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Willkommen in meinem Blog!

In meinem Blog finden Sie in regelmäßigen Intervallen interessante Erklärungen zu den Grundlagen der Astrologie, Horoskope von Promis & historischen Persönlichkeiten und vieles weiteres, das Sie interessieren könnte.

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Kirk Douglas wird 100 Jahre alt

Der amerikanische Schauspieler (eigentlich Issur Danielowitsch Demsky) wurde als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer am 9. Dezember 1916 in Amsterdam im US Bundesstaat New York geboren und wird somit unglaubliche 100 Jahre alt. Seine Kindheit verbrachte Demsky in einem New Yorker Armenviertel, erhielt aber später ein Stipendium, um an der American Academy for Dramatic Arts studieren und danach Theater spielen zu können. Aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit und auch als Zeichen seiner gelungenen Integration nannte er sich Kirk Douglas.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem er bei der US Navy gedient hatte, kehrte Douglas zum Theater zurück. 1943 heiratete er die Schauspielerin Diana Dill, von der er sich allerdings 1951 wieder scheiden liess. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Michael und Joel hervor. Mit der aus Hannover stammenden Anne Buydens, die er 1954 heiratete und mit der er bis heute verheiratet ist, hat Kirk Douglas zwei weitere Söhne, nämlich Peter und Eric Anthony. Letzterer verstarb 2004 (er hatte an Drogen- und Alkoholproblemen gelitten).

Sein Filmdebüt hatte Kirk Douglas 1946 an der Seite von Barbara Stanwyck. In den 1950er und 1960er Jahren zählte er zu den führenden Hollywood-Stars und war oft in Western oder Abenteuerfilmen zu sehen. Spielte er zu Beginn seiner Karriere vor allem Schurkenrollen, wurde er später meist als Held bzw. Anti-Held besetzt und musste viele Film-Tode sterben. Eine seiner herausragendsten Darstellungen, für die er unter anderem mit dem Golden Globe geehrt wurde, war die Rolle des Vincent van Gogh in Vincente Minellis Filmbiographie „Ein Leben in Leidenschaft (Lust for Life“). Aber auch die Verkörperung des römischen Sklaven und Gladiators Spartacus in Stanley Kubricks gleichnamigem Film war ein Meilenstein in Douglas‘ Karriere. Diesen gross angelegten Kostümfilm hatte Douglas‘ 1955 gegründete Filmproduktionsfirma „Bryna Productions“ mitproduziert.

Douglas erwarb zu Beginn der 1960er Jahre die Rechte an dem 1962 von Ken Kesey geschriebenen Roman Einer flog über das Kuckucksnest. In der Theaterfassung, die am 13. November 1963 am New Yorker Broadway Uraufführung hatte, spielte Douglas den rebellischen McMurphy, der 1975 in dem von seinem Sohn Michael produzierten Film so genial von Jack Nicholson verkörpert wurde, der dafür auch den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt.

1988 erschien seine Autobiographie unter dem Titel “The Ragmans Son”, der im März 2007 die Fortsetzung mit dem Titel “Let’s Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning” folgte. Douglas schrieb zudem mehrere Romane.

Am 13. Februar 1991 überlebte Kirk Douglas einen Hubschrauberabsturz, bei dem zwei Menschen starben. 1995 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er aber lediglich eine leichte Sprechhemmung zurückbehielt.

1996 wurde Kirk Douglas mit dem Oscar für sein Lebenswerk geehrt; einen Oscar für eine spezielle Filmrolle hatte er leider nie bekommen.

2001 wurde Kirk Douglas der Goldene Bär der Filmfestspiele Berlin für sein Lebenswerk verliehen. Bei der Oscarverleihung 2011 übergab er den Preis für die beste Nebendarstellerin an Melissa Leo. Heute lebt Kirk Douglas mit seiner zweiten Ehefrau zurückgezogen in Kalifornien.

Werfen wir nun einen Blick auf das Horoskop dieses Mannes, der sich aus kleinsten Verhältnissen emporgearbeitet hat.

Was uns auf den ersten Blick auffällt, ist die Vollmond-Stellung zum Zeitpunkt der Geburt. Die Sonne steht im Zeichen Schütze im 11. Haus, ihr gegenüber der Mond in Zwillinge im 5. Haus. Das zeigt uns einen begeisterungsfähigen, unternehmungslustigen und geistig regen Menschen mit einer optimistischen, nach dem Sinn des Lebens suchenden Grundveranlagung. Bei einer Geburt zu Vollmond wird die Persönlichkeit sichtbar gemacht und erhellt, die Betreffenden sind meist sehr objektiv. Der Mond im kontaktfreudigen Zwillinge-Zeichen weist auf das Bedürfnis nach Kommunikation, nach Schönheit, nach Anregung auf mentaler Ebene hin. Dieser neugierige, interessierte und vielseitig begabte Sohn aus überaus kargen Verhältnissen, der im Armenviertel New Yorks eine schwierige Kindheit verlebte (Saturn in Krebs), ist gekennzeichnet von Wissensdurst (Mond in Zwillinge) und dem unablässigen Streben nach Idealen und höherer Bildung (Merkur in Schütze). Zudem verfügt er mit dieser Merkur-Stellung über eine grosse Überzeugungskraft und starken Optimismus, sodass er allfällige Hindernisse auf seinem Weg nach oben beseitigen kann.

Auch sein Talent für die Sprache (ebenfalls Merkur in Schütze) ist bemerkenswert, nicht nur für die englische Sprache, die er zur Grundlage seines Schauspieler-Berufs macht, sondern auch seine Vorliebe für Fremdsprachen, besonders für die deutsche Sprache, die ihm unter anderem deshalb leicht gefallen ist, weil seine Eltern daheim jiddisch sprachen, was sich zwar aus dem Hebräischen herleitet, doch wurden viele Ausdrücke daraus in die deutsche Sprache übernommen.

Der Aszendent im Wassermann (auf 0°33‘) bezeichnet einen unkonventionellen, unruhigen Charakter mit Humor, der sich selbst und andere nicht immer total ernst und wichtig nehmen muss, dem aber Freiheit, Humanität und Individualität äusserst wichtig sind. Uranus, der Geburtsherrscher, steht noch dazu in Wassermann im 1. Haus: so jemand muss sich aus seiner Herkunft lösen und etwas Eigenes machen, seinen eigenen ungewöhnlichen Lebensweg ohne Vorbilder gehen.

Mit Jupiter in Widder im 2. Haus unternimmt er grosse Anstrengungen zur Verbesserung seiner geistigen, sozialen und materiellen Bedingungen und bewirbt sich gemäß seinem Talent (Neptun = Herr von 2 in Löwe im 7. Haus: künstlerische Phantasie, darstellerische Fähigkeiten) an einer Schauspielakademie, für die er ein Stipendium erhält (Jupiter im 2. Haus zeigt Glück und Vorteile auf materieller Ebene, er versteht es immer wieder, irgendwo Geld aufzutreiben).

Nach dem 2. Weltkrieg begann Kirk Douglas‘ Aufstieg als Schauspieler; seine grössten Erfolge feierte er in Hollywood in den 50-er und 60-er Jahren. Reine Helden-Rollen liebte er weniger als solche, die in sich gebrochen waren, oder „ewige Verlierer“. In einem Interview sagte er dazu: „Tugend ist nicht besonders fotogen“. Als Schauspieler bewies er Ausdauer, Fleiss, Ehrgeiz und Disziplin sowie viel Engagement für den Beruf (Mars in Steinbock). Dank des Schütze-Merkurs entfaltete sein stets wacher, wissbegieriger Geist einen Drang nach Expansion und immer neuen Ideen und Entwicklungen, sodass er schon 1955 seine eigene Produktionsfirma gründete, um sich neben der Schauspielerei ein zweites Standbein aufzubauen. Er ahnte wohl, dass Star-Ruhm vergänglich ist. Mit dem Erwerb der Rechte an dem Roman Einer flog über das Kuckucksnest Anfang der 60-er Jahre bewies er zukunfts-orientierten Weitblick und ein Gespür für finanziell einträgliche Unternehmungen (2. Haus Fische). Unter anderem durch den später von seinem Sohn Michael produzierten Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle in der Regie von Milos Forman, der mit 5 Oscars in den wichtigsten Kategorien ausgezeichnet wurde, florierte die Produktionsfirma.

Doch wo sind die Schattenseiten dieses Schauspielers und Produzenten, der bei zwei Filmen auch Regie führte und bis 2008 noch in Filmen als Darsteller mitwirkte?

Schauen wir uns zunächst die Venus in Skorpion an, wo sie ja im Exil steht. Diese Venus-Stellung verleiht zwar starke, leidenschaftliche Gefühle und sexuelle Begierden, ist jedoch auch für eine gewisse Unzufriedenheit mit der Partnerin verantwortlich, die irgendwann nichts mehr recht machen kann. Von seiner ersten Frau, der Mutter seiner Söhne Michael und Joel, liess Douglas sich scheiden, als die Kinder noch klein waren, was ihn von diesen lange Zeit entfremdete. Das Quadrat zwischen Venus und Uranus macht es dem Betreffenden nicht leichter, da er sich durch zuviel Nähe leicht eingeengt fühlt und diverse Ausbruchsversuche unternimmt. Obwohl das Privatleben von Kirk Douglas weitgehend skandalfrei verlief, wurde ihm eine – nie bestätigte – Affäre mit Marlene Dietrich nachgesagt. Neptun in Konjunktion zum Deszendenten verschleiert hier wohl einiges.

Möglicherweise hat Kirk Douglas aus seiner gescheiterten ersten Ehe gelernt, vielleicht ist aber auch die Venus-Stellung im 9. Haus (oder beides zusammen) der Grund, dass seine zweite Ehe mit der gebürtigen Deutschen Anne schon seit über 60 Jahren Bestand hat (Venus in 9 deutet oft auf eine ausländische Partnerin hin bzw. auf die Lust an gemeinsamen Reisen, aber auch auf eine Weiterentwicklung zusammen mit der Partnerin).

Ein weiterer wunder Punkt im Leben des Kirk Douglas ist sicherlich der Tod seines jüngsten Sohnes Eric, Schauspieler wie sein Vater, ohne jedoch an dessen Ruhm heranzukommen, der an massiven Alkohol- und Drogenproblemen litt, und mit 46 Jahren an einer Überdosis starb. Der Mond im 5. Haus, das unter anderem den Kindern zugeordnet wird, im Quadrat zu Chiron könnte dafür ebenso ein Indikator sein wie Pluto im 5. Haus.

Alles in allem jedoch kann Kirk Douglas auf ein langes, erfülltes und gelungenes Leben zurückblicken (was er in mehreren Autobiographien auch zu Papier gebracht hat). Wir wünschen ihm zu diesem Jahrhundert-Geburtstag das Allerbeste.

Václav Havel – zum 80. Geburtstag

Der Schriftsteller, Menschenrechts-Aktivist, Regime-Gegner und Gefangener des kommunistischen tschechoslowakischen Staates, der wesentlich am Zustandekommen der „Samtenen Revolution“ in seinem Heimatland beteiligt war, wäre am 5. Oktober 2016 80 Jahre alt geworden. Leider ist er bereits am 18. Dezember 2011 von uns gegangen.

Havel, der einer Prager Grossbürgerfamilie entstammte, die allerdings im Februar 1948 von der neuen kommunistischen Regierung enteignet wurde, durfte nach dem Abschuss der Schulpflicht keine weiterführende höhere Schule besuchen und arbeitete u.a. als Taxifahrer, um sich die Abendschule zu finanzieren. Seit seinem 20. Lebensjahr schrieb er Artikel für Literatur- und Theaterzeitschriften und begann, selbst Theaterstücke zu schreiben. In den kleinen Prager Theatern, die seine ersten Stücke aufführten, arbeitete Havel auch als Bühnentechniker. Seine Bühnenstücke standen in der Tradition des absurden Theaters, das die Entfremdung des Menschen von seinem wahren Selbst zum Thema hatte.

Auf dem 4. Schriftstellerkongress in Prag erregte Havel erstmals politisches Aufsehen, als er die Zensur und andere Absurditäten des tschechoslowakischen Machtapparats öffentlich kritisierte.

Während des Prager Frühlings 1968 war er Vorsitzender des „Klubs unabhängiger Schriftsteller“ und entwickelte sich zum prominentesten Wortführer der nicht-kommunistischen Intellektuellen, die den von Alexander Dubček eingeleiteten Reformprozess unterstützten.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings trat Havel immer wieder öffentlich gegen das Regime unter Gustav Husak auf und war 1977 einer der drei Hauptinitiatoren der Charta 77, einer Bürgerrechtsbewegung, die in den 70-er und 80-er Jahren zum Zentrum der Opposition wurde. In dieser Zeit wurde Havel dreimal verhaftet und verbrachte insgesamt 5 Jahre im Gefängnis. Erst 1983 wurden Havels Gefängnisstrafen nach internationalen Protesten ausgesetzt, da Havel schwer erkrankt war und daraufhin in ein öffentliches Krankenhaus entlassen wurde. Allerdings wurde er in der Tschechoslowakei mit Aufführungs- und Publikationsverbot belegt.

Nach dem Mauerfall in Berlin kam es im November 1989 auch in der Tschechoslowakei zu einer Bürgerbewegung, deren führender Vertreter Havel wurde und die in der “Samtenen Revolution” mündete. Als Kandidat dieser Bürgerbewegung wurde er am 29. Dezember 1989 von den – bis dahin kommunistischen – Vertretern der Föderalversammlung zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei gewählt. In dieser Funktion führte er das Land am 5. Juli 1990 zu den ersten freien Wahlen seit mehr als 40 Jahren. Das neugewählte Parlament bestätigte ihn als Staatspräsident. Während seiner Amtszeit vermehrten sich Kontroversen zwischen Tschechen und Slowaken, die 1993 zur friedlichen Trennung der beiden Volksgruppen in zwei Staaten (Tschechien und Slowakei) führten. Kurz darauf, am 26. Januar 1993, wurde Havel mit grosser Mehrheit zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt und 5 Jahre später in seinem Amt bestätigt.

Havel war ein überzeugter Europäer, der die deutsch-tschechische Aussöhnung vorantrieb, auf die europäische Integration setzte und auch den Grundstein für die spätere Mitgliedschaft Tschechiens in der Europäischen Union legte.

Am 18. Dezember 2011 verstarb Havel an den Folgen einer Atemwegserkrankung, die er sich durch seine zahlreichen Gefängnisaufenthalte zugezogen hatte. Ausserdem wurde bei ihm, einem starken Raucher, Lungenkrebs diagnostiziert.

Werfen wir einen Blick auf das Horoskop von Václav Havel:

Wir haben es hier mit einer Waage-Sonne und einem Wassermann-Aszendenten zu tun. Waage und Wassermann sind Luft-Zeichen, hinzu kommt noch ein Mond in Zwillinge, somit eine Überbetonung des Luft-Elements, was auf einen Menschen verweist, der in der Welt der Ideen zu Hause ist, der Wert legt auf Kommunikation und Austausch und sich am besten in der Begegnung mit anderen verwirklichen kann. Er ist flexibel und anpassungsfähig und verliert doch nie seine Ideale und seinen Blick auf die Zukunft, deren Chancen und Möglichkeiten.

Ein Wassermann-Aszendent ist bezeichnend für einen unkonventionellen Charakter, eine rebellische Persönlichkeit, einen überaus freiheitsliebenden Menschen. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – diese drei Grundsätze der französischen Revolution sind für einen Wassermann-Aszendenten wesentliche Grundbedürfnisse, nach denen er sein Leben ausrichtet. Verhärtete Dogmen und Weltanschauungen kann er nicht akzeptieren, sondern wird seinen womöglich widersprechenden Überzeugungen Ausdruck verleihen, noch dazu, wo Uranus, der Geburtsherrscher, im 3. Haus, dem Haus der Kommunikation, der sprachlichen und schriftlichen Selbstdarstellung, steht. Mit dem Geburtsherrscher im 3. Haus erscheint eine Karriere als Schriftsteller fast selbstverständlich.

Mars im Trigon zum Geburtsherrscher Uranus ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Havel sich nicht den Mund verbieten lässt und in all seinen Aktivitäten frei und unabhängig sein will. Abwechslung, Aufregung und unvorhergesehene Ereignisse lassen ihn einfallsreich und erfinderisch nach neuen Wegen suchen und auch viel Improvisationstalent entwickeln. Selbst in Gefahrensituationen zeigt er grosse Geistesgegenwart, und auch wenn er mit einer aggressiven Umwelt konfrontiert ist (Mars in 7), lässt er sich von anderen nichts gefallen, sondern geht weiter seinen Weg.

Normalerweise bleiben Luft-betonte Menschen emotional oft unbeteiligt, betrachten die Welt aus einer gewissen Distanz und meiden tunlichst emotionale Verstrickungen, Verpflichtungen, aber auch Intensität. Das war bei Václav Havel nicht der Fall, warum? Seine Sonne steht im 8. Haus, er kann sich also gar nicht von allem distanzieren und in seinen „Elfenbeinturm“ zurückziehen, er muss sich in Dinge einmischen, um sich selbst zu finden, und hat es daher besonders häufig mit Situationen zu tun, in denen es um Macht und Ohnmacht sowie um die Auseinandersetzung mit den Werten anderer geht. Hier besteht nicht nur die Bereitschaft, sich mit den dunklen, tabuisierten oder geächteten Seiten des Lebens und der eigenen Persönlichkeit zu befassen, sich auf irgendeine Weise mit anderen Menschen zu vereinigen oder auszutauschen, sondern darüber hinaus bedeutet jeder Versuch, über die Grenzen des eigenen Selbst hinauszugehen und sich gleichsam mit Haut und Haaren dem Leben und seinen Idealen hinzugeben, auch eine Transformation des Bewusstseins. In seinen Stücken geht es Havel immer wieder um die Entfremdung des Menschen von seinem eigentlichen Selbst, die nicht nur von der Vorherrschaft des rein wissenschaftlichen Denkens als oberster Instanz verursacht wird, sondern auch von einer Staats-Ideologie, der es nicht um das Wohl des einzelnen Menschen oder der Gemeinschaft geht, sondern nur noch um die Aufrechterhaltung ihrer eigenen mehr und mehr verhärteten Machtstrukturen. Die Erforschung der Lebensgeheimnisse, des Hintergründigen und des Verborgenen kann so zum zentralen Thema der Selbstentfaltung werden.

Die Sonne im Waage-Zeichen macht aus Havel aber keinen harten Kämpfer, sondern einen Menschen, der nach Gerechtigkeit, Harmonie und Frieden strebt und den intensiven Lebenskampf, der zu seinem Wesen gehört, auf künstlerische und pazifistische Weise zu bewältigen sucht, sodass er mit einem gestärkten Wesenskern und einem umfassenderen Bewusstsein daraus hervorgehen kann.

Mit der Mond-Stellung in Zwillinge haben wir es auch auf der Gefühlsebene mit einem intellektuellen, neugierigen, kontaktfreudigen Geist zu tun, der über Einfallsreichtum und eine rasche Auffassungsgabe verfügt. Er kann sich für viele Ideen begeistern, neigt aber dazu, Gefühle weitgehend zu rationalisieren. Wenn ihm etwas gefühlsmäßig richtig erscheint, kann er seinen Willen gezielt für ein Projekt einsetzen (Sonne Trigon Mond). Die Position im 4. Haus zeigt uns einen Menschen, dem seine Familie, sein Heim, aber auch seine Heimat sehr viel bedeutet, da er sich ihr zugehörig fühlen möchte, auch wenn er geistig sehr beweglich und viel unterwegs ist. Gleichzeitig kann er seine Gefühle abstrahieren und sie, wenn nötig, der Vernunft unterordnen. Andererseits sind ihm Kontakte und Gespräche mit anderen Menschen ein Bedürfnis, da sie ihm ein Gefühl der Lebendigkeit geben.

Der Mond ist in diesem Horoskop aber auch eingebunden in ein grosses Quadrat, eine starke Spannungsfigur, die auch noch Jupiter, Saturn und Neptun umfasst und auf Ehrgeiz, Geltungsbedürfnis, aber auch auf eine mögliche depressive Verstimmung sowie ein gewisses Suchtpotenzial hinweist. Wie wir wissen, war Havel Zeit seines Lebens ein starker Raucher, was ihn möglicherweise seine Gefängnisaufenthalte leichter ertragen liess.

Ein Mensch, der ein grosses Quadrat in seinem Horoskop hat, muss ständig aktiv und in Bewegung sein, ist aber auch immer wieder mit Aufregungen, Konflikten und Krisen in seinem Leben konfrontiert, die seine ganze Persönlichkeit in Frage stellen oder in eine Katastrophe stürzen können. Es könnten hier auch grenzenlose Wünsche, Träume und Hoffnungen ins Spiel kommen, oder es geht um Illusionen, um eine Schein-Welt, wie sie die Welt des Theaters ist, in Konfrontation mit der rauen Wirklichkeit (Neptun-Saturn als Gegenpole). Mit Hilfe von Freunden oder einer Gruppe Gleichgesinnter (Jupiter in 11) könnte die Spannung dieser Gegenpole aufgelöst oder zumindest erträglich gemacht werden. Aber auch er selbst wird sich für verschiedene Gruppen einsetzen, wie z.B. für die tschechische alternative Popgruppe Plastic People of the Universe, die sich massiven Repressalien seitens des Regimes ausgesetzt sah, wogegen Havel öffentlich protestierte. Die Petition gegen Menschenrechtsverletzungen in der Tschechoslowakei, die 1977 in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurde und im Ausland grosse Unterstützung erfuhr, führte zur Gründung der Bürgerrechtsbewegung Charta 77.

Jupiter in seinem eigenen Zeichen Schütze bringt Havel (symbolisch) dazu, sich nicht nur von individuellen Bedürfnissen leiten zu lassen, sondern sein persönliches Verhalten einer Reihe von moralischen Grundsätzen unterzuordnen. Diese moralische Integrität verschafft ihm bei vielen Mitmenschen Respekt und Bewunderung. Mit seiner optimistischen Grundhaltung und seinem ständigen Streben nach Erkenntnis, das von einem ausgeprägten Rechtsempfinden begleitet wird, kann er auch andere Menschen inspirieren und überzeugen. Dabei kommt ihm sein lebhaftes Gespür dafür, was das Volk braucht, zugute (Mond in 4 in Opposition zu Jupiter und im Quadrat zu Neptun) und vielleicht auch eine gewisse Sensibilität für noch im Untergrund brodelnde Stimmungen (Pluto in Krebs, nahe dem Deszendenten), denen er sich nicht entziehen kann. Da Pluto noch im 6. Haus steht, kann man hier auch den alltäglichen Druck erkennen, dem Havel sich ausgesetzt sieht. Für eine einmal gewählte Aufgabe setzt er sich aber bedingungslos und leidenschaftlich ein.

Durch Saturn wird er immer wieder mit der Macht von Autoritäten konfrontiert, die ihn nicht nur in seinen Expansionsphantasien (Jupiter-Neptun) beeinträchtigt, sondern ihn, wenn „nötig“, ganz real aus dem Verkehr zieht und ins Gefängnis steckt. Alle diese Themen, welche durch die Planeten des grossen Quadrats ausgedrückt werden, rücken immer dann ins Blickfeld, wenn einer davon durch Transite oder Progressionen ausgelöst wird, denn die anderen drei sind immer mit betroffen. Indem Havel diese Konflikte zu seinen ureigensten Angelegenheiten macht (Sonne Trigon Mond), festigt er jedoch die Verwurzelung in seinem inneren Selbst, was ihm letztlich enorme Stärke verleiht.

Interessanterweise stand Jupiter zum Zeitpunkt der Samtenen Revolution in Opposition zu Saturn und Neptun – somit waren also 3 der 4 Spannungsplaneten aus Havels Horoskop an dieser für die Tschechoslowakei so wesentlichen Entwicklung beteiligt, und sie bildeten ein Quadrat zu Havels Geburtssonne, wodurch wiederum seine Persönlichkeit in den Fokus rückte. Ohne ihn war die neue Republik nicht denkbar.

Es verwundert nicht, dass dieses Spannungs-Quadrat auch bei Havels Tod am 18. Dezember 2011 ausgelöst wurde: das MC regressiv stand genau auf der Achse Neptun-Saturn.

Wir nehmen Václav Havels 80. Geburtstag zum Anlass, dieses grossen Schriftstellers, Humanisten und Staatsmanns mit Respekt und Hochachtung zu gedenken und stellen einen Ausspruch von ihm an den Schluss:

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.“ (Václav Havel)

Freddie Mercury – zum 70. Geburtstag

Freddie Mercury wurde am 5. September 1946 als Farrokh Bulsara auf der afrikanischen Insel Sansibar geboren, die damals eine Britische Kolonie war und heute zu Tansania gehört. Seine Eltern waren indische Parsen, Angehörige einer ethnisch-religiösen Gruppe, die der Lehre des Zoroastrismus des Stifters Zarathustra folgt und als streng abgeschlossene Gemeinschaft lebt. Sie waren nach Sansibar emigriert, wo der Vater für das Britische Kolonialamt arbeitete. Farrokh hatte noch eine jüngere Schwester, Kashmira.

Im Alter von 8 Jahren wurde Farrokh Bulsara auf das englischsprachige Knabeninternat St. Peter’s School nach Indien geschickt. Dort bekam er den Spitznamen Freddie, den er sein ganzes Leben behielt. Der Direktor des Internats bemerkte Bulsaras Musiktalent und schlug dessen Eltern vor, ihn Klavierspielen lernen zu lassen. Ausserdem durfte Freddie im Schulchor singen und an Aufführungen des Schülertheaters teilnehmen. Mit etwa zwölf Jahren wurde er Mitglied der aus fünf Musikern bestehenden Band The Hectics, deren Auftritte vor allem im Rahmen von Schulveranstaltungen stattfanden. Mercury kehrte im Sommer 1963 ohne Schulabschluss nach Sansibar zurück, das Ende des Jahres seine Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft erreichte. Im Januar 1964 kam es zu einer gewaltsamen Revolution gegen den Sultan von Sansibar, sodass Freddies Eltern noch im selben Monat mit ihren Kindern nach London flüchteten.

Von 1966 bis 1969 war Freddie Bulsara Kunststudent am Ealing College of Art, das er mit einem Diplom in Grafikdesign abschloss. In dieser Zeit fertigte er zahlreiche Zeichnungen an, darunter Portraits seiner Idole Jimi Hendrix, Rock Hudson, Paul McCartney und Cliff Richard, und er entwarf auch modische Männerkleidung.

Nach Auftritten bei verschiedenen Bands gründete Freddie Bulsara mit seinen Freunden und Bandkollegen Brian May und Roger Taylor im April 1970 die neue Band „Queen“, zu der später noch der Bassist John Deacon stieß. Einige Zeit nach der Gründung von Queen legte sich Freddie Bulsara den Künstlernamen „Mercury“ zu. Der Name ist bezeichnend, bezieht er sich doch unter anderem auf den römischen Gott Merkur, der dem Planeten den Namen gab, der Freddies Sonnen-Herrscher ist und in seinem Horoskop eine starke Position innehat.

Die Band Queen mit ihrem Lead-Sänger Freddie Mercury machte in den 1970-er und 1980-er Jahren eine beispiellose Karriere, nicht zuletzt durch Mercurys unverwechselbare Stimme, die ein für einen Rocksänger ungewöhnliches Volumen und Umfang hatte. Legendär sind sein Charisma und seine Bühnenpräsenz bei Live-Auftritten, wo er sein Publikum immer wieder durch besondere Einlagen faszinierte. Und er schrieb selbst auch einige der bekanntesten Queen-Songs, wie beispielsweise „Killer Queen“, „Crazy Little Thing Called Love“, „We Are the Champions“, oder „Bohemian Rhapsody“.

Im Mai 1987 erfüllte sich Mercury einen langgehegten Traum und trat mit der spanischen Opern-Diva Montserrat Caballé auf Ibiza auf. Im Oktober erschien die gemeinsame Single mit der Hymne Barcelona, die vom NOK als Erkennungsmelodie für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona gewählt wurde.

Das Privatleben des Musikers verlief nicht so erfolgreich wie seine Karriere. Nachdem er in seiner Anfangszeit in London einige Jahre mit Mary Austin zusammengelebt hatte, konnte er seine homosexuellen Neigungen nicht länger verleugnen und lebte diverse Beziehungen zu Männern aus, die er jedoch nicht öffentlich machte. Um seine Partner weiterhin privat zu halten, lebte Mercury einige Jahre in New York und München.

Ende der 1980-er Jahre erkrankte Mercury an AIDS, informierte die Öffentlichkeit darüber jedoch erst im November 1991, kurz bevor er ins Koma fiel und am 24. November 1991 mit 45 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. Mercurys Leichnam wurde im West London Crematorium eingeäschert, seine Eltern nahmen die Urne an sich. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob und wo es eine Ruhestätte für Mercury gibt. In der schweizerischen Stadt Montreux am Genfersee, in der Queen eine Zeitlang ein Tonstudio besaßen und in der Mercury teilweise seine letzten Lebensjahre verbracht hatte, wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet.

Kann uns das Horoskop etwas über diese aufregende, aussergewöhnliche Künstler-Existenz mit ihren unzähligen Höhen und Tiefen erzählen?

Auf den ersten Blick sehen wir eine Planetenverteilung vor allem in der östlichen (linken) Hemisphäre (nur der Mond steht in der westlichen), was auf einen Menschen verweist, der weiss, was er will, sodass er auch zielgerichtet agieren kann. Dabei verliert er nie seine persönlichen Interessen aus den Augen. Er hat ein grosses Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, ebenso nach Sicherheit und Genuss, kann aber nur schwer aus sich herausgehen und sich auf andere voll einlassen. Dass in der unteren, der nördlichen, Radix-Hälfte alle persönlichen Planeten stehen, in der oberen jedoch nur sogenannte „Problemplaneten“ zeigt uns einen Menschen mit seelischem Tiefgang, der alles selbst „machen“ will, sich aber immer wieder dem Schicksal ausgeliefert fühlt.

Die Betonung der unteren Hemisphäre dürfte auch der Grund dafür sein, dass Mercury trotz seiner Berühmtheit und Stellung als öffentliche Person sein Privatleben doch lieber unter Verschluss hielt und sich jahrelang aus der öffentlichen Wahrnehmung in Städte wie New York, München oder Montreux zurückzog, um ungestört leben zu können. Auch zu seiner Homosexualität hat er sich nie öffentlich bekannt.

Nun hat dieser Mensch aber auch einen Löwe-Aszendenten, der prinzipiell nach Beachtung und Bewunderung strebt und sein Ich in den Mittelpunkt stellen will. Löwe bezeichnet einen strahlenden, selbstbewussten, lebensfrohen, kreativen und grosszügigen Menschen, der eine natürlich Würde ausstrahlt und sich gerne in Szene setzt. Nun, das war jener Freddie Mercury, den es auf die Bühne drängte, dem Pluto am Aszendenten seine charismatische Ausstrahlung und suggestive Wirkung verlieh. Dieser Planet war wohl auch für sein Bedürfnis verantwortlich, eine wichtige Rolle zu spielen und sich durchzusetzen, wenn er etwas unbedingt wollte, ohne dabei die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Sein Geltungsdrang könnte Mercury großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Doch die Aszendenten-Herrscherin, die Sonne, steht im Zeichen Jungfrau. Menschen mit einer Jungfrau-Sonne drängen nicht so ins Zentrum des Geschehens, verhalten sich eher vernünftig und bescheiden. Mit der Sonne im ersten Haus lassen sie sich aber auch nicht ihren Willen und ihre Selbstbezogenheit nehmen, auch wenn sie sich dabei möglicherweise etwas verhaltener geben.

Wie lässt sich nun die kreative Selbstverwirklichung des Löwen mit dem notwendigen sozialen Verantwortungsbewusstsein der Jungfrau vereinbaren? Geht ein lebensfroher, für seine Aufgabe brennender Künstler wie Freddie Mercury verantwortlich mit seinen Kräften um? Wenn nein, wird ihn das Jungfrau-Prinzip daran erinnern, dass er sich gewissen Gesetzmäßigkeiten des Lebens anzupassen hat. Doch nur, wenn er diese Gesetzmäßigkeiten erkennt und mit ihrer Hilfe seinen Selbstausdruck in die richtigen Bahnen lenken kann, wird er sich in der Realität optimal entfalten können. Durch den größtmöglichen Einsatz seiner Fähigkeiten am richtigen Ort kann er seinen Beitrag zum Funktionieren des grösseren Ganzen leisten. Ist Freddie Mercury dies gelungen? Im Beruflichen sicherlich. Das Privatleben sehen wir uns später noch an.

Mit dem Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau und ebenfalls im 1. Haus stehend, bekommt Mercurys Charakter etwas Berechnendes, was so ausgelegt werden kann, dass er Vernunft und Zweckmässigkeit zur Grundlage seiner Strahlkraft auf der Bühne macht. Es ist durchaus vorstellbar, dass er Karriere und Auftritte von Queen genau plante und den Erfolg miteinrechnete. Die Songs, die er zum Teil selbst geschrieben und mit sehr viel Bewegungstalent performt hat, sind ein weiterer Hinweis auf Mercurys sprachliche und schauspielerische Begabung (gut positionierter Merkur).

In diesem Horoskop gibt es aber ausser dem starken Merkur noch einen weiteren sehr gut gestellten Planeten, und zwar die Venus, die als MC-Herrscherin in ihrem eigenen Zeichen Waage und in Konjunktion zu Jupiter steht, und daher den Bezug zur beruflichen Entfaltung des Queen-Frontmans herstellt. Venus in Waage finden wir oft bei Menschen mit künstlerischen Fähigkeiten oder zumindest Interesse für den künstlerischen Ausdruck.

In Mercurys Lebensgestaltung dürfte auch das ästhetische Moment eine grosse Rolle gespielt haben. Und die Waage-Betonung (Venus, Mars, Jupiter, Neptun) weist auf einen Menschen hin, dem sehr viel an persönlichen Beziehungen gelegen ist, an ungewöhnlichen, unkonventionellen Beziehungen, denn Uranus, der Herrscher des Deszendenten-Zeichens Wassermann, steht im 11. Haus. Er bewegte sich gerne in Lebensbereichen, die den normalen gesellschaftlichen Strukturen wenig entsprechen und konnte generell mit konventionellen gesellschaftlichen und familiären Ansichten und Anforderungen wenig anfangen. Damit ist nicht nur seine Homosexualität angesprochen, sondern auch (sexuelle?) Beziehungen zu ungewöhnlichen Frauen, wie z.B. der Schauspielerin Barbara Valentin.

Werfen wir noch einen Blick auf den Mond, der ja nicht nur unsere Art zu fühlen ausdrückt, sondern auch einen Hinweis auf Talente und tiefsitzende Bedürfnisse gibt, die erfüllt werden müssen, damit wir uns sicher und geborgen fühlen. In Mercurys Horoskop steht der Mond im beweglichen Feuer-Zeichen Schütze und im 5. Haus, dem Haus der Kreativität, der Selbstdarstellung, des Selbstausdrucks. Ein Mensch mit einem Schütze-Mond verfügt über viel Idealismus, Optimismus und Begeisterung, er liebt es, aus dem Vollen zu schöpfen und geht auch manches Risiko ein, um seine Abenteuerlust und seine hedonistischen Begierden zu stillen. Das tiefe Bedürfnis, sich kreativ auszudrücken und damit Begeisterung zu erwecken, konnte Freddie Mercury sich erfüllen, seine Träume in unzähligen Bühnenauftritten verwirklichen. In Beziehungen verhielt er sich überschwänglich, interessiert und grosszügig, brauchte jedoch viel Freiraum und stellte seine eigenen Spielregeln auf. Ebenso schenkte er den Annehmlichkeiten des Lebens viel Aufmerksamkeit und war sicher ein Genießer. Der Mond hat in diesem Horoskop allerdings eine gewisse Sonderstellung, da er als Einzelplanet in der westlichen Hemisphäre (der rechten Hälfte) des Horoskops steht und danach über 5 Zeichen kein weiterer Planet folgt – diese Mondstellung wird „Leerlauf“ genannt. Das kann sich in einem Gefühl von Einsamkeit und Nicht-Zugehörigkeit äussern und auch ein Hinweis auf fehlende seelische Verankerung und auf ein nicht vorhandenes Heimatgefühl sein. Denn wo war Mercurys Heimat? Sansibar? Indien? England? War er nicht ein heimatloser Weltenbummler, der vielleicht nur in seinem künstlerischen Ausdruck zu Hause war? Nicht einmal seine Asche hat ja eine Ruhestätte gefunden, zumindest keine, die der Öffentlichkeit bekannt wäre.

So wollen wir bei Queen-Musik am 5. September 2016, seinem 70. Geburtstag, des charismatischen Sängers Freddie Mercury gedenken, der uns Fans viel zu früh entrissen wurde.

Bill Clinton wird 70

Der frühere amerikanische Präsident William Jefferson „Bill“ Clinton wurde am 19. August 1946 in Hope/Arizona geboren und feiert somit seinen 70. Geburtstag. Er hat nicht nur zwei Amtsperioden als Präsident hinter sich, sondern könnte sogar ein drittes Mal ins Weisse Haus einziehen, diesmal als „First Husband“ – falls seine Frau Hillary es schafft, zur ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten gewählt zu werden.

Clinton, der als demokratischer Kandidat ab 20. Januar 1993 der 42. Präsident der Vereinigten Staaten war, galt zu Beginn seiner Amtszeit als ähnlich charismatisch wie John F. Kennedy in den Sechzigerjahren. Das Anliegen, das er in seinem Wahlkampf 1992 vermittelte, war es, Brücken zwischen den Menschen und ins nächste Jahrtausend zu bauen. Als Angehöriger der Woodstock-Generation setzte sich Clinton für eine Demokratisierung in sozialen und kulturellen Fragen ein, etwa durch sein Engagement gegen AIDS, gegen den Rassenhass und bei der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Ebenso versuchte er, eine allgemeine Krankenversicherung einzuführen, scheiterte jedoch am Widerstand der Republikaner. Erst seinem Nach-Nachfolger Barack Obama gelang es, mit dem „Patient Protection and Affordable Care Act“ ab dem Jahr 2014 eine Versicherungspflicht für die meisten Einwohner der USA festzulegen.

Wie es sich für einen demokratischen Präsidenten gehört, zeigte Clinton Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Stabilität, Frieden und Gleichberechtigung. Im Wahlkampf stellte er sich als verantwortungsbewussten Politiker unter dem Motto „Putting people first“ sowie als unkomplizierten, geselligen Menschen mit künstlerischer Veranlagung dar – er ist ja ein ausgezeichneter Saxophon-Spieler.

In Clintons Geburtshoroskop ist ersichtlich, dass es hier zwei Schwerpunkte gibt, d.h. Planeten, die besonders stark stehen: das sind die Sonne in Löwe und die Venus in Waage, die sich beide in ihrem Domizil befinden und jeweils 4 weitere Planeten unmittelbar oder mittelbar „beherrschen“ (die Venus herrscht ausserdem über den Waage-Aszendent). Somit ergeben sich für die Persönlichkeit Bill Clintons folgende Charakteristika:

Es zeigt sich ein stolzer, lebensfroher, anspruchsvoller Wesenskern mit einem ausgeprägten Geltungsbedürfnis (Löwe), der sich allerdings auf charmante, friedvolle, diplomatische Weise nach aussen präsentiert (Waage). Dieser Mensch hat eine starke Vitalkraft und ist von sich selbst überzeugt, was ihn für eine Führungsposition prädestiniert (Löwe). Er liebt die schönen Dinge des Lebens (Venus in Waage), ist künstlerisch aktiv (Mars in Waage am Aszendent), neigt aber auch zur Eitelkeit (Löwe und Waage) und versucht, sich persönlichen Konflikten zu entziehen (Aszendent Waage, Mars Konjunktion Neptun in Waage am Aszendent).

In seiner ersten Amtszeit (1993-1997) konzentrierte sich Clinton vor allem auf die Innenpolitik und die Budgetsanierung, was ihm auch gut gelang, sodass er keine Schwierigkeiten hatte, ein zweites Mal gewählt zu werden. Von Clintons zweiter Amtszeit (1997-2001) blieb der Weltöffentlichkeit vor allem seine von ihm lange bestrittene Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky im Gedächtnis. Doch auch schon vor seiner Präsidentschaft wurden ihm aussereheliche Beziehungen nachgesagt. Die Mond-Stellung in Stier im 8. Haus zeigt, dass Frauen für Clinton stets eine wichtige Rolle gespielt haben, er sich ihrem Einfluss kaum entziehen konnte. Sinnlichkeit und Körperkontakt waren seit der Kindheit sehr wichtig für ihn, aber es ist auch ein starkes emotionales Sicherheitsbedürfnis vorhanden, das ihm von seiner Mutter in der allerfrühesten Kindheit nicht unmittelbar gegeben werden konnte. Mond in 8 kann – genauso wie Merkur in der Halbsumme von Saturn und Pluto – auch ein Hinweis auf eine frühkindliche Todeserfahrung sein: Tatsächlich kam Bills Vater drei Monate vor seiner Geburt bei einem Autounfall ums Leben, die Mutter gab ihn daraufhin zu ihren Eltern und holte ihn erst nach 3 Jahren zu sich, als sie wieder heiratete. Danach wurde die Mutter zur wichtigsten Bezugsperson, Bill empfindet sie als die Stärkste im Familienverband und klammert sich an sie. Deshalb ist auch eine starke Frau wie Hillary an seiner Seite sehr wichtig für ihn.

Doch seine im Horoskop sichtbare Sinnlichkeit und Verführbarkeit (Mond in Stier, Venus und AC in Waage) haben ihn immer wieder auf „Abwege“ geführt. Wenn bei einem Mann die weiblichen Planeten (Mond und Venus) gut stehen, fühlen sich Frauen angesprochen: er wirkt so, als ob er tiefe Gefühle hätte, auch wenn es in Wirklichkeit vielleicht gar nicht so ist. Bill Clinton hat eine Waage-Venus (Domizil) und einen Stier-Mond (Erhöhung), d.h. er ist geradezu prädestiniert, ein Womanizer zu sein. Dazu macht ihn Mars in Waage in Konjunktion mit Neptun feinfühlig in sexuellen Beziehungen, löst aber auch Fluchtreflexe aus, falls es zu Konflikten kommt. Und Venus in einem gradgenauen Sextil zu Pluto erklärt seine geradezu unwiderstehliche Faszination auf Frauen, aber auch seinen unstillbar scheinenden sexuellen Hunger.

Ausserdem sind der 1. und der 4. Quadrant mit jeweils 4 Planeten in Clintons Radix betont: Es besteht ein ausgeprägtes Bedürfnis, Erfahrungen mit der eigenen Körperlichkeit zu sammeln, er hat aber auch den Auftrag, sich selbst und seine Potenziale der Allgemeinheit und Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Betonung liegt ausserdem auf dem 1. Haus: Mit 4 Planeten (Neptun, Mars, Venus, Jupiter) wird er natürlich „gesehen“, er wirkt charismatisch, vital und selbstbewusst; die Verwirklichung seiner eigenen Interessen und Bedürfnisse steht an erster Stelle.

Für einen Mensch mit einem Waage-Aszendenten ist es überaus wichtig, sich auf andere Menschen zu beziehen, sich über die anderen zu erfahren. So ist auch Clinton überaus charmant und kontaktfreudig und macht sich durch sein begegnungsorientiertes und liebenswürdiges Auftreten beliebt. Er hat das Bedürfnis, für Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit einzutreten, neigt allerdings auch zur Eitelkeit, die aus einer starken Eigenliebe resultiert (Venus in Waage am Aszendenten). Hinter all der zur Schau gestellten Liebenswürdigkeit verbirgt sich jedoch eine durchaus dominante Persönlichkeit, denn Waage ist ja ein kardinales Zeichen. Trotz seiner prinzipiellen Partnerbezogenheit ist es Clinton aber aufgrund der 8 Planeten in der linken Radix-Hälfte ein Anliegen, dass sich andere auf ihn beziehen sollen. Zudem liebt er es als Löwe natürlich, im Mittelpunkt zu stehen, das Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit zu sein, und er braucht die Beachtung der Umwelt, besonders von Freundeskreisen, Interessensgemeinschaften oder Parteien (Sonne im 11. Haus). In diesen Gruppen bzw. Organisationen kann er sich auch gut einbringen und verwirklichen.

Dazu kommt ein Merkur in Löwe, der ihm eine selbstbewusste, grosszügige Art des Denkens beschert. Clinton kann sich gut präsentieren, er ist ein begabter Redner mit grosser Überzeugungskraft (Merkur Konjunktion Pluto), hat aber auch den Anspruch, das Richtige zu sagen und zu schreiben (Merkur Konjunktion Saturn).

Jupiter in Waage im 1. Haus stattet Clinton mit einem grossen Gerechtigkeitssinn aus, er lässt ihn vertrauenswürdig wirken, stattet ihn mit viel Selbstvertrauen und Optimismus aus, aber auch mit einem Hang zur Selbstherrlichkeit.

Die Konfliktscheu bzw. das reflexartige Kopf-in-den-Sand-Stecken im Fall von Problemen wurde vorhin schon angesprochen. Dafür ist der äusserst schwach stehende Mars (in Waage in Konjunktion mit Neptun) verantwortlich. Im Fall Lewinsky und auch in den anderen Sexskandalen, die Clinton (noch in seiner Amtszeit als Gouverneur von Arkansas) vorgeworfen wurden, hat er immer nur soviel zugegeben, wie ihm zweifelsfrei bewiesen werden konnte. Diese Unaufrichtigkeit (und nicht die Affäre selbst) hat ihm in der Folge ein Amtsenthebungsverfahren wegen Falschaussage unter Eid eingebracht, das allerdings scheiterte. Clinton rückte dann mit der „Halbwahrheit“ heraus und gab zu, mit Monica Lewinsky „Oralsex“ gehabt zu haben. Neptun in 1 am Aszendenten gibt Clinton zwar viel Sensibilität und intuitives Erfassen, steht aber auch für einen Menschen, der sich über die Motive seines Handelns oft nicht im klaren ist (da er intuitiv handelt) und daher sich selbst und andere täuschen kann, der viel verschleiert und vertuscht, vor allem im Hinblick auf heimliche Beziehungen (Mars ist Herr von 7 in Konjunktion mit Neptun), einen Rollenspieler, der sich an Trends anpasst, dabei jedoch stets charmant und liebenswürdig bleibt. So hat die Person Clinton auch keinen nachhaltigen Schaden aus dieser Affäre erlitten.

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft gründete Bill Clinton eine Stiftung, die sich vor allem der Bekämpfung von AIDS widmet. Clinton nahm mehrfach an Welt-AIDS-Konferenzen sowie am Wiener Life Ball teil und er setzte 2004 in Verhandlungen mit Arzneimittelherstellern eine drastische Senkung der Preise für AIDS-Medikamente in 122 Ländern durch. 2004 erschien auch die deutsche Ausgabe seiner Autobiographie „Mein Leben“, das eine persönliche, aber auch eine politische Rückblende liefert. Das Buch wurde weltweit ein großer Erfolg, Clinton erhielt ein Honorar in zweistelliger Millionenhöhe. Er ist auch ein international gefragter Redner, dessen Auftritte fürstlich honoriert werden.

Dem Zeichen Löwe wird somatisch das Herz zugeordnet – fast folgerichtig leidet der Löwe-betonte Clinton seit geraumer Zeit an Herzproblemen und musste sich schon mehreren Operationen unterziehen, wobei ihm ein Bypass sowie zwei Stents eingesetzt wurden.

Seinen Geburtstag am 19. August wird Bill Clinton hoffentlich in guter Gesundheit verbringen. Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er im Januar 2017 erneut ins Weisse Haus einziehen kann – als Ehemann der ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten.

Über das Tierkreiszeichen Löwe 2

Löwe ist ein fixes Feuerzeichen, sein Herrscher ist die Sonne. Die fixe Qualität gibt hier dem Feuer einen beständigeren und ruhigeren Charakter als bei den beiden anderen Feuerzeichen (Schütze, Widder). Diesem Zeichen werden Lebensfreude, Selbstvertrauen, Würde, aber auch übertriebener Stolz und Selbstüberschätzung zugeordnet. Als Löwe-Mensch haben Sie ein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis, es genügt Ihnen nicht, ein Teil der Menge zu sein, nein, Sie wollen, wie die Sonne in unserem Planetensystem, im Zentrum stehen, strahlen und glänzen. Auf jeden Fall wollen Sie sich aus der Menge herausheben und wie ein König/eine Königin beachtet und bewundert werden. Selbst wenn Sie im Grunde introvertiert sein sollten, wird Sie ein besonderes Charisma umgeben. Die meisten Löwe-Geborenen sind aber eher extravertiert, kehren ihr Licht keineswegs unter den Scheffel und haben viel Sinn für das Repräsentative, für Macht, Ansehen und Ehre. Mit einer ihnen wie natürlich zustehenden Würde lieben sie den Luxus, Prunk und Pomp, das Üppige in jedem Bereich, dazu sind sie anspruchsvoll und eitel und betrachten das Leben vielfach als eine eigens für sie gemachte Theaterinszenierung, in deren Mittelpunkt sie natürlich stehen. Dabei sind sie aber ohne Hinterlist und Tücke, sondern zeigen sich und das, was sie wollen, mit grosser Zuversicht und Selbstvertrauen, wobei sie auch das Risiko in Kauf nehmen, dass sie, wenn sie alles im Licht der Öffentlichkeit, unter aller Augen sozusagen, tun, dabei selbstverständlich auch scheitern können.

Da Sie als Löwe im Wesen grosszügig sind und Details und Kleinigkeiten gerne ignorieren, wirken Sie eventuell auf andere leicht überheblich, snobistisch und arrogant. Diese anderen haben aber oft nur nicht den Mut, für sich selbst die Anerkennung zu fordern, die für Löwen so selbstverständlich ist. Anlass zu Kritik gibt auch Ihre Neigung zur Bequemlichkeit und Ihr passives Verhalten in Angelegenheiten, die Ihnen nicht so interessant erscheinen. Meist wirken Sie jedoch durch Ihren Charme entwaffnend, denn Sie sind auch warmherzig und freigebig, haben Sinn für Fairness und Ritterlichkeit sowie eine starke Vitalkraft und sind von sich selbst überzeugt. Wenn Sie ein gewisses Imponiergehabe, das Sie prahlerisch und anmaßend erscheinen lässt, vermeiden können, haben Sie eine starke Ausstrahlung. Zu Ihren Stärken zählen weiters Kreativität, Willensstärke und pädagogische Fähigkeiten. Sie haben eine spielerische Freude am Leben, lieben Vergnügungen und Feste und interessieren sich für Kunst (besonders für Malerei, aber Sie erklimmen gerne auch die Bühne). Da Sie andere inspirieren und ihnen Selbstvertrauen und Mut vermitteln können, eignen Sie sich gut als ManagerIn, Führungspersönlichkeit oder als selbständige/r UnternehmerIn. Von Rückschlägen im Leben können Sie sich normalerweise gut erholen und rasch neue Kräfte sammeln.

Zugeordnete Körperebene: Herz, Kreislauf, Rücken.

Ingeborg Bachmann zum 90. Geburtstag

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und ist am 17. Oktober 1973 in Rom verstorben. Ihr bewegtes Leben und Schaffen versuche ich aus astrologischer Sicht zu interpretieren.

Die ältere Tochter des Schuldirektors Mathias Bachmann und seiner Frau Olga wurde, ebenso wie ihre 2 Jahre jüngere Schwester Isolde, von den Eltern sehr gefördert, die das musikalische Talent der Mädchen erkennen und ihnen Klavier- und Geigenunterricht ermöglichen. Besonders Ingeborg liebt die Musik, spielt mit Begeisterung Klavier und komponiert sogar eigene Melodien. Im Alter von 10 Jahren entdeckte sie jedoch das Schreiben, das ihr im weiteren Verlauf immer wichtiger wurde und als künstlerischer Ausdruck die Musik ersetzte.

Ingeborg Bachmann wurde an einem Vollmondtag geboren, das heisst, sie hatte die Aufgabe, die Dinge objektiv und neutral zu betrachten, sich an Tatsachen zu orientieren, um etwas ans Licht zu bringen. Da der Mond in Steinbock steht, könnte es sich hierbei durchaus um gesellschaftlich relevante Dinge oder um die Stellung der Frau (Mond) in der Gesellschaft (Steinbock) handeln. An diesem Tag fand jedoch auch eine partielle Mondfinsternis statt, was bedeutet dass Gefühle und Bedürfnisse teilweise „verfinstert“ waren – doch genau diese Gefühle hatte Ingeborg Bachmann zum Ausdruck zu bringen, was ihr in ihren Gedichten und Erzählungen auch gut gelungen ist, einerseits sehr subjektiv, wie es dem Krebs-Prinzip entspricht, doch auf der anderen Seite versteht sie es, die eigenen Verletzlichkeiten auch zu objektivieren und in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Dabei hat die Dichterin immer wieder das Mond-Saturn-Thema angesprochen, nämlich, wie sich Frauen in einer Männer-dominierten Gesellschaft bewegen und ausdrücken können.

Zunächst beschreibt die Krebs-Sonne Ingeborg Bachmann als sehr sensible, einfühlsame, instinktsichere, aber auch launenhafte Person, die sich oft einem Gefühlsüberschwang ausgeliefert fühlt. Sie hat viel Phantasie und Empfindsamkeit, braucht aber ein vertrautes Umfeld und Menschen, die sie mag, um Wärme und Fürsorglichkeit zu zeigen. Prinzipiell hat sie zwei Seiten in sich: diejenige einer fürsorglichen Mutter und diejenige eines Kindes, das mit einem unbekümmerten Vertrauen ins Leben geht und von den anderen erwartet, Unterstützung zu bekommen und “bemuttert” zu werden. Im Übermaß kann dies bedeuten, dass sie entweder andere zu sehr beschützen will und nur schwer loslassen kann, oder dass sie selbst manchmal ganz gern wieder ein Kind wäre, das nicht so viel Verantwortung zu tragen braucht.

Auf der anderen Seite gibt es einen Steinbock-Aszendent und einen Steinbock-Mond im 12. Haus – Steinbock ist das Gegengewicht zum Krebs, es ist das Prinzip der Verantwortlichkeit, der Strenge, Struktur und der gesellschaftlichen Normen und Regeln. Im Gegensatz zum „kindhaften“ Krebs verkörpert Steinbock das „erwachsene“ Ich. Dem Überschwang des Krebses setzt Steinbock Vorsicht und Umsicht entgegen. Ein Mensch mit einem Steinbock-Aszendenten sollte sich mit Form, Norm und Struktur auseinandersetzen, mit Leistung, Realitätssinn und Grundsatztreue, er wirkt nach aussen meist ernsthaft, verlässlich, zielstrebig und verantwortungsbewusst, vielleicht auch etwas nüchtern und zurückhaltend. Tatsächlich wird Ingeborg Bachmanns widersprüchlicher Charakter zwischen Sensibilität und Entschlossenheit von Biographen hervorgehoben.

Mit dem Steinbock-Mond ist Ingeborg Bachmann aber auch sehr ehrgeizig und leistungsorientiert und sie hat ein grosses Bedürfnis nach Anerkennung. Im Herbst 1945 beginnt sie ein Philosophie-Studium in Innsbruck, das sie ab 1946 in Wien zusammen mit Germanistik und Psychologie fortsetzt und in kürzester Zeit abschliesst. Gleichzeitig unternimmt sie zielstrebig Schritte in die engagierte Wiener Nachkriegs-Literaturszene, wo sie begeistert aufgenommen wird. Saturn befindet sich im Horoskop Ingeborg Bachmanns im 10. Haus: sie widmet sich konsequent ihrer Aufgabe und ist imstande, hier wahre Meisterschaft zu entwickeln. Ehrgeizig und konsequent verfolgt sie ihre Ziele.

Die Mond-Stellung im 12. Haus zeigt aber auch, dass die Schriftstellerin trotz ihrer Kontakte zu anderen AutorInnen und der Anerkennung, die sie durch diese erfährt, eine labile, verunsicherte Psyche hatte und sich seelisch oftmals einsam fühlte. Um dieser inneren Einsamkeit zu entrinnen und ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Wärme und Zuwendung zu stillen, geht sie Beziehungen ein, zunächst mit dem 14 Jahre älteren Kritiker und Journalisten Hans Weigel, doch schon ein Jahr später verliebt sie sich in den vom Nazi-Terror traumatisierten Dichter und KZ-Überlebenden Paul Celan, der allerdings wenig später nach Paris zieht, wohin sie ihn nicht begleiten kann, da sie zuvor ihr Studium abschliessen will. Wieder sehen wir hier die vernunftbetonte Steinbock/Saturn-Mentalität durchkommen, die nicht zulässt, dass etwas einmal Begonnenes nicht abgeschlossen wird, selbst auf die Gefahr hin, eine Liebesbeziehung aufs Spiel zu setzen.

Nach dem Abschluss ihres Studiums zieht sie im Oktober 1950 doch zu Paul Celan nach Paris, doch kann ihr der vom Holocaust traumatisierte Dichter nicht den von ihr so sehnsüchtig gewünschten emotionalen Halt geben (Mond in Steinbock). Die Beziehung scheitert, und Ingeborg Bachmann kehrt nach Wien zurück. Sie bleibt Celan jedoch weiterhin freundschaftlich und emotional verbunden, auch als dieser 1952 eine andere Frau heiratet.

Ab 1951 arbeitete Ingeborg Bachmann als Redakteurin beim Rundfunk in Wien, sie schrieb Features und Gedichte, die Hans Werner Richter, den Initiator der Gruppe 47 (eine Vereinigung junger AutorInnen), derart begeistern, dass er die Autorin zur nächsten Tagung der Gruppe an die Ostsee einlädt, wo sie ihre Gedichte – allerdings mit grosser Schüchternheit (Chiron im 3. Haus weist auf die Selbstdarstellung als wunden Punkt hin) – vorträgt und auch als Person Aufmerksamkeit erregt. Sie versteht es nämlich, ihre weiblichen Reize bewusst in Szene zu setzen, und – je nach Bedarf – Eleganz (Venus Opposition Saturn), Intelligenz (Merkur Trigon Saturn) oder Schüchternheit und Unbeholfenheit auszustrahlen (Sonne in Krebs, Mond in 12), was bei männlichen Kollegen deren Beschützerinstinkt weckt. Das weibliche (Venus) und das männliche (Mars) Prinzip sind bei Ingeborg Bachmann besonders ausgeprägt, da die Venus in ihrem Radix-Horoskop im Zeichen Stier steht, der Mars hingegen in Widder. Die lustvoll-sinnliche, genussfreudige und besonnene Seite im Gegensatz zum impulsiven, tatkräftigen, zielgerichteten Durchsetzungsbedürfnis; Spontaneität und Mangel an Geduld versus Suche nach Sicherheit und Geborgenheit – wie ist so etwas zu leben?

Bei einer der nächsten Tagungen der Gruppe 47 lernt Ingeborg Bachmann den homosexuellen Komponisten Hans Werner Henze kennen. Eine lebenslange Freundschaft und Seelenverwandtschaft entsteht, in deren Verlauf Ingeborg Bachmann wieder stärker in die Welt der Musik eintaucht. Sie verfasst Libretti für einige Opern Henzes, und er vertont mehrere ihrer Gedichte. Seinetwegen zieht sie 1953 nach Italien, wo sie sogar eine Zeitlang mit ihm zusammen lebt.

Inzwischen ist Ingeborg Bachmann in Österreich und Deutschland eine viel beachtete und ausgezeichnete Autorin geworden, die nun vom Schreiben, ihrem Lebenselixier, leben kann. In ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises 1972 sagt sie unter anderem: „…ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe…“ Wenn wir in ihrem Horoskop sehen, dass die Sonne im 6. Haus (dem Haus der Arbeit) steht, dass dort der absolute Fokus ihres Lebens liegt, und noch dazu Pluto (die Leidenschaft, das Zwanghafte) in der Halbsumme zwischen Sonne (dem Leben) und Merkur (dem Schreiben) steht, dann wird der starke Drang nach geistiger und intellektueller Anerkennung, sowie die Fixiertheit auf literarisches Schaffen als unbedingtem Lebensausdruck klar.

Nichtsdestotrotz besteht aber auch das Bedürfnis nach Liebe, nach Zärtlichkeit und Nähe zu einem Mann. Sie hat 1957 die Beziehung zu Paul Celan wieder aufgenommen, die sich aber – zum grossen Kummer der Dichterin – nach wie vor als unlebbar herausstellt. Da lernt sie im Sommer 1958 den Schweizer Schriftsteller Max Frisch kennen, der nach dem Erfolg seines Romans „Stiller“ sein Architekturbüro in Zürich aufgelöst und seine Frau sowie die drei Kinder verlassen hat. Trotz ihrer beider Zweifel bezüglich einer neuen Bindung wagt es Ingeborg Bachmann doch, zu Max Frisch nach Zürich zu ziehen, sie fühlt sich glücklich, wenn auch unsicher. Sie träumt ja von einer idealen, alles umfassenden innigen Liebe, das wird im Horoskop durch die Stier-Venus im Quadrat zu Jupiter und Neptun ausgedrückt. Neptun im 7. Haus ist auch noch ein Hinweis auf den starken Wunsch nach der idealen oder idealisierten Beziehung, nach Verschmelzung mit dem Partner, wobei auch eine starke Hingabefähigkeit und Verführbarkeit vorhanden ist. Doch unwirkliche Idealvorstellungen von Beziehung und Partnerschaft, die der Wirklichkeit nicht standhalten, stehen dem Erreichen einer erfüllten Partnerschaft im Weg, sodass sich Beziehungen immer wieder auflösen.

Auch die Beziehung zu Max Frisch erweist sich als schwierig; nach wenigen gemeinsamen Monaten in Zürich zieht Ingeborg Bachmann nach Rom, wohin ihr Frisch allerdings 1960 folgt. Doch auch dort kommt es in der gemeinsamen Wohnung zu Unstimmigkeiten: erstens haben sie einen ganz unterschiedlichen Arbeitsstil und divergierende Auffassungen von Literatur, und zweitens kommt es zu Eifersuchtsszenen und emotionalen Grenzüberschreitungen (ausgedrückt durch das Quadrat zwischen Neptun und Saturn), weil Ingeborg Bachmann Frisch als zu vereinnahmend empfindet (Pluto am Deszendenten zeigt zwar eine schicksalshafte Bindung, aber auch Machtkämpfe, Abhängigkeiten und Dominanzprobleme in der Beziehung an). Ausserdem möchte sie Persönliches lieber geheim halten (Mond in 12) und lässt autobiographische Elemente höchstens in verfremdeter Form in ihre Texte einfliessen, während Frisch diese kaum verschlüsselt in seine Bücher aufnimmt, was bei ihr eine zusätzliche Kränkung auslöst, da sie sich verraten fühlt.

Im Sommer 1962 lernt Max Frisch die fast 30 Jahre jüngere Studentin Marianne Oellers kennen und beendet die Beziehung zu Ingeborg Bachmann. Für diese ist die Trennung die „grösste Niederlage“ ihres Lebens, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Bruch mit Max Frisch verursacht eine Lebens- und Schaffenskrise, der sie mit Alkohol und Tabletten beizukommen sucht. Kettenraucherin ist sie schon lange, nun kommen weitere Süchte hinzu (Mond in 12, Saturn Quadrat Neptun). Dennoch kann sie 1970 ihren bedeutendsten Roman, „Malina“ abschliessen. Er ist der erste Teil der Trilogie „Todesarten“ und thematisiert die Verletzungen, die Frauen durch ihre Beziehungen zu Männern erleiden (T-Quadrat Mond-Mars-Sonne). Der Roman wird ein Bestseller und macht die Autorin endgültig im deutschen Sprachraum berühmt.

Im Sommer 1973 feiert Ingeborg Bachmann gemeinsam mit Hans Werner Henze, der nur 5 Tage jünger ist als sie, ihren 47. Geburtstag. Der Komponist bemerkt mit Sorge ihre wiederholte Geistesabwesenheit, die auf ihre Tablettensucht zurückzuführen ist. Ende September will sie zu einer Kur nach Bad Gastein aufbrechen, doch 2 Tage vorher, in der Nacht vom 25. auf den 26. September, erleidet Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung schwere Verletzungen durch einen Brand, der beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ausgelöst wurde. Sie stirbt am 17. Oktober 1973 nicht unmittelbar an den Folgen der Verbrennungen, sondern an den tödlichen Entzugserscheinungen aufgrund ihrer schon seit Jahren bestehenden starken Abhängigkeit von Schmerz- und Beruhigungsmitteln, von der die behandelnden Ärzte zunächst nichts wussten.

In einem Interview 2 Jahre vor ihrem Tod hatte sie gesagt. „Man stirbt ja nicht wirklich an Krankheiten – man stirbt an dem, was mit einem angerichtet wird.“ Die Stellung Plutos im 7. Haus (dem Partnerhaus) zeigt uns hier extreme Gefühle, Machtkämpfe, die unterschwellig ablaufen, und Ausgeliefertsein an eine Beziehung.

In der Öffentlichkeit wird Ingeborg Bachmann durch den nach ihr benannten Literatur-Wettbewerb geehrt, der jedes Jahr Ende Juni (also rund um ihren Geburtstag) in Klagenfurt stattfindet.

Auch wir gedenken dieser grossartigen Schriftstellerin, die uns so viele wunderbare Texte hinterlassen hat, anlässlich ihres 90. Geburtstags mit Respekt und Anerkennung und sind uns bewusst, dass ihre Art zu leben nicht die leichteste war.

Über das Tierkreiszeichen Krebs

Krebs ist ein kardinales Wasserzeichen, sein Herrscher ist der Mond. Wenngleich der Krebs im privaten Bereich durchaus bestimmend, organisierend und tonangebend sein kann, so kommt hier die kardinale Dynamik im Vergleich zu den anderen Kardinalzeichen (Widder, Waage und Steinbock) nicht so offensichtlich zum Vorschein. Dem Zeichen Krebs werden Emotionalität, Empfindsamkeit, Sensibilität, Hingabefähigkeit und Hilfsbereitschaft, Empfänglichkeit und Beeindruckbarkeit, aber auch Launenhaftigkeit (Luna!) zugeordnet. Wie das Meer Ebbe und Flut kennt, kennen Sie als Krebs zeitweise sicherlich einen Überschwang der Gefühle und dann wieder Zeiten der Ernüchterung, wenn Sie sich ausgelaugt, ausgetrocknet, am emotionalen Tiefpunkt finden. Ihre Umgebung können Krebs-Geborene mit dieser Launenhaftigkeit ziemlich irritieren, obwohl ihre Gefühlsschwankungen einigermaßen vorhersehbar sind, so wie die Gezeiten des Meeres. Bei all diesen immer wieder vorkommenden emotionalen Schwankungen sind Krebs-Geborene aber doch sehr verlässliche Menschen, so wie der Mond, dessen wechselnde Sichtbarkeit für uns ja auch mit absoluter Regelmässigkeit verbunden ist.

Krebs steht für die eigene seelische Identität, für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit, und wer in diesem Zeichen geboren ist, hat ein grosses Anlehnungs- und Zärtlichkeitsgefühl, ein Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Zuwendung. Aber Krebs-Geborene können auch überempfindlich sein, leicht gekränkt, melancholisch, kindisch, schmollend. Kritik fassen sie leicht als persönliche Unzulänglichkeit auf und fühlen sich dadurch schuldig. Ihnen – oft unabsichtlich – zugefügte Verletzungen vergessen sie lange nicht. Da sie sich leicht in die emotionalen Welten anderer Menschen einfühlen können, haben sie auch eine natürliche Begabung im psychologischen Bereich. Oft fällt es ihnen sogar leichter, sich um andere zu kümmern als um sich selbst. Manche Krebs-Geborene haben sich einen inneren Panzer zugelegt, da es zu sehr schmerzen würde, das verängstigte und verletzte Kind in sich zu spüren, und bemühen sich, nach aussen hin hart zu wirken. Doch durch Gefühle, auch schmerzhafte, können wir am ehesten lernen und wachsen. Als Krebs sollten Sie darauf achten, nicht zu sentimental und nachtragend zu werden, wenn Sie sich verletzt fühlen.

Ihre besondere Phantasie- und Vorstellungsgabe macht es den Krebs-Geborenen auch leicht, sich auf vielfältige Weise künstlerisch auszudrücken, und oft erspüren sie instinktiv die emotionale Vergangenheit eines Ortes oder eines Gegenstandes.

Der Mond als der das Zeichen Krebs beherrschende Planet steht auch für das Wohnen, das Heim, die Heimat – Bereiche, die für Krebs-Geborene von grosser Bedeutung sind, denn hier brauchen sie die Behaglichkeit für ihren emotionalen Rückzug. In diesem Bereich suchen sie Sicherheit, sind im Grunde sehr häuslich und fühlen sich mit Heim und Familie sehr verbunden. Diese Begabung, sich einen gemütlichen Wohlfühl-Ort zu schaffen, können Krebs-Geborene durchaus auch als WohnberaterInnen, InnenausstatterInnen oder GastronomInnen nützen. Vom eigenen Wohnbereich spannen Krebs-Geborene sehr leicht einen Bogen zu unserem Planeten als Heim und Heimat für die gesamte Menschheit und alle anderen Kreaturen, sodass ihnen Umwelt- und Tierschutz sehr wichtige Anliegen sind.

Zugeordnete Körperebene: Magen, Speiseröhre, Flüssigkeitshaushalt des Körpers, Schleimhäute, Drüsen, Brüste, Eierstöcke, Uterus, die ganze linke Körperhälfte, die Psyche.

Marilyn Monroe – zum 90. Geburtstag

Marilyn Monroe wäre am 1. Juni 2016 90 Jahre alt geworden – leider ist sie viel zu früh verstorben.

Dass Marilyn Monroe Zeit ihres Lebens ein Identitätsproblem hatte, ist schon daraus zu ersehen, dass ihre Mutter Gladys Pearl Baker, geborene Monroe, die als Filmcutterin in Hollywood arbeitete, ihre uneheliche Tochter Norma Jeane, die am 1. Juni 1926 in Los Angeles geboren wurde, unter dem Nachnamen Mortensen registrieren liess. Edward Mortensen war Gladys Bakers 2. Ehemann (der erste hiess John Baker, mit ihm hatte sie bereits 2 Kinder). Norma Jeanes Vater war vermutlich Stanley Gifford, der Gladys‘ Vorgesetzter im Schnittstudio war. Mit ihm hatte sie 1925 eine Affäre, er verließ sie jedoch, als er von der Schwangerschaft seiner Geliebten erfuhr. Doch bei der Taufe der Kleinen liess ihre Grossmutter den Namen Norma Jeane Baker eintragen, den Nachnamen von Gladys’ erstem Ehemann. Damit versuchte die Großmutter, die Unehelichkeit des Kindes zu vertuschen. Dieses Identitätsproblem (verschleierte Herkunft) lässt sich an der Stellung Neptuns im ersten Haus nahe am Löwe-Aszendenten festmachen.

Zwölf Tage nach der Geburt gab die Mutter ihr Kind zu Pflegeeltern, um weiter ihren Beruf ausüben zu können. 1933 nahm sie ihre siebenjährige Tochter, die in ihrer ersten Pflegefamilie ein behütetes Leben geführt hatte, wieder zu sich, schenkte dem liebeshungrigen Kind aber weiterhin kaum Aufmerksamkeit. Wenig später erlitt Gladys einen Nervenzusammenbruch und erkrankte psychisch, sodass sie in eine Anstalt eingewiesen werden musste. Norma Jeane kam wieder zu diversen Pflegeeltern, zeitweise kümmerte sich auch eine Freundin ihrer Mutter um sie, musste sie aber wegen finanzieller Probleme für fast zwei Jahre in ein Waisenhaus geben. Diese Jahre behielt Norma Jeane zeitlebens in traumatischer Erinnerung. Dass es in ihrer Herkunftsfamilie Tabuthemen und Geheimnisse sowie schmerzhafte Erfahrungen gab, sehen wir an der Position Plutos, der das 4. Haus beherrscht und selbst im 12. Haus steht. Er deutet auch eine abwesende und/oder psychisch kranke Mutter an. Die belastete Kindheit erkennen wir aber auch an Saturn, der im 4. Haus steht und den Hunger nach Zuneigung (Saturn Quadrat Mond) deutlich macht. Der rückläufige Saturn im Quadrat zu Neptun lässt sich aber auch mit dem Vater identifizieren, der sich davongemacht und seiner Verantwortung entzogen hatte.

Bei einer weiteren Pflegefamilie kam es zu sexuellen Übergriffen und sogar einer Vergewaltigung des Mädchens. Es verwundert daher nicht, dass diese traumatischen Kindheitserfahrungen zu einer extrem unsicheren und zerrissenen Persönlichkeit führten (Sonne in der Halbsumme von Uranus und Neptun). Ausserdem wollte das Mädchen so schnell wie möglich ein eigenständiges Leben führen. Zwei Wochen nach ihrem 16. Geburtstag heiratete sie daher den Nachbarjungen James Dougherty und wurde so davor bewahrt, wieder in ein Waisenhaus oder zu Pflegeeltern zu müssen.

1944 wurde Norma Jeane Dougherty an ihrem Arbeitsplatz in einer Rüstungsfabrik von einem Fotografen als Fotomodell entdeckt. Daraufhin machte sie eine Ausbildung zum Fotomodell und Mannequin und verdiente auf diese Weise ihren Lebensunterhalt. 1946 kam sie mit einer der grossen Filmfirmen in Hollywood in Kontakt und wurde versuchsweise als Nachwuchsschauspielerin unter Vertrag genommen. Da ihr Name dem Firmenboss unpassend schien, schlug er ihr den Vornamen „Marilyn“ vor. Daraufhin wählte sie als Nachnamen den Geburtsnamen ihrer Mutter „Monroe“. Der Name Marilyn Monroe, der weltberühmt wurde, war für die Schauspielerin aber immer nur der Name einer Kunstfigur. In ihrem Privatleben wollte sie weiterhin Norma Jeane sein. Eine weitere Bedingung des Filmstudios war auch, dass sie ihre dunklen krausen Haare bleichen und glätten lassen musste, sodass sie fortan als Blondine bekannt wurde.

Entgegen dem Image, das ihr immer wieder von diversen Filmfirmen verpasst wurde, war Marilyn Monroe keineswegs das blonde Dummchen, als das sie vor allem zu Beginn ihrer Karriere gezeigt wurde. Mit Merkur in seinem eigenen Zeichen Zwillinge in Konjunktion mit der Sonne im 10. Haus hatte sie einen wachen Verstand, war pfiffig, redegewandt und geistig flexibel. Wer diese Merkur-Stellung in der Radix hat, möchte als klug, intelligent und tüchtig angesehen werden und auch mit diesen Eigenschaften auf andere Eindruck machen, so auch Marilyn. Natürlich liebte sie den Kontakt mit der Öffentlichkeit und sonnte sich im Ruhm, den ihre Filmkarriere ihr bescherte (Sonne als Aszendenten-Herrscherin in Verbindung mit Merkur in Zwillinge im 10. Haus), sie litt aber unter der Festlegung auf Rollen, in denen sie vor allem naiv und sexy zu sein hatte, und bestand – vor allem nach ihrer Ausbildung am renommierten New Yorker Actors Studio von Lee Strasberg – mehr und mehr auf anspruchsvolleren Drehbüchern und Charakterrollen, die durchaus auch eine komische Seite haben durften (wie beispielsweise in den Filmen „Liebling, ich werde jünger“ oder „Manche mögen’s heiss“).

Doch Marilyn Monroes Probleme waren eher auf der psychischen Ebene angesiedelt. Mond in Wassermann ist einerseits ein Hinweis auf eine unzuverlässige, seelisch distanzierte Mutter, die nur wenig Wärme und Geborgenheit geben kann, andererseits auch auf eine irritierte Seele, auf psychische Störungen, sowie permanente Unruhe, Nervosität und Gereiztheit. Auch ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Weiblichkeit ist häufig zu finden. Da diese Mondstellung aber auch das Gefühl verleiht, etwas Besonderes zu sein und ein gewisses Sendungsbewusstsein zu haben, beansprucht sie für sich selbst auch ungewöhnliche bzw. exzentrische Verhaltensweisen und nimmt sich die Freiheit, einseitig Absprachen aufzukündigen oder Verträge nicht einzuhalten, was das Arbeiten besonders in ihren letzten Lebensjahren mühsam macht. Ihr notorisches Zuspätkommen sowohl zum Filmset als auch zu privaten Verabredungen erklärt sie damit, dass der erwarteten Person alle Aufmerksamkeit und daher „Liebe“ des Wartenden gilt – also wieder der Ausdruck ihres Liebeshungers. Obwohl sie ein starkes Bedürfnis nach Partnerschaft und Beziehungen hat (Mond in 7) und ihre seelische Befindlichkeit sehr stark von der Bewunderung ihrer Mitmenschen abhängig ist, will sie aber in keiner Weise eingeschränkt werden und erwartet, dass die anderen das akzeptieren. Das ist vor allem eine instinktive Abwehr gegen die Bedrohung durch emotionale Konfrontationen und den damit verbundenen Schmerz, den Marilyn seit ihrer Kindheit nur allzu gut kennt. Sie meint zwar, ohne Beziehung nicht leben zu können, ist aber nicht fähig, sich wirklich und tief auf jemanden einzulassen. So hat sie häufig wechselnde Beziehungen, die aber im Grunde auf Dauerhaftigkeit angelegt wären. Hier wird ihre emotionale Instabilität auf fast schizophrene Art deutlich: einerseits will sie privat Norma Jeane sein, aber wenn sie in einer Beziehung tatsächlich auf diese Person reduziert wird, so wie von ihrem zweiten Ehemann Joe DiMaggio, hält sie es auch nicht aus. Der Mond im 7. Haus deutet auch den Wunsch nach eigenen Kindern an, und tatsächlich war Marilyn Monroe mehrmals von ihrem dritten Ehemann, dem Schriftsteller Arthur Miller, schwanger, erlitt aber drei Fehlgeburten.

Wenn noch dazu der Mond in schwierige Aspekte eingebunden ist, so wie in der Radix von Marilyn Monroe, wo er in Opposition zu Neptun und im Quadrat zu Saturn steht, wird die Erfüllung von Lebensbedürfnissen schwierig. So kann der Mond-Neptun-Aspekt als Entsprechung für Fehlgeburten gesehen werden, aber auch als emotionale Orientierungslosigkeit. Marilyn Monroe traut weder ihren eigenen Gefühlen noch denen ihrer Partner, sie fühlte sich vor allem in Beziehungen als Opfer, auch wenn sie es in ihren drei Ehen vermutlich nicht war; diese scheiterten vor allem an charakterlichen Unvereinbarkeiten oder überzogenen Erwartungen der Partner. In ihren Liebesbeziehungen zu den Kennedy-Brüdern dürfte sie aber tatsächlich zum Opfer geworden sein, vor allem als sie aus politischen Überlegungen abserviert wurde. Mond/Neptun ist aber auch ein starker Suchtaspekt. Ihre Feinfühligkeit und Hyper-Sensibilität (ebenfalls durch Mond/Neptun, aber auch durch Mars in Fische ausgedrückt) verlieh ihr zwar das Talent als Schauspielerin, machte sie aber auch dünnhäutig und empfindlich sowie – Saturn steht im Quadrat zu Mond und Neptun – anfällig für Depressionen, denen sie mit viel Alkohol sowie einem enormen Konsum von Beruhigungs- und Schlaftabletten zu Leibe rückte. Da alle beteiligten Planeten in fixen Zeichen stehen, war es auch sehr schwierig für sie, von der Sucht bzw. den Suchtmitteln loszukommen, auch wenn sie psycho-analytische Hilfe in Anspruch nahm und ihren Analytiker fast als Vater-Ersatz betrachtete. Da die frühkindlichen emotionalen Bedürfnisse durch ihre Mutter nicht erfüllt worden waren (Mond Quadrat Saturn), entstand daraus bei Marilyn Unsicherheit und Frustration, sowie ein mangelndes Selbstwertgefühl und Urvertrauen. Daher zweifelte sie insgesamt an der Liebe, fühlte sich einsam und ungeliebt, was sie durch Ehrgeiz und Leistungsdenken zu kompensieren suchte.

Natürlich müssen wir im Horoskop dieser Schauspielerin, die ja in den 1950-er Jahren bewusst als Sex-Symbol aufgebaut worden war, auch die Venus betrachten. Venus steht im Zeichen Widder, also im Exil, und im 9. Haus. Damit kann sie sich zwar kraftvoll und sexy zum Ausdruck bringen, wirkt spontan, kindlich, naiv, feurig und eroberungsfreudig, ist aber aus Unsicherheit und dem tiefsitzenden Gefühl, nicht liebenswert zu sein, sehr fordernd und aktiv, dabei schwer zufriedenzustellen. Da sie daran zweifelt, wirklich geliebt zu werden, möchte sie wenigstens begehrenswert erscheinen und übertreibt oft ihre Anbiederung an die Erwartungen der Männer (Venus Sextil Jupiter). Venus ist aber als Herrscherin des 10. Hauses auch berufsbezüglich und zeigt durch das Sextil zu Jupiter den beruflichen Erfolg der Schauspielerin. Die Spannungsaspekte in dieser Radix oder vielmehr die Unfähigkeit Marilyn Monroes, diese konstruktiv zu leben, verhinderten allerdings das nachhaltige Lebensglück. Marilyn Monroe schied in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren unter bis heute nicht geklärten Umständen aus dem Leben. Laut Obduktion hatte sie einen Mix aus dem Barbiturat Nembutal und dem Schlafmittel Chloralhydrat, beides in hoher Dosierung, im Körper, der ansonsten gesund war. Ob es sich um eine unbeabsichtigte Überdosierung handelte, um Selbstmord oder gar Mord, wie gemunkelt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen.

Wir gedenken der Schauspielerin, die uns in zahlreichen Filmen erfreut hat, anlässlich ihres 90. Geburtstags mit Wehmut und Respekt.

Über das Tierkreiszeichen Zwillinge 2

Zwillinge ist ein veränderliches Luftzeichen, dessen Herrscher Merkur ist. Dies ist das luftigste und unbeständigste aller Zeichen, noch dazu ist es ein „Doppelzeichen“ und wird – wie die Fische – korrekterweise in der Mehrzahlform verwendet. Wer unter diesem Zeichen geboren ist, fühlt sich eigentlich nur als halber Mensch, der nach Ganzheit sucht und dabei Brücken zu anderen schlagen will. Als Zwillinge-Geborene werden Sie daher danach trachten, Verbindungen zu schaffen und Kommunikation herzustellen, und dabei gehen Sie durchaus erfinderisch vor.

Den Zwillingen werden schillernde Empfindungen, eine rasche Auffassungsgabe und Einfallsreichtum zugeordnet, und sie werden Ihr ganzes Leben lang nicht die Begeisterungsfähigkeit für das Lernen, das zu Wissen führt, verlieren. Sie haben eine Tendenz, sich für sehr viele Ideen zu begeistern, aber auch, sich zu zersplittern, denn Sie können sich nur schwer auf eine einzige Sache festlegen. In Ihrer Geschwindigkeit und Spontaneität kann Ihnen kaum jemand folgen, eine Idee begeistert Sie plötzlich, aber nur so lange, bis eine andere sie ablöst.

Das Zeichen Zwillinge verleiht Leichtigkeit und Flüchtigkeit im Wesen, macht wendig, flexibel, agil, lebhaft, geschickt, schlau, es gibt den in diesem Zeichen Geborenen eine starke intellektuelle Betonung, spielerische Unbekümmertheit, Kontaktfreudigkeit, aber auch eine gewisse emotionale Distanziertheit, Unbeständigkeit sowie den Hang zu Zweifel und Spötteleien. Wie sein Herrscherplanet Merkur kümmert es sich nicht allzusehr um totale Wahrhaftigkeit. Zwillinge-Geborene reden viel, wenn der Tag lang ist, und nicht alles, was sie sagen, meinen sie Stunden später noch so.

Wenn Sie im Horoskop eine Zwillinge-Sonne haben, lässt das auf einen ausgeprägten Geschäftssinn und Freude am Handeln schließen. Sie reden gern, sind an allem interessiert und sehr vielseitig. Vermutlich können Sie überall mitreden (denn Sie wissen von allem irgendetwas), sind über alles Aktuelle informiert, schlagfertig, witzig, können aber manchmal auch schwatzhaft und unpersönlich wirken. Sie haben viele Kontakte, kennen sozusagen „Gott und die Welt“ und wissen sich immer zu helfen. Sie lieben die Abwechslung, sind gerne unterwegs, oft in Eile und können auch mehreres gleichzeitig machen. Sie haben nicht nur eine rhetorische Begabung, sondern auch einen Hang zu spöttischen oder sarkastischen Bemerkungen. Persönliche Beziehungen müssen für Sie stimulierend und abwechslungsreich sein.

Auch bei der Arbeit brauchen Sie ständige Stimulation und Herausforderung, Routinearbeit ist Ihnen ein Gräuel. Durch Ihre geistige Aufgeschlossenheit sind Sie stets in Kontakt mit dem Zeitgeist und haben ein Gespür für alles Neue.

Zwillinge sind Kinder des Augenblicks und gerne überall dabei, wo es etwas zu besprechen oder Kontakte zu knüpfen gibt. Langeweile hassen sie. Das liegt aber vielleicht daran, dass sie in stillen Momenten mit ihrer eigenen Psyche konfrontiert sein könnten, und das erschreckt sie, deshalb trachten sie danach, den Großteil ihres Lebens mit Aktivitäten und Lärm zu füllen. Ihr Problem ist vielleicht auch, dass sie sich zwar intellektuell auf Ideen und Veränderungen einlassen können, sich aber mit der Emotionalität eher schwer tun. Das ist der Grund, warum sie auf andere Menschen zuweilen oberflächlich und unverbindlich wirken.

Zugeordnete Körperebene: Lunge, Bronchien, Schulter, Arme und Hände. Das gesamte Nervensystem und die Gelenke.

Yehudi Menuhin zum 100. Geburtstag

Vor 100 Jahren, am 22. April 1916, wurde der weltberühmte Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin in New York geboren.

Die Sonne dieses hochbegabten Künstlers steht im musikalischen Zeichen Stier, sein Aszendent ist in Steinbock, ebenso wie der Mond, der zwar nicht am Aszendenten, aber doch im 1. Haus zu finden ist.

Ein Kind mit Steinbock-Aszendent hat eine ernsthafte, fast frühreife Ausstrahlung, es wirkt zielstrebig und verantwortungsbewusst. Der Mond im selben Zeichen gibt ihm einen besonderen Ehrgeiz, er ist wenig verspielt, sondern strebt nach Leistung und will sich dadurch Anerkennung verdienen. Tatsächlich galt Menuhin, der mit 5 Jahren Geige spielen lernte und mit 7 Jahren sein erstes öffentliches Konzert gab, als Wunderkind von hoher Musikalität, der instinktiv die schwierigsten Griffe auf der Geige beherrschte (Mond Trigon Merkur), ohne sich lange mit der Grundschule der Fingerfertigkeit, den ihm langweilig scheinenden Etüden, aufzuhalten. Merkur im Quadrat zu Mars in Löwe und Uranus in Wassermann drückt die Ungeduld eines brillanten und kreativen Geistes bzw. virtuoser Finger aus.

Das Leben der Familie, in der es ausser dem Sohn Yehudi noch zwei jüngere Schwestern gab, war komplett auf die Bedürfnisse des Wunderkindes und die Anforderungen an sein Lernen und Auftreten ausgerichtet. So übersiedelten die Eltern mit ihren Kindern 1926 nach Europa, damit Yehudi bei den besten Lehrern der damaligen Zeit studieren konnte. Unterstützt wurden sie dabei von einem Mäzen, der dem kleinen Menuhin sogar eine Stradivari-Kindergeige schenkte. Yehudi war inzwischen selbst schon berühmt geworden und gab Konzerte in Europa und in Amerika, teilweise mit seinen Lehrern Persinger und Enescu.

Ob er, der als Kind und als Jugendlicher alles der Musik unterordnete und sich Strukturiertheit und Disziplin auferlegte, ein innerlich einsames Kind mit einem Hang zu Schwermut und Depression war, wie wir es oft bei Mond in Steinbock vorfinden, lässt sich nicht sagen. Belegt ist hingegen, dass er sich auch von Misserfolgen – wie der Ablehnung des berühmten Pariser Violinlehrers Eugène Ysaye, der ihn nicht unterrichten wollte – nicht entmutigen liess, sondern nur umso härter an sich arbeitete. Dafür ist wieder der Steinbock-Mond zuständig, der noch dazu in Opposition zum Geburtsherrn Saturn steht und den unter ihm Geborenen viel Ausdauer und einen Hang zum Perfektionismus verleiht.

Auch die Stier-Sonne – prinzipiell besonnen und gemütvoll, fest in der materiellen Welt verwurzelt und mit erdiger Sinnlichkeit gesegnet – bringt einen ausdauernden und hartnäckigen Willen zum Ausdruck, der durch harmonische Aspekte zu Saturn und Pluto für Menuhins Karriere günstige Voraussetzungen schafft. So stärkt das Sextil zu Saturn seine Bereitschaft, nicht einfach unbeschwert in den Tag hinein zu leben, sondern sich dafür, wie er sein Leben gestalten will, einzusetzen und, wenn nötig, hart an sich zu arbeiten. Das kann ihm im Beruf zur Verwirklichung seiner Ziele verhelfen und ihn sogar – im späteren Leben – zu einer Autorität auf diesem Gebiet werden lassen.

Das Sextil zwischen Sonne und Pluto – noch exakter als das zu Saturn, aber bereits überschritten – bringt seine Kraft, seinen Enthusiasmus für die Musik und seinen Einsatz dafür gut zum Ausdruck. Er hat ein enormes Potenzial, ist von sich selbst überzeugt, leistungsfähig und belastbar, was ihn befähigt, seine Ziele zu erreichen.

Ausserdem bildet die Sonne ein Trigon zum Aszendenten und ein Sextil zum Deszendenten, d.h. der Betreffende kommt in die Sichtbarkeit der Öffentlichkeit, es besteht Harmonie zwischen seinen Anlagen und deren Verwirklichung, und er hat die angeborene Fähigkeit, gut mit Menschen umzugehen, was Menuhin besonders in seiner späteren Karriere als Dirigent, aber auch als Begründer einer Musikschule zugutekommen sollte.

Am MC, dem Mittagspunkt und Höchststand der Bewusstheit, wo sich Ergebnisse, Erfolge, “Produkte” des Lebens, aber auch die Berufung und das Entwicklungsziel zeigen, steht das künstlerische Waage-Zeichen. Seine Herrscherin Venus befindet sich in Menuhins Horoskop in Zwillinge im 6. Haus und liefert einen Hinweis, dass Kunst, Kultur und Schönheit im täglichen Leben des Musikers eine bedeutsame Rolle spielen, und dass seine verbindende Art der Kommunikation viele Brücken bauen kann.

Venus bildet ein Sextil zu Mars und ein Trigon zu Uranus. Im künstlerischen Bereich (Venus als MC-Herrscherin) zeigt ein Trigon zu Uranus im 2. Haus sicherlich eine aussergewöhnliche Begabung an. Venus steht aber auch für Liebes- und Beziehungsfähigkeit, im Zeichen Zwillinge zeigt sie sich von ihrer leichten und liebenswürdigen Seite. Menuhins Beziehungen zu Frauen waren vermutlich intensiv und anregend (Uranus), aber doch unbeschwert und natürlich. Er war zweimal verheiratet (die erste Ehe mit der australischen Industriellen-Tochter Nola Nicholas, die er in sehr jungen Jahren schloss, hielt 10 Jahre, danach heiratete er die englische Primaballerina Diana Gould). Beiden Ehen entstammen je 2 Kinder. Dass seine Partnerinnen seine Interessen teilten und er sich mit ihnen über seinen Beruf austauschen konnte, war ihm sicherlich sehr wichtig (Venus in Zwillinge). Diana Gould, die nach der Eheschliessung ihren Beruf als Tänzerin aufgab, begleitete ihren Mann auf vielen Konzertreisen. Sie ließ ihm aber auch genügend Freiraum, um seine Arbeit mit jungen, förderungswürdigen Musikern, sowie die vielfältigen Crossover- und Hilfsprojekte, die ihm ebenso am Herzen lagen, voranzubringen.

Somit wären wir bei einem Thema, das für Menuhin ebenfalls zentrale Bedeutung hatte: sein Engagement für die Bedürftigen der Welt. Da ihm gleichzeitig auch die Förderung junger, talentierter Künstler sehr wichtig war, verband er diese beiden Anliegen 1977 mit der Gründung seiner gemeinnützigen Organisation „Live Music Now“ in England. Musiker erhalten die Gelegenheit, sich in der Kunst des Vortragens zu üben und Kontakt zu einem Publikum zu finden, dem ein kostenloser Eintritt zu Konzerten in sozialen Einrichtungen wie Alten- und Behindertenheimen, Krankenhäusern, Gefängnissen etc. ermöglicht wird. Somit profitieren sowohl die KünstlerInnen als auch die Zuhörerschaft, die sich Konzertkarten sonst nicht leisten könnte.

Dieses soziale Engagement finden wir in Menuhins Horoskop durch Mars im 8. Haus, der ihn dazu anregt, sich für andere einzusetzen und sich aktiv um deren Probleme zu kümmern. Ausserdem steht Neptun im 7. Haus, was nicht nur künstlerische Phantasie, sondern auch Altruismus und grosse Hilfsbereitschaft bedeutet. Neptun als Herr des 3. Hauses weist ausserdem auf eine künstlerische Partnerschaft im Geschwisterbereich hin, und tatsächlich ist Menuhin oft zusammen mit seiner Schwester Hephzibah aufgetreten, die ihn am Klavier begleitete. Hephzibah heiratete übrigens später den Bruder von Yehudis erster Frau Nola.

Yehudi Menuhin war es wichtig, dass sich die Menschen an Musik erfreuen, der er auch eine soziale Dimension zuschrieb: „Einige sagen, man könne ohne Musik, ohne Theater, ohne Gedichte, ohne Literatur leben. Aber das ist nicht so. Ich sage immer, von einer Musikschule kommen gewöhnlich keine Kriminellen.“ (Yehudi Menuhin, 1996).

Menuhin empfand die Musik stets als friedensstiftend und völkerverbindend. Während des 2. Weltkriegs gab er an die 500 Konzerte für alliierte Soldaten in Europa und Amerika, er spielte für Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und trat bei der Eröffnungssitzung der Vereinten Nationen in New York auf. 1950, vor einem Konzert in Israel, waren Drohungen gegen Menuhin laut geworden, da er kurz zuvor in Berlin aufgetreten war. Er liess sich aber nicht einschüchtern, sondern gab auch in Israel erfolgreich Konzerte.

Im Rahmen einer Tournee gegen den Hunger in der Welt, die ihn unter anderem nach Indien führte, kam er 1950 mit Yoga in Berührung, das er von da an bis zu seinem Lebensende praktizierte (Venus in Zwillinge in 6 könnte auch auf Bewegung für die Gesundheit hinweisen, im Trigon zu Uranus auf besondere Bewegungen, so wie auch Mars in Opposition zu Uranus). Bei dieser Gelegenheit lernte er auch den indischen Musiker Ravi Shankar kennen, mit dem er auch gemeinsam auftrat und improvisierte, was er als besonders kreativen Impuls erlebte. Menuhin scheute sich nie, mit Musikern, die aus anderen Bereichen als der klassischen Musik kamen, zu spielen (ebenfalls Venus Trigon Uranus), er musizierte unter anderem auch mit dem Jazzmusiker Stéphane Grappelli. Die Liste seiner Auftritte, Auszeichnungen und Würdigungen ist lang, sie alle aufzuzählen ist auch nicht der Sinn dieser astrologischen Annäherung.

Dennoch ist es schön, in offiziellen biographischen Notizen die Anmerkung zu finden, dass auch die Stier-Sonne mit Genuss und Lebensfreude zum Ausdruck gebracht wurde, dass Menuhin trotz seiner Disziplin und manchmal fast asketisch anmutenden Lebensweise sinnlichen und erdigen Genüssen niemals abgeneigt war. Seine grösste Freude aber war und blieb die Musik. Er sagte: „Alles, was man liebt und wirklich gerne tut, sollte man jeden Tag tun. Musizieren sollte so leicht von der Hand gehen wie das Fliegen für einen Vogel, der auch nicht sagt: heute bin ich zu müde dafür.“

In diesem Sinne wollen wir dieses aussergewöhnlichen Musikers und Menschen anlässlich seines 100. Geburtstags gedenken.