Karl Marx – zum 200. Geburtstag

Am 5. Mai 1818 wurde Karl Marx in Trier als Sohn eines jüdischen Anwalts geboren, der, obwohl aus einer Rabbiner-Familie stammend, zum Protestantismus konvertierte, da er unter der preußischen Obrigkeit sein unter napoleonischer Regierung angetretenes Amt sonst nicht hätte weiterführen dürfen. Auch Karl und seine Geschwister wurden 1824 getauft. Nach dem Gymnasium studierte er auf Wunsch seines Vaters in Bonn Rechtswissenschaften, wechselte aber nach einem Jahr nach Berlin, wo er sich mehr der Philosophie und Geschichte zuwandte und vor allem an den Staatstheorien und der Dialektik von Georg W.F. Hegel Gefallen fand, jedoch im Fortgang historischer Prozesse weitere fundamentale Änderungen erwartete, nicht zuletzt eine Weiterentwicklung der preußischen Gesellschaft, die sich mit Problemen wie massenhafter Armut, staatlicher Zensur, fehlender politischer Partizipation der breiten Bevölkerungsmehrheit und Diskriminierung von Menschen, die sich nicht zum christlichen Glauben bekannten, auseinanderzusetzen hatte.

Wie im Horoskop eines Sozialreformers nicht anders zu erwarten, finden wir in der Radix von Karl Marx einen Wassermann-Aszendenten vor, der die Idee der französischen Revolution von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit auf seine Fahnen geheftet hat. Diese Idee ist seine Berufung, die er auch mit Begeisterung und einem starken Sendungsbewusstsein in die Welt hinaus tragen will, denn Uranus, der Geburtsherrscher, steht im 10. Haus in Schütze.

Es fällt auch auf, dass sich in Marx‘ Radix fast alle Planeten auf der linken, der östlichen Seite befinden. Das heisst, er vertritt vor allem seine eigenen Interessen und will alles selbst machen, lässt sich auch kaum etwas sagen. Seine jüngste Tochter Eleanor bezeichnet ihn als „egomanischen Sturkopf“ und später, kurz vor seinem Tod, als “verbitterten Sonnengott“. Obwohl er sich für die Gesellschaft, deren Rechte und Veränderung, einsetzt, lebt er doch sein eigenes Leben gemäß seiner Interessen, ohne auf die anderen wirklich zuzugehen oder sich tief auf sie einzulassen. Marx hat natürlich viele innere Ressourcen, auf denen er aufbaut, daher will er der Gestalter seines Schicksals (und das der gesamten Menschheit) sein.

Gleichermaßen interessant ist aber auch die Stier-Sonne, die das Materielle betont, in Konjunktion zum Mond und zum aufsteigenden Mondknoten: Karl Marx ist nicht nur unmittelbar vor einem Neumond geboren (der 5 Stunden später exakt war), sondern auch zu einer Sonnenfinsternis, die in seinem 2. Haus positioniert ist. Die Sonne – also das eigene Ich – wird ins Dunkel gehüllt, es strahlt nicht so, wie es strahlen sollte, und kann vielleicht nicht so gut zum Ausdruck gebracht werden, weil dieser Mensch sich nicht wirklich kennt. Dennoch macht ihn diese Neumond-Stellung einerseits sehr subjektiv und auf sich bezogen, andererseits – da die Geburt ja 5 Stunden vor Neumond stattgefunden hat – lebt er in einer ständigen Erwartungshaltung und fühlt sich vom Schicksal irgendwie abgehoben. Ausserdem treibt ihn eine ständige Unzufriedenheit zu immer neuen Aktivitäten im Zusammenhang mit Werten, Grenzen und Besitz an. Die Wertethematik ist also ein vorherrschendes Thema in seinem Leben, nicht nur, weil er ständig um die eigene finanzielle Existenz kämpfen muss, sondern natürlich auch, weil er kapitalistischen Besitz – also das Eigentum an Produktionsmitteln – als Grundübel der Gesellschaft anprangert.

Venus, die Zeichenherrscherin der Sonnenfinsternis, befindet sich ebenfalls im Zeichen Stier, doch bereits im 3. Haus: so war Marx befähigt, über diese Thematik zu informieren und zu schreiben. Mit Merkur, ebenfalls im 3. Haus und noch dazu in seinem eigenen Zeichen Zwillinge, war Marx ein begabter Journalist und Schriftsteller, der aber oftmals einsam auf verlorenem Posten stand und in seinen Anliegen nicht wirklich verstanden wurde (Merkur ist in dieser Radix unaspektiert).

Die Sonnenfinsternis bedeutet auch, dass ein Prinzip, das verfinstert ist, ans Licht gebracht werden soll. Der Horoskopeigner sollte sich bemühen, die Trägheit der Vergangenheit zu überwinden, er will etwas schaffen und bewirken, ist ehrgeizig, muss sich jedoch der realen Welt stellen.

Mit Wassermann und Stier treffen zwei völlig gegensätzliche Prinzipien aufeinander: während die Stier-Sonne auf eine konservative und solide Grundeinstellung verweist, der es um materielle Sicherheit im Leben geht, die ein starkes Beharrungsmoment kennt, jede Lebensveränderung als schwierig erlebt, nur langsam in Bewegung kommt, dann aber dann sehr stark und ausdauernd ist, stellt Wassermann das Konträre dar: ein Element, das rebelliert, ständig die Veränderung und das Neue sucht, fast exzentrisch sich gegen jede Norm stellt und sich nur im Geistigen fixiert. Ein Mensch mit Wassermann-Aszendent hat den – vielleicht unbewussten – Anspruch, etwas Besonderes zu sein, sich aus der Masse herauszuheben oder irgendwie aus dem Rahmen zu fallen. Das hat nichts damit zu tun, dass er sich für etwas Besseres hält, nein, nicht besser, sondern anders. Ein Stier-betonter Mensch hingegen fühlt sich in der Stallwärme eines Rudels wohl, er hält an seinen Werten – seien es Besitz oder Menschen – fest, will sich nicht trennen, wo der Wassermann immer wieder sich selbst und sein Leben verändert oder neu erfindet. Während sich der Stier konventionellen gesellschaftlichen Maßstäben beugt und vorwiegend materiell orientiert ist, ist der Wassermann ein Utopist, dem seine persönliche Freiheit über alles geht, und der über die Fähigkeit verfügt, Chancen und Möglichkeiten, die in der Zukunft liegen, zu erkennen.

Wie kommt ein Mensch mit diesen Widersprüchlichkeiten zurecht? Wie lebt er damit? Die Betonung des Stier-Zeichens und des 2. Hauses zeigt zwar die Wichtigkeit, die Materielles im Leben von Marx hatte, ist allerdings kein Hinweis auf eigenen Wohlstand – die meiste Zeit seines Lebens war Marx in finanziellen Schwierigkeiten. Da war es praktisch, dass er wohlhabende Freunde und Gönner (wie den Fabrikantensohn Friedrich Engels) hatte, die ihn unterstützten und förderten: kein Wunder bei Jupiter im 11. Haus. Mit dieser Jupiiter-Stellung vertrat er die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit und konnte auch seinerseits Freunde und Gruppen gut motivieren und aufbauen sowie selbst humanitäre Organisationen gründen.

Jupiter ist ausserdem der Herrscher des Schütze-MC. Wie bei vielen Menschen mit Schütze-MC war auch für Marx sein Beruf eine Berufung, die unter anderem den Sinn seines Lebens ausmachte. Marx strebte nicht nur nach Erweiterung des eigenen Horizontes, er wollte die Öffentlichkeit für sein Anliegen interessieren und begeistern. Sein Anspruch nach sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit und die Befreiung der Arbeiter aus „entfremdeten Arbeitssituationen“ resultierte aus der Verbindung von Nationalökonomie und Philosophie. Er schreibt: „Einerseits verwandelt der Produktionsprozeß fortwährend den stofflichen Reichtum in Kapital, in Verwertungs- und Genußmittel für den Kapitalisten. Andrerseits kommt der Arbeiter beständig aus dem Prozeß heraus, wie er in ihn eintrat – als persönliche Quelle des Reichtums, aber entblößt von allen Mitteln, diesen Reichtum für sich zu verwirklichen. Da vor seinem Eintritt in den Prozeß seine eigne Arbeit ihm selbst entfremdet, dem Kapitalisten angeeignet und dem Kapital einverleibt ist, vergegenständlicht sie sich während des Prozesses beständig in fremdem Produkt…“ (Karl Marx, Das Kapital, MEW 23: 595f.).

Sein Beruf und seine Berufung ermöglichten ihm immer auch viele Reisen und Kontakte mit anderen Ländern und Kulturen – nicht immer freiwillig, denn er verbrachte viele Jahre auf der Flucht vor der preussischen Obrigkeit im Exil. So lebte er längere Zeit in Paris und Brüssel, bevor er in sein Exil nach London ging, wo er 15 Jahre bleiben und als Europa-Korrespondent für die New York Daily Tribune arbeiten sollte. Nach der Reaktion auf die Revolutionen von 1848, wodurch 1849 die alte Ordnung wiederhergestellt wurde, war er in seiner Heimat Preussen nicht länger geduldet gewesen, auch die Staatsbürgerschaft war ihm aberkannt worden. 1861 versuchte er, diese wieder zu erlangen, doch ohne Erfolg. Aber auch die britische Staatsbürgerschaft, um die er angesucht hatte, wurde ihm mit der Begründung, er sei ein „berüchtiger Agitator und Anwalt kommunistischer Prinzipien“ verwehrt.

Auf dieses unstete Leben verweisen die Planeten Uranus und Neptun im 10. Haus seiner Radix; diese machen ihn zu einem Getriebenen und Vertriebenen, ständig auf der Flucht von Exil zu Exil, aber auch zu einer Leitfigur der Revolution und zu einem Idol, wenn auch erst nach seinem Tod. Zukunftsvisionen mit Weitblick, sogar eine revolutionierende Lebensphilosophie werden dem Schütze-MC zugeschrieben. Doch Marx verstand Philosophie nicht als Möglichkeit, die Welt zu interpretieren, sondern um sie zu verändern (Uranus in Schütze). Er sagte: „Wir sind nicht Eigentümer, sondern Nutzniesser der Erde, und haben sie unseren Nachkommen verbessert zu hinterlassen.“

Wie verhielt es sich mit Marx‘ Privatleben, wie war sein Verhältnis zu Frauen? Das könnten wir mit Hilfe der weiblichen Planeten Mond und Venus herausfinden, die in Marx‘ Horoskop in guten Würden stehen: der Mond ist in Stier erhöht, die Venus im selben Zeichen domiziliert.

Frauen dürften sich in seiner Gegenwart jedenfalls wohl gefühlt haben; vermutlich hat er ihnen vermittelt, sie zu lieben und zu achten. Davon ist natürlich besonders seine Ehefrau Jenny von Westphalen betroffen, mit der er 38 Jahre verheiratet war, die ihm eine treue Weggefährtin und Mitarbeiterin in der sozialistischen Bewegung war und ihm Halt und Verlässlichkeit gegeben hat. Er soll aber auch ein Verhältnis mit der Haushälterin Helena Demuth gehabt haben, aus dem angeblich ein Sohn hervorging – bewiesen ist das freilich nicht. Interessantes Detail: trotz der ständigen Geldnot war die bezahlte Haushälterin über Jahrzehnte fixer Bestandteil des Marxschen Haushalts, sie folgte der Familie in die Exilstationen und wurde als Familienmitglied betrachtet. Wir könnten spekulieren: der Mond als Herr von 6 (das auch für die Bediensteten steht) im 2. Haus in Konjunktion mit der Sonne: Marx könnte die Haushälterin als „persönlichen Besitz“ oder ihm sehr nahestehend empfunden haben.

Überhaupt hat Karl Marx mehrere Planeten in Würden: ausser Mond und Venus steht Merkur in Zwillinge im Domizil, aber auch „negative“ Würden, wie Jupiter in Steinbock und Mars in Krebs, zählen, um einen Menschen von sich selbst überzeugt wirken zu lassen.

Doch schauen wir uns nochmals den in Stier erhöht stehenden Mond an: man könnte Karl Marx als sinnlichen, körperbetonten Genussmenschen bezeichnen, der Werte schaffen, aber auch Kontrolle über seine Umgebung haben will und sich dabei ganz schön störrisch, gewinnsüchtig, ja sogar geizig verhalten kann. Vermutlich hat Marx ein Problem mit seinem Selbstwert. Da der Mond über das 6. Haus herrscht und im 2. Haus steht, wird er sich diesen wahrscheinlich über die Arbeit holen.

Dass Karl Marx zur überragenden Figur des Sozialismus bzw. Kommunismus wurde, auch wenn sein Ruhm sich zu Lebzeiten in Grenzen hielt, hat er zweifellos doch seiner besonderen Sonnen-Stellung (wie schon weiter oben beschrieben) zu verdanken. Das Sextil zu Saturn gab ihm die nötige Selbstverantwortung und Disziplin, um fleissig und hart zu arbeiten, das Trigon zu Jupiter bewirkte den Erfolg durch ausdauernde Arbeit, es weist ausserdem darauf hin, dass das Leben auf Wachstum und Sinnfindung ausgerichtet ist. Da Jupiter jedoch rückläufig ist, stellt sich der Erfolg mit Verzögerung ein.

Merkur steht sowohl vom Zeichen (Zwillinge) als auch vom Haus (3. Haus) in bester Qualität. Sein Problem ist nur die Unaspektiertheit. Denn prinzipiell macht ein solcher Merkur sehr redefreudig, sprachbegabt, kommunikativ, wissensfreudig und vielseitig interessiert – all das, was Marx ja war.

Mars steht als einziger Planet in der rechten Hemisphäre, in Krebs im 5. Haus. Lässt sich daraus die besondere Beziehung herleiten, die er zu seinen 3 überlebenden Töchtern (von insgesamt 7 Kindern) hatte? Marx war bekannt für seine grosse Kinderliebe, nach seinen eigenen liebte er auch den Enkel Johnny (den Sohn seiner Tochter Jenny) über alles.

Der passionierte Raucher, der in seinen letzten Lebensjahren kränkelte, verstarb am 14. März 1883 im Alter von knapp 65 Jahren in London. Als Todesursache wurde Laryngitis (Kehlkopfentzündung) festgestellt – eigentlich eine typische Stier-Erkrankung, zu der aber sicher auch das Rauchen beigetragen hat. Zuvor hatte er schon seine Frau Jenny von Westphalen sowie seine Lieblingstochter Jenny beerdigen müssen. Die Welt nahm kaum Notiz von seinem Tod, seinen Ruhm hat Marx nicht mehr miterlebt. Es hieß, dass er der bestgehasste und bestverleumdete Mann seiner Zeit gewesen ist, der er als Wassermann-Aszendent zwar weit voraus war, denn er hatte die Gier der Kapitalisten, die sich im 21. Jahrhundert noch steigern sollte, erkannt („Kapital ist das Futter für unersättliche Goldesel“), allerdings nicht das Bestreben der „Proletarier“, selbst der Bourgeoisie anzugehören. Auch ihr Nationalismus stand über ihren sozialistischen Idealen, wie der erste Weltkrieg deutlich zeigte.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass sich Marx‘ Klassenkampftheorie an den industrialisierten Gesellschaften Westeuropas orientierte. Der Sozialismus des 19. Jahrhunderts vertrat die Idee einer utopischen Gesellschaft, in der die Produktionsmittel denen gehören, die sie bedienen (den Arbeitern). Erst muss das Bürgertum die Monarchie stürzen – so die Idee -, erst dann kann das Proletariat an der Macht teilhaben. Im 20. Jahrhundert sind jedoch Systeme entstanden, die Marx nicht unterstützt hätte. Er war ein Philosoph der Freiheit (weil er die Pressefreiheit verteidigte, wurde er verfolgt und musste ins Exil fliehen), und er hätte nichts unterstützt, was diese Freiheit eingeschränkt hätte. Zudem dachte Marx in globalen Maßstäben, nicht für ein einzelnes Land. Ironischerweise wurde seine kommunistische Lehre jedoch in einem Land umgesetzt, das noch ein feudalistisches System mit Leibeigenen statt Arbeitern kannte, und wo es praktisch kein Bürgertum gab: in Russland. Dass die Utopie dort scheitern musste bzw. zu einer gleichgeschalteten Diktatur verzerrt wurde, liegt eigentlich auf der Hand.

Nichtsdestotrotz bleibt Karl Marx als Gesellschaftstheoretiker, Sozialutopist und Philosoph des Sozialismus und Kommunismus eine wichtige Persönlichkeit, dessen Ideen bis in die Gegenwart nachwirken.

Marie Curie – zum 150. Geburtstag

Sie war eine der bedeutendsten Frauen im Bereich der Wissenschaft: die polnisch-französische zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie wäre am 7. November 2017 150 Jahre alt geworden. Geboren wurde Maria Sklodowska 1867 in Warschau als jüngste Tochter eines Lehrerehepaares, das grossen Wert auf eine gute Erziehung und Ausbildung der Kinder legte und diese nach Kräften förderte. Leider verstarb Marias Mutter schon 1878 an Tuberkulose, und auch Maria war ein kränkliches Kind, das nach dem Abitur zu Verwandten aufs Land geschickt wurde, um sich zu erholen.

Da zur damaligen Zeit Frauen in Polen ein Universitätsstudium nicht erlaubt war, bewarben sich Maria und ihre ältere Schwester Bronia an der Pariser Sorbonne und wurden angenommen. Allerdings erlaubte die finanzielle Situation des Vaters nicht, die Pläne seiner Töchter in materieller Weise zu unterstützen, sodass beschlossen wurde, dass zuerst Bronia ihr Studium in Paris absolvieren sollte, mit Marias finanzieller Unterstützung, die dafür als Hauslehrerin bei einer polnischen Anwaltsfamilie arbeitete. Im November 1891 konnte dann Maria ihr Physik-Studium an der Sorbonne beginnen. Sie war dort eine von 210 Frauen unter 9000 Studenten, dennoch schloss sie ihr Lizenziat in Physik im Sommer 1893 als Beste ab. Ein Stipendium ermöglichte ihr die Fortsetzung des Studiums, und 1894 machte sie ihr Lizenziat in Mathematik als Zweitbeste.

Nach Abschluss ihrer Studien wurde sie mit einer Untersuchung des Magnetismus verschiedener Stahlsorten beauftragt. Im Zuge dieser Forschungen und Experimente lernte sie den französischen Chemiker Pierre Curie kennen. Aus der beruflichen Zusammenarbeit mit Pierre Curie entwickelte sich gegenseitige Zuneigung. Am 26. Juli 1895 heirateten die beiden im Rathaus von Sceaux. Am 12. September 1897 kam die erste Tochter Irène zu Welt, die später selbst eine geachtete Wissenschaftlerin werden sollte.

Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersuchte Marie Curie zahlreiche uranhaltige Metalle, Salze, Oxide und Mineralien, wobei sie feststellte, dass Pechblende viermal so aktiv ist wie Uran. Marie und Pierre Curie gingen davon aus, dass die hohe Aktivität der Pechblende von einem unbekannten chemischen Element verursacht werde. In den folgenden Wochen versuchten sie, dieses Element mit chemischen Verfahren zu isolieren. Bald hatten sie Zwischenprodukte erzeugt, die viel aktiver als Pechblende waren, und folgerten daraus, dass es sich nicht um ein neues Element handelte, sondern um zwei verschiedene. Das erste dieser neuen Elemente nannten sie zu Ehren von Maries polnischer Heimat Polonium, das zweite, das sie einige Monate später nachweisen konnten, erhielt den Namen Radium, weil es 900-mal stärker strahlte als Uran. Infolge der dauernden Strahlenbelastung traten bei beiden Curies gesundheitliche Probleme auf, und Marie erlitt sogar im August 1903 eine Fehlgeburt. Im Dezember desselben Jahres wurde dem Ehepaar, gemeinsam mit dem Physiker Henri Becquerel, der Nobelpreis für Physik verliehen. Ein Jahr später, im Dezember 1904 wurde ihre zweite Tochter Ève geboren, die später Schriftstellerin wurde und über ihre Eltern eine Biographie verfasste.

Am 19. April 1906 geriet Pierre Curie unter die Räder eines Lastfuhrwerkes und starb noch am Unfallort. Marie Curie traf der Verlust schwer, hatte sie doch sowohl ihren geliebten Lebenspartner als auch ihren wissenschaftlichen Mitstreiter verloren. In den folgenden Jahren litt sie vorübergehend an Depressionen. Dennoch setzte sie ihre Arbeit fort, durfte als erste Frau Vorlesungen an der Sorbonne halten und erhielt 1908 sogar die ordentliche Professur in Physik.

4 oder 5 Jahre nach dem Tod ihres Ehemanns begann Marie Curie eine Affäre mit dem verheirateten Paul Langevin, einem früheren Studenten ihres Mannes. Diese Beziehung wurde in Paris ziemlich skandalisiert und in der Presse breitgetreten. Die Anfeindungen erreichten ihren Höhepunkt, als eine Zeitung behauptete, Marie Curie wäre jüdischer Abstammung. Auch wenn der Skandal langsam abebbte, begleiteten sie die erhobenen Vorwürfe bis an ihr Lebensende.

1911 entschied das schwedische Nobel-Komitee, den diesjährigen Preis für Chemie Marie Curie zuzuerkennen. Damit wurde erstmals einer Person zum zweiten Mal ein Nobelpreis zuerkannt. Bis heute ist Marie Curie eine von nur 4 Personen und überhaupt die einzige Frau geblieben, der diese Ehre zuteil wurde.

Im ersten Weltkrieg arbeitete Marie Curie als Radiologin in einer von ihr initiierten mobilen Röntgeneinrichtung, die es ermöglichte, dass verwundete Soldaten in unmittelbarer Nähe der Front untersucht werden konnten. In Begleitung ihrer Tochter Irène und eines Mechanikers fuhr sie am 1. November 1914 zum ersten Mal mit ihrem Röntgenwagen zu einem Lazarett, das sich 30 Kilometer hinter der Frontlinie befand. Während des Krieges rüstete Marie Curie insgesamt 20 radiologische Fahrzeuge aus. Im Juli 1916 machte sie den Führerschein, um die Fahrzeuge selbst steuern zu können.

Nach Kriegsende wurde ihre wissenschaftliche Arbeit mit zahlreichen Auszeichnungen und Wissenschaftspreisen in Europa und den Vereinigten Staaten gewürdigt. Marie Curie war für den Völkerbund tätig, gründete in Warschau und Paris je ein Radium-Institut und unternahm auch etliche Vortragsreisen. In ihren Instituten förderte Marie Curie bewusst Frauen und aus dem Ausland stammende Studierende. Zu Ehren von Marie und Pierre Curie sind die Bezeichnungen des chemischen Elements Curium und der Einheit Curie gewählt worden, das Curie ist eine Maßeinheit für die Aktivität eines radioaktiven Stoffes.

Die Auszeichnung ihrer Tochter Irène mit dem Nobelpreis für Chemie, den diese 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann Frédéric Joliot „in Anerkennung ihrer Synthese neuer radioaktiver Elemente“ erhielt, erlebte Marie Curie nicht mehr. Sie starb am 4. Juli 1934 im Sanatorium Sancellemoz bei Passy an einer „aplastischen perniziösen Anämie“, die vermutlich auf ihren langjährigen Umgang mit radioaktiven Elementen zurückzuführen ist.

Mich interessierte die Frage, ob sich im Horoskop dieser aussergewöhnlichen Frau Hinweise auf ihre einzigartige Karriere finden lassen, und ich wurde fündig.

Auf den ersten Blick sehen wir in dieser Radix eine Überbetonung des Zeichens Skorpion (4 Planeten + MC) und des 10. Hauses (4 Planeten + die Sonne, die zwar im 9. Haus, aber in Konjunktion zum MC steht). Skorpionbetonte Menschen zeichnen sich aus durch Leidenschaftlichkeit, Intensität, Tiefgründigkeit, hingebungsvolle Entschlossenheit und manchmal eine rücksichtslose Zielstrebigkeit. Typisch beim Skorpion ist der “Alles oder Nichts”-Charakter, hier gibt es keine Halbherzigkeiten oder Kompromisse. Es besteht ein Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen, zu forschen, nachzubohren und nicht locker zu lassen. Auch selbstzerstörerische Tendenzen sind vorhanden, oder sagen wir besser, bei ihrem kompromisslosen Vorgehen nehmen sie in Kauf, sich selbst zu beschädigen. Dieses Verhalten können wir Marie Curie, bei allem, was wir über sie wissen, gut zuordnen. Sie hatte den Mut und die Kraft, ihre Pläne zielstrebig zu verfolgen, ohne Rücksicht auf Verluste bzw. ihre eigene Gesundheit.

Mit der Stellung der Sonne im 9. Haus richtet sich der Fokus auf höhere Bildung, Lebenssinn, Erweiterung, Weltanschauung, Philosophie und das Ausland. Was könnte dies besser belegen, als ein Studium im Ausland, so wie es Maria Sklodowska absolvierte und später selbst die akademische Laufbahn einschlug.

Der Aszendent Marie Curies steht im Zeichen Steinbock, welches in einem harmonischen Winkel zum Skorpion steht und diesen bei der kompromisslosen Zielstrebigkeit durch Ausdauer, Disziplin, Ehrgeiz und Streben nach Anerkennung unterstützt. Menschen mit einer Steinbock-Betonung – also auch mit einem Steinbock-Aszendenten – müssen alles planen und organisieren, sie überlassen nichts dem Zufall und haben ein starkes Pflichtbewusstsein. Innerlich sind sie ausgesprochen stark und fast jeder Krise gewachsen. Allerdings fehlt ihnen in ihrem Sein die gewisse Leichtigkeit, sie nehmen alles schwer und fühlen sich für vieles verantwortlich. Ein einmal gesetztes Ziel wird beharrlich verfolgt, und dabei kann ein Steinbock ziemlich karg leben und auf vieles verzichten, um dieses Ziel zu erreichen. Ich denke, dass Marie Curie durch diese Eigenschaften schon recht gut charakterisiert ist.

Aber auch die Position des Geburtsherrn – hier Saturn – ist wichtig. Dieser befindet sich in Skorpion im 10. Haus und ist ein Hinweis darauf, dass diese Frau ihren Lebenszweck vor allem in der beruflichen Verwirklichung sieht und dabei auch öffentlich wahrgenommen wird. Sie hat eine grosse Wirkung in der Gesellschaft, sowohl was den Beruf als auch was das Privatleben betrifft, sie wird einfach gesehen nichts bleibt geheim. Einerseits ist sie eine Autorität, ein Mensch, dem Achtung entgegengebracht und der vom Beruf durchs Leben getragen wird. Andererseits aber wird auch das Privatleben ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt, oft mehr, als ihr lieb ist. Ausserdem ist sie eine Person, die sich selbst über Leistung und grossen Ehrgeiz definiert, auch ein hohes Maß an Perfektion von sich selbst erwartet und letzten Endes auch Maßstäbe setzt und Richtlinien vorgibt.

Es gibt im Horoskop von Marie Curie aber noch eine Besonderheit: das 1. Haus ist besonders gross und schliesst das gesamt Wassermann-Zeichen noch mit ein. Wassermann ist ein Zeichen, das in die Zukunft weist, es äussert sich in einer betonten Eigenwilligkeit und dem Anspruch, etwas Besonderes zu sein. Ideale und Überzeugungen spielen eine große Rolle. Das Verhalten ist individualistisch und unkonventionell, die Betroffenen sind freiheitsliebend, ungewöhnlich und exzentrisch, oft sind sie Aussenseiter, die sich nicht der Norm anpassen wollen. Es gibt eine permanente Suche nach neuen Erfahrungen, nach Anregungen und Spannung. Auch in diesem Bereich müssen wir das ungewöhnliche Forschungsgebiet berücksichtigen, das für Medizin und Physik wegweisende Neuerungen brachte.

Uranus, der Mitherrscher von 1, hat vor allem deshalb eine besondere Bedeutung, weil er in diesem Horoskop an prominenter Stelle steht: nämlich ganz genau am Deszendent. Das ist nicht nur ein Hinweis auf einen ungewöhnlichen, besonderen Partner, sondern auch auf einen Menschen, der oft bewusst rebelliert, provoziert oder gegen den Strom schwimmt und sich kaum um die öffentliche Meinung kümmert. Und ist es nicht interessant, dass Uranus derart hervorgehoben ist, wo sich die Physikerin doch so intensiv mit dem Element Uran beschäftigte?

Doch schauen wir weiter. Wo ist die private, die gefühlsbetonte Seite der Marie Curie? Gibt es die überhaupt, oder ist sie nur in ihrem Beruf aufgegangen? Wir haben hier einen Mond in Fische im 2. Haus. Diese Mondstellung gilt als einfühlsamster, hypersensibler Gefühlsausdruck, macht verträumt, phantasievoll, kreativ, intuitiv und anhänglich. Das Zeichen Fische steht aber auch für unbewusste Ängste, für Sehnsüchte, Süchte und für chemische Substanzen, mit denen die Forscherin zu tun hatte.

Das Haus, in dem der Mond steht, sagt uns etwas darüber, in welchem Bereich sich ein Mensch wohl, sicher und geborgen fühlt. Im 2. Haus finden wir die materielle Welt, die Werte, Talente und Ressourcen, das Bedürfnis nach einem sicheren Zuhause ist stark ausgeprägt. Da der Mond aber auch für das Veränderliche steht, haben wir den Hinweis, dass die finanzielle Lage der Marie Curie starken Schwankungen unterworfen war. Musste sie in ihrer ersten Lebenshälfte eher karg und bescheiden leben, so brachten ihr natürlich die Nobelpreise genügend finanzielle Mittel, um nicht nur ihre Forschung unabhängig betreiben zu können, sondern auch selbst als Förderin zu wirken.

In diesem Fall kommt aber noch etwas hinzu: hier ist der Mond auch der Herrscher des Deszendenten, also des 7. Hauses, des Partner-Hauses, er steht in diesem Fall auch für den Partner der Horoskopeignerin. Und es stellt sich heraus, dass Pierre Curie durchaus der sensible, fürsorgliche, auch sinnliche und leidenschaftliche Partner war (Stier mit Fische-Aszendent und Skorpion-Mond), den sich Marie wohl gewünscht hat.

Aber auch die Venus in Skorpion dürfen wir nicht unterschätzen, wenn es um Liebe und Beziehungen geht, denn hier haben wir es mit jemandem zu tun, der aufs Ganze geht und bis in die tiefsten Tiefen der Seele aufgewühlt werden will. Mit einer solchen Konstellation ist Sexualität besonders wichtig. Das leidenschaftliche Naturell dieser Frau wird noch verstärkt durch die Konjunktion der Venus mit Mars und die Rezeption mit Pluto in Stier. Kein Wunder, dass die Affäre mit Langevin alle konventionellen Bedenken hinwegfegte. Doch diese Frau braucht den körperlichen und sinnlichen Aspekt einer Partnerschaft genauso wie Nähe auf der Gefühlsebene und gegenseitiges Verständnis, was sie ja mit ihrem Mann gefunden hatte. Die Stellung im 10. Haus sagt uns aber auch, dass enorm viel Leidenschaft auch in den Beruf fliesst. Und auch ein Beruf, der gemeinsam mit dem Partner ausgeübt wird, ist bei dieser Venus-Stellung denkbar.

Das MC, die Himmelsmitte, gibt uns weitere Hinweise auf den Beruf oder die Berufung der Madame Curie. Mit dem MC in Skorpion hat ein Mensch beruflich oft mit Tabus zu tun, er möchte den Dingen auf den Grund gehen, Verborgenes ans Licht bringen, arbeitet gerne in der Forschung, hat oft ganz bestimmte Vorstellungen und kann ein bestimmtes Ziel mit ungeheurer Intensität und Leidenschaft verfolgen. Dabei zeigt er sich sehr engagiert, zäh und belastbar, lässt sich nicht so leicht von einem einmal verfolgten Ziel abbringen, schon gar nicht, wenn es darum geht, etwas zu ergründen, was unter der Oberfläche liegt. Im Fall von Marie Curie steht auch noch die Sonne, also das bewusste Ich und der Wille, sehr nahe am MC und somit im Bereich der beruflichen Zielvorstellungen. Sie identifiziert sich weitgehend mit dem Beruf, ist bereit und auch fähig, dafür einiges zu leisten und ihre Energie durch die Übernahme von Verantwortung zum Ausdruck zu bringen. Dabei kann es durchaus auch zu Machtkämpfen, Manipulationen und gegenseitigen Abhängigkeiten kommen, wie es ja zeitweise der Fall war. Doch durch Widerstände lässt sich diese Frau nicht brechen und ihre innere Stärke wird letztendlich anerkannt werden. Wenn das 10. Haus in einem Horoskop derart stark besetzt ist wie in diesem Fall, nämlich mit 4 Planeten plus die Sonne in Konjunktion zum MC, können wir fast mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese Frau auf die Dauer nicht im stillen Kämmerlein gewirkt, sondern eine gewisse öffentliche Bekanntheit erreicht hat.

Wie wir aus dem Leben Marie Curies gesehen haben, ist es immer wieder zu Machtkämpfen oder Auseinandersetzungen mit Obrigkeiten gekommen, oftmals schon allein deshalb, weil sie eben eine Frau war, die in eine damalige Männerdomäne eingedrungen ist. Sie hat sich dadurch aber nie entmutigen lassen, sondern sich mutig und beharrlich allen möglichen Widerständen zum Trotz in ihrer Arbeit durchgesetzt und ihre fachliche Autorität erfolgreich zum Wohle von Benachteiligten eingebracht. Ohne sich äusserlichen Zwängen und Konventionen zu beugen, ging Marie Curie ihren Weg, der ihr richtig erschien, und brachte genügend Kraft auf, um alle möglichen Schwierigkeiten und Probleme zu überwinden. Dieser aussergewöhnlichen Skorpion-Frau wollen wir anlässlich ihres 150. Geburtstages gedenken.

John F. Kennedy – ein Held mit Schattenseiten – Gedenken zum 100. Geburtstag

John Fitzgerald Kennedy – der legendäre amerikanische Politiker, dessen Leben und Wirken zu einem Mythos wurde – ist vor 100 Jahren, am 29. Mai 1917, geboren worden. Ums Leben gekommen ist er am 22. November 1963 durch Schüsse eines Attentäters – die genauen Hintergründe konnten bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden. Durch diesen tragischen Tod, der die Welt damals extrem geschockt hat, wurde er zur Legende.

Was sagt uns sein Horoskop über sein Leben als Sohn einer reichen Familie, seine Berufung, sein Privatleben, sein zuletzt tragisches Schicksal?

Betont sind die Elemente Luft und Erde, das weist auf Ideenreichtum, Flexibilität, Kontaktfreudigkeit, Geselligkeit, Wendigkeit hin, aber ebenso auf eine gewisse Bodenständigkeit, auf praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben, auf pragmatisches Vorgehen, Verlässlichkeit und Ausdauer.

Es zeigt sich ein neugierig-aufgeschlossener, kommunikativer, vielseitig interessierter Wesenskern mit einem wachen Verstand, Umtriebigkeit, der Fähigkeit zur Kommunikation, sowie Objektivität, Informationsaustausch und Kombinationsgabe (Sonne in Zwillinge), der sich auf charmante, einnehmende, friedvolle, diplomatische und konziliante Weise nach aussen präsentiert (Aszendent Waage).

Für einen Mensch mit einem Waage-Aszendenten ist es überaus wichtig, sich auf andere Menschen zu beziehen, sich über die anderen zu erfahren. Daher verwundert es nicht, dass auch Kennedy überaus charmant und kontaktfreudig ist und sich durch sein begegnungsorientiertes und liebenswürdiges Auftreten beliebt macht, was durch die Geburtsherrin Venus im Zwillinge-Zeichen noch verstärkt wird. Er hat das Bedürfnis, für Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit einzutreten, und verhält sich bei Verhandlungen intellektuell und diplomatisch zugleich.

Hinter all der zur Schau gestellten Liebenswürdigkeit verbirgt sich jedoch eine durchaus dominante Persönlichkeit, denn Waage ist ja ein kardinales Zeichen.

Was bei Betrachtung des Geburtshoroskops gleich ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass 9 Planeten (alle bis auf Uranus) in der oberen, der südlichen Hemisphäre angeordnet sind, was einen Menschen charakterisiert, der den Kontakt zur Aussenwelt sucht und braucht und auch sehr offen auf andere Menschen zugeht. Dadurch wird er auch gut wahrgenommen und wirkt nach aussen stärker, als er sich innerlich wirklich fühlt. Auch wenn uns die kardinalen Achsen auf einen Macher-Typ hinweisen, der sein Leben und Schicksal selbst gestalten will, zeigt die Betonung des 3. Quadranten, dass er stark auf seine Umwelt, auf seine Mitmenschen bezogen und für seine Selbstverwirklichung sehr wohl auf andere Menschen angewiesen ist.

Dazu ist in Kennedys Radix auch das 8. Haus betont: er kommt kaum an anderen Menschen vorbei, braucht die Auseinandersetzung mit ihnen, sie lassen ihn nicht los, er muss sich auf sie einlassen (und umgekehrt). Er beschäftigt sich mit den Anliegen anderer Menschen, macht sie zu seinen eigenen, was ja für einen Politiker nicht so schlecht ist. 5 Planeten im 8. Haus (Mars, Merkur, Jupiter, Sonne und Venus) sind aber auch ein deutliches Indiz dafür, dass sich der Betreffende schon sehr früh mit Krankheit, Tod und Verlusten auseinandersetzen muss. Kennedy litt seit frühester Jugend an diversen Krankheiten, die ihm teilweise stark zusetzten, auch den Tod musste er schon in jungen Jahren in seiner unmittelbaren Umgebung kennenlernen: er selbst meldete sich im 2. Weltkrieg mit 24 Jahren freiwillig zur Marine und schafft es, Kommandant eines Torpedobootes zu werden, das allerdings von einem japanischen Zerstörer gerammt wird und explodiert, wobei einige Crewmitglieder ums Leben kommen. Zehn andere kann Kennedy jedoch durch selbstlosen persönlichen Einsatz retten, wobei er selbst beinahe ertrunken wäre. Dafür wird er später als Kriegsheld ausgezeichnet. Tragischerweise fiel sein älterer Bruder Joe ein Jahr später bei einem Kriegseinsatz, die jüngere Schwester Kathleen kam bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Und John F. Kennedy wurde, wie wir wissen, am 22. November 1963 in Dallas ermordet.

Die Sonne steht in Zwillinge im 8. Haus und weist auf einen Menschen hin, der vielseitig und anpassungsfähig ist und sich schnell auf neue Situationen einstellen kann, der sich ausserdem bevorzugt mit der Verwaltung fremder Werte und Besitz befasst. Bereits als Kongressabgeordneter, später als Senator und zuletzt als Präsident der USA setzt sich Kennedy als Demokrat unter anderem für einen gesetzlichen Mindestlohn, ein staatliches Gesundheitssystem und verbesserte Wohnverhältnisse ein. Später, als Präsident, schafft er die Voraussetzungen, um die Ungleichheit zwischen weissen und schwarzen US-BürgerInnen zu beseitigen. Obwohl der Kongress ein von seinem Team ausgearbeitetes umfangreiches Bürgerrechtsgesetz blockiert, wirft Kennedy sein ganzes Gewicht als Präsident (Sonne in 8) in die Waagschale und erklärt in einer grossen Rede im Juni 1963 „… diese Nation… wird erst frei sein, wenn alle ihre Bürger frei sind.“ Und er empfängt Martin Luther King im Weissen Haus.

Im 8. Haus findet sich – allerdings im Zeichen Stier – ein Stellium, bestehend aus den Planeten Mars, Merkur und Jupiter. Mit Mars Konjunktion Merkur verfügt Kennedy über eine enorme sprachliche Ausdrucks- und Durchsetzungsfähigkeit. Das bringt ihm nicht nur den berühmten Pulitzer-Preis (den begehrtesten Journalisten- und Medienpreis) für sein noch als Senator von Massachusetts verfasstes Buch „Zivilcourage“ ein, sondern sichert ihm auch einen Platz als begnadeter Redner, der einige legendäre Sätze hervorgebracht hat („Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann. Fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“ 1) („Heute ist der stolzeste Satz, den jemand in der freien Welt sagen kann: ‚Ich bin ein Berliner‘“ 2). Nicht nur diese beiden Reden lösten bei den ZuhörerInnen Begeisterungsstürme aus (Jupiter als Teil des Stelliums), sein rhetorisches Talent riss andere Menschen bei vielen Gelegenheiten mit. Bei seinen Aktivitäten liess Kennedy sich von hohen Idealen und Wertvorstellungen leiten, oftmals gelang es ihm, andere von seinen Vorhaben und Vorstellungen zu überzeugen, da er sehr entschieden und nachdrücklich seine Ansichten und Meinungen zum Ausdruck brachte, sich aber dennoch auch von vernünftigen und praktikablen Argumenten leiten liess (Stellium im Erdzeichen Stier).

Seine Weitsicht und sein politischer Instinkt kommen ihm vor allem im Oktober 1962 zugute, als auf Kuba stationierte sowjetische Atomraketen entdeckt werden, die fähig wären, die grössten Städte der USA binnen weniger Minuten komplett zu zerstören und daher eine Reaktion der USA erfordern. Seine Militärberater plädieren für Krieg, wollen dafür sogar mehrere Millionen Opfer in Kauf nehmen. Kennedy zögert, denn er will einen Atomkrieg um jeden Preis vermeiden, und lässt sich dafür auf einen Machtpoker mit dem sowjetischen Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow ein. Er droht allerdings in einer Fernsehansprache am 22. Oktober 1962, die sich sowohl an das amerikanische Volk als auch an die Sowjetunion richtete, mit einem Atomkrieg, sollten die Raketen nicht wieder abgezogen werden. Chruschtschow zeigt Nerven und lässt Frachtschiffe mit weiteren Atomraketen an Bord kurz vor Havanna wieder umkehren. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Krise, die die Welt an den Rand eines Dritten Weltkriegs gebracht hatte, kann als einer der größten außenpolitischen Erfolge Kennedys angesehen werden.

Das Quadrat zwischen dem Stellium und dem Singleton-Planeten Uranus, der als einziger in der unteren Hemisphäre steht, verleiht Kennedy die Fähigkeit, Dinge und Situationen aus der Distanz zu überblicken, Zusammenhänge blitzartig zu erkennen und originelle Lösungen zu finden.

Beruf und Berufung sind durch das MC gekennzeichnet: Krebs an der Spitze des 10. Hauses weist auf einen Beruf hin, der nach den Vorgaben der Familie ergriffen wird und der der Familientradition entspricht (beide Grossväter und Kennedys Vater waren in der Politik tätig).

Weiters sticht der elevierte (höchststehende) Saturn in Krebs in Konjunktion mit dem MC ins Auge. Wenn Saturn eleviert ist, wird die Berufung zwingender, der Mensch hat weniger persönliche Gestaltungsmöglichkeiten. Sicherlich ist hier auch ein grosser Wunsch nach Anerkennung vorhanden. Saturn ist aber auch Herr von 4 und stellt daher ebenfalls ein Familienthema dar: der ehrgeizige, reiche, strenge und skrupellose Vater gibt den Lebensweg seines Sohnes vor, er erwartet Leistung (sein Ausspruch: „In dieser Familie wollen wir nur Gewinner“), er ist der Maßstab für die Lebensausrichtung zumindest der Söhne: so muss Jack nach dem Tod des älteren Bruders die Politikerlaufbahn einschlagen, er wird zunächst Kongressabgeordneter, danach mit Hilfe von Vaters Millionen Senator von Massachusetts, was ihm als Sprungbrett ins Weisse Haus dient, denn das Amt des US-Präsidenten ist das, was Joseph Kennedy für seinen Sohn vorschwebt. Dieser grossen Erwartungshaltung muss der Sohn gerecht werden, und er unternimmt auch besondere Anstrengungen, um den Ehrgeiz seines Vaters zufriedenzustellen. Und die Rechnung des alten Herrn geht auf: Jack schafft es – nicht zuletzt dank seiner bezaubernden Ehefrau Jacqueline Bouvier – dieses hohe Ziel zu erreichen.

Doch auch wenn Kennedy dank der Unterstützung seiner Familie sozusagen in Weisse Haus „getragen“ wurde – emotionale Geborgenheit gab es für ihn wohl nicht in dieser irisch-stämmigen katholischen Familie. Sowohl der Mond in Jungfrau als auch Uranus im 4. Haus weisen auf ein Elternhaus hin, das wenig Herzlichkeit und Wärme zu geben hat. Mond in Jungfrau zeigt uns auch eine Mutter, für die das Nützlichkeitsdenken im Vordergrund steht und die mit Gefühlen eher zurückhaltend ist. Der Mond steht zudem im Leerlauf – er trifft über 4 weitere Zeichen auf keinen Planeten – Kennedy empfand sich, wie er später gestand, als einsames Kind, das von der Mutter nie Zärtlichkeiten oder Umarmungen erhielt. So verwundert es nicht, dass Kennedy selbst auch nicht besonders zärtlich, sondern eher von seinen Gefühlen abgespalten war (Mond in Jungfrau in 11). Dieser Mond ist aber auch Herr von 10 – und zeigt, wie nahe Beruf und Familie (hier kann man auch die politische Familie der Demokratischen Partei verorten) miteinander verbunden sind. In der Partei und der Öffentlichkeit geniesst er grosses Vertrauen (Mond Trigon Jupiter und Sextil MC), hat aber gleichwohl Angst vor emotionaler Vereinnahmung (Mond in 11).

Das führt uns zum Thema Liebe: Venus in Zwillinge und im 8. Haus verleiht zwar ein kultiviertes und charmantes Wesen sowie gesellschaftliche Eleganz, die ihm viele Türen öffnet und ihn bei anderen – vor allem Frauen – beliebt macht, sie ist aber auch dafür verantwortlich, dass er unbeständig in Liebesangelegenheiten und überaus anfällig für weibliche Reize ist.

Venus in Zwillinge steht natürlich auch für literarische oder schriftstellerische Interessen. Kennedy war ja nicht nur ein begeisterter Leser, der Bücher geradezu „verschlang“ (sich also einverleibte, wie es einer Venus in 8 entspricht), sondern er schrieb selbst auch mehrere Bücher.

Da die Venus ja auch Geburtsherrin ist, wird er jedoch immer wieder in Liebesaffären und anderes „hineingezogen“, ohne sich abgrenzen zu können, er muss sich konfrontieren, auseinandersetzen, hat somit kein ruhiges Leben. Zu seinen Lebzeiten galt Kennedy privat als glücklicher Ehemann einer überaus schönen, intelligenten und modebewussten Frau, und Jackie war ja auch gewiss die ideale Partnerin für eine Zwillinge-Venus: gebildet, kultiviert, in mehreren Sprachen parlierend und jederzeit für intellektuelle Gespräche zu haben (interessanterweise hat auch sie eine Zwillinge-Venus). Leidenschaft war ihrer beider Sache nicht, und seine unzähligen Affären mit oft ungewöhnlichen Frauen (Venus Trigon Uranus), von denen die Nachwelt erst später erfuhr, hatten eher zwanghaften und Suchtcharakter (Venus in 8 Halbquadrat Neptun). Heute würden wir sagen, dass Kennedy sexsüchtig war. Damals konnte er sein Privatleben noch vor der Öffentlichkeit geheim halten – nicht jedoch vor dem berühmt-berüchtigten FBI-Chef J. Edgar Hoover, der über die Affären des Präsidenten Bescheid wusste.

Das Quadrat zwischen Mond und Venus ist ebenfalls ein Hinweis auf die Diskrepanz zwischen Gefühl und Verlangen, zwischen der Ehefrau und den Geliebten. Das ständige (unbewusste) Bedürfnis nach der ihm vorenthaltenen mütterlichen Zärtlichkeit und Geborgenheit führt einerseits zu erotischen Zwängen und Fixierungen (Venus in 8), andererseits zu Problemen, echte Nähe zuzulassen und sich emotional zu binden (Mond in 11).

Auch Mars im 8. Haus in Konjunktion mit Jupiter weist natürlich auf eine starke Triebenergie, auf zwanghafte sexuelle Begegnungen hin, die auch vor Tabubereichen nicht zurückschrecken. Kennedy hatte nachweislich intime Kontakte mit Prostituierten und der Mafia nahestehenden Frauen, die Hoover als Sicherheitsrisiko einstufte und zu unterbinden suchte – vergeblich.

Dieses zwanghafte Sexualverhalten zeigt aber nur eine Schattenseite des charismatischen Präsidenten auf, eine weitere ist sicherlich sein schlechter gesundheitlicher Zustand, den er ebenfalls vor der Öffentlichkeit geheimhielt. Sein Leben war eine durchgehende medizinische Leidensgeschichte, er litt zeitlebens mehr oder weniger grosse Schmerzen und war von Medikamenten abhängig. Dennoch haben seine Leiden seine Arbeit als Präsident nicht beeinträchtigt, die er mit bewundernswerter Zähigkeit bewältigt – auch das eine Folge der starken Betonung des 8. Hauses und vor allem der Sonne in 8: er geht durch Krisen und schont sich selbst dabei nicht.

An seinem Todestag am 22. November 1963 finden wir im Progressiv den Aszendent im Trigon zum Radix-Saturn, ferner den Transit-Pluto im Quadrat zur Geburtsherrin Venus, Transit-Uranus im Quadrat zur Sonne, Transit-Saturn im Quadrat zum Radix-Mars – allesamt schon Hinweise auf eine massive Lebenskrise. Auch das bei Todesfällen oft aussagekräftigere Regressiv bringt Interessantes zutage: dort steht der regressive Saturn minutengenau auf dem Radix-MC, der Mond regressiv in gradgenauer Opposition zum Radix-Pluto, sowie die Sonne regressiv im Quadrat zum Saturn des Regressivs – das sind „Todesaspekte par excellence“.

John Fitzgerald Kennedy wird nicht nur als der damals jüngste und als erster katholischer Präsident der USA in Erinnerung bleiben, er hat seinen Platz in der Geschichte auch als „grosser Präsident“ gefunden, der noch heute von vielen Amerikanern verehrt und bewundert wird.

1) Rede zu Kennedys Angelobung als 35. Präsident der Vereinigten Staaten am 20. Jänner 1961 in Washington, D.C.
2) Rede Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin am 26. Juni 1963

Maria Theresia – Gedenken zum 300. Geburtstag

Vor 300 Jahren, am 13. Mai 1717, wurde Österreichs einzige Herrscherin Maria Theresia geboren. Sie war die älteste Tochter des römisch-deutschen Kaisers Karl VI. aus dem Hause Habsburg, der ohne männlichen Nachfolger starb und noch zu Lebzeiten die „Pragmatische Sanktion“, ein „radikal neues Erbfolgegesetz“ erlassen hatte, das es auch einer Tochter erlauben sollte, seine Nachfolge anzutreten, damit der österreichischen Linie der Habsburger das Schicksal der spanischen Linie erspart bliebe, die nach dem Tod des letzten spanischen Habsburger-Königs ausgestorben war. Zunächst war diese Pragmatische Sanktion national wie international akzeptiert und mit vielerlei Zugeständnissen erkauft worden, doch als sie 1740 beim Regierungsanritt Maria Theresias zum Tragen kommen sollte, machten die europäischen Mächte ihr dieses Erbe streitig, allen voran Preussens König Friedrich II.

Vorab gilt es, ein Missverständnis aufzuklären: Maria Theresia war nie „österreichische Kaiserin“ oder „Kaiserin von Österreich“. Sie war die Ehefrau des späteren römisch-deutschen Kaisers Franz Stephan von Lothringen und als solche ebenso „Kaiserin“ wie später Sisi, doch sie herrschte in Österreich als Erzherzogin auf dem „Habsburger Thron“.

Viele Geschichten und Anekdoten sind über diese bemerkenswerte Frau bekannt, sie wird oft als gütige Landesmutter, als strenge Verfechterin von Moral und Ordnung, als Initiatorin wichtiger Reformen sowie als barock-üppige Matrone dargestellt – doch welches Bild stimmt wirklich? Kann uns das Horoskop Maria Theresias darüber Auskunft geben?

Zunächst fällt uns in Maria Theresias Horoskop eine starke Erd-Betonung auf: Das verweist auf Bodenständigkeit, praktisches Geschick, Sinnlichkeit, Genuss- und Sicherheitsstreben und auch auf pragmatisches Vorgehen in ihren Unternehmungen. Von Beginn an ist sie bemüht, die maroden Staatsfinanzen, die ihr von ihrem Vater, Kaiser Karl VI., hinterlassen wurden, in Ordnung zu bringen. Dabei hilft ihr ihre zweckgerichtete Entschlossenheit und Kraft und ihr Geschick in praktischen Belangen. Der praktische Nutzen steht immer im Vordergrund.

Die Stier-Sonne bekräftigt das Bild einer Frau mit einer konservativen Grundeinstellung, die nur langsam in Bewegung kommt, dann aber sehr stark und ausdauernd ist. Mit grosser Willenskraft plant sie oft lange im voraus und lässt sich von einem einmal ins Auge gefassten Ziel nicht so leicht abbringen. Bezeichnend für die Stier-Sonne sind ausserdem Liebe und Treue zum Vertrauten, Pflege des Gewachsenen und Bewährten, Geduld, Sinnesfreude, aber auch ein Hang zur Hartnäckigkeit bis zur Sturheit. Materielle Sicherheit ist Maria Theresia wie jeder Stier-Sonne sehr wichtig, jedoch wird Geld nicht um seiner selbst willen angestrebt, sondern um die schönen und auch notwendigen Dinge zu finanzieren, die ihr so wichtig sind, wie zum Beispiel der Ausbau des ehemaligen Jagdschlosses ihres Vaters in Schönbrunn zu einer barocken Sommerresidenz nach dem Vorbild von Versailles. Aber auch die Kriege, die sie führen musste, um ihr Erbe zu wahren, mussten finanziert werden.

Dieser Frau geht es also um materielle Sicherheit im Leben, um Beharren und Erhalten, jede Lebensveränderung wird als schwierig erlebt. Nun werden Sie sich fragen, wie ist das möglich? Maria Theresia hat doch so manche gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen in Österreich bewirkt. Das liegt zweifellos an dem Trigon zwischen der Stier-Sonne und Uranus, das sie befähigt, ihre Ideen über ihren persönlichen Nutzen hinaus zu verwirklichen. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass sie sozusagen „selbständig arbeiten“ will, um gewisse Reformen umsetzen zu können und aus Österreich einen „modernen Staat“ zu machen, der die Schwerfälligkeit des feudalen Systems hinter sich lassen konnte. Dabei schätzte sie Kontakte mit Menschen, die geistige Anregung in ihr Leben brachten, wie die geistig aufgeschlossenen und aufgeklärten Ratgeber, die sie an ihren Hof holte. Aber auch dabei ging sie ausgesprochen pragmatisch vor. Ihre Motive waren nicht unbedingt a priori Grossherzigkeit zum Wohl des Volkes, sondern sie erkannte, dass es gute und praktische Gründe dafür gab, das verstaubte und morsch gewordene Staatsgefüge der Monarchie zu erneuern, beispielsweise indem sie das Steuersystem, das bisher den Adel und den Klerus privilegiert hatte, auf eine breitere Basis stellte, um die Armut des Volkes etwas einzudämmen. Ihre Maxime lautete: „Sind die Leute zufrieden, so leisten sie das Doppelte, handeln sie aus Furcht, dann tun sie nur ihre Pflicht.“ (zitiert nach Franz Herre: „Maria Theresia – die grosse Habsburgerin“, Piper 2004, S. 105).

Der Krebs-Aszendent weist auf das Thema Familie hin, das für Maria Theresia einen besonderen Stellenwert hatte. Sie war sehr fruchtbar, brachte 16 Kinder zur Welt, von denen 10 das Erwachsenen-Alter erreichten, und es war ihr ausgesprochen wichtig, das System weiterzuführen, um die Dynastie zu festigen. Krebs steht für die eigene seelische Identität, für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit und bewirkt ein grosses Anlehnungs- und Zärtlichkeitsbedürfnis, ein Bedürfnis nach Wärme, Geborgenheit und Zuwendung, es macht aber auch überempfindlich und leicht gekränkt. Der Krebs-Aszendent erklärt vielleicht auch eine gewisse Launenhaftigkeit und emotionale Unbeständigkeit in ihrem Wesen. Da sie Kritik leicht als persönliche Unzulänglichkeit auffasst, legt sich Maria Theresia einen seelischen Panzer zu, um das verängstigte und verletzte Kind in sich selbst nicht zu spüren. Sie bewahrt ihrer Umgebung gegenüber Contenance und öffnet sich nur ganz wenigen vertrauten Menschen – zu denen ihre Kinder allerdings nicht gehörten.

Für einen Menschen mit Krebs-Aszendent sind auch die Bereiche Wohnen, Heim und Heimat von grosser Bedeutung, daher sucht sie emotionale Sicherheit in Heim und Familie, mit der sie sich natürlich sehr verbunden fühlt, auch wenn der Krebs-Aszendent womöglich mehr Mütterlichkeit und Fürsorglichkeit verspricht, als diese Maria Theresia tatsächlich entsprachen.

Der Mond als Geburtsherrscher steht im intellektuellen Zwillinge-Zeichen und überlagert Gefühle oft mit einer vernunftbetonten und rationalen Betrachtungsweise, die mehr erklärt und analysiert als fühlt. Ein Zwillinge-Mond ist gesellig, vielseitig interessiert, sehr wendig, kommunikativ und neugierig, und weiss von vielem etwas, wenn auch nicht sehr tiefgründig. Ihre Berater standen ihr kompetent und reformwillig zur Seite und vermittelten ihr das manchmal fehlende Wissen, das sie bereitwillig aufnahm.

Doch der Mond ist mehrfach verletzt: einerseits durch eine Opposition zu Mars, der eine gehörige Portion Unruhe in ihr Leben bringt und ihr auch zwangsläufig eine kämpferische Komponente verleiht, die sie aber befähigt, ihre Herrschaftsansprüche aktiv gegen ausländische Mächte zu verteidigen (Mars in Schütze). Andererseits ist der Mond durch ein Quadrat zu Uranus verletzt. Trotz ihres zur Trägheit neigenden Stier-Charakters gönnt sich Maria Theresia im allgemeinen kaum Ruhe, und es fällt ihr schwer, die Hände in den Schoss zu legen und sich zu entspannen. Meist schläft sie nicht genug, weil eine innere Nervosität sie bis spät in die Nacht und schon frühmorgens wieder aktiv werden lässt. Intensive emotionale Nähe ist ihre Sache nicht, das bekamen vor allem ihre Kinder zu spüren, die bald nach der Geburt an Ammen und Erzieher übergeben wurden, so wie sie selbst ebenfalls von 2 Erzieherinnen grossgezogen worden war, eine davon, die Gräfin Fuchs, nannte sie liebevoll „Mami“. Wenn sie auch keine mitfühlende und zärtliche Mutter im heutigen Sinn war, so gab sie ihren Kindern doch Verhaltensmaßnahmen und Regeln für jede Lebenslage mit, die auch die bereits erwachsenen Kinder genau einzuhalten hatten. Selbstverständlich mussten sich die Kinder auch – bis auf die Lieblingstochter Marie Christine – der restriktiven Heiratspolitik ihrer Mutter beugen, die sie mit Mitgliedern einflussreicher Herrscherhäuser – wie die Bourbonen in Frankreich, Italien und Spanien – vermählte. Somit deckte sich das Glück der Kinder meist nicht mit den Staatsinteressen. Die beste Partie schien die jüngste Tochter Marie Antoinette als Braut des französischen Thronfolgers zu machen – wie es endete, wissen wir. Maria Theresia musste die Hinrichtung ihrer Tochter allerdings nicht mehr erleben.

Die Stellung des Mondes im 12. Haus ist einerseits ein Hinweis auf sehr religiöse Gefühle, andererseits auf die Schwierigkeit, sich seelisch zu öffnen. Es gab aber auch das im späteren Leben stärker gewordene Bedürfnis der Herrscherin nach Stille, immer wieder brauchte sie zwischen den oft aufreibenden Regierungsgeschäften auch Rückzugsmöglichkeiten, Phasen des Alleinseins und eine Zeit des Schweigens, die sie sich in ihren ersten Regierungsjahren kaum gegönnt, sich aber im Lauf der Zeit doch regelmäßig zugestanden hatte, vor allem als ihr Leibarzt Van Swieten ihr das „verordnete“. In der Stille konnte sie Kraft tanken und ihre inneren Ressourcen auffüllen.

Maria Theresia ist ihren eigenen ganz persönlichen Weg als weibliche Herrscherin gegangen, ohne das damals vorherrschende passive und dem Mann unterlegene Frauenbild grundsätzlich in Frage zu stellen. Sich selbst betrachtete sie dabei wohl als Ausnahme (Mond Quadrat Uranus und Uranus im 4. Haus), denn sie fühlte sich ihrer Habsburgischen Herkunft nach zum Herrschen verpflichtet und auserwählt und war diesbezüglich auch nicht bereit, sich ihrem Mann, dem Kaiser, unterzuordnen.

Beim Volk war Maria Theresia als Herrscherin äusserst beliebt. Das lag nicht nur an ihrer Bodenständigkeit und Volksverbundenheit, welche von ihren Untertanen sehr geschätzt wurden. Besonders in jungen Jahren war Maria Theresia eine begeisterte Tänzerin (Merkur im 12. Haus) gewesen und hatte ihre Genußfreude (Venus in Stier) auch gerne in opulenten Umzügen, Spielen und Ballvergnügungen zur Schau gestellt. Zu Beginn ihrer Herrschaft war sie zur Sparsamkeit gezwungen, da die Staatskassen leer waren bzw. sehr viel Geld für Militärausgaben nötig war, um die Kriege gegen ihre Widersacher führen zu können, doch später konsolidierte sich das Staatsvermögen, nicht zuletzt dank der ökonomischen Kompetenz des Kaisers, sodass die gröbste Armut des Volkes eingedämmt werden konnte.

Doch bei ihrem Volk geschätzt wurde Maria Theresia auch wegen ihrer vertrauenerweckenden, zuversichtlichen Ausstrahlung: Jupiter befindet sich – im Krebs noch dazu erhöht stehend – am Aszendenten. Er macht sie freundlich und wohlwollend im Wesen, verleiht ihr eine grundsätzlich fröhliche, optimistische Lebenseinstellung, die auf andere abfärbt, einen gütigen, grosszügigen Charakter und starke moralisch-ethische Überzeugungen. Diese Frau hat ein positives Selbstbild, weiss genau, was sie sich zumuten kann, und kämpft für ihre Überzeugungen und ihr absolutistisches Weltbild. Auf der anderen Seite steht dieser Jupiter auch für ihre respektable Erscheinung, die Neigung zur Korpulenz und die Unfähigkeit zur Selbstkritik oder zum Eingeständnis eigener Fehler.

Jupiter in Krebs ist ausserdem ein weiteres Indiz für eine tiefe Religiosität und Gläubigkeit. In Maria Theresias Tagesablauf war ein täglicher Besuch der heiligen Messe ein fixer Bestandteil, und ihr Weltbild war ein tief katholisches, alle anderen Religionen lehnte sie ab, es wird ihr sogar ein stark ausgeprägter Antisemitismus nachgesagt. Es blieb daher ihrem Nachfolger Joseph II. überlassen, in Österreich die Religionsfreiheit und andere nachhaltige Reformen einzuführen, die Maria Theresia zu weit gegangen wären.

Maria Theresias Ehe mit Franz Stephan von Lothringen, der seine Erblande an Frankreich abtreten musste, um die Kaisertochter heiraten zu können, verlief sehr glücklich, obwohl der spätere Kaiser Franz I. als grosser Frauenfreund galt. Für Maria Theresia war er die Liebe ihres Lebens und ein kongenialer Partner, der ihr das Regieren überließ, sie mit reichem Kindersegen bedachte und sich im Grunde den Dingen widmete, für die er eine grosse Begabung hatte: den Wissenschaften und der Ökonomie. Dank seiner geschickten Investitionen erwarb er ein riesiges Vermögen, das der Habsburger-Dynastie bis ins 20. Jahrhundert zugute kam. Mit seinem Naturalienkabinett legte er den Grundstein für die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Wien und er begründete auch die Menagerie im Schlosspark von Schönbrunn.

Saturn regiert im Horoskop Maria Theresias das 7. Haus und steht in der Waage erhöht. Sie geht also mit persönlichen Beziehungen sehr ernsthaft und verantwortungsvoll um und braucht eine Atmosphäre der Sicherheit und des Vertrauens, um sich einem Partner zu öffnen. Das 5. Haus steht für Lebensfreude, Spiel, Spaß, und auch für Kinder. Auch der aufsteigende Mondknoten befindet sich darin und ist wohl ein Hinweis darauf, dass sie die Aufgabe hat, sich auf ihrer ganz persönlichen Bühne zu verwirklichen, und das mit Hilfe ihrer Kinder und einer verantwortungsbewussten Partnerschaft. Als der geliebte Ehegatte viel zu früh verstarb, versank Maria Theresia in Trauer und Depressionen – die Neigung dazu ist wohl durch den Mond im 12. Haus gegeben, obwohl sie sich sonst einer robusten Gesundheit erfreute (Stier-Konstitution), der auch die zahlreichen Schwangerschaften und Geburten nichts anhaben konnten. Die Pocken, damals eine gefürchtete Krankheit, die zahlreiche Mitglieder der kaiserlichen Familie dahingerafft hatte, überlebte Maria Theresia, doch im Alter kamen ausser der Schwermut auch Korpulenz, Atemprobleme und andere Unpässlichkeiten hinzu. Sie befasste sich in ihren letzten Lebensjahren viel mit dem Tod, besuchte zumindest einmal pro Monat die Kapuzinergruft, in der ihr Gatte sowie mehrere Kinder und Schwiegerkinder bestattet waren und sah ihrem eigenen Tod mit Gleichmut entgegen. Im November 1780 zog sie sich eine schwere Verkühlung zu, an der sie am 29. November im Alter von 63 Jahren verstarb. Sie wurde im prunkvollen Doppelsarkophag neben ihrem Ehemann in der Kapuzinergruft beigesetzt.

Václav Havel – zum 80. Geburtstag

Der Schriftsteller, Menschenrechts-Aktivist, Regime-Gegner und Gefangener des kommunistischen tschechoslowakischen Staates, der wesentlich am Zustandekommen der „Samtenen Revolution“ in seinem Heimatland beteiligt war, wäre am 5. Oktober 2016 80 Jahre alt geworden. Leider ist er bereits am 18. Dezember 2011 von uns gegangen.

Havel, der einer Prager Grossbürgerfamilie entstammte, die allerdings im Februar 1948 von der neuen kommunistischen Regierung enteignet wurde, durfte nach dem Abschuss der Schulpflicht keine weiterführende höhere Schule besuchen und arbeitete u.a. als Taxifahrer, um sich die Abendschule zu finanzieren. Seit seinem 20. Lebensjahr schrieb er Artikel für Literatur- und Theaterzeitschriften und begann, selbst Theaterstücke zu schreiben. In den kleinen Prager Theatern, die seine ersten Stücke aufführten, arbeitete Havel auch als Bühnentechniker. Seine Bühnenstücke standen in der Tradition des absurden Theaters, das die Entfremdung des Menschen von seinem wahren Selbst zum Thema hatte.

Auf dem 4. Schriftstellerkongress in Prag erregte Havel erstmals politisches Aufsehen, als er die Zensur und andere Absurditäten des tschechoslowakischen Machtapparats öffentlich kritisierte.

Während des Prager Frühlings 1968 war er Vorsitzender des „Klubs unabhängiger Schriftsteller“ und entwickelte sich zum prominentesten Wortführer der nicht-kommunistischen Intellektuellen, die den von Alexander Dubček eingeleiteten Reformprozess unterstützten.

Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings trat Havel immer wieder öffentlich gegen das Regime unter Gustav Husak auf und war 1977 einer der drei Hauptinitiatoren der Charta 77, einer Bürgerrechtsbewegung, die in den 70-er und 80-er Jahren zum Zentrum der Opposition wurde. In dieser Zeit wurde Havel dreimal verhaftet und verbrachte insgesamt 5 Jahre im Gefängnis. Erst 1983 wurden Havels Gefängnisstrafen nach internationalen Protesten ausgesetzt, da Havel schwer erkrankt war und daraufhin in ein öffentliches Krankenhaus entlassen wurde. Allerdings wurde er in der Tschechoslowakei mit Aufführungs- und Publikationsverbot belegt.

Nach dem Mauerfall in Berlin kam es im November 1989 auch in der Tschechoslowakei zu einer Bürgerbewegung, deren führender Vertreter Havel wurde und die in der “Samtenen Revolution” mündete. Als Kandidat dieser Bürgerbewegung wurde er am 29. Dezember 1989 von den – bis dahin kommunistischen – Vertretern der Föderalversammlung zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei gewählt. In dieser Funktion führte er das Land am 5. Juli 1990 zu den ersten freien Wahlen seit mehr als 40 Jahren. Das neugewählte Parlament bestätigte ihn als Staatspräsident. Während seiner Amtszeit vermehrten sich Kontroversen zwischen Tschechen und Slowaken, die 1993 zur friedlichen Trennung der beiden Volksgruppen in zwei Staaten (Tschechien und Slowakei) führten. Kurz darauf, am 26. Januar 1993, wurde Havel mit grosser Mehrheit zum Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt und 5 Jahre später in seinem Amt bestätigt.

Havel war ein überzeugter Europäer, der die deutsch-tschechische Aussöhnung vorantrieb, auf die europäische Integration setzte und auch den Grundstein für die spätere Mitgliedschaft Tschechiens in der Europäischen Union legte.

Am 18. Dezember 2011 verstarb Havel an den Folgen einer Atemwegserkrankung, die er sich durch seine zahlreichen Gefängnisaufenthalte zugezogen hatte. Ausserdem wurde bei ihm, einem starken Raucher, Lungenkrebs diagnostiziert.

Werfen wir einen Blick auf das Horoskop von Václav Havel:

Wir haben es hier mit einer Waage-Sonne und einem Wassermann-Aszendenten zu tun. Waage und Wassermann sind Luft-Zeichen, hinzu kommt noch ein Mond in Zwillinge, somit eine Überbetonung des Luft-Elements, was auf einen Menschen verweist, der in der Welt der Ideen zu Hause ist, der Wert legt auf Kommunikation und Austausch und sich am besten in der Begegnung mit anderen verwirklichen kann. Er ist flexibel und anpassungsfähig und verliert doch nie seine Ideale und seinen Blick auf die Zukunft, deren Chancen und Möglichkeiten.

Ein Wassermann-Aszendent ist bezeichnend für einen unkonventionellen Charakter, eine rebellische Persönlichkeit, einen überaus freiheitsliebenden Menschen. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ – diese drei Grundsätze der französischen Revolution sind für einen Wassermann-Aszendenten wesentliche Grundbedürfnisse, nach denen er sein Leben ausrichtet. Verhärtete Dogmen und Weltanschauungen kann er nicht akzeptieren, sondern wird seinen womöglich widersprechenden Überzeugungen Ausdruck verleihen, noch dazu, wo Uranus, der Geburtsherrscher, im 3. Haus, dem Haus der Kommunikation, der sprachlichen und schriftlichen Selbstdarstellung, steht. Mit dem Geburtsherrscher im 3. Haus erscheint eine Karriere als Schriftsteller fast selbstverständlich.

Mars im Trigon zum Geburtsherrscher Uranus ist ein weiterer Hinweis darauf, dass Havel sich nicht den Mund verbieten lässt und in all seinen Aktivitäten frei und unabhängig sein will. Abwechslung, Aufregung und unvorhergesehene Ereignisse lassen ihn einfallsreich und erfinderisch nach neuen Wegen suchen und auch viel Improvisationstalent entwickeln. Selbst in Gefahrensituationen zeigt er grosse Geistesgegenwart, und auch wenn er mit einer aggressiven Umwelt konfrontiert ist (Mars in 7), lässt er sich von anderen nichts gefallen, sondern geht weiter seinen Weg.

Normalerweise bleiben Luft-betonte Menschen emotional oft unbeteiligt, betrachten die Welt aus einer gewissen Distanz und meiden tunlichst emotionale Verstrickungen, Verpflichtungen, aber auch Intensität. Das war bei Václav Havel nicht der Fall, warum? Seine Sonne steht im 8. Haus, er kann sich also gar nicht von allem distanzieren und in seinen „Elfenbeinturm“ zurückziehen, er muss sich in Dinge einmischen, um sich selbst zu finden, und hat es daher besonders häufig mit Situationen zu tun, in denen es um Macht und Ohnmacht sowie um die Auseinandersetzung mit den Werten anderer geht. Hier besteht nicht nur die Bereitschaft, sich mit den dunklen, tabuisierten oder geächteten Seiten des Lebens und der eigenen Persönlichkeit zu befassen, sich auf irgendeine Weise mit anderen Menschen zu vereinigen oder auszutauschen, sondern darüber hinaus bedeutet jeder Versuch, über die Grenzen des eigenen Selbst hinauszugehen und sich gleichsam mit Haut und Haaren dem Leben und seinen Idealen hinzugeben, auch eine Transformation des Bewusstseins. In seinen Stücken geht es Havel immer wieder um die Entfremdung des Menschen von seinem eigentlichen Selbst, die nicht nur von der Vorherrschaft des rein wissenschaftlichen Denkens als oberster Instanz verursacht wird, sondern auch von einer Staats-Ideologie, der es nicht um das Wohl des einzelnen Menschen oder der Gemeinschaft geht, sondern nur noch um die Aufrechterhaltung ihrer eigenen mehr und mehr verhärteten Machtstrukturen. Die Erforschung der Lebensgeheimnisse, des Hintergründigen und des Verborgenen kann so zum zentralen Thema der Selbstentfaltung werden.

Die Sonne im Waage-Zeichen macht aus Havel aber keinen harten Kämpfer, sondern einen Menschen, der nach Gerechtigkeit, Harmonie und Frieden strebt und den intensiven Lebenskampf, der zu seinem Wesen gehört, auf künstlerische und pazifistische Weise zu bewältigen sucht, sodass er mit einem gestärkten Wesenskern und einem umfassenderen Bewusstsein daraus hervorgehen kann.

Mit der Mond-Stellung in Zwillinge haben wir es auch auf der Gefühlsebene mit einem intellektuellen, neugierigen, kontaktfreudigen Geist zu tun, der über Einfallsreichtum und eine rasche Auffassungsgabe verfügt. Er kann sich für viele Ideen begeistern, neigt aber dazu, Gefühle weitgehend zu rationalisieren. Wenn ihm etwas gefühlsmäßig richtig erscheint, kann er seinen Willen gezielt für ein Projekt einsetzen (Sonne Trigon Mond). Die Position im 4. Haus zeigt uns einen Menschen, dem seine Familie, sein Heim, aber auch seine Heimat sehr viel bedeutet, da er sich ihr zugehörig fühlen möchte, auch wenn er geistig sehr beweglich und viel unterwegs ist. Gleichzeitig kann er seine Gefühle abstrahieren und sie, wenn nötig, der Vernunft unterordnen. Andererseits sind ihm Kontakte und Gespräche mit anderen Menschen ein Bedürfnis, da sie ihm ein Gefühl der Lebendigkeit geben.

Der Mond ist in diesem Horoskop aber auch eingebunden in ein grosses Quadrat, eine starke Spannungsfigur, die auch noch Jupiter, Saturn und Neptun umfasst und auf Ehrgeiz, Geltungsbedürfnis, aber auch auf eine mögliche depressive Verstimmung sowie ein gewisses Suchtpotenzial hinweist. Wie wir wissen, war Havel Zeit seines Lebens ein starker Raucher, was ihn möglicherweise seine Gefängnisaufenthalte leichter ertragen liess.

Ein Mensch, der ein grosses Quadrat in seinem Horoskop hat, muss ständig aktiv und in Bewegung sein, ist aber auch immer wieder mit Aufregungen, Konflikten und Krisen in seinem Leben konfrontiert, die seine ganze Persönlichkeit in Frage stellen oder in eine Katastrophe stürzen können. Es könnten hier auch grenzenlose Wünsche, Träume und Hoffnungen ins Spiel kommen, oder es geht um Illusionen, um eine Schein-Welt, wie sie die Welt des Theaters ist, in Konfrontation mit der rauen Wirklichkeit (Neptun-Saturn als Gegenpole). Mit Hilfe von Freunden oder einer Gruppe Gleichgesinnter (Jupiter in 11) könnte die Spannung dieser Gegenpole aufgelöst oder zumindest erträglich gemacht werden. Aber auch er selbst wird sich für verschiedene Gruppen einsetzen, wie z.B. für die tschechische alternative Popgruppe Plastic People of the Universe, die sich massiven Repressalien seitens des Regimes ausgesetzt sah, wogegen Havel öffentlich protestierte. Die Petition gegen Menschenrechtsverletzungen in der Tschechoslowakei, die 1977 in diesem Zusammenhang veröffentlicht wurde und im Ausland grosse Unterstützung erfuhr, führte zur Gründung der Bürgerrechtsbewegung Charta 77.

Jupiter in seinem eigenen Zeichen Schütze bringt Havel (symbolisch) dazu, sich nicht nur von individuellen Bedürfnissen leiten zu lassen, sondern sein persönliches Verhalten einer Reihe von moralischen Grundsätzen unterzuordnen. Diese moralische Integrität verschafft ihm bei vielen Mitmenschen Respekt und Bewunderung. Mit seiner optimistischen Grundhaltung und seinem ständigen Streben nach Erkenntnis, das von einem ausgeprägten Rechtsempfinden begleitet wird, kann er auch andere Menschen inspirieren und überzeugen. Dabei kommt ihm sein lebhaftes Gespür dafür, was das Volk braucht, zugute (Mond in 4 in Opposition zu Jupiter und im Quadrat zu Neptun) und vielleicht auch eine gewisse Sensibilität für noch im Untergrund brodelnde Stimmungen (Pluto in Krebs, nahe dem Deszendenten), denen er sich nicht entziehen kann. Da Pluto noch im 6. Haus steht, kann man hier auch den alltäglichen Druck erkennen, dem Havel sich ausgesetzt sieht. Für eine einmal gewählte Aufgabe setzt er sich aber bedingungslos und leidenschaftlich ein.

Durch Saturn wird er immer wieder mit der Macht von Autoritäten konfrontiert, die ihn nicht nur in seinen Expansionsphantasien (Jupiter-Neptun) beeinträchtigt, sondern ihn, wenn „nötig“, ganz real aus dem Verkehr zieht und ins Gefängnis steckt. Alle diese Themen, welche durch die Planeten des grossen Quadrats ausgedrückt werden, rücken immer dann ins Blickfeld, wenn einer davon durch Transite oder Progressionen ausgelöst wird, denn die anderen drei sind immer mit betroffen. Indem Havel diese Konflikte zu seinen ureigensten Angelegenheiten macht (Sonne Trigon Mond), festigt er jedoch die Verwurzelung in seinem inneren Selbst, was ihm letztlich enorme Stärke verleiht.

Interessanterweise stand Jupiter zum Zeitpunkt der Samtenen Revolution in Opposition zu Saturn und Neptun – somit waren also 3 der 4 Spannungsplaneten aus Havels Horoskop an dieser für die Tschechoslowakei so wesentlichen Entwicklung beteiligt, und sie bildeten ein Quadrat zu Havels Geburtssonne, wodurch wiederum seine Persönlichkeit in den Fokus rückte. Ohne ihn war die neue Republik nicht denkbar.

Es verwundert nicht, dass dieses Spannungs-Quadrat auch bei Havels Tod am 18. Dezember 2011 ausgelöst wurde: das MC regressiv stand genau auf der Achse Neptun-Saturn.

Wir nehmen Václav Havels 80. Geburtstag zum Anlass, dieses grossen Schriftstellers, Humanisten und Staatsmanns mit Respekt und Hochachtung zu gedenken und stellen einen Ausspruch von ihm an den Schluss:

„Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.“ (Václav Havel)

500 Jahre Bloody Mary

Vor 500 Jahren, am 18. Februar 1516, wurde in Greenwich bei London Mary Tudor geboren, die später – 1553 – die erste gekrönte Königin Englands aus eigenem Recht (also nicht als Frau eines Königs) wurde. Trotz dieses Geburtsdatums, das noch dem Julianischen Kalender entstammt, der bis 1582 gültig war, ist sie eine Vertreterin des Fische-Zeichens, denn nach dem Gregorianischen Kalender wäre ihr Geburtstag 10 Tage später, also am 28. Februar. Dass wir ihre Geburtszeit so genau kennen, ist der Tatsache geschuldet, dass Geburten in Königshäusern seit jeher ganz genau aufgezeichnet wurden.

Mary war die Tochter von König Heinrich VIII. von England und seiner ersten Gemahlin Katharina von Aragon, somit überhaupt sein erstes Kind, das seine Kindheit überlebte (4 ältere Geschwister Marys verstarben im Kindesalter). Da ihm Katharina aber nicht den erhofften Thronfolger schenken konnte, verstieß Heinrich sie und ließ die Ehe mit ihr annullieren, um seine Geliebte Anne Boleyn zu heiraten. Das war allerdings nur möglich, da er sich nicht um die Meinung der katholische Kirche und des Papstes kümmerte, sondern eine eigene Kirche – die anglikanische – gründete, zu deren Oberhaupt er sich selbst machte.

Nachdem seine erste Ehe für nichtig erklärt worden war, verbot Heinrich Mary, die nach wie vor in einem eigenen Haushalt am Hof lebte, jeglichen Kontakt zu ihrer Mutter Katharina. An dieses Verbot hielten sich die beiden jedoch nicht, sondern korrespondierten heimlich miteinander. Ein Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter gab es allerdings bis zu Katharinas Tod im Jahr 1536 nicht mehr.

Astrologische Interpretation:

Mary Tudor, die Tochter König Heinrichs VIII. von England und seiner ersten Frau Katharina von Aragon wurde mit einer Fische-Sonne und einem Steinbock-Aszendenten geboren.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass Mary Tudor exakt bei Vollmond geboren wurde. Gegenüber ihrer Fische-Sonne steht der Mond im Zeichen Jungfrau. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Persönlichkeit sichtbar gemacht und erhellt wird, was den Betreffenden viel Objektivität verleihen soll. Mit einer Fische-Sonne im 2. Haus hat sie eigentlich ein sehr schwaches Selbstwertgefühl, ist aber sensibel, einfühlsam und phantasievoll. Dazu drückt der Mond im Jungfrau-Zeichen einen Charakter aus, der bescheiden, angepasst und fürsorglich ist, sich unauffällig verhält und nicht in den Vordergrund drängt. Sie braucht das Gefühl, nützlich zu sein und gebraucht zu werden und ist imstande, sich durch Einordnung und Anpassung selbst zu finden. Auch wenn sie ihre persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren kann, wird sie jedoch immer wieder ohne eigenes Zutun in Auseinandersetzungen hineingezogen. Die Vollmond-Stellung ist aber auch ein Hinweis auf sehr gegensätzliche Elternteile, deren Beziehung problematisch ist, da Sonne und Mond ja einander gegenüberstehen.

Bei der Trennung ihrer Eltern war Mary 15 Jahre alt, und während sie von ihrer Mutter die ganze Kindheit hindurch geliebt und gefördert wurde, verhielt sich ihr Vater, der König, ihr gegenüber zweideutig. Einerseits gewährte er seiner Tochter das Privileg eines eigenen Hofstaats im Fürstentum Wales, ernannte sie aber nicht zur Fürstin von Wales, was die offizielle Thronfolge bedeutet hätte. Später, als Mary ihn nicht als Oberhaupt der Anglikanischen Kirche anerkennen wollte, der die Annullierung seiner ersten Ehe mit Katharina und die zweite Eheschließung mit Anne Boleyn durchgesetzt hatte, degradierte er seine älteste Tochter und machte sie zeitweilig sogar zur Hofdame seiner neugeborenen zweiten Tochter Elizabeth. So drückt die gespannte Sonne-Mond-Position auch aus, dass Mary von ihrem Vater nicht als vollwertig akzeptiert wurde. Ihr ganzes Leben kämpft sie darum, von ihm anerkannt zu werden und den ihr zustehenden Wert verliehen zu bekommen, allerdings dauert es sehr lange, bis sie dem Druck nachgibt und sowohl die Anglikanische Kirche als auch die Ungültigkeit der Ehe ihrer Eltern und ihren eigenen Status als Bastard akzeptiert. Diese Unterwerfung sichert ihr aber letzten Endes die spätere Thronfolge.

Der Mond in Marys Horoskop steht im 8. Haus und verstärkt dadurch die Werte-Thematik, die sich ganz essentiell durch Marys Leben zieht. Die Verbundenheit mit dem katholischen Gott ihrer Kindheit bedeutet für sie den höchsten Wert in ihrem Leben, dafür ist sie bereit, auch Einschränkungen hinzunehmen. Dieses Urvertrauen in ihre religiöse Heimat (Mond Sextil Jupiter in Krebs) hat Mary ebenso von ihrer Mutter Katharina mitbekommen wie eine intensive Wahrnehmungsfähigkeit für alles, was um sie herum vorgeht (Mond in 8).

Die problematische Kindheit hat in Mary gewiss eine tiefe emotionale Unsicherheit hinterlassen (Mond Quadrat Saturn), sie hat gelernt, ihr Gesicht zu wahren und möglichst keine Gefühle zu zeigen. Doch Saturn an der Spitze des 12. Hauses ist gleichzeitig Marys Geburtsherrscher und verleiht ihr einen ungeheuren Ehrgeiz sowie die Sehnsucht nach Anerkennung und Erfolg. Wenn nötig, kann sie sich klein, fast unsichtbar machen (Geburtsherrscher in 12), z.B. als sie zur Hofdame ihrer Halbschwester Elizabeth gemacht wurde, doch sie spürt, dass ihre Zeit noch kommen wird.

Mit einem Aszendenten in Steinbock wirkt Mary nach aussen wahrscheinlich ziemlich ernst, verschlossen, misstrauisch und unzugänglich. Sie ist wenig risikofreudig und geht neue Dinge mit Vorsicht an, erlebt immer wieder Phasen von Mutlosigkeit und Selbstzweifeln, hat aber einen langen Atem, wenn es darum geht, ihre Ziele zu erreichen, denn sie ist bereit zum Verzicht und hat den Mut und die Kraft, Widerstände zu überwinden. Ihr Energieeinsatz ist auf den Endzweck, das heisst, die eigene Thronbesteigung, ausgerichtet.

Zwei Planeten unterstützen in Marys Horoskop diese Entschlossenheit und Beharrlichkeit, zum einen Pluto, der MC-Herrscher, der zwar im 12. Haus aber doch sehr nahe am Aszendenten steht und ihr Intensität und Hintergründigkeit verleiht sowie die Bereitschaft, für ihre Ziele Druck bis zur Zerstörung auszuüben, auch auf sich selbst; der zweite unterstützende Planet ist Mars, schon im ersten Haus, aber immer noch in Aszendenten-Nähe. Mars steht stark, sowohl im Steinbock-Zeichen als auch im ersten Haus, wo es um die Durchsetzung der eigenen Interessen geht, welche Mary fast rücksichtslos in Angriff nimmt. Mars steht auch im Sextil zum MC, ist also ein weiterer Hinweis darauf, dass Mary alles unternimmt, um ihre Ziele zu erreichen, und dass ihr das auch gelingen wird. Sie verfügt über grosse Ausdauer und Selbstdisziplin, um ihre Pläne auch zu Ende zu bringen.

Trotz ihres Ernstes hatte Mary wahrscheinlich eine suggestive Ausstrahlung auf ihre Umgebung, die wohl die starke Energie hinter ihrer Beharrlichkeit spürte. Diese Frau verfolgte ihren Weg mit einem untrüglichen Instinkt und überstand alle Niederlagen und Demütigungen durch ihren Vater, aus denen sie dank Pluto gestärkt hervorging.

Es ist klar, dass eine Person ihres Ansehens und ihrer (späteren) Position als Königin eine Partnerwahl nach politischen Erwägungen treffen, also eine Zweckbeziehung eingehen muss. Darauf weist das Quadrat zwischen der romantischen Fische-Venus und Saturn hin. Umso erstaunlicher, dass sie sich in ihren Ehemann Philipp II., den Sohn Kaiser Karls V., den sie am 25. Juli 1554 heiratete, wirklich verliebt hat. Dass diese Beziehung trotz des Arrangements schicksalhaft war, können wir aus dem harten Dreieck ersehen, das Venus und Saturn zum aufsteigenden Mondknoten bilden. So verbirgt sich also hinter der harten Schale ein weiches, liebendes Herz.

Ihre starke Religiosität und damit verbunden das unbeirrbare Festhalten an ihrem katholischen Glauben, das ihr zunächst den Verlust ihrer Privilegien und vieler Freunde bescherte, können wir an mehreren Horoskop-Merkmalen ausmachen: da ist zunächst die Fische-Sonne in einem weiten Quadrat zu Saturn in Schütze, was sie an den Prinzipien des Glaubens festhalten und sie die Verantwortung für die ihr richtig erscheinende Religion tragen liess, ferner das grosse Trigon zwischen Sonne, Jupiter und dem MC, das ihr nicht nur Erfolg für die ihr zugewiesene Aufgabe und Position als Königin brachte, sondern auch für die Religionsausübung als politische Richtung sowie ihren ganz persönlichen Lebensweg. Dass sie das Volk zunächst dafür motivieren und sogar begeistern konnte, ist aus dem die Trigonfigur ergänzenden Glücksdrachen ersichtlich, der den Mond (also das Volk) an der Spitze hat, sodass sie aus der anfänglichen Unterstützung des Volkes ihre ganz persönliche Befriedigung beziehen konnte (Mond Trigon Aszendent).

Der in die Opposition zu Pluto hinlaufende Jupiter zeigt allerdings nicht nur einen unbeirrbaren Glauben, sondern auch einen Hang zum Fanatismus. Dass es ihr an der nötigen Objektivität in Glaubensfragen fehlt, sehen wir auch an der Stellung des Neptun im 1. Haus.

Am Interessantesten ist ja vielleicht die Frage, wo in Marys Horoskop etwas zu sehen ist, was auf ihre behauptete Grausamkeit bei der Verfolgung von Protestanten hinweist und ihr den wenig schmeichelhaften Beinamen „Bloody Mary“ einbrachte. Mit Pluto in Aszendenten-Nähe hat sie zwar eine suggestive Wirkung nach aussen, fühlt sich aber oft unter Druck gesetzt, oder setzt sich selbst unter Druck, um ihren zwingenden Vorstellungen gerecht zu werden. Dabei wird sie von anderen zwangsläufig als mächtig und auch willensstark (Mars in 1) erlebt. Sie handelt jedoch nicht aus Boshaftigkeit, sondern fühlt sich zu ihrem Handeln verpflichtet (Sonne und Mond im Quadrat zu Saturn). Gleichzeitig spürt sie die Verantwortung, ihren Glauben mit allen Mitteln bei ihren Untertanen durchzusetzen (Jupiter Opposition Pluto am Aszendenten). Zu Beginn ihrer Herrschaft war Maria jedoch entgegen ihrem Ruf an Verständigung und Toleranz interessiert, erst als sich grosse Widerstände gegen die Wiedereinführung des Katholizismus vor allem in Adelskreisen regten, ordnete sie die Verfolgung und Hinrichtung dieser „Ketzer“ an.

Mit einem Wassermann-Merkur sollte Marys Denken und ihre Interessen eigentlich ungewöhnlich und originell sein, doch mit Merkur in Konjunktion mit Neptun steht auch hier wieder das Religiöse im Vordergrund. Auf ihre Umgebung wirkte sie aber vermutlich widerspenstig und borniert, da sie von ihren Ideen nicht abweichen wollte. Als Herrscherin führte sie jedoch einige wirtschaftliche Neuerungen ein, reformierte das Zoll- und Monopolsteuerwesen gravierend und versuchte, neue Märkte in Übersee zu erschließen. Davon profitierte jedoch vor allem ihre Nachfolgerin Elizabeth I.

In ihren letzten Jahren war Mary kränklich, sie litt an Fieberschüben, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit. Sie starb am 17. November 1558 mit 42 Jahren an den Folgen einer Influenza. Ihr Kinderwunsch war unerfüllt geblieben.

William Turner – Maler des Lichtes

Der britische Maler Joseph Mallord William Turner, geboren am 23. April 1775 in London und verstorben am 19. Dezember 1851 in Chelsea (damals ein Vorort von London), gilt als einer der bedeutendsten Maler der Romantik und als einer der größten Künstler seiner britischen Heimat. Als er mit 76 Jahren starb, hinterließ er dem englischen Staat mehr als 20.000 Werke. Außerdem gilt er als Vorläufer des Impressionismus, denn während einer Italien-Reise 1819 lernt Turner die Wirkung des Lichtes kennen und ändert danach radikal seinen Malstil – er konzentriert sich im Wesentlichen auf die Motive, das Licht und die Farben, die er auf seinen häufigen Reisen findet.

 

In seinem letzten Lebensdrittel wurde seine Malweise zunehmend freier und widersprach in seinem Spätwerk häufig dem Zeitgeschmack. Doch vor allem diese Spätwerke fanden bei den Impressionisten begeisterte Aufnahme. Turner gilt als „Schlüsselfigur für den Übergang der Malerei zur historischen Moderne“ (Nicola Carola Heuwinkel: Entgrenzte Malerei. Art Informel in Deutschland. Kehrer Verlag, Heidelberg/Berlin 2010, S. 12). Mit seinem Vorstoß ins rein Malerische wurde Turner jedoch nicht nur zum Vorbild der Impressionisten, sondern auch ganz allgemein der abstrakten Kunst des 20. Jahrhunderts.

 

Wer war nun der Mensch William Turner, der sein Privatleben bedeckt hielt und weithin als mürrisch und unnahbar galt? Können wir ihm astrologisch auf die Schliche kommen?

 

Turner ist mit einer Sonne im Zeichen Stier geboren, das gibt ihm Sinn für Werte, Sicherheit und materielle Dinge, sowie Kunstverständnis, Formensinn, Sinnlichkeit und Beharrlichkeit. Er ist bodenständig und genussfreudig, hängt an Besitz und sammelt Kunst- und Wertgegenstände, baut seinem Haus sogar eine Galerie für seine eigenen Werke an – sehr ungewöhnlich für die damalige Zeit.

 

Zum Zeitpunkt von Turners Geburt ging am Osthorizont das Zeichen Steinbock auf – das ist sein Aszendent, der ja bekanntlich das ausdrückt, was wir unbewusst nach aussen von uns zeigen. Steinbock mit seinem Herrscherplaneten Saturn verkörpert das einschränkende, Grenzen setzende, karge und stabile Prinzip, und so verwundert es nicht, dass Turner von Zeitgenossen als verschlossen, misstrauisch und kühl beschrieben wird, er wirkte fast mürrisch, war aber auch sehr fleissig und sparsam.

 

Dass das Erdelement in diesem Horoskop überwiegt, ist ein Hinweis darauf, dass der Künstler realitätsbezogen, bedächtig, zielbewusst, ausdauernd und arbeitsam war, der Mangel an Wasser hingegen ist ein Zeichen dafür, dass Turner vermutlich wenig Emotionalität und natürliche Herzlichkeit zeigen konnte, und dass es ihm schwer gefallen sein mag, Gefühle auszudrücken. Ein weiterer Hinweis darauf ist der Mond im Zeichen Wassermann, der emotional lieber auf Distanz geht, möglicherweise seelisch leicht erregbar ist und für den das Gefühl der persönlichen Freiheit besonders wichtig ist. Da der Mond auch für die Mutter steht, deuten wir den Wassermann-Mond als ungewöhnliche, exzentrische, eventuell auch psychisch gestörte Mutter. Tatsächlich wissen wir von Turners Mutter wenig, nur dass sie 1799 in eine Nervenklinik eingeliefert wurde, in der sie vier Jahre später verstarb.

 

Wie vorhin erwähnt, ist der Aszendent (hier Steinbock) der persönlichste Punkt in einem Horoskop, da er von der minutengenauen Geburtszeit bestimmt wird und den Beginn des 1. Hauses im 12 Häuser-System einer Radix markiert. Allerdings ist in Turners Horoskop auch das Zeichen Wassermann, also das Prinzip der Freiheit, Toleranz und Unabhängigkeit, zur Gänze in seinem 1. Haus eingeschlossen. Wenn auch Turner im unmittelbaren Ausdruck mürrisch und verschlossen (also steinbockhaft) wirkte, ist doch in seiner Persönlichkeit auch der Neuerer, der Rebell und Revolutionär zu finden, der sich dem Originellen, Aussergewöhnlichen und der Eigenwilligkeit verschrieb. Diese Ambivalenz zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und der persönlichen Freiheit, die Spannungen zwischen Konvention und Rebellion findet sich mehrfach in Turners Horoskop, und sie kommt in seinem Wirken auch sehr schön zum Ausdruck. Einerseits war er schon in jungen Jahren aufstrebendes und anerkanntes Mitglied der Royal Academy of Arts (Steinbock), andererseits erregte er durch sein direktes, irritierendes, undiplomatisches Verhalten und seine unkonventionelle Art vielfach auch Missfallen (Wassermann).

 

Aber wo sehen wir den genialen Künstler William Turner, der ja nie eine künstlerische Ausbildung absolvierte, sondern Autodidakt war? Das Talent erkennen wir im 2. Haus, dessen Spitze im künstlerischen Zeichen Fische liegt. Neptun, der Herrscherplanet der Fische, bildet ein Sextil zum Medium Coeli und ein Trigon zum Aszendenten – das Talent wird sichtbar und tritt an die Öffentlichkeit. Den Autodidakten, der sich selbst zur künstlerischen Vollendung brachte, sehen wir in dem Trigon zwischen dem Geburtsherrscher Saturn in Waage, dem Nebenherrscher Uranus in Zwillinge und dem Mond in Wassermann. Auch das Thema des Freiseins in der Gesellschaft – oder anders ausgedrückt – als Mitglied der Royal Academy of Arts, die für ihn eine Art „Mutterrolle“ (wie er selbst es formulierte) ausübte (Mond in Wassermann), und gleichzeitig wegen seiner „impressionistischen“ Malweise gegen den herrschenden Zeitgeist rebellierend – kommt durch die Aspekte Saturn-Uranus oder Steinbock-Wassermann in Turners Radix gut zum Ausdruck. Er hat die Fähigkeit, überall dabei sein und zugleich Distanz wahren zu können.

 

Im 2. Haus, dem Haus der Talente und Werte, finden wir Merkur in Widder, was auf ein starkes Interesse an technischen Dingen schließen lässt, was bei Turner, der zur Zeit der industriellen Revolution aufgewachsen ist, auch tatsächlich so war. Turner war von den technischen Neuerungen seiner Zeit fasziniert und er ist auch der erste Maler, der einen Eisenbahnzug auf Leinwand bannte.

 

Und sein Privatleben? Darüber wissen wir wenig, da Turner sich darüber in Schweigen hüllte. Dass sein Vater, ein Barbier, ihn unterstützte und sein Talent als Maler förderte, ist erwiesen (Jupiter im 4. Haus in Verbindung mit Venus). Sein Tod 1829 stürzte William in tiefe Verzweiflung. Das Verhältnis zu Frauen dürfte schwierig gewesen sein, das sehen wir auch durch die Quadrate (also Spannungsaspekte) zwischen der sinnlichen Stier-Venus und dem stolzen Löwe-Mars, und ebenfalls zwischen der besitzergreifenden Stier-Sonne und dem freiheitsliebenden Wassermann-Mond. Sicherlich hatte Turner etliche Affären, die er jedoch geheim hielt. Ab 1833 fand er Trost und Stütze bei der Witwe Sophia Booth, mit der er ein Haus in Chelsea bezog, das er um1840 gekauft hatte, und die bis zu seinem eigenen Tod an seiner Seite blieb. Viele seiner besten Bilder entstanden in den letzten Lebensjahren. Turner zog sich mit über 70 Jahren aus dem Gesellschaftsleben zurück, auch weil sich seine Gesundheit mehr und mehr verschlechterte. Das letzte Bild, das Turner an die Royal Academy schickte, war: Der Besuch am Grabe.

 

Turner wurde in der Südkrypta der St. Paul’s Cathedral in London, dem sogenannten Painters’ Corner, neben Sir Joshua Reynolds beigesetzt. Seine Werke – alle Gemälde, Zeichnungen und Entwürfe, vollendet oder unvollendet von Turners Hand – hat er laut Testament der britischen Nation vermacht, die in der National Gallery in London ein Turner-Museum geschaffen hat. Später erhielt Turners Werk in der Tate Gallery, früher ein Bestandteil der National Gallery und seit 1955 ausgelagert, eine ständige Ausstellung.

Sternzeichen Wassermann: Die Schriftstellerin und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé

Die Schriftstellerin und spätere Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé wurde am 12. Februar 1861 um 8:58 LMT (Local Mean Time = Ortszeit) in St. Petersburg, Russland, als 6. Kind und einzige Tochter des Generals Gustav von Salomé, der dem Zaren diente, und seiner Frau Louise, geb. Wilms, geboren. Die Sonne steht in diesem Horoskop im Zeichen Wassermann, der Aszendent im Widder. Wie im vorigen Beitrag (über das Tierkreiszeichen Wassermann) ausgeführt, war Lou Andreas-Salomé eine sehr freiheitsliebende, unkonventionelle Persönlichkeit, die sich nichts vorschreiben ließ und schon in jungen Jahren ihren eigenen Weg verfolgte, selbst wenn sie dabei genau das Gegenteil von dem tun musste, was andere ihr vorschlugen oder von ihr erwarteten.

 

Ihre ganze Jugend hindurch und auch später im Erwachsenenalter zeigt sie das für Wassermann-Geborene typische rebellische Verhalten. Als Kind fällt sie durch ihre Eigenwilligkeit auf. Sie hält sich für etwas Besonderes, Einzigartiges und verspürt ein deutliches Gefühl, „in ihrem Wesen und ihren Ansichten von der Regel abzuweichen“ (Lou Andreas-Salomé: „Lebensrückblick“ (LRB), 1951 posthum veröffentlicht, S. 318). Sie handelt aus ihrem freien Willen heraus und verträgt keinerlei Zwang oder Einengung, lässt sich von niemandem etwas sagen.

 

Die Formel „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ lässt sich fast exemplarisch auf das Leben von Lou Andreas-Salomé anwenden: Die Freiheit war für sie einer der höchsten Werte im Leben, sie setzte alles daran, ihre Freiheit zu erringen und sie auch für immer zu behalten. So setzte sie mit 20 Jahren durch, in Zürich studieren zu dürfen, was Frauen zur damaligen Zeit im Großteil Europas noch verwehrt war, und etwas später, im Herbst 1882, gründete sie mit ihrem (platonischen) Freund, dem Philosophen Paul Rée, eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft in Berlin – wir würden das heute WG nennen. Zuvor hatte sie sowohl Rées Heiratsantrag als auch den seines Freundes Friedrich Nietzsche abgelehnt, denn sie wollte frei bleiben, sich nicht binden – für die damalige Zeit ein ungeheures Auflehnen einer jungen Frau gegen die gängigen Konventionen, die die Ehe als höchstes zu erreichendes Gut für ein Mädchen priesen.

 

Gleichheit: Obwohl Lou keine Feministin im Sinne der Vorkämpferinnen dieser Bewegung im 19. Jahrhundert war und sich auch nicht mit deren Ideen identifizieren wollte (dafür war sie zu sehr Individualistin), lebte und gestaltete sie ihr Leben wie ein Mann, verkehrte in Philosophen- und Schriftstellerkreisen in Berlin und beendete philosophische Gespräche mit ihren Freunden nicht selten in nächtlichen Cafés.

 

Und Brüderlichkeit: Für sie hieß es nicht „Alle Menschen werden Brüder…“, wie bei Schiller, sondern „Alle Männer sind mir Brüder“ – zumindest die an Jahren älteren, zu denen sie einen sehr vertrauensvollen, ungezwungenen Umgang pflegte, wie sie es von daheim mit ihren 3 älteren Brüdern gewohnt war – natürlich ohne sexuelle Implikationen (das geht bekanntlich bei Brüdern nicht).

 

Lou führt ein sehr freies Leben, sie sucht sich die Menschen, mit denen sie Umgang pflegt, selbst aus und hat ein sicheres Gespür für außergewöhnliche Menschen, egal ob es sich dabei um Männer oder um Frauen handelt. Sie war u.a. befreundet mit Paul Rée, Friedrich Nietzsche, Frank Wedekind, Gerhart Hauptmann, Georg Ledebour, Frieda von Bülow, Jakob Wassermann, Rainer Maria Rilke, Sigmund Freud, Anna Freud, um nur einige zu nennen. An bürgerliche Vorgaben hält sie sich nicht. So lebt sie in späteren Jahren als Professorengattin in Göttingen ein Leben abseits aller in diesem Milieu erwarteten Konventionen.

 

Doch für eine astrologische Deutung ist nicht nur das Sonnenzeichen von Bedeutung, sondern auch andere Radix-Indikatoren, wie z.B. der Aszendent (siehe dazu meine Beschreibung in einem der nächsten Blogs).

 

Der Aszendent in Lous Radix steht im Zeichen Widder und in enger Verbindung mit seinem Herrscher-Planeten, dem Mars.

 

Die Widder-Energie hat etwas Pionierhaftes an sich und drückt sich am besten durch Taten und Impulse aus. Mit dem Aszendenten im Zeichen Widder drängt Lou nach vorne, lotet neue Grenzen aus und nimmt jedes Abenteuer freudig an. Sie ist eine spontane, dynamische und willensstarke Persönlichkeit, die viel Bewegung und persönlichen Freiraum braucht. Auch vertraut sie auf ihr Glück oder eine inneren Führung und ist sicher, dass sie für jedes Problem eine Lösung finden kann.

 

Für eine Frau ist die Konstellation mit Widder-Aszendent in Verbindung mit Mars sicherlich schwierig, da sie das männliche Element in einer Persönlichkeit hervorkehrt. Auf der anderen Seite trägt sie aber auch dazu bei, als intelligente Frau in einer männerorientierten Gesellschaft ernster genommen und nicht nur als „Weibchen“ gesehen zu werden.

 

Gleichzeitig steht Mars am Aszendenten auch für eine selbstbezogene Unbekümmertheit und eine bisweilen an Skrupellosigkeit grenzende Naivität, mit der sie Menschen, die ihr wohlgesonnen waren, oft vor den Kopf stieß. Dass sie in ihrer entwaffnenden und ausschließlich an den eigenen Bedürfnissen orientierten Art ihre Mitmenschen verletzte, war ihr meist nicht bewusst und verursachte ihr daher auch kein schlechtes Gewissen.

 

Der Widder-Mars steht in einem harmonischen Winkel zur Wassermann-Sonne, das heisst, wenn Lou etwas tut, tut sie es ganz, wenn auch nur so lange, wie es ihr richtig erscheint (und nicht, wie es Konventionen oder Rücksichtnahme vielleicht verlangen könnten). So sind Ziele für sie nicht nur Luftschlösser, sondern sie setzt alles daran, diese auch zu verwirklichen und ihr Leben in Eigeninitiative zu gestalten. Diese Tatkraft und Direktheit wirken auf andere überzeugend. Das zeigte sich auch auf eindrucksvolle Weise, als sie im Alter von 50 Jahren begann, sich mit der Psychoanalyse zu beschäftigen, bei Freud „in die Schule“ ging und bald ein anerkanntes (und das einzige weibliche) Mitglied seiner berühmten „Mittwochs-Gesprächsrunde“ war, was eindrucksvoll zeigt, dass sie sich auch – anfangs möglicherweise zweifelnden – Männern gegenüber durchsetzen konnte.

 

Doch es gibt im Horoskop von Lou Andreas-Salomé noch eine andere, sehr gewichtige Komponente, und zwar den Mond im Zeichen Fische, wo er verträumt, phantasievoll, kreativ, sensibel, intuitiv, anhänglich macht. Menschen mit dieser Mondstellung spüren angeblich genau, was in anderen vorgeht. Es ist sicherlich eine von Lous Stärken, dass sie andere Menschen genau durchschauen kann – aber ob das auch erspüren ist? Das grenzenlose Mitgefühl ist hier eher in eine natürliche psychologische Begabung und in soziales Empfinden transformiert.

 

Mit dem Mond in Fische und dazu in Konjunktion zu Neptun sowie im 12. Haus sind die Gefühle oft verborgen oder werden verdrängt, und es gibt Probleme, sich seelisch zu öffnen. Das war wohl bei einer Frau wie Lou, die derartig vom Kopf her lebte und alles ihrem Willen und ihrer Durchsetzungskraft unterordnete, der Fall. Dabei zeigte sie aber durchaus große Hilfsbereitschaft und soziales Empfinden, was andere Menschen auch spürten und sich ihr mit ihren seelischen Nöten anvertrauten. Die Fische-Betonung drückt auch eine reiche Phantasie sowie dichterische Begabung aus: Wir finden bei Lou von Salomé von Kindheit an ein reiches Innenleben mit einer lebhaften Phantasie, und sie setzt sich auch mit Meditation, Religion und Mystik auseinander. Lou Andreas-Salomé war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts eine bekannte und anerkannte Schriftstellerin.

 

Außerdem war Lou von der richtungweisenden Bedeutung ihrer Träume als Ausdruck einer inneren Stimme überzeugt und ließ sich ihr Leben lang davon leiten (Freuds „Traumdeutung“ erschien erst im Jahr 1900). Sie hatte ihr Leben lang ein tiefes Vertrauen zu einer „inneren Führung“ und war überzeugt, intuitiv das richtige zu tun.