran-Stimme, ist ja das, was wir am meisten an ihr lieben. In diesem Sinne wünschen wir Barbra Streisand zum 75. Geburtstag alles Gute und noch viele gute und erfüllte Jahre.

André Heller, ein Feuerkopf wird 70

Im Reisepass hatte er lange Zeit als Berufsbezeichnung „Poet“ stehen. In Wahrheit ist es eine ganze Palette an Berufen, die der 1947 in Wien geborene André Heller, der am 22. März 70 Jahre alt wird, schon ausgeübt hat: er war Ö3-Moderator, Chansonnier und Liedermacher, Filmproduzent, Dokumentarfilmer, Schauspieler, Regisseur, Autor, Zirkusdirektor, Inszenator und Impresario eindrucksvoller Spektakel, Feuerwerke und Artisten-Shows, Friedensaktivist, Kulturmanager und Gartengestalter, aber vor allem war er immer er selbst, was er über die Jahrzehnte stets bewiesen hat.

Schauen wir uns das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen aus astrologischer Sicht an:

Francis Charles Georges Jean André Heller-Huart wurde in eine wohlhabende, aber nicht sehr liebevolle Familie hineingeboren (4. Haus Skorpion). Sein Vater war der Süßwarenfabrikant Stephan Heller, der es dank der Erfindung von Dragée-Zuckerln zu einigem Reichtum gebracht hatte, die Mutter die um einiges jüngere Elisabeth Wenig. Von beiden Eltern sah der kleine Franzi, wie er als Kind genannt wurde, nicht sehr viel, sondern wuchs vor allem in der Obhut verschiedener Dienstboten und seiner Großmutter mütterlicherseits auf. Sie war es, die dem frühreifen, wissbegierigen Buben die Welt der Dichter und Künstler näherbrachte und seine sinnliche Wahrnehmung schulte. Jupiter im 4. Haus ist meist ein Hinweis auf ein wohlhabendes oder förderndes Elternhaus, hier steht Jupiter allerdings in Skorpion und ist rückläufig, sodass er seine glückbringende Wirkung nicht so richtig entfalten kann. Geldsorgen hatte Heller keine, aber die Förderung ging vor allem von der Großmutter aus, die nicht nur ein Zimmer in der elterlichen Villa in Hietzing hatte, sondern auch ein Haus in Gutenstein besaß, wo der Enkel oft zu Gast war und von ihr in die Welt des Raimund’schen Zaubertheaters eingeführt wurde (Ferdinand Raimund ist in Gutenstein begraben), eine Erfahrung, die für Heller ungemein prägend war. Er begann auch zu Hause, sich phantasievolle Geschichten auszudenken, Länder samt deren Hauptstädten zu erfinden und die dazugehörigen Hymnen bisweilen den Gästen seiner Eltern vorzusingen. Der Drang, sich zu produzieren, um im Mittelpunkt zu stehen, war also schon früh vorzufinden.

Wen wundert das bei einem Löwe-Aszendenten und seiner im Widder erhöht stehenden Herrscherin, der Sonne? An Selbstbewusstsein mangelte es dem Jungen nie, und mit einer applikativen Opposition der Sonne zum künstlerischen Neptun können wir durchaus von einem genialen Selbstdarsteller sprechen – was er ja auch geblieben ist. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, doch es war mehr im Spiel als nur das Heischen um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung, denn er hatte tatsächlich etwas mitzuteilen – das oftmalige Vorlesen von Weltliteratur durch die Großmutter hatte Wirkung gezeigt. Dabei hatte Franzi einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll.

Dieser Stolz und die Würde sollten kurzfristig gebrochen werden, als der strenge Vater (Saturn in 12) den Buben in ein katholisches Internat steckte, wo er Disziplin und religiöse Demut lernen sollte, um schlussendlich den Berufswunsch des Vaters, Kardinal zu werden, zu erfüllen – eine Horrorvorstellung für den Kleinen. Geweckt wurden im Internat nur die Rebellion gegen Autoritäten (Uranus in 10), sein Hass gegen das rigorose Schulsystem, das keinerlei Freiheiten oder Freiräume gestattete, und eine abgrundtiefe Verzweiflung über das Eingesperrtsein (Chiron im 3. Haus), sodass der Ausbruch aus dem Internat (Mars als Herr von 9 im Quadrat zu Uranus) als logische Schlussfolgerung erscheint, doch da war der Vater bereits verstorben und konnte sich den Freiheitsbestrebungen des Sohnes nicht mehr entgegenstellen. Zahlreiche Geheimnisse und Tabus nahm er mit ins Grab, wovon Pluto als Herr von 4 in 12 erzählt (Familiengeheimnisse). Dieser Pluto könnte aber auch für eine unterdrückte Mutter stehen, die sich in ihrer Ehe als Opfer fühlte. Franzis Berufswunsch „Schauspieler“ fand jedoch auch bei ihr keinen Anklang, und sie machte sich ernsthafte Sorgen um seine berufliche Zukunft. In der Zwischenzeit nahm der Sohn im Prayner-Konservatorium Schauspielunterricht und schloss sich im Café Hawelka Künstlern und Schriftstellern an, die meist eine Generation älter waren als er selbst, ihn aber dennoch als ihresgleichen akzeptierten, da er dort sowohl selbstbewusst als auch künstlerisch und literarisch gebildet auftrat.

Jedenfalls wollte Heller weg von daheim und hinaus „in die Welt“ (aufsteigender Mondknoten in 10), da er seine Entfaltung auf Anerkennung in der Aussenwelt richtete, wo er diese ja auch fand.

Vordergründig könnte man den Eindruck haben, Heller, der sich seit seinen Anfängen als Moderator der „Musicbox“ beim damals neuen österreichischen Pop- Musiksender Ö3 Andreas bzw. später André nannte und schon in jungen Jahren aussergewöhnliche Erfolge als Liedermacher und Chansonnier zu verzeichnen hatte, hätte ein übermässig aufgeplustertes Ego (Sonne als AC-Herrscherin in Widder), und seine ungewöhnliche Selbst-Darstellung bei diversen Auftritten trug zum Bild des leicht überdrehten, verrückten Künstlers noch das ihre bei. Doch auch wenn Aszendent und Sonne nach aussen feurig strahlen, so verbirgt sich hier doch ein äusserst sensibler, zart- und feinfühliger Charakter hinter einer starken Wasser-Betonung im Horoskop.

Wenn wir bedenken, dass Heller nur wenige Stunden vor Neumond geboren wurde, mit einer starken Widder-Sonne und einem schon sehr geschwächt auf sie zulaufenden Mond in den letzten Minuten des Fische-Zeichens (also noch kein echter Neumond im selben Zeichen), dann begreifen wir vielleicht besser, warum aus diesem Kind ein ungewöhnlicher Mensch wurde, der sich seinen ganz speziellen Platz im Leben suchen musste. Ein Mensch, der kurz vor Neumond geboren wird, lebt ja in einer starken und ständigen Erwartungshaltung, er fühlt sich vom Schicksal abgehoben und etwas orientierungslos, nie ist alles ganz perfekt, und es fehlt immer ein bisschen etwas zur persönlichen Zufriedenheit. Er kann sich aber auch mehr erlauben als andere, gilt ein bisschen als „bunter Hund“, der sehr subjektiv ist, immer von seinen eigenen Wahrnehmungen ausgeht, die für ihn identisch sind mit der Welt, in der er sich befindet, und sich von niemandem etwas sagen lässt.

Ein Mensch, der wie Heller mit einem Fische-Mond geboren ist, hat ein feinfühliges Naturell, ein gutes Gespür für Dinge, er nimmt gerne alles auf, was um ihn herum geschieht, und kann geradezu mit der Umgebung verschmelzen, er flüchtet aber auch oft in eine Phantasiewelt. Genau das tat der kleine Franzi, vor allem, wenn er allein zu Hause war. Mit dem Mond im 8. Haus spürte er wenig Geborgenheit und Zugehörigkeit zu seiner Familie, er ist aber sehr neugierig, hat eine intensive Wahrnehmungsfähigkeit und das Bedürfnis, den Dingen auf den Grund zu gehen, um verborgene Dinge aufzuspüren. Dabei lässt er sich von allem berühren, kann sich kaum entziehen und entwickelt tiefe, begeisterte Gefühle.

Neben dem Mond stehen auch noch Merkur und Mars im Wasser-Zeichen Fische, beide im 7. Haus, und sind ebenfalls für die reiche Phantasie, die sich mit einer gewaltigen Bildersprache zum Ausdruck bringen will, verantwortlich. Der Fische-Merkur im 7. Haus steht für einen Menschen, der gut und einfühlsam mit anderen kommunizieren kann, er gilt aber auch als geistreicher, brillanter Kritiker (Merkur Konjunktion Mars), der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Schliesslich hat Heller seiner Phantasie in mehreren Romanen, Erzählungen, Gedichten und Liedertexten Ausdruck verliehen. Die dichterische Begabung zeigt sich auch im gradgenauen Quincunx-Aspekt zwischen dem Fische-Merkur und Neptun, der Hellsichtigkeit, Intuition, künstlerisches Talent und eine soziale Gesinnung verleiht. Und dass er oft Entscheidungen trifft, für die es keine rationale Erklärung gibt, kommentiert Heller damit, dass sie „oft aus einer geheimnisvolle Tiefe kommen“ (Mars in Fische).

Auch wenn bisweilen der Eindruck entstehen könnte, dass Heller ein ego-zentrierter, sich selbst genügender Charakter ist, so belehrt uns doch der betonte 3. Quadrant seiner Radix, dass er sehr wohl auf andere Menschen, den Kontakt und die Auseinandersetzung mit ihnen angewiesen ist. Er braucht die Resonanz seiner Umgebung und seiner Mitmenschen, um sich wohlzufühlen – und was wären denn seine vielfältigen Shows und Spektakel ohne das Publikum, das sich davon begeistern lässt, denken wir nur an Zirkus Roncalli, Flic Flac, Theater des Feuers, Begnadete Körper, Luna Luna, Wintergarten Variété, das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur, Magneten, Africa Africa sowie die Inszenierung zur eröffnung der deutschen Fussball-WM 2006 – um nur einige seiner künstlerischen Projekte zu nennen. Dazu kommen die Gartengestaltungen von Gardone am italienischen Gardasee sowie seit neuestem in Marrakech/Marokko.

Die Wassermann-Venus im 6. Haus, die das 3. und das 10. Haus beherrscht, liefert uns einen Hinweis nicht nur auf aussergewöhnliche und bemerkenswerte Frauen, mit denen Heller im Lauf seines Lebens zusammen war (etwa Erika Pluhar, Gertraud Jesserer, Marie Colbin, Andrea Eckert und Albina Bauer) – wobei Beständigkeit und Treue in einer Partnerschaft einer Wassermann-Venus nicht in die Wiege gelegt ist -, sondern verweist auch auf die berufliche Beschäftigung mit Kunst, mit ungewöhnlichen künstlerischen Darbietungen, exzentrische Selbstdarstellung und die Durchdringung auch seines Alltags mit Kunst. Heller liebte es ja auch, durch Kunst zu provozieren, weshalb er vor allem in seiner Jugend als „Bürgerschreck“ galt: man denke z.B. an seinen eigenen TV-Nachruf „Wer war André Heller?“ aus dem Jahr 1972 (da war er 25), an sein Theaterstück „King Kong King Mayer-Mayerling“ aus dem selben Jahr, mit dem damals die Wiener Festwochen eröffnet wurden, oder an „Heurige und gestrige Lieder“, wo er 1979 gemeinsam mit Helmut Qualtinger Wiener Lieder mit neuen, schaurigen und provokativen Texten versah.

Auch spätere, grossartig geplante Projekte bewegten sich oft am Rande der Durchführbarkeit – aber genau das reizte Heller, dem es gefällt, Grenzen auszuloten, das Unsagbare, Transzendente fassbar zu machen (Saturn in 12) und sich am Rand dessen zu bewegen, was dem Publikum gerade noch zumutbar ist. Er betreibt eine Kunst der Avantgarde, die aber immer noch die Erdung des Vermittelbaren hat (Sonne Trigon Saturn), und auch wenn sie dem Kitsch manchmal nahekommt, dennoch das Gegenteil von konventionellem Kunstgenuss ist.

Uranus, der Herrscher des 7. Hauses, steht eleviert in Zwillinge im 10. Haus und weist nicht nur auf einen freien, ungewöhnlichen Beruf hin, auf einen Beruf, der viel Spannung, Abwechslung und Herausforderung bietet, sondern auch auf einen wechselhaften Schicksalsverlauf und viele neue berufliche Ziele. Wie kaum ein anderer verstand und versteht es André Heller, sich im Laufe seines Lebens immer wieder neu zu erfinden und uns, sein Publikum, immer wieder zu überraschen mit seinen Ideen – zuletzt mit seinem Garten-, Park- und Skulpturen-Projekt „Anima“ im marokkanischen Marrakech sowie einem Gesprächsband mit seiner 102-jährigen Mutter. Er ist sozusagen ein Allrounder der Kunst, der sich allen Kategorisierungen stets entzogen hat; aber auch sein Leben könnte man als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Politisch als links-liberal einzustufen, hat er sich nie mit den Machthabern „ins Bett gelegt“, sondern trotz Wahlempfehlungen etwa für Bruno Kreisky nicht mit Kritik an dessen Politik gespart, wo es ihm notwendig erschien. Als Friedensaktivist war er 1993 maßgeblich an der Organisation der grössten Kundgebung in der 2. Republik, dem Lichtermeer, beteiligt.

Mit der Wassermann-Venus ist auch ein ausserordentliches Talent für Freundschaften verbunden, von dem alle sprechen, die Heller näher kennen und die seine Präsenz und Aufmerksamkeit in Begegnungen und Gesprächen als herausragende Eigenschaften beschreiben. Davon berichten nicht nur langjährige Weggefährten, sondern auch Freundinnen, die nach oft schmerzvoller Trennung von Heller zu einer tiefen Form von Freundschaft mit ihm gefunden haben.

Es ließe sich noch vieles sagen über diesen aussergewöhnlichen Menschen, der in den letzten Jahren der Spiritualität in seinem Leben mehr und mehr Raum gab und sich vom „Enfant terrible“ zum immer mehr in sich ruhenden, aber niemals mit sich zufriedenen Menschen entwickelt hat, der sein Leben nie vergeuden wollte, sondern stets die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit suchte. Für heute sage ich nur: Alles Gute zum 70. Geburtstag, André Heller, wir freuen uns auf noch viele kreative Überraschungen von Ihnen!

Das neue astrologische Jahr

Am 20. März 2017 um 11.29 MEZ tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Widder ein, das bedeutet nicht nur den Frühlingsbeginn in der nördlichen Erd-Hemisphäre, sondern auch den Beginn des neuen astrologischen Jahres, das im Zeichen der Sonne steht. Somit geht das kämpferische und konfliktreiche Mars-Jahr zu Ende, das uns aggressive Auseinandersetzungen, riskante Unternehmungen, harte Wahlkämpfe, Schlammschlachten, Terroranschläge bis hin zu unerbittlichen Kriegshandlungen gebracht hat. Die Sonnen-Energie steht hingegen für alles Lebensbejahende, für unser Selbstbewusstsein, unsere Vitalität, Schaffenskraft, für Selbständigkeit, Handlungsfähigkeit, Selbstvertrauen und Selbstverwirklichung, für Kreativität und Grossmut. Wir können Freude an Spiel, Sex und Vergnügungen haben und mit unseren ganz persönlichen Ausdrucksmöglichkeiten die grosse Weltbühne bevölkern. Natürlich besteht hier auch die Gefahr von autoritärer Selbstherrlichkeit und arrogantem Hochmut oder übertriebenem Stolz.

Wenn wir den Sonnen-Eintritt in das Widder-Zeichen für den Standort Wien berechnen, erhalten wir einen Krebs-Aszendent. Der Mond als Aszendenten-Herrscher steht in Schütze im 6. Haus und in enger Konjunktion mit Saturn. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Gefühl für Sicherheit im Alltag entweder unrealistisch übersteigert ist oder sich durch permanente Unzufriedenheit äussert. Vielleicht beschränken wir uns lieber auf das, was wir schon kennen, statt neue Chancen zu ergreifen, die uns viel breitere Zukunftsperspektiven eröffnen könnten, als wir uns vorstellen können. Und es kann zu weiterer Intoleranz gegenüber anderen Staatsangehörigen oder deren Religionen führen, vor allem weil wohl ein wunder Punkt angesprochen wird (Mond/Saturn im Quadrat zu Chiron), den wir uns aber nicht eingestehen. Hier wäre es sinnvoll zu erkennen, dass persönliches und gemeinsames Wachstum nur stattfinden kann, wenn Probleme überwunden werden, und das wiederum setzt einen realistischen Optimismus und Vertrauen in uns selbst und unsere Mitmenschen voraus. Mond und Saturn sind ja die Herren von Aszendent und Deszendent. Dass sie so eng beisammen stehen, gibt Hoffnung auf ein besseres Miteinander.

Natürlich ist auch unsere Regierung gefordert. Die Sonne steht in diesem Wien-Horoskop an höchster Stelle, allerdings unaspektiert. Es könnte sein, dass uns die „Herrschenden“ doch etwas abgehoben erscheinen, ohne Verbindung zu den Staatsbürgern und deren Ängsten. Positiv ist, dass die Sonne auf Venus zuläuft und daher diplomatisches Geschick und kreative Lösungen verspricht. Nur leider ist Venus rückläufig, sodass sich diese Lösungen oder sozialen Ausgleiche vermutlich verzögern werden. Immerhin haben die Regierenden mehrere Instrumente bei der Hand, mit denen sie ihre Vorstellungen verwirklichen können. Andernfalls könnte „das Volk“ (Pluto in 7) das Heft selbst in die Hand nehmen und seine Stärke zeigen.

Dank der Jupiter-Uranus-Opposition könnte es zu überraschenden Entwicklungen im Positiven wie im Negativen kommen, die mit vermehrter Unruhe und Impulsivität einhergehen, das Quadrat zwischen Jupiter und Pluto wäre aber auch ein Hinweis darauf, dass uns das rechte Augenmaß fehlt, wir zu einem Schwarz-Weiss-Denken neigen und daher leicht von einem Extrem ins andere fallen können. Vielfach kann hier der Wunsch bestehen, im weltanschaulichen Bereich Einfluss zu nehmen (das könnte sich ins Fanatische steigern), gleichzeitig werden überhöhte Ansprüche geltend gemacht, es existieren aber auch Ängste vor „Überfremdung“, die als ausserordentlich machtvoll erlebt werden können. Dabei lässt sich die Energie, die mit Jupiter Opposition Uranus und Jupiter Quadrat Pluto am Werk ist, vor allem dann konstruktiv einsetzen, wenn Qualitäten wie Beharrlichkeit und Beständigkeit integriert werden, die das Trigon zwischen Saturn und Uranus gleichzeitig für uns bereithält. Auch wäre es hilfreich, sich von religiösen Zwängen aller Art zu befreien und weltanschauliche Überzeugungen nicht als Druckmittel einzusetzen. Wir sollten die bevorstehende kämpferische Widder-Energie (Neumond am 28. März) vielmehr dafür nützen, uns für Dinge einzusetzen, um die es sich zu kämpfen lohnt: Liebe, Vertrauen, Grossherzigkeit.

Falco zum 60. Geburtstag – in memoriam

Der österreichische Musiker Hans Hölzel, berühmt geworden unter dem Künstlernamen Falco, wäre am 19. Februar 2017 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gibt es zahlreiche Medienberichte über sein Leben und sein Schaffen, ebenso über seinen frühen Tod vor 19 Jahren. Doch wie lässt sich diese schillernde Persönlichkeit astrologisch fassen? Was sagt uns das Horoskop über den Mensch Hans Hölzel und den Künstler Falco?

Geboren wurde er 1957 in Wien als einziger Überlebender von Drillingen. Allerdings kursieren unterschiedliche Geburtszeiten. Während Lois Rodden bei Astrodata ebenso 13.15 MEZ angibt wie die französische Seite Astrotheme, findet sich bei astroschmid.ch die Geburtszeit von 0.30. Ich gehe allerdings von 13.15 aus, da ich diese Zeit für das Horoskop stimmiger finde.

Falco hat hier einen Krebs-Aszendent und das MC in Fische. Beides weist ihn als extrem sensiblen, künstlerischen Menschen aus, für den das Thema Familie sehr bedeutend ist. Wie wir aus seiner Biographie wissen, ist Falco privat aufgeblüht, als ihm seine Freundin und spätere Frau Isabella die vermeintliche Tochter Katharina Bianca gebar. Als sich Jahre später herausstellte, dass die Kleine nicht Falcos Kind war, brach für den Musiker eine Welt zusammen. Bereits nach einjähriger Ehe hatte er sich von Isabella getrennt, zu Katharina Bianca hielt er aber noch länger Kontakt.

Ein Krebs-Aszendent wünscht sich vor allem Wärme und Geborgenheit, doch Falco wurde in eine krisenhafte Umgebung hineingeboren; der Vater verliess die Familie, als der Junge 10 Jahre alt war. Wie die Beziehung zum Vater davor war, wissen wir nicht, nach der Trennung der Eltern war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn jedenfalls distanziert. Seine seelische Identität (Krebs) fand Falco bei seiner Mutter, mit der er sich lebenslang eng verbunden fühlte.

Der Mond als AC-Herrscher steht in Falcos Horoskop im Zeichen Skorpion im 5. Haus. Er bildet eine enge Konjunktion mit Neptun. Skorpion ist ja ein sehr gefühlsintensives, auch vorstellungsbezogenes Zeichen, das ein totales Sich-Einlassen erfordert, was meist nicht ohne Schmerzen vor sich geht. Ein Mensch mit einem Skorpion-Mond hat kontrollierende und suggestive Gefühle, er setzt sich ständiger psychischer Bewertung durch andere aus, kann ein emotionales Kraftfeld um sich bauen, kennt aber auch emotionale Fixierungen und Abhängigkeiten, was oft zu Gefühlsausbrüchen führen kann. Da er den Dingen auf den Grund gehen will, gibt sich nicht mit oberflächlichen Erklärungen zufrieden und er hat den starken Wunsch, das Leben in aller Intensität wahrzunehmen. Damit einher geht eine immense Leidensfähigkeit, aber auch eine starke emotionale Kraft und Leidenschaft, die sich mit einer gewissen Hartnäckigkeit die eigene Realität schafft. Um seine Umgebung interessanter zu machen, konnte er schon mal ein kleines Drama inszenieren. Auch können fixe Vorstellungen zwanghaft und lebensbestimmend werden, was innere Krämpfe verursacht. Die fixen Bilder und Vorstellungen, die sich inspirierend auf die Phantasie auswirken, kommen jedoch als starke kreative Kräfte dem künstlerischen Ausdruck zugute.

Das Bedürfnis nach emotionaler Nähe ist gross, und wenn den wahren Bedürfnissen nicht entsprochen wird oder wenn er ureigene Gefühle verleugnen muss, kann dieser Mensch sehr wütend werden, was auch leicht in destruktives Verhalten ausartet. Da er seine emotionale Sicherheit durch Leidenschaft und Sexualität zu erreichen meint, kann auch sexuelle Besessenheit auftreten.

Fast immer gibt es vor der Geburt Krisenerlebnisse der Mutter, die sich in einer schwierigen Lage befindet und ihre Machtlosigkeit spürt. Bei Falco trat die Krise bei der Geburt selbst auf, indem nämlich seine beiden Geschwister starben, und nur er am Leben blieb. Vermutlich ist er von seiner Mutter als einziger Sohn übermäßig geliebt und behütet worden, was auch die starke emotionale Bindung zur Mutter erklärt, von der er sich nur schwer lösen konnte. Es ist aber anzunehmen, dass die Mutter ihn subtil manipuliert und durch ihre totale Hingabe an sein Leben und seine Karriere wohl auch unbewusste Schuldgefühle in ihm ausgelöst hat (Mond in Skorpion als AC-Herrscher).

Die Konjunktion zwischen Mond und Neptun ist aber auch für ein diffuses Gefühlsleben, emotionale Orientierungslosigkeit verantwortlich und kann bei einem Mann dazu führen, dass er Frauen idealisiert und süchtig wird nach ihren Zärtlichkeiten, sich aber auch leicht von Frauen täuschen lässt und möglicherweise sogar zum Opfer wird. Auch eine Suchtproblematik lässt sich daraus ablesen, denn Drogen und Alkohol enthemmen und ermöglichen, das Gefühl von Grenzenlosigkeit zu spüren. Selbstverständlich kann das vollständige Eintauchen in Musik die gleiche Wirkung haben.

Der Mond läuft in eine Opposition zu Mars, was sich oft durch zynische und pointierte Äusserungen bemerkbar macht, die andere leicht verletzen können, dabei ist Falco aber selbst sehr verletzlich und versucht, sich durch einen gewissen Humor und Zynismus zu schützen.

Der Mond bildet ferner ein Quadrat zu Merkur und ein Quadrat zu Uranus. Für ein T-Quadrat ist aber der Orbis zwischen Merkur und Uranus, der noch dazu rückläufig ist, zu gross. Das Quadrat zwischen Mond und Uranus weist auf eine schwierige Geburtssituation hin und bringt zum Ausdruck, dass Beziehungen zu Frauen nicht unproblematisch verlaufen. Es kann immer wieder Überraschungen geben, oder die Frau bricht aus, oder er selbst geht auf emotionale Distanz und trennt sich plötzlich und ohne Vorwarnung. Eine Mond/Uranus-Spannung ist aber immer auch ein Hinweis darauf, dass er in seinen Gefühlen leicht zu irritieren war, was zu Impulsivität, Launenhaftigkeit und emotionaler Zerrissenheit führte.

Mit der Mond-Stellung im 5. Haus hat Falco natürlich auch ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und will als Künstler wichtig genommen werden.

Nicht nur Aszendent und Mond weisen auf eine sehr emotionale und kreative Persönlichkeitsstruktur hin, sondern auch die Sonne, die auf 0 Grad Fische steht. Dieser Mensch hat also einen äusserst sensiblen, einfühlsamen Wesenskern, den er sehr feinfühlig zum Ausdruck bringt. Sein Innenleben ist reich an Gefühlen und Phantasie, und er hat die Fähigkeit, sich gänzlich an etwas hinzugeben. Die Persönlichkeitsstruktur ist äusserst zerbrechlich, er ist wie eine Mimose, die sich selbst sehr wichtig nimmt; dabei kennt er grossen Weltschmerz, hat viel Phantasie, fühlt sich aber oft hilflos mit seinen grenzenlosen Wünschen, die sich oft nicht realisieren lassen und dann zu Unzufriedenheit führen. Da kann ihm sein Leben manchmal schon entgleiten und, wie ja auch geschehen, in Chaos, Sucht oder Selbstmitleid führen. Halt in sich selbst zu finden, ist ihm nicht leicht gefallen.

Die Sonne steht im Trigon zu Neptun, das machte ihn offen, beeinflussbar und durchlässig, prädestinierte ihn aber auch dafür, gleichsam mit einer Maske zu leben, sich mit Geheimnissen zu umgeben und sich als jemand darzustellen, der er in Wahrheit nicht war.

Dennoch war er auf der Suche nach etwas, das ihn gewissermaßen aus den irdischen Verstrickungen in geistige Höhen ziehen sollte. Sein Drang nach Expansion, nach Erweiterung, war gross, genauso wie auch die Hoffnung, im Ausland, in Falcos Fall in der Dominikanischen Republik, seine Kreativität steigern zu können. Von Freunden und frühen Wegbegleitern wird Falco als eigentlich schüchterner Mensch (Sonne in Fische) beschrieben. Als er erst im deutsch-sprachigen Raum und später weltweit berühmt wurde, wandelte sich diese Schüchternheit in Selbstüberschätzung, Überheblichkeit und Exaltiertheit, die ihm von vielen als Arroganz und Größenwahn ausgelegt wurde. Sein kometenhafter Aufstieg vom einfachen Bassisten in einer politischen Anarcho-Band (Drahdiwaberl) zum ersten deutsch-sprachigen Rapper, der drei Wochen lang die US-Charts anführte, hat ihn wohl in diese Überheblichkeit katapultiert. Auf der anderen Seite geben die Sonnen- und Mondstellung, beide in Verbindung mit Neptun, einen Hinweis auf eine Ich-Schwäche, auf ein schwankendes Selbstwertgefühl und Versagensängste. Nachdem „Rock Me, Amadeus“ die amerikanische Hitparade gestürmt hatte, verfiel Falco in eine tiefe Depression, da er Angst hatte, so einen Erfolg nie wieder zu erreichen. Er war süchtig nach Geltung und Beachtung, und um sich seine Schwäche und Verletzlichkeit nicht anmerken zu lassen, verfiel er eben in einen gewissen Größenwahn.

Wie sah Falcos Liebesleben aus? Die Venus im Wassermann bildet ein bereits überschrittenes Quadrat zu Mars und ein ebenfalls überschrittenes Sextil zu Saturn. Grundsätzlich erlebte Falco Nähe und Durchsetzung als zwei gegensätzliche Pole, die für ihn nur schwer vereinbar waren. Einerseits sehnte er sich nach Nähe, aber gleichzeitig wurde es ihm bei zuviel Nähe leicht zu eng, und er fühlte sich seiner Freiheit beraubt. Ging er aber seinen eigenen Weg, vermisste er schmerzlich eine harmonische Zweierbeziehung. So pendelte er zwischen den beiden Extremen hin und her; ein paar Tage, Wochen oder Jahre mit viel Nähe wechseln mit Perioden der Konfrontation, der Durchsetzung und schliesslich der Trennung. Da die Venus im 8. Haus steht, ist bei einer Beziehung das Thema Vereinnahmung immer im Raum. Falco wollte eine Partnerin ganz, er verlangte ein totales Eingehen auf ihn, was praktisch die Aufgabe ihres Eigenlebens bedeutete. Nicht jede spielte da mit. Sicher waren Beziehungen mit ihm sehr intensiv und leidenschaftlich (Venus Konjunktion Lilith), gleichzeitig sind bei dieser Haltung gegenseitige Verletzungen natürlich vorprogrammiert. Das wird auch durch die Konjunktion zwischen Venus und Chiron angezeigt.

Während er in der Arbeit gründlich, zielstrebig und ausdauernd war (Saturn steht im 6. Haus und in Opposition zu Mars), brachte er diese Konsequenz in Liebesbeziehungen nicht zustande.

Für einen Künstler ist es natürlich grossartig, das MC im Fische-Zeichen zu haben und dessen Herrscher Neptun im 5. Haus, wo sich die Kreativität bestens entfalten kann. Die Konjunktion zum Skorpion-Mond zeigt in diesem Fall auch das tiefe persönliche Bedürfnis nach kreativer Entfaltung. Das Anderthalbquadrat zwischen Neptun und dem MC zeigt ausserdem, dass das Resultat der Kreativität von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In seiner Selbstdarstellung hatte Falco einen Hang zur Grossartigkeit, was durch das Zeichen Löwe an der Spitze des 3. Hauses angezeigt ist, ebenso durch Pluto in diesem Haus, der allerdings ebenso auf den Tod von Geschwistern hinweist. Diese Pluto-Stellung bedeutet nicht nur, dass er sich mit seinen Ansichten und Meinungen durchsetzen konnte, ferner das für Rapper typische rhythmische Sprechen, sondern auch das starke Interesse für Tod, Jenseits und Tabuthemen überhaupt (das ja in mehreren seiner Songs ausgedrückt wird – „Jeanny“, „Out oft he Dark“, um nur die bekanntesten zu nennen). Auch die starke Suggestivkraft, die von ihm ausging, hat wohl mit dieser Pluto-Stellung zu tun, das bekräftigen alle, die ihn persönlich kannten. Und so wird er uns auch in Erinnerung bleiben.

Über das Tierkreiszeichen Fische 3

Fische ist ein veränderliches Wasserzeichen, sein Herrscher ist Neptun. Es ist das sensibelste und phantasievollste aller Zeichen. Fische-Geborene kennen ein besonderes Verbundenheitsgefühl, Mitgefühl und Anteilnahme mit anderen Menschen, daher zeigen sie meist große Hilfsbereitschaft, Hingabefähigkeit und soziales Empfinden, ebenso wie eine ausgeprägte Intuition und einen Hang zur Mystik oder zum Irrealen. Wenn Sie in diesem Zeichen geboren sind, können Sie aus unbewussten Quellen viel Kraft schöpfen. Auf der anderen Seite sind Sie so sensitiv, dass Sie auf Stimmungen und Gefühle, die rund um Sie herum sind, mit totaler Anteilnahme reagieren, und diese Empfindungen richtiggehend in sich aufsaugen und zu Ihren eigenen machen können. Darin könnte die Gefahr liegen, die eigenen Grenzen nicht mehr zu erkennen und sich zu sehr in anderen zu verlieren, was im schlimmeren Fall zu Erschöpfungszuständen und/oder innerer Orientierungslosigkeit führen kann. Durch die unbewusste Identifikation mit den Gefühlen anderer Menschen können Sie diese und auch deren Taten oft gefühlsmäßig begreifen, weshalb Sie auch nichts so leicht schockieren kann. Sie verstehen zwar, was Menschen tun, sind aber auch traurig über all das Schlimme, das sie tun. Da Sie sich eins fühlen mit allen, spüren Sie oft das Leid der ganzen Welt in sich. Wenn Sie Menschen nicht helfen können oder sich vielleicht enttäuscht von ihnen abwenden (aber nicht nur dann), konzentrieren Sie sich gerne auf Tiere, die Natur und die Umwelt.

Ihr Instinkt führt Sie als Fische-Geborene vielleicht dazu, sich als Opfer zu fühlen, das aufgrund seiner Gutmütigkeit von anderen ausgenützt wird, oder von Stimmungen und Launen abhängig zu sein. Ihr Leben wird oft von Träumen, Phantasien, Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen beherrscht, in denen Sie nicht schüchtern oder zaghaft sind, sondern voller Kraft und Energie. Um diese Phantasien und Sehnsüchte zu unterstützen, kommt es aber auch vor, dass Sie mit bewusstseinsverändernden Drogen (wie Alkohol, LSD oder anderen Drogen bzw. auch Psychopharmaka) experimentieren, sei es, um sich auf tiefere seelische Erfahrungen einzulassen, oder um sich die raue Wirklichkeit schöner zu färben. Der Wunsch, in eine Traum- und Phantasiewelt zu flüchten, kann leider in Chaos oder Krankheit enden.

Fische-Geborene fühlen sich aber auch selbst zu Menschen hingezogen, die ein gewisses Defizit aufweisen, sei es, weil sie krank, arm, schwach oder auf irgendeine Weise bedürftig oder süchtig sind. Ihr vielfach ausgeprägtes Helfer-Syndrom bringt sie dann dazu, sich als Retter dieser armen Geschöpfe zu fühlen, was sie nicht selten in eine Co-Abhängigkeit führt.

Häufig finden wir hier aber auch ein Interesse für Esoterik, für Psychologie, Kunst und Romantik, ebenso sind oft künstlerische oder heilende Fähigkeiten, sowohl für andere als auch für sich selbst, vorhanden. Wie sonst nur Skorpion-Geborene haben auch die Fische die Fähigkeit, sich von Krankheit oder Unglück gut zu erholen und ihre Lebensgeister wiederherzustellen. Sie können sich selbst und anderen leicht ihre Fehler verzeihen und sind nicht nur empathisch für die negativen Gefühle anderer Menschen, sondern können auch an deren Glücksmomenten so teilhaben, als wären es ihre eigenen.

Die meisten Fische-Geborenen sind eher geheimnisvolle Menschen, von einer faszinierenden Aura umgeben, aber oft nicht wirklich greifbar, nicht einmal für sich selber. Es kommt vor, dass sie für sich und andere eine bestimmte Rolle spielen, oder sie nützen ihre spezielle Begabung für die Schauspielerei (besonders im Film) oder andere künstlerisch-kreative Tätigkeiten, um Traum und Leben verschmelzen zu lassen. Auch haben sie immer wieder das Bedürfnis nach Rückzug in die Stille oder in die Abgeschiedenheit der Natur oder ans Wasser, denn dort können sie Kräfte sammeln und sich regenerieren.

Zugeordnete Körperebene: Füße, Aura, Lymph- und Hormonsystem

Juliette Gréco zum 90. Geburtstag

Die Muse der Existenzialisten, die grosse alte Dame des Chansons, sie wird am 7. Februar 2017 unglaubliche 90 Jahre alt.

Geboren 1927 in Montpellier, wuchs Juliette Gréco mit einer Mutter auf, die während des zweiten Weltkriegs in der französischen Widerstandsbewegung Résistance kämpfte. Ihr Vater stammte aus Korsika. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie 1937 im Alter von zehn Jahren bei einem schulinternen Talentewettbewerb. 1943 wurde Juliette Gréco, die sich selber auch in der Résistance engagiert hatte, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester von der Gestapo verhaftet und für mehrere Wochen in das Gefängnis von Frèsnes gebracht. Mutter und Schwester wurden später in das KZ Ravensbrück gesperrt. Zum Glück überlebten alle. Durch diese Geschehnisse blieb Juliette Grécos Verhältnis zu Deutschland begreiflicherweise distanziert, sie trat erst 1959 dort auf.

Nach dem Krieg hielt sie sich mit Gesangseinlagen in Paris über Wasser, zählte zur Künstler-Bohème der Stadt und eröffnete 1946 in Saint-Germain-des-Prés die Kellerdiskothek „Tabou“, die zu einem legendären Treffpunkt der Existenzialisten wurde. Zu ihren Stammgästen zählten Jean-Paul Sartre, Orson Welles und Marlene Dietrich; Boris Vian spielte dort Trompete. Nachdem Sartre sie singen gehört hatte und fasziniert von ihrer Stimme war, sagte er ihr eine grosse Karriere voraus und bot ihr an, zwei seiner Gedichte auszusuchen, die von Joseph Kosma vertont und von Juliette Gréco 1949 öffentlich dargeboten wurden. Daraufhin schrieben auch andere SchriftstellerInnen Texte für sie, zu den bekanntesten zählen Françoise Sagan, Jacques Prévert, Albert Camus und François Mauriac. Gleichzeitig trat sie auch als Schauspielerin am Theater auf und bekam diverse Filmrollen. Ihre Anhänger feierten sie als „Königin der Existenzialisten“ oder als „Muse von Saint-Germain-des-Prés“.

Das Privatleben von Juliette Gréco verlief keineswegs in ruhigen Bahnen. Sie war dreimal verheiratet und hatte zahlreiche Affären – auch mit Frauen, wie sie bekannte. Ihre dritte Ehe mit dem um einige Jahre jüngeren Pianisten und Arrangeur Gérard Jouannest ist immer noch aufrecht, die beiden leben in der Nähe von Paris.

Obwohl sie nie die Popularität einer Edith Piaf erreichte – dafür waren ihre Chansons zu politisch, zu intellektuell und teilweise auch zu erotisch – konnte sie sich doch mit ihrer charakteristischen dunklen Stimme über die Jahrzehnte im Beruf halten und ist bis vor kurzer Zeit noch aufgetreten. Ein geplantes Konzert in der Zürcher Oper am 19. Januar 2017 im Rahmen ihrer Abschiedstournee musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden.

Sehen wir uns das Leben dieser „Grande Dame de la Chanson“ einmal aus astrologischer Sicht an.

Eine Frau mit einer Wassermann-Sonne braucht viel Abwechslung und Spontaneität, Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Mit Autoritäten tut sie sich eher schwer. Auf das Haus, in dem die Sonne steht, wird der Fokus im Leben gerichtet. Im Fall von Juliette Gréco ist es das 5. Haus, das bedeutet Kreativität als Weg der Selbstverwirklichung, und zwar mit einer ganz persönlichen Note. Sie will auf der Bühne stehen, sich aber nicht anpassen, sondern autonom und unabhängig bleiben. Dazu kommt, dass im 5. Haus ausser der Sonne auch noch Merkur, Jupiter und Venus stehen. Venus als Herrscherin des Waage-Aszendenten ist somit Geburtsgebieterin, sie steht im sensiblen und künstlerischen Fische-Zeichen in Konjunktion mit Jupiter und unterstreicht die künstlerische Komponente. Im 5. Haus finden wir Lebensfreude, Kreativität, auch Spiel – das Spiel mit der Liebe etwa. In ihrem Innersten ist sie selbst verspielt und jugendlich geblieben. Diese Konstellation bringt aber auch eine gute Portion Eitelkeit und Selbstverliebtheit mit sich. Juliette Gréco will ihre Vorstellung von Kunst und Ästhetik auf jeden Fall verwirklichen, aufgrund ihrer künstlerische Tätigkeit aber auch anerkannt, bewundert und letztlich geliebt werden. Denn mit der Fische-Venus in Konjunktion mit Jupiter ist ihr natürlich auch der Gefühlsbereich enorm wichtig. Das inkludiert auch eine grosse Naturverbundenheit, eine Liebe zur Schöpfung, zu allem, was existiert, zu Musik und Kunst. Eigenschaften wie Charme, Grosszügigkeit und Toleranz kommen in ihrem Wesen wie selbstverständlich zum Ausdruck. Da sie sich unter Menschen mit einer natürlichen Sicherheit bewegt und direkt und offen auf andere zugeht, kommt sie auch sehr gut an. Ohne viel dafür tun zu müssen, versteht sie es, einen positiven Eindruck zu hinterlassen und andere für ihre Ideen zu begeistern.

Ein Mensch mit einem Waage-Aszendent zeichnet sich meist durch ein charmantes, liebenswürdiges, geselliges Wesen aus und umgibt sich gerne mit schönen Dingen, legt Wert auf ein ästhetisches und angenehmes Äusseres und achtet auch sehr aufs eigene Outfit, auf geschmackvolle Kleidung. Juliette Gréco war und ist dafür bekannt, dass sie am liebsten in schwarzen Kleidern auftritt. Damit brachte sie nicht nur die „Trade Mark“ der Existenzialisten auf die Bühne, sondern schuf dadurch auch ihre eigene unverwechselbare Marke.

Beziehungen sind sehr wichtig für eine Person mit Waage-Aszendent, sie ist stark auf andere Menschen bezogen, sie muss sich über diese selbst erfahren, daher kann sie trotz aller Freiheitsliebe nur schwer allein leben. Doch auch wenn sie verliebt ist, sucht sie in einer Beziehung Selbständigkeit und Unabhängigkeit, sie flirtet gerne und will auch immer wieder gerne verführt werden. Ihr Mars steht im 8. Haus, als Herrscher des 7. Hauses: mit dieser plutonischen Position ist es ihr vermutlich nicht schwer gefallen, todesmutig in einer Widerstandsbewegung wie der Résistance zu kämpfen, wo sie auch in Gefahrenbereiche und Grenzsituationen geriet. Die Stellung des Mars in Stier verleiht eine starke sexuelle Energie, sie macht sinnlich und leidenschaftlich, aber auch besitzergreifend. Wir können davon ausgehen, dass Juliette Gréco auch Männer mit diesen Eigenschaften angezogen hat.

Kontakte und Beziehungen knüpft die Sängerin am liebsten mit Menschen, die ebenso offen und tolerant sind wie sie selbst. Auch der Jugend gegenüber ist sie sehr aufgeschlossen und förderte in den 1950-er Jahren junge Chanson-Talente wie Serge Gainsbourg oder Leo Ferré. In ihre Liebesbeziehungen bringt sie dank der Venus-Jupiter-Konjunktion viel Idealismus und Begeisterung ein, vielleicht zu viel, denn fast immer weicht die Beziehungsrealität von den romantischen Vorstellungen ab. Dann kommt jedoch das gradgenaue Venus-Saturn-Quadrat zum Tragen: es spiegelt das wider, was Juliette Gréco über ihre Kindheit mitteilt: dass sie sich nämlich ungeliebt fühlte bzw. sich Liebe durch gewisse Leistungen erst verdienen musste. Dieses Muster wirkt unbewusst auch im Erwachsenenalter nach und kann für Beziehungen sehr unglückliche Folgen haben. Liebe ist in gewisser Weise an Bedingungen geknüpft, so empfindet sie es jedenfalls, daher bemüht sie sich, in einer Partnerschaft die Verantwortung für ihr eigenes Wohlbefinden und das ihres Partners zu übernehmen, um so die für sie so wichtige Sicherheit und Stabilität zu erlangen.

Das führt uns zum nächsten wichtigen Horoskop-Faktor, dem Mond, Indikator für seelische Bedürfnisse und Empfindungen, für die Wahrnehmung der Mutter und die Empfänglichkeit für äussere Eindrücke und Reize. Der Mond steht in Juliette Gréco’s Radix in Stier und im 8. Haus. Ein Stier-Mond braucht Geborgenheit und emotionale Sicherheit – aber bekommt er diese im 8. Haus? Er liebt es, in einer vertrauten Umgebung Ruhe, Entspannung, Körperkontakt und Sinnlichkeit zu geniessen. Kann er das im 8. Haus? Dort geht es um emotionale Intensität, um Bereiche, die nicht an der Oberfläche bleiben, wie zum Beispiel Sexualität, Seelenqualen, emotionalen Stress und sogar den Tod. Die Mutter war in der Résistance tätig, das bedeutete, dass ihr Leben jeden Tag bedroht war. Wie sollte sie ihrer Tochter Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, nach der sich diese doch so sehnte? Wie erlebt ein junges Mädchen die Internierung in einem Gestapo-Lager, wie geht sie damit um, dass Mutter und Schwester aus politischen Gründen Jahre im KZ verbringen müssen? Durch diese gefühlsmäßig intensiven Erlebnisse wird sie schon im frühen Jugendalter aufgewühlt und für ihr weiteres Gefühlsleben geprägt.

Bemerkenswert im Horoskop von Juliette Gréco sind ausserdem 3 Yod-Figuren. Eine Yod-Figur (auch Finger Gottes genannt) besteht aus 2 Quincunxen und einem Sextil, wobei der Planet an der Spitze der beiden Quincunxe eine Schlüsselstellung innehat. Wer in seinem Geburtshoroskop ein Yod hat, wird oft mit einer Bestimmung oder auch mit schicksalshaften Ereignissen konfrontiert (Tod, Naturkatastrophen etc.), denen sich dieser Mensch nicht entziehen kann, die ihn aber auch zu einer Aufgabe herausfordern. Juliette Gréco hat gleich 3 Yod-Figuren in der Radix, die Schlüsselplaneten bzw. -punkte sind der Mond, Saturn und der Aszendent, ausserdem sind noch Venus, Jupiter und das MC beteiligt.

Die Mond-Saturn-Spannung drückt aus, dass Juliette Gréco schon als Kind den Ernst des Lebens kennengelernt hat und nur beschränkt ein ausgelassenes und fröhliches Kind sein durfte. Ihrer Mutter war die Pflichterfüllung im Dienst des Vaterlandes wichtiger als das Wohlbefinden ihrer Tochter, die die Haltung ihrer Mutter zwar verstand und auch unterstützte, aber dennoch unter dem Liebesdefizit litt. Dieser frühe Liebesmangel wirkte sich über den Aszendenten (AC) ganz unmittelbar auf die Persönlichkeit Juliette Gréco’s aus und weiter auf ihre ständige und übermäßige Sehnsucht nach Liebe (Venus Konjunktion Jupiter in Verbindung mit Mond und AC), die wohl nur selten vollständig erfüllt wurde. In ihren oft melancholischen Chansons können wir dieser unerfüllten Liebessehnsucht nachspüren (z.B. in Les feuilles mortes – die toten Blätter).

Doch auch die sinnlich-erotische Komponente (Fische-Venus mit Jupiter in 5) kommt in Juliette Gréco’s Chansons nicht zu kurz, man denke nur an das frivole Lied „Déshabillez-moi“ (Ziehen Sie mich aus). Darin fordert sie einen Mann auf, sie möglichst langsam und zärtlich zu entkleiden, um ihre Lust auf ihn zu wecken, und wenn das vollbracht ist, sagt sie ihm: „Und Sie, ziehen Sie sich aus!“ Und dass sie mit diesem und anderen Chansons, Auftritten und Filmen weltberühmt wurde, hat natürlich auch mit Venus-Jupiter zu tun, die ein Trigon zum MC bilden und somit Erfolg auf künstlerischem Gebiet verheissen. Das Sextil zwischen Mond und MC verleiht Popularität. Auch wenn es in den letzten Jahren ruhiger geworden ist um sie, so hat sie doch das vom nördlichen Mondknoten am MC vorgegebene Lebensziel, nämlich sich der Öffentlichkeit zu Verfügung zu stellen, erreicht.

Zum 90. Geburtstag wünschen wir Juliette Gréco alles Gute und hoffentlich noch viel Zeit in Gesundheit und Wohlbefinden.

Shirley Bassey zum 80. Geburtstag

Die britische Sängerin Shirley Bassey wurde am 8. Jänner 1937 in Tiger Bay am Hafen von Cardiff/Wales als jüngstes von insgesamt 10 Kindern ihrer aus Nordengland stammenden Mutter geboren. Ihr Vater war ein nigerianischer Seemann, der die Familie verließ, als Shirley 2 Jahre alt war. Den Hinweis auf den fehlenden Vater bekommen wir in ihrem Horoskop durch die Sonnenstellung im 12. Haus. Als Kind dürfte sie zudem sehr schüchtern gewesen sein und sich, trotz der grossen Geschwisterschar, oft einsam gefühlt haben. Die Sonne bildet ein Trigon zu Neptun im 7. Haus und drückt die Sehnsucht nach dem fehlenden Vater aus, die sich später in Shirleys Hingezogensein zu älteren Partnern zeigte, von denen sie offensichtlich eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls erhoffte.

Doch die Steinbock-Sonne und der Aszendent im selben Zeichen machen das Mädchen trotz ungünstiger Voraussetzungen – die Familie lebte jahrelang am Existenzminimum und ohne Vater – zielstrebig und ausdauernd. Vor harter Arbeit schreckt sie nicht zurück. Mit 15 bricht sie die Schule ab (Uranus an der Spitze des 3. Hauses) und arbeitet in einer Wurstfabrik sowie als Kellnerin in Cardiff, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, tritt aber auch bereits singend in Pubs und Kneipen auf. Das Singen war ihr offenbar in die Wiege gelegt worden, denn es bereitet ihr von Kindheit an Vergnügen. Der Geburtsherrscher Saturn im künstlerischen Fische-Zeichen weist darauf ebenso hin wie die Venus in Fische, als Herrscherin des 3. Hauses (Selbstdarstellung, Kommunikation). Beide Planeten stehen noch im insgesamt betonten 1. Haus. Hier finden wir die Sehnsucht nach Erfolg und künstlerischer Selbstdurchsetzung und auch einen gewissen Ehrgeiz im künstlerischen Bereich, gleichzeitig aber auch effektive Willensstärke und Durchsetzungskraft.

Die Kombination von vielen Wasser- und Erdzeichen in einer Radix sind meist ein Hinweis auf künstlerischen Erfolg, da zu Sensibilität, Intuition, Empathie und Einfühlungsvermögen die Fähigkeit kommt, Herausforderungen anzunehmen und Dinge gut umzusetzen, und natürlich auch (Steinbock!!) Disziplin und Ausdauer, die gerade in den künstlerischen Anfängen von besonderer Wichtigkeit sind.

Die eigentlichen Talente zeigt uns jedoch der Mond, der in Shirley Bassey’s Horoskop in Skorpion und im 9. Haus steht, sehr nahe am MC, daher eleviert ist und von der Öffentlichkeit stark wahrgenommen wird, das heisst, Shirley Bassey hat eine charismatische Ausstrahlung, sie weiss ihr Publikum zu faszinieren, ist beliebt und populär, was ihrem Bedürfnis nach öffentlicher Anerkennung entgegenkommt. Der Skorpion-Mond verkörpert aber auch eine starke emotionale Kraft, brodelnde Gefühle, Intensität und Leidenschaftlichkeit, eine starke Triebnatur in Verbindung mit einer unheimlichen Wunschkraft. Die Stellung im 9. Haus zeigt eine immense Reiselust und Fernweh an, auch das Bedürfnis nach einem Wohnsitz im Ausland. In einem Interview sagte Shirley Bassey einmal, sie hätte jeden Beruf ergriffen, der ihr ferne Reisen ermöglicht hätte. Doch ihr eigentliches Talent liegt natürlich im Singen, dem sie mit Stimmgewalt und einem ungewöhnlich markanten Timbre (Uranus in Stier und in Opposition zu Mars) Ausdruck verleiht. Die Leidenschaftlichkeit und Alles-oder-Nichts-Haltung, die einem Skorpion-Mond zu eigen ist, der zu Pluto nicht nur ein Trigon bildet, sondern auch in Rezeption zu ihm steht, zeigt sich wohl besonders typisch in dem Song „Never Never Never“ (https://www.youtube.com/watch?v=pzkYpx_-V1Y).

Der Skorpion-Mond steht auch für eine besonders intensive Beziehung und enge Bindung an die Mutter. Tatsächlich übte Shirleys Mutter Eliza einen grossen Einfluss auf ihre jüngste Tochter aus, denn sie soll selbst sehr gerne gesungen haben. Doch ein Skorpion-Mond zeugt auch von einem tiefgründigen und leidenschaftlichen Gefühlsleben, in dem Sexualität schon früh eine grosse Rolle spielt. Mit 16 wurde Shirley Bassey das erstemal schwanger und brachte die Tochter Sharon zur Welt, die jedoch in den ersten Jahren von einer ihrer Schwestern aufgezogen wurde, denn Shirley Bassey verfolgte damals schon ihre Gesangs-Karriere.

1955 wurde sie während eines Auftritts im Londoner Astor-Club vom Talente-Scout Michael Sullivan entdeckt, der aus ihr einen Star machen wollte. In den 1950er Jahren hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Christmas-Show des Komikers Al Read in London. Mit 19 (1956) brachte sie ihre erste Single „Burn My Candle (At Both Ends)“ heraus. Später war sie Stammgast in britischen Fernsehshows. In den 1960er Jahren verließ sie England und übersiedelte nach Las Vegas (Mond in 9 wird verwirklicht). Ihren weltweiten Durchbruch schaffte sie im Jahr 1964, als sie den Titelsong zu dem James Bond-Film “Goldfinger” sang, dem noch zwei weitere Titel für James Bond-Filme folgten („Diamonds Are Forever“ und „Moonraker“). Ihre mondäne Erscheinung unterstrich die Sängerin mit majestätisch wirkender Bühnengarderobe. Bei ihren Live-Auftritten stand sie in ihrer ganzen Erscheinung für Glanz und Glamour, sie “spielte die Diva” (Sonne in 12, Venus in Fische). Ihre Interpretationen von einer Vielzahl klassischer Songs sind als dramatisch zu bezeichnen. Innerhalb von 30 Jahren hatte die Sängerin 29 Alben veröffentlicht. Damit gehört sie zu den produktivsten Künstlerinnen der internationalen Musikszene. Mit 32 Hits in den britischen Single-Charts über einen Zeitraum von 50 Jahren (1957-2007) sowie 35 Hit LPs ist sie die erfolgreichste weibliche Chart-Sängerin Grossbritanniens aller Zeiten.

Shirley Basseys Privatleben blieb jedoch nicht von Problemen und Schicksalsschlägen verschont. Sie selbst äusserte einmal „Du kannst keinen Erfolg haben ohne Schmerz und Opferbereitschaft.“ Wir können davon ausgehen, dass sie mit ihrer Fische-Venus sich mit voller Hingabe und grenzenloser Intensität auf die Liebe eingelassen hat, was sie aber auch sehr verletzlich macht. Ihre erste Ehe mit Kenneth Hume (geschlossen 1961) wurde vier Jahre später geschieden, und ihr Mann beging später Selbstmord. Auch die zweite Ehe mit dem italienischen Produzenten Sergio Novak endete 1977 mit einer Scheidung. Es ist sicher schwierig, Pluto gradgenau am Deszendenten stehen zu haben. Das macht Beziehungen zwar durchaus intensiv und leidenschaftlich, doch sollte der Machtfaktor, der zu einem Kräftemessen zwischen den Partnern führen kann, nicht unterschätzt werden. Besitzgier und Eifersucht sind weitere Hinweise auf ein schwieriges Beziehungsleben.

Leider musste Shirley Bassey auch den Verlust ihrer jüngeren Tochter Samantha hinnehmen, die 1985 im Alter von knapp 22 unter nach wie vor ungeklärten Umständen tot aufgefunden wurde. Wenn sie in ihrem Leben etwas bereue, sagte die Sängerin einmal, dann dass sie zu wenig Zeit mit ihren Kindern und ihrer Familie verbracht habe. Das ist vermutlich Jupiter in Steinbock zuzuschreiben, der ihren Ehrgeiz anstachelte und sie für ihre Karriere „brennen“ liess, sodass das Familienleben in den Hintergrund rückte.

Vielleicht stellt sich die Frage, warum ein Steinbock-betonter Mensch wie Shirley Bassey das ihr „bestimmte Leben“ als Kind einer Arbeiterfamilie nicht übernommen hat, sondern ihr Glück in einer künstlerischen Tätigkeit fand, die sie aus ihrem Umfeld heraushob und zu „etwas Besonderem“ machte. Hier ist es wichtig anzumerken, dass der Aszendent sich zwar im Zeichen Steinbock befindet, doch das Zeichen Wassermann noch vollständig im 1. Haus eingeschlossen ist. Der Hang zur Unabhängigkeit und individuellen Lebensgestaltung ist also durchaus vorhanden, dazu bedeutet Merkur auf 0 Grad Wassermann im 1. Haus einen wachen Geist, eine schnelle Auffassungsgabe, unkonventionelles Denken, und ebenso Wissbegierde, Willenskraft und Neugier. So ein Mensch begnügt sich nicht mit der ihm zugedachten Rolle, sondern will sich auf ungewöhnliche Weise durchsetzen (Merkur Quadrat Mars) und dadurch geistige und materielle Freiheit erlangen (Uranus im 2. Haus, aber schon an der Spitze des 3.). Ausserdem weiss sie ihre Chancen geschickt zu nützen (Jupiter in 12 Trigon Uranus), und mit ihrem natürlichen Charme und ihrer liebenswürdigen Art (Venus in 1) kann sie leicht Sympathien gewinnen.

Shirley Bassey ist als Sängerin seit Jahrzehnten weltberühmt, sie besitzt Wohnsitze in Spanien und Monaco (einige andere hat sie zugunsten caritativer Projekte veräussert), lebt dort aber allein. Eine enge Beziehung ist sie nach ihrer zweiten Scheidung nicht mehr eingegangen, hat aber eine Handvoll guter Freunde, die ihr viel bedeuten, sowie zwei erwachsene Kinder und etliche Enkelkinder. 1999 wurde sie von der englischen Königin zur „Dame Commander of the British Empire“ geadelt. „Die grösste Ehre, die mir in meinem Leben widerfahren ist“, sagt Shirley Bassey, der wir zum 80. Geburtstag eine ungebrochene Lebenskraft und noch viele gute Jahre wünschen.

Kirk Douglas wird 100 Jahre alt

Der amerikanische Schauspieler (eigentlich Issur Danielowitsch Demsky) wurde als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer am 9. Dezember 1916 in Amsterdam im US Bundesstaat New York geboren und wird somit unglaubliche 100 Jahre alt. Seine Kindheit verbrachte Demsky in einem New Yorker Armenviertel, erhielt aber später ein Stipendium, um an der American Academy for Dramatic Arts studieren und danach Theater spielen zu können. Aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit und auch als Zeichen seiner gelungenen Integration nannte er sich Kirk Douglas.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem er bei der US Navy gedient hatte, kehrte Douglas zum Theater zurück. 1943 heiratete er die Schauspielerin Diana Dill, von der er sich allerdings 1951 wieder scheiden liess. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Michael und Joel hervor. Mit der aus Hannover stammenden Anne Buydens, die er 1954 heiratete und mit der er bis heute verheiratet ist, hat Kirk Douglas zwei weitere Söhne, nämlich Peter und Eric Anthony. Letzterer verstarb 2004 (er hatte an Drogen- und Alkoholproblemen gelitten).

Sein Filmdebüt hatte Kirk Douglas 1946 an der Seite von Barbara Stanwyck. In den 1950er und 1960er Jahren zählte er zu den führenden Hollywood-Stars und war oft in Western oder Abenteuerfilmen zu sehen. Spielte er zu Beginn seiner Karriere vor allem Schurkenrollen, wurde er später meist als Held bzw. Anti-Held besetzt und musste viele Film-Tode sterben. Eine seiner herausragendsten Darstellungen, für die er unter anderem mit dem Golden Globe geehrt wurde, war die Rolle des Vincent van Gogh in Vincente Minellis Filmbiographie „Ein Leben in Leidenschaft (Lust for Life“). Aber auch die Verkörperung des römischen Sklaven und Gladiators Spartacus in Stanley Kubricks gleichnamigem Film war ein Meilenstein in Douglas‘ Karriere. Diesen gross angelegten Kostümfilm hatte Douglas‘ 1955 gegründete Filmproduktionsfirma „Bryna Productions“ mitproduziert.

Douglas erwarb zu Beginn der 1960er Jahre die Rechte an dem 1962 von Ken Kesey geschriebenen Roman Einer flog über das Kuckucksnest. In der Theaterfassung, die am 13. November 1963 am New Yorker Broadway Uraufführung hatte, spielte Douglas den rebellischen McMurphy, der 1975 in dem von seinem Sohn Michael produzierten Film so genial von Jack Nicholson verkörpert wurde, der dafür auch den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt.

1988 erschien seine Autobiographie unter dem Titel “The Ragmans Son”, der im März 2007 die Fortsetzung mit dem Titel “Let’s Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning” folgte. Douglas schrieb zudem mehrere Romane.

Am 13. Februar 1991 überlebte Kirk Douglas einen Hubschrauberabsturz, bei dem zwei Menschen starben. 1995 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er aber lediglich eine leichte Sprechhemmung zurückbehielt.

1996 wurde Kirk Douglas mit dem Oscar für sein Lebenswerk geehrt; einen Oscar für eine spezielle Filmrolle hatte er leider nie bekommen.

2001 wurde Kirk Douglas der Goldene Bär der Filmfestspiele Berlin für sein Lebenswerk verliehen. Bei der Oscarverleihung 2011 übergab er den Preis für die beste Nebendarstellerin an Melissa Leo. Heute lebt Kirk Douglas mit seiner zweiten Ehefrau zurückgezogen in Kalifornien.

Werfen wir nun einen Blick auf das Horoskop dieses Mannes, der sich aus kleinsten Verhältnissen emporgearbeitet hat.

Was uns auf den ersten Blick auffällt, ist die Vollmond-Stellung zum Zeitpunkt der Geburt. Die Sonne steht im Zeichen Schütze im 11. Haus, ihr gegenüber der Mond in Zwillinge im 5. Haus. Das zeigt uns einen begeisterungsfähigen, unternehmungslustigen und geistig regen Menschen mit einer optimistischen, nach dem Sinn des Lebens suchenden Grundveranlagung. Bei einer Geburt zu Vollmond wird die Persönlichkeit sichtbar gemacht und erhellt, die Betreffenden sind meist sehr objektiv. Der Mond im kontaktfreudigen Zwillinge-Zeichen weist auf das Bedürfnis nach Kommunikation, nach Schönheit, nach Anregung auf mentaler Ebene hin. Dieser neugierige, interessierte und vielseitig begabte Sohn aus überaus kargen Verhältnissen, der im Armenviertel New Yorks eine schwierige Kindheit verlebte (Saturn in Krebs), ist gekennzeichnet von Wissensdurst (Mond in Zwillinge) und dem unablässigen Streben nach Idealen und höherer Bildung (Merkur in Schütze). Zudem verfügt er mit dieser Merkur-Stellung über eine grosse Überzeugungskraft und starken Optimismus, sodass er allfällige Hindernisse auf seinem Weg nach oben beseitigen kann.

Auch sein Talent für die Sprache (ebenfalls Merkur in Schütze) ist bemerkenswert, nicht nur für die englische Sprache, die er zur Grundlage seines Schauspieler-Berufs macht, sondern auch seine Vorliebe für Fremdsprachen, besonders für die deutsche Sprache, die ihm unter anderem deshalb leicht gefallen ist, weil seine Eltern daheim jiddisch sprachen, was sich zwar aus dem Hebräischen herleitet, doch wurden viele Ausdrücke daraus in die deutsche Sprache übernommen.

Der Aszendent im Wassermann (auf 0°33‘) bezeichnet einen unkonventionellen, unruhigen Charakter mit Humor, der sich selbst und andere nicht immer total ernst und wichtig nehmen muss, dem aber Freiheit, Humanität und Individualität äusserst wichtig sind. Uranus, der Geburtsherrscher, steht noch dazu in Wassermann im 1. Haus: so jemand muss sich aus seiner Herkunft lösen und etwas Eigenes machen, seinen eigenen ungewöhnlichen Lebensweg ohne Vorbilder gehen.

Mit Jupiter in Widder im 2. Haus unternimmt er grosse Anstrengungen zur Verbesserung seiner geistigen, sozialen und materiellen Bedingungen und bewirbt sich gemäß seinem Talent (Neptun = Herr von 2 in Löwe im 7. Haus: künstlerische Phantasie, darstellerische Fähigkeiten) an einer Schauspielakademie, für die er ein Stipendium erhält (Jupiter im 2. Haus zeigt Glück und Vorteile auf materieller Ebene, er versteht es immer wieder, irgendwo Geld aufzutreiben).

Nach dem 2. Weltkrieg begann Kirk Douglas‘ Aufstieg als Schauspieler; seine grössten Erfolge feierte er in Hollywood in den 50-er und 60-er Jahren. Reine Helden-Rollen liebte er weniger als solche, die in sich gebrochen waren, oder „ewige Verlierer“. In einem Interview sagte er dazu: „Tugend ist nicht besonders fotogen“. Als Schauspieler bewies er Ausdauer, Fleiss, Ehrgeiz und Disziplin sowie viel Engagement für den Beruf (Mars in Steinbock). Dank des Schütze-Merkurs entfaltete sein stets wacher, wissbegieriger Geist einen Drang nach Expansion und immer neuen Ideen und Entwicklungen, sodass er schon 1955 seine eigene Produktionsfirma gründete, um sich neben der Schauspielerei ein zweites Standbein aufzubauen. Er ahnte wohl, dass Star-Ruhm vergänglich ist. Mit dem Erwerb der Rechte an dem Roman Einer flog über das Kuckucksnest Anfang der 60-er Jahre bewies er zukunfts-orientierten Weitblick und ein Gespür für finanziell einträgliche Unternehmungen (2. Haus Fische). Unter anderem durch den später von seinem Sohn Michael produzierten Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle in der Regie von Milos Forman, der mit 5 Oscars in den wichtigsten Kategorien ausgezeichnet wurde, florierte die Produktionsfirma.

Doch wo sind die Schattenseiten dieses Schauspielers und Produzenten, der bei zwei Filmen auch Regie führte und bis 2008 noch in Filmen als Darsteller mitwirkte?

Schauen wir uns zunächst die Venus in Skorpion an, wo sie ja im Exil steht. Diese Venus-Stellung verleiht zwar starke, leidenschaftliche Gefühle und sexuelle Begierden, ist jedoch auch für eine gewisse Unzufriedenheit mit der Partnerin verantwortlich, die irgendwann nichts mehr recht machen kann. Von seiner ersten Frau, der Mutter seiner Söhne Michael und Joel, liess Douglas sich scheiden, als die Kinder noch klein waren, was ihn von diesen lange Zeit entfremdete. Das Quadrat zwischen Venus und Uranus macht es dem Betreffenden nicht leichter, da er sich durch zuviel Nähe leicht eingeengt fühlt und diverse Ausbruchsversuche unternimmt. Obwohl das Privatleben von Kirk Douglas weitgehend skandalfrei verlief, wurde ihm eine – nie bestätigte – Affäre mit Marlene Dietrich nachgesagt. Neptun in Konjunktion zum Deszendenten verschleiert hier wohl einiges.

Möglicherweise hat Kirk Douglas aus seiner gescheiterten ersten Ehe gelernt, vielleicht ist aber auch die Venus-Stellung im 9. Haus (oder beides zusammen) der Grund, dass seine zweite Ehe mit der gebürtigen Deutschen Anne schon seit über 60 Jahren Bestand hat (Venus in 9 deutet oft auf eine ausländische Partnerin hin bzw. auf die Lust an gemeinsamen Reisen, aber auch auf eine Weiterentwicklung zusammen mit der Partnerin).

Ein weiterer wunder Punkt im Leben des Kirk Douglas ist sicherlich der Tod seines jüngsten Sohnes Eric, Schauspieler wie sein Vater, ohne jedoch an dessen Ruhm heranzukommen, der an massiven Alkohol- und Drogenproblemen litt, und mit 46 Jahren an einer Überdosis starb. Der Mond im 5. Haus, das unter anderem den Kindern zugeordnet wird, im Quadrat zu Chiron könnte dafür ebenso ein Indikator sein wie Pluto im 5. Haus.

Alles in allem jedoch kann Kirk Douglas auf ein langes, erfülltes und gelungenes Leben zurückblicken (was er in mehreren Autobiographien auch zu Papier gebracht hat). Wir wünschen ihm zu diesem Jahrhundert-Geburtstag das Allerbeste.