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In meinem Blog finden Sie in regelmäßigen Intervallen interessante Erklärungen zu den Grundlagen der Astrologie, Horoskope von Promis & historischen Persönlichkeiten und vieles weiteres, das Sie interessieren könnte.

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Ingeborg Bachmann zum 90. Geburtstag

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und ist am 17. Oktober 1973 in Rom verstorben. Ihr bewegtes Leben und Schaffen versuche ich aus astrologischer Sicht zu interpretieren.

Die ältere Tochter des Schuldirektors Mathias Bachmann und seiner Frau Olga wurde, ebenso wie ihre 2 Jahre jüngere Schwester Isolde, von den Eltern sehr gefördert, die das musikalische Talent der Mädchen erkennen und ihnen Klavier- und Geigenunterricht ermöglichen. Besonders Ingeborg liebt die Musik, spielt mit Begeisterung Klavier und komponiert sogar eigene Melodien. Im Alter von 10 Jahren entdeckte sie jedoch das Schreiben, das ihr im weiteren Verlauf immer wichtiger wurde und als künstlerischer Ausdruck die Musik ersetzte.

Ingeborg Bachmann wurde an einem Vollmondtag geboren, das heisst, sie hatte die Aufgabe, die Dinge objektiv und neutral zu betrachten, sich an Tatsachen zu orientieren, um etwas ans Licht zu bringen. Da der Mond in Steinbock steht, könnte es sich hierbei durchaus um gesellschaftlich relevante Dinge oder um die Stellung der Frau (Mond) in der Gesellschaft (Steinbock) handeln. An diesem Tag fand jedoch auch eine partielle Mondfinsternis statt, was bedeutet dass Gefühle und Bedürfnisse teilweise „verfinstert“ waren – doch genau diese Gefühle hatte Ingeborg Bachmann zum Ausdruck zu bringen, was ihr in ihren Gedichten und Erzählungen auch gut gelungen ist, einerseits sehr subjektiv, wie es dem Krebs-Prinzip entspricht, doch auf der anderen Seite versteht sie es, die eigenen Verletzlichkeiten auch zu objektivieren und in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Dabei hat die Dichterin immer wieder das Mond-Saturn-Thema angesprochen, nämlich, wie sich Frauen in einer Männer-dominierten Gesellschaft bewegen und ausdrücken können.

Zunächst beschreibt die Krebs-Sonne Ingeborg Bachmann als sehr sensible, einfühlsame, instinktsichere, aber auch launenhafte Person, die sich oft einem Gefühlsüberschwang ausgeliefert fühlt. Sie hat viel Phantasie und Empfindsamkeit, braucht aber ein vertrautes Umfeld und Menschen, die sie mag, um Wärme und Fürsorglichkeit zu zeigen. Prinzipiell hat sie zwei Seiten in sich: diejenige einer fürsorglichen Mutter und diejenige eines Kindes, das mit einem unbekümmerten Vertrauen ins Leben geht und von den anderen erwartet, Unterstützung zu bekommen und “bemuttert” zu werden. Im Übermaß kann dies bedeuten, dass sie entweder andere zu sehr beschützen will und nur schwer loslassen kann, oder dass sie selbst manchmal ganz gern wieder ein Kind wäre, das nicht so viel Verantwortung zu tragen braucht.

Auf der anderen Seite gibt es einen Steinbock-Aszendent und einen Steinbock-Mond im 12. Haus – Steinbock ist das Gegengewicht zum Krebs, es ist das Prinzip der Verantwortlichkeit, der Strenge, Struktur und der gesellschaftlichen Normen und Regeln. Im Gegensatz zum „kindhaften“ Krebs verkörpert Steinbock das „erwachsene“ Ich. Dem Überschwang des Krebses setzt Steinbock Vorsicht und Umsicht entgegen. Ein Mensch mit einem Steinbock-Aszendenten sollte sich mit Form, Norm und Struktur auseinandersetzen, mit Leistung, Realitätssinn und Grundsatztreue, er wirkt nach aussen meist ernsthaft, verlässlich, zielstrebig und verantwortungsbewusst, vielleicht auch etwas nüchtern und zurückhaltend. Tatsächlich wird Ingeborg Bachmanns widersprüchlicher Charakter zwischen Sensibilität und Entschlossenheit von Biographen hervorgehoben.

Mit dem Steinbock-Mond ist Ingeborg Bachmann aber auch sehr ehrgeizig und leistungsorientiert und sie hat ein grosses Bedürfnis nach Anerkennung. Im Herbst 1945 beginnt sie ein Philosophie-Studium in Innsbruck, das sie ab 1946 in Wien zusammen mit Germanistik und Psychologie fortsetzt und in kürzester Zeit abschliesst. Gleichzeitig unternimmt sie zielstrebig Schritte in die engagierte Wiener Nachkriegs-Literaturszene, wo sie begeistert aufgenommen wird. Saturn befindet sich im Horoskop Ingeborg Bachmanns im 10. Haus: sie widmet sich konsequent ihrer Aufgabe und ist imstande, hier wahre Meisterschaft zu entwickeln. Ehrgeizig und konsequent verfolgt sie ihre Ziele.

Die Mond-Stellung im 12. Haus zeigt aber auch, dass die Schriftstellerin trotz ihrer Kontakte zu anderen AutorInnen und der Anerkennung, die sie durch diese erfährt, eine labile, verunsicherte Psyche hatte und sich seelisch oftmals einsam fühlte. Um dieser inneren Einsamkeit zu entrinnen und ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Wärme und Zuwendung zu stillen, geht sie Beziehungen ein, zunächst mit dem 14 Jahre älteren Kritiker und Journalisten Hans Weigel, doch schon ein Jahr später verliebt sie sich in den vom Nazi-Terror traumatisierten Dichter und KZ-Überlebenden Paul Celan, der allerdings wenig später nach Paris zieht, wohin sie ihn nicht begleiten kann, da sie zuvor ihr Studium abschliessen will. Wieder sehen wir hier die vernunftbetonte Steinbock/Saturn-Mentalität durchkommen, die nicht zulässt, dass etwas einmal Begonnenes nicht abgeschlossen wird, selbst auf die Gefahr hin, eine Liebesbeziehung aufs Spiel zu setzen.

Nach dem Abschluss ihres Studiums zieht sie im Oktober 1950 doch zu Paul Celan nach Paris, doch kann ihr der vom Holocaust traumatisierte Dichter nicht den von ihr so sehnsüchtig gewünschten emotionalen Halt geben (Mond in Steinbock). Die Beziehung scheitert, und Ingeborg Bachmann kehrt nach Wien zurück. Sie bleibt Celan jedoch weiterhin freundschaftlich und emotional verbunden, auch als dieser 1952 eine andere Frau heiratet.

Ab 1951 arbeitete Ingeborg Bachmann als Redakteurin beim Rundfunk in Wien, sie schrieb Features und Gedichte, die Hans Werner Richter, den Initiator der Gruppe 47 (eine Vereinigung junger AutorInnen), derart begeistern, dass er die Autorin zur nächsten Tagung der Gruppe an die Ostsee einlädt, wo sie ihre Gedichte – allerdings mit grosser Schüchternheit (Chiron im 3. Haus weist auf die Selbstdarstellung als wunden Punkt hin) – vorträgt und auch als Person Aufmerksamkeit erregt. Sie versteht es nämlich, ihre weiblichen Reize bewusst in Szene zu setzen, und – je nach Bedarf – Eleganz (Venus Opposition Saturn), Intelligenz (Merkur Trigon Saturn) oder Schüchternheit und Unbeholfenheit auszustrahlen (Sonne in Krebs, Mond in 12), was bei männlichen Kollegen deren Beschützerinstinkt weckt. Das weibliche (Venus) und das männliche (Mars) Prinzip sind bei Ingeborg Bachmann besonders ausgeprägt, da die Venus in ihrem Radix-Horoskop im Zeichen Stier steht, der Mars hingegen in Widder. Die lustvoll-sinnliche, genussfreudige und besonnene Seite im Gegensatz zum impulsiven, tatkräftigen, zielgerichteten Durchsetzungsbedürfnis; Spontaneität und Mangel an Geduld versus Suche nach Sicherheit und Geborgenheit – wie ist so etwas zu leben?

Bei einer der nächsten Tagungen der Gruppe 47 lernt Ingeborg Bachmann den homosexuellen Komponisten Hans Werner Henze kennen. Eine lebenslange Freundschaft und Seelenverwandtschaft entsteht, in deren Verlauf Ingeborg Bachmann wieder stärker in die Welt der Musik eintaucht. Sie verfasst Libretti für einige Opern Henzes, und er vertont mehrere ihrer Gedichte. Seinetwegen zieht sie 1953 nach Italien, wo sie sogar eine Zeitlang mit ihm zusammen lebt.

Inzwischen ist Ingeborg Bachmann in Österreich und Deutschland eine viel beachtete und ausgezeichnete Autorin geworden, die nun vom Schreiben, ihrem Lebenselixier, leben kann. In ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises 1972 sagt sie unter anderem: „…ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe…“ Wenn wir in ihrem Horoskop sehen, dass die Sonne im 6. Haus (dem Haus der Arbeit) steht, dass dort der absolute Fokus ihres Lebens liegt, und noch dazu Pluto (die Leidenschaft, das Zwanghafte) in der Halbsumme zwischen Sonne (dem Leben) und Merkur (dem Schreiben) steht, dann wird der starke Drang nach geistiger und intellektueller Anerkennung, sowie die Fixiertheit auf literarisches Schaffen als unbedingtem Lebensausdruck klar.

Nichtsdestotrotz besteht aber auch das Bedürfnis nach Liebe, nach Zärtlichkeit und Nähe zu einem Mann. Sie hat 1957 die Beziehung zu Paul Celan wieder aufgenommen, die sich aber – zum grossen Kummer der Dichterin – nach wie vor als unlebbar herausstellt. Da lernt sie im Sommer 1958 den Schweizer Schriftsteller Max Frisch kennen, der nach dem Erfolg seines Romans „Stiller“ sein Architekturbüro in Zürich aufgelöst und seine Frau sowie die drei Kinder verlassen hat. Trotz ihrer beider Zweifel bezüglich einer neuen Bindung wagt es Ingeborg Bachmann doch, zu Max Frisch nach Zürich zu ziehen, sie fühlt sich glücklich, wenn auch unsicher. Sie träumt ja von einer idealen, alles umfassenden innigen Liebe, das wird im Horoskop durch die Stier-Venus im Quadrat zu Jupiter und Neptun ausgedrückt. Neptun im 7. Haus ist auch noch ein Hinweis auf den starken Wunsch nach der idealen oder idealisierten Beziehung, nach Verschmelzung mit dem Partner, wobei auch eine starke Hingabefähigkeit und Verführbarkeit vorhanden ist. Doch unwirkliche Idealvorstellungen von Beziehung und Partnerschaft, die der Wirklichkeit nicht standhalten, stehen dem Erreichen einer erfüllten Partnerschaft im Weg, sodass sich Beziehungen immer wieder auflösen.

Auch die Beziehung zu Max Frisch erweist sich als schwierig; nach wenigen gemeinsamen Monaten in Zürich zieht Ingeborg Bachmann nach Rom, wohin ihr Frisch allerdings 1960 folgt. Doch auch dort kommt es in der gemeinsamen Wohnung zu Unstimmigkeiten: erstens haben sie einen ganz unterschiedlichen Arbeitsstil und divergierende Auffassungen von Literatur, und zweitens kommt es zu Eifersuchtsszenen und emotionalen Grenzüberschreitungen (ausgedrückt durch das Quadrat zwischen Neptun und Saturn), weil Ingeborg Bachmann Frisch als zu vereinnahmend empfindet (Pluto am Deszendenten zeigt zwar eine schicksalshafte Bindung, aber auch Machtkämpfe, Abhängigkeiten und Dominanzprobleme in der Beziehung an). Ausserdem möchte sie Persönliches lieber geheim halten (Mond in 12) und lässt autobiographische Elemente höchstens in verfremdeter Form in ihre Texte einfliessen, während Frisch diese kaum verschlüsselt in seine Bücher aufnimmt, was bei ihr eine zusätzliche Kränkung auslöst, da sie sich verraten fühlt.

Im Sommer 1962 lernt Max Frisch die fast 30 Jahre jüngere Studentin Marianne Oellers kennen und beendet die Beziehung zu Ingeborg Bachmann. Für diese ist die Trennung die „grösste Niederlage“ ihres Lebens, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Bruch mit Max Frisch verursacht eine Lebens- und Schaffenskrise, der sie mit Alkohol und Tabletten beizukommen sucht. Kettenraucherin ist sie schon lange, nun kommen weitere Süchte hinzu (Mond in 12, Saturn Quadrat Neptun). Dennoch kann sie 1970 ihren bedeutendsten Roman, „Malina“ abschliessen. Er ist der erste Teil der Trilogie „Todesarten“ und thematisiert die Verletzungen, die Frauen durch ihre Beziehungen zu Männern erleiden (T-Quadrat Mond-Mars-Sonne). Der Roman wird ein Bestseller und macht die Autorin endgültig im deutschen Sprachraum berühmt.

Im Sommer 1973 feiert Ingeborg Bachmann gemeinsam mit Hans Werner Henze, der nur 5 Tage jünger ist als sie, ihren 47. Geburtstag. Der Komponist bemerkt mit Sorge ihre wiederholte Geistesabwesenheit, die auf ihre Tablettensucht zurückzuführen ist. Ende September will sie zu einer Kur nach Bad Gastein aufbrechen, doch 2 Tage vorher, in der Nacht vom 25. auf den 26. September, erleidet Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung schwere Verletzungen durch einen Brand, der beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ausgelöst wurde. Sie stirbt am 17. Oktober 1973 nicht unmittelbar an den Folgen der Verbrennungen, sondern an den tödlichen Entzugserscheinungen aufgrund ihrer schon seit Jahren bestehenden starken Abhängigkeit von Schmerz- und Beruhigungsmitteln, von der die behandelnden Ärzte zunächst nichts wussten.

In einem Interview 2 Jahre vor ihrem Tod hatte sie gesagt. „Man stirbt ja nicht wirklich an Krankheiten – man stirbt an dem, was mit einem angerichtet wird.“ Die Stellung Plutos im 7. Haus (dem Partnerhaus) zeigt uns hier extreme Gefühle, Machtkämpfe, die unterschwellig ablaufen, und Ausgeliefertsein an eine Beziehung.

In der Öffentlichkeit wird Ingeborg Bachmann durch den nach ihr benannten Literatur-Wettbewerb geehrt, der jedes Jahr Ende Juni (also rund um ihren Geburtstag) in Klagenfurt stattfindet.

Auch wir gedenken dieser grossartigen Schriftstellerin, die uns so viele wunderbare Texte hinterlassen hat, anlässlich ihres 90. Geburtstags mit Respekt und Anerkennung und sind uns bewusst, dass ihre Art zu leben nicht die leichteste war.

Über das Tierkreiszeichen Krebs

Krebs ist ein kardinales Wasserzeichen, sein Herrscher ist der Mond. Wenngleich der Krebs im privaten Bereich durchaus bestimmend, organisierend und tonangebend sein kann, so kommt hier die kardinale Dynamik im Vergleich zu den anderen Kardinalzeichen (Widder, Waage und Steinbock) nicht so offensichtlich zum Vorschein. Dem Zeichen Krebs werden Emotionalität, Empfindsamkeit, Sensibilität, Hingabefähigkeit und Hilfsbereitschaft, Empfänglichkeit und Beeindruckbarkeit, aber auch Launenhaftigkeit (Luna!) zugeordnet. Wie das Meer Ebbe und Flut kennt, kennen Sie als Krebs zeitweise sicherlich einen Überschwang der Gefühle und dann wieder Zeiten der Ernüchterung, wenn Sie sich ausgelaugt, ausgetrocknet, am emotionalen Tiefpunkt finden. Ihre Umgebung können Krebs-Geborene mit dieser Launenhaftigkeit ziemlich irritieren, obwohl ihre Gefühlsschwankungen einigermaßen vorhersehbar sind, so wie die Gezeiten des Meeres. Bei all diesen immer wieder vorkommenden emotionalen Schwankungen sind Krebs-Geborene aber doch sehr verlässliche Menschen, so wie der Mond, dessen wechselnde Sichtbarkeit für uns ja auch mit absoluter Regelmässigkeit verbunden ist.

Krebs steht für die eigene seelische Identität, für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit, und wer in diesem Zeichen geboren ist, hat ein grosses Anlehnungs- und Zärtlichkeitsgefühl, ein Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Zuwendung. Aber Krebs-Geborene können auch überempfindlich sein, leicht gekränkt, melancholisch, kindisch, schmollend. Kritik fassen sie leicht als persönliche Unzulänglichkeit auf und fühlen sich dadurch schuldig. Ihnen – oft unabsichtlich – zugefügte Verletzungen vergessen sie lange nicht. Da sie sich leicht in die emotionalen Welten anderer Menschen einfühlen können, haben sie auch eine natürliche Begabung im psychologischen Bereich. Oft fällt es ihnen sogar leichter, sich um andere zu kümmern als um sich selbst. Manche Krebs-Geborene haben sich einen inneren Panzer zugelegt, da es zu sehr schmerzen würde, das verängstigte und verletzte Kind in sich zu spüren, und bemühen sich, nach aussen hin hart zu wirken. Doch durch Gefühle, auch schmerzhafte, können wir am ehesten lernen und wachsen. Als Krebs sollten Sie darauf achten, nicht zu sentimental und nachtragend zu werden, wenn Sie sich verletzt fühlen.

Ihre besondere Phantasie- und Vorstellungsgabe macht es den Krebs-Geborenen auch leicht, sich auf vielfältige Weise künstlerisch auszudrücken, und oft erspüren sie instinktiv die emotionale Vergangenheit eines Ortes oder eines Gegenstandes.

Der Mond als der das Zeichen Krebs beherrschende Planet steht auch für das Wohnen, das Heim, die Heimat – Bereiche, die für Krebs-Geborene von grosser Bedeutung sind, denn hier brauchen sie die Behaglichkeit für ihren emotionalen Rückzug. In diesem Bereich suchen sie Sicherheit, sind im Grunde sehr häuslich und fühlen sich mit Heim und Familie sehr verbunden. Diese Begabung, sich einen gemütlichen Wohlfühl-Ort zu schaffen, können Krebs-Geborene durchaus auch als WohnberaterInnen, InnenausstatterInnen oder GastronomInnen nützen. Vom eigenen Wohnbereich spannen Krebs-Geborene sehr leicht einen Bogen zu unserem Planeten als Heim und Heimat für die gesamte Menschheit und alle anderen Kreaturen, sodass ihnen Umwelt- und Tierschutz sehr wichtige Anliegen sind.

Zugeordnete Körperebene: Magen, Speiseröhre, Flüssigkeitshaushalt des Körpers, Schleimhäute, Drüsen, Brüste, Eierstöcke, Uterus, die ganze linke Körperhälfte, die Psyche.

Marilyn Monroe – zum 90. Geburtstag

Marilyn Monroe wäre am 1. Juni 2016 90 Jahre alt geworden – leider ist sie viel zu früh verstorben.

Dass Marilyn Monroe Zeit ihres Lebens ein Identitätsproblem hatte, ist schon daraus zu ersehen, dass ihre Mutter Gladys Pearl Baker, geborene Monroe, die als Filmcutterin in Hollywood arbeitete, ihre uneheliche Tochter Norma Jeane, die am 1. Juni 1926 in Los Angeles geboren wurde, unter dem Nachnamen Mortensen registrieren liess. Edward Mortensen war Gladys Bakers 2. Ehemann (der erste hiess John Baker, mit ihm hatte sie bereits 2 Kinder). Norma Jeanes Vater war vermutlich Stanley Gifford, der Gladys‘ Vorgesetzter im Schnittstudio war. Mit ihm hatte sie 1925 eine Affäre, er verließ sie jedoch, als er von der Schwangerschaft seiner Geliebten erfuhr. Doch bei der Taufe der Kleinen liess ihre Grossmutter den Namen Norma Jeane Baker eintragen, den Nachnamen von Gladys’ erstem Ehemann. Damit versuchte die Großmutter, die Unehelichkeit des Kindes zu vertuschen. Dieses Identitätsproblem (verschleierte Herkunft) lässt sich an der Stellung Neptuns im ersten Haus nahe am Löwe-Aszendenten festmachen.

Zwölf Tage nach der Geburt gab die Mutter ihr Kind zu Pflegeeltern, um weiter ihren Beruf ausüben zu können. 1933 nahm sie ihre siebenjährige Tochter, die in ihrer ersten Pflegefamilie ein behütetes Leben geführt hatte, wieder zu sich, schenkte dem liebeshungrigen Kind aber weiterhin kaum Aufmerksamkeit. Wenig später erlitt Gladys einen Nervenzusammenbruch und erkrankte psychisch, sodass sie in eine Anstalt eingewiesen werden musste. Norma Jeane kam wieder zu diversen Pflegeeltern, zeitweise kümmerte sich auch eine Freundin ihrer Mutter um sie, musste sie aber wegen finanzieller Probleme für fast zwei Jahre in ein Waisenhaus geben. Diese Jahre behielt Norma Jeane zeitlebens in traumatischer Erinnerung. Dass es in ihrer Herkunftsfamilie Tabuthemen und Geheimnisse sowie schmerzhafte Erfahrungen gab, sehen wir an der Position Plutos, der das 4. Haus beherrscht und selbst im 12. Haus steht. Er deutet auch eine abwesende und/oder psychisch kranke Mutter an. Die belastete Kindheit erkennen wir aber auch an Saturn, der im 4. Haus steht und den Hunger nach Zuneigung (Saturn Quadrat Mond) deutlich macht. Der rückläufige Saturn im Quadrat zu Neptun lässt sich aber auch mit dem Vater identifizieren, der sich davongemacht und seiner Verantwortung entzogen hatte.

Bei einer weiteren Pflegefamilie kam es zu sexuellen Übergriffen und sogar einer Vergewaltigung des Mädchens. Es verwundert daher nicht, dass diese traumatischen Kindheitserfahrungen zu einer extrem unsicheren und zerrissenen Persönlichkeit führten (Sonne in der Halbsumme von Uranus und Neptun). Ausserdem wollte das Mädchen so schnell wie möglich ein eigenständiges Leben führen. Zwei Wochen nach ihrem 16. Geburtstag heiratete sie daher den Nachbarjungen James Dougherty und wurde so davor bewahrt, wieder in ein Waisenhaus oder zu Pflegeeltern zu müssen.

1944 wurde Norma Jeane Dougherty an ihrem Arbeitsplatz in einer Rüstungsfabrik von einem Fotografen als Fotomodell entdeckt. Daraufhin machte sie eine Ausbildung zum Fotomodell und Mannequin und verdiente auf diese Weise ihren Lebensunterhalt. 1946 kam sie mit einer der grossen Filmfirmen in Hollywood in Kontakt und wurde versuchsweise als Nachwuchsschauspielerin unter Vertrag genommen. Da ihr Name dem Firmenboss unpassend schien, schlug er ihr den Vornamen „Marilyn“ vor. Daraufhin wählte sie als Nachnamen den Geburtsnamen ihrer Mutter „Monroe“. Der Name Marilyn Monroe, der weltberühmt wurde, war für die Schauspielerin aber immer nur der Name einer Kunstfigur. In ihrem Privatleben wollte sie weiterhin Norma Jeane sein. Eine weitere Bedingung des Filmstudios war auch, dass sie ihre dunklen krausen Haare bleichen und glätten lassen musste, sodass sie fortan als Blondine bekannt wurde.

Entgegen dem Image, das ihr immer wieder von diversen Filmfirmen verpasst wurde, war Marilyn Monroe keineswegs das blonde Dummchen, als das sie vor allem zu Beginn ihrer Karriere gezeigt wurde. Mit Merkur in seinem eigenen Zeichen Zwillinge in Konjunktion mit der Sonne im 10. Haus hatte sie einen wachen Verstand, war pfiffig, redegewandt und geistig flexibel. Wer diese Merkur-Stellung in der Radix hat, möchte als klug, intelligent und tüchtig angesehen werden und auch mit diesen Eigenschaften auf andere Eindruck machen, so auch Marilyn. Natürlich liebte sie den Kontakt mit der Öffentlichkeit und sonnte sich im Ruhm, den ihre Filmkarriere ihr bescherte (Sonne als Aszendenten-Herrscherin in Verbindung mit Merkur in Zwillinge im 10. Haus), sie litt aber unter der Festlegung auf Rollen, in denen sie vor allem naiv und sexy zu sein hatte, und bestand – vor allem nach ihrer Ausbildung am renommierten New Yorker Actors Studio von Lee Strasberg – mehr und mehr auf anspruchsvolleren Drehbüchern und Charakterrollen, die durchaus auch eine komische Seite haben durften (wie beispielsweise in den Filmen „Liebling, ich werde jünger“ oder „Manche mögen’s heiss“).

Doch Marilyn Monroes Probleme waren eher auf der psychischen Ebene angesiedelt. Mond in Wassermann ist einerseits ein Hinweis auf eine unzuverlässige, seelisch distanzierte Mutter, die nur wenig Wärme und Geborgenheit geben kann, andererseits auch auf eine irritierte Seele, auf psychische Störungen, sowie permanente Unruhe, Nervosität und Gereiztheit. Auch ein gestörtes Verhältnis zur eigenen Weiblichkeit ist häufig zu finden. Da diese Mondstellung aber auch das Gefühl verleiht, etwas Besonderes zu sein und ein gewisses Sendungsbewusstsein zu haben, beansprucht sie für sich selbst auch ungewöhnliche bzw. exzentrische Verhaltensweisen und nimmt sich die Freiheit, einseitig Absprachen aufzukündigen oder Verträge nicht einzuhalten, was das Arbeiten besonders in ihren letzten Lebensjahren mühsam macht. Ihr notorisches Zuspätkommen sowohl zum Filmset als auch zu privaten Verabredungen erklärt sie damit, dass der erwarteten Person alle Aufmerksamkeit und daher „Liebe“ des Wartenden gilt – also wieder der Ausdruck ihres Liebeshungers. Obwohl sie ein starkes Bedürfnis nach Partnerschaft und Beziehungen hat (Mond in 7) und ihre seelische Befindlichkeit sehr stark von der Bewunderung ihrer Mitmenschen abhängig ist, will sie aber in keiner Weise eingeschränkt werden und erwartet, dass die anderen das akzeptieren. Das ist vor allem eine instinktive Abwehr gegen die Bedrohung durch emotionale Konfrontationen und den damit verbundenen Schmerz, den Marilyn seit ihrer Kindheit nur allzu gut kennt. Sie meint zwar, ohne Beziehung nicht leben zu können, ist aber nicht fähig, sich wirklich und tief auf jemanden einzulassen. So hat sie häufig wechselnde Beziehungen, die aber im Grunde auf Dauerhaftigkeit angelegt wären. Hier wird ihre emotionale Instabilität auf fast schizophrene Art deutlich: einerseits will sie privat Norma Jeane sein, aber wenn sie in einer Beziehung tatsächlich auf diese Person reduziert wird, so wie von ihrem zweiten Ehemann Joe DiMaggio, hält sie es auch nicht aus. Der Mond im 7. Haus deutet auch den Wunsch nach eigenen Kindern an, und tatsächlich war Marilyn Monroe mehrmals von ihrem dritten Ehemann, dem Schriftsteller Arthur Miller, schwanger, erlitt aber drei Fehlgeburten.

Wenn noch dazu der Mond in schwierige Aspekte eingebunden ist, so wie in der Radix von Marilyn Monroe, wo er in Opposition zu Neptun und im Quadrat zu Saturn steht, wird die Erfüllung von Lebensbedürfnissen schwierig. So kann der Mond-Neptun-Aspekt als Entsprechung für Fehlgeburten gesehen werden, aber auch als emotionale Orientierungslosigkeit. Marilyn Monroe traut weder ihren eigenen Gefühlen noch denen ihrer Partner, sie fühlte sich vor allem in Beziehungen als Opfer, auch wenn sie es in ihren drei Ehen vermutlich nicht war; diese scheiterten vor allem an charakterlichen Unvereinbarkeiten oder überzogenen Erwartungen der Partner. In ihren Liebesbeziehungen zu den Kennedy-Brüdern dürfte sie aber tatsächlich zum Opfer geworden sein, vor allem als sie aus politischen Überlegungen abserviert wurde. Mond/Neptun ist aber auch ein starker Suchtaspekt. Ihre Feinfühligkeit und Hyper-Sensibilität (ebenfalls durch Mond/Neptun, aber auch durch Mars in Fische ausgedrückt) verlieh ihr zwar das Talent als Schauspielerin, machte sie aber auch dünnhäutig und empfindlich sowie – Saturn steht im Quadrat zu Mond und Neptun – anfällig für Depressionen, denen sie mit viel Alkohol sowie einem enormen Konsum von Beruhigungs- und Schlaftabletten zu Leibe rückte. Da alle beteiligten Planeten in fixen Zeichen stehen, war es auch sehr schwierig für sie, von der Sucht bzw. den Suchtmitteln loszukommen, auch wenn sie psycho-analytische Hilfe in Anspruch nahm und ihren Analytiker fast als Vater-Ersatz betrachtete. Da die frühkindlichen emotionalen Bedürfnisse durch ihre Mutter nicht erfüllt worden waren (Mond Quadrat Saturn), entstand daraus bei Marilyn Unsicherheit und Frustration, sowie ein mangelndes Selbstwertgefühl und Urvertrauen. Daher zweifelte sie insgesamt an der Liebe, fühlte sich einsam und ungeliebt, was sie durch Ehrgeiz und Leistungsdenken zu kompensieren suchte.

Natürlich müssen wir im Horoskop dieser Schauspielerin, die ja in den 1950-er Jahren bewusst als Sex-Symbol aufgebaut worden war, auch die Venus betrachten. Venus steht im Zeichen Widder, also im Exil, und im 9. Haus. Damit kann sie sich zwar kraftvoll und sexy zum Ausdruck bringen, wirkt spontan, kindlich, naiv, feurig und eroberungsfreudig, ist aber aus Unsicherheit und dem tiefsitzenden Gefühl, nicht liebenswert zu sein, sehr fordernd und aktiv, dabei schwer zufriedenzustellen. Da sie daran zweifelt, wirklich geliebt zu werden, möchte sie wenigstens begehrenswert erscheinen und übertreibt oft ihre Anbiederung an die Erwartungen der Männer (Venus Sextil Jupiter). Venus ist aber als Herrscherin des 10. Hauses auch berufsbezüglich und zeigt durch das Sextil zu Jupiter den beruflichen Erfolg der Schauspielerin. Die Spannungsaspekte in dieser Radix oder vielmehr die Unfähigkeit Marilyn Monroes, diese konstruktiv zu leben, verhinderten allerdings das nachhaltige Lebensglück. Marilyn Monroe schied in der Nacht vom 4. auf den 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren unter bis heute nicht geklärten Umständen aus dem Leben. Laut Obduktion hatte sie einen Mix aus dem Barbiturat Nembutal und dem Schlafmittel Chloralhydrat, beides in hoher Dosierung, im Körper, der ansonsten gesund war. Ob es sich um eine unbeabsichtigte Überdosierung handelte, um Selbstmord oder gar Mord, wie gemunkelt wurde, lässt sich nicht mehr feststellen.

Wir gedenken der Schauspielerin, die uns in zahlreichen Filmen erfreut hat, anlässlich ihres 90. Geburtstags mit Wehmut und Respekt.

Über das Tierkreiszeichen Zwillinge 2

Zwillinge ist ein veränderliches Luftzeichen, dessen Herrscher Merkur ist. Dies ist das luftigste und unbeständigste aller Zeichen, noch dazu ist es ein „Doppelzeichen“ und wird – wie die Fische – korrekterweise in der Mehrzahlform verwendet. Wer unter diesem Zeichen geboren ist, fühlt sich eigentlich nur als halber Mensch, der nach Ganzheit sucht und dabei Brücken zu anderen schlagen will. Als Zwillinge-Geborene werden Sie daher danach trachten, Verbindungen zu schaffen und Kommunikation herzustellen, und dabei gehen Sie durchaus erfinderisch vor.

Den Zwillingen werden schillernde Empfindungen, eine rasche Auffassungsgabe und Einfallsreichtum zugeordnet, und sie werden Ihr ganzes Leben lang nicht die Begeisterungsfähigkeit für das Lernen, das zu Wissen führt, verlieren. Sie haben eine Tendenz, sich für sehr viele Ideen zu begeistern, aber auch, sich zu zersplittern, denn Sie können sich nur schwer auf eine einzige Sache festlegen. In Ihrer Geschwindigkeit und Spontaneität kann Ihnen kaum jemand folgen, eine Idee begeistert Sie plötzlich, aber nur so lange, bis eine andere sie ablöst.

Das Zeichen Zwillinge verleiht Leichtigkeit und Flüchtigkeit im Wesen, macht wendig, flexibel, agil, lebhaft, geschickt, schlau, es gibt den in diesem Zeichen Geborenen eine starke intellektuelle Betonung, spielerische Unbekümmertheit, Kontaktfreudigkeit, aber auch eine gewisse emotionale Distanziertheit, Unbeständigkeit sowie den Hang zu Zweifel und Spötteleien. Wie sein Herrscherplanet Merkur kümmert es sich nicht allzusehr um totale Wahrhaftigkeit. Zwillinge-Geborene reden viel, wenn der Tag lang ist, und nicht alles, was sie sagen, meinen sie Stunden später noch so.

Wenn Sie im Horoskop eine Zwillinge-Sonne haben, lässt das auf einen ausgeprägten Geschäftssinn und Freude am Handeln schließen. Sie reden gern, sind an allem interessiert und sehr vielseitig. Vermutlich können Sie überall mitreden (denn Sie wissen von allem irgendetwas), sind über alles Aktuelle informiert, schlagfertig, witzig, können aber manchmal auch schwatzhaft und unpersönlich wirken. Sie haben viele Kontakte, kennen sozusagen „Gott und die Welt“ und wissen sich immer zu helfen. Sie lieben die Abwechslung, sind gerne unterwegs, oft in Eile und können auch mehreres gleichzeitig machen. Sie haben nicht nur eine rhetorische Begabung, sondern auch einen Hang zu spöttischen oder sarkastischen Bemerkungen. Persönliche Beziehungen müssen für Sie stimulierend und abwechslungsreich sein.

Auch bei der Arbeit brauchen Sie ständige Stimulation und Herausforderung, Routinearbeit ist Ihnen ein Gräuel. Durch Ihre geistige Aufgeschlossenheit sind Sie stets in Kontakt mit dem Zeitgeist und haben ein Gespür für alles Neue.

Zwillinge sind Kinder des Augenblicks und gerne überall dabei, wo es etwas zu besprechen oder Kontakte zu knüpfen gibt. Langeweile hassen sie. Das liegt aber vielleicht daran, dass sie in stillen Momenten mit ihrer eigenen Psyche konfrontiert sein könnten, und das erschreckt sie, deshalb trachten sie danach, den Großteil ihres Lebens mit Aktivitäten und Lärm zu füllen. Ihr Problem ist vielleicht auch, dass sie sich zwar intellektuell auf Ideen und Veränderungen einlassen können, sich aber mit der Emotionalität eher schwer tun. Das ist der Grund, warum sie auf andere Menschen zuweilen oberflächlich und unverbindlich wirken.

Zugeordnete Körperebene: Lunge, Bronchien, Schulter, Arme und Hände. Das gesamte Nervensystem und die Gelenke.

Yehudi Menuhin zum 100. Geburtstag

Vor 100 Jahren, am 22. April 1916, wurde der weltberühmte Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin in New York geboren.

Die Sonne dieses hochbegabten Künstlers steht im musikalischen Zeichen Stier, sein Aszendent ist in Steinbock, ebenso wie der Mond, der zwar nicht am Aszendenten, aber doch im 1. Haus zu finden ist.

Ein Kind mit Steinbock-Aszendent hat eine ernsthafte, fast frühreife Ausstrahlung, es wirkt zielstrebig und verantwortungsbewusst. Der Mond im selben Zeichen gibt ihm einen besonderen Ehrgeiz, er ist wenig verspielt, sondern strebt nach Leistung und will sich dadurch Anerkennung verdienen. Tatsächlich galt Menuhin, der mit 5 Jahren Geige spielen lernte und mit 7 Jahren sein erstes öffentliches Konzert gab, als Wunderkind von hoher Musikalität, der instinktiv die schwierigsten Griffe auf der Geige beherrschte (Mond Trigon Merkur), ohne sich lange mit der Grundschule der Fingerfertigkeit, den ihm langweilig scheinenden Etüden, aufzuhalten. Merkur im Quadrat zu Mars in Löwe und Uranus in Wassermann drückt die Ungeduld eines brillanten und kreativen Geistes bzw. virtuoser Finger aus.

Das Leben der Familie, in der es ausser dem Sohn Yehudi noch zwei jüngere Schwestern gab, war komplett auf die Bedürfnisse des Wunderkindes und die Anforderungen an sein Lernen und Auftreten ausgerichtet. So übersiedelten die Eltern mit ihren Kindern 1926 nach Europa, damit Yehudi bei den besten Lehrern der damaligen Zeit studieren konnte. Unterstützt wurden sie dabei von einem Mäzen, der dem kleinen Menuhin sogar eine Stradivari-Kindergeige schenkte. Yehudi war inzwischen selbst schon berühmt geworden und gab Konzerte in Europa und in Amerika, teilweise mit seinen Lehrern Persinger und Enescu.

Ob er, der als Kind und als Jugendlicher alles der Musik unterordnete und sich Strukturiertheit und Disziplin auferlegte, ein innerlich einsames Kind mit einem Hang zu Schwermut und Depression war, wie wir es oft bei Mond in Steinbock vorfinden, lässt sich nicht sagen. Belegt ist hingegen, dass er sich auch von Misserfolgen – wie der Ablehnung des berühmten Pariser Violinlehrers Eugène Ysaye, der ihn nicht unterrichten wollte – nicht entmutigen liess, sondern nur umso härter an sich arbeitete. Dafür ist wieder der Steinbock-Mond zuständig, der noch dazu in Opposition zum Geburtsherrn Saturn steht und den unter ihm Geborenen viel Ausdauer und einen Hang zum Perfektionismus verleiht.

Auch die Stier-Sonne – prinzipiell besonnen und gemütvoll, fest in der materiellen Welt verwurzelt und mit erdiger Sinnlichkeit gesegnet – bringt einen ausdauernden und hartnäckigen Willen zum Ausdruck, der durch harmonische Aspekte zu Saturn und Pluto für Menuhins Karriere günstige Voraussetzungen schafft. So stärkt das Sextil zu Saturn seine Bereitschaft, nicht einfach unbeschwert in den Tag hinein zu leben, sondern sich dafür, wie er sein Leben gestalten will, einzusetzen und, wenn nötig, hart an sich zu arbeiten. Das kann ihm im Beruf zur Verwirklichung seiner Ziele verhelfen und ihn sogar – im späteren Leben – zu einer Autorität auf diesem Gebiet werden lassen.

Das Sextil zwischen Sonne und Pluto – noch exakter als das zu Saturn, aber bereits überschritten – bringt seine Kraft, seinen Enthusiasmus für die Musik und seinen Einsatz dafür gut zum Ausdruck. Er hat ein enormes Potenzial, ist von sich selbst überzeugt, leistungsfähig und belastbar, was ihn befähigt, seine Ziele zu erreichen.

Ausserdem bildet die Sonne ein Trigon zum Aszendenten und ein Sextil zum Deszendenten, d.h. der Betreffende kommt in die Sichtbarkeit der Öffentlichkeit, es besteht Harmonie zwischen seinen Anlagen und deren Verwirklichung, und er hat die angeborene Fähigkeit, gut mit Menschen umzugehen, was Menuhin besonders in seiner späteren Karriere als Dirigent, aber auch als Begründer einer Musikschule zugutekommen sollte.

Am MC, dem Mittagspunkt und Höchststand der Bewusstheit, wo sich Ergebnisse, Erfolge, “Produkte” des Lebens, aber auch die Berufung und das Entwicklungsziel zeigen, steht das künstlerische Waage-Zeichen. Seine Herrscherin Venus befindet sich in Menuhins Horoskop in Zwillinge im 6. Haus und liefert einen Hinweis, dass Kunst, Kultur und Schönheit im täglichen Leben des Musikers eine bedeutsame Rolle spielen, und dass seine verbindende Art der Kommunikation viele Brücken bauen kann.

Venus bildet ein Sextil zu Mars und ein Trigon zu Uranus. Im künstlerischen Bereich (Venus als MC-Herrscherin) zeigt ein Trigon zu Uranus im 2. Haus sicherlich eine aussergewöhnliche Begabung an. Venus steht aber auch für Liebes- und Beziehungsfähigkeit, im Zeichen Zwillinge zeigt sie sich von ihrer leichten und liebenswürdigen Seite. Menuhins Beziehungen zu Frauen waren vermutlich intensiv und anregend (Uranus), aber doch unbeschwert und natürlich. Er war zweimal verheiratet (die erste Ehe mit der australischen Industriellen-Tochter Nola Nicholas, die er in sehr jungen Jahren schloss, hielt 10 Jahre, danach heiratete er die englische Primaballerina Diana Gould). Beiden Ehen entstammen je 2 Kinder. Dass seine Partnerinnen seine Interessen teilten und er sich mit ihnen über seinen Beruf austauschen konnte, war ihm sicherlich sehr wichtig (Venus in Zwillinge). Diana Gould, die nach der Eheschliessung ihren Beruf als Tänzerin aufgab, begleitete ihren Mann auf vielen Konzertreisen. Sie ließ ihm aber auch genügend Freiraum, um seine Arbeit mit jungen, förderungswürdigen Musikern, sowie die vielfältigen Crossover- und Hilfsprojekte, die ihm ebenso am Herzen lagen, voranzubringen.

Somit wären wir bei einem Thema, das für Menuhin ebenfalls zentrale Bedeutung hatte: sein Engagement für die Bedürftigen der Welt. Da ihm gleichzeitig auch die Förderung junger, talentierter Künstler sehr wichtig war, verband er diese beiden Anliegen 1977 mit der Gründung seiner gemeinnützigen Organisation „Live Music Now“ in England. Musiker erhalten die Gelegenheit, sich in der Kunst des Vortragens zu üben und Kontakt zu einem Publikum zu finden, dem ein kostenloser Eintritt zu Konzerten in sozialen Einrichtungen wie Alten- und Behindertenheimen, Krankenhäusern, Gefängnissen etc. ermöglicht wird. Somit profitieren sowohl die KünstlerInnen als auch die Zuhörerschaft, die sich Konzertkarten sonst nicht leisten könnte.

Dieses soziale Engagement finden wir in Menuhins Horoskop durch Mars im 8. Haus, der ihn dazu anregt, sich für andere einzusetzen und sich aktiv um deren Probleme zu kümmern. Ausserdem steht Neptun im 7. Haus, was nicht nur künstlerische Phantasie, sondern auch Altruismus und grosse Hilfsbereitschaft bedeutet. Neptun als Herr des 3. Hauses weist ausserdem auf eine künstlerische Partnerschaft im Geschwisterbereich hin, und tatsächlich ist Menuhin oft zusammen mit seiner Schwester Hephzibah aufgetreten, die ihn am Klavier begleitete. Hephzibah heiratete übrigens später den Bruder von Yehudis erster Frau Nola.

Yehudi Menuhin war es wichtig, dass sich die Menschen an Musik erfreuen, der er auch eine soziale Dimension zuschrieb: „Einige sagen, man könne ohne Musik, ohne Theater, ohne Gedichte, ohne Literatur leben. Aber das ist nicht so. Ich sage immer, von einer Musikschule kommen gewöhnlich keine Kriminellen.“ (Yehudi Menuhin, 1996).

Menuhin empfand die Musik stets als friedensstiftend und völkerverbindend. Während des 2. Weltkriegs gab er an die 500 Konzerte für alliierte Soldaten in Europa und Amerika, er spielte für Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen und trat bei der Eröffnungssitzung der Vereinten Nationen in New York auf. 1950, vor einem Konzert in Israel, waren Drohungen gegen Menuhin laut geworden, da er kurz zuvor in Berlin aufgetreten war. Er liess sich aber nicht einschüchtern, sondern gab auch in Israel erfolgreich Konzerte.

Im Rahmen einer Tournee gegen den Hunger in der Welt, die ihn unter anderem nach Indien führte, kam er 1950 mit Yoga in Berührung, das er von da an bis zu seinem Lebensende praktizierte (Venus in Zwillinge in 6 könnte auch auf Bewegung für die Gesundheit hinweisen, im Trigon zu Uranus auf besondere Bewegungen, so wie auch Mars in Opposition zu Uranus). Bei dieser Gelegenheit lernte er auch den indischen Musiker Ravi Shankar kennen, mit dem er auch gemeinsam auftrat und improvisierte, was er als besonders kreativen Impuls erlebte. Menuhin scheute sich nie, mit Musikern, die aus anderen Bereichen als der klassischen Musik kamen, zu spielen (ebenfalls Venus Trigon Uranus), er musizierte unter anderem auch mit dem Jazzmusiker Stéphane Grappelli. Die Liste seiner Auftritte, Auszeichnungen und Würdigungen ist lang, sie alle aufzuzählen ist auch nicht der Sinn dieser astrologischen Annäherung.

Dennoch ist es schön, in offiziellen biographischen Notizen die Anmerkung zu finden, dass auch die Stier-Sonne mit Genuss und Lebensfreude zum Ausdruck gebracht wurde, dass Menuhin trotz seiner Disziplin und manchmal fast asketisch anmutenden Lebensweise sinnlichen und erdigen Genüssen niemals abgeneigt war. Seine grösste Freude aber war und blieb die Musik. Er sagte: „Alles, was man liebt und wirklich gerne tut, sollte man jeden Tag tun. Musizieren sollte so leicht von der Hand gehen wie das Fliegen für einen Vogel, der auch nicht sagt: heute bin ich zu müde dafür.“

In diesem Sinne wollen wir dieses aussergewöhnlichen Musikers und Menschen anlässlich seines 100. Geburtstags gedenken.

Über das Tierkreiszeichen Stier 2

Stier (19./20. April bis 21. Mai) ist ein fixes Erdzeichen, sein Herrscher ist die Venus. Stier ist das stabilste, unbeweglichste aller Zeichen. Ihm werden zweckgerichtete Entschlossenheit und Kraft, Genussfreude, Sinnlichkeit und guter Formensinn sowie ein Talent für Design und Gestaltung zugeordnet. Wer im Zeichen Stier geboren wurde, ist bodenständig, körperbetont, berührungsfreudig und offen im Zeigen von Zuneigung. Eine warme Sinnlichkeit und aufrechte, tiefgehende und unkomplizierte Gefühle sind für Sie als „Stier“ in Beziehungen mit der Familie, mit Freunden und Geliebten ausschlaggebend. Leichtfertig lassen Sie sich keineswegs auf Beziehungen ein, denn Sie meinen es ernst und streben etwas Dauerhaftes an, dennoch können Sie vielen Menschen Zuneigung geben (aber nicht unbedingt sexuelle) und Sie sind in allen Beziehungen treu und verlässlich. Sie mögen das Altbewährte und fühlen sich von Veränderungen in einer Beziehung ziemlich bedroht.

Als Stier lieben Sie die Bequemlichkeit, das Vertraute, die materielle Sicherheit, Sie wollen bewahren und erhalten, legen sich gerne fest und scheuen generell Veränderungen im Leben. Die materielle Betonung ist stark spürbar, denn als Stier können Sie besitzergreifend bis zur Habgier sein, haben aber auch Sinn für Werte, für Gediegenes und Bodenständiges. Auch mögen Sie es gerne warm und gemütlich, Extreme sind Ihnen sowohl beim Wetter als auch in Ihrer körperlichen Befindlichkeit ein Gräuel. Alles, was hingegen Ihrem Wohlbefinden dient, wie gutes Essen, eine angenehme Umgebung und Menschen, um die Sie sich kümmern können, hat eine grosse Bedeutung für Sie.

Die meisten Stiere sind auch musikalisch, spielen ein Instrument oder singen. Da Sie aber nicht nur allem Schönen gegenüber aufgeschlossen, sondern auch praktisch veranlagt sind, legen Sie Wert darauf, dass die Dinge nicht nur schön, sondern auch nützlich sind. Auf jeden Fall möchten Sie Ihre Fähigkeiten in der Praxis verwerten können. Davon ist auch Ihr Umgang mit bedürftigen Mitmenschen betroffen: ein Stier wird weniger in Mitleid schwelgen, als völlig unsentimental praktische Hilfe anbieten.

Liebe und Treue zum Vertrauten, Pflege des Gewachsenen und Bewährten, Geduld und Sinnesfreude zeichnen Sie als Stier aus, möglicherweise haben Sie aber auch eine Neigung zur Trägheit, ebenso zur Hartnäckigkeit bis Sturheit, und Ihr Selbstbewusstsein ist stark von der materiellen Situation abhängig. Ihre Sammelleidenschaft ist legendär, alles sollte für die Ewigkeit bewahrt werden. Sie hängen an Dingen, an Besitz, an Menschen und Gewohnheiten und können dabei auch sehr besitzergreifend und eifersüchtig sein. Wenn Sie einmal “rot” sehen, können sie auch sehr zornig werden.

Zugeordnete Körperebene: Hals, Nacken, Rachen, Mandeln, Stimmbänder, Zunge, Speiseröhre, Halswirbelsäule, Kehlkopf, Schilddrüse. Das Schmecken.

Herbert Grönemeyer wird 60

Der deutsche Schauspieler und Liedermacher Herbert Grönemeyer feiert am 12. April 2016 seinen 60. Geburtstag. Geboren in Göttingen, verbrachte er jedoch den Grossteil seiner Kindheit und Jugend in Bochum, sodass er sich als Sohn dieser Stadt im Ruhrgebiet empfindet. Bis heute ist das Lied „Bochum“, erschienen 1984, eines seiner authentischesten.

Mit 8 Jahren erhielt Herbert Grönemeyer Klavierunterricht, und die Musik begeisterte ihn so sehr, dass er später als Pianist und Komponist ans Schauspielhaus Bochum engagiert wurde. 1979 trat er selbst als Schauspieler auf und hatte grossen Erfolg im Stadttheater Köln, obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hatte. Er wurde als Schauspieler auch für mehrere TV-Produktionen engagiert, bei einer davon lernte er 1978 seine spätere Frau, die Schauspielerin Anna Henkel, kennen. Gleichzeitig veröffentlichte er mehrere Musikalben, zunächst ohne nennenswerten Erfolg.

Den Durchbruch als Musiker schaffte Grönemeyer, der zuvor schon als Schauspieler in dem Film „Das Boot“ so wie in der Filmbiographie über den Komponisten Robert Schumann, den er verkörperte, Bekanntheit erreicht hatte, 1984 mit dem Album „4630 Bochum“, das zum bestverkauften Album in Deutschland wurde. Ein Jahr später wirkte er in der vielbeachteten internationalen TV-Produktion „Väter und Söhne“ mit, in der unter anderem auch Julie Christie, Burt Lancaster und Bruno Ganz spielten.

Seine folgenden Musikalben sind mehr und mehr politisch geprägt und wurden ebenso erfolgreich wie auch sein erstes englischsprachiges Album „What‘s all this“. Von MTV wurde er 1994 als erster nicht englischsprachiger Sänger zu einem Konzert eingeladen.

1998 war ein Schicksalsjahr für Herbert Grönemeyer: er gründete seine eigene Plattenfirma Grönland Records, doch im selben Jahr starben innerhalb von wenigen Tagen sein Bruder Wilhelm und sein Frau Anna an Krebs. Daraufhin sagte Grönemeyer alle Auftritte und Verpflichtungen ab. Erst 2000 trat er wieder an die Öffentlichkeit und brachte das Album „Stand der Dinge“ heraus. Sein bis dato erfolgreichstes Album „Mensch“ erschien 2002, es ist das meistverkaufte Album in der deutschen Musikgeschichte, und die daraus stammende Single „Mensch“ wurde zu Grönemeyers erstem Nr. 1 Hit in Deutschland. 2004 und 2006 schrieb er Songs sowohl für die Olympischen Spiele in Athen wie für die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Single „Zeit, dass sich was dreht“ wurde die offizielle Hymne der WM. Am 9. Juni 2006 stellte Herbert Grönemeyer diese Hymne in der Allianz-Arena in München offiziell vor.

Mehrere erfolgreiche Tourneen und Alben später komponierte Herbert Grönemeyer den Soundtrack zu dem Agentenfilm „A Most Wanted Man“. Im November 2014 wurde Grönemeyers 14. Studioalbum Dauernd jetzt vorgestellt, das auf Anhieb Platz 1 der Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte und auch der Name seiner bis dato letzten erfolgreichen Tournee ist. 2015 erhielt Herbert Grönemeyer die Goldene Kamera als Bester Musiker national.

Wie sieht nun das Horoskop eines so erfolgreichen Künstlers aus?

Zunächst fällt auf, dass in Grönemeyers Horoskop das Feuer-Element dominiert. Sonne und Merkur stehen in Widder, der Aszendent in Löwe, und in seiner Nähe sind Jupiter und Pluto positioniert. Wir haben es hier also mit einem sehr aktiven, willensstarken, begeisterungsfreudigen, starken, mutigen Menschen zu tun, der seine Meinung direkt und ohne Umschweife äussert, aber auch seine Lebensfreude zur gegebenen Zeit gut ausdrückt und Sinn für Dramatik hat.

Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten verkörpert Vitalität, Lebenslust und Kreativität, er will im Mittelpunkt stehen und setzt sich gerne in Szene, hat einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Mit Jupiter am Aszendenten steht wahrscheinlich Grönemeyers Optimismus und seine Weltoffenheit im Vordergrund, er wirkt lustvoll, stark und sympathisch.

Pluto, der ebenfalls am Aszendenten steht, und auch in Konjunktion mit Jupiter, ist für Grönemeyers Charisma und seine suggestive Ausstrahlung verantwortlich. Grönemeyer hat ein enormes Kraftreservoir, er setzt sich oft selbst unter Druck und wird von anderen Menschen als mächtig erlebt, kann sich aber selbst gut unter Kontrolle halten. Mit dieser Konstellation wird er überhaupt die Kontrolle nicht so leicht aus der Hand geben und sich am ehesten auf sich selbst verlassen.

Die Sonne ist bei einem Löwe-Aszendenten Geburtsherrscherin, und die steht in Grönemeyers Horoskop in Widder, wo sie erhöht ist, sodass es dem Künstler leicht fallen dürfte, sich mit gesundem Selbstbewusstsein durchzusetzen und seine dynamische, tatkräftige Persönlichkeit zu zeigen.

Allerdings ist diese an sich prächtig stehende Sonne im 9. Haus extrem verspannt, sie bildet nämlich Quadrate zu Mars und Uranus und wird von Neptun opponiert, das heisst, sie ist Teil eines grossen Spannungs-Quadrats. Ein Mensch, der ein grosses Quadrat in seinem Horoskop hat, muss ständig aktiv und in Bewegung sein, ist aber auch immer wieder mit Aufregungen, Konflikten und Krisen in seinem Leben konfrontiert, die seine ganze Persönlichkeit in eine Katastrophe stürzen können, so wie das nach den Todesfällen in seiner Familie passierte, die ihn wie ein Keulenschlag trafen, sodass er mehr als ein Jahr benötigte, bis er wieder künstlerisch tätig sein konnte.

Dass er diese Schicksalsschläge in seinem Leben verkraftet hat, liegt an Herbert Grönemeyers starkem Lebenswillen, der für einen Feuer-betonten Mensch typisch ist und ihn immer wieder ins Leben zurückführt. Grönemeyer gibt sich dementsprechend selbstsicher und eigensinnig, er hat originelle, innovative Ideen, akzeptiert aber keine Autoritäten. Mit seinem grossen Schaffensdrang ist es für ihn am besten, wenn er seine ständige innere Spannung durch Kreativität oder sportliche Leistungen konstruktiv zum Ausdruck bringen kann. Da auch Mars, Uranus und Neptun in das Spannungs-Quadrat involviert sind, kommt sicher noch eine grosse Unruhe und Ungeduld hinzu. So ein Mensch ist umtriebig, ständig auf Achse (sprich: auf Tourneen), und er lässt sich vom Erfolg auch beflügeln, eine anstrengende Tournee noch zu verlängern.

Neptun in Verbindung zu Sonne, Merkur, Mars und Uranus bringt eine sensible und mitfühlende Note in ein Horoskop, dem es am Wasser-Element mangelt. Das befähigt Grönemeyer einerseits zu seiner Darstellungskraft als Schauspieler und gibt ihm die nötige Empathie für sein soziales Engagement: Schon in den 1980-er Jahren setzte sich der Sänger für Hilfe nach Afrika ein, seit 2005 ist er Träger der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“, tritt aktiv und öffentlich gegen Fremdenfeindlichkeit auf und engagiert sich in seiner Heimat für die Flüchtlingshilfe.

Neptun in Opposition zur Sonne trägt aber auch zur Verunsicherung einer an sich starken Persönlichkeit bei. Nach aussen zeigt er sich zwar vital, stark und egozentrisch (Löwe-Aszendent), aber der rückläufige Neptun im 3. Haus offenbart ein geschwächtes Selbstwertgefühl, das sich bei der Selbstdarstellung häufig in Frage stellt. Dieser Neptun verleiht ihm aber ausserdem nicht nur eine soziale Ader, sondern auch ein intuitives Gespür für Texte, mit denen er als Künstler sein Publikum erreichen kann.

Apropos Künstler – wo sehen wir Grönemeyers Talent und Kreativität im Horoskop? Der Mond verkörpert unter anderem unsere Talente, und der steht in Grönemeyers Radix im musikalischen Zeichen Stier in Konjunktion zum MC. Die Musikalität ist Grönemeyer also quasi in die Wiege gelegt worden, und dass er mit diesem Talent auch erfolgreich ist, zeigt die Stellung des Mondes als höchststehender Planet, der auch für die ungeheure Popularität des Sängers zuständig ist. Aber auch die Venus ist hier beteiligt. Sie steht als MC-Herrscherin in Zwillinge im 10. Haus in enger Konjunktion mit dem absteigenden Mondknoten und zeigt somit auch ein künstlerisches Talent an, das im 10. Haus absolut berufsbezüglich ist und zum Durchbruch drängt. Mit einer Zwillinge-Venus fällt das Schreiben von interessanten Texten sicherlich leicht.

Noch ein Wort zu Herbert Grönemeyers Privatleben: Mit dem elevierten Mond am MC spielen Frauen natürlich eine grosse Rolle in seinem Leben, und es wäre ihm zu wünschen, dass er nun mit seiner neuen Partnerin, die seinem Bedürfnis nach Sinnlichkeit und Sicherheit entgegenkommt, glücklich ist. Ein erfülltes Leben und weiterhin Erfolg mit seiner Musik, das wünschen wir ihm zum 60. Geburtstag.

Über das Tierkreiszeichen Fische 2

Am 19. Februar 2016 um 6.35 MEZ tritt die Sonne in das Tierkreiszeichen Fische ein. Die genaue Zeitangabe ist deshalb von Bedeutung, weil dies von Jahr zu Jahr variiert. Es ist aber wichtig zu wissen, dass jemand der dieses Jahr am 19. Februar vor 6.35 MEZ geboren ist, noch ein „Wassermann“ ist, erst die ab und nach 6.35 Geborenen haben das Sternzeichen Fische.

Fische (19.Februar bis 20.März) ist ein veränderliches Wasserzeichen, sein Herrscher ist Neptun. Es ist das sensibelste und phantasievollste aller Zeichen. Fische-Geborene kennen ein besonderes Verbundenheitsgefühl, Mitgefühl und Anteilnahme mit anderen Menschen, daher zeigen sie meist große Hilfsbereitschaft, Hingabefähigkeit und soziales Empfinden, ebenso wie eine ausgeprägte Intuition und einen Hang zur Mystik oder zum Irrealen. Wenn Sie in diesem Zeichen geboren sind, können Sie aus unbewussten Quellen viel Kraft schöpfen. Auf der anderen Seite sind Sie so sensitiv, dass Sie auf Stimmungen und Gefühle, die rund um Sie herum sind, mit totaler Anteilnahme reagieren, und diese Empfindungen richtiggehend in sich aufsaugen und zu Ihren eigenen machen können. Darin könnte die Gefahr liegen, die eigenen Grenzen nicht mehr zu erkennen und sich zu sehr in anderen zu verlieren, was im schlimmeren Fall zu Erschöpfungszuständen führen kann. Durch die unbewusste Identifikation mit den Gefühlen anderer Menschen können Sie diese und auch deren Taten oft gefühlsmäßig begreifen, weshalb Sie auch nichts so leicht schockieren kann. Sie verstehen zwar, was Menschen tun, sind aber auch traurig über all das Schlimme, das sie tun. Da Sie sich eins fühlen mit allen, spüren Sie oft das Leid der ganzen Welt in sich. Wenn Sie Menschen nicht helfen können oder sich vielleicht enttäuscht von ihnen abwenden (aber nicht nur dann), konzentrieren Sie sich gerne auf Tiere, die Natur und die Umwelt.

Ihr Instinkt führt Sie als Fische-Geborene vielleicht dazu, sich als Opfer zu fühlen, das aufgrund seiner Gutmütigkeit von anderen ausgenützt wird, oder von Stimmungen und Launen abhängig zu sein. Ihr Leben wird oft von Träumen, Phantasien, Ängsten, Sehnsüchten und Hoffnungen beherrscht, in denen Sie nicht schüchtern oder zaghaft sind, sondern voller Kraft und Energie. Um diese Phantasien und Sehnsüchte zu unterstützen, kommt es aber auch vor, dass Sie mit bewusstseinsverändernden Drogen (wie Alkohol, LSD oder anderen Drogen bzw. auch Psychopharmaka) experimentieren, sei es, um sich auf tiefere seelische Erfahrungen einzulassen, oder um sich die raue Wirklichkeit schöner zu färben. Der Wunsch, in eine Traum- und Phantasiewelt zu flüchten, kann leider in Chaos oder Krankheit enden.

Fische-Geborene fühlen sich aber auch selbst zu Menschen hingezogen, die ein gewisses Defizit aufweisen, sei es, weil sie krank, arm, schwach oder auf irgendeine Weise bedürftig oder süchtig sind. Ihr vielfach ausgeprägtes Helfer-Syndrom bringt sie dann dazu, sich als Retter dieser armen Geschöpfe zu fühlen, was sie nicht selten in eine Co-Abhängigkeit führt.

Häufig finden wir hier aber auch ein Interesse für Esoterik, für Psychologie, Kunst und Romantik, ebenso sind oft künstlerische oder heilende Fähigkeiten, sowohl für andere als auch für sich selbst, vorhanden. Wie sonst nur Skorpion-Geborene haben auch die Fische die Fähigkeit, sich von Krankheit oder Unglück gut zu erholen und ihre Lebensgeister wiederherzustellen. Sie können sich selbst und anderen leicht ihre Fehler verzeihen und sind nicht nur empathisch für die negativen Gefühle anderer Menschen, sondern können auch an deren Glücksmomenten so teilhaben, als wären es ihre eigenen.

Die meisten Fische-Geborenen sind eher geheimnisvolle Menschen, von einer faszinierenden Aura umgeben, aber oft nicht wirklich greifbar, nicht einmal für sich selber. Es kommt vor, dass sie für sich und andere eine bestimmte Rolle spielen, oder sie nützen ihre spezielle Begabung für die Schauspielerei (besonders im Film) oder andere künstlerisch-kreative Tätigkeiten, um Traum und Leben verschmelzen zu lassen. Auch haben sie immer wieder das Bedürfnis nach Rückzug in die Stille oder in die Abgeschiedenheit der Natur oder ans Wasser, denn dort können sie Kräfte sammeln und sich regenerieren.

Zugeordnete Körperebene: Füße, Aura, Lymph- und Hormonsystem

500 Jahre Bloody Mary

Vor 500 Jahren, am 18. Februar 1516, wurde in Greenwich bei London Mary Tudor geboren, die später – 1553 – die erste gekrönte Königin Englands aus eigenem Recht (also nicht als Frau eines Königs) wurde. Trotz dieses Geburtsdatums, das noch dem Julianischen Kalender entstammt, der bis 1582 gültig war, ist sie eine Vertreterin des Fische-Zeichens, denn nach dem Gregorianischen Kalender wäre ihr Geburtstag 10 Tage später, also am 28. Februar. Dass wir ihre Geburtszeit so genau kennen, ist der Tatsache geschuldet, dass Geburten in Königshäusern seit jeher ganz genau aufgezeichnet wurden.

Mary war die Tochter von König Heinrich VIII. von England und seiner ersten Gemahlin Katharina von Aragon, somit überhaupt sein erstes Kind, das seine Kindheit überlebte (4 ältere Geschwister Marys verstarben im Kindesalter). Da ihm Katharina aber nicht den erhofften Thronfolger schenken konnte, verstieß Heinrich sie und ließ die Ehe mit ihr annullieren, um seine Geliebte Anne Boleyn zu heiraten. Das war allerdings nur möglich, da er sich nicht um die Meinung der katholische Kirche und des Papstes kümmerte, sondern eine eigene Kirche – die anglikanische – gründete, zu deren Oberhaupt er sich selbst machte.

Nachdem seine erste Ehe für nichtig erklärt worden war, verbot Heinrich Mary, die nach wie vor in einem eigenen Haushalt am Hof lebte, jeglichen Kontakt zu ihrer Mutter Katharina. An dieses Verbot hielten sich die beiden jedoch nicht, sondern korrespondierten heimlich miteinander. Ein Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter gab es allerdings bis zu Katharinas Tod im Jahr 1536 nicht mehr.

Astrologische Interpretation:

Mary Tudor, die Tochter König Heinrichs VIII. von England und seiner ersten Frau Katharina von Aragon wurde mit einer Fische-Sonne und einem Steinbock-Aszendenten geboren.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Mary Tudor exakt bei Vollmond geboren wurde. Gegenüber ihrer Fische-Sonne steht der Mond im Zeichen Jungfrau. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Persönlichkeit sichtbar gemacht und erhellt wird, was den Betreffenden viel Objektivität verleihen soll. Mit einer Fische-Sonne im 2. Haus hat sie eigentlich ein sehr schwaches Selbstwertgefühl, ist aber sensibel, einfühlsam und phantasievoll. Dazu drückt der Mond im Jungfrau-Zeichen einen Charakter aus, der bescheiden, angepasst und fürsorglich ist, sich unauffällig verhält und nicht in den Vordergrund drängt. Sie braucht das Gefühl, nützlich zu sein und gebraucht zu werden und ist imstande, sich durch Einordnung und Anpassung selbst zu finden. Auch wenn sie ihre persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren kann, wird sie jedoch immer wieder ohne eigenes Zutun in Auseinandersetzungen hineingezogen. Die Vollmond-Stellung ist aber auch ein Hinweis auf sehr gegensätzliche Elternteile, deren Beziehung problematisch ist, da Sonne und Mond ja einander gegenüberstehen.

Bei der Trennung ihrer Eltern war Mary 15 Jahre alt, und während sie von ihrer Mutter die ganze Kindheit hindurch geliebt und gefördert wurde, verhielt sich ihr Vater, der König, ihr gegenüber zweideutig. Einerseits gewährte er seiner Tochter das Privileg eines eigenen Hofstaats im Fürstentum Wales, ernannte sie aber nicht zur Fürstin von Wales, was die offizielle Thronfolge bedeutet hätte. Später, als Mary ihn nicht als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche anerkennen wollte, der die Annullierung seiner ersten Ehe mit Katharina und die zweite Eheschließung mit Anne Boleyn durchgesetzt hatte, degradierte er seine älteste Tochter und machte sie zeitweilig sogar zur Hofdame seiner neugeborenen zweiten Tochter Elizabeth. So drückt die gespannte Sonne-Mond-Position auch aus, dass Mary von ihrem Vater nicht als vollwertig akzeptiert wurde. Ihr ganzes Leben kämpft sie darum, von ihm anerkannt zu werden und den ihr zustehenden Wert verliehen zu bekommen, allerdings dauert es sehr lange, bis sie dem Druck nachgibt und sowohl die Anglikanische Kirche als auch die Ungültigkeit der Ehe ihrer Eltern und ihren eigenen Status als Bastard akzeptiert. Diese Unterwerfung sichert ihr aber letzten Endes die spätere Thronfolge.

Der Mond in Marys Horoskop steht im 8. Haus und verstärkt dadurch die Werte-Thematik, die sich ganz essentiell durch Marys Leben zieht. Die Verbundenheit mit dem katholischen Gott ihrer Kindheit bedeutet für sie den höchsten Wert in ihrem Leben, dafür ist sie bereit, auch Einschränkungen hinzunehmen. Dieses Urvertrauen in ihre religiöse Heimat (Mond Sextil Jupiter in Krebs) hat Mary ebenso von ihrer Mutter Katharina mitbekommen wie eine intensive Wahrnehmungsfähigkeit für alles, was um sie herum vorgeht (Mond in 8).

Die problematische Kindheit hat in Mary gewiss eine tiefe emotionale Unsicherheit hinterlassen (Mond Quadrat Saturn), sie hat gelernt, ihr Gesicht zu wahren und möglichst keine Gefühle zu zeigen. Doch Saturn an der Spitze des 12. Hauses ist gleichzeitig Marys Geburtsherrscher und verleiht ihr einen ungeheuren Ehrgeiz sowie die Sehnsucht nach Anerkennung und Erfolg. Wenn nötig, kann sie sich klein, fast unsichtbar machen (Geburtsherrscher in 12), z.B. als sie zur Hofdame ihrer Halbschwester Elizabeth gemacht wurde, doch sie spürt, dass ihre Zeit noch kommen wird.

Mit einem Aszendenten in Steinbock wirkt Mary nach aussen wahrscheinlich ziemlich ernst, verschlossen, misstrauisch und unzugänglich. Sie ist wenig risikofreudig und geht neue Dinge mit Vorsicht an, erlebt immer wieder Phasen von Mutlosigkeit und Selbstzweifeln, hat aber einen langen Atem, wenn es darum geht, ihre Ziele zu erreichen, denn sie ist bereit zum Verzicht und hat den Mut und die Kraft, Widerstände zu überwinden. Ihr Energieeinsatz ist auf den Endzweck, das heisst, die eigene Thronbesteigung, ausgerichtet.

Zwei Planeten unterstützen in Marys Horoskop diese Entschlossenheit und Beharrlichkeit, zum einen Pluto, der MC-Herrscher, der zwar im 12. Haus aber doch sehr nahe am Aszendenten steht und ihr Intensität und Hintergründigkeit verleiht sowie die Bereitschaft, für ihre Ziele Druck bis zur Zerstörung auszuüben, auch auf sich selbst; der zweite unterstützende Planet ist Mars, schon im ersten Haus, aber immer noch in Aszendenten-Nähe. Mars steht stark, sowohl im Steinbock-Zeichen als auch im ersten Haus, wo es um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht, welche Mary fast rücksichtslos in Angriff nimmt. Mars steht auch im Sextil zum MC, ist also ein weiterer Hinweis darauf, dass Mary alles unternimmt, um ihre Ziele zu erreichen, und dass ihr das auch gelingen wird. Sie verfügt über grosse Ausdauer und Selbstdisziplin, um ihre Pläne auch zu Ende zu bringen.

Trotz ihres Ernstes hatte Mary wahrscheinlich eine suggestive Ausstrahlung auf ihre Umgebung, die wohl die starke Energie hinter ihrer Beharrlichkeit spürte. Diese Frau verfolgte ihren Weg mit einem untrüglichen Instinkt und überstand alle Niederlagen und Demütigungen durch ihren Vater, aus denen sie dank Pluto gestärkt hervorging.

Es ist klar, dass eine Person ihres Ansehens und ihrer (späteren) Position als Königin eine Partnerwahl nach politischen Erwägungen treffen, also eine Zweckbeziehung eingehen muss. Darauf weist das Quadrat zwischen der romantischen Fische-Venus und Saturn hin. Umso erstaunlicher, dass sie sich in ihren Ehemann Philipp II., den Sohn Kaiser Karls V., den sie am 25. Juli 1554 heiratete, wirklich verliebt hat. Dass diese Beziehung trotz des Arrangements schicksalhaft war, können wir aus dem harten Dreieck ersehen, das Venus und Saturn zum aufsteigenden Mondknoten bilden. So verbirgt sich also hinter der harten Schale ein weiches, liebendes Herz.

Ihre starke Religiosität und damit verbunden das unbeirrbare Festhalten an ihrem katholischen Glauben, das ihr zunächst den Verlust ihrer Privilegien und vieler Freunde bescherte, können wir an mehreren Horoskop-Merkmalen ausmachen: da ist zunächst die Fische-Sonne in einem weiten Quadrat zu Saturn in Schütze, was sie an den Prinzipien des Glaubens festhalten und sie die Verantwortung für die ihr richtig erscheinende Religion tragen liess, ferner das grosse Trigon zwischen Sonne, Jupiter und dem MC, das ihr nicht nur Erfolg für die ihr zugewiesene Aufgabe und Position als Königin brachte, sondern auch für die Religionsausübung als politische Richtung sowie ihren ganz persönlichen Lebensweg. Dass sie das Volk zunächst dafür motivieren und sogar begeistern konnte, ist aus dem die Trigonfigur ergänzenden Glücksdrachen ersichtlich, der den Mond (also das Volk) an der Spitze hat, sodass sie aus der anfänglichen Unterstützung des Volkes ihre ganz persönliche Befriedigung beziehen konnte (Mond Trigon Aszendent).

Der in die Opposition zu Pluto hinlaufende Jupiter zeigt allerdings nicht nur einen unbeirrbaren Glauben, sondern auch einen Hang zum Fanatismus. Dass es ihr an der nötigen Objektivität in Glaubensfragen fehlt, sehen wir auch an der Stellung des Neptun im 1. Haus.

Am Interessantesten ist ja vielleicht die Frage, wo in Marys Horoskop etwas zu sehen ist, was auf ihre behauptete Grausamkeit bei der Verfolgung von Protestanten hinweist und ihr den wenig schmeichelhaften Beinamen „Bloody Mary“ einbrachte. Mit Pluto in Aszendenten-Nähe hat sie zwar eine suggestive Wirkung nach aussen, fühlt sich aber oft unter Druck gesetzt, oder setzt sich selbst unter Druck, um ihren zwingenden Vorstellungen gerecht zu werden. Dabei wird sie von anderen zwangsläufig als mächtig und auch willensstark (Mars in 1) erlebt. Sie handelt jedoch nicht aus Boshaftigkeit, sondern fühlt sich zu ihrem Handeln verpflichtet (Sonne und Mond im Quadrat zu Saturn). Gleichzeitig spürt sie die Verantwortung, ihren Glauben mit allen Mitteln bei ihren Untertanen durchzusetzen (Jupiter Opposition Pluto am Aszendenten). Zu Beginn ihrer Herrschaft war Maria jedoch entgegen ihrem Ruf an Verständigung und Toleranz interessiert, erst als sich grosse Widerstände gegen die Wiedereinführung des Katholizismus vor allem in Adelskreisen regten, ordnete sie die Verfolgung und Hinrichtung dieser „Ketzer“ an.

Mit einem Wassermann-Merkur sollte Marys Denken und ihre Interessen eigentlich ungewöhnlich und originell sein, doch mit Merkur in Konjunktion mit Neptun steht auch hier wieder das Religiöse im Vordergrund. Auf ihre Umgebung wirkte sie aber vermutlich widerspenstig und borniert, da sie von ihren Ideen nicht abweichen wollte. Als Herrscherin führte sie jedoch einige wirtschaftliche Neuerungen ein, reformierte das Zoll- und Monopolsteuerwesen gravierend und versuchte, neue Märkte in Übersee zu erschließen. Davon profitierte jedoch vor allem ihre Nachfolgerin Elizabeth I.

In ihren letzten Jahren war Mary kränklich, sie litt an Fieberschüben, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Sie starb am 17. November 1558 mit 42 Jahren an den Folgen einer Influenza. Ihr Kinderwunsch war unerfüllt geblieben.

Plácido Domingo – zum 75. Geburtstag

Der weltberühmte Tenor und Bariton, Dirigent und Operndirektor Plácido Domingo feiert am 21. Januar 2016 seinen 75. Geburtstag. Der Sohn zweier spanischer Zarzuela-Sänger wurde am 21. Januar 1941 in Madrid geboren, zog jedoch im Alter von 9 Jahren gemeinsam mit seinen Eltern nach Mexico und wuchs in der Folge dort auf.

Bereits im Alter von 18 Jahren debütierte er in einer kleinen Rolle in „Rigoletto“ in Mexico City; in seiner ersten Hauptrolle (Alfredo in „La Traviata“) trat er am 19. Mai 1961 in Monterrey, Mexico, auf. Seine internationale Karriere begann 1966 mit einem Auftritt an der New York City Opera in Alberto Ginasteras „Don Rodrigo“. Seither hat er eine beispiellose Karriere an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt gemacht, zunächst als vielseitiger Tenor, der insgesamt bereits 134 verschiedene Rollen gesungen hat, in dessen Mittelpunkt vor allem das italienische (Verdi, Puccini, Leoncavallo, Giordano) und das französische (Bizet, Massenet) Fach standen. In späterer Zeit hat er sich auch einigen Wagner-Partien zugewandt und sich speziell als Lohengrin, Siegmund und Parsifal profiliert.

Anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien trat er erstmals mit seinen Kollegen Luciano Pavarotti und José Carreras in Rom auf. Der grosse Erfolg dieses Auftritts veranlasste das Trio, als „die drei Tenöre“ weltweit in verschiedenen Arenen aufzutreten.

Nach dem durch den Tod von Luciano Pavarotti verursachten Ende der „Drei Tenöre“ wandte sich Domingo immer öfter dem Dirigieren an verschiedenen Opernhäusern zu und übernahm auch die Leitung der Opernhäuser von Washington und Los Angeles. Ausserdem begann er, wie schon in seiner Anfangszeit, immer öfter Bariton-Rollen zu singen (z.B. Rigoletto, Graf Luna in „Trovatore“, Simone Boccanegra, etc.)

1996 gründete Domingo „Operalia“, einen Wettbewerb für junge OpernsängerInnen, der jährlich in verschiedenen Städten weltweit durchgeführt wird.

Plácido Domingo ist außerdem für seine vielfältigen Wohltätigkeitsveranstaltungen und -aktionen bekannt. So gründete er nach dem großen Erdbeben in Mexiko-Stadt, bei dem er auch eigene Familienangehörige verlor, ein Kinderdorf für die Waisen des Erdbebens. Ein Jahr lang sagte er beinahe alle Verpflichtungen an den großen Opernbühnen ab und gab nur noch Benefizkonzerte, deren Erlös den Waisen und anderen Hilfsprojekten in Mexiko zugutekam. Immer wieder unterstützt er Hilfsprojekte in aller Welt, speziell solche, die sich benachteiligter Gruppen annehmen (Kinder, Behinderte usw.). Er hat zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen für sein Wirken erhalten.

Was können wir im Horoskop von Plácido Domingo an Talent und Erfolg erkennen?

Mit einer Wassermann-Sonne in enger Verbindung mit Merkur braucht dieser Mensch viel Abwechslung und Spontaneität, Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Auf das Haus, in dem die Sonne steht, wird der Fokus im Leben gerichtet. Im Fall von Plácido Domingo ist das das 6. Haus, er wird seine Energie also vor allem in der Arbeit einsetzen, die Arbeit bestimmt sein Leben, in diesem Bereich will er glänzen und strahlen. Zwar ist im 6. Haus kein selbständiges Arbeitsverhältnis zu finden, doch eine Wassermann-Sonne braucht Abwechslung und Freiheit bei der Arbeit. Beides findet ein Sänger, der nicht an ein Opernhaus gebunden ist, sondern von vielen verschiedenen Häusern pro Auftritt verpflichtet wird, im Lauf seiner Karriere. Obwohl er in einer Aufführung natürlich im Team arbeitet, sind freie Arbeitsbedingungen sehr wichtig, umso mehr, da die Sonne in enger Konjunktion mit Merkur steht. Interessanterweise bedeutet eine Verbindung von Sonne und Merkur im 6. Haus unter anderem auch die Arbeit an einem Theater.

Das Theater, die Bühne leitet uns weiter zum Aszendenten von Plácido Domingo: es ist der Löwe. Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten braucht geradezu die Bühne, dort will er glänzen, dort will er Aufmerksamkeit und Bewunderung bekommen. Er strahlt Würde und einen natürlichen Stolz aus, steht wie selbstverständlich im Mittelpunkt, wirkt aber dank seiner Wassermann-Sonne, die ja auch Geburtsherrscherin ist, trotzdem nie überheblich. Nichtsdestotrotz ist das Dramatische seine Welt, dort strebt er auch eine Führungsposition an – als Leiter von 2 Opernhäusern und Dirigent, dem Dutzende Musiker unterstehen, hat er das perfekt umgesetzt.

Wo sehen wir den Sänger im Horoskop? Ich würde sagen, ein eindeutiges Indiz ist das Medium Coeli (MC) in Stier, das Musikalität ausdrückt, sowie seine Herrscherin Venus, die in Steinbock und im 5. Haus der Kreativität steht und ihrerseits wiederum ein Trigon zum MC bildet. Ohne Verbindung der Schlüsselplaneten zu den Achsen MC oder AC kann es kaum Berühmtheit geben. Diese sogenannten Achsen sind bei Domingo aber mehrfach betont. So verschafft Saturn am MC Domingo die nötige Disziplin, die ein Sänger von seinen Qualitäten auch braucht, um erfolgreich zu sein, denn Talent allein wäre hier zu wenig. Und andererseits bringt ein Skorpion-Mond im Quadrat zum Aszendent die Leidenschaft zum Ausdruck, die auf der Opernbühne gefordert wird. Mit einem Skorpion-Mond geht es immer um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, deren Tiefe ausgelotet werden soll, es ist eine starke emotionale Energie vorhanden, die mit einer gewissen Hartnäckigkeit die eigene Realität schafft. Als starke kreative Kraft kommt sie jedoch dem künstlerischen Ausdruck zugute und kann von einem charismatischen Sänger-Schauspieler wie Plácido Domingo wunderbar auf die Bühne gebracht werden.

Merkur in Wassermann unterstützt mit seiner raschen Auffassungsgabe breitgefächerte Interessen und treibt Domingo dazu, sich immer wieder mit neuen Rollen zu beschäftigen. Er gilt ja als einer der vielseitigsten Tenöre, der nicht nur 134 verschiedene Rollen im italienischen und französischen Fach gesungen, sondern sich auch schon an diverse Wagner-Partien gewagt hat, die er mit ähnlicher Intensität erfüllt hat wie seine berühmtesten Verdi-Figuren.

Ein weiterer Aspekt seiner Ruhelosigkeit (in einem Interview hat er gesagt: „Wenn ich raste, dann roste ich“) ist die Opposition zwischen Mond und Uranus, die Domingo zu ständig neuen Herausforderungen treibt und für emotionale Anspannung sorgt. Beide Planeten bilden ein Quadrat zum Aszendent, also zum persönlichsten Punkt im Horoskop. Ohne Abwechslung und neue Impulse kann er kaum leben. So hat er auch schon viele Pläne und Engagements für das laufende Jahr, wird unter anderem in Mailand, New York, Wien, Paris, Barcelona und London auftreten und bei der Eröffnung des Wiener Opernballs am 4. Februar dirigieren und singen. Daneben leitet er nach wie vor die Oper von Los Angeles und widmet sich dem von ihm 1993 ins Leben gerufenen Wettbewerb Operalia, dem unter anderem Rolando Villazón oder Sonya Yoncheva internationale Bekanntheit verdanken.

Wir wünschen Plácido Domingo zu seinem 75. Geburtstag alles Gute, ein noch langes Leben in guter Gesundheit und Agilität sowie weiteren künstlerischen Höhepunkten.