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André Heller, ein Feuerkopf wird 70

Im Reisepass hatte er lange Zeit als Berufsbezeichnung „Poet“ stehen. In Wahrheit ist es eine ganze Palette an Berufen, die der 1947 in Wien geborene André Heller, der am 22. März 70 Jahre alt wird, schon ausgeübt hat: er war Ö3-Moderator, Chansonnier und Liedermacher, Filmproduzent, Dokumentarfilmer, Schauspieler, Regisseur, Autor, Zirkusdirektor, Inszenator und Impresario eindrucksvoller Spektakel, Feuerwerke und Artisten-Shows, Friedensaktivist, Kulturmanager und Gartengestalter, aber vor allem war er immer er selbst, was er über die Jahrzehnte stets bewiesen hat.

Schauen wir uns das Leben dieses ungewöhnlichen Menschen aus astrologischer Sicht an:

Francis Charles Georges Jean André Heller-Huart wurde in eine wohlhabende, aber nicht sehr liebevolle Familie hineingeboren (4. Haus Skorpion). Sein Vater war der Süßwarenfabrikant Stephan Heller, der es dank der Erfindung von Dragée-Zuckerln zu einigem Reichtum gebracht hatte, die Mutter die um einiges jüngere Elisabeth Wenig. Von beiden Eltern sah der kleine Franzi, wie er als Kind genannt wurde, nicht sehr viel, sondern wuchs vor allem in der Obhut verschiedener Dienstboten und seiner Großmutter mütterlicherseits auf. Sie war es, die dem frühreifen, wissbegierigen Buben die Welt der Dichter und Künstler näherbrachte und seine sinnliche Wahrnehmung schulte. Jupiter im 4. Haus ist meist ein Hinweis auf ein wohlhabendes oder förderndes Elternhaus, hier steht Jupiter allerdings in Skorpion und ist rückläufig, sodass er seine glückbringende Wirkung nicht so richtig entfalten kann. Geldsorgen hatte Heller keine, aber die Förderung ging vor allem von der Großmutter aus, die nicht nur ein Zimmer in der elterlichen Villa in Hietzing hatte, sondern auch ein Haus in Gutenstein besaß, wo der Enkel oft zu Gast war und von ihr in die Welt des Raimund’schen Zaubertheaters eingeführt wurde (Ferdinand Raimund ist in Gutenstein begraben), eine Erfahrung, die für Heller ungemein prägend war. Er begann auch zu Hause, sich phantasievolle Geschichten auszudenken, Länder samt deren Hauptstädten zu erfinden und die dazugehörigen Hymnen bisweilen den Gästen seiner Eltern vorzusingen. Der Drang, sich zu produzieren, um im Mittelpunkt zu stehen, war also schon früh vorzufinden.

Wen wundert das bei einem Löwe-Aszendenten und seiner im Widder erhöht stehenden Herrscherin, der Sonne? An Selbstbewusstsein mangelte es dem Jungen nie, und mit einer applikativen Opposition der Sonne zum künstlerischen Neptun können wir durchaus von einem genialen Selbstdarsteller sprechen – was er ja auch geblieben ist. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, doch es war mehr im Spiel als nur das Heischen um Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung, denn er hatte tatsächlich etwas mitzuteilen – das oftmalige Vorlesen von Weltliteratur durch die Großmutter hatte Wirkung gezeigt. Dabei hatte Franzi einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll.

Dieser Stolz und die Würde sollten kurzfristig gebrochen werden, als der strenge Vater (Saturn in 12) den Buben in ein katholisches Internat steckte, wo er Disziplin und religiöse Demut lernen sollte, um schlussendlich den Berufswunsch des Vaters, Kardinal zu werden, zu erfüllen – eine Horrorvorstellung für den Kleinen. Geweckt wurden im Internat nur die Rebellion gegen Autoritäten (Uranus in 10), sein Hass gegen das rigorose Schulsystem, das keinerlei Freiheiten oder Freiräume gestattete, und eine abgrundtiefe Verzweiflung über das Eingesperrtsein (Chiron im 3. Haus), sodass der Ausbruch aus dem Internat (Mars als Herr von 9 im Quadrat zu Uranus) als logische Schlussfolgerung erscheint, doch da war der Vater bereits verstorben und konnte sich den Freiheitsbestrebungen des Sohnes nicht mehr entgegenstellen. Zahlreiche Geheimnisse und Tabus nahm er mit ins Grab, wovon Pluto als Herr von 4 in 12 erzählt (Familiengeheimnisse). Dieser Pluto könnte aber auch für eine unterdrückte Mutter stehen, die sich in ihrer Ehe als Opfer fühlte. Franzis Berufswunsch „Schauspieler“ fand jedoch auch bei ihr keinen Anklang, und sie machte sich ernsthafte Sorgen um seine berufliche Zukunft. In der Zwischenzeit nahm der Sohn im Prayner-Konservatorium Schauspielunterricht und schloss sich im Café Hawelka Künstlern und Schriftstellern an, die meist eine Generation älter waren als er selbst, ihn aber dennoch als ihresgleichen akzeptierten, da er dort sowohl selbstbewusst als auch künstlerisch und literarisch gebildet auftrat.

Jedenfalls wollte Heller weg von daheim und hinaus „in die Welt“ (aufsteigender Mondknoten in 10), da er seine Entfaltung auf Anerkennung in der Aussenwelt richtete, wo er diese ja auch fand.

Vordergründig könnte man den Eindruck haben, Heller, der sich seit seinen Anfängen als Moderator der „Musicbox“ beim damals neuen österreichischen Pop- Musiksender Ö3 Andreas bzw. später André nannte und schon in jungen Jahren aussergewöhnliche Erfolge als Liedermacher und Chansonnier zu verzeichnen hatte, hätte ein übermässig aufgeplustertes Ego (Sonne als AC-Herrscherin in Widder), und seine ungewöhnliche Selbst-Darstellung bei diversen Auftritten trug zum Bild des leicht überdrehten, verrückten Künstlers noch das ihre bei. Doch auch wenn Aszendent und Sonne nach aussen feurig strahlen, so verbirgt sich hier doch ein äusserst sensibler, zart- und feinfühliger Charakter hinter einer starken Wasser-Betonung im Horoskop.

Wenn wir bedenken, dass Heller nur wenige Stunden vor Neumond geboren wurde, mit einer starken Widder-Sonne und einem schon sehr geschwächt auf sie zulaufenden Mond in den letzten Minuten des Fische-Zeichens (also noch kein echter Neumond im selben Zeichen), dann begreifen wir vielleicht besser, warum aus diesem Kind ein ungewöhnlicher Mensch wurde, der sich seinen ganz speziellen Platz im Leben suchen musste. Ein Mensch, der kurz vor Neumond geboren wird, lebt ja in einer starken und ständigen Erwartungshaltung, er fühlt sich vom Schicksal abgehoben und etwas orientierungslos, nie ist alles ganz perfekt, und es fehlt immer ein bisschen etwas zur persönlichen Zufriedenheit. Er kann sich aber auch mehr erlauben als andere, gilt ein bisschen als „bunter Hund“, der sehr subjektiv ist, immer von seinen eigenen Wahrnehmungen ausgeht, die für ihn identisch sind mit der Welt, in der er sich befindet, und sich von niemandem etwas sagen lässt.

Ein Mensch, der wie Heller mit einem Fische-Mond geboren ist, hat ein feinfühliges Naturell, ein gutes Gespür für Dinge, er nimmt gerne alles auf, was um ihn herum geschieht, und kann geradezu mit der Umgebung verschmelzen, er flüchtet aber auch oft in eine Phantasiewelt. Genau das tat der kleine Franzi, vor allem, wenn er allein zu Hause war. Mit dem Mond im 8. Haus spürte er wenig Geborgenheit und Zugehörigkeit zu seiner Familie, er ist aber sehr neugierig, hat eine intensive Wahrnehmungsfähigkeit und das Bedürfnis, den Dingen auf den Grund zu gehen, um verborgene Dinge aufzuspüren. Dabei lässt er sich von allem berühren, kann sich kaum entziehen und entwickelt tiefe, begeisterte Gefühle.

Neben dem Mond stehen auch noch Merkur und Mars im Wasser-Zeichen Fische, beide im 7. Haus, und sind ebenfalls für die reiche Phantasie, die sich mit einer gewaltigen Bildersprache zum Ausdruck bringen will, verantwortlich. Der Fische-Merkur im 7. Haus steht für einen Menschen, der gut und einfühlsam mit anderen kommunizieren kann, er gilt aber auch als geistreicher, brillanter Kritiker (Merkur Konjunktion Mars), der sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Schliesslich hat Heller seiner Phantasie in mehreren Romanen, Erzählungen, Gedichten und Liedertexten Ausdruck verliehen. Die dichterische Begabung zeigt sich auch im gradgenauen Quincunx-Aspekt zwischen dem Fische-Merkur und Neptun, der Hellsichtigkeit, Intuition, künstlerisches Talent und eine soziale Gesinnung verleiht. Und dass er oft Entscheidungen trifft, für die es keine rationale Erklärung gibt, kommentiert Heller damit, dass sie „oft aus einer geheimnisvolle Tiefe kommen“ (Mars in Fische).

Auch wenn bisweilen der Eindruck entstehen könnte, dass Heller ein ego-zentrierter, sich selbst genügender Charakter ist, so belehrt uns doch der betonte 3. Quadrant seiner Radix, dass er sehr wohl auf andere Menschen, den Kontakt und die Auseinandersetzung mit ihnen angewiesen ist. Er braucht die Resonanz seiner Umgebung und seiner Mitmenschen, um sich wohlzufühlen – und was wären denn seine vielfältigen Shows und Spektakel ohne das Publikum, das sich davon begeistern lässt, denken wir nur an Zirkus Roncalli, Flic Flac, Theater des Feuers, Begnadete Körper, Luna Luna, Wintergarten Variété, das exzentrische Privattheater des Maharana von Udaipur, Magneten, Africa Africa sowie die Inszenierung zur eröffnung der deutschen Fussball-WM 2006 – um nur einige seiner künstlerischen Projekte zu nennen. Dazu kommen die Gartengestaltungen von Gardone am italienischen Gardasee sowie seit neuestem in Marrakech/Marokko.

Die Wassermann-Venus im 6. Haus, die das 3. und das 10. Haus beherrscht, liefert uns einen Hinweis nicht nur auf aussergewöhnliche und bemerkenswerte Frauen, mit denen Heller im Lauf seines Lebens zusammen war (etwa Erika Pluhar, Gertraud Jesserer, Marie Colbin, Andrea Eckert und Albina Bauer) – wobei Beständigkeit und Treue in einer Partnerschaft einer Wassermann-Venus nicht in die Wiege gelegt ist -, sondern verweist auch auf die berufliche Beschäftigung mit Kunst, mit ungewöhnlichen künstlerischen Darbietungen, exzentrische Selbstdarstellung und die Durchdringung auch seines Alltags mit Kunst. Heller liebte es ja auch, durch Kunst zu provozieren, weshalb er vor allem in seiner Jugend als „Bürgerschreck“ galt: man denke z.B. an seinen eigenen TV-Nachruf „Wer war André Heller?“ aus dem Jahr 1972 (da war er 25), an sein Theaterstück „King Kong King Mayer-Mayerling“ aus dem selben Jahr, mit dem damals die Wiener Festwochen eröffnet wurden, oder an „Heurige und gestrige Lieder“, wo er 1979 gemeinsam mit Helmut Qualtinger Wiener Lieder mit neuen, schaurigen und provokativen Texten versah.

Auch spätere, grossartig geplante Projekte bewegten sich oft am Rande der Durchführbarkeit – aber genau das reizte Heller, dem es gefällt, Grenzen auszuloten, das Unsagbare, Transzendente fassbar zu machen (Saturn in 12) und sich am Rand dessen zu bewegen, was dem Publikum gerade noch zumutbar ist. Er betreibt eine Kunst der Avantgarde, die aber immer noch die Erdung des Vermittelbaren hat (Sonne Trigon Saturn), und auch wenn sie dem Kitsch manchmal nahekommt, dennoch das Gegenteil von konventionellem Kunstgenuss ist.

Uranus, der Herrscher des 7. Hauses, steht eleviert in Zwillinge im 10. Haus und weist nicht nur auf einen freien, ungewöhnlichen Beruf hin, auf einen Beruf, der viel Spannung, Abwechslung und Herausforderung bietet, sondern auch auf einen wechselhaften Schicksalsverlauf und viele neue berufliche Ziele. Wie kaum ein anderer verstand und versteht es André Heller, sich im Laufe seines Lebens immer wieder neu zu erfinden und uns, sein Publikum, immer wieder zu überraschen mit seinen Ideen – zuletzt mit seinem Garten-, Park- und Skulpturen-Projekt „Anima“ im marokkanischen Marrakech sowie einem Gesprächsband mit seiner 102-jährigen Mutter. Er ist sozusagen ein Allrounder der Kunst, der sich allen Kategorisierungen stets entzogen hat; aber auch sein Leben könnte man als Gesamtkunstwerk bezeichnen. Politisch als links-liberal einzustufen, hat er sich nie mit den Machthabern „ins Bett gelegt“, sondern trotz Wahlempfehlungen etwa für Bruno Kreisky nicht mit Kritik an dessen Politik gespart, wo es ihm notwendig erschien. Als Friedensaktivist war er 1993 maßgeblich an der Organisation der grössten Kundgebung in der 2. Republik, dem Lichtermeer, beteiligt.

Mit der Wassermann-Venus ist auch ein ausserordentliches Talent für Freundschaften verbunden, von dem alle sprechen, die Heller näher kennen und die seine Präsenz und Aufmerksamkeit in Begegnungen und Gesprächen als herausragende Eigenschaften beschreiben. Davon berichten nicht nur langjährige Weggefährten, sondern auch Freundinnen, die nach oft schmerzvoller Trennung von Heller zu einer tiefen Form von Freundschaft mit ihm gefunden haben.

Es ließe sich noch vieles sagen über diesen aussergewöhnlichen Menschen, der in den letzten Jahren der Spiritualität in seinem Leben mehr und mehr Raum gab und sich vom „Enfant terrible“ zum immer mehr in sich ruhenden, aber niemals mit sich zufriedenen Menschen entwickelt hat, der sein Leben nie vergeuden wollte, sondern stets die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit suchte. Für heute sage ich nur: Alles Gute zum 70. Geburtstag, André Heller, wir freuen uns auf noch viele kreative Überraschungen von Ihnen!

Andrew Lloyd-Webber zum 70. Geburtstag

Am 22. März 2018 feierte der berühmte Musical-Komponist Andrew Lloyd-Webber seinen 70. Geburtstag. 1948 als älterer von 2 Söhnen in eine äussert musikalische Familie hineingeboren (sein Vater war Komponist und Organist, seine Mutter Pianistin und Geigerin), stellte sich sein herausragendes Talent bereits im Kindesalter heraus. Mit 3 Jahren begann er, Geige zu spielen, wenig später auch Klavier, und bereits mit 6 Jahren gab es erste Kompositionen von ihm. Im Alter von 9 Jahren komponierte der kleine Andrew eine sechsteilige Suite und gab, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Julian, der später ein bekannter Cellist wurde, auf Anregung einer Tante Vorstellungen im selbst gebauten Puppentheater.

Das 1965 begonnene Geschichte-Studium in Oxford gab er bald wieder auf, um sich ins Royal College of Music in London einzuschreiben. Kurz darauf erhielt er einen Brief eines gewissen Tim Rice, der sich ihm als Texter für seine Lied-Kompositionen anbot. Lloyd-Webber zeigte sich interessiert, und so begann eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit. Ihr erstes gemeinsames Musical „The Likes of Us“ schaffte es jedoch lange Jahre nicht auf die Bühne, es wurde erst viele Jahre später uraufgeführt. Aus einem religiösen Konzert, das die beiden als Auftragsarbeit verfassten, entwickelte sich das Musical „Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“, das am 1. März 1968 in London uraufgeführt wurde.

Da der Erfolg dieses auf biblischem Stoff basierenden Stücks überwältigend war, machten sich die beiden an ihr nächstes Bibel-Werk, „Jesus Christ Superstar“, das Pop-Musik in eine klassische Opernform brachte und noch erfolgreicher als „Joseph“ war. Bei „Jesus Christ Superstar“ probierte Lloyd-Webber erstmals, einzelne Songs vor der Bühnenfassung zu veröffentlichen, was sich als sehr effektive Methode herausstellte, den Erfolg eines Werks vorab abzuschätzen. Der nächste Versuch war „Don’t Cry for Me, Argentina“, das ein Hit wurde, lange bevor das Musical „Evita“ auf die Bühne kam.

In the 1980-er Jahren endete die Zusammenarbeit zwischen Andrew Lloyd-Webber und Tim Rice, der weniger besessen von der Bühne war als Lloyd-Webber, dafür begann jetzt eine Ära der Musical-Blockbuster, angefangen von „Cats“, über „Starlight Express“, bis zum „Phantom der Oper“. Diese Musicals liefen nicht nur jahrelang in London, sondern auf zahlreichen Bühnen in der ganzen Welt, darunter Wien, Hamburg und New York.

Während Andrew Lloyd-Webber in den 1990-er Jahren auch einige Misserfolge in Kauf nehmen musste, startete er zu Beginn des neuen Jahrtausends mit „Bombay Dreams“, „Woman in White“ und „Love Never Dies“, der Fortsetzung von „Phantom der Oper“, wieder voll durch.

Andrew Lloyd-Webber ist der erfolgreichste Musical-Komponist aller Zeiten, er erhielt für seine Kompositionen zahlreiche Preise (darunter 3 Grammy Awards, einen Golden Globe und einen Oscar) und wurde 1992 von der britischen Königin geadelt.

Sein Privatleben verlief nicht nur glücklich. Er war dreimal verheiratet und hat insgesamt 5 Kinder.

Schauen wir uns einmal an, was uns das Horoskop dieses bemerkenswerten Mannes über seine Persönlichkeit und sein Leben erzählen kann.

Es gibt in Andrew Lloyd-Webber’s Horoskop einige bemerkenswerte Punkte. Zunächst fällt auf, dass in seiner Radix das Feuer-Element dominiert. Die Sonne steht in Widder, der Aszendent in Löwe, und in diesem Zeichen, allerdings im 12. Haus, sind auch die Planeten Pluto, Saturn und Mars positioniert. Der Mond steht nur 1 Grad vom Aszendenten entfernt und hat somit eine sehr markante Stellung. Dazu kommt noch Jupiter in seinem eigenen Zeichen Schütze. Wir haben es hier also mit einem willensstarken, begeisterungsfreudigen, starken, mutigen und grosszügigen Menschen zu tun, der seine Lebensfreude zur gegebenen Zeit gut ausdrückt und Sinn für Dramatik hat.

Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten verkörpert Vitalität, Lebenslust und Kreativität, er will im Mittelpunkt stehen und setzt sich gerne in Szene, hat einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Da aber Jupiter ein gradgenaues Trigon zum Aszendenten bildet, stehen hier wohl Optimismus und Weltoffenheit im Vordergrund. Ausserdem wird bei soviel Löwe-Betonung die Theaterpranke spürbar.

Der Mond in einem Feuer-Zeichen weist oft auf eine musische Begabung hin, nicht selten auch auf eine kreative Mutter, wie das bei Lloyd-Webber der Fall war. Noch dazu bildet der Mond ein genaues Trigon zu Jupiter in Schütze im 5. Haus: die Mutter fördert Andrews Kreativität, sodass er eine hervorragende Erfolgsbasis hat. Er braucht aber auch die Anerkennung der anderen, um das eigene Ego zu stärken, will Eindruck machen und herausragen, hat ein instinktives Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung, nach Dominanz und Macht. Gleichzeitig macht dieser Mond am persönlichsten Punkt des Horoskops dessen Eigner stark beeindruckbar und sehr subjektiv, da er sich von allem betroffen fühlt und das auch gleich theatralisch zum Ausdruck bringt. Andererseits hat er keine Probleme, seine Bedürfnisse zu zeigen und sie auch zu leben, hat auch ein gutes Gespür für Stimmungen in seiner Umgebung.

Einen weiteren Indikator für die ungeheure Schaffenskraft dieses Mannes finden wir mit der Venus in ihrem eigenen Zeichen Stier direkt am MC und in Konjunktion mit dem aufsteigenden Mondknoten. Hier hat ein Mensch seinen Auftrag, sich musikalisch-künstlerisch auszudrücken und der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, voll erfüllt. Eine Stier-Venus am MC weist auch auf eine materielle Begabung hin, und dass es Lloyd-Webber gelungen ist, sich mit seinem musikalischen Talent ein kleines Vermögen zu erarbeiten, so dass der Künstler als einer der reichsten Männer Englands gilt, darf wohl als angenehmer Nebeneffekt angesehen werden.

So gut sich diese Venus am MC präsentiert und sich somit beruflich auf das Beste verwirklichen kann, so sehr müssen wir aber auch die problematischen Aspekte im Auge behalten: 2 Quadrate zu Pluto und Saturn, die ihn einerseits angetrieben haben, sich mit seinen Kompositionen der Öffentlichkeit zu stellen und nicht im stillen Kämmerlein zu bleiben. Andererseits haben sie sein Beziehungsleben sicher nicht leichter gemacht. Wenngleich ich keine Details weiss, so ist doch bekannt, dass Lloyd-Webber dreimal verheiratet war (mit der 3. Frau ist er es dem Vernehmen nach immer noch). Scheidungen sind bei Löwe-Aszendenten keine Seltenheit; das Zeichen Wassermann am Deszendenten fordert in Beziehungen viel Freiheit und Unabhängigkeit – damit kommt nicht jede Partnerin zurecht. Am besten wäre wohl eine Partnerin, mit der ihn auch beruflich einiges verbindet, wie Uranus im 10. Haus andeutet: die zweite Ehefrau war die bekannte Sängerin Sarah Brightman, der Lloyd-Webber die Rolle der Christine im „Phantom der Oper“ auf den Leib geschrieben hatte, die sie auch in der Erstaufführung des Musicals 1986 sang.

Dennoch dürfte die Ballung an Planeten (Pluto, Saturn, Mars) in Löwe im 12. Haus nicht gerade zu einer harmonischen Gestaltung des Privatlebens beitragen. Die verletzte Venus lässt darauf schliessen, das in Beziehungen Themen wie Leidenschaftlichkeit, Intensität, Macht und Ohnmacht eine Rolle spielen. Gleichzeitig dürfte ein starkes Kontrollbedürfnis und die Neigung zur Zurückhaltung in privaten Angelegenheiten bestehen. Weitere Indizien für ein nicht unbedingt friktionsfreies Privatleben sind etwa ein unaspektierter Uranus als Herr von 7 und ein ebenfalls unaspektierter Merkur im 7. Haus. Das wirkt fast so, als wäre alles, was mit Partnerschaft und Beziehung zu tun hat, von seinem sonstigen Leben abgeschnitten.

Meine Vermutung ist, dass er sein Privatleben seinem Schaffen komplett unterordnet. So sagte er zur Trennung von seinem langjährigen künstlerischen Partner Tim Rice: „… wenn ich etwas bedaure, dann dass ich nicht so einen Langzeitpartner hatte wie etwa Rodgers mit Hammerstein. Ich hätte gehofft, dass die Verbindung mit Tim Rice weiterginge, aber ich bin vom Theater besessen, und für Tim gab es auch noch anderes. Für ihn ist das Theater nicht das ganze Leben, so wie für mich.“ (http://www.imdb.com/name/nm0515908/bio?ref_=nm_ov_bio_sm)

Es ist aber natürlich möglich, dass Lloyd-Webber sein Venus-Pluto-Quadrat in einem Schaffensdrang und vielleicht sogar Schaffensrausch auslebt (Venus ist ja Herrin von 10), auf diese Weise könnte der Druck auf das Beziehungsthema geringer sein. Der Fische-Merkur im 7. Haus steht für einen Menschen mit künstlerischer Phantasie, der gut und einfühlsam mit anderen kommunizieren kann, und wohl auch eine kunstsinnige Partnerin sucht. Mit seinem stark betonten 4. Quadranten muss sich Andrew Lloyd-Webber aber mehr der Gesellschaft als einem einzelnen Menschen zur Verfügung stellen.

Die Sonne ist bei einem Löwe-Aszendenten Geburtsherrscherin, und die steht in Andrew Lloyd-Webber‘s Horoskop in Widder, wo sie erhöht ist, sodass es dem Künstler leicht fallen dürfte, sich mit gesundem Selbstbewusstsein durchzusetzen und seine dynamische, tatkräftige Persönlichkeit zu zeigen. Die Stellung im 8. Haus zeigt uns, dass dieser Mensch ein intensives Leben führen will, und dass Macht und Durchsetzung in der Aussenwelt eine zentrale Rolle spielen. Die Sonne verkörpert ja das schöpferische Prinzip in unserer Radix, und ein Mensch mit einer in Widder erhöht stehenden Sonne im 8. Haus muss sich dieser kreativen Kraft mit Haut und Haaren hingeben, wenn er ihr Prinzip verwirklichen will.

Der Mond steht im Zeichen der Sonne, in Löwe, die Bewusstheit strahlt somit auf das Unbewusste, Instinkthafte, und versieht es mit schöpferischer Gestaltungskraft. Der Mond am persönlichsten Punkt zeigt sich auch – wenn man so will – an der mondhaften Ausstrahlung (dem runden Gesicht) Lloyd-Webbers. Da der Mond jedoch technisch noch im 12. Haus steht (wenn auch in Konjunktion zum Aszendenten), ist er ein Indikator für eine grosse Feinfühligkeit und Sensitivität für alles, was “in der Luft liegt” – also Bühnenstoffe, die ein Publikum in ihren Bann ziehen können.

Jupiter im eigenen Zeichen Schütze und im 5. Haus sehr stark stehend, zeigt uns reichen Kindersegen (Lloyd-Webber hat deren 5) und Erfolg in der künstlerischen Selbstverwirklichung. Mit dem Trigon zum Aszendenten strahlt der Komponist nicht nur Optimismus, Vertrauen und Begeisterungsfähigkeit aus, sondern wird umgekehrt auch viel Wohlwollen, Ansehen und Erfolg durch seine Umwelt erleben.

Dass ihm Ansehen und Erfolg auch weiterhin treu bleiben, das wünschen wir Andrew Lloyd-Webber, dem wir viele wunderbare Musicals verdanken, zum 70. Geburtstag von ganzem Herzen.

Angelina Jolie – 40 Jahre

Am 4. Juni 2015 feiert die amerikanische Schauspielerin, Regisseurin und UNHCR-Botschafterin Angelina Jolie ihren 40. Geburtstag. Die Ehefrau von Brad Pitt wurde am 4. Juni 1975 in Los Angeles als Tochter der Schauspieler Jon Voight und Marcheline Bertrand geboren. Auf den ersten Blick wirkt ihr Horoskop wie das eines fröhlichen, erfolgreichen Menschen. Bei näherem Hinsehen ist das aber doch ein wenig anders.

 

Beginnen wir mit dem Positiven: 7 Planeten in der oberen Radix-Hälfte, darunter alle persönlichen Planeten weisen auf einen extravertierten, der Öffentlichkeit verpflichteten Menschen hin. Das betonte Element ist Feuer, die Qualität kardinal: eine Person, die weiss, was sie will, und die diesen Willen auch sehr gut durchsetzen kann (Mars steht in seinem eigenen Zeichen Widder). Dass sie mit dieser Durchsetzungsstärke dennoch nicht aggressiv oder unsympathisch wirkt, liegt daran, dass Mars mit dem Mond in Konjunktion steht, und dieser wiederum ist Angelinas Geburtsherrscher (sie hat einen Krebs-Aszendenten). Man könnte auch sagen, sie setzt weibliche Waffen (Mond in Widder) ein, um ihren Willen zu erreichen, und sie hat auch Erfolg damit, denn der Glücksplanet Jupiter vervollständigt das Stellium (Ansammlung von mehreren eng beisammen stehenden Planeten) in Widder und nahe dem Medium Coeli, dem Punkt der Berufung. Es dürfte kein Zufall sein, dass Angelina Jolie gerade mit Rollen, die sie als starke, mutige, kämpferische Frau zeigen (zum Beispiel Lara Croft, Mrs. Smith, Evelyn Salt…) in ihrem Beruf höchst erfolgreich war. Aber auch ausserhalb ihres Berufes engagiert sie sich, zum Beispiel als Botschafterin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR, sehr wirkungsvoll in der Öffentlichkeit. Hier kann sie ihre Fähigkeit zu Kommunikation, Objektivität und Informationsaustausch, repräsentiert durch die Sonne in Zwillinge, gut zur Entfaltung bringen.

 

Die Zwillinge-Sonne, die auf ihren Herrscher Merkur im selben Zeichen zuläuft, weist ausserdem auf eine sehr quirlige, vielseitig interessierte Person hin, deren Fokus auf Gruppen oder Interessensgemeinschaften gerichtet ist.

 

Das ist die eine Seite der Angelina Jolie – schauen wir uns aber auch andere Persönlichkeitsanteile an. Der Name Jolie an sich ist schon Programm für eine Frau, deren Venus direkt am Krebs-Aszendenten steht: eine warmherzige Schönheit, die andere Menschen sofort in ihren Bann zieht. Ausser auf gutes Aussehen weist diese Venus auch auf eine künstlerische Veranlagung, Schönheitsempfinden sowie auf hohe Sensibilität den eigenen Verletzlichkeiten gegenüber hin. Allerdings wird diese schöne, zarte Venus von zwei Problemplaneten in die Mangel genommen: von Saturn, dem grossen Prüfer und Begrenzer, hat sie sich gerade gelöst, da findet sie sich im exakten Spannungsquadrat zu Uranus wieder. Was mag das über die Liebesfähigkeit dieser Frau aussagen?

 

Die Venus-Position direkt am Krebs-Aszendenten ist sicher ein Hinweis auf eine Frau, der eine grosse, liebevolle Familie sehr wichtig ist. In ihrer Herkunftsfamilie hat sie wenig Geborgenheit erhalten, darauf weist Uranus im 4. Haus hin. Der Vater, der als Schauspieler mächtig und erfolgreich ist (Mars als Herr von 10 in Widder Konjunktion Jupiter), verlässt die Familie, als Angelina zwei Jahre alt ist. Auf einen abwesenden Vater weist sowohl die Opposition zwischen Sonne und Neptun wie auch Saturn im 12. Haus hin. Die unbewusste Aggression gegenüber ihrem Vater äußert sich auch darin, dass die jugendliche Angelina sich selbst die Haut ritzt und schneidet, um sich überhaupt zu spüren (Mars Trigon Neptun und Konjunktion Mond). Da sie durch den Mond als ihren Geburtsherrscher ja auch selbst charakterisiert wird, kann die Verbindung zwischen Mars und Mond auch als Autoaggression angesehen werden. Doch auch die Mutter ist Angelina kein Halt: sie ist mit der Situation überfordert und überlässt das Kind für ca. ein Jahr wechselnden Babysittern, was bei Angelina ein Gefühl der Entwurzelung und Entfremdung auslöst (Venus als Herrscherin des 4. Hauses in Haus 12). Auch wenn sie sich im Konflikt ihrer Eltern später klar auf die Seite ihrer Mutter stellt, so bleibt doch ein tiefes unbewusstes Misstrauen gegenüber der Mutter so wie emotionale Verschlossenheit zurück: Mond wird von Saturn quadratiert.

 

Das Trigon zwischen dem Mond und Neptun weist darauf hin, dass die Mutter idealisiert wird, aber nicht greifbar ist, sodass es zur seelischen Problematik kommt: da Angelinas emotionale Bedürfnisse als Kleinkind nicht erfüllt wurden, entsteht Unsicherheit, Frustration und ein mangelndes Selbstwertgefühl, das wiederum durch starken Ehrgeiz, Willensstärke und Leistungsorientiertheit kompensiert wird. Innerlich fühlt sie sich einsam und ungeliebt und kann schwer Gefühle zeigen, äusserlich gibt sie sich als schöne Amazone, die sich die Männer nimmt, wie es ihr gefällt. Dabei drückt sie ihre Liebe oft auf sehr ungewöhnliche, wenn nicht gar provozierende Weise aus: so trugen sie und ihre zweiter Mann Billy Bob Thornton in einer Phiole jeweils das Blut des anderen um den Hals, um ihre Verbundenheit auszudrücken. Und auch mit ihrem jetzigen Ehemann Brad Pitt lebt Angelina in einer ungewöhnlichen Beziehung: die Zusammenstellung einer grossen internationalen Familie, bestehend aus mehreren eigenen sowie Adoptivkindern, war lange Zeit weit wichtiger als ein Trauschein.

 

Für das Ungewöhnliche in ihrem Liebesausdruck steht unter anderem auch das Quadrat zwischen Venus und Uranus, wobei letzterer sicher auch einer der Gründe ist, dass in ihr ein Bedürfnis besteht, das Private öffentlich zu machen, indem sie beispielsweise offen über gewisse Liebespraktiken oder auch ihre Brustamputation spricht. Wer den Uranus im 4. Haus stehen hat, der tut sich nicht leicht mit emotionalen Bindungen. Klar, der Krebs-Aszendent weist auf ein wichtiges Ziel im Leben bzw. Selbstausdruck hin: die Familie nämlich, Uranus hingegen will das Aussergewöhnliche: demgemäß hat Angelina Jolie eine Familie, deren Mitglieder aus verschiedenen Erdteilen stammen und mit der sie herumzieht, da Heimat für sie nicht an einen festen Ort gebunden ist.

 

Wir wünschen Angelina Jolie zu ihrem 40. Geburtstag nicht nur persönliches Glück, sondern auch eine gedeihliche Entwicklung ihrer multikulturellen Globetrotter-Familie.

 

Arik Brauer – zum 90. Geburtstag

Ein Überlebenskünstler war er immer schon. Am 4. Jänner 1929 als Sohn eines jüdischen Schusters in Wien geboren, musste er als Kind erleben, wie sein Vater von den Nazis in ein Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet wurde. Der kleine Erich – so sein Geburtsname – überlebte das Terrorregime in einem Versteck in Wien.

Gleich nach dem Krieg begann Brauer an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Albert Paris Gütersloh Malerei zu studieren. In dieser Zeit gründete er mit seinen Studienkollegen Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter und Anton Lehmden die Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Ab 1947 studierte er zusätzlich Gesang an der Musikschule der Stadt Wien. 1954/55 lebte Brauer als Sänger und Tänzer in Israel und trat 1956 als Tänzer im Raimund-Theater in Wien auf. 1957 heiratete er die aus Israel stammende Jemenitin Naomi Dahabani, mit der er nach Paris zog und dort gemeinsam mit ihr als Gesangsduo auftrat. Gleichzeitig hatte er in Paris seine erste erfolgreiche Einzelausstellung als Maler. 1964 verließ er Paris und kehrte mit seiner Frau nach Wien zurück, wo die Phantastischen Realisten bereits grosse Erfolge verzeichnen konnten.

Brauer, der seinen Vornamen später von Erich auf Arik änderte, war immer ein vielseitiger Künstler, der neben Gemälden auch Bühnenbilder (z.B. für die Wiener Staatsoper) schuf und in den 1970-er Jahren auch eine viel beachtete Sänger-Karriere mit Dialektliedern startete. Seit den 2000-er Jahren tritt er auch gemeinsam mit seinen Töchtern Timna und Ruth sowie dem Schwiegersohn Elias Meiri auf. 1986 bis 1997 war Arik Brauer ordentlicher Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

1991 begann er mit der künstlerischen Gestaltung des 1994 fertiggestellten Arik-Brauer-Hauses im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf. 2002 erhielt er den Auftrag der Botschaft Österreichs in Berlin zur Gestaltung des österreichischen United Buddy Bears, den er in der Art des Phantastischen Realismus bemalte.

Arik Brauer wirkt mit 90 Jahren nach wie vor sehr vital und geistig rege, und obwohl er der Politik der derzeitigen österreichischen Regierung kritisch gegenübersteht, verurteilt er die Regierungsmitglieder der FPÖ nicht pauschal, sondern zeigt sich tolerant und humanistisch. Hat diese Einstellung etwas mit seinem Geburtshoroskop zu tun?

Das Geburtsdatum verrät, dass wir es hier mit einer Steinbock-Sonne zu tun haben, die sich in der positiven Verwirklichung durch grosses Verantwortungsgefühl, Treue, Disziplin, Konsequenz, Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Pflichtbewusstsein auszeichnet. Steinbock-Geborene verfügen in der Regel über Ehrgeiz und grosses Vertrauen in die eigene Kraft. Sie können sich in die schwierigsten Probleme so lange vertiefen, bis sie eine geeignete Lösung gefunden haben. Und sie sind fähig, sich für eine gewisse Zeit zu reduzieren und mit geringsten Mitteln auszukommen.

Allerdings kann die Sonnenstellung in Steinbock und im 2. Haus auch auf Selbstzweifel sowie ein geringes Selbstwertgefühl hinweisen. Gleichzeitig existiert jedoch auch die innere Überzeugung, es aus eigener Kraft, mit Fleiss und Ausdauer „schaffen“ und sich so seinen eigenen Wert verleihen zu können. Auch wenn Brauer aus ärmlichen Verhältnissen stammte und gelernt hatte, mit Kargheit und Armut umzugehen, so bestand dennoch das starke Bedürfnis, seine Talente und Fähigkeiten zu entwickeln, um (materielle) Werte zu erwerben und zu einem stabilen Selbstwertgefühl zu gelangen. Steinbock-Geborenen wird ja Langlebigkeit nachgesagt, viele spüren das auch und sind daher bestrebt, durch das Anhäufen von Werten einer möglichen Altersarmut vorzubeugen. Arik Brauer braucht sich davor sicher nicht zu fürchten.

Brauers Sonne weist keine Aspekte auf – ausser eine Opposition zu Pluto: Als Kind musste er Situationen erleben, in denen er sich total hilflos und ausgeliefert fühlte, um sein Leben kämpfte und Gewalt hautnah miterlebte. Diese frühen Erfahrungen mit Macht und Gewalt haben ihn so weit geprägt, dass er sich vermutlich nach dem Ende des Kriegs geschworen hat, sich nie wieder zum Opfer machen zu lassen. Die starke Verletzung der durch die Sonne verkörperten eigenen Persönlichkeit führte dazu, dass er stets Mühe hatte, Situationen zu akzeptieren, die er nicht kontrollieren konnte. Da die Sonne im Horoskop aber auch für den Vater steht, finden wir in der Pluto-Opposition wohl den Hinweis auf die Ermordung des Vaters.

Bei all diesen traumatischen Kindheitserfahrungen konnte Brauer seinen Schütze-Aszendenten nur als Rettung erleben, denn der stattete ihn trotz allem mit genügend Optimismus und Selbstvertrauen aus, um sich nicht so leicht unterkriegen zu lassen und selbst schwierigste Situationen zu meistern. So hat er das Leben mit viel Schwung und Elan angepackt, wirkt lebhaft, spontan, begeisterungsfähig und überzeugend. Sein Leben wird in vielen Bereichen bestimmt von der Sinnsuche, und im Lauf seines Lebens hat er wohl erkannt, dass alles mit allem verwoben ist, Sinn hat und in einem grösseren Zusammenhang steht. Ein Mensch mit Schütze-Aszendent braucht aber auch Bewegung, geistige und körperliche. Arik Brauer war immer sehr sportlich. In seiner Jugend reiste er mit dem Fahrrad durch Europa und Afrika, später ging er leidenschaftlich gerne bergsteigen und schifahren.

Auch die Stellung des Geburtsherrn ist in diesem Zusammenhang wichtig. Jupiter, der über das Zeichen Schütze herrscht, steht auf 0° Stier im 5. Haus in Konjunktion mit Chiron und im Trigon zu Neptun. Die persönliche Selbstverwirklichung ist also an etwas Neues geknüpft (0°-Stellung des Aszendenten-Herrschers im 5. Haus), und Kreativität wird als lebensnotwendiger Selbstausdruck empfunden. Wie wir schon im Blog über Hundertwassser festgestellt haben, bedeutet die 0°-Stellung des Geburtsherrschers, dass der Betreffende sich aus der Masse heraushebt. Jupiter als Geburtsherr verkörpert den Hunger nach Wahrheit und sinnvoller Orientierung im Leben. Der Horoskopeigner glaubt an ein höheres Ideal und eine günstige Fügung im Leben und muss doch immer wieder schmerzhaft feststellen, dass seine Vorstellungen sich nicht mit der Realität decken. Er gibt sich jedoch nicht geschlagen, sondern möchte seinen Beitrag für eine bessere Welt erbringen und setzt sich mit leidenschaftlichem Engagement gegen die Übel in der Welt ein – so wie Brauer das beispielsweise mit seinen kritischen Liedern getan hat. So versteht er es, auch anderen Sinn und Begeisterung zu vermitteln. Trotz seiner entsetzlichen Erfahrungen als Kind und Jugendlicher schafft er es, sich seinen Glauben an das Gute im Menschen zu bewahren und eine versöhnliche Haltung einzunehmen (Jupiter Trigon Neptun).

Und wo sehen wir den Künstler?, werden Sie fragen. Nun, wie bei den meisten Künstlern, die sich in der Öffentlichkeit durchsetzen konnten, gibt es hierfür mehrere Hinweise. Zunächst finden wir das MC im künstlerischen Waage-Zeichen, die Herrscherin Venus in Wassermann im 3. Haus. Neben Freiheitsliebe, Toleranz, der Suche nach einer aufregenden, unkonventionellen Beziehung steht eine Wassermann-Venus auch für ein ungewöhnliches Kunstverständnis. Heutzutage ist uns der Phantastische Realismus vertraut, doch in den 1950-er Jahren galt er als höchst irritierend, da nach dem 2. Weltkrieg die Kunst sich eher abstrakt, gegenstandslos oder monochrom ausdrückte. Diese Wiener Schule aber verwendete phantastisch-unwirkliche Motive, manchmal mit schockierenden, apokalyptischen Inhalten, oft mit einer Orientierung am Manierismus sowie an der Maltechnik der Alten Meister. In diesem Sinn war diese Neuschöpfung, an der Brauer beteiligt war, schon sehr innovativ und ungewöhnlich. Dass sie auch erfolgreich wurde, liegt wieder am Geburtsherrscher Jupiter, der dem MC im Quincunx gradgenau verbunden ist.

Diese berufsbezogene Wassermann-Venus bezeichnet also einen Freigeist und Visionär, der nicht in kleinkarierten Schablonen denkt und seiner Zeit in vielen Dingen voraus ist, authentisch und immer sich selbst treu. Im 3. Haus besteht natürlich ein reges Interesse für Kunst und Selbstdarstellung, die Begabung für Design, Interesse an künstlerischen und kulturellen Unternehmungen und eine Vorliebe für Literatur und Dichtung. Darüberhinaus hat Brauer dank dieser Venus eine angenehme, melodische Stimme und die Fähigkeit, in seiner Umgebung eine fröhliche, harmonische Atmosphäre zu verbreiten. Er pflegt regen Gedankenaustausch mit Freunden und Bekannten, kann witzig, optimistisch und sehr charmant sein.

Das Trigon zwischen Venus und Mars steht für die Ausgewogenheit der männlichen und weiblichen Anteile eines Menschen. Meist findet er einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Polen Lebensgenuss, Harmonie, Kreativität und Aktivität im Beruf, steht mit beiden Beinen im Leben und hat großen Spaß daran. Ebenso hat er eine faszinierende Ausstrahlung und dementsprechend wahrscheinlich viele interessante Bekanntschaften und Beziehungen. Er ist jedoch vernünftig genug, deswegen nicht stabile Beziehungen privater oder beruflicher Art leichtsinnig aufs Spiel zu setzen. Da sein Beruf es ihm ermöglicht, kreativ tätig zu sein und vielfältige Kontakte und Beziehungen zu anderen Menschen zu unterhalten (Mars steht in Zwillinge im 7. Haus), kommt er mit Sicherheit gut an bei anderen. Das grosse Trigon wird noch durch den Mond in Waage vervollständigt, was die Du-Bezogenheit, Friedfertigkeit und Charme unterstreicht. Diese drei Planeten (Mond-Venus-Mars) ergänzen einander auf wohltuende Weise. Wir können davon ausgehen, dass Arik Brauer ein durchaus willensstarker Mensch ist, der es jedoch versteht, dies nicht negativ ausarten zu lassen, sondern im richtigen Moment die Initiative zu ergreifen und aktiv zu werden, ohne andere vor den Kopf zu stoßen. Dabei muss er sich gar nicht verstellen. Er kann handeln, wie es seiner inneren Befindlichkeit entspricht, und drückt auch negative Gefühle und Emotionen ehrlich und überlegt aus, so dass sich in seinem Inneren kaum zerstörerische und gewalttätige Gefühle aufstauen.

Mars steht zwar in Opposition zu Saturn, was auf grossen Ehrgeiz und Konkurrenzdenken, auch auf zielgerichteten Energieeinsatz hinweist, doch bildet Saturn auch ein Sextil zum Mond – einerseits ein erneuter Hinweis auf eine leidvolle, belastete Kindheit, andererseits aber auch (da es ja ein harmonischer Aspekt ist) die Fähigkeit, Gefühle so weit unter Kontrolle zu haben, dass diese nicht die Zügel in die Hand nehmen und eine unkontrollierte Regie in seinem Leben führen. Das kann ihn zu einem Lebenskünstler machen, der zwar instinktiv das Angenehme und Schöne im Leben sucht, sich aber davon nicht blenden und fesseln lässt.

Mars-Saturn gibt es in Brauers Radix in doppelter Ausführung: als Opposition, wie oben besprochen, aber auch durch die Saturn-Stellung im 1. Haus. Dies könnte die Begründung für den leptosomen Körperbau Brauers sein, aber auch sein Faible für schwarze Outfits erklären. Saturn bekommt als Sonnen-Herrscher natürlich ein besonderes Gewicht, die Stellung im 1. Haus macht ihn nach aussen sichtbar. Im Schütze-Zeichen kann er schon gewisse Zweifel an jeglichen Religionen haben. Brauer bekennt sich natürlich zu seiner jüdischen Herkunft, ist aber kein religiöser Mensch und fordert daher Äquidistanz zu allen Religionen und deren Symbolen.

Zum Schluss noch ein paar Hinweise auf die Stellung der überpersönlichen Planeten in Brauers Horoskop: Uranus im 4. Haus nahe dem IC erzählt über ungewöhnliche häusliche Verhältnisse und Familienbeziehungen und ist auch ein Hinweis darauf, dass die Familie schon in früher Jugend auseinandergerissen wurde. Ein Mensch mit dieser Uranus-Stellung fühlt sich infolgedessen oft fremd in der Heimat oder wechselt häufig den Wohnsitz. Später könnte er ungewöhnliche Häuser bauen (wie das Arik Brauer- Haus in der Gumpendorfer Straße in Wien). Ein Merkmal für eine wenig ausgeprägte Ortsgebundenheit oder mehrere Wohnsitze ist auch die Stellung Merkurs im 2. Haus im Quadrat zum Mond.

Pluto in 8 steht für frühe Erfahrungen mit Macht, Tod und Gewalt, die Brauer aber auch Stärke verleihen und ihn sehr willensstark, ausdauernd, ehrgeizig und unnachgiebig im Verfolgen einmal gesteckter Ziele machen. Dank seiner Resilienz- und Regenerationsfähigkeit versteht er Umbrüche und Krisen als Chance zur Erneuerung.

Heute bezeichnet sich Arik Brauer als glücklichen und zufriedenen Menschen, der im Leben alles erreicht hat, was er sich nur wünschen konnte. Er ist seit über 60 Jahren mit seiner Frau Naomi verheiratet, hat drei Töchter (von denen 2 in Wien leben, und eine in Israel) und mehrere Enkelkinder, die er über alles liebt. Nach wie vor malt er täglich und erfreut sich guter Gesundheit. Dass dies noch lange so bleiben möge, eine ungebrochene Lebens- und Schaffenskraft und noch viele gute Jahre, das wünschen wir dem Universalkünstler Arik Brauer zum 90. Geburtstag.

Arnold Schwarzenegger wird 70

Arnold Schwarzenegger aus Thal bei Graz, der es, aus kleinen Verhältnissen stammend, mit ungeheurem Ehrgeiz, sportlicher Disziplin und Ausdauer nicht nur zu einem weltbekannten Bodybuilder, sondern auch zu einem gefragten Action-Darsteller und schließlich Gouverneur von Kalifornien brachte, feiert am 30. Juli 2017 seinen 70. Geburtstag.

Geboren wurde die „steirische Eiche“ am 30. Juli 1947 als zweiter Sohn eines Gendarmen und einer Hausfrau in einem Grazer Vorort und genoss eine strenge Erziehung. Allerdings betrieb er schon als Kind verschiedene Sportarten (wie Fussball, Schwimmen und Boxen), wobei er von seinem Vater, der Meister im Eisstockschießen war, unterstützt wurde. Da sein Fussballtrainer ihm ein Krafttraining verordnet hatte, betrat der junge Schwarzenegger mit 15 Jahren erstmals ein Gewichtheberstudio und fand soviel Gefallen an dem zu dieser Zeit in Europa noch relativ unbekannten Bodybuilding-Sport, dass er das Fussballspielen bald völlig aufgab und sich nur noch dem Bodybuilding verschrieb. Er gewann mehrere Wettkämpfe, bevor er mit 19 Jahren der jüngste Mr. Universum der Geschichte wurde, ein Titel, den er insgesamt fünfmal erringen konnte. Auch den prestigeträchtigen Titel des Mr. Olympia konnte Schwarzenegger nach mehreren Anläufen für sich verbuchen.

1975 gab er seinen Rücktritt vom Leistungssport bekannt und widmete sich fortan vermehrt dem Filmgeschäft. Allerdings kehrte er 1980 nach fünf Jahren Pause ins Wettkampfgeschehen zurück und schlug beim Mr.-Olympia-Wettbewerb in Sydney
die versammelte Weltelite. Dieser Sieg war der letzte Auftritt Schwarzeneggers als Bodybuilder. Wegen fehlender Motivation kehrte er diesmal für immer der Wettkampfbühne den Rücken. Mit insgesamt sieben Mr. Olympia-Titeln und fünf Mr. Universum-Titeln war Arnold Schwarzenegger der erfolgreichste Bodybuilder seiner Zeit und wird bis heute als prägende Persönlichkeit des Bodybuildings angesehen.

Bereits 1968 war Schwarzenegger in die USA ausgewandert, wo er sich nach einem Wirtschaftsstudium in den 1970er Jahren ein Millionenvermögen als Immobilienmakler erwirtschaftete. Seine sportlichen Erfolge sowie die Einnahmen aus seinen Filmarbeiten vergrösserten dieses Vermögen noch beträchtlich.

Seit frühester Jugend hatte sich Schwarzenegger für Action-Filme interessiert, und er hegte den Wunsch, sich ebenfalls als Schauspieler zu versuchen. Seine imposante Erscheinung half Schwarzenegger, im Filmgeschäft Fuß zu fassen – zunächst unter dem Pseudonym Arnold Strong. Seine erste Rolle war die des Hercules im Film Hercules in New York (1969), bei dem seine Stimme im amerikanischen Original wegen seines starken steirischen Akzents allerdings nachsynchronisiert werden musste. Doch er liess sich nicht entmutigen, drehte weitere Filme und konnte 1984 mit dem Science-Fiction-Film Terminator den endgültigen Durchbruch feiern. Neben Action- und SciFi-Filmen drehte er auch Komödien und gehörte gegen Ende der 1980er Jahre schließlich zu den bestverdienenden Schauspielern in Hollywood.

Seit den späten 1980-er Jahren hatte sich Schwarzenegger, der 1983 in den USA eingebürgert worden war, auch politisch in der Republikanischen Partei betätigt. 2003 kandidierte er für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien, gewann und wurde am 17. November 2003 als Gouverneur vereidigt. Schwarzenegger verstand sich darauf, auch politische Gegner zur Unterstützung zu gewinnen, was angesichts der demokratischen Mehrheit im kalifornischen Parlament auch von vornherein erforderlich war.

Auch Schwarzeneggers Privatleben verlief die meiste Zeit erfolgreich. 1986 hatte er eine Nichte John F. Kennedys, die Journalistin Maria Shriver, geheiratet, die wie der gesamte Kennedy-Clan der Demokratischen Partei nahestand. Ihre unterschiedlichen politischen Ausrichtungen hinderten die beiden aber nicht daran, lange Zeit eine glückliche Ehe zu führen und vier Kinder zu bekommen. Die Ehe wurde jedoch 2011 beendet, nachdem bekannt wurde, dass Schwarzenegger ein Verhältnis zu einer langjährigen Hausangestellten hatte, aus der sogar ein gemeinsames Kind hervorgegangen war.

Aber sehen wir uns das Leben dieses erfolgreichen Sportlers, Schauspielers und Politikers doch einmal aus astrologischer Sicht an.

Wer würde bei Schwarzenegger, diesem Kraftpaket und (zumindest in seinen Filmen) unerschrockenen Draufgänger einen sensiblen, mitfühlenden, fürsorglichen Krebs-Aszendenten vermuten?

Doch Krebs bedeutet auch soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft, ein gutes Gespür und psychologisches Einfühlungsvermögen, sowie Familienbezogenheit. Wer wollte leugnen, dass „Arnie“ ein Familienmensch war, der sich vor allem seiner Mutter Aurelia immer stark verbunden fühlte. Später heiratete er in den Kennedy-Clan ein, eine der wohlhabendsten und einflussreichsten Familien der Vereinigten Staaten. Mit Maria Shriver war Schwarzenegger 25 Jahre verheiratet, mit ihr hat er 4 Kinder. Ganz zweifellos hat sie als seine selbstbewusste Partnerin zu seinem Erfolg und seiner Selbstverwirklichung beigetragen (Saturn ist Herr von 7 in Löwe Konjunktion Sonne). Die Trennung erfolgte 2011, nachdem herausgekommen war, dass er das Kindermädchen geschwängert hatte. Das war wohl etwas zu sehr „familienbezogen“.

Aber natürlich strahlt eine Löwe-Sonne aus sich heraus und verleiht ihrem Träger die grossartige Präsenz, die dieser Mann ausstrahlt. Noch dazu steht die Sonne im 1. Haus – zwar an der Spitze zum 2. – und in Konjunktion mit Pluto und Saturn. Diese Löwe-Sonne verleiht Schwarzenegger Strahl- und Überzeugungskraft, er will gesehen werden und sich hervortun, sei es als Ausnahmesportler oder als Schauspieler, der bei dieser Konstellation eher Selbstdarsteller als Künstler ist. Dabei hat er mit Saturn in 2 in Konjunktion zur Sonne eigentlich einen schwachen Selbstwert im Gepäck. In kargen Verhältnissen aufgewachsen, hatte er es noch dazu mit einem strengen Vater zu tun (Sonne in Konjunktion mit Saturn und Pluto), der allerdings sportlich interessiert war und diese Sportbegeisterung auch an den Sohn weitergab. Sonne/Saturn ist ja auch eine Ehrgeiz-Konstellation: er will es dem Vater zeigen und entwickelt eine besondere Leistungsbereitschaft und auch Härte sich selbst gegenüber. Es gelingt ihm sehr gut, die ständigen Zweifel an sich selbst zu überwinden und seine Ansprüche an sich selbst zu befriedigen, indem er einfach mit so viel Fleiss und Ausdauer trainiert, dass er ungeheure Erfolge erzielen kann.

Da die Sonne über das 2. Haus herrscht, ist es Schwarzenegger auch besonders wichtig, sein eigenes Geld zu verdienen, um seinen Selbstwert zu heben. Und er verdient richtig viel Geld (Pluto im 2. Haus). Mars in Zwillinge weist auf Sportlichkeit und Beweglichkeit hin, das Mars-Quadrat zum MC auf sportlichen Ehrgeiz, im Verbund mit Uranus auf eine ungewöhnliche Sportart, in der er etwas Besonderes zu bieten hat. Und Bodybuilding war damals in Europa noch relativ unbekannt, also ungewöhnlich.

Mit dieser Sonnenstellung (im eigenen Zeichen sehr dominant und im 1. Haus erhöht stehend) weiss er aber doch, was er will, und verhält sich mit zunehmendem Erfolg sehr selbstbewusst und autonom. So ist auch Schwarzeneggers Tätigkeit im Film und im Showbusiness zu verstehen, wo er seinen Rollen in eher anspruchslosen Action-Filmen durchaus den Stempel der eigenen Persönlichkeit aufdrückte.

Dass er nicht beim Bodybuilding geblieben ist, lässt sich meiner Meinung nach auf verschiedene astrologische Einflüsse zurückführen: zum einen verweist Uranus Quadrat MC nicht auf einen geradlinigen Lebensweg, sondern eher auf diverse Umbrüche und Neuanfänge, zudem auf den ganz speziellen Weg, den jemand gehen muss. Zum anderen gab es eben noch mehr Begabungen bei Schwarzenegger: Mit Merkur am Aszendenten hat er breitgestreute Interessen, kann gut und viel reden und hat auch einiges zu sagen. Noch bevor er sich der Schauspielerei zuwandte, studierte Schwarzenegger in den USA Betriebswirtschaftslehre, die er 1979 mit dem „Bachelor of Arts“ der University of Wisconsin abschloss. Seine Sprache – ein steirisch gefärbtes Amerikanisch – ist ja auch in seinen Filmen Thema: wurde er zunächst wegen seines starken Akzents noch synchronisiert, so gelang es ihm später, aus diesem Manko eine Tugend zu machen, die zu seinem unverwechselbaren Markenzeichen wurde (Jupiter bildet ein genaues Trigon zu Merkur).

Das künstlerische Interesse wird durch Venus in Krebs im 1. Haus angezeigt, die ein Trigon zum Fische-MC bildet. Und, wie gesagt, mit einer Löwe-Sonne ist er ohnehin der „geborene Selbst-Darsteller“, der selbstverständlich auch nach Anerkennung giert. Da kommt es sehr gelegen, dass Jupiter im 5. Haus steht und ein Trigon zum Aszendenten bildet. Mit der charmanten und kontaktfreudigen Venus in 1 findet er auch leicht Gönner und Sponsoren, die zum Erfolg beitragen. Die Krebs-Venus in 1 ist übrigens auch dafür zuständig, dass Schwarzenegger immer auch Wert auf ein ansprechendes Äußeres gelegt hat und zum Beispiel als Bodybuilder auch seine ästhetische Haltung trainierte.

Seine durch Venus repräsentierte diplomatische, gesellige, charmante Art, mit der er in der Öffentlichkeit gut ankommt, hat sicherlich auch zum Erfolg seiner politischen Karriere beigetragen. Seit den 1980-er Jahren war Schwarzenegger Mitglied der republikanischen Partei, 2003 kandidierte er als Gouverneur des Bundesstaats Kalifornien und gewann. Als ehemaliger Schauspieler wusste er sich geschickt in der Öffentlichkeit zu präsentieren; Humor und Familiensinn zeichneten von ihm in den Medien ein volksnahes, sympathisches Bild (Krebs-Aszendent, Krebs-Venus Trigon MC). Dazu trug auch seine Ankündigung bei, auf sein Gehalt als Gouverneur verzichten und das Budget Kaliforniens sanieren zu wollen. Ausserdem wurde er durch Freunde (unter ihnen auch politische Gegner) unterstützt (Venus ist Herrin von 11). Allerdings war er als Gouverneur nicht unumstritten: So hielt er als strammer Republikaner an der Todesstrafe fest, und die Budgetsanierung gelang auch nicht vorstellungsgemäß. Dazu wurde ihm „Freunderlwirtschaft“ vorgeworfen. Andererseits folgte er in der Umweltpolitik nur bedingt dem republikanischen politischen Programm und konnte hier als „guter Krebs-Aszendent“, dem die Umwelt am Herzen liegt, die Treibhausgas-Emissions-Werte in Kalifornien reduzieren. Er setzte sich auch für erneuerbare Energien ein. So gelang es ihm im November 2006, wiedergewählt zu werden und eine 2. Amtsperiode als Gouverneur zu absolvieren.

Über den Mond habe ich bisher noch nichts gesagt, und der ist schliesslich Schwarzeneggers Geburtsherr. Er steht in Steinbock im 6. Haus und gibt uns einen weiteren Hinweis darauf, dass wir es bei Schwarzenegger mit einem leistungsorientierten, hart arbeitenden und ausdauernden Menschen zu tun haben, der einen ausgeprägten Sinn für Verantwortung hat und sich wohl fühlt, wenn die Dinge in seiner Umgebung strukturiert und geordnet sind. Dennoch könnte es einen gewissen Mangel auf seelischer Ebene gegeben haben, der ihn als Kind vielleicht schüchtern und emotional verschlossen machte. Wie wir wissen, hat er seine Mutter idealisiert (Mond Quadrat Neptun) und sich ihr Zeitlebens verbunden gefühlt, was aber auch aus seiner nie ganz gestillten Sehnsucht nach emotionaler Geborgenheit resultieren könnte. Hat er nicht genügend Liebe als Kind bekommen (Neptun in 4 Quadrat Mond), gab es Geheimnisse und Lügen in der Familie, ein Elternhaus, in dem vieles beschönigt oder verschleiert wurde, auch Unklarheiten, Orientierungslosigkeit, eine Scheinharmonie (Neptun in 4)? Wir wissen es nicht, aber vieles deutet darauf hin, so auch die Leerlauf-Stellung des Mondes, der 5 Zeichen durchwandert, bevor er auf den nächsten Planeten – den kämpferischen Mars – stößt (als Sportler kann er die Vereinsamung überwinden und seinen Ehrgeiz stillen), und uns einen Hinweis auf eine fehlende seelische Verankerung gibt, auf emotionale Schranken und ein unklares Heimatgefühl. Auch Merkur, der als Herr von 4 in 12 steht, wäre ein Indiz auf die Scheinwelt in der Familie, in der es Tabuthemen gibt, der aber die harmonische Darstellung nach außen wichtig ist. Möglicherweise ist es Arnold Schwarzenegger inzwischen gelungen, die Angst vor der eigenen Verletzlichkeit und Schwäche zu überwinden, sich einen eigenen Maßstab zu schaffen und sich selbst die Anerkennung und Wertschätzung zu geben, die er ursprünglich von anderen erwartet hat.

Das und alles Gute wünschen wir ihm jedenfalls zum 70. Geburtstag.

Barbra Streisand zum 75. Geburtstag

Barbra Streisand, eine der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit, wurde am 24. April 1942 als Barbara Joan Streisand in eine jüdische Familie in Brooklyn geboren. Ihr Vater, ein Grundschullehrer, starb plötzlich, als Barbara gerade 15 Monate alt war; diesen Verlust hat sie ihr Leben lang betrauert und viel später in dem von ihr produzierten und inszenierten Film „Yentl“, für das sie selbst das Drehbuch schrieb und in dem sie auch die Hauptrolle spielte, thematisiert. 1984 stiftete sie im Gedenken an ihren Vater das „Emanuel Streisand Building“ an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

Seit sie ein Kind war, wusste Barbara, die im übrigen eine sehr gute Schülerin war, dass sie Schauspielerin werden wollte, auch wenn ihre Mutter ihr das nie zutraute. Doch das Mädchen, das nie als hübsch im landläufigen Sinn galt, wollte aus der Enge des jüdischen Viertels Williamsburg in Brooklyn hinaus und berühmt werden, was sie bereits als Teenager in Angriff nahm. Sie wusste, sie war etwas Besonderes, und als erstes Zeichen dafür änderte sie ihren Vornamen von Barbara auf Barbra und klapperte in der Folge die Theater in Manhattan ab, um ein Engagement zu finden.1958 gelang es ihr, in einigen Sommertheater-Produktionen aufzutreten, wo sie einen Mentor fand, der von ihrem Talent überzeugt war und sie förderte. Dabei half Barbra, dass sie von ihrer Mutter eine aussergewöhnliche Gesangsstimme geerbt hatte, mit der sie sowohl Musical- als auch Schallplatten-Produzenten überzeugen konnte. 1962 erhielt sie ihren ersten Plattenvertrag bei Columbia Records, und bereits ihr erstes Album konnte zwei Grammy Awards gewinnen.

Ab 1961 bekam Barbra Streisand auch Engagements am Broadway, zunächst hauptsächlich in Musicals. Eine ihrer legendären Rollen war die Fanny Brice in „Funny Girl“, deren Geschichte etliche Parallelen mit ihrer eigenen aufwies und 1969 auch verfilmt wurde, wobei Streisand ihren ersten Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Von da an war sie ein Star, trat in Fernsehshows berühmter Kolleginnen wie Judy Garland auf und erhielt bald auch ihre eigene Fernsehshow.

Nachdem Streisand in den 1960er Jahren mit künstlerischen und sehr erfolgreichen Songs aus Broadway-Musicals und Interpretationen im Bereich traditioneller Pop- und Jazz-Standards bekannt geworden war, wechselte sie 1969 – also im Jahr von Woodstock – mit dem Album „What About Today“ erstmals in eine zeitgemäße musikalische Richtung unter Einfluss des Softrock und der Massen- und Jugendkultur. In den 1970er und frühen 1980er Jahren zählte sie mit ihrem unverwechselbaren Gesangsstil zu den bedeutendsten Popsängerinnen, mit einem Repertoire zahlreicher Balladen, teilweise aus Filmsoundtracks. Ab dem Album „Lazy Afternoon“ (1975) nahm sie auch immer wieder Songs im damals populären Disco-Stil auf.

1980 erschien Streisands kommerziell erfolgreichstes Pop-Album „Guilty“, das von den Bee Gees produziert und von der Welthit-Single „Woman in Love“ angeführt wurde. Es enthielt mehrere Hits, die Streisand gemeinsam mit Barry Gibb sang. Erst mit „The Broadway Album“ kehrte sie 1985 zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, als sie unter der Leitung Stephen Sondheims einige seiner schönsten Musicalsongs aufnahm. Das Album wurde ein Verkaufsschlager und brachte ihr 1987 erneut den Grammy Award für die beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein.

Insgesamt veröffentlichte sie, einschließlich ihrer Filmsoundtracks, mehr als sechzig Alben, für die sie bis heute mit über 50 Goldenen, über 30 Platin- und mehr als 18 Multi-Platin-Schallplatten ausgezeichnet wurde, womit sie in den All-Time-Charts an zweiter Stelle noch vor den Beatles und den Rolling Stones steht und nur von Elvis Presley übertroffen wird. Zahlreiche Kinofilme runden ihre unglaubliche Karriere ab.

Barbra Streisand war nie bereit, sich dem gängigen Geschmack anzupassen und sich beispielsweise ihre Nase operieren zu lassen. Sie bewies, dass auch eine Frau, die nicht dem damals – in den 1960-er Jahren – üblichen Schönheitsideal entsprach, es dennoch zur grossen Diva bringen konnte – mit Talent, Hartnäckigkeit, einem eisernen Willen und dem unerschütterlichen Glauben an sich selbst. So hat sie zahlreiche Frauen ermutigt, es ihr gleich zu tun und sich als eigenständige, individuelle Persönlichkeit durchzusetzen.

Schauen wir uns also an, was uns das Horoskop über diese erstaunliche Frau sagen kann.

Zunächst sticht wir im Geburtshoroskop (Radix) von Barbra Streisand ein Widder-Aszendent hervor. Dieses Zeichen hat ja die stärkste Dynamik und Aktivität des gesamten Tierkreises, es zeigt den Willen zur Tat, und somit einen starken Charakter mit Durchsetzungsstärke sowie eine spontane, dynamische, resolute und willensstarke Persönlichkeit, die sich um Äusserlichkeiten wenig schert, sondern mit Impulsivität, Ungestüm und einer gewissen Egozentrik vorwärts stürmt und dabei auch ein pionierhaftes Verhalten an den Tag legt. Sie fühlt sich vor allem sich selbst verpflichtet und ist bestrebt, ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Der Geburtsherr Mars steht in Zwillinge im 3. Haus. Das macht sie geschickt, flink, wendig und äusserst geschäftstüchtig. Ihre Handlungs- und Arbeitsweise zeugt von taktischem Geschick und Einfallsreichtum, sie ist offen für Neues und kann sich immer wieder neu orientieren. Das hat Barbra Streisand durch ihre Erfolge in musikalisch unterschiedlichen Genres und Stilen über die Jahrzehnte bewiesen.

Aber diese Willenskraft zeigt sich nicht nur durch den Widder-Aszendenten, sondern auch in der Stier-Sonne im 1. Haus. Stier ist das Zeichen der Verwurzelung und des grössten Beharrungsvermögens, es verleiht oft musikalisches Talent, kann aber auch mit Hartnäckigkeit bis zur Sturheit einhergehen. Ohne diese Hartnäckigkeit – und selbstverständlich auch ihr Gesangstalent – hätte es Barbra Streisand nicht geschafft, all das zu erreichen, was sie sich schon in jungen Jahren vorgenommen hatte. Was sie sich in den Kopf gesetzt hat, das tut sie auch, und sollte sie jemand davon abhalten wollen, kann sie ziemlich stur reagieren. Das hat sie immer wieder gezeigt, als sie bestimmte Filmprojekte – wie z.B. „Yentl“ – unbedingt realisieren wollte. Das Thema dieses Films zeigt aber auch ihre Verwurzelung in der jüdischen Welt, die sie maßgeblich geprägt hat.

Ein Mensch, dessen Sonne im 1. Haus steht, braucht die Aufmerksamkeit der Umwelt, er tritt dem Leben begeistert entgegen und ist entschlossen, etwas aus sich zu machen, so wie Barbra Streisand, die das Bedürfnis hatte, sich unbedingt durchzusetzen und Stärke zu demonstrieren. Sie ist eine Individualistin, der eigene Weg, die besondere Lebensgestaltung und die Verwirklichung der persönlichen Interessen sind wesentlich, das impliziert natürlich auch eine starke Egozentrik und Selbstbezogenheit.

Die Sonne steht in Konjunktion mit Merkur, das bedeutet, dass Wille und Verstand unzertrennlich miteinander verbunden sind, und gibt einer Frau wie Barbra Streisand auch ein beachtliches Verhandlungsgeschick. Sie weiss, was sie will, kann ihre Projekte von A bis Z durchdenken und sie auch klar formulieren. Es ist bekannt, dass Barbra Streisand bei ihren Filmen auch bei der Lichttechnik mitgeredet hat, um nicht aus einem ungünstigen Winkel aufgenommen zu werden. Auch wenn sie sich dabei des öfteren in Streitgespräche mit dem jeweiligen Regisseur einlassen musste, liess sie sich nicht von ihrer Linie abbringen und setzte sich letztendlich durch. Natürlich galt sie deshalb an den Filmsets oft als schwierig, da sie diesbezüglich nur ihre Meinung gelten liess, doch der Erfolg der meisten Filme gab ihr nachträglich recht.

Aber es gibt noch eine weitere Konstellation, die auf die enorme Willensstärke und Power dieser Frau hinweist, und das ist ein gradgenaues Quadrat zwischen der Sonne und Pluto. Mit diesem Aspekt fühlt sich Barbra Streisand sehr stark, sie wirkt intensiv, faszinierend und charismatisch und ist von sich selbst überzeugt. Tief im Inneren könnte sie aber eine verletzte Seele haben und durch eine gewisse Machtposition erlittenes Unrecht kompensieren. Es ist ja an der jungen Streisand nicht einfach abgeprallt, dass sie als „zu hässlich“ bezeichnet wurde, sondern sie fühlte sich dadurch sehr verletzt und schwor sich, es allen zu zeigen, die an ihr gezweifelt hatten (einschliesslich der eigenen Mutter, aber dazu kommen wir noch). Von Vorteil für sie ist das Trigon zwischen Sonne in 1 und MC (Medium Coeli/Himmelsmitte), denn damit kann die Selbstverwirklichung, die zu öffentlicher Anerkennung führt, gelingen. Dieses Trigon ist auch aus einem weiteren Grund bedeutsam, denn es stellt – genauso wie auch das Trigon zwischen Mond und Aszendent – einen Bezug zur Öffentlichkeit her, der umso wichtiger ist, als alle Planeten, bis auf Venus, sich in der unteren, der nördlichen, Hemisphäre befinden und es einer Schauspielerin und Sängerin sonst schwer machen würden, ihr Publikum zu erreichen und jene ungeheure Popularität zu erlangen, die ihr weltweit entgegengebracht wird.

Wenn wir von der Mutter sprechen, müssen wir uns natürlich den Mond ansehen. Da der Mond Herr von 4 ist und im 5. Haus steht, ist nachvollziehbar, dass Barbra den kreativen Ausdruck durch die Stimme von ihrer Mutter geerbt hat, und ebenso, dass die Mutter in der Kindheit ihre wichtigste Bezugsperson war (da ja der Vater fehlte). Dass die Beziehung zur Mutter nicht konfliktfrei verlaufen ist, lässt sich anhand der Mond-Konjunktion zu Chiron erahnen und zeigt einen wunden Punkt sowohl in der Mutter-Tochter-Beziehung als auch im Erleben der eigenen Weiblichkeit (nicht hübsch genug etc.). Mit der Stellung in Löwe im 5. Haus bringt der Mond aber auch einen enormen Spieltrieb mit sich und prädestiniert Barbra Streisand geradezu als Schauspielerin, als kreative Diva, die ein tiefes Bedürfnis danach hat, etwas Besonderes zu sein und zu erleben. Sie ist egoistisch, möchte die Beste und Grösste sein, will Eindruck machen und braucht die Anerkennung der anderen, um das eigene Ego zu stärken. Dass der Mond ein Trigon zum Aszendenten bildet, verleiht Barbra Streisand den Mut, sich seelisch zu öffnen und dabei stark und unabhängig zu sein. Letztendlich hat sie die Chance, sich mit ihrem wunden Punkt hinsichtlich ihrer Weiblichkeit auszusöhnen und selbst eine liebevolle Mutter zu werden (Sohn Jason kam im Dezember 1966 zur Welt, er ist Schauspieler und Sänger wie seine Mutter und bekennt sich offen zu seiner Homosexualität).

Mit dem Quadrat zwischen Mond und Merkur besteht eine gewisse Rast- und Ruhelosigkeit, die zu nervösen Beschwerden führen könnte. Andererseits kann die damit einhergehende Neugier den betroffenen Menschen auch immer wieder auf Dinge aufmerksam machen, die er dann zu seinem Vorteil nutzen kann. Barbra Streisand konnte mit ihrer Intelligenz und ihrem kreativen Geist immer wieder neue Musik- und Stilrichtungen zu ihrem Vorteil nützen. Der Erfolg machte sie zu einer der reichsten Frauen im Show-Business – für einen Stier-betonten Menschen wie Barbra kein unwesentlicher Aspekt.

Wie bei allen Widder-Aszendenten befindet sich auch in der Radix von Barbra Streisand das MC im kardinalen Erd-Zeichen Steinbock, sodass hier eine ehrgeizige und verantwortungsbewusste Einstellung zum Berufsleben zu erwarten ist. Sie beweist Härte in der Außenwelt und ist nicht zimperlich, Widerstände spornen sie nur an. In ihrer Haltung gegenüber der Öffentlichkeit zeigt sie Klarheit, Verantwortung und Strukturen, übrigens nicht nur als Künstlerin, sondern auch in ihrer politischen Haltung. Ihr Leben lang fühlte sich Barbra Streisand der Demokratischen Partei der Vereinigten Staaten zugehörig und wurde aus diesem Grund 1971 von Präsident Nixon auf seine „Feindesliste“ gesetzt, die den Zweck hatte, seine Gegner in Misskredit zu bringen und ihnen etwa öffentliche Aufträge zu verweigern. Ausserdem unterstützt Barbra Streisand durch ihre 1986 ins Leben gerufene und grosszügig dotierte Stiftung nationale Organisationen, die sich für den Umweltschutz, atomare Abrüstung, Frauen- und Bürgerrechte einsetzen.

Zum Abschluss kommen wir noch auf den am besten positionierten Planeten im Horoskop Barbra Streisands zu sprechen: es ist die Venus, die in Fische im 12. Haus steht, also sowohl im Zeichen wie auch im Haus erhöht steht. Im Zeichen Fische findet das Prinzip der Liebe die höchste Entfaltung. Ein Mensch mit einer Fische-Venus bringt den Mitmenschen viel Sympathie und Anteilnahme entgegen und fühlt eine tiefe Verbundenheit mit allem Lebendigen, er hat zudem eine besondere Gabe, die Empfindungen anderer zu verstehen, ist romantisch, empfindsam und hingabefähig. Beziehungen werden nur aus Liebe und nicht aus Berechnung eingegangen. Doch diese Venus ist Herrin des 7. Hauses, sie steht in diesem Horoskop also auch für die Liebespartner bzw. für die Art von Partnern, die gesucht werden. Einerseits könnte Barbra Streisand besonders sensible, verführbare, hingebungsvolle Männer gesucht haben, mit denen sie ihren Traum von Liebe leben konnte, andererseits war sie selbst diese liebende Frau, die „Woman in Love“, die sich allerdings oft in Wunschvorstellungen und Illusionen verliert, da diese starken Gefühlsempfindungen eine objektive Wahrnehmung der Realität verhindern können. Auch heimliche Liebschaften sind bei einer Venus im 12. Haus möglich oder sogar wahrscheinlich. Mit dem weiten Quadrat zwischen Venus (Herr von 7) und Mars (Herr von 1) sind Partnerschaften jedenfalls nicht leicht zu leben.

Barbras erste Ehe war sicher von Romantik geprägt: mit ihrem Bühnenpartner Elliot Gould war sie von 1963-1971 verheiratet, der gemeinsame Sohn Jason wurde 1966 geboren. In diese Zeit fiel jedoch der steile Anstieg ihrer Karriere, zahlreiche Bühnen- und Filmrollen, auch die Bekanntschaft mit interessanten Männern wie Omar Sharif, dem kanadischen Premierminister Pierre Trudeau oder Robert Redford, mit denen ihr Affären nachgesagt wurden. Mit all dem konnte ihr Ehemann nicht mithalten, es folgten die Scheidung und weitere Beziehungen wie beispielsweise mit dem 28 Jahre jüngeren Tennis-As Andre Agassi, der das Zusammensein mit Barbra als „heisse Lava“ bezeichnete. Seit 1998 ist Barbra Streisand mit dem Schauspieler James Brolin verheiratet.

Doch ist mit dieser Venus-Stellung auch intuitive Inspiration verbunden, aus der oft eine schöpferische Begabung in den Bereichen Musik, Poesie und bildende Kunst entspringt. Und ihre Musik, vorgetragen mit ihrer 3 Oktaven umfassende Mezzo-Sopran-Stimme, ist ja das, was wir am meisten an ihr lieben. In diesem Sinne wünschen wir Barbra Streisand zum 75. Geburtstag alles Gute und noch viele gute und erfüllte Jahre.

Bill Clinton wird 70

Der frühere amerikanische Präsident William Jefferson „Bill“ Clinton wurde am 19. August 1946 in Hope/Arizona geboren und feiert somit seinen 70. Geburtstag. Er hat nicht nur zwei Amtsperioden als Präsident hinter sich, sondern könnte sogar ein drittes Mal ins Weisse Haus einziehen, diesmal als „First Husband“ – falls seine Frau Hillary es schafft, zur ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten gewählt zu werden.

Clinton, der als demokratischer Kandidat ab 20. Januar 1993 der 42. Präsident der Vereinigten Staaten war, galt zu Beginn seiner Amtszeit als ähnlich charismatisch wie John F. Kennedy in den Sechzigerjahren. Das Anliegen, das er in seinem Wahlkampf 1992 vermittelte, war es, Brücken zwischen den Menschen und ins nächste Jahrtausend zu bauen. Als Angehöriger der Woodstock-Generation setzte sich Clinton für eine Demokratisierung in sozialen und kulturellen Fragen ein, etwa durch sein Engagement gegen AIDS, gegen den Rassenhass und bei der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften. Ebenso versuchte er, eine allgemeine Krankenversicherung einzuführen, scheiterte jedoch am Widerstand der Republikaner. Erst seinem Nach-Nachfolger Barack Obama gelang es, mit dem „Patient Protection and Affordable Care Act“ ab dem Jahr 2014 eine Versicherungspflicht für die meisten Einwohner der USA festzulegen.

Wie es sich für einen demokratischen Präsidenten gehört, zeigte Clinton Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Stabilität, Frieden und Gleichberechtigung. Im Wahlkampf stellte er sich als verantwortungsbewussten Politiker unter dem Motto „Putting people first“ sowie als unkomplizierten, geselligen Menschen mit künstlerischer Veranlagung dar – er ist ja ein ausgezeichneter Saxophon-Spieler.

In Clintons Geburtshoroskop ist ersichtlich, dass es hier zwei Schwerpunkte gibt, d.h. Planeten, die besonders stark stehen: das sind die Sonne in Löwe und die Venus in Waage, die sich beide in ihrem Domizil befinden und jeweils 4 weitere Planeten unmittelbar oder mittelbar „beherrschen“ (die Venus herrscht ausserdem über den Waage-Aszendent). Somit ergeben sich für die Persönlichkeit Bill Clintons folgende Charakteristika:

Es zeigt sich ein stolzer, lebensfroher, anspruchsvoller Wesenskern mit einem ausgeprägten Geltungsbedürfnis (Löwe), der sich allerdings auf charmante, friedvolle, diplomatische Weise nach aussen präsentiert (Waage). Dieser Mensch hat eine starke Vitalkraft und ist von sich selbst überzeugt, was ihn für eine Führungsposition prädestiniert (Löwe). Er liebt die schönen Dinge des Lebens (Venus in Waage), ist künstlerisch aktiv (Mars in Waage am Aszendent), neigt aber auch zur Eitelkeit (Löwe und Waage) und versucht, sich persönlichen Konflikten zu entziehen (Aszendent Waage, Mars Konjunktion Neptun in Waage am Aszendent).

In seiner ersten Amtszeit (1993-1997) konzentrierte sich Clinton vor allem auf die Innenpolitik und die Budgetsanierung, was ihm auch gut gelang, sodass er keine Schwierigkeiten hatte, ein zweites Mal gewählt zu werden. Von Clintons zweiter Amtszeit (1997-2001) blieb der Weltöffentlichkeit vor allem seine von ihm lange bestrittene Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky im Gedächtnis. Doch auch schon vor seiner Präsidentschaft wurden ihm aussereheliche Beziehungen nachgesagt. Die Mond-Stellung in Stier im 8. Haus zeigt, dass Frauen für Clinton stets eine wichtige Rolle gespielt haben, er sich ihrem Einfluss kaum entziehen konnte. Sinnlichkeit und Körperkontakt waren seit der Kindheit sehr wichtig für ihn, aber es ist auch ein starkes emotionales Sicherheitsbedürfnis vorhanden, das ihm von seiner Mutter in der allerfrühesten Kindheit nicht unmittelbar gegeben werden konnte. Mond in 8 kann – genauso wie Merkur in der Halbsumme von Saturn und Pluto – auch ein Hinweis auf eine frühkindliche Todeserfahrung sein: Tatsächlich kam Bills Vater drei Monate vor seiner Geburt bei einem Autounfall ums Leben, die Mutter gab ihn daraufhin zu ihren Eltern und holte ihn erst nach 3 Jahren zu sich, als sie wieder heiratete. Danach wurde die Mutter zur wichtigsten Bezugsperson, Bill empfindet sie als die Stärkste im Familienverband und klammert sich an sie. Deshalb ist auch eine starke Frau wie Hillary an seiner Seite sehr wichtig für ihn.

Doch seine im Horoskop sichtbare Sinnlichkeit und Verführbarkeit (Mond in Stier, Venus und AC in Waage) haben ihn immer wieder auf „Abwege“ geführt. Wenn bei einem Mann die weiblichen Planeten (Mond und Venus) gut stehen, fühlen sich Frauen angesprochen: er wirkt so, als ob er tiefe Gefühle hätte, auch wenn es in Wirklichkeit vielleicht gar nicht so ist. Bill Clinton hat eine Waage-Venus (Domizil) und einen Stier-Mond (Erhöhung), d.h. er ist geradezu prädestiniert, ein Womanizer zu sein. Dazu macht ihn Mars in Waage in Konjunktion mit Neptun feinfühlig in sexuellen Beziehungen, löst aber auch Fluchtreflexe aus, falls es zu Konflikten kommt. Und Venus in einem gradgenauen Sextil zu Pluto erklärt seine geradezu unwiderstehliche Faszination auf Frauen, aber auch seinen unstillbar scheinenden sexuellen Hunger.

Ausserdem sind der 1. und der 4. Quadrant mit jeweils 4 Planeten in Clintons Radix betont: Es besteht ein ausgeprägtes Bedürfnis, Erfahrungen mit der eigenen Körperlichkeit zu sammeln, er hat aber auch den Auftrag, sich selbst und seine Potenziale der Allgemeinheit und Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Betonung liegt ausserdem auf dem 1. Haus: Mit 4 Planeten (Neptun, Mars, Venus, Jupiter) wird er natürlich „gesehen“, er wirkt charismatisch, vital und selbstbewusst; die Verwirklichung seiner eigenen Interessen und Bedürfnisse steht an erster Stelle.

Für einen Mensch mit einem Waage-Aszendenten ist es überaus wichtig, sich auf andere Menschen zu beziehen, sich über die anderen zu erfahren. So ist auch Clinton überaus charmant und kontaktfreudig und macht sich durch sein begegnungsorientiertes und liebenswürdiges Auftreten beliebt. Er hat das Bedürfnis, für Frieden, Harmonie und Gerechtigkeit einzutreten, neigt allerdings auch zur Eitelkeit, die aus einer starken Eigenliebe resultiert (Venus in Waage am Aszendenten). Hinter all der zur Schau gestellten Liebenswürdigkeit verbirgt sich jedoch eine durchaus dominante Persönlichkeit, denn Waage ist ja ein kardinales Zeichen. Trotz seiner prinzipiellen Partnerbezogenheit ist es Clinton aber aufgrund der 8 Planeten in der linken Radix-Hälfte ein Anliegen, dass sich andere auf ihn beziehen sollen. Zudem liebt er es als Löwe natürlich, im Mittelpunkt zu stehen, das Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit zu sein, und er braucht die Beachtung der Umwelt, besonders von Freundeskreisen, Interessensgemeinschaften oder Parteien (Sonne im 11. Haus). In diesen Gruppen bzw. Organisationen kann er sich auch gut einbringen und verwirklichen.

Dazu kommt ein Merkur in Löwe, der ihm eine selbstbewusste, grosszügige Art des Denkens beschert. Clinton kann sich gut präsentieren, er ist ein begabter Redner mit grosser Überzeugungskraft (Merkur Konjunktion Pluto), hat aber auch den Anspruch, das Richtige zu sagen und zu schreiben (Merkur Konjunktion Saturn).

Jupiter in Waage im 1. Haus stattet Clinton mit einem grossen Gerechtigkeitssinn aus, er lässt ihn vertrauenswürdig wirken, stattet ihn mit viel Selbstvertrauen und Optimismus aus, aber auch mit einem Hang zur Selbstherrlichkeit.

Die Konfliktscheu bzw. das reflexartige Kopf-in-den-Sand-Stecken im Fall von Problemen wurde vorhin schon angesprochen. Dafür ist der äusserst schwach stehende Mars (in Waage in Konjunktion mit Neptun) verantwortlich. Im Fall Lewinsky und auch in den anderen Sexskandalen, die Clinton (noch in seiner Amtszeit als Gouverneur von Arkansas) vorgeworfen wurden, hat er immer nur soviel zugegeben, wie ihm zweifelsfrei bewiesen werden konnte. Diese Unaufrichtigkeit (und nicht die Affäre selbst) hat ihm in der Folge ein Amtsenthebungsverfahren wegen Falschaussage unter Eid eingebracht, das allerdings scheiterte. Clinton rückte dann mit der „Halbwahrheit“ heraus und gab zu, mit Monica Lewinsky „Oralsex“ gehabt zu haben. Neptun in 1 am Aszendenten gibt Clinton zwar viel Sensibilität und intuitives Erfassen, steht aber auch für einen Menschen, der sich über die Motive seines Handelns oft nicht im klaren ist (da er intuitiv handelt) und daher sich selbst und andere täuschen kann, der viel verschleiert und vertuscht, vor allem im Hinblick auf heimliche Beziehungen (Mars ist Herr von 7 in Konjunktion mit Neptun), einen Rollenspieler, der sich an Trends anpasst, dabei jedoch stets charmant und liebenswürdig bleibt. So hat die Person Clinton auch keinen nachhaltigen Schaden aus dieser Affäre erlitten.

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft gründete Bill Clinton eine Stiftung, die sich vor allem der Bekämpfung von AIDS widmet. Clinton nahm mehrfach an Welt-AIDS-Konferenzen sowie am Wiener Life Ball teil und er setzte 2004 in Verhandlungen mit Arzneimittelherstellern eine drastische Senkung der Preise für AIDS-Medikamente in 122 Ländern durch. 2004 erschien auch die deutsche Ausgabe seiner Autobiographie „Mein Leben“, das eine persönliche, aber auch eine politische Rückblende liefert. Das Buch wurde weltweit ein großer Erfolg, Clinton erhielt ein Honorar in zweistelliger Millionenhöhe. Er ist auch ein international gefragter Redner, dessen Auftritte fürstlich honoriert werden.

Dem Zeichen Löwe wird somatisch das Herz zugeordnet – fast folgerichtig leidet der Löwe-betonte Clinton seit geraumer Zeit an Herzproblemen und musste sich schon mehreren Operationen unterziehen, wobei ihm ein Bypass sowie zwei Stents eingesetzt wurden.

Seinen Geburtstag am 19. August wird Bill Clinton hoffentlich in guter Gesundheit verbringen. Wir wünschen ihm alles Gute und hoffen, dass er im Januar 2017 erneut ins Weisse Haus einziehen kann – als Ehemann der ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten.

Bill Gates wird 60

Der amerikanische Unternehmer und Microsoft-Gründer William Henry Gates III (genannt Bill) feiert am 28. Oktober 2015 seinen 60. Geburtstag. Der seit 2013 wieder als reichster Mensch der Welt geltende Gates ist im Tierkreiszeichen Skorpion geboren und hat einen Krebs-Aszendenten. Somit ist das Wasser-Element das vorherrschende Element in seiner Radix, was ihn als sehr emotionalen, sensiblen, phantasievollen und kreativen Charakter ausweist. Die Wasser-Betonung im Horoskop ist aber unter anderem auch ein Hinweis darauf, dass bei diesem Menschen das Geld fliessen kann.

 

Die Skorpion-Sonne, die im 5. Haus und in Rezeption zum Löwe-Pluto steht, zeigt uns einen Menschen, der leidenschaftlich, zäh, willensstark, ungewöhnlich und extrem neugierig ist, und nicht ruht, bis er eine Lösung für eine Idee gefunden hat. Die Sonne im Horoskop eines Menschen zeigt ja den Weg seiner Selbstverwirklichung an, und hier sehen wir jemanden, der aussergewöhnliche, originelle, innovative Ideen hat (Sonne Quadrat Uranus) und Autoritäten nicht so ohne weiteres akzeptiert, denn er hält sich selbst für etwas Besonderes (Uranus in Löwe). Ebenso stark wie sein Drang nach Unabhängigkeit und sein Forschergeist ist aber auch der Drang nach finanzieller Macht ausgeprägt (Sonne beherrscht das Finanzhaus/Haus 2) und steht in Skorpion.

 

Mit seinem Krebs-Aszendenten (Herrscherplanet Mond) ist für Gates das Thema Familie sehr wichtig. Hieraus bezieht er emotionale Sicherheit. Das bezieht sich nicht nur auf seine eigene Familie (er ist verheiratet und hat 3 Kinder), sondern auch auf die gesamte Microsoft-„Familie“, die ja gewissermaßen sein Baby ist und die er lange geleitet hat. Menschen mit einem Krebs-Aszendenten haben auch oft die Fähigkeit, sich ganz in eine Sache zu vertiefen, sei es die eigene Familie oder aber eine Geschäftsidee. Sie sind aber auch sehr subjektiv, bisweilen launenhaft, die eigenen Bedürfnisse stehen im Vordergrund. Charakteristisch ist für viele ein rundes, weiches, offenes „Mondgesicht“, sie strahlen eine kindliche Spontaneität und Wärme aus.

 

Gates‘ Mondposition im Horoskop ist Widder im 10. Haus. Das heisst, er fühlt sich wohl, wenn er in seiner Umgebung anregend und aktivierend wirken kann, ist sehr ungeduldig und vorlaut, kann nichts abwarten, ist neugierig, undiplomatisch, will selbständig und unabhängig sein und erringt damit gleichzeitig eine gewisse Popularität und öffentliche Anerkennung. Er will auch keine Schwäche zeigen, muss immer etwas tun und aktiv sein, ist spontan in seinen Gefühlsäußerungen und in gewisser Weise naiv. Die Mondstellung im 10. Haus weist auch auf Ehrgeiz, Ausdauer, Leistungswillen und Verantwortungsbewusstsein hin, Gates will auf zumindest einem Gebiet der Beste sein. Da der Mond im Horoskop von Bill Gates ja ausserdem Geburtsherrscher (= Herrscher des Aszendenten) ist, braucht dieser Mann die Öffentlichkeit für seine Selbstverwirklichung, denn sein Lebenswerk steht mit seiner ganzen Person und Persönlichkeit in Verbindung. Mit dem Geburtsherrscher im 10. Haus muss er sich beruflich verwirklichen und aufgrund dieser Erfolgskonstellation eine wichtige Rolle für die Gesellschaft spielen.

 

Im Horoskop eines Mannes verkörpert der Mond auch die Frau bzw. sein Frauenbild, daher sucht ein Mann mit Widder-Mond in 10 eine aktive, selbständige, willensstarke Frau, mit der er beruflich zusammenarbeiten kann (tatsächlich ist Gates‘ Frau Melinda Programmiererin und war vor ihrer Ehe Projektmanagerin bei Microsoft Bob). Die Partnerin wird auch über den Deszendenten ausgedrückt: Das Zeichen Steinbock steht hier für eine Partnerin, die Stärke, Stabilität und Sicherheit gewährt. Dies scheint Melinda Gates zu verkörpern.

 

Weitere wichtige Planeten im Horoskop von Bill Gates sind die Konjunktion zwischen Jupiter und Pluto in Löwe im 3. Haus sowie die Konjunktion zwischen Venus und Saturn in Skorpion im 5. Haus, die Teil eines Erfolgstrigons mit Aszendent und MC ist.

 

Jupiter/Pluto verleiht ein tiefes Vertrauen in die Schicksalskräfte, sowie die Fähigkeit, durch Krisen zu Erkenntnis und Weisheit zu finden. Diese Planetenverbindung kann eine starke Überzeugungskraft und Charisma verleihen, könnte aber auch bedeuten, dass man die Meinung anderer nicht gelten lässt, dafür sich selbst aber zu 100% treu bleibt. Jupiter/Pluto, in günstiger Position und Aspektierung, heisst aber auch, richtig viel Geld zu haben.

 

Mit Saturn in Skorpion in 5 bringt Gates Ausdauer und Hartnäckigkeit mit, es gibt aber auch eine Machtthematik, sowie möglicherweise ein zwanghaftes Profilierungsgebaren, aber er kann auch unter Druck die besten Leistungen erbringen. Das Trigon zum MC bezeichnet den Hang zum unermüdlichen Arbeiten, ein hoher Ehrgeiz verleiht Gates zudem ungewöhnliche Kräfte und Energien, zielgerichtete Leistungsbereitschaft und Organisationstalent, er zeigt aber auch eine gewisse Härte zu sich selbst und zu anderen, damit er die Früchte seiner Arbeit ernten kann, was ihm dank der Konjunktion mit Venus auch gelingt und ihn zu geschäftlichem und finanziellem Erfolg führt.

 

Bleibt noch ein weiterer Charakterzug: die soziale Gesinnung des Bill Gates, erkenntlich sowohl am Krebs-Aszendenten als auch am Fische-MC. Zusammen mit seiner Frau Melinda hat er die Stiftung Bill & Melinda Gates Foundation gegründet, die über ein geschätztes Vermögen von annähernd 29 Milliarden US-Dollar verfügt und bis heute etwa 7,5 Milliarden US-Dollar des Privatvermögens der Familie Gates für wohltätige Zwecke gespendet hat, meist für die Bereitstellung von Impfstoffen und für diverse Gesundheitsprojekte in Entwicklungsländern in Afrika und Asien. Bis zu seinem Tod will Gates nach eigenen Aussagen 90 bis 95 Prozent seines Gesamtvermögens spenden, „lediglich“ 0,02 % davon wird er jedem seiner Kinder zukommen lassen: nämlich je 10 Millionen US-Dollar.

 

Im Juni 2010 startete Gates zusammen mit Warren Buffet die Initiative The Giving Pledge, in der die US-amerikanischen „Superreichen“ Geld an wohltätige Zwecke spenden sollten.

 

Wir wünschen Bill Gates zu seinem runden Geburtstag alles Gute und noch ein langes, spendenfreudiges Leben.

Charles, Prince of Wales: Der Leider-Nein-König wird 70

Am 14. November 2018 wird er 70, doch seinen runden Geburtstag hat er bereits im Sommer gefeiert, bald nachdem sein jüngerer Sohn Harry die amerikanische Schauspielerin Meghan Markle geheiratet hatte. Der Grund dafür dürfte in erster Linie dem britischen Wetter geschuldet sein, das sich im Juli wesentlich besser für ein pompöses Gartenfest eignet, als im nebeligen November. Oder hatte er gar daran gedacht, im November vielleicht bereits die Nachfolge seiner Mutter, der Queen, anzutreten?

Nun, wir wissen das nicht. Jedenfalls wartet der Prince of Wales in einem Alter, in dem andere Herrschaften sich schön langsam in den wohlverdienten Ruhestand zurückziehen, immer noch darauf, jene Aufgabe zu übernehmen, für die er erzogen wurde und auf die er sein Leben ausgerichtet hat: die Krone des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland zu übernehmen.

Doch Elizabeth II. ist langlebig und zäh, wie es ihrem Steinbock-Aszendenten entspricht, und sie denkt nicht daran, es ihrer Kollegin Beatrix der Niederlande gleichzutun oder dem belgischen König Albert II., die beide vor einigen Jahren ihren ältesten Söhnen den Thron freigemacht hatten. So muss Charles weiterhin warten, doch allem Anschein nach zieht er bereits jetzt die Fäden im Hintergrund, wie es seiner Skorpion-Sonne geziemt, um seine greise Mutter zu entlasten.

Was ist das für ein Mensch? Hat er den langen Atem, irgendwann selbst den britischen Thron zu besteigen, oder wird er gleich seinem älteren Sohn William den Vortritt lassen? Was sagt uns sein Horoskop dazu?

Zunächst fällt die Feuer-Betonung des Prinzen auf: Löwe-Aszendent, der Sonnenherrscher Pluto in Löwe, Mars und Jupiter in Schütze und Widder am MC: das weist auf einen Menschen hin, der begeisterungsfreudig, mutig, aktiv ist und mit dynamischem Selbstausdruck ins Leben geht, viel Lebensfreude und einen Sinn für Dramatik aufweist, der sich aber auch sehr vorstellungsbezogen und beinahe stur verhalten kann (die fixen Zeichen dominieren).

Der stark besetze 2. Quadrant ist ein Zeichen dafür, dass die seelische Befindlichkeit hier eine grosse Rolle spielt, dass es Seelentiefe und viele innere Ressourcen gibt, um das vorhandene Potenzial umzusetzen.

Der Löwe-Aszendent verleiht Charles eine durchaus königliche Attitüde, einen selbstverständlichen Stolz, lässt ihn selbstbewusst, grosszügig und würdevoll wirken. Dass seine Ausstrahlung dennoch nicht allzu überheblich oder großspurig ist, wie bei so manch anderem Löwe-Aszendenten, ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass die Aszendenten-Herrscherin Sonne in Skorpion und im 4. Haus steht, wo sie weniger nach Aufmerksamkeit und Anerkennung heischt, sondern mehr im Hintergrund wirkt. Im 4. Haus liegt der Fokus auf Seelentiefe, seelischem Wachstum und geistiger Entwicklung. Ausser der Sonne befinden sich dort noch Neptun, Venus und Merkur. Diese Betonung des 4. Hauses weist darauf hin, dass die Familie den Schwerpunkt im Leben dieses Menschen bildet, der stolz ist auf sein Familienerbe und gerne seine aristokratische Haltung zeigt.

Darin liegt auch eine gewisse Gefahr, nämlich dass er seine Identität zu stark aus seiner Herkunft ableiten und so seine Einzigartigkeit verleugnen könnte. Das mag in seiner Jugend durchaus der Fall gewesen sein, doch habe ich den Eindruck, dass er im Lauf seines Lebens gelernt hat, seinen Interessen gezielt und beharrlich nachzugehen und dadurch auch seine Besonderheit zum Ausdruck zu bringen.

Charles spielte lange Zeit die Rolle des braven, angepassten Thronfolgers, der eine standesgemäße, junge und naive Frau heiratete, statt sich zu seiner grossen Liebe, der bürgerlichen Camilla, zu bekennen, die fortan seine heimliche Geliebte war. Auf die Dauer war aber die Selbstverleugnung für einen leidenschaftlichen Mann wie Charles nicht durchzuhalten. Die Skorpion-Sonne steht in Rezeption zum Löwe-Pluto, was die intensive Natur noch unterstreicht, die keine faulen Kompromisse
eingehen will, aber dennoch fähig ist, lange Zeit geduldig und zäh zu warten, bis ihm die Gunst der Stunde zu Hilfe kommt. Nachdem er seine Thronfolger-Pflichten mit der Zeugung von zwei Söhnen erfüllt hatte, konnte Charles die Illusion seiner Ehe mit Diana nicht mehr länger aufrecht erhalten, auch wenn die Scheidung in gewisser Hinsicht einen Tabubruch im Königshaus bedeutete. Es war ihm bewusst, dass er sich mit diesem Schritt in der Öffentlichkeit nicht gerade beliebt machte, die ja eher Diana als armes Opfer sah. Pluto im 1. Haus hat ihn hier wohl auch mit einer enormen Willens- und Durchsetzungsstärke unterstützt.

Eine Schlüsselrolle in diesem Horoskop spielt sicher die Stellung des Mondes auf 0°26‘ Stier im 10. Haus, der somit Charles‘ höchststehender Planet ist. Dass er noch dazu in Konjunktion mit dem nördlichen Mondknoten steht, weist auf die schicksalshafte Abhängigkeit von Frauen hin, die den Prinzen überstrahlen – allen voran natürlich die eigene Mutter, die wie ein Leitstern das ganze Horoskop dominiert. Elizabeth II. hat selbst eine Stier-Sonne, die gradgenau mit Charles‘ Mond in Konjunktion steht, was die enge Verbundenheit zwischen Mutter und Sohn gut aufzeigt, in der es fraglos auch um Machtkämpfe geht (Elizabeths Mond in Konjunktion zum Pluto ihres ältesten Sohnes). Es liegt also im Naturell dieser Mutter, den Sohn nicht loslassen zu können, die Abhängigkeit dürfte jedoch gegenseitig sein. Mond Trigon Saturn zeigt ebenfalls die starke Verbindung zur Mutter an, die ihn allerdings auch zur Disziplin anhält.

Wir dürfen gespannt sein, was im Frühjahr 2019 passiert, wenn Uranus das letzte Mal über diesen Mond im 1. Grad Stier transitiert.

Dennoch hat Charles nach der Absolvierung diverser militärischer Ausbildungen und Studien, die seiner künftigen Herrscher-Rolle zugute kommen, auch seine eigenen Interessen zielgerichtet verfolgt. Das ist auch kein Wunder, steht doch Mars, der Herrscher des Widder-MC, in Schütze im 5. Haus. So zeigt Charles Entschlossenheit und Elan bei der Durchsetzung seiner Interessen und scheut sich nicht, in der Öffentlichkeit Konflikte auszustehen. Mars im Zeichen Schütze zeigt uns eine idealistische Handlungsweise, die die Welt ein wenig besser machen soll. Es ist bekannt, dass der Prince of Wales sich seit langem für Bio-Landwirtschaft stark macht und sehr eindringlich Maßnahmen gegen den Klimawandel fordert. Sein Einsatz für gesunde Ernährung und ökologisches Bauen und sein Wunsch nach einer ästhetischen Wohnumgebung ist aber auch dem betonten 4. Haus und den darin befindlichen Planeten geschuldet.

Mars in 5 drückt auch ein aktives Interesse für den Ballsport aus. Prinz Charles war jahrelang ein begeisterter Polo-Spieler; aus Altersgründen übt er diesen Sport jedoch nicht mehr aktiv aus. Den Reitsport (Schütze-Mars) betreibt er jedoch nach wie vor. Im 5. Haus zeigt sich auch seine kreative Ader: Charles gilt als guter und anerkannter Aquarell-Maler. Bekannt ist auch seine Liebe und sein Einsatz für die Architektur und die Erhaltung historischer Gebäude. Das können wir aus einer Kombination von Mond im 10. Haus, Saturn im 2. Haus und Venus im 4. Haus herleiten.

Doch wo sind die Schattenseiten in diesem Horoskop? Auffällig ist die Stellung Neptuns genau am IC, was auf Geheimnisse, Unklarheiten, Täuschungen oder Intrigen in der Familie hinweist. Dinge werden verschleiert, Probleme unter den Teppich gekehrt. Es heisst aber auch, dass Neptun am IC eine mediale Begabung verleiht oder zumindest eine esoterische Sicht der Natur. In den Medien wurde ja darauf verwiesen, dass Charles diese Neigung hat und auch mit seinen Pflanzen zu sprechen scheint.

Neptun bildet aber auch eine Konjunktion zur Venus, die das 4. Haus beherrscht und somit einerseits für die Mutter, andererseits auch für die Frauen steht, mit denen Charles Beziehungen eingeht. Die Queen hat sicher so manches Geheimnis oder Tabuthema verschwiegen, in das Mitglieder der königlichen Familie verwickelt waren, denken wir nur an die politische und private Affäre ihres Onkels, König Edward VIII., an die Liebesaffäre mit einem Bürgerlichen ihrer Schwester Margaret oder an die Trinkfreudigkeit ihrer eigenen Mutter. Aber natürlich war Elizabeth selbst als Mutter für ihren Ältesten auch emotional abwesend, denn mit Liebe und Geborgenheit dürfte sie ihre Kinder nicht überschüttet haben. Eher legte sie Wert auf Selbstdisziplin, Pflichterfüllung und Contenance, wie es ihrem Steinbock-AC und Saturn als eleviertem Planeten entspricht. Noch dazu hockt ihr Saturn auf Charles‘ Sonne, hat ihn sozusagen im eisernen Griff und schränkt seine Persönlichkeit ein. Unter dieser Lieblosigkeit hat Charles als Kind sicher gelitten. Ist daraus ein unstillbares Verlangen nach Zärtlichkeit und erotischen Phantasien entstanden (Venus Sextil Pluto)? Neigt Charles dazu, Frauen zu idealisieren (Venus Konjunktion Neptun)?

Nach der unglücklichen Ehe mit Diana und deren tragischem Tod hat sich Charles endlich dazu durchgerungen, seine eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen und hat seine Lebensliebe Camilla geheiratet, eine sicherlich ungewöhnliche Frau (DC Wassermann), die ihn wohl aber glücklich macht (Uranus Opposition Jupiter). Sie hat ihn wohl auch dazu gebracht, die Fesseln des konventionellen Lebens abzustreifen, seinem Drang nach individueller, unabhängiger Entfaltung nachzugeben und seinen eigenen Weg zu verfolgen.

Mit Uranus Opposition Jupiter könnte er sich aber auch von überkommenen Ideologien befreien, ein unkonventionelles, zeitgemäßes Weltbild entwickeln und durch seine Offenheit und Aufgeschlossenheit der Monarchie ein modernes Gesicht verleihen.

Seine Popularität und Beliebtheit beim Volk (Mond in 10) dürfte gestiegen sein, seit er nicht mehr in Dianas Schatten steht, er hat sich in den Bereichen Architektur und Stadtentwicklung sowie nachhaltige Landwirtschaft ebenso einen Namen gemacht, wie als Unterstützer zahlreicher karitativer Einrichtungen, hat mehrere Bücher geschrieben und bewährt sich seit Jahren als Vertreter des britischen Königshauses in der Öffentlichkeit. Wir werden sehen, ob Charles seine Lebensaufgabe eines Tages doch noch erfüllen und als König Großbritanniens Thron besteigen wird. Vorerst aber wünschen wir ihm zum 70. Geburtstag alles Gute.

Der Dalai Lama wird 80

Der 14. Dalai Lama (wörtlich zu übersetzen mit „Weltmeerpriester“ oder „Ozean der Weisheit“) wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser (oder Tengster), einem Dorf im Nordosten Tibets, als zweiter Sohn (und fünftes von sieben Kindern) der Bauernfamilie Dekyi Tshering und Chökyong Tshering geboren. Im Alter von knapp zwei Jahren wurde er von vier Mönchen anhand einer Vision des Regenten, von Orakelsprüchen und anderen Vorzeichen als Wiedergeburt des 1933 verstorbenen 13. Dalai Lama aufgefunden. Berichtet wird, dass das Kleinkind sowohl einen als Diener verkleideten hohen Lama spontan als „Lama aus dem Kloster Sera“ erkannte als auch etliche Gegenstände aus dem Besitz des 13. Dalai Lama, die neben ähnlichen aufgelegt waren, als sein Eigentum an sich nahm.

 

Im Rahmen des Neujahrsfestes am 22. Februar 1940 wurde Lhamo Döndrub im Potala-Palast In Lhasa als 14. Dalai Lama durch die Sitringasol-Zeremonie inthronisiert und erhielt den Mönchsnamen Tenzin Gyatso. Der Dalai Lama wird weltweit als politisches und geistliches Oberhaupt des tibetischen Volkes respektiert. Seit er 1959 von der chinesischen Regierung aus seiner Heimat in Lhasa vertrieben wurde, lebt er im indischen Dharamsala oder reist als Botschafter des Friedens und der tibetisch-buddhistischen Lehre um die Welt. 1989 erhielt er den Friedens-Nobelpreis für seine Bemühungen, den Konflikt Tibets mit China gewaltfrei zu lösen.

 

Können wir im Horoskop etwas von der „Heiligkeit“ des Dalai Lama erkennen?

 

Sonne und Aszendent des Dalai Lama stehen im Wasserzeichen Krebs. Das weist ihn als einen sehr emotional bestimmten Menschen aus, der eine starke Verbundenheit und viel Mitgefühl für seine Mitmenschen aufweist. Krebs steht auch für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit sowie ein fröhliches Gemüt. Wenn Sonne und Aszendent im selben Zeichen stehen, werden die typischen Charakteranlagen dieses Zeichens verstärkt, somit finden wir hier eine hohe Feinfühligkeit, gepaart mit kindhaftem Charme und kreativer Spontaneität. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Krebs ein kardinales Zeichen ist, das trotz seiner Empfindsamkeit und Hilfsbereitschaft durchaus auch bestimmend sein und Initiativen setzen kann. Dies umso mehr, als die Sonne, ganz nah am Aszendenten, im 1. Haus steht, dem Haus der Selbstdurchsetzung, in dem sich übrigens auch der Planet Pluto mit seinen ungeheuren transformativen Kräften befindet. Es ist davon auszugehen, dass Pluto den kleinen Jungen in seinem Prozess unterstützt hat, als er im Kleinkindalter als Reinkarnation des 13. Dalai Lama identifiziert und selbst zum 14. Dalai Lama ernannt und fortan in einem buddhistischen Kloster auf seine künftige Aufgabe vorbereitet wurde, und diese Pluto-Stellung dürfte auch mit der charismatischen Ausstrahlung des buddhistischen Führers zu tun haben.

 

Auf die klösterliche Erziehung verweist übrigens auch Merkur, der in dem von ihm beherrschten Zeichen Zwillinge im 12. Haus steht: in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit des Klosterlebens konnte sich ein blitzgescheiter Geist herausbilden, der eine starke und in sich gefestigte Spiritualität aufweist, die dennoch weit von jedem Fanatismus entfernt ist und sehr viel Verständnis nicht nur für seine buddhistischen GlaubensgenossInnen, sondern für die gesamte Menschheit aufbringt. Merkur als Herrscher des 4. Hauses, der im 12. Haus steht, ist aber auch ein Hinweis auf einen Menschen, der seine Heimat verlassen musste und sein Leben in der Fremde verbringt. Obwohl der durch Merkur in Zwillinge verkörperte scharfe Verstand eine der Hauptqualitäten des Dalai Lama ist, blüht er sozusagen im Verborgenen (12. Haus), während die Krebs-Sonne im 1. Haus und in Konjunktion mit dem Aszendenten, zudem in Aspekt-Verbindung mit fast allen anderen Planeten, gleichsam das Tor ist, durch das der „einfache Mönch“, wie er sich selbst bezeichnet, seine Botschaft des Friedens mit stetem Lächeln in die Welt trägt. Besonders auffällig ist das große Trigon zwischen Sonne, Jupiter und Saturn: er hat den Ehrgeiz und persönlichen Anspruch, etwas schaffen und bewirken zu wollen, was ihm auch gelingt. Saturn befindet sich als höchstgestellter Planet in Fische im 9. Haus: sein Mitgefühl ist von starker Verantwortlichkeit geprägt, und er findet in der Spiritualität den Sinn des Lebens, was ihm wiederum Halt und Sicherheit verleiht.

 

Jupiter in Skorpion zeigt an, dass der Dalai Lama auch in Krisensituationen (er lebt nach seiner Flucht aus Tibet seit vielen Jahren als tibetisches Oberhaupt im Exil und wird von der chinesischen Regierung nach wie vor in seiner internationalen Tätigkeit behindert und bekämpft) nicht seine Zuversicht und den Glauben an das Gute verliert.

 

Mars in Waage im 4. Haus symbolisiert den friedlichen Kampf für die Heimat und zeigt auch an, dass hier jemand in seiner (neuen) Heimat als Exilierter lebt (Mars steht in Waage im Exil).

 

Der Mond als Herrscher des Zeichens Krebs und somit Geburtsherr steht in Jungfrau in Konjunktion mit Neptun. Der Dalai Lama stellt seine Person seinen tibetischen Brüdern und Schwestern zur Verfügung, er versteht seinen Selbstausdruck als spirituellen Anspruch, sich nützlich zu machen. Dabei ist er ruhig und besonnen, vernünftig und bescheiden, will nicht auffallen und kann seine persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren. Mond in Opposition zu Saturn verweist auf einen Menschen, der schon früh den Ernst des Lebens kennenlernen und in sehr jungen Jahren Verantwortung im Hinblick auf seine künftige Lebensaufgabe übernehmen musste, und daher nur beschränkt ein ausgelassenes und fröhliches Kind sein durfte. In diesem Zusammenhang ist der Dalai Lama diszipliniert und streng zu sich selbst und er ist auch bereit, unvermeidbare Opfer auf sich zu nehmen. Die Mond-Stellung im 3. Haus zeigt seine Kontaktfreude, der harmonische Aspekt (Sextil) zum Aszendent führt uns seine Beliebtheit und positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit vor Augen.

 

Wir wünschen Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, alles Gute zum 80. Geburtstag und noch ein langes, gesundes Leben und fruchtbares Wirken für die Sache des tibetischen Volkes.

Eric Clapton – zum 70. Geburtstag

Der britische Musiker Eric Clapton begeht am 30. März 2015 seinen 70. Geburtstag. Er ist 20-facher Grammy-Gewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. Clapton prägte die Entwicklung des Blues Rocks seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen („Mr. Slowhand“). Auf der im Jahr 2011 aktualisierten Liste der 100 Greatest Guitarist of All Time der US-amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone findet sich Clapton auf Rang zwei.

 

Clapton wurde am 30. März 1945 im englischen Ripley in der Grafschaft Surrey im Tierkreiszeichen Widder geboren und hat einen Waage-Aszendenten. Seine Mutter Patricia Molly Clapton war bei seiner Geburt erst 16 Jahre alt. Sein Vater war der in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat Edward Walter Fryer, der bei Erics Geburt das Land bereits wieder verlassen hatte. Als uneheliches Kind wuchs Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Ripley in der Grafschaft Surrey in England auf. Diese verheimlichten ihm seine Abstammung und ließen ihn lange in dem Glauben, seine Mutter sei seine Schwester.

 

In Claptons Radix steht die Sonne im Power-Zeichen Widder, was im allgemeinen auf einen starken Willen, Durchsetzungsstärke und Impulsivität hinweist. Hier verbinden sich Unbekümmertheit und unbändige Energie zu Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Allerdings ist die Widder-Energie in dieser Radix mehrfach gedämpft: erstens steht die Sonne im 6. Haus, dem Haus der Anpassung, des Alltags und des Sich-Zur-Verfügung-Stellens in der Arbeit. Das heisst, die unbändigen Kräfte und Willensäußerungen müssen sich gewissen Bedingungen unterwerfen, sehr viel von dieser Energie wird in die Arbeit gesteckt (darauf komme ich später noch zurück).

 

Zweitens, und fast noch wichtiger, die Sonne steht in Opposition zum Verschleierungsplaneten Neptun. Das bedeutet, dass einerseits das Selbst verunsichert, die Selbstwahrnehmung getrübt ist. Doch woraus resultiert das? Ganz klar können wir aus dieser Konstellation das Fehlen des Vaters herauslesen (die Sonne steht ja auch für den Vater), und Neptun im 12. Haus weist darauf hin, dass genau das dem kleinen Eric verschwiegen wurde, indem ihm seine Mutter als Schwester, seine Großeltern als Eltern präsentiert wurden. Die Sonne in einem Spannungsaspekt mit Neptun weist in vielen Fällen auch auf einen gewissen Suchtcharakter hin, und tatsächlich war Clapton in den 1970-er Jahren lange drogen- und alkoholabhängig. Es ist ihm aber offenbar gelungen, sich nach und nach von seinen Süchten zu befreien. Seine erfolgreichen Entziehungskuren veranlassten ihn, auf Antigua das Rehabilitationszentrum Crossroads Centre Antigua zu gründen.

 

Der Aszendent in Waage weist Clapton als sehr partnerbezogen, harmoniebedürftig, kontaktfreudig, diplomatisch, charmant, liebenswürdig und gesellig aus, als einen Menschen mit gutem Geschmack und künstlerischen Ambitionen. Die Geburtsherrin Venus steht im musikalischen Stier-Zeichen und verstärkt – neben einer ausgeprägten Sinnes- und Genussfreude – das künstlerisch-musikalische Talent, das an die Öffentlichkeit drängt, wie aus dem Quadrat der Venus zum MC ersichtlich ist. An seinen Partnerinnen schätzt er Sinnlichkeit und Bodenständigkeit, was ihm wiederum Sicherheit vermittelt.

 

Ausserdem finden wir in dieser Radix eine sehr interessante Planetenfigur, nämlich einen Glücksdrachen, an dessen Spitze Venus als Geburtsherrin im 7. Haus steht: ein weiterer Hinweis auf den Erfolg, den Clapton mit seiner Musik beim Publikum und in der Öffentlichkeit über die Jahre hinweg hat.

 

Wie gesagt, Beziehungen sind für Menschen mit Waage-Aszendent sehr wichtig, folgerichtig hatte Clapton in seinem Leben mehrere fixe Partnerinnen, mit denen er auch Kinder hat. Daneben gab es sicherlich auch unzählige heimliche Affären (Neptun als Herrscher des 5. Hauses in 12), wie wir aus dem Horoskop eines Mannes mit Waage-Aszendent schließen können.

 

Doch es gibt auch Schattenseiten in diesem Künstlerleben. Mit fast manischer Besessenheit, einem starken Arbeitseinsatz und viel Enthusiasmus (Sonne Trigon Pluto) erarbeitet sich Clapton seinen Status als Musiker von Weltrang, was natürlich auch mit dem Streben nach Macht verbunden ist (Pluto Konjunktion MC). Kraft, Dominanz und Charisma leuchten uns entgegen, Clapton wirkt sehr von sich selbst überzeugt. Allerdings bildet sein Skorpion-Mond ein Quadrat zu Pluto. Bei dieser Mond-Stellung geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, deren Tiefe ausgelotet werden soll. Fast immer gibt es in diesen Fällen vor der Geburt Krisenerlebnisse der Mutter, die sich in einer schwierigen Lage befindet und ihre Machtlosigkeit spürt (und ja tatsächlich noch vor Claptons Geburt von seinem Vater verlassen wurde).

 

Ein Mensch mit einem Skorpion-Mond hat eine starke emotionale Bindung zur Mutter (auch wenn er sie anfänglich für die Schwester hält), er hat vorstellungsbezogene, kontrollierende und suggestive Gefühle, da er spürt, dass etwas nicht stimmt und er den Dingen auf den Grund gehen will; mit oberflächlichen Erklärungen gibt er sich nicht zufrieden. Zudem besteht der starke Wunsch, das Leben in aller Intensität wahrzunehmen, was oft auch mit einer immensen Leidensfähigkeit einhergeht. Schließlich geht es um das totale Sich-Einlassen, und das geht nicht ohne Schmerzen ab, ob es sich nun um Beziehungskonflikte, Suchtprobleme oder den Verlust von Familienangehörigen und Freunden handelt.

 

Die 1990-er Jahre waren für Clapton in mehrfacher Weise schmerzhaft: Am 27. August 1990 starb sein Freund und Kollege Stevie Ray Vaughan bei einem Helikopterabsturz. Und noch tragischer: Am 20. März 1991 kam sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York ums Leben.

 

Dennoch ist es Eric Clapton immer wieder gelungen, sich von Schicksalsschlägen zu erholen und wieder einen Sinn im Leben zu finden. In diesem Sinne wünschen wir Eric Clapton zu seinem runden Geburtstag und der bevorstehenden Tournee alles Gute.

Erika Pluhar – zum 80. Geburtstag

Sie ist eine der vielseitigsten Künstlerinnen unseres Landes. Die ehemalige renommierte Burgschauspielerin, die ihre kreative Ausdrucksmöglichkeit seit vielen Jahren auch auf die Musik und das Schreiben ausgedehnt hat, feiert am 28. Februar 2019 ihren 80. Geburtstag.

Erika Pluhar ist in Wien-Floridsdorf mit 2 Schwestern aufgewachsen, besuchte nach der Matura das Max Reinhardt-Seminar und wurde gleich nach der Abschlussprüfung an das Wiener Burgtheater engagiert, dessen Ensemblemitglied sie bis 1999 blieb. Während ihre Karriere als Schauspielerin in den 1960-er und 1970-er Jahren Fahrt aufnahm, und sie durch Fernseh- und Kinospielfilme auch einem internationalen Publikum bekannt wurde, verlief ihr Privatleben über weite Strecken problematisch und brachte ihr durch Verluste nahestehender Menschen auch tragische Momente und Verzweiflung. Zur Bewältigung dieser Tragödien trug das Schreiben bei, das sie zwar seit Kindertagen betrieben hatte, jedoch veröffentlichte sie erst ab 1981 eigene Werke – inzwischen Dutzende. In den 1970-er Jahren startete sie auch ihre gesangliche Karriere, ursprünglich vorangetrieben von ihrem 2. Ehemann André Heller, der für sie Texte schrieb und Lieder auswählte. Später trat sie nur noch mit eigenen Texten auf.

Theater, Musik, Literatur – diese Frau lebt in und mit der Kunst. Wie mag sich das in ihrem Horoskop ausdrücken?

Es ist ein durch und durch „künstlerisches“ Horoskop, mit einer Betonung des Elements Wasser, das ja für Gefühlsreichtum und Kreativität steht. Mit dem Aszendenten, mit Sonne, Jupiter und Merkur in Fische – nur der überpersönliche Pluto steht noch im Wasserzeichen Krebs – ist vor allem der künstlerische Bereich angesprochen, Phantasie, Hoffnungen, Illusionen, aber auch Verunsicherungen und Ängste, die oft verdrängt sind und ans Licht des Bewusstseins geholt werden sollten. Das Leben in einer Scheinwelt, im Theater oder Film, passt hier natürlich perfekt dazu, ebenso das Täuschen, Verstellen und Flüchten in Träume. Wie hätte Erika Pluhar das besser lösen können als im Beruf der Schauspielerin, wo sie die Rollenspiele perfektionieren konnte.

Der Fische-Aszendent macht besonders feinfühlig und sensibel, die Empfindungen sind stark ausgeprägt, ebenso die emotionale Verbundenheit mit anderen. Sie hat eine reiche Phantasie und agiert oft aus einem Bauchgefühl heraus. Persönliche Beziehungen und menschliche Werte bedeuten ihr sicherlich mehr als materieller Besitz oder theoretisches Wissen, sie kann sich aber auch in Gefühlen verlieren oder sich bis zur Selbstaufgabe anpassen.

Frauen mit einem Fische-Aszendent wirken oft auf andere Menschen faszinierend, weil sie geheimnisvoll, mysteriös, schillernd und schwer zu fassen sind, kaum ihr wahres Gesicht zeigen und dadurch die Phantasie anregen. Erika Pluhar war zwar schon als „jugendliche Liebhaberin“ (ihr Rollenfach am Burgtheater) eine in Wien bekannte und beliebte Darstellerin, richtig berühmt wurde sie jedoch durch ihre Verkörperung der Madame Forestier im Fernsehfilm „Bel Ami“ von Helmut Käutner (mit Helmut Griem in der Titelrolle, der während der Dreharbeiten ihr Liebhaber wurde). Diese Madame Forestier – eine sogenannte „Femme fatale“ wurde in den darauffolgenden Jahren zu Pluhars Synonym, auch wenn sie zahlreiche andere Film- und Theaterrollen spielte.

Wenn Sonne und Aszendent im selben Zeichen stehen und die Sonne ausserdem nahe am Aszendenten, legt sie aber doch auch einen gesunden Egoismus an den Tag, um zu überleben, das eigene Ego steht im Mittelpunkt des Interesses, auch wenn sie es immer wieder (im 12. Haus) versteckt und verdrängt.

Natürlich müssen wir uns auch den Geburtsherrscher ansehen, in diesem Fall also Neptun, den Herrscher des Fische-Zeichens. Dieser steht im Erd-Zeichen Jungfrau im 7. Haus in Rezeption und gleichzeitig Opposition zu Merkur in Fische am Aszendenten. Das ist eine sehr interessante Konstellation, denn beide Planeten stehen in ihrem Exil (Merkur herrscht über Jungfrau). Der Geburtsherrscher im 7. Haus drückt eine grosse Hingabefähigkeit und Opferbereitschaft für den Partner aus, er ist dazu mit den beiden „weiblichen“ Planeten Mond (im Quadrat) und Venus (im Trigon) verbunden. Erika Pluhar ist (oder war lange Zeit) bereit, alles für den jeweiligen Partner zu tun, sich ihm anzupassen und nützlich zu machen. Sie neigt dazu, schwache, kranke oder süchtige Partner anzuziehen (natürlich auch Künstler oder solche, die nicht wirklich für sie da sind), nimmt gerne die Helferrolle ein, ist also eine klassische Co-Abhängige – was sie aber inzwischen durchschaut haben dürfte. Ihr erster Ehemann Udo Proksch war ebenso Alkoholiker wie ihr späterer Lebensgefährte Peter Vogel, der zusätzlich an Depressionen litt und sich das Leben nahm. Von anderen Männern wurde sie betrogen oder verlassen. Ein an Enttäuschungen – aber auch ein an künstlerischen Höhenflügen und Rauscherlebnissen reiches Liebesleben also.

Als Fische-betonte Frau verfügt sie ohnehin nicht über eine übermäßige Abgrenzungsfähigkeit, und als junge Frau träumte sie – wie sie bekennt – vom „Märchenprinzen“ (Venus Trigon Neptun).

Was sich auf das Liebesleben problematisch auswirkt, hat aber einen positiven Effekt auf die Kreativität: die Rezeption zwischen Merkur und Neptun verleiht eine ungezügelte Phantasie, ausgeprägte Intuition, sowie die Fähigkeit, den geheimen Sinn von Worten zu erspüren und auch auszudrücken, was natürlich für Schriftsteller oder Musiker überaus günstig ist.

Überhaupt steht der Fische-Merkur im 1. Haus, in gradgenauer Konjunktion zum Aszendenten, für das Bedürfnis, sich mitzuteilen, oder, wir könnten auch sagen, für den künstlerischen Selbstausdruck über Worte. Ihre Fähigkeit, die Phantasie in Worte zu kleiden, in eine subtile oder tiefgründige Bildersprache zu verwandeln, ist eines der grossen Talente der Erika Pluhar und sicherlich diesem Merkur zu verdanken. Aber auch die Kontaktfreudigkeit, die Vielseitigkeit, das Führen eines Tagebuches seit den Jugendtagen geht auf diese Merkurstellung zurück, der noch dazu mit Mond (in Zwillinge) und Neptun ein T-Quadrat bildet. Es ist dieser Frau wirklich ein Anliegen, über ihre Gefühle und Bedürfnisse zu sprechen und zu schreiben (Zwillinge-Mond im 3. Haus). Gleichzeitig verleiht ihr dieser Mond ein Gefühl der Leichtigkeit, die ihr sonst eher zu fehlen scheint, ebenso ein grosses Kommunikations- und Abwechslungsbedürfnis, intellektuellen Wissensdurst und Vielseitigkeit. Sie beschäftigt sich wohl intensiv mit der Psyche (der eigenen und auch fremden), hat daher Interesse für Psychologie und auch schon therapeutische Hilfe in Anspruch genommen, um über ihre Gefühle und deren Verletzlichkeit zu sprechen.

Der Mond ist durch das Quadrat zu Neptun auch verletzt – hier zeigen sich seelische Labilität, emotionale Verletzbarkeit und ein Chaos im Gefühlsleben ebenso wie ein Defizit an Zuwendung und Geborgenheit, das in ein Gefühl der Verlorenheit und Angst münden kann. Ebenso ist eine gewisse Unsicherheit über die eigene Weiblichkeit und Mütterlichkeit „vorprogrammiert“, vielleicht auch die Unfähigkeit, der eigenen Tochter genügend Nestwärme und Zärtlichkeit geben zu können. Auf der anderen Seite gibt es eine grosse Naturverbundenheit und Liebe zu Tieren. Wie Erika Pluhar schreibt, sind ihr Spaziergänge und Aufenthalte in der Natur ein Grundbedürfnis, und als Mädchen hatte sie sogar erwogen, Tierärztin zu werden.

Der Mond steht auch noch in einer separativen, also schwächer werdenden Opposition zu Mars, dem Mitherrscher des 1. Hauses (das Zeichen Widder ist vollständig im 1. Haus eingeschlossen). Dieser Mars steht als elevierter (höchststehender) Planet in Schütze und bildet ein Gegengewicht zur starken Fische-Betonung. Begeisterung und Idealismus sind für sie daher die stärkste Motivation zum Handeln, das bewies Erika Pluhar sowohl in ihren künstlerischen Aktivitäten als auch in ihrem privaten Engagement. Als musikalische Botschafterin der Friedensbewegung in den 1980-er Jahren war sie entschlossen, viel Energie einzusetzen, damit sich die Welt ihren Idealen entsprechend verbessern könne, dabei zeigte sie Zivilcourage und trat mutig für ihre Überzeugungen ein – beispielsweise in Portugal bei der Nelkenrevolution. Sie liebt fremde Länder und Kulturen und bezieht viel Lebensfreude aus der Eroberung neuer Horizonte, muss aber für eine Sache “Feuer und Flamme” sein, damit diese wert ist, umgesetzt zu werden.

Dieser Mars ist gewissermaßen ihre Rettung. Mit der Fische-Sonne kennt sie ja Verunsicherungen und Zweifel, bevor sie zur Tat schreitet, daher kommt ihr der Mitherrscher des 1. Hauses sehr gelegen. Ihn sollte sie ins Bewusstsein holen und leben, und das hat sie meiner Meinung nach auch getan.

Die Opposition zwischen Mond und Mars macht sie zu einer „starken Frau“, die aber vielleicht manchmal Angst vor der eigenen Courage hat. Als junge Frau dürfte ihr diese Stärke – die zeitweise mit übertriebenen emotionalen Reaktionen einhergehen kann – eher unangenehm gewesen sein, da sie fürchtete, weniger geliebt und geschätzt zu werden. Im Lauf der Zeit hat sie aber wohl gelernt, diese Spannung in sich zu überwinden, sich ihrer Stärke bewusst zu werden und diese auch gezielt einzusetzen, wo es ihr nötig erschien.

Mars steht aber nicht nur in Schütze, er erhält auch ein Quadrat von Jupiter in Fische, das führt zwar manchmal dazu, dass sie ihre Kräfte und Möglichkeiten überschätzen könnte, andererseits gelingt es ihr aber auch, Dinge zu realisieren, die andere nicht für möglich gehalten hätten, einfach, weil sie so stark an sich und ihre Kraft geglaubt hat. Ihre Handlungen sind mit grossem Optimismus und Begeisterungsfähigkeit gekoppelt, aber es ist für sie wichtig, dass ihre Aktivitäten Sinn machen und einem höheren Zweck dienen (Jupiter in Fische). Einmal in Fahrt gekommen, ist sie kaum mehr zu bremsen, denn wenn ihr etwas sinnvoll erscheint, tut sie auch meist das Richtige. Der gut stehende Jupiter in Fische und im 12. Haus drückt auch aus, dass sie in höchster Not aufgefangen und gehalten wird. Dadurch können negative Erfahrungen in positive und Hindernisse in hilfreiche Ereignisse verwandelt werden.

Mars steht im Quadrat zu Merkur, das könnte ein Hinweis auf eine sehr scharfsinnige Gesprächskultur sein, allerdings neigt Erika Pluhar dazu, sich leicht zu erregen und dann vielleicht aggressiver oder gereizter zu wirken, als sie eigentlich ist.

Kommen wir noch auf die Venus zu sprechen. Diese steht in Erika Pluhars Radix in Steinbock im 11. Haus, ein Hinweis auf eine klassische, eher herbe Schönheit, die Beziehungen und Freundschaften ernst nimmt und dazu neigt, dabei viel Verantwortung zu übernehmen. Das Halbquadrat zur Sonne steht für eine Frau, die sich im Grunde nicht liebenswert findet. Die Opposition zu Pluto tut ein übriges: Diese ernsthafte, zurückhaltende Venus hat ein unbändiges Bedürfnis nach intensiven, aufwühlenden Beziehungen, in denen es auch zu Tabubrüchen, zu Gewalt und Missbrauch kommen kann. Erika Pluhar schreibt ja offen darüber, dass ihr erster Ehemann sie geschlagen hat, subtile Machtspiele in anderen Beziehungen werden zumindest angedeutet. Das Loslassen dürfte ihr nicht leicht gefallen sein. Doch hat ihr letztlich ihr kreatives Potenzial geholfen, den Druck aus den Beziehungsproblemen herauszunehmen.

Das separative Trigon zwischen Venus und Neptun drückt dennoch ein starkes Bedürfnis nach Nähe und Hingabe aus und die Tendenz, den jeweiligen Partner zu idealisieren. Mit den Jahren ist es ihr aber immer besser gelungen, sich auch von einem geliebten Du klar abzugrenzen und generell die Menschen so zu nehmen, wie sie tatsächlich sind. Ausserdem ist ihr im Lauf des Lebens ihre Unabhängigkeit so lieb geworden, dass sie sich trotz ihrer Sehnsucht nach Liebe nicht vereinnahmen lässt. Dieser Aspekt lässt sich konstruktiv leben, wenn sie einerseits lernt, ihre zahlreichen Ideen auf kreative Art umzusetzen, und andererseits auch der Spiritualität im Leben einen Platz einzuräumen. Beides scheint ihr gelungen zu sein.

Was ich persönlich an dieser grossartigen Frau und Künstlerin bewundere, ist ihr unbändiger Lebenswille, der sie trotz mehrerer privater Katastrophen nie ganz verlassen hat (auch wenn sie nach dem Tod ihrer einzigen Tochter Anna nahe dran war, ihr nachzufolgen), sowie die permanente Auseinandersetzung mit den eigenen inneren Verletzungen und Abgründen, die sie zu einer abgerundeten, der Weisheit nahen und auf wohltuende Weise gereiften Persönlichkeit gemacht haben.

Dieser wunderbaren Frau wünschen wir zu ihrem 80. Geburtstag noch viele erfüllte Jahre voller Schaffenskraft und Lebensfreude, um ihren Weg der Kreativität und Weisheit fortzusetzen.

Falco zum 60. Geburtstag – in memoriam

Der österreichische Musiker Hans Hölzel, berühmt geworden unter dem Künstlernamen Falco, wäre am 19. Februar 2017 60 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gibt es zahlreiche Medienberichte über sein Leben und sein Schaffen, ebenso über seinen frühen Tod vor 19 Jahren. Doch wie lässt sich diese schillernde Persönlichkeit astrologisch fassen? Was sagt uns das Horoskop über den Mensch Hans Hölzel und den Künstler Falco?

Geboren wurde er 1957 in Wien als einziger Überlebender von Drillingen. Allerdings kursieren unterschiedliche Geburtszeiten. Während Lois Rodden bei Astrodata ebenso 13.15 MEZ angibt wie die französische Seite Astrotheme, findet sich bei astroschmid.ch die Geburtszeit von 0.30. Ich gehe allerdings von 13.15 aus, da ich diese Zeit für das Horoskop stimmiger finde.

Falco hat hier einen Krebs-Aszendent und das MC in Fische. Beides weist ihn als extrem sensiblen, künstlerischen Menschen aus, für den das Thema Familie sehr bedeutend ist. Wie wir aus seiner Biographie wissen, ist Falco privat aufgeblüht, als ihm seine Freundin und spätere Frau Isabella die vermeintliche Tochter Katharina Bianca gebar. Als sich Jahre später herausstellte, dass die Kleine nicht Falcos Kind war, brach für den Musiker eine Welt zusammen. Bereits nach einjähriger Ehe hatte er sich von Isabella getrennt, zu Katharina Bianca hielt er aber noch länger Kontakt.

Ein Krebs-Aszendent wünscht sich vor allem Wärme und Geborgenheit, doch Falco wurde in eine krisenhafte Umgebung hineingeboren; der Vater verliess die Familie, als der Junge 10 Jahre alt war. Wie die Beziehung zum Vater davor war, wissen wir nicht, nach der Trennung der Eltern war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn jedenfalls distanziert. Seine seelische Identität (Krebs) fand Falco bei seiner Mutter, mit der er sich lebenslang eng verbunden fühlte.

Der Mond als AC-Herrscher steht in Falcos Horoskop im Zeichen Skorpion im 5. Haus. Er bildet eine enge Konjunktion mit Neptun. Skorpion ist ja ein sehr gefühlsintensives, auch vorstellungsbezogenes Zeichen, das ein totales Sich-Einlassen erfordert, was meist nicht ohne Schmerzen vor sich geht. Ein Mensch mit einem Skorpion-Mond hat kontrollierende und suggestive Gefühle, er setzt sich ständiger psychischer Bewertung durch andere aus, kann ein emotionales Kraftfeld um sich bauen, kennt aber auch emotionale Fixierungen und Abhängigkeiten, was oft zu Gefühlsausbrüchen führen kann. Da er den Dingen auf den Grund gehen will, gibt sich nicht mit oberflächlichen Erklärungen zufrieden und er hat den starken Wunsch, das Leben in aller Intensität wahrzunehmen. Damit einher geht eine immense Leidensfähigkeit, aber auch eine starke emotionale Kraft und Leidenschaft, die sich mit einer gewissen Hartnäckigkeit die eigene Realität schafft. Um seine Umgebung interessanter zu machen, konnte er schon mal ein kleines Drama inszenieren. Auch können fixe Vorstellungen zwanghaft und lebensbestimmend werden, was innere Krämpfe verursacht. Die fixen Bilder und Vorstellungen, die sich inspirierend auf die Phantasie auswirken, kommen jedoch als starke kreative Kräfte dem künstlerischen Ausdruck zugute.

Das Bedürfnis nach emotionaler Nähe ist gross, und wenn den wahren Bedürfnissen nicht entsprochen wird oder wenn er ureigene Gefühle verleugnen muss, kann dieser Mensch sehr wütend werden, was auch leicht in destruktives Verhalten ausartet. Da er seine emotionale Sicherheit durch Leidenschaft und Sexualität zu erreichen meint, kann auch sexuelle Besessenheit auftreten.

Fast immer gibt es vor der Geburt Krisenerlebnisse der Mutter, die sich in einer schwierigen Lage befindet und ihre Machtlosigkeit spürt. Bei Falco trat die Krise bei der Geburt selbst auf, indem nämlich seine beiden Geschwister starben, und nur er am Leben blieb. Vermutlich ist er von seiner Mutter als einziger Sohn übermäßig geliebt und behütet worden, was auch die starke emotionale Bindung zur Mutter erklärt, von der er sich nur schwer lösen konnte. Es ist aber anzunehmen, dass die Mutter ihn subtil manipuliert und durch ihre totale Hingabe an sein Leben und seine Karriere wohl auch unbewusste Schuldgefühle in ihm ausgelöst hat (Mond in Skorpion als AC-Herrscher).

Die Konjunktion zwischen Mond und Neptun ist aber auch für ein diffuses Gefühlsleben, emotionale Orientierungslosigkeit verantwortlich und kann bei einem Mann dazu führen, dass er Frauen idealisiert und süchtig wird nach ihren Zärtlichkeiten, sich aber auch leicht von Frauen täuschen lässt und möglicherweise sogar zum Opfer wird. Auch eine Suchtproblematik lässt sich daraus ablesen, denn Drogen und Alkohol enthemmen und ermöglichen, das Gefühl von Grenzenlosigkeit zu spüren. Selbstverständlich kann das vollständige Eintauchen in Musik die gleiche Wirkung haben.

Der Mond läuft in eine Opposition zu Mars, was sich oft durch zynische und pointierte Äusserungen bemerkbar macht, die andere leicht verletzen können, dabei ist Falco aber selbst sehr verletzlich und versucht, sich durch einen gewissen Humor und Zynismus zu schützen.

Der Mond bildet ferner ein Quadrat zu Merkur und ein Quadrat zu Uranus. Für ein T-Quadrat ist aber der Orbis zwischen Merkur und Uranus, der noch dazu rückläufig ist, zu gross. Das Quadrat zwischen Mond und Uranus weist auf eine schwierige Geburtssituation hin und bringt zum Ausdruck, dass Beziehungen zu Frauen nicht unproblematisch verlaufen. Es kann immer wieder Überraschungen geben, oder die Frau bricht aus, oder er selbst geht auf emotionale Distanz und trennt sich plötzlich und ohne Vorwarnung. Eine Mond/Uranus-Spannung ist aber immer auch ein Hinweis darauf, dass er in seinen Gefühlen leicht zu irritieren war, was zu Impulsivität, Launenhaftigkeit und emotionaler Zerrissenheit führte.

Mit der Mond-Stellung im 5. Haus hat Falco natürlich auch ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und will als Künstler wichtig genommen werden.

Nicht nur Aszendent und Mond weisen auf eine sehr emotionale und kreative Persönlichkeitsstruktur hin, sondern auch die Sonne, die auf 0 Grad Fische steht. Dieser Mensch hat also einen äusserst sensiblen, einfühlsamen Wesenskern, den er sehr feinfühlig zum Ausdruck bringt. Sein Innenleben ist reich an Gefühlen und Phantasie, und er hat die Fähigkeit, sich gänzlich an etwas hinzugeben. Die Persönlichkeitsstruktur ist äusserst zerbrechlich, er ist wie eine Mimose, die sich selbst sehr wichtig nimmt; dabei kennt er grossen Weltschmerz, hat viel Phantasie, fühlt sich aber oft hilflos mit seinen grenzenlosen Wünschen, die sich oft nicht realisieren lassen und dann zu Unzufriedenheit führen. Da kann ihm sein Leben manchmal schon entgleiten und, wie ja auch geschehen, in Chaos, Sucht oder Selbstmitleid führen. Halt in sich selbst zu finden, ist ihm nicht leicht gefallen.

Die Sonne steht im Trigon zu Neptun, das machte ihn offen, beeinflussbar und durchlässig, prädestinierte ihn aber auch dafür, gleichsam mit einer Maske zu leben, sich mit Geheimnissen zu umgeben und sich als jemand darzustellen, der er in Wahrheit nicht war.

Dennoch war er auf der Suche nach etwas, das ihn gewissermaßen aus den irdischen Verstrickungen in geistige Höhen ziehen sollte. Sein Drang nach Expansion, nach Erweiterung, war gross, genauso wie auch die Hoffnung, im Ausland, in Falcos Fall in der Dominikanischen Republik, seine Kreativität steigern zu können. Von Freunden und frühen Wegbegleitern wird Falco als eigentlich schüchterner Mensch (Sonne in Fische) beschrieben. Als er erst im deutsch-sprachigen Raum und später weltweit berühmt wurde, wandelte sich diese Schüchternheit in Selbstüberschätzung, Überheblichkeit und Exaltiertheit, die ihm von vielen als Arroganz und Größenwahn ausgelegt wurde. Sein kometenhafter Aufstieg vom einfachen Bassisten in einer politischen Anarcho-Band (Drahdiwaberl) zum ersten deutsch-sprachigen Rapper, der drei Wochen lang die US-Charts anführte, hat ihn wohl in diese Überheblichkeit katapultiert. Auf der anderen Seite geben die Sonnen- und Mondstellung, beide in Verbindung mit Neptun, einen Hinweis auf eine Ich-Schwäche, auf ein schwankendes Selbstwertgefühl und Versagensängste. Nachdem „Rock Me, Amadeus“ die amerikanische Hitparade gestürmt hatte, verfiel Falco in eine tiefe Depression, da er Angst hatte, so einen Erfolg nie wieder zu erreichen. Er war süchtig nach Geltung und Beachtung, und um sich seine Schwäche und Verletzlichkeit nicht anmerken zu lassen, verfiel er eben in einen gewissen Größenwahn.

Wie sah Falcos Liebesleben aus? Die Venus im Wassermann bildet ein bereits überschrittenes Quadrat zu Mars und ein ebenfalls überschrittenes Sextil zu Saturn. Grundsätzlich erlebte Falco Nähe und Durchsetzung als zwei gegensätzliche Pole, die für ihn nur schwer vereinbar waren. Einerseits sehnte er sich nach Nähe, aber gleichzeitig wurde es ihm bei zuviel Nähe leicht zu eng, und er fühlte sich seiner Freiheit beraubt. Ging er aber seinen eigenen Weg, vermisste er schmerzlich eine harmonische Zweierbeziehung. So pendelte er zwischen den beiden Extremen hin und her; ein paar Tage, Wochen oder Jahre mit viel Nähe wechseln mit Perioden der Konfrontation, der Durchsetzung und schliesslich der Trennung. Da die Venus im 8. Haus steht, ist bei einer Beziehung das Thema Vereinnahmung immer im Raum. Falco wollte eine Partnerin ganz, er verlangte ein totales Eingehen auf ihn, was praktisch die Aufgabe ihres Eigenlebens bedeutete. Nicht jede spielte da mit. Sicher waren Beziehungen mit ihm sehr intensiv und leidenschaftlich (Venus Konjunktion Lilith), gleichzeitig sind bei dieser Haltung gegenseitige Verletzungen natürlich vorprogrammiert. Das wird auch durch die Konjunktion zwischen Venus und Chiron angezeigt.

Während er in der Arbeit gründlich, zielstrebig und ausdauernd war (Saturn steht im 6. Haus und in Opposition zu Mars), brachte er diese Konsequenz in Liebesbeziehungen nicht zustande.

Für einen Künstler ist es natürlich grossartig, das MC im Fische-Zeichen zu haben und dessen Herrscher Neptun im 5. Haus, wo sich die Kreativität bestens entfalten kann. Die Konjunktion zum Skorpion-Mond zeigt in diesem Fall auch das tiefe persönliche Bedürfnis nach kreativer Entfaltung. Das Anderthalbquadrat zwischen Neptun und dem MC zeigt ausserdem, dass das Resultat der Kreativität von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. In seiner Selbstdarstellung hatte Falco einen Hang zur Grossartigkeit, was durch das Zeichen Löwe an der Spitze des 3. Hauses angezeigt ist, ebenso durch Pluto in diesem Haus, der allerdings ebenso auf den Tod von Geschwistern hinweist. Diese Pluto-Stellung bedeutet nicht nur, dass er sich mit seinen Ansichten und Meinungen durchsetzen konnte, ferner das für Rapper typische rhythmische Sprechen, sondern auch das starke Interesse für Tod, Jenseits und Tabuthemen überhaupt (das ja in mehreren seiner Songs ausgedrückt wird – „Jeanny“, „Out oft he Dark“, um nur die bekanntesten zu nennen). Auch die starke Suggestivkraft, die von ihm ausging, hat wohl mit dieser Pluto-Stellung zu tun, das bekräftigen alle, die ihn persönlich kannten. Und so wird er uns auch in Erinnerung bleiben.

Freddie Mercury – zum 70. Geburtstag

Freddie Mercury wurde am 5. September 1946 als Farrokh Bulsara auf der afrikanischen Insel Sansibar geboren, die damals eine Britische Kolonie war und heute zu Tansania gehört. Seine Eltern waren indische Parsen, Angehörige einer ethnisch-religiösen Gruppe, die der Lehre des Zoroastrismus des Stifters Zarathustra folgt und als streng abgeschlossene Gemeinschaft lebt. Sie waren nach Sansibar emigriert, wo der Vater für das Britische Kolonialamt arbeitete. Farrokh hatte noch eine jüngere Schwester, Kashmira.

Im Alter von 8 Jahren wurde Farrokh Bulsara auf das englischsprachige Knabeninternat St. Peter’s School nach Indien geschickt. Dort bekam er den Spitznamen Freddie, den er sein ganzes Leben behielt. Der Direktor des Internats bemerkte Bulsaras Musiktalent und schlug dessen Eltern vor, ihn Klavierspielen lernen zu lassen. Ausserdem durfte Freddie im Schulchor singen und an Aufführungen des Schülertheaters teilnehmen. Mit etwa zwölf Jahren wurde er Mitglied der aus fünf Musikern bestehenden Band The Hectics, deren Auftritte vor allem im Rahmen von Schulveranstaltungen stattfanden. Mercury kehrte im Sommer 1963 ohne Schulabschluss nach Sansibar zurück, das Ende des Jahres seine Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft erreichte. Im Januar 1964 kam es zu einer gewaltsamen Revolution gegen den Sultan von Sansibar, sodass Freddies Eltern noch im selben Monat mit ihren Kindern nach London flüchteten.

Von 1966 bis 1969 war Freddie Bulsara Kunststudent am Ealing College of Art, das er mit einem Diplom in Grafikdesign abschloss. In dieser Zeit fertigte er zahlreiche Zeichnungen an, darunter Portraits seiner Idole Jimi Hendrix, Rock Hudson, Paul McCartney und Cliff Richard, und er entwarf auch modische Männerkleidung.

Nach Auftritten bei verschiedenen Bands gründete Freddie Bulsara mit seinen Freunden und Bandkollegen Brian May und Roger Taylor im April 1970 die neue Band „Queen“, zu der später noch der Bassist John Deacon stieß. Einige Zeit nach der Gründung von Queen legte sich Freddie Bulsara den Künstlernamen „Mercury“ zu. Der Name ist bezeichnend, bezieht er sich doch unter anderem auf den römischen Gott Merkur, der dem Planeten den Namen gab, der Freddies Sonnen-Herrscher ist und in seinem Horoskop eine starke Position innehat.

Die Band Queen mit ihrem Lead-Sänger Freddie Mercury machte in den 1970-er und 1980-er Jahren eine beispiellose Karriere, nicht zuletzt durch Mercurys unverwechselbare Stimme, die ein für einen Rocksänger ungewöhnliches Volumen und Umfang hatte. Legendär sind sein Charisma und seine Bühnenpräsenz bei Live-Auftritten, wo er sein Publikum immer wieder durch besondere Einlagen faszinierte. Und er schrieb selbst auch einige der bekanntesten Queen-Songs, wie beispielsweise „Killer Queen“, „Crazy Little Thing Called Love“, „We Are the Champions“, oder „Bohemian Rhapsody“.

Im Mai 1987 erfüllte sich Mercury einen langgehegten Traum und trat mit der spanischen Opern-Diva Montserrat Caballé auf Ibiza auf. Im Oktober erschien die gemeinsame Single mit der Hymne Barcelona, die vom NOK als Erkennungsmelodie für die Olympischen Sommerspiele 1992 in Barcelona gewählt wurde.

Das Privatleben des Musikers verlief nicht so erfolgreich wie seine Karriere. Nachdem er in seiner Anfangszeit in London einige Jahre mit Mary Austin zusammengelebt hatte, konnte er seine homosexuellen Neigungen nicht länger verleugnen und lebte diverse Beziehungen zu Männern aus, die er jedoch nicht öffentlich machte. Um seine Partner weiterhin privat zu halten, lebte Mercury einige Jahre in New York und München.

Ende der 1980-er Jahre erkrankte Mercury an AIDS, informierte die Öffentlichkeit darüber jedoch erst im November 1991, kurz bevor er ins Koma fiel und am 24. November 1991 mit 45 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstarb. Mercurys Leichnam wurde im West London Crematorium eingeäschert, seine Eltern nahmen die Urne an sich. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob und wo es eine Ruhestätte für Mercury gibt. In der schweizerischen Stadt Montreux am Genfersee, in der Queen eine Zeitlang ein Tonstudio besaßen und in der Mercury teilweise seine letzten Lebensjahre verbracht hatte, wurde ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet.

Kann uns das Horoskop etwas über diese aufregende, aussergewöhnliche Künstler-Existenz mit ihren unzähligen Höhen und Tiefen erzählen?

Auf den ersten Blick sehen wir eine Planetenverteilung vor allem in der östlichen (linken) Hemisphäre (nur der Mond steht in der westlichen), was auf einen Menschen verweist, der weiss, was er will, sodass er auch zielgerichtet agieren kann. Dabei verliert er nie seine persönlichen Interessen aus den Augen. Er hat ein grosses Bedürfnis nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit, ebenso nach Sicherheit und Genuss, kann aber nur schwer aus sich herausgehen und sich auf andere voll einlassen. Dass in der unteren, der nördlichen, Radix-Hälfte alle persönlichen Planeten stehen, in der oberen jedoch nur sogenannte „Problemplaneten“ zeigt uns einen Menschen mit seelischem Tiefgang, der alles selbst „machen“ will, sich aber immer wieder dem Schicksal ausgeliefert fühlt.

Die Betonung der unteren Hemisphäre dürfte auch der Grund dafür sein, dass Mercury trotz seiner Berühmtheit und Stellung als öffentliche Person sein Privatleben doch lieber unter Verschluss hielt und sich jahrelang aus der öffentlichen Wahrnehmung in Städte wie New York, München oder Montreux zurückzog, um ungestört leben zu können. Auch zu seiner Homosexualität hat er sich nie öffentlich bekannt.

Nun hat dieser Mensch aber auch einen Löwe-Aszendenten, der prinzipiell nach Beachtung und Bewunderung strebt und sein Ich in den Mittelpunkt stellen will. Löwe bezeichnet einen strahlenden, selbstbewussten, lebensfrohen, kreativen und grosszügigen Menschen, der eine natürlich Würde ausstrahlt und sich gerne in Szene setzt. Nun, das war jener Freddie Mercury, den es auf die Bühne drängte, dem Pluto am Aszendenten seine charismatische Ausstrahlung und suggestive Wirkung verlieh. Dieser Planet war wohl auch für sein Bedürfnis verantwortlich, eine wichtige Rolle zu spielen und sich durchzusetzen, wenn er etwas unbedingt wollte, ohne dabei die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Sein Geltungsdrang könnte Mercury großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Doch die Aszendenten-Herrscherin, die Sonne, steht im Zeichen Jungfrau. Menschen mit einer Jungfrau-Sonne drängen nicht so ins Zentrum des Geschehens, verhalten sich eher vernünftig und bescheiden. Mit der Sonne im ersten Haus lassen sie sich aber auch nicht ihren Willen und ihre Selbstbezogenheit nehmen, auch wenn sie sich dabei möglicherweise etwas verhaltener geben.

Wie lässt sich nun die kreative Selbstverwirklichung des Löwen mit dem notwendigen sozialen Verantwortungsbewusstsein der Jungfrau vereinbaren? Geht ein lebensfroher, für seine Aufgabe brennender Künstler wie Freddie Mercury verantwortlich mit seinen Kräften um? Wenn nein, wird ihn das Jungfrau-Prinzip daran erinnern, dass er sich gewissen Gesetzmäßigkeiten des Lebens anzupassen hat. Doch nur, wenn er diese Gesetzmäßigkeiten erkennt und mit ihrer Hilfe seinen Selbstausdruck in die richtigen Bahnen lenken kann, wird er sich in der Realität optimal entfalten können. Durch den größtmöglichen Einsatz seiner Fähigkeiten am richtigen Ort kann er seinen Beitrag zum Funktionieren des grösseren Ganzen leisten. Ist Freddie Mercury dies gelungen? Im Beruflichen sicherlich. Das Privatleben sehen wir uns später noch an.

Mit dem Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau und ebenfalls im 1. Haus stehend, bekommt Mercurys Charakter etwas Berechnendes, was so ausgelegt werden kann, dass er Vernunft und Zweckmässigkeit zur Grundlage seiner Strahlkraft auf der Bühne macht. Es ist durchaus vorstellbar, dass er Karriere und Auftritte von Queen genau plante und den Erfolg miteinrechnete. Die Songs, die er zum Teil selbst geschrieben und mit sehr viel Bewegungstalent performt hat, sind ein weiterer Hinweis auf Mercurys sprachliche und schauspielerische Begabung (gut positionierter Merkur).

In diesem Horoskop gibt es aber ausser dem starken Merkur noch einen weiteren sehr gut gestellten Planeten, und zwar die Venus, die als MC-Herrscherin in ihrem eigenen Zeichen Waage und in Konjunktion zu Jupiter steht, und daher den Bezug zur beruflichen Entfaltung des Queen-Frontmans herstellt. Venus in Waage finden wir oft bei Menschen mit künstlerischen Fähigkeiten oder zumindest Interesse für den künstlerischen Ausdruck.

In Mercurys Lebensgestaltung dürfte auch das ästhetische Moment eine grosse Rolle gespielt haben. Und die Waage-Betonung (Venus, Mars, Jupiter, Neptun) weist auf einen Menschen hin, dem sehr viel an persönlichen Beziehungen gelegen ist, an ungewöhnlichen, unkonventionellen Beziehungen, denn Uranus, der Herrscher des Deszendenten-Zeichens Wassermann, steht im 11. Haus. Er bewegte sich gerne in Lebensbereichen, die den normalen gesellschaftlichen Strukturen wenig entsprechen und konnte generell mit konventionellen gesellschaftlichen und familiären Ansichten und Anforderungen wenig anfangen. Damit ist nicht nur seine Homosexualität angesprochen, sondern auch (sexuelle?) Beziehungen zu ungewöhnlichen Frauen, wie z.B. der Schauspielerin Barbara Valentin.

Werfen wir noch einen Blick auf den Mond, der ja nicht nur unsere Art zu fühlen ausdrückt, sondern auch einen Hinweis auf Talente und tiefsitzende Bedürfnisse gibt, die erfüllt werden müssen, damit wir uns sicher und geborgen fühlen. In Mercurys Horoskop steht der Mond im beweglichen Feuer-Zeichen Schütze und im 5. Haus, dem Haus der Kreativität, der Selbstdarstellung, des Selbstausdrucks. Ein Mensch mit einem Schütze-Mond verfügt über viel Idealismus, Optimismus und Begeisterung, er liebt es, aus dem Vollen zu schöpfen und geht auch manches Risiko ein, um seine Abenteuerlust und seine hedonistischen Begierden zu stillen. Das tiefe Bedürfnis, sich kreativ auszudrücken und damit Begeisterung zu erwecken, konnte Freddie Mercury sich erfüllen, seine Träume in unzähligen Bühnenauftritten verwirklichen. In Beziehungen verhielt er sich überschwänglich, interessiert und grosszügig, brauchte jedoch viel Freiraum und stellte seine eigenen Spielregeln auf. Ebenso schenkte er den Annehmlichkeiten des Lebens viel Aufmerksamkeit und war sicher ein Genießer. Der Mond hat in diesem Horoskop allerdings eine gewisse Sonderstellung, da er als Einzelplanet in der westlichen Hemisphäre (der rechten Hälfte) des Horoskops steht und danach über 5 Zeichen kein weiterer Planet folgt – diese Mondstellung wird „Leerlauf“ genannt. Das kann sich in einem Gefühl von Einsamkeit und Nicht-Zugehörigkeit äussern und auch ein Hinweis auf fehlende seelische Verankerung und auf ein nicht vorhandenes Heimatgefühl sein. Denn wo war Mercurys Heimat? Sansibar? Indien? England? War er nicht ein heimatloser Weltenbummler, der vielleicht nur in seinem künstlerischen Ausdruck zu Hause war? Nicht einmal seine Asche hat ja eine Ruhestätte gefunden, zumindest keine, die der Öffentlichkeit bekannt wäre.

So wollen wir bei Queen-Musik am 5. September 2016, seinem 70. Geburtstag, des charismatischen Sängers Freddie Mercury gedenken, der uns Fans viel zu früh entrissen wurde.

Friedensreich Hundertwasser – zum 90. Geburtstag

Der international bekannte Maler, Architekt und Umweltschützer wurde als Friedrich (Fritz) Stowasser am 15. Dezember 1928 in Wien geboren. Nachdem sein Vater kurz nach seinem ersten Geburtstag an den Folgen einer Blinddarmoperation verstarb, zog ihn seine jüdische Mutter – im römisch-katholischen Glauben – allein gross. Obwohl sie von den Nazis in eine Wohnung im 2. Bezirk zwangsumgesiedelt wurde, blieb ihr und ihrem Sohn die Vernichtung durch das NS-Regime erspart.

Stowassers künstlerisches Talent wurde bereits in der Volksschule erkannt. Im Alter von 15 zeichnete er viel nach der Natur, gleichzeitig (1943) begann er für einige Jahre, ein Tagebuch zu führen. In diesem Jahr waren an die 70 Verwandte mütterlicherseits (darunter Grossmutter und Tante) deportiert und getötet worden. Mit 20 Jahren besuchte er für einige Monate die Akademie der bildenden Künste in Wien. Von diesem Zeitpunkt an ging er dazu über, seine Werke mit „Hundertwasser“ zu signieren – hundert ist die deutsche Übersetzung des slawischen Wortes sto. Seinen Vornamen änderte er 1968, nachdem er ihn in die japanischen Schriftzeichen für „Frieden“ und „reich“ übersetzt hatte, in Friedensreich.

Eigenen Angaben zufolge wurde er von den Arbeiten Egon Schieles und Walter Kampmanns, deren Werke er damals kennenlernte, stark beeinflusst. Hundertwasser verlässt jedoch die Akademie und begibt sich auf ausgedehnte Reisen: zunächst quer durch Italien, dann mit dem Freund und Kollegen René Brô nach Paris, wo er eine Zeitlang lebt, malt und Ausstellungen bestreitet. Zeitlebens war Hundertwasser unterwegs, wie es seiner Schütze-Betonung entspricht, bereiste die ganze Welt, lebte und arbeitete viele Jahre im Ausland, vor allem in Frankreich, Italien, Japan und Neuseeland, und sprach mehrere Sprachen. Er trat als Gegner der „geraden Linie“ und jeglicher baulichen Standardisierung auf (wie er es in seinem „Verschimmelungsmanifest“ von 1958 darlegt), was insbesondere bei seinen Arbeiten im Bereich der Baugestaltung bedeutsam ist, die sich durch phantasievolle Lebendigkeit und Individualität, vor allem aber durch die Einbeziehung der Natur in die Architektur auszeichnen.

Hundertwasser galt als unangepasster Einzelkämpfer, Reformer und Umweltschützer, dem ökologische Gesichtspunkte sowohl in seiner Arbeit wie in seinem Leben eine Herzensangelegenheit waren, und der auch durch Aktivismus auf sich aufmerksam machte. Der Baum, die Vegetation, die gesamte „beseelte“ Natur nahm in seinem Werk und in seinem Denken breiten Raum ein. 1953 verwendete er zum ersten Mal die Spirale, die zum bestimmenden Element seines malerischen Werkes wurde. Er malte in Aquarell oder Mischtechnik, bevorzugte intensive, leuchtende Farben und arbeitete in vielen graphischen Techniken: Lithographie, Siebdruck, Radierung, Farbholzschnitt etc. Seine Werke befinden sich heute in zahlreichen Museen auf der ganzen Welt. Das KunstHaus Wien jedoch bietet die weltweit einzige permanente Ausstellung der Werke von Friedensreich Hundertwasser.

Am 19. Februar 2000 starb Friedensreich Hundertwasser auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa an Bord der Queen Elizabeth 2 an Herzversagen. Seinem letzten Wunsch entsprechend, wurde er auf seinem Grundstück in Neuseeland, ohne Sarg und nackt, eingehüllt in eine von ihm entworfene Koruflagge, die einen sich entrollenden Farnwedel darstellt, beerdigt. Auf seinem Grab wurde ein Tulpenbaum gepflanzt.

Was sagt uns das Horoskop dieses ungewöhnlichen Menschen, der als Querdenker und Eigenbrötler verschrien war, der mit seinen Ideen provozierte und seiner Zeit vielfach voraus war, dessen Architektur aber weltweit für Aufsehen sorgt und Tausende Touristen anzieht? Was fällt uns auf?

Gleich mehrere Faktoren fallen ins Auge: So stehen beide Achsen in kritischen Graden: die AC-DC-Achse auf 0.52 Krebs/Steinbock, die MC-IC-Achse auf 29.48 Wassermann/Löwe. Für mich würde das heissen, dass er mit seinem persönlichsten Punkt des Selbstausdrucks (Aszendent) Neuland betritt, hingegen im beruflichen und gesellschaftlichen Bereich einen zwar ungewöhnlichen Weg geht (Wassermann), den er noch vollendet, bevor er in eine transzendentale Sehnsuchtswelt hinüberschreitet.

Weiters stehen 6 Planeten (also die Mehrzahl) in den Anfangsgraden eines Zeichens, nämlich Mond, Venus, Mars, Jupiter, Uranus und Neptun: hier soll etwas ganz Neues begonnen werden, etwas Pionierhaftes, das für ihn und andere bedeutsam wird. Und nicht nur sind alle diese 6 Planeten untereinander durch Aspekte verbunden, sondern auch mit der AC-DC-Achse. Wie wir wissen, ist die Bedeutung eines Menschen umso grösser, je mehr Planeten „in Achsenbindung“ er hat.

Aber beginnen wir mit dem persönlichsten Punkt, dem Aszendenten in Krebs. Menschen mit einem Krebs-Aszendenten werden im allgemeinen als sehr emotional, feinfühlig, spontan, kreativ und charmant, aber auch etwas kindlich, launenhaft, schwankend, hilflos und ängstlich beschrieben. Die Familie sollte eine grosse Rolle spielen, dem stehen jedoch Neptun im Sextil zum Aszendenten und direkt am IC (chaotische, sich auflösende Familienverhältnisse, Fehlen eines Elternteils) und Uranus (Streben nach Freiheit und Individualität) im Quadrat entgegen. Tatsächlich starb Hundertwassers Vater, als dieser ein Jahr alt war, an einer Blinddarmentzündung. In der Direktion hatte damals das progressive IC den Neptun erreicht (Auslöschung eines Familienmitglieds), die Konjunktion des Aszendenten mit Mars ist in der Progression ganz exakt geworden, was auf eine Entzündung samt Operation und einen Konflikt im persönlichen Bereich hinweist. Der transitierende Mars stand in Konjunktion zur Radix-Sonne, Transit-Saturn in Opposition zum Radix-Mars – alles massive Hinweise auf den Verlust des Vaters.

Die spontane Kindlichkeit dürfte dem Jungen aber auch während der Nazi-Zeit mit seiner jüdischen Mutter vergangen sein. Neptun am IC zeigt auch das Untertauchen mit der Mutter, die Angst um sie, was Auswirkungen auf den individuellen Ausdruck seiner Persönlichkeit hat. Den Mond, der ja auch für die Mutter steht, finden wir im Zeichen Wassermann im 8. Haus, er bildet 2 Quinkunx-Aspekte mit Mars und Neptun, die zusammen im Sextil stehen: das ganze wird als Yod-Figur oder Finger Gottes (auch: Finger des Schicksals) bezeichnet. Menschen mit dieser Konstellation in der Radix werden oft schicksalshaft mit Ereignissen konfrontiert (Tod, Naturkatastrophen etc.). Es ist eine Aufgabe zu erfüllen, eine Bestimmung, der man sich nicht entziehen kann.

Der Mond ist aber auch Geburtsherr (Krebs-Aszendent) und steht auf 0 Grad Wassermann im 8. Haus: Noch ein Hinweis sowohl auf die Ungewöhnlichkeit und Andersartigkeit der Mutter (als Jüdin), aber auch auf die Besonderheit des Horoskopeigners. Der erste Grad im Wassermann hebt ihn aus der Masse heraus, er wird andererseits im 8. Haus aber immer in etwas hineingezogen, ohne sich abgrenzen zu können, muss sich auseinandersetzen, hat kein ruhiges Leben.

Mit dem Mars auf 1.48 Krebs am Aszendenten besteht jedoch auch ein Durchsetzungswille, selbst wenn Mars in Krebs in schlechter Qualität steht. Immerhin ist Krebs ja ein kardinales Zeichen. Hier geht es sowohl um künstlerische Aktivitäten wie um den Einsatz von Energie für die Natur, die Umwelt und den Wassersport. Hundertwasser ist ja bekannt für die neuartige ökologische Bauweise seiner Architekturprojekte (Dachbewaldung, Bäume, die aus Fenstern wachsen), die er mit grosser Beharrlichkeit und ohne sich von seinem Weg abbringen zu lassen, durchsetzte. Er war aber auch ein begeisterter Segler, der sein Boot „Regentag“ von einem alten Frachter zu seinem Wohnboot hatte umbauen lassen, in dem er frei und unabhängig leben konnte.

Der Geburtsherr in Wassermann in Konjunktion mit Venus ist natürlich auch ein starker Hinweis auf den genialen Künstler, dessen kreative Ideen (Venus ist Herrin von 5) nicht nur auf Zustimmung stießen, sondern vielfach provozierten (Venus in 8). Hundertwassers Kunst war sicherlich ungewöhnlich: er verabscheute die gerade Linie, veröffentlichte Pamphlete und Manifeste, um seine Ansichten einem breiten Publikum bekannt zu machen. Mit Mond Quadrat Jupiter konnte er seine Kunst aber auch hervorragend vermarkten und sich Wohlstand schaffen.

Der Mond als Geburtsherr spielt im Geburtshoroskop Hundertwassers natürlich eine ganz wesentliche Rolle. Trotzdem dürfen wir die Sonne nicht ausser Acht lassen, die ja immerhin den inneren Wesenskern jeder Persönlichkeit repräsentiert. Eine Schütze-Sonne bezeichnet einen Menschen mit einer optimistischen, toleranten, weltoffenen, begeisterungsfähigen, nach dem Sinn des Lebens suchenden Grundveranlagung. Viele dieser Charakterzüge finden wir ja auch bei Friedensreich Hundertwasser. Weltoffen, nach dem Sinn des Lebens suchend – ja, so haben ihn viele erlebt. Aber war er wirklich tolerant? Optimistisch? Hat er nicht eher mit missionarischem Eifer versucht, die Menschen zu einer ökologisch korrekten Lebensweise hin zu führen? Auch das ist Schütze: überzeugt von der Richtigkeit der eigenen Ansichten, überzeugt, auf der Seite der „Guten“ zu stehen, lässt er andere Meinungen nicht wirklich gelten, wirkt leicht anmaßend und überheblich.

Hundertwassers Sonne steht in Konjunktion mit Merkur und Saturn, das heisst, er stellt an sich selbst, aber auch an andere sehr hohe Ansprüche. Da kann die Leichtigkeit und Grosszügigkeit des Schützen schon mal abhanden kommen. Er hat hohe Werte im Rücken, denen er sich verpflichtet fühlt, eine ernsthafte und pflichtbewusste Grundveranlagung; es ist ihm wichtig, sich durch Leistung zu beweisen. Man könnte auch sagen: sich dem (verstorbenen) Vater zu beweisen. Mit der Sonne im stark besetzten 6. Haus bemüht er sich auch, auf seinem ureigensten Gebiet (Malerei, Graphik, Architektur) zu einer Autorität zu werden, er definiert sich in erster Linie über die Arbeit, und es ist ihm auch wichtig, einer weltanschaulich sinnvolle Tätigkeit nachzugehen. Auch Gesundheit und Ökologie spielen eine wichtige Rolle in seinem Leben.

Natürlich weist die Saturn-Sonne-Konjunktion im 6. Haus in Schütze auch auf einen kranken Vater sowie auf eigene gesundheitliche Probleme hin. Angeblich litt Hundertwasser unter einem angeborenen Herzfehler.

In vielen Biographien wird Hundertwasser als Einzelgänger oder Eigenbrötler bezeichnet, eigentlich untypisch für eine Schütze-Sonne. Es ist eher die Betonung des 2. Quadranten der Radix dafür verantwortlich, die auf viele innere Ressourcen verweist, aber im Grunde andere Menschen nicht braucht. Weitere Indizien dafür sind der Wassermann-Mond sowie die Sonne-Saturn-Konjunktion.

Uranus ist ein weiterer sehr wichtiger Planet in diesem Horoskop. Uranus beherrscht das 10. Haus, gibt also einen ungewöhnlichen Berufsweg vor, steht auf 3° Widder im 11. Haus im Sextil zum Geburtsherrscher Mond und im Quadrat zu Mars und der AC-DC-Achse. Er lässt sich sicher nicht in ein allzu konventionelles gesellschaftliches Korsett pressen.

Uranus in den ersten Widder-Graden steht auch für einen Pionier, der neuen Dingen zum Durchbruch verhilft, und da Uranus den Aszendent quadratiert, geht es um sehr persönliche Anliegen. Er spürt sicher, dass er ein einzigartiger Mensch ist, der sich mit nichts vergleichen lassen will – und andere spüren das auch. Zudem ist Uranus der elevierte Planet in dieser Radix: Hundertwasser muss seinen eigenen Weg gehen, auch wenn er sich damit gegen viele Autoritäten stellt. Es gibt auch viele Umbrüche und Veränderungen im Leben.

Und wie ist es um das Liebes- und Beziehungsleben dieses aussergewöhnlichen Künstlers bestellt? Wir wissen, dass er zweimal kurz verheiratet war (einmal 2 Jahre, dann 4 Jahre), dass er natürlich immer wieder Liebesbeziehungen, meist mit viel jüngeren Frauen, hatte, und dass aus einer dieser Beziehungen eine Tochter hervorging.

Aber Bindung? Will er das mit dem 8. Haus, Mond und Venus in Wassermann? Nein, er braucht Freiheit, ist auf Dauer nicht bindungsfähig. Beziehungen sind in seinem Leben nicht das wichtigste. Es kann nur funktionieren mit einer Partnerin, die ihn nicht einschränken oder unterdrücken will. Offenbar hat das auf Dauer keine geschafft. Mit der Wassermann-Venus im 8. Haus liebt er wohl die Vorstellung von der Liebe, die vor allem frei sein soll, er ist dadurch sehr fordernd, sucht aber eine aufregende, unkonventionelle Beziehung mit ungewöhnlicher Erotik, verträgt keine Einengung und Bevormundung. Diese Konstellation ist fast eine Garantie für eine Scheidung – Hundertwasser hatte zwei.

Mit Venus Quadrat Jupiter kann er aber auch unersättlich sein in der Liebe, er ist genussfreudig, aber oft ist es zuviel des Guten, dann neigt er zum Übertreiben. Das Verlangen nach Freundschaft (Jupiter in 11) und Liebe kann ziemlich intensiv werden und sich zu einem regelrechten Eroberungsdrang auswachsen. Dann konzentriert er sich aber doch wieder auf seine kreative Seite, die er besser im Griff zu haben scheint.

Uranus im Quadrat auf die Beziehungsachse trägt auch nicht gerade zu stabilen Beziehungen bei, ganz im Gegenteil: In der Verfolgung seines eigenen kreativen Weges muss er immer gegen Widerstände ankämpfen und wirkt daher ruhelos, unbeständig und launisch. Vielleicht wirkt das anfangs auf Frauen sogar anziehend. Doch dann konnte es geschehen, dass er die Nähe nicht ausgehalten und gewisse Dinge in Frage gestellt hat, dass er heftiger und impulsiver aufgetreten ist, als er seinem Krebs-Aszendenten zufolge eigentlich wollte, und dann war es vorbei mit der Harmonie oder dem Reiz der Beziehung. Mars am Aszendenten und im Quadrat zu Uranus hat wieder einmal die Oberhand behalten. Jähzorn und voreilige Reaktionen können einer Beziehung schon zusetzen und ihnen ein jähes Ende bereiten. Im Endeffekt hat er wohl gegen sich selbst gekämpft (Mars rückläufig im ersten Haus).

So hat er sich eben auf seine Arbeit und die Philosophie dahinter konzentriert. Mit dem Stellium von Sonne, Merkur und Saturn in Schütze ist das ja auch naheliegend. Seine stark ökologisch ausgerichtete Weltanschauung konnte er anderen gut vermitteln (Sonne als Herrin von 3 in Schütze Konjunktion Merkur), auch durch Lehraufträge (Merkur Konjunktion Saturn) und Manifeste. Sein eigenes Leben hat er nach seiner tiefsten Überzeugung gestaltet, im Einklang mit der Natur und vorwiegend am Wasser gelebt (Neptun am IC und im Sextil zum Aszendent) und wohl auch den Finger des Schicksals auf seine ganz eigene, unverwechselbare Weise verwirklicht. Was er uns hinterlassen hat, sind unzählige Baudenkmäler, Museen und Bücher, in denen seine Ideen und Werke der Nachwelt erleb- und begreifbar bleiben.

Günter Grass zum 90. Geburtstag

Einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Gegenwart, der Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass, wäre am 16. Oktober 2017 90 Jahre alt geworden. Er stammte aus Danzig, wo seine Eltern ein Lebensmittelgeschäft betrieben, das vor allem von seiner Mutter geführt wurde.

Auffällig an seinem Geburtshoroskop ist die Waage-Betonung (Sonne, Mars, Aszendent), was auf einen Menschen schliessen lässt, der sehr kontaktfreudig und charmant ist, sich gerne mit schönen Dingen umgibt und eine künstlerische Ader hat. Tatsächlich hat sich bei Grass schon früh ein Zeichentalent bemerkbar gemacht, und er begann nach dem Krieg an der Düsseldorfer Kunstakademie Graphik und Bildhauerei zu studieren. Neben ersten Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin hatte er in den Jahren 1956/57 aber auch begonnen, schriftstellerisch tätig zu werden. 1956 debütierte er als Lyriker, 1957 als Dramatiker und Librettist von Balletten. Bis 1958 entstanden vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die Grass dem poetischen oder absurden Theater zuordnet, die aber weniger bekannt sind. Mit seinem ersten Roman Die Blechtrommel, der während Grass’ Aufenthalten in Frankreich und der Schweiz entstanden war, gelang 1959 dem damals 31-Jährigen der literarische Durchbruch.

Seit jeher war Grass das „Schreiben gegen das Vergessen“ enorm wichtig, und folgerichtig thematisierte er in mehreren Romanen die Zeit des Nationalsozialismus sowie die Schuld der Deutschen an deren verbrecherischen Machenschaften.

Mit 4 Planeten im 4. Quadranten (Neptun, Venus, Sonne und Mars) ist es klar, dass sich ein Mensch der Gesellschaft, der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen sollte, und das tat Grass sowohl durch seine literarischen Veröffentlichungen als auch seine politischen Statements, die er später als bedeutender Schriftsteller immer wieder abgab.

Der Waage-Aszendent bezieht sich sehr auf andere Menschen, ist charmant, taktvoll, umgänglich, diplomatisch, strebt nach Gerechtigkeit, Harmonie und Frieden und kann gut objektivieren. Nur ungern zerstört er das Bild von sich selbst als friedliebendem Menschen, daher blieb die Tatsache, dass Grass sich als Jugendlicher freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte und im Alter von 17 Jahren zur Waffen-SS eingezogen wurde, der Öffentlichkeit lange unbekannt (obwohl er seinem Verleger Klaus Wagenbach Anfang der 60-er Jahre davon erzählt hatte). In seiner 2006 erschienenen Autobiographie „Beim Häuten der Zwiebel“ bekennt Grass seinen Fehler ein, ist sich aber letztlich nicht ganz im klaren, warum er sich überhaupt zur Wehrmacht gemeldet hatte, und versucht seine Erinnerung, wie eine Zwiebel, Schicht um Schicht freizulegen.

Venus als Herrscherin der Waage und somit Geburtsherrin steht in Jungfrau im 11. Haus: Es liegt in der Natur des Schriftstellers, sich sehr kritisch und analytisch mit sich selbst und den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Er braucht Vernunft und Sachlichkeit, um sein inneres Gleichgewicht zu finden, und das findet er am ehesten bei einer künstlerischen Betätigung. Auch wenn die Waage (Sonne, Aszendent) grossen Wert auf ein ästhetisches Äusseres legt, gibt sich die Jungfrau-Venus eher zurückhaltend. Im Kleiderstil wird das Praktische und Solide hervorgehoben (lange Zeit bevorzugte Grass erdfarbene Cord-Anzüge bzw. Cord-Hosen mit Tweed-Sakkos) – die Brille sollte jedoch dazupassen, und um seine vorstehende Unterlippe zu kaschieren, liess er sich einen Schnurrbart wachsen, den er bis an sein Lebensende beibehielt. Also durchaus kleine waage-mäßige Eitelkeiten.

Die doppelte Waage-Betonung fokussiert das private Interesse auf Partnerschaft und Beziehung. Grass hatte mehrere belegte Beziehungen, war zweimal verheiratet und Vater von insgesamt 6 Kindern mit verschiedenen Müttern. Bei aller Du-Bezogenheit möchte eine Waage-Sonne jedoch nicht vereinnahmt werden, sondern liebt das Gefühl der Freiheit und inneren Unabhängigkeit.

Dass eine künstlerische Betätigung für Grass wichtig und notwendig war, bestätigt die Stellung der Sonne im 12. Haus. Da sein Vater weder abwesend noch Arzt oder Alkoholiker war, verweist die Sonnenstellung im 12. Haus, noch dazu als Herrin des 10. Hauses, wohl auf eine eigene künstlerische Laufbahn aus Berufung. Aber auch Neptun als Herr von 5 in 10 kann als Ausdruck einer besonderen Kreativität verstanden werden, die sich als Berufung manifestierte.

Das verunsicherte, geschwächte Ego, das bei einer Sonne im Fall (Waage) in Konjunktion mit einem Exil-Mars (ebenfalls in Waage) vorausgesetzt werden darf, dürfte Grass gut kompensiert haben: erstens verleiht eine Sonne-Mars-Konjunktion ja eine gewisse Dynamik, und zweitens ist das Quadrat zwischen Sonne und Pluto für ein enormes Kraftpotenzial verantwortlich. Autoritäre Macht erlebte Grass nicht durch den Vater, der ein unauffälliger, aber verträglicher und angenehmer Zeitgenosse war (Waage-Sonne), sondern als Jugendlicher durch die Wehrmacht-Offiziere im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs. Diese nazi-ideologisch verbrämte Machtausübung war ihm ein Gräuel, das er in seinen Büchern immer wieder thematisierte (ebenso wie deren Folgen für Deutschland), wodurch er im Laufe seines Schriftstellerlebens selbst zu einer Autorität des Gewissens wurde, die sich immer wieder wortreich zu den politischen Geschehnissen in der Bundesrepublik Deutschland äusserte.

Mit der Sonne im 12. Haus ist aber auch oft eine Suchtproblematik verbunden. Wie stark diese bei Grass ausgeprägt war, kann ich nicht beurteilen, fest steht, dass es unzählige Fotos von ihm gibt, die ihn mit Zigarette oder später mit Pfeife zeigen, die zu einem Markenzeichen wurde.

Der Mond in Krebs im 9. Haus ist ein Indiz für Grass‘ innige Beziehung zu seiner Mutter, der er sich bis ins Teenager-Alter zärtlich verbunden fühlte, und die auch seine künstlerischen Ambitionen förderte, beispielsweise indem sie ihm Zugang zu ihrer belletristischen Bibliothek gewährte und sein Zeichentalent lobte, aber auch, indem sie ihm in gewisser Weise ein künstlerisch begabtes Vorbild war, da sie recht gut Klavier spielen konnte und ihren Sohn auch immer wieder damit erfreute. Bei solchen Gelegenheiten kuschelte sich der auch schon Heranwachsende immer noch gerne auf den Schoß der Mutter, wie er in seiner Autobiographie bekennt. Er blieb also gerne noch länger Kind als unbedingt nötig. Die Mond-Stellung erklärt auch seine spätere Kinderliebe, aber auch seine Leidenschaft fürs Kochen, und sie dient auch als Erklärung für sein zeitweiliges Leben im Ausland (mehrere Jahre verbrachte Grass in Frankreich, der Schweiz sowie in Indien). Da seine Heimatstadt Danzig nach dem Krieg an Polen fiel, kann auch sein Leben in Deutschland gewissermaßen als „im Ausland“ bezeichnet werden.

Grass‘ Verhältnis zu Frauen dürfte zwiespältig gewesen sein: einerseits war er durchaus ein Familienmensch, der mit seiner ersten Frau, einer Tänzerin, 4 Kinder hatte, der aber dennoch das Leben eines unabhängigen Künstlers führte und Wert darauf legte, mit ungewöhnlichen und eigenständigen Frauen zusammen zu sein (Mond Quadrat Uranus): unter den weiteren Partnerinnen war eine Malerin, eine Lektorin und eine Organistin, die er später auch heiratete. Auf aktive Partnerinnen verweist auch der Deszendent in Widder, allerdings dürfte es schon hin und wieder heimliche Liebschaften gegeben haben, denn Mars steht im 12. Haus der Heimlichkeiten und Betrügereien. Neben der liebevollen Gefährtin und Mutter seiner Kinder (Mond in Krebs) war ihm aber auch eine vernunftbetonte Partnerin wichtig, die Freundin und Geliebte gleichzeitig sein und seinem Bedürfnis nach einer festen Basis der Beziehung, nach Zuverlässigkeit und Treue gerecht werden konnte (Venus in Jungfrau im 11. Haus). Die Venus in 11 begünstigt aber auch Freundschaften mit Gleichgesinnten. Legendär ist Grass‘ Freundschaft mit Willy Brandt, für den er auch zeitweise als Redenschreiber agierte. Brandts politische (sozialdemokratische und antifaschistische) Ideologie wurde von Günter Grass mitgetragen.

Die Position der Geburtsherrin Venus im 11. Haus ist auch ein Hinweis darauf, dass Grass sich für verschiedene Gruppen engagiert hat, darunter mehrere Schriftstellerverbände. Die Stellung des Saturn in Schütze belegt, dass Grass die Suche nach der Wahrheit, nach dem Sinn sehr wichtig war, und dass er danach trachtete, auf seinem Gebiet zur Autorität zu werden. Durch unermüdliche Bemühungen gelangte er zu Ehre und Ansehen (Saturn Trigon MC), seine Fähigkeiten und Talente verhalfen ihm zu seinen Selbstwert und liessen ihn dadurch auch Sicherheit finden (Saturn in 2). Im Jahr 1999 erhielt Günter Grass den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk. Darüber hinaus hat Grass noch etliche andere Literaturpreise und Auszeichnungen erhalten, und er wurde Ehrendoktor mehrerer Universitäten in verschiedenen Ländern. Nach ihm benannte Museen gibt es in seiner Geburtsstadt Danzig sowie in seinem letzten Wohnort Lübeck.

Am 13. April 2015 verstarb Günter Grass in einer Lübecker Klinik an einem Krankenhauskeim. Der transitierende Saturn hatte seine Geburtsposition auf 4° Schütze erreicht und somit einen Lebenszyklus abgeschlossen. Der laufende Pluto auf 15° Steinbock hatte sich in Opposition zu seiner Geburtsposition gebracht, während Uranus ein genaues Quadrat zum Geburts-Pluto bildete.

Grass hatte zu Lebzeiten Einwände gegen ein Denkmal in seiner Geburtsstadt gehabt, weshalb bis zu seinem Tod in der Nähe seines Geburtshauses nur eine auf einer Parkbank platzierte Bronzefigur von Oskar Matzerath (der Hauptfigur des Romans „Die Blechtrommel“) an den Schriftsteller erinnerte. Am 16. Oktober 2015, ein halbes Jahr nach seinem Tod und gleichzeitig an seinem 88. Geburtstag, wurde eine größere Bronzefigur von Grass – mit einem Buch und einer Pfeife in der Hand – auf die andere Seite der Parkbank gesetzt. Sie war 13 Jahre zuvor errichtet, aber den Wunsch des Autors respektierend nie aufgestellt worden.

Helmut Qualtinger zum 90. Geburtstag

Er war Journalist, Kabarettist, Schauspieler, Autor und Liedinterpret, trat auf Kleinbühnen, grossen Theatern und Filmen auf und wurde von Friedrich Torberg als „zersetzender Patriot“ bezeichnet. André Heller nannte ihn „einen der belesensten Menschen, die ich kenne“. Qualtinger selbst sagte über sich, er sein kein Schauspieler, sondern ein Menschen-Imitator. Seine wohl berühmteste Figur ist der „Herr Karl“, Magazineur eines Feinkostladens, der in einem Monolog einem fiktiven jungen Menschen über die politisch brisante Zeit seiner Vergangenheit erzählt, in der er jeweils versuchte, das für sich persönlich Beste herauszuholen. Dieser nach einem real existierenden Magazineur geschaffene und von Qualtinger kongenial verkörperte Opportunist, der sein Mitläufertum hinter einem vordergründig netten und gemütlichen Gehabe versteckt, hielt einer breiten Öffentlichkeit in den 1960-er Jahren den Spiegel vor. Das ließ sich diese nicht so ohne weiteres gefallen: Qualtinger erhielt wüste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen, denn so offen hatte zuvor noch niemand den österreichischen Durchschnittsbürger als Mittäter entlarvt.

Es wäre aber zu wenig, Helmut Qualtinger nur auf den Herrn Karl zu reduzieren. Seine zumeist gemeinsam mit Carl Merz oder Gerhard Bronner verfassten Kabarett-Texte („Travnicek-Dialoge“, „An der lauen Donau“ und andere) sind legendär, und er entwickelte sich im Lauf seiner Karriere immer mehr zum Charakterdarsteller auf der Bühne und im Film. Legendär waren aber auch seine Schabernack-Ideen, seine Wienerlied-Interpretationen (mit André Heller), und nicht zuletzt seine Trinkfestigkeit – in Wien auch Sauforgien genannt.

Was war dieser Qualtinger für ein Mensch? Kann uns sein Horoskop Auskunft geben?

Helmut Qualtinger wurde am 8. Oktober 1928 in Wien geboren. Seine Sonne steht daher im luftigen, schöngeistigen Waage-Zeichen. Einen Menschen mit Waage-Sonne kann man als charmant, diplomatisch und taktvoll, versehen mit viel Kunstverständnis und Sinn für Schönheit bezeichnen. Er strebt nach Gerechtigkeit, Harmonie und Frieden, will nirgends anecken, sondern es jedem recht machen, und ist eher schwach und wankelmütig in seinen Entscheidungen. Passt das zum Charakter Qualtingers? Von den Eigenschaften, die dem Zeichen Waage zugeordnet werden, treffen auf Helmut Qualtinger wahrscheinlich am ehesten Kontaktfreudigkeit und Unternehmungslust zu, aber mit seinen diplomatischen oder taktvollen Fähigkeiten dürfte es nicht so weit her gewesen sein.

Das liegt einerseits sicherlich daran, dass ausser der Sonne kein weiterer Planet in Qualtingers Radix in einem Luftzeichen steht, andererseits aber auch daran, dass die Sonne ein Quadrat zu Pluto bildet. Durch Pluto wird die liebenswürdige Waage-Sonne immer wieder in Konflikte und Streitigkeiten, „gerne“ mit mächtigen Partnern, verwickelt. Daher hat dieser Mensch Mühe, Situationen zu akzeptieren, die er nicht kontrollieren oder geistig beherrschen kann. Und somit ist die nette, charmante, unverbindliche Waage sofort ausgehebelt, denn Pluto ist vieles, aber nicht unverbindlich. Der erste diesbezügliche Kontrahent dürfte Qualtingers Vater gewesen sein, ein Gymnasiallehrer und glühender Nationalsozialist, der seinem Sohn vermutlich keinerlei „Macken“ durchgehen ließ. Das 4. Haus – die Herkunftsfamilie – wird in Skorpion angeschnitten, mittendrin befindet sich Saturn in Schütze: der Vater hält sich sicher nicht nur für eine Autorität in Sachen höherer Bildung, sondern auch für die moralische Instanz der Familie. Er könnte seinem Sohn auch eine dogmatische Weltanschauung vermittelt haben, die von diesem jedoch kategorisch abgelehnt wurde. Und mehr: Qualtinger reagierte auf alles, was mit der Nazi-Zeit zusammenhing, geradezu allergisch und prangerte den verharmlosenden Umgang vieler Österreicher mit diesem Thema unermüdlich an.

Pluto ist Herr von 4 und steht im 11. Haus: gut vorstellbar, dass sich Qualtinger aus diesem Grund eine Wahlfamilie zulegte, eine Gruppe von Freunden und Kollegen, die mit ihm durch Dick und Dünn gingen und sich gegenseitig auch stark beeinflussten.

Mit der Sonnen-Stellung im 3. Haus liegt das zentrale Thema der Selbstentfaltung in der Sprache, der Kommunikation und Wissensvermittlung, kurz, in neugierigem Interesse an allem, was sich in der unmittelbaren Umgebung abspielt. Dazu gehört die Lust am Lesen und am Gedankenaustausch mit anderen, denen er mit seiner Intelligenz und Belesenheit äusserst scharfsinnig und schlagfertig begegnet. Da die Sonne aber auch Qualtingers Geburtsherrin ist (bei Aszendent Löwe) und im 3. Haus steht, überzeugt der Horoskopeigner andere Menschen auf künstlerische Weise mit seiner persönlichen Ideologie, indem er Tabu-Themen aufzeigt und in Kauf nimmt, damit zu polarisieren. Weder scheut er die Konfrontation mit Machthabern, noch lässt er sich von Autoritäten (oder Vater-Figuren) einschüchtern (Saturn Sextil Sonne).

Doch was wäre eine Waage-Sonne ohne Beziehungen? Qualtinger war zweimal verheiratet, und auch wenn er seinen Frauen einiges zugemutet hat, verhielten sie sich ihm gegenüber loyal. Stark und leidenschaftlich mussten sie wohl sein, um seinem Frauenbild (Mond in Löwe, Venus in Skorpion) zu entsprechen.

Qualtinger war bekannt für seine Vorliebe für kabarettistische Streiche, mit denen er andere oft hinters Licht führte (Mars ist Herr von 9 und steht im Quadrat zu Uranus in 8). 1951 erlangte er internationale Popularität, als er es schaffte, eine „Zeitungsente“ zu lancieren, in der der Wien-Besuch des „berühmten Eskimodichters Kobuk“ mit seinem Werk “Das brennende Iglu” angekündigt wurde. Zahlreiche Reporter hatten sich am 3. Juli 1951 am Wiener Westbahnhof versammelt, doch dem Zug entstieg statt des erwarteten Gastes Helmut Qualtinger mit Pelzmantel und -mütze.

Der scharfsinnige Denker, scharfzüngig im Ausdruck, verkörpert sich durch Merkur in Skorpion im 3. Haus in Konjunktion mit Venus, durch die die Gedanken treffsicher literarisch geformt werden. Ein Skorpion-Merkur kann mit seinen Worten aber auch sehr destruktiv sein. Die Opposition dieser beiden im Haus der Selbstdarstellung stehenden Planeten mit Jupiter und Chiron könnte ein Hinweis sein auf das breite Spektrum an künstlerischer Ausdrucksfähigkeit und auf die vielfältigen Begabungen (Merkur ist Herr von 2), mit denen Qualtinger gesegnet war.

Venus als Herrin des 10. Hauses (Berufshaus in Stier) ist für die künstlerische Ausrichtung zuständig, die noch vom Quadrat zum Löwe-Mond in 12 verstärkt wird. Die Opposition zu Jupiter, der im 9. Haus in Stier steht, macht ihn zwar erfolgreich, bewirkt aber auch eine gewisse Maßlosigkeit und Genuss-Sucht (Mond Quadrat Jupiter), die sich bei Qualtinger leider in übermäßigem Alkoholkonsum niederschlug.

Ja, der Mond. Ein Löwe-Mond hat ja ein starkes Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung, er ist lebenshungrig, will spielen und sich kreativ ausdrücken, braucht aber auch viel Liebe und Wärme. Was gibt es Schöneres für einen Schauspieler als die Bewunderung des Publikums? Einem möglichen Hineinkippen in den Größenwahn schiebt Qualtinger selbst einen Riegel vor: er ist eben nicht (nur) der grandiose Darsteller klassischer Figuren (wie Titus Feuerfuchs, Zauberkönig, Oskar, Dorfrichter Adam etc.), der sich vom Publikum applaudieren lässt. Er wählt brüchige Charaktere aus oder spielt „Helden“ so, dass sie nicht automatisch sympathisch sind und bejubelt werden.

Sein Mond hat ja selbst etwas Brüchiges an sich, das bewirkt die Stellung im 12. Haus, das T-Quadrat mit Merkur/Venus sowie Jupiter/Chiron und auch das Trigon sowohl mit Uranus als auch mit Saturn (letzteres ein weites Trigon). Die Mond-Stellung im 12. Haus offenbart eine angeborene Verletzlichkeit der Seele; die Grenzlinie zwischen den eigenen Empfindungen und den Gefühlen anderer ist sehr dünn, die Ich-Grenze nicht sehr stark, sodass Verwurzelung schwierig wird oder kaum spürbar ist. Möglicherweise musste Qualtinger als Kind (er ist ja während des 2. Weltkriegs herangewachsen) ein Defizit an Wärme und Geborgenheit erfahren, was erhebliche Verlassenheitsängste (Mond Quadrat Chiron) ausgelöst haben könnte. So werden die wahren Gefühle verdrängt oder bleiben oft verborgen, und es gibt Probleme, sich seelisch zu öffnen. Verborgene Ängste und Verwundungen liegen unter der Oberfläche und kommen vielleicht nur durch die Selbstdarstellung auf der Bühne ans Licht (Mond Quadrat Venus in 3). Diese Sensitivität kommt einem Schauspieler natürlich entgegen, macht aber auch Sucht-anfällig. Dabei zeigt sich aber auch eine grosse Hilfsbereitschaft und soziales Empfinden, wie Freunde und Weggefährten Qualtingers bestätigen.

Nicht vergessen sollten wir auch die Stellung des Neptun auf 0 Grad Jungfrau und ganz nahe an Qualtingers Löwe-Aszendent. Neptun steht zwar nicht im Zeichen des Aszendenten, doch in einem kritischen Grad, und verschleiert doch die Selbst-Wahrnehmung. Vielleicht hatte er auch Probleme mit seiner Verletzlichkeit, die es ihm unmöglich machte, sich gegen Einflüsse von aussen zu wappnen. Oder sie sind mit dem verschwommen, was aus seinen eigenen Tiefen heraufstieg. Wenn der Aszendent, der individuellste Punkt im Horoskop, von Neptun vernebelt wird, besteht die Gefahr, nicht nur andere, sondern auch sich selbst über die eigene Persönlichkeit zu täuschen. „Ich bin kein Schauspieler“, sagte er, „ich bin ein Menschen-Imitator.“

Hat er versucht, im Rausch der eigenen Persönlichkeit auf die Spur zu kommen? Dem Chaos zu entkommen? Wir wissen es nicht. Doch letztlich war es die Alkohol-Sucht, die diesen genialen Selbst-Darsteller frühzeitig am 29. September 1986, wenige Tage vor seinem 58. Geburtstag, aus unserer Mitte gerissen hat.

Wie sagte Helmut Qualtinger einst so schön: “In Wien mußt’ erst sterben, damit sie dich hochleben lassen. Aber dann lebst’ lang!”

Herbert Grönemeyer wird 60

Der deutsche Schauspieler und Liedermacher Herbert Grönemeyer feiert am 12. April 2016 seinen 60. Geburtstag. Geboren in Göttingen, verbrachte er jedoch den Grossteil seiner Kindheit und Jugend in Bochum, sodass er sich als Sohn dieser Stadt im Ruhrgebiet empfindet. Bis heute ist das Lied „Bochum“, erschienen 1984, eines seiner authentischesten.

Mit 8 Jahren erhielt Herbert Grönemeyer Klavierunterricht, und die Musik begeisterte ihn so sehr, dass er später als Pianist und Komponist ans Schauspielhaus Bochum engagiert wurde. 1979 trat er selbst als Schauspieler auf und hatte grossen Erfolg im Stadttheater Köln, obwohl er nie eine Schauspielschule besucht hatte. Er wurde als Schauspieler auch für mehrere TV-Produktionen engagiert, bei einer davon lernte er 1978 seine spätere Frau, die Schauspielerin Anna Henkel, kennen. Gleichzeitig veröffentlichte er mehrere Musikalben, zunächst ohne nennenswerten Erfolg.

Den Durchbruch als Musiker schaffte Grönemeyer, der zuvor schon als Schauspieler in dem Film „Das Boot“ so wie in der Filmbiographie über den Komponisten Robert Schumann, den er verkörperte, Bekanntheit erreicht hatte, 1984 mit dem Album „4630 Bochum“, das zum bestverkauften Album in Deutschland wurde. Ein Jahr später wirkte er in der vielbeachteten internationalen TV-Produktion „Väter und Söhne“ mit, in der unter anderem auch Julie Christie, Burt Lancaster und Bruno Ganz spielten.

Seine folgenden Musikalben sind mehr und mehr politisch geprägt und wurden ebenso erfolgreich wie auch sein erstes englischsprachiges Album „What‘s all this“. Von MTV wurde er 1994 als erster nicht englischsprachiger Sänger zu einem Konzert eingeladen.

1998 war ein Schicksalsjahr für Herbert Grönemeyer: er gründete seine eigene Plattenfirma Grönland Records, doch im selben Jahr starben innerhalb von wenigen Tagen sein Bruder Wilhelm und sein Frau Anna an Krebs. Daraufhin sagte Grönemeyer alle Auftritte und Verpflichtungen ab. Erst 2000 trat er wieder an die Öffentlichkeit und brachte das Album „Stand der Dinge“ heraus. Sein bis dato erfolgreichstes Album „Mensch“ erschien 2002, es ist das meistverkaufte Album in der deutschen Musikgeschichte, und die daraus stammende Single „Mensch“ wurde zu Grönemeyers erstem Nr. 1 Hit in Deutschland. 2004 und 2006 schrieb er Songs sowohl für die Olympischen Spiele in Athen wie für die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Die Single „Zeit, dass sich was dreht“ wurde die offizielle Hymne der WM. Am 9. Juni 2006 stellte Herbert Grönemeyer diese Hymne in der Allianz-Arena in München offiziell vor.

Mehrere erfolgreiche Tourneen und Alben später komponierte Herbert Grönemeyer den Soundtrack zu dem Agentenfilm „A Most Wanted Man“. Im November 2014 wurde Grönemeyers 14. Studioalbum Dauernd jetzt vorgestellt, das auf Anhieb Platz 1 der Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz erreichte und auch der Name seiner bis dato letzten erfolgreichen Tournee ist. 2015 erhielt Herbert Grönemeyer die Goldene Kamera als Bester Musiker national.

Wie sieht nun das Horoskop eines so erfolgreichen Künstlers aus?

Zunächst fällt auf, dass in Grönemeyers Horoskop das Feuer-Element dominiert. Sonne und Merkur stehen in Widder, der Aszendent in Löwe, und in seiner Nähe sind Jupiter und Pluto positioniert. Wir haben es hier also mit einem sehr aktiven, willensstarken, begeisterungsfreudigen, starken, mutigen Menschen zu tun, der seine Meinung direkt und ohne Umschweife äussert, aber auch seine Lebensfreude zur gegebenen Zeit gut ausdrückt und Sinn für Dramatik hat.

Ein Mensch mit einem Löwe-Aszendenten verkörpert Vitalität, Lebenslust und Kreativität, er will im Mittelpunkt stehen und setzt sich gerne in Szene, hat einen natürlichen Stolz und wirkt selbstbewusst, grosszügig und würdevoll. Sein Geltungsdrang könnte ihn großspurig und angeberisch wirken lassen, da er viel Anerkennung, Aufmerksamkeit und Bewunderung braucht. Mit Jupiter am Aszendenten steht wahrscheinlich Grönemeyers Optimismus und seine Weltoffenheit im Vordergrund, er wirkt lustvoll, stark und sympathisch.

Pluto, der ebenfalls am Aszendenten steht, und auch in Konjunktion mit Jupiter, ist für Grönemeyers Charisma und seine suggestive Ausstrahlung verantwortlich. Grönemeyer hat ein enormes Kraftreservoir, er setzt sich oft selbst unter Druck und wird von anderen Menschen als mächtig erlebt, kann sich aber selbst gut unter Kontrolle halten. Mit dieser Konstellation wird er überhaupt die Kontrolle nicht so leicht aus der Hand geben und sich am ehesten auf sich selbst verlassen.

Die Sonne ist bei einem Löwe-Aszendenten Geburtsherrscherin, und die steht in Grönemeyers Horoskop in Widder, wo sie erhöht ist, sodass es dem Künstler leicht fallen dürfte, sich mit gesundem Selbstbewusstsein durchzusetzen und seine dynamische, tatkräftige Persönlichkeit zu zeigen.

Allerdings ist diese an sich prächtig stehende Sonne im 9. Haus extrem verspannt, sie bildet nämlich Quadrate zu Mars und Uranus und wird von Neptun opponiert, das heisst, sie ist Teil eines grossen Spannungs-Quadrats. Ein Mensch, der ein grosses Quadrat in seinem Horoskop hat, muss ständig aktiv und in Bewegung sein, ist aber auch immer wieder mit Aufregungen, Konflikten und Krisen in seinem Leben konfrontiert, die seine ganze Persönlichkeit in eine Katastrophe stürzen können, so wie das nach den Todesfällen in seiner Familie passierte, die ihn wie ein Keulenschlag trafen, sodass er mehr als ein Jahr benötigte, bis er wieder künstlerisch tätig sein konnte.

Dass er diese Schicksalsschläge in seinem Leben verkraftet hat, liegt an Herbert Grönemeyers starkem Lebenswillen, der für einen Feuer-betonten Mensch typisch ist und ihn immer wieder ins Leben zurückführt. Grönemeyer gibt sich dementsprechend selbstsicher und eigensinnig, er hat originelle, innovative Ideen, akzeptiert aber keine Autoritäten. Mit seinem grossen Schaffensdrang ist es für ihn am besten, wenn er seine ständige innere Spannung durch Kreativität oder sportliche Leistungen konstruktiv zum Ausdruck bringen kann. Da auch Mars, Uranus und Neptun in das Spannungs-Quadrat involviert sind, kommt sicher noch eine grosse Unruhe und Ungeduld hinzu. So ein Mensch ist umtriebig, ständig auf Achse (sprich: auf Tourneen), und er lässt sich vom Erfolg auch beflügeln, eine anstrengende Tournee noch zu verlängern.

Neptun in Verbindung zu Sonne, Merkur, Mars und Uranus bringt eine sensible und mitfühlende Note in ein Horoskop, dem es am Wasser-Element mangelt. Das befähigt Grönemeyer einerseits zu seiner Darstellungskraft als Schauspieler und gibt ihm die nötige Empathie für sein soziales Engagement: Schon in den 1980-er Jahren setzte sich der Sänger für Hilfe nach Afrika ein, seit 2005 ist er Träger der Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“, tritt aktiv und öffentlich gegen Fremdenfeindlichkeit auf und engagiert sich in seiner Heimat für die Flüchtlingshilfe.

Neptun in Opposition zur Sonne trägt aber auch zur Verunsicherung einer an sich starken Persönlichkeit bei. Nach aussen zeigt er sich zwar vital, stark und egozentrisch (Löwe-Aszendent), aber der rückläufige Neptun im 3. Haus offenbart ein geschwächtes Selbstwertgefühl, das sich bei der Selbstdarstellung häufig in Frage stellt. Dieser Neptun verleiht ihm aber ausserdem nicht nur eine soziale Ader, sondern auch ein intuitives Gespür für Texte, mit denen er als Künstler sein Publikum erreichen kann.

Apropos Künstler – wo sehen wir Grönemeyers Talent und Kreativität im Horoskop? Der Mond verkörpert unter anderem unsere Talente, und der steht in Grönemeyers Radix im musikalischen Zeichen Stier in Konjunktion zum MC. Die Musikalität ist Grönemeyer also quasi in die Wiege gelegt worden, und dass er mit diesem Talent auch erfolgreich ist, zeigt die Stellung des Mondes als höchststehender Planet, der auch für die ungeheure Popularität des Sängers zuständig ist. Aber auch die Venus ist hier beteiligt. Sie steht als MC-Herrscherin in Zwillinge im 10. Haus in enger Konjunktion mit dem absteigenden Mondknoten und zeigt somit auch ein künstlerisches Talent an, das im 10. Haus absolut berufsbezüglich ist und zum Durchbruch drängt. Mit einer Zwillinge-Venus fällt das Schreiben von interessanten Texten sicherlich leicht.

Noch ein Wort zu Herbert Grönemeyers Privatleben: Mit dem elevierten Mond am MC spielen Frauen natürlich eine grosse Rolle in seinem Leben, und es wäre ihm zu wünschen, dass er nun mit seiner neuen Partnerin, die seinem Bedürfnis nach Sinnlichkeit und Sicherheit entgegenkommt, glücklich ist. Ein erfülltes Leben und weiterhin Erfolg mit seiner Musik, das wünschen wir ihm zum 60. Geburtstag.

Hildegard Knef – zum 90. Geburtstag

Erinnern Sie sich an Hildegard Knef? Die deutsche Schauspielerin, Chansonette und Autorin einiger Bücher wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren. Schon als Baby verlor sie ihren Vater und zog in der Folge mit ihrer Mutter nach Berlin, die sich dort später wieder verheiratete.

Mit 15 Jahren begann Hildegard Knef eine Ausbildung als Zeichnerin in der Trickfilm-abteilung der UFA-Filmstudios in Berlin-Babelsberg, wo der damalige Leiter Wolfgang Liebeneiner auf sie aufmerksam wurde und ihr eine Schauspielausbildung ermöglichte. Noch vor Kriegsende spielte sie bereits in einigen UFA-Filmen mit. Nach 1945 trat sie am Theater und Kabarett auf und heiratete 1947 einen amerikanischen Offizier. Zur gleichen Zeit wurde sie für den ersten deutschen Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns“ engagiert, der sie auch international bekannt machte. Sie wurde zum ersten großen deutschen Nachkriegsstar. 1948 wurde Hildegard Knef von David O. Selznick nach Hollywood engagiert, erhielt dort aber vorerst kaum Rollen.

1950 kehrte sie vorübergehend nach Deutschland zurück, um unter der Regie Willi Forsts die Hauptrolle in dem Film „Die Sünderin“ zu übernehmen, der sich der Tabuthemen Prostitution und Freitod annahm und wegen einer kurzen Nacktszene zu einem der größten Skandale im deutschen Nachkriegskino führte. Trotz des Erfolges wurde die Schauspielerin in Deutschland geächtet und ging zurück in die USA, wo sie mehrere Filme drehte und auch Theater spielte. 1955 debütierte sie am Broadway in dem Musical „Silk Stockings“ von Cole Porter, das auch mit ihr in der Hauptrolle verfilmt werden sollte – allerdings nicht von ihrer Filmproduktionsgesellschaft 20th Century Fox, sondern von der Konkurrenz MGM. Da sie von Fox nicht freigegeben wurde, überwarf sie sich mit der Firma und kehrte 1957 nach Deutschland zurück. Damit war ihre Filmkarriere in den USA beendet.

Hildegard Knef, in Deutschland nach wie vor als „Sünderin“ geächtet, drehte in den späten 50-er und frühen 60-er Jahren vor allem in England, wo sie auch ihren zweiten Ehemann David Cameron kennenlernte – die gemeinsame Tochter Christina kam 1968 zur Welt. Zu dieser Zeit begann sie verstärkt, als Sängerin aufzutreten und nannte sich ausserhalb von Deutschland Hildegarde Neff. In der Folge erhielt sie auch Show-Auftritte im deutschen Fernsehen, schrieb ab 1965 eigene Lieder und ging mit diesen auch sehr erfolgreich auf Tournee.

1970 veröffentlichte sie ihre Autobiographie „Der geschenkte Gaul“, die in 17 Sprachen übersetzt und ein internationaler Bestseller wurde. Einige Jahre später erkrankte sie an Brustkrebs, was sie ebenfalls in einem Buch thematisierte, das sich sehr gut verkaufte. Mit ihrer Ehe war es inzwischen bergab gegangen, 1976 wurde Hildegard Knef von David Cameron geschieden und heiratete wenig später Paul von Schell.

Da sie immer öfter nur aus privaten, nicht aus künstlerischen Gründen in den Schlagzeilen war, ging sie mit ihrer Familie nach Los Angeles, wo sie aber auch nicht mehr recht Fuß fassen konnte. 1987 feierte sie in Berlin ein erfolgreiches Comeback in dem Musical „Cabaret“ und erhielt in der Folge zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, auch als Sängerin.

Die letzten Jahre waren von Krankheiten überschattet. Nach einem monatelangen Krankenhausaufenthalt infolge eines Lungenkollapses starb Hildegard Knef in der Nacht auf den 1. Februar 2002 gegen 2 Uhr im Alter von 76 Jahren an einer akuten Lungenentzündung.

Wir haben es hier sicherlich mit einer etwas problematischen Persönlichkeit zu tun und einem Leben, das von zahlreichen Höhen und Tiefen geprägt war. Was davon können wir im Geburtshoroskop von Hildegard Knef sehen?

Hildegard Knef hat eine Steinbock-Sonne, einen Skorpion-Aszendenten und den Mond im Zeichen Zwillinge.

Menschen mit einem Skorpion-Aszendenten, wie ihn Hildegard Knef hat, werden oft in eine konfliktreiche Umgebung oder eine Krisensituation hineingeboren, “Familienmüll” (genetische Erfahrungen der Vorfahren) lastet auf ihren Schultern – möglicherweise ein Hinweis auf die Syphilis-Erkrankung ihres Vaters, an der dieser wenige Monate nach ihrer Geburt verstorben ist.

Der Aszendent ist aber auch für die Ausstrahlung und Aussenwirkung eines Menschen verantwortlich: die ist bei Skorpionen oft faszinierend, fast magisch. Hildegard Knef hatte sicher diese Ausstrahlung, sie war zudem sehr vorstellungsbezogen hinsichtlich dessen, was sie wollte, tiefgründig, leidenschaftlich, vielleicht manchmal undurchsichtig und geheimnisvoll. Die Erotik spielte im Leben von Hildegard Knef, aber auch in ihren Filmen und Liedern eine grosse Rolle, sie konnte intensive Gefühle empfinden, aber auch zwang- und triebhaft handeln. Sie will die Kontrolle über ihr Leben und ihre Kunst, da bleibt sie unerbittlich und hat keine Scheu, sich auch mit oft mächtigen Gegnern anzulegen.

Mit Saturn im 12. Haus, in der Nähe des Aszendenten, gibt es auf der unbewussten Ebene verdrängte Ängste und Trauer. Die Seele muss über Enttäuschungsprozesse hinwegkommen, und aus Angst vor neuerlichen Verletzungen werden tiefe Emotionen oft nicht zugelassen, sondern sinken in den unbewussten Bereich hinab, wo sie möglicherweise ein zerstörerisches Werk beginnen (Krankheiten). Saturn, der ja gleichzeitig über die Sonne in Steinbock herrscht, verleiht Hildegard Knef, in der Nähe ihres Aszendenten stehend, aber auch Sturheit, Härte und Zähigkeit.

Andererseits legt sie mit der Sonne in Steinbock und im 2. Haus Wert auf Sicherheit und eine gewisse Struktur, die materielle Basis ist wichtig für ihre Selbstverwirklichung. Da sie Probleme mit dem Eigenwert hat, neigt sie dazu, ihr Selbstwertgefühl und ihre persönliche Sicherheit und Bestätigung über den Mann zu holen, worauf ihre drei Ehen hinweisen. Eine Steinbock-Sonne ist aber meist auch ein Indiz dafür, dass die mit ihr Geborenen keine leichte Kindheit hatten, sondern schon sehr früh Verantwortung übernehmen mussten, wodurch sie eine gewisse Ernsthaftigkeit verkörpern, aber auch strebsam, ehrgeizig, ausdauernd, realistisch, zuverlässig und leistungsorientiert und im Beruf diszipliniert sind, allerdings auch zur Melancholie neigen.

Hildegard Knef hat es vorzüglich verstanden, diese – vermutlich vorhandene – Schwermut nicht nach aussen zu zeigen, sondern sie sowohl in ihren Liedern als auch ihren Büchern in von Klugheit und lakonischer Ironie geprägte Texte zu verpacken. Dabei ist ihr wahrscheinlich ihr Zwillinge-Mond beigestanden, der ihr ein Talent für Reden und Schreiben mitgegeben hat. Hier besteht die Neigung zu einer rationalen Betrachtungsweise, Gefühle werden auf leichte, fast schnoddrige Art begründet und analysiert. Gleichzeitig besteht ein grosses Bedürfnis nach Kommunikation und Abwechslung, intellektueller Wissensdurst und Neugier auf das Leben, aber auch eine gewisse Rastlosigkeit. Eine Mondstellung in einem labilen Zeichen (wie z.B. Zwillinge) ist auch ein Hinweis auf viele Umzüge im Leben, und davon hatte Hildegard Knef ja genügend. Darauf verweist auch Uranus im 4. Haus, und: Wer den Uranus im 4. Haus stehen hat, der tut sich nicht leicht mit emotionalen und familiären Bindungen. Auch Hildegard Knef hat diesbezüglich ein wechselhaftes Schicksal, sie bleibt weder im Familienverband noch in der Heimat, kann nur mit einer „neuen Linie“ (deutsch-sprachigen Chansons), mit Witz und Humor in Deutschland wieder heimisch werden.

Die Wassermann-Venus weist auf den ersten Blick auf Freiheitsliebe, Toleranz und die Suche nach aufregenden, unkonventionellen Beziehungen hin (so waren die Ehemänner Nr. 2 und 3 um etliche Jahre jünger als die Knef); auch verträgt sie keine Einengung und Bevormundung, was aber vermutlich auf geheime oder unbewusste Selbstzweifel (ob sie überhaupt genügend liebenswert ist – Venus im Quadrat zu Saturn in 12) zurückzuführen ist, daher kann es in engen Beziehungen trotz aller Leidenschaft (Aszendent Skorpion) zu emotionaler Abgrenzung kommen, um sich vor vermeintlichen Verletzungen zu schützen. Eine Wassermann-Venus im 3. Haus zeigt uns aber auch eine ungewöhnliche künstlerische Selbstdarstellung, zum Beispiel als Chanson-Sängerin mit rauchigem Organ, die von Ella Fitzgerald als „beste Sängerin ohne Stimme“ bezeichnet wurde.

Mars in Schütze und nahe am Aszendenten (wenn auch in einem anderen Zeichen) zeigt uns eine Frau mit sehr viel Energie und Begeisterungsfähigkeit, die für ihre Überzeugungen kämpft und für ihre Ideale einsteht. Hildegard Knef konnte nicht ruhig sein, sie spielte, sang oder schrieb, trat in Fernsehshows auf und war unermüdlich aktiv. Was war der Lohn all dieser Aktivitäten? Erfolg? Reichtum? Berühmtheit?

Zeitweise war es wohl alles zusammen. Hildegard Knef war jahrelang erfolgreich, dann wieder nicht, sie war berühmt, später halb vergessen, und das durch ihre Film-, Konzert- und Autorentätigkeit erworbene Vermögen hatte sich später weitgehend aufgelöst. Jupiter im 2. Haus bewahrt zwar im allgemeinen vor Armut, da er in Steinbock aber schlecht steht, kann er nur das ärgste abwenden und den Reichtum nicht halten. Was bleibt also von ihr?

Nun, eigentlich gar nicht so wenig: Die Autobiographie „Der geschenkte Gaul“ wurde sowohl verfilmt als auch als Musical adaptiert und aufgeführt, in Berlin wurde ein Platz nach ihr benannt; ferner erhielt sie einen Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin (ihre Hand- und Fußabdrücke hatte sie schon Jahrzehnte davor in Hollywood verewigt) und eine Gedenktafel an einem Berliner Haus soll auf die künstlerische Tätigkeit von Hildegard Knef in dieser Stadt hinweisen, unter dem Motto „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“.

Ingeborg Bachmann zum 90. Geburtstag

Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann wurde am 25. Juni 1926 in Klagenfurt geboren und ist am 17. Oktober 1973 in Rom verstorben. Ihr bewegtes Leben und Schaffen versuche ich aus astrologischer Sicht zu interpretieren.

Die ältere Tochter des Schuldirektors Mathias Bachmann und seiner Frau Olga wurde, ebenso wie ihre 2 Jahre jüngere Schwester Isolde, von den Eltern sehr gefördert, die das musikalische Talent der Mädchen erkennen und ihnen Klavier- und Geigenunterricht ermöglichen. Besonders Ingeborg liebt die Musik, spielt mit Begeisterung Klavier und komponiert sogar eigene Melodien. Im Alter von 10 Jahren entdeckte sie jedoch das Schreiben, das ihr im weiteren Verlauf immer wichtiger wurde und als künstlerischer Ausdruck die Musik ersetzte.

Ingeborg Bachmann wurde an einem Vollmondtag geboren, das heisst, sie hatte die Aufgabe, die Dinge objektiv und neutral zu betrachten, sich an Tatsachen zu orientieren, um etwas ans Licht zu bringen. Da der Mond in Steinbock steht, könnte es sich hierbei durchaus um gesellschaftlich relevante Dinge oder um die Stellung der Frau (Mond) in der Gesellschaft (Steinbock) handeln. An diesem Tag fand jedoch auch eine partielle Mondfinsternis statt, was bedeutet dass Gefühle und Bedürfnisse teilweise „verfinstert“ waren – doch genau diese Gefühle hatte Ingeborg Bachmann zum Ausdruck zu bringen, was ihr in ihren Gedichten und Erzählungen auch gut gelungen ist, einerseits sehr subjektiv, wie es dem Krebs-Prinzip entspricht, doch auf der anderen Seite versteht sie es, die eigenen Verletzlichkeiten auch zu objektivieren und in einen gesellschaftlichen Kontext zu stellen. Dabei hat die Dichterin immer wieder das Mond-Saturn-Thema angesprochen, nämlich, wie sich Frauen in einer Männer-dominierten Gesellschaft bewegen und ausdrücken können.

Zunächst beschreibt die Krebs-Sonne Ingeborg Bachmann als sehr sensible, einfühlsame, instinktsichere, aber auch launenhafte Person, die sich oft einem Gefühlsüberschwang ausgeliefert fühlt. Sie hat viel Phantasie und Empfindsamkeit, braucht aber ein vertrautes Umfeld und Menschen, die sie mag, um Wärme und Fürsorglichkeit zu zeigen. Prinzipiell hat sie zwei Seiten in sich: diejenige einer fürsorglichen Mutter und diejenige eines Kindes, das mit einem unbekümmerten Vertrauen ins Leben geht und von den anderen erwartet, Unterstützung zu bekommen und “bemuttert” zu werden. Im Übermaß kann dies bedeuten, dass sie entweder andere zu sehr beschützen will und nur schwer loslassen kann, oder dass sie selbst manchmal ganz gern wieder ein Kind wäre, das nicht so viel Verantwortung zu tragen braucht.

Auf der anderen Seite gibt es einen Steinbock-Aszendent und einen Steinbock-Mond im 12. Haus – Steinbock ist das Gegengewicht zum Krebs, es ist das Prinzip der Verantwortlichkeit, der Strenge, Struktur und der gesellschaftlichen Normen und Regeln. Im Gegensatz zum „kindhaften“ Krebs verkörpert Steinbock das „erwachsene“ Ich. Dem Überschwang des Krebses setzt Steinbock Vorsicht und Umsicht entgegen. Ein Mensch mit einem Steinbock-Aszendenten sollte sich mit Form, Norm und Struktur auseinandersetzen, mit Leistung, Realitätssinn und Grundsatztreue, er wirkt nach aussen meist ernsthaft, verlässlich, zielstrebig und verantwortungsbewusst, vielleicht auch etwas nüchtern und zurückhaltend. Tatsächlich wird Ingeborg Bachmanns widersprüchlicher Charakter zwischen Sensibilität und Entschlossenheit von Biographen hervorgehoben.

Mit dem Steinbock-Mond ist Ingeborg Bachmann aber auch sehr ehrgeizig und leistungsorientiert und sie hat ein grosses Bedürfnis nach Anerkennung. Im Herbst 1945 beginnt sie ein Philosophie-Studium in Innsbruck, das sie ab 1946 in Wien zusammen mit Germanistik und Psychologie fortsetzt und in kürzester Zeit abschliesst. Gleichzeitig unternimmt sie zielstrebig Schritte in die engagierte Wiener Nachkriegs-Literaturszene, wo sie begeistert aufgenommen wird. Saturn befindet sich im Horoskop Ingeborg Bachmanns im 10. Haus: sie widmet sich konsequent ihrer Aufgabe und ist imstande, hier wahre Meisterschaft zu entwickeln. Ehrgeizig und konsequent verfolgt sie ihre Ziele.

Die Mond-Stellung im 12. Haus zeigt aber auch, dass die Schriftstellerin trotz ihrer Kontakte zu anderen AutorInnen und der Anerkennung, die sie durch diese erfährt, eine labile, verunsicherte Psyche hatte und sich seelisch oftmals einsam fühlte. Um dieser inneren Einsamkeit zu entrinnen und ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit, Wärme und Zuwendung zu stillen, geht sie Beziehungen ein, zunächst mit dem 14 Jahre älteren Kritiker und Journalisten Hans Weigel, doch schon ein Jahr später verliebt sie sich in den vom Nazi-Terror traumatisierten Dichter und KZ-Überlebenden Paul Celan, der allerdings wenig später nach Paris zieht, wohin sie ihn nicht begleiten kann, da sie zuvor ihr Studium abschliessen will. Wieder sehen wir hier die vernunftbetonte Steinbock/Saturn-Mentalität durchkommen, die nicht zulässt, dass etwas einmal Begonnenes nicht abgeschlossen wird, selbst auf die Gefahr hin, eine Liebesbeziehung aufs Spiel zu setzen.

Nach dem Abschluss ihres Studiums zieht sie im Oktober 1950 doch zu Paul Celan nach Paris, doch kann ihr der vom Holocaust traumatisierte Dichter nicht den von ihr so sehnsüchtig gewünschten emotionalen Halt geben (Mond in Steinbock). Die Beziehung scheitert, und Ingeborg Bachmann kehrt nach Wien zurück. Sie bleibt Celan jedoch weiterhin freundschaftlich und emotional verbunden, auch als dieser 1952 eine andere Frau heiratet.

Ab 1951 arbeitete Ingeborg Bachmann als Redakteurin beim Rundfunk in Wien, sie schrieb Features und Gedichte, die Hans Werner Richter, den Initiator der Gruppe 47 (eine Vereinigung junger AutorInnen), derart begeistern, dass er die Autorin zur nächsten Tagung der Gruppe an die Ostsee einlädt, wo sie ihre Gedichte – allerdings mit grosser Schüchternheit (Chiron im 3. Haus weist auf die Selbstdarstellung als wunden Punkt hin) – vorträgt und auch als Person Aufmerksamkeit erregt. Sie versteht es nämlich, ihre weiblichen Reize bewusst in Szene zu setzen, und – je nach Bedarf – Eleganz (Venus Opposition Saturn), Intelligenz (Merkur Trigon Saturn) oder Schüchternheit und Unbeholfenheit auszustrahlen (Sonne in Krebs, Mond in 12), was bei männlichen Kollegen deren Beschützerinstinkt weckt. Das weibliche (Venus) und das männliche (Mars) Prinzip sind bei Ingeborg Bachmann besonders ausgeprägt, da die Venus in ihrem Radix-Horoskop im Zeichen Stier steht, der Mars hingegen in Widder. Die lustvoll-sinnliche, genussfreudige und besonnene Seite im Gegensatz zum impulsiven, tatkräftigen, zielgerichteten Durchsetzungsbedürfnis; Spontaneität und Mangel an Geduld versus Suche nach Sicherheit und Geborgenheit – wie ist so etwas zu leben?

Bei einer der nächsten Tagungen der Gruppe 47 lernt Ingeborg Bachmann den homosexuellen Komponisten Hans Werner Henze kennen. Eine lebenslange Freundschaft und Seelenverwandtschaft entsteht, in deren Verlauf Ingeborg Bachmann wieder stärker in die Welt der Musik eintaucht. Sie verfasst Libretti für einige Opern Henzes, und er vertont mehrere ihrer Gedichte. Seinetwegen zieht sie 1953 nach Italien, wo sie sogar eine Zeitlang mit ihm zusammen lebt.

Inzwischen ist Ingeborg Bachmann in Österreich und Deutschland eine viel beachtete und ausgezeichnete Autorin geworden, die nun vom Schreiben, ihrem Lebenselixier, leben kann. In ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises 1972 sagt sie unter anderem: „…ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe…“ Wenn wir in ihrem Horoskop sehen, dass die Sonne im 6. Haus (dem Haus der Arbeit) steht, dass dort der absolute Fokus ihres Lebens liegt, und noch dazu Pluto (die Leidenschaft, das Zwanghafte) in der Halbsumme zwischen Sonne (dem Leben) und Merkur (dem Schreiben) steht, dann wird der starke Drang nach geistiger und intellektueller Anerkennung, sowie die Fixiertheit auf literarisches Schaffen als unbedingtem Lebensausdruck klar.

Nichtsdestotrotz besteht aber auch das Bedürfnis nach Liebe, nach Zärtlichkeit und Nähe zu einem Mann. Sie hat 1957 die Beziehung zu Paul Celan wieder aufgenommen, die sich aber – zum grossen Kummer der Dichterin – nach wie vor als unlebbar herausstellt. Da lernt sie im Sommer 1958 den Schweizer Schriftsteller Max Frisch kennen, der nach dem Erfolg seines Romans „Stiller“ sein Architekturbüro in Zürich aufgelöst und seine Frau sowie die drei Kinder verlassen hat. Trotz ihrer beider Zweifel bezüglich einer neuen Bindung wagt es Ingeborg Bachmann doch, zu Max Frisch nach Zürich zu ziehen, sie fühlt sich glücklich, wenn auch unsicher. Sie träumt ja von einer idealen, alles umfassenden innigen Liebe, das wird im Horoskop durch die Stier-Venus im Quadrat zu Jupiter und Neptun ausgedrückt. Neptun im 7. Haus ist auch noch ein Hinweis auf den starken Wunsch nach der idealen oder idealisierten Beziehung, nach Verschmelzung mit dem Partner, wobei auch eine starke Hingabefähigkeit und Verführbarkeit vorhanden ist. Doch unwirkliche Idealvorstellungen von Beziehung und Partnerschaft, die der Wirklichkeit nicht standhalten, stehen dem Erreichen einer erfüllten Partnerschaft im Weg, sodass sich Beziehungen immer wieder auflösen.

Auch die Beziehung zu Max Frisch erweist sich als schwierig; nach wenigen gemeinsamen Monaten in Zürich zieht Ingeborg Bachmann nach Rom, wohin ihr Frisch allerdings 1960 folgt. Doch auch dort kommt es in der gemeinsamen Wohnung zu Unstimmigkeiten: erstens haben sie einen ganz unterschiedlichen Arbeitsstil und divergierende Auffassungen von Literatur, und zweitens kommt es zu Eifersuchtsszenen und emotionalen Grenzüberschreitungen (ausgedrückt durch das Quadrat zwischen Neptun und Saturn), weil Ingeborg Bachmann Frisch als zu vereinnahmend empfindet (Pluto am Deszendenten zeigt zwar eine schicksalshafte Bindung, aber auch Machtkämpfe, Abhängigkeiten und Dominanzprobleme in der Beziehung an). Ausserdem möchte sie Persönliches lieber geheim halten (Mond in 12) und lässt autobiographische Elemente höchstens in verfremdeter Form in ihre Texte einfliessen, während Frisch diese kaum verschlüsselt in seine Bücher aufnimmt, was bei ihr eine zusätzliche Kränkung auslöst, da sie sich verraten fühlt.

Im Sommer 1962 lernt Max Frisch die fast 30 Jahre jüngere Studentin Marianne Oellers kennen und beendet die Beziehung zu Ingeborg Bachmann. Für diese ist die Trennung die „grösste Niederlage“ ihres Lebens, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch und versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Bruch mit Max Frisch verursacht eine Lebens- und Schaffenskrise, der sie mit Alkohol und Tabletten beizukommen sucht. Kettenraucherin ist sie schon lange, nun kommen weitere Süchte hinzu (Mond in 12, Saturn Quadrat Neptun). Dennoch kann sie 1970 ihren bedeutendsten Roman, „Malina“ abschliessen. Er ist der erste Teil der Trilogie „Todesarten“ und thematisiert die Verletzungen, die Frauen durch ihre Beziehungen zu Männern erleiden (T-Quadrat Mond-Mars-Sonne). Der Roman wird ein Bestseller und macht die Autorin endgültig im deutschen Sprachraum berühmt.

Im Sommer 1973 feiert Ingeborg Bachmann gemeinsam mit Hans Werner Henze, der nur 5 Tage jünger ist als sie, ihren 47. Geburtstag. Der Komponist bemerkt mit Sorge ihre wiederholte Geistesabwesenheit, die auf ihre Tablettensucht zurückzuführen ist. Ende September will sie zu einer Kur nach Bad Gastein aufbrechen, doch 2 Tage vorher, in der Nacht vom 25. auf den 26. September, erleidet Ingeborg Bachmann in ihrer römischen Wohnung schwere Verletzungen durch einen Brand, der beim Einschlafen mit einer brennenden Zigarette ausgelöst wurde. Sie stirbt am 17. Oktober 1973 nicht unmittelbar an den Folgen der Verbrennungen, sondern an den tödlichen Entzugserscheinungen aufgrund ihrer schon seit Jahren bestehenden starken Abhängigkeit von Schmerz- und Beruhigungsmitteln, von der die behandelnden Ärzte zunächst nichts wussten.

In einem Interview 2 Jahre vor ihrem Tod hatte sie gesagt. „Man stirbt ja nicht wirklich an Krankheiten – man stirbt an dem, was mit einem angerichtet wird.“ Die Stellung Plutos im 7. Haus (dem Partnerhaus) zeigt uns hier extreme Gefühle, Machtkämpfe, die unterschwellig ablaufen, und Ausgeliefertsein an eine Beziehung.

In der Öffentlichkeit wird Ingeborg Bachmann durch den nach ihr benannten Literatur-Wettbewerb geehrt, der jedes Jahr Ende Juni (also rund um ihren Geburtstag) in Klagenfurt stattfindet.

Auch wir gedenken dieser grossartigen Schriftstellerin, die uns so viele wunderbare Texte hinterlassen hat, anlässlich ihres 90. Geburtstags mit Respekt und Anerkennung und sind uns bewusst, dass ihre Art zu leben nicht die leichteste war.

Ingrid Bergman zum 100. Geburtstag

Die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman wurde am 29. August 1915 in Stockholm geboren. Ihre aus Hamburg stammende Mutter starb, als sie 3 Jahre alt war, der Vater, ein Fotograf, erkannte früh das schauspielerische Talent seiner Tochter und förderte es. Leider starb auch er wenige Jahre später an Krebs. Ingrid wuchs bei einem Onkel auf und besuchte die Schauspielschule in Stockholm. 1935 erhielt sie ihre erste Rolle in einem schwedischen Film. Zwei Jahre später heiratete sie den Zahnarzt Petter Lindström, im folgenden Jahr (1938) wurde die Tochter Pia geboren.

 

Durch den Erfolg des schwedischen Films Intermezzo aus dem Jahr 1936 wurde Hollywood auf die junge Schauspielerin, die in ihrer Heimat bereits ein Star war, aufmerksam. Der Produzent David O. Selznick engagierte sie für ein 1939 gedrehtes Remake von Intermezzo sowie andere US-Filmproduktionen.

 

Die junge Schwedin konnte das amerikanische Publikum vor allem durch ihre „Natürlichkeit“, mit der sie sich ganz wesentlich von den amerikanischen Filmstars abhob, für sich einnehmen. Recht häufig in ihrer Filmkarriere kam es zu Streitigkeiten mit den Produzenten oder Regisseuren, da sie z. B. ohne Make-up spielen (was die Natürlichkeit unterstützen sollte) oder eine andere Rolle im Film übernehmen wollte.

 

Eine ihrer bekanntesten Rollen spielte sie 1942 als Ilsa Lund an der Seite von Humphrey Bogart im Film Casablanca unter der Regie von Michael Curtiz. Der Film erreichte Kultstatus.

 

1949 drehte Ingrid Bergman mit dem italienischen Regisseur Roberto Rossellini den Film Stromboli. Dabei verliebte sie sich in den Regisseur und verließ in der Folge ihren Ehemann. Dass sie von Rossellini schwanger war, ohne mit ihm verheiratet zu sein, löste im prüden Amerika einen Skandal aus. 1950 heirateten die beiden zwar, doch blieb ihnen die Gunst des amerikanischen Publikums weiterhin verwehrt. Ingrid Bergman drehte insgesamt 7 Filme mit Rossellini und bekam 3 Kinder von ihm, Roberto sowie die Zwillinge Isabella und Isotta Ingrid.

 

Nachdem Rossellini sie mit einer indischen Schauspielerin betrogen hatte, liess Ingrid Bergman sich 1957 von ihm scheiden und heiratete ein Jahr später den schwedischen Produzenten Lars Schmidt. Doch auch die dritte Ehe wurde 1970 geschieden.

 

Mit dem Film „Anastasia“ gewann Ingrid Bergman 1956 die Gunst des amerikanischen Publikums zurück und spielte noch zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen sowie an grösseren Theatern in mehreren Städten.

 

Im Jahr 1974 wurde bei Ingrid Bergman Brustkrebs diagnostiziert, der zunächst erfolgreich behandelt werden konnte. Anfang der 1980er-Jahre wurde diese Krankheit jedoch erneut festgestellt. 1982 drehte sie – bereits schwer erkrankt – ihren letzten Film, Eine Frau namens Golda, in dem sie die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir darstellte. Ingrid Bergman starb an ihrem 67. Geburtstag in London.

 

Deutung des Horoskops

 

Ich habe mich gefragt, ob im Horoskop von Ingrid Bergman ihre schauspielerische Begabung, ihr Erfolg als Filmstar und ihr Scheitern in privaten Beziehungen zu sehen wäre, und bin zu folgendem Ergebnis gekommen:

 

Ingrid Bergman wurde mit einem Löwe-Aszendent geboren, was sie selbstbewusst, strahlend, glänzend, würdevoll, lebensfroh, kreativ und grosszügig erscheinen liess, und ihr ausserdem einen natürlichen Annspruch dafür verlieh, im Mittelpunkt zu stehen und bewundert zu werden. Die ideale Schauspieler-Konstellation also. Die Sonne als Herrscherin des Löwen auch noch Geburtsgebieterin, befindet sich zwar schon in der Jungfrau, was ihr die „natürliche“ Ausstrahlung verlieh, aber in Konjunktion mit der Venus und im 1. Haus. So konnte sie in ihren Filmen ein nüchternes, sauberes Frauenbild vermitteln, bescheiden und etwas unsicher in der Liebe.

 

Eine Frau mit Sonne-Venus-Konjunktion ist meist sehr hübsch, auch wenn sie selbst ihrem Aussehen gegenüber kritisch eingestellt ist (Jungfrau). So fand sich Ingrid Bergman immer „zu gross“ – sie war 1,76 m gross, was sicher eine gewisse Herausforderung beim Drehen mit kleineren Filmpartnern, wie etwa Humphrey Bogart, darstellte. Doch mit Sonne und Venus im 1. Haus kann sie sich in künstlerischen Belangen gut durchsetzen. Noch dazu beherrscht die Venus auch das 10. Haus – Beruf, Karriere. Wenn nun die Herrscher der Häuser 1 und 10 – also Sonne und Venus – so eng im Horoskop zusammen stehen, kann die eigene Persönlichkeit durch den Beruf voll zum Ausdruck gebracht werden. Ingrid Bergman kann also ihrer Berufung folgen. Dabei wird sie von den Jungfrau-Eigenschaften Präzision, Vernunft und Ausdauer unterstützt, von Ernsthaftigkeit und Erfolgsorientierung, die zum Durchbruch drängen. Dass sie dabei sehr auf sich selbst konzentriert ist und auch einen gewissen Egoismus an den Tag legt (Sonne im 1. Haus), soll nicht verheimlicht werden.

 

Den Erfolg, den Ingrid Bergman als Schauspielerin hat, können wir an dem harmonischen Trigon ersehen, das die beiden wichtigen Achsenherrscher Sonne und Venus zum MC, dem höchsten Punkt im Horoskop, bilden. Noch dazu befindet sich der Mond in der Nähe des MC, allerdings noch im Widder, der ihr Popularität verleiht (Ingrid Bergman hat insgesamt 3 Oscars, einige Golden Globes und Bambis für ihre Darstellungen erhalten).

 

Der Mond in Widder bezeichnet zunächst einmal ein Kind, das früh selbständig wird, und ein Kind wie Ingrid, das in jungen Jahren beide Eltern verliert, musste das wohl. Der Widder-Mond steht aber auch für eine gewisse Neugier, Unbekümmertheit und sogar Naivität, mit der eine unter ihm Geborene auf das Leben zugeht. Sie hat wohl eine kindlich-optimistische Grundhaltung und wenig Selbstreflexion, reagiert sehr direkt und impulsiv und versucht, ihren eigenen Willen durchzusetzen. Dabei sind die eigenen Bedürfnisse oft wichtiger als die der anderen. Da der Mond der höchststehende Planet in Ingrid Bergmans Horoskop ist, wird sie von anderen mit diesen Eigenschaften auch wahrgenommen.

 

In ihren Filmen verkörperte Ingrid Bergman weniger das anschmiegsame, fast hilflose Weibchen, das mit Raffinesse einen Mann um den Finger wickelt, sondern eher eine starke, selbständige Frau, die mehr oder weniger unbeirrbar ihren Weg geht und den Männern, mit denen sie zu tun hat, unterstützende Gefährtin und Wegbegleiterin ist (Casablanca, Spellbound, Joan of Arc), wobei sie andererseits aber auch von skrupellosen Männern fast ins Verderben getrieben wird (Notorious, Gaslight): Einen Höhepunkt in ihrer Karriere stellt zweifellos die Verkörperung der französischen Kämpferin Jeanne d’Arc dar, eine Rolle, die der amazonenhaften Weiblichkeit der Bergman (Widder-Mond) auf den Leib geschneidert war.

 

Die herkömmliche Frauenrolle ist nichts für eine Frau mit Widder-Mond, denn sie will sich einem Mann nicht unterordnen, sondern selbständig und aktiv sein. Im 9. Haus deutet der Mond auf einen Wohnsitz in Ausland, ein Leben ausserhalb der angestammten Heimat hin, und tatsächlich hat Ingrid Bergman ja auch viele Jahre in der USA, in Italien und in England gelebt.

 

Der Mond bildet eine Rezeption mit Mars, das heisst, er steht im Mars-Zeichen Widder, während der Mars im Mond-Zeichen Krebs steht. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Handlungen von Emotionen gesteuert sind. Vor allem bei ihren Beziehungen hat sich Ingrid Bergman nicht von ihrer Jungfrau-Vernunft leiten lassen, sondern von ihren Gefühlen, sonst hätte sie durch ihre Verbindung mit Rossellini nicht beinahe ihre Karriere aus Spiel gesetzt. Allerdings bedeutet das Zeichen Wassermann am Deszendent auch Schwierigkeiten und Trennungen – Ingrid Bergman war dreimal geschieden. Die Zusammenarbeit mit ungewöhnlichen Partnern ist durch Uranus als Herrscher des 7. Hauses in Wassermann im 6. Haus angezeigt, das Schicksalhafte dieser Beziehungen durch die Konjunktion zwischen Uranus und dem nördlichen Mondknoten.

 

Dass das amerikanische Publikum seinem Idol die Rossellini-Affäre übelnahm und sie zeitweilig fallen liess, sehen wir aus dem Quadrat des Neptun zum MC: Sie bietet die Projektionsfläche für Träume und Wünsche anderer Menschen, wird oft idealisiert, aber nicht in ihrer realen Existenz wahrgenommen und somit verschmäht, wenn sie den Wunschvorstellungen nicht mehr entspricht.

 

Aufgrund der starken Besetzung des 4. Quadranten in Ingrid Bergmans Horoskop muss sie sich jedoch in der Aussenwelt beweisen, d.h. sich ihrem Publikum und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, und das tut sie gerne, denn die Schauspielerei ist ihr Leben (mit Löwe-Aszendent und Sonne in 1 braucht sie die Bühne), und aus dem Erfolg gewinnt sie ihre persönliche Kraft (Venus als Herrscherin von 10 in 1). In ihren späteren Filmen hat Ingrid Bergman oft die eher unscheinbare reifere Frau gespielt, die sich dank ihrer praktischen Lebensweisheit und Intelligenz sowie eines später aufgepeppten Stylings zur begehrenswerten Frau mausert, die ihre oft jüngere Konkurrentin mühelos aussticht (z.B. Die Kaktusblüte, Lieben Sie Brahms?) oder zeigt, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat (Der Besuch, Mord im Orient-Express). Also eindeutig Jungfrau-Venus in Verbindung mit der Sonne.

 

Ingrid Bergman ist am 29. August 1982, also an ihrem 67. Geburtstag, in London ihrem Brustkrebs-Leiden erlegen, ihr Körper wurde eingeäschert und in Schweden ins Meer gestreut. Der schwedische Künstler Gudmar Olofsson schuf eine Büste der Schauspielerin, die, inmitten von nach Ingrid Bergman benannten Rosen, den Blick auf ihre Lieblingsinsel Dannholmen gerichtet hat.

Jeanne Moreau zum 90. Geburtstag

Die grosse französische Schauspielerin Jeanne Moreau hätte am 23. Jänner 2018 ihren 90. Geburtstag gefeiert. Leider ist sie im Vorjahr, am 31. Juli 2017, verstorben.

Geboren wurde Jeanne Moreau am 23. Jänner 1928 in Paris als Tochter einer englischen Tänzerin und eines französischen Barmanns, der ein kleines Hotel in Paris betrieb. Als Gast war dort die berühmte Lebedame des Fin de Siècle, Amélie D’Alençon, einquartiert, mit der sich die kleine phantasievolle Jeanne anfreundete und die in ihr die Liebe zur Literatur und zum Theater weckte. Gegen den Willen ihres Vaters beschloss Jeanne Moreau, Schauspielerin zu werden und machte eine Ausbildung dazu am Pariser Konservatorium.

Eine Person mit einer Wassermann-Sonne im 10. Haus lässt sich aber hinsichtlich ihres Berufsweges keine Vorschriften machen. Noch dazu ist Jeanne Moreau nur wenige Stunden nach Neumond geboren, sie hat also den Auftrag, etwas Neues in die Welt und in die Gesellschaft (10. Haus) zu tragen. Wie kaum eine andere Schauspielerin ihrer Generation wird Jeanne Moreau mit der Nouvelle Vague in Verbindung gebracht, jener Strömung, die in den späten 1950-er Jahren in Frankreich unter jungen Cinéasten und Regisseuren wie Jean-Luc Godard, François Truffaut, Claude Chabrol oder Louis Malle entstand und sich gegen die eingefahrene Bildsprache und den vorhersagbaren Erzählfluss des etablierten kommerziellen Kinos wandte.

Bereits mit 20 Jahren wurde Jeanne Moreau an die Comédie Française engagiert, wo sie die hohe Schule des klassischen Theaters kennenlernte und sich schon bald als feinfühlige, differenzierte Charakterdarstellerin bewährte. Nach 4 Jahren verliess sie allerdings die französische Nationalbühne, da sie ihr zu autoritär und restriktiv erschien (fast unerträglich für eine Wassermann-Sonne), und spielte am Théâtre National Populaire, einer innovativen Theatertruppe, die sich auf experimentelle Produktionen spezialisierte. Ende der 1940-er Jahre debütierte Jeanne Moreau auch im Film, hatte aber erst 1957 einen ersten größeren Erfolg mit Louis Malles „Fahrstuhl zum Schafott“ (Ascenseur pour l’échafaud) . Malle, mit dem sie auch eine Liebesbeziehung verband, engagierte sie danach für seinen Film „Die Liebenden“ (Les amants), der der Hauptdarstellerin zum endgültigen Durchbruch verhalf. In der Folge arbeitete Jeanne Moreau mit den bedeutendsten Filmregisseuren jener Zeit, wie Michelangelo Antonioni, Orson Welles, Luis Buñuel, François Truffaut, Tony Richardson und Peter Brook, in späteren Jahren auch mit Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders.

Jeanne Moreau verkörperte den Typ der intellektuell-erotischen Frau, die mit einer nach aussen hin kühlen Ausstrahlung jedoch in feinen Nuancen immer auch das sinnliche und mysterieuse Feuer anklingen liess, das in ihr brodelte.

Kein Wunder aus astrologischer Sicht. Der Stier-Aszendent verleiht ihr nicht nur Entschlossenheit und Kraft, sondern auch Genussfreude, Körperlichkeit und eine warme, sinnliche Ausstrahlung. Allerdings steht die Geburtsherrin Venus in Schütze im 8. Haus, sodass hier von der sonst bei Stieren üblichen konservativen Grundhaltung, Treue und Bequemlichkeit wenig zu spüren ist. Eine Schütze-Venus geht spontan und mit grosser Begeisterung auf andere zu, lässt sich aber nicht gerne vereinnahmen, auch wenn sie sich mit der Stellung im 8. Haus intensiv und leidenschaftlich mit anderen Menschen auseinandersetzt, auf die sie letztlich angewiesen ist. In Sachen Liebe und Erotik ist sie tolerant und grosszügig, rasch entflammt, aber unbeständig. Sie verträgt keinerlei Einengung, hat aber auf andere Menschen eine charismatische, fast magische erotische Ausstrahlung. Es erscheint daher nur logisch, dass Jeanne Moreau mit diversen Regisseuren nicht nur eng zusammengearbeitet, sondern sich auch auf intime Beziehungen eingelassen hat. Verheiratet war sie zweimal: zuerst mit dem Schauspieler Jean-Louis Richard, mit dem sie einen Sohn hat (Jérôme ist ein erfolgreicher Maler), das zweitemal mit dem amerikanischen Regisseur William Friedkin. Beide Ehen hielten nicht länger als jeweils drei Jahre.

Ein Stellium aus Sonne, Mond und Merkur in Wassermann im 10. Haus ist nicht gerade ein Garant für ein beständiges oder monogames Liebesleben. Im Gegenteil: mit dieser Konstellation ist der Fokus auf die berufliche Verwirklichung ausgerichtet, der das Privatleben untergeordnet wird. Und mit so einer starken Wassermann-Betonung ist die persönliche Freiheit das höchste Gut. Regeln und vorgegebene Rahmenbedingungen akzeptiert so ein Mensch nur höchst ungern.

Feuer und Luft sind die stärksten Elemente in der Radix von Jeanne Moreau: sie ist ein aktiver, dynamischer, willensstarker Mensch, der sich unbedingt seine Individualität und Eigenart bewahren will. Da das Wasser-Element nur schwach ausgeprägt ist (wir finden hier lediglich Pluto in Krebs, also einen überpersönlichen Planet), sind ihr Gefühle und Emotionen eher unheimlich, weil diese sich jeder rationalen und vernünftigen Überwachung und Kontrolle durch den Verstand entziehen (Merkur Konjunktion Mond in Wassermann). Andererseits wirkt sie aber auf ihr Publikum gerade durch ihr Spiel der kühlen Undurchschaubarkeit (Geburtsherrin in 8 sowie Mond in Wassermann), die aber dennoch in gewissen Momenten eine ungewöhnliche Seelentiefe und Verletzlichkeit unter der Oberfläche aufblitzen lässt (Sonne Quadrat Chiron), irgendwie anziehend und erreicht grosse Popularität (Mond in 10). In Frankreich wurde sie als Verkörperung der intellektuellen und doch femininen Frau gesehen.

Mit dem Sextil zwischen Sonne und Jupiter ist Jeanne Moreau eine ausgesprochen integre Person, die sich jedoch aufgrund ihres Bedürfnisses nach persönlicher Freiheit und Autonomie gewissen Konventionen zuliebe nicht verstellen kann. Sehr gut wird das meiner Meinung nach in dem Film „Jules und Jim“ von François Truffaut ausgedrückt, vielleicht Jeanne Moreaus bekanntestem Film. Sie spielt die unkonventionelle Catherine – die auch leicht eine Wassermann-Sonne sowie eine Geburtsherrin in Schütze in 8 haben könnte -, die eine Dreiecksbeziehung mit 2 Freunden lebt, sich aber letzten Endes für den etwas ruhigeren Jules entscheidet, der ihr mehr Sicherheit bietet und eine Familie mit ihr gründet. Als sie Jim nach vielen Jahren wiedersieht und die Liebe zu ihm erneut aufflammt, stürzt sie sich mit dem Auto, in dem Jim mitfährt, in den Tod. Jules bleibt mit der kleinen Tochter allein zurück. Leidenschaft und Kompromisslosigkeit haben gesiegt.

Soweit ist Jeanne Moreau in ihrem Privatleben zum Glück nie gegangen, hat sich aber sicher auch kompromisslos verhalten, wenn sie ihre persönliche Freiheit bedroht fühlte. Im Beruf gab sie sich selten mit dem Erreichten zufrieden, sondern hat immer wieder neue Ziele und Aufgaben gesucht, um in erster Linie persönlich zu wachsen und neue Erfahrungen zu machen (Sonne Sextil Jupiter). Neben ihren zahlreichen Filmrollen hat sie auch immer wieder Theater gespielt – ich hatte das grosse Glück, sie in Wien im Theater live zu erleben, als sie in dem Monodrama „Die Erzählung der Magd Zerline“ aufgetreten ist. Aber sie hat auch selbst in Filmen Regie geführt.

Mit dem Beruf der Schauspielerin hat sie sicher den für sie idealen Beruf gewählt, der ihr genügend Freiheit, Abwechslung und Freiräume bot, da sie Monotonie und starre Arbeitsbedingungen nur schlecht bis gar nicht vertrug (Sonne in Wassermann in 10 Sextil Uranus).

Mit überschäumende Energie und Rastlosigkeit ist Jeanne Moreau bis ins hohe Alter ihren beruflichen Aufgaben und Projekten nachgegangen. Mit Mars in Steinbock Quadrat Jupiter und Uranus war sie von Anfang an fähig, ihren Idealen treu bleiben zu können und den Beruf auszuüben, der ihr tief im Innersten wirklich zugesagt und sie zu ausserordentlichen Leistungen und Kraftanstrengungen befähigt hat, sodass sie Großes vollbringen konnte. „Ich bin für alles offen“, sagte sie einmal, ganz Wassermann. „Daher habe ich so viele wunderbare Erfahrungen gemacht.“

Wir gedenken dieser grossartigen Schauspielerin und ungewöhnlichen Frau anlässlich ihres 90. Geburtstages mit Respekt, Bewunderung und Hochachtung.

Joanne K. Rowling – die Harry Potter-Autorin wird 50

Die britische Autorin und Schöpferin der Harry Potter-Bücher wurde am 31. Juli 1965 in Yate bei Bristol, Südwest-England, geboren. Schon als Kind hatte sie den Wunsch, Schriftstellerin zu werden, und erfand bereits als Sechsjährige Geschichten, die sie ihrer jüngeren Schwester Dianne erzählte.

 

Nach mehreren Umzügen mit ihren Eltern besuchte Rowling schliesslich die Wyedean- Gesamtschule in Wales, wo sie vor allem in den sprachlichen Fächern brillierte, während sie in Sport und Mathematik eigenen Aussagen zufolge weniger begabt war. Die spätere Romanfigur Hermione Granger entspricht dem Bild, das sie damals von sich selbst hatte, sowohl äußerlich als auch charakterlich. Sie bezeichnete sich selbst als „intelligentes Mauerblümchen mit Begabung zum Lehren und Belehren“.

 

Nach ihrem Schulabschluss 1983 studierte sie Französisch und Klassische Altertumswissenschaft an der Universität Exeter und lebte nach ihrem Studienabschluss in Paris, London und Manchester.

 

1990 erfand sie während einer Zugfahrt von Manchester nach London die Romanfigur Harry Potter, dem sie ihr eigenes Geburtsdatum – den 31. Juli – mit auf den Weg gab.

 

1992 heiratete Joanne Rowling den portugiesischen Fernsehjournalisten Jorge Arantes, mit dem sie eine Tochter hatte und in Porto lebte. Ein Jahr später liess sie sich allerdings wieder scheiden und kehrte nach Großbritannien zurück. Während sie den ersten Band der Harry Potter-Reihe (der von Anfang an auf sieben Teile ausgelegt war) ausarbeitete – er wurde 1995 fertiggestellt -, lebte sie als Mutter eines Kleinkindes in Edinburgh von der Sozialhilfe. Zuerst lehnten mehrere Verlage das eingesandte Manuskript ab, erst 1996 nahm es der Bloomsbury Verlag an, riet ihr jedoch, sich wieder eine Stelle als Lehrerin zu suchen, da man von Kinderbüchern allein nicht den Lebensunterhalt bestreiten könne.

 

Am 26. Juni 1997 wurde Harry Potter und der Stein der Weisen mit einer Startauflage von 500 Exemplaren veröffentlicht und begann seinen Siegeszug um die Welt. Am 21. Juli 2007 erschien der bisher siebente und letzte Band Harry Potter und die Heiligtümer des Todes. In der Zwischenzeit hatte Joanne Rowling zum zweitenmal geheiratet (den Arzt Neil Murray), zwei weitere Kinder bekommen und war eine der erfolgreichsten Autorinnen und eine der reichsten Frauen Englands geworden, die sich übrigens sozial und politisch engagiert und Präsidentin der schottischen Multiple Sklerose-Gesellschaft ist. Sie stiftete mehrfach große Summen zur Erforschung und Heilung dieser Krankheit, an der ihre Mutter 1992 verstorben war. Für ihr Engagement erhielt sie den Ehrendoktortitel der Universität Aberdeen.

 

Ich habe mich natürlich gefragt, wie sich diese Erfolgsgeschichte im Horoskop der Autorin zeigen mag. Dabei bin ich auf einige interessante Faktoren gestoßen:

 

Der Merkur (einer der wichtigsten Planeten im Horoskop von Schriftstellern) steht bei Rowling besonders exponiert auf 0,00° Jungfrau im 10. Haus und stellt somit neben der Löwe-Sonne im 10. Haus den wichtigsten Planeten in dieser Radix dar. Beide Planeten stehen in ihrem Domizil, also dem eigenen Zeichen, und zeigen daher besondere Begabungen an. Im Gegensatz zur Sonne, die fast unaspektiert ist (ausser dass sie sehr nahe am Medium Coeli, dem höchsten Punkt im Horoskop, steht), ist Merkur über die Dominationskette mit allen anderen Planeten verbunden und steht zudem in Konjunktion mit der Venus. Die besondere Begabung eines Jungfrau-Merkurs zeigt sich beispielsweise in einem Beruf (10. Haus), der auf analytischen Fähigkeiten, einem Sinn für Genauigkeit, detaillierter Beobachtungsgabe sowie einem Hang zur Besserwisserei basiert: die ideale Lehrerin, könnte man meinen.

 

Ein Planet, der auf 0° in dem von ihm beherrschten Zeichen steht, ist aber immer ein Hinweis darauf, dass etwas ganz Neues geschaffen wird, in diesem Fall eine neue Art von Jugendbüchern, die auch Erwachsene interessieren und begeistern, da sie zugleich Entwicklungsroman, phantasievolle Abenteuergeschichte und spannender Krimi sind, und auch eine großteils differenzierte Sichtweise der verschiedenen Charaktere im Roman aufzeigen.

 

Nun steht dieser Merkur aber in Konjunktion mit Venus, der Geburtsgebieterin – der Aszendent steht im Zeichen Waage, das von der Venus beherrscht wird. In diesem Fall ist die Venus Rowlings persönlichster Ausdruck, sie selbst verwirklicht sich durch ihre schriftstellerische Arbeit, die zwar genau, präzise und detailverliebt ist, aber natürlich auch künstlerisch und ideenreich. Da sie sich selbst wenig hübsch findet, sucht sie Anerkennung und Wertschätzung dadurch, dass sie sich nützlich macht, funktioniert und durch ihr Wissen anderen behilflich sein kann. Diese Eigenschaften werden in den sieben Harry Potter-Büchern auf die kluge, fleissige und kameradschaftliche Hermione Granger übertragen.

 

Auch der Gerechtigkeitssinn ist mit dieser Venus-Stellung ausgeprägt und kommt in den Harry Potter-Büchern zum Ausdruck. Daran ist aber auch der Mars in Waage im 12. Haus beteiligt, der für den phantasievollen Kampf Gut gegen Böse (Harry Potter gegen Lord Voldemort) steht.

 

Auch im Gefühlsbereich ist Rowling eher unauffällig und vorsichtig, darauf weist die Mond-Stellung in Jungfrau und in Opposition zu Saturn hin. Da sie eine ziemliche Unsicherheit in sich verspürt, versucht sie, ihre Gefühle eher zu analysieren oder über die Arbeit auszuleben, um sich sicherer zu fühlen. Dass sie persönliche Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren kann, hat Joanne Rowling in der Zeit als alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin bewiesen, als sie, um Heizkosten zu sparen, in einem Edinburgher Café ihren ersten Harry Potter-Roman schrieb.

 

Ganz das bescheidene intelligente Mauerblümchen, als das Joanne Rowling sich darstellt – in ihren Büchern eben auch in der Figur der Hermione Granger – ist eine Frau mit einer Löwe-Sonne im 10. Haus nahe dem MC aber sicher nicht. Die Sonne ist der höchststehende Planet in diesem Horoskop: die berufliche Verwirklichung ist für das Ego also besonders wichtig. Der Beruf und die Arbeit, sowohl in der Aussenwelt wie an sich selbst, sind zentrale Lebensthemen, die wesentlich dazu beitragen, Rowlings eigene Identität und Ich-Wahrnehmung zu stärken und sich völlig unabhängig von anderen selbst zu verwirklichen und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie hat sehr viel berufliche Energie, die sie erfolgreich umsetzen kann, sodass ihr auch eine gewisse Macht (über ihre LeserInnen) wie von selbst zufließt.

 

Mut, Eigenständigkeit, Handlungsfähigkeit, Lebenskraft, Willensstärke, Selbstvertrauen, Stolz, Geltungsbedürfnis und Führungsansprüche sind Löwe-Eigenschaften, die Joanne Rowling ihrem jugendlichen Helden Harry Potter angedeihen lässt und die vermutlich auch in ihr selbst schlummern.

 

Sieben Planeten im 4. Quadranten des Horoskopkreises sind überdies ein Hinweis darauf, dass die Schriftstellerin sich viele Gedanken über die Einordnung des Ich in die überpersönliche Welt und in die Gesellschaft macht. Vieles in ihrem Leben ist von scheinbaren „Zufällen“ bestimmt, was ihr möglicherweise ein Gefühl der Schicksalhaftigkeit des Lebens gibt, aber auch den Auftrag bedeutet, dass sie ihre Potenziale der Allgemeinheit zur Verfügung stellen muss. Und das tut sie auch: trotz ihres Reichtums arbeitet Joanne Kathleen Rowling unermüdlich an weiteren Romanen und Projekten.

 

Zu ihrem 50. Geburtstag wünschen wir ihr daher noch viel Schaffenskraft und Erfolg sowie ein glückliches Leben.

Juliette Gréco zum 90. Geburtstag

Die Muse der Existenzialisten, die grosse alte Dame des Chansons, sie wird am 7. Februar 2017 unglaubliche 90 Jahre alt.

Geboren 1927 in Montpellier, wuchs Juliette Gréco mit einer Mutter auf, die während des zweiten Weltkriegs in der französischen Widerstandsbewegung Résistance kämpfte. Ihr Vater stammte aus Korsika. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie 1937 im Alter von zehn Jahren bei einem schulinternen Talentewettbewerb. 1943 wurde Juliette Gréco, die sich selber auch in der Résistance engagiert hatte, zusammen mit ihrer Mutter und ihrer älteren Schwester von der Gestapo verhaftet und für mehrere Wochen in das Gefängnis von Frèsnes gebracht. Mutter und Schwester wurden später in das KZ Ravensbrück gesperrt. Zum Glück überlebten alle. Durch diese Geschehnisse blieb Juliette Grécos Verhältnis zu Deutschland begreiflicherweise distanziert, sie trat erst 1959 dort auf.

Nach dem Krieg hielt sie sich mit Gesangseinlagen in Paris über Wasser, zählte zur Künstler-Bohème der Stadt und eröffnete 1946 in Saint-Germain-des-Prés die Kellerdiskothek „Tabou“, die zu einem legendären Treffpunkt der Existenzialisten wurde. Zu ihren Stammgästen zählten Jean-Paul Sartre, Orson Welles und Marlene Dietrich; Boris Vian spielte dort Trompete. Nachdem Sartre sie singen gehört hatte und fasziniert von ihrer Stimme war, sagte er ihr eine grosse Karriere voraus und bot ihr an, zwei seiner Gedichte auszusuchen, die von Joseph Kosma vertont und von Juliette Gréco 1949 öffentlich dargeboten wurden. Daraufhin schrieben auch andere SchriftstellerInnen Texte für sie, zu den bekanntesten zählen Françoise Sagan, Jacques Prévert, Albert Camus und François Mauriac. Gleichzeitig trat sie auch als Schauspielerin am Theater auf und bekam diverse Filmrollen. Ihre Anhänger feierten sie als „Königin der Existenzialisten“ oder als „Muse von Saint-Germain-des-Prés“.

Das Privatleben von Juliette Gréco verlief keineswegs in ruhigen Bahnen. Sie war dreimal verheiratet und hatte zahlreiche Affären – auch mit Frauen, wie sie bekannte. Ihre dritte Ehe mit dem um einige Jahre jüngeren Pianisten und Arrangeur Gérard Jouannest ist immer noch aufrecht, die beiden leben in der Nähe von Paris.

Obwohl sie nie die Popularität einer Edith Piaf erreichte – dafür waren ihre Chansons zu politisch, zu intellektuell und teilweise auch zu erotisch – konnte sie sich doch mit ihrer charakteristischen dunklen Stimme über die Jahrzehnte im Beruf halten und ist bis vor kurzer Zeit noch aufgetreten. Ein geplantes Konzert in der Zürcher Oper am 19. Januar 2017 im Rahmen ihrer Abschiedstournee musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden.

Sehen wir uns das Leben dieser „Grande Dame de la Chanson“ einmal aus astrologischer Sicht an.

Eine Frau mit einer Wassermann-Sonne braucht viel Abwechslung und Spontaneität, Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Mit Autoritäten tut sie sich eher schwer. Auf das Haus, in dem die Sonne steht, wird der Fokus im Leben gerichtet. Im Fall von Juliette Gréco ist es das 5. Haus, das bedeutet Kreativität als Weg der Selbstverwirklichung, und zwar mit einer ganz persönlichen Note. Sie will auf der Bühne stehen, sich aber nicht anpassen, sondern autonom und unabhängig bleiben. Dazu kommt, dass im 5. Haus ausser der Sonne auch noch Merkur, Jupiter und Venus stehen. Venus als Herrscherin des Waage-Aszendenten ist somit Geburtsgebieterin, sie steht im sensiblen und künstlerischen Fische-Zeichen in Konjunktion mit Jupiter und unterstreicht die künstlerische Komponente. Im 5. Haus finden wir Lebensfreude, Kreativität, auch Spiel – das Spiel mit der Liebe etwa. In ihrem Innersten ist sie selbst verspielt und jugendlich geblieben. Diese Konstellation bringt aber auch eine gute Portion Eitelkeit und Selbstverliebtheit mit sich. Juliette Gréco will ihre Vorstellung von Kunst und Ästhetik auf jeden Fall verwirklichen, aufgrund ihrer künstlerische Tätigkeit aber auch anerkannt, bewundert und letztlich geliebt werden. Denn mit der Fische-Venus in Konjunktion mit Jupiter ist ihr natürlich auch der Gefühlsbereich enorm wichtig. Das inkludiert auch eine grosse Naturverbundenheit, eine Liebe zur Schöpfung, zu allem, was existiert, zu Musik und Kunst. Eigenschaften wie Charme, Grosszügigkeit und Toleranz kommen in ihrem Wesen wie selbstverständlich zum Ausdruck. Da sie sich unter Menschen mit einer natürlichen Sicherheit bewegt und direkt und offen auf andere zugeht, kommt sie auch sehr gut an. Ohne viel dafür tun zu müssen, versteht sie es, einen positiven Eindruck zu hinterlassen und andere für ihre Ideen zu begeistern.

Ein Mensch mit einem Waage-Aszendent zeichnet sich meist durch ein charmantes, liebenswürdiges, geselliges Wesen aus und umgibt sich gerne mit schönen Dingen, legt Wert auf ein ästhetisches und angenehmes Äusseres und achtet auch sehr aufs eigene Outfit, auf geschmackvolle Kleidung. Juliette Gréco war und ist dafür bekannt, dass sie am liebsten in schwarzen Kleidern auftritt. Damit brachte sie nicht nur die „Trade Mark“ der Existenzialisten auf die Bühne, sondern schuf dadurch auch ihre eigene unverwechselbare Marke.

Beziehungen sind sehr wichtig für eine Person mit Waage-Aszendent, sie ist stark auf andere Menschen bezogen, sie muss sich über diese selbst erfahren, daher kann sie trotz aller Freiheitsliebe nur schwer allein leben. Doch auch wenn sie verliebt ist, sucht sie in einer Beziehung Selbständigkeit und Unabhängigkeit, sie flirtet gerne und will auch immer wieder gerne verführt werden. Ihr Mars steht im 8. Haus, als Herrscher des 7. Hauses: mit dieser plutonischen Position ist es ihr vermutlich nicht schwer gefallen, todesmutig in einer Widerstandsbewegung wie der Résistance zu kämpfen, wo sie auch in Gefahrenbereiche und Grenzsituationen geriet. Die Stellung des Mars in Stier verleiht eine starke sexuelle Energie, sie macht sinnlich und leidenschaftlich, aber auch besitzergreifend. Wir können davon ausgehen, dass Juliette Gréco auch Männer mit diesen Eigenschaften angezogen hat.

Kontakte und Beziehungen knüpft die Sängerin am liebsten mit Menschen, die ebenso offen und tolerant sind wie sie selbst. Auch der Jugend gegenüber ist sie sehr aufgeschlossen und förderte in den 1950-er Jahren junge Chanson-Talente wie Serge Gainsbourg oder Leo Ferré. In ihre Liebesbeziehungen bringt sie dank der Venus-Jupiter-Konjunktion viel Idealismus und Begeisterung ein, vielleicht zu viel, denn fast immer weicht die Beziehungsrealität von den romantischen Vorstellungen ab. Dann kommt jedoch das gradgenaue Venus-Saturn-Quadrat zum Tragen: es spiegelt das wider, was Juliette Gréco über ihre Kindheit mitteilt: dass sie sich nämlich ungeliebt fühlte bzw. sich Liebe durch gewisse Leistungen erst verdienen musste. Dieses Muster wirkt unbewusst auch im Erwachsenenalter nach und kann für Beziehungen sehr unglückliche Folgen haben. Liebe ist in gewisser Weise an Bedingungen geknüpft, so empfindet sie es jedenfalls, daher bemüht sie sich, in einer Partnerschaft die Verantwortung für ihr eigenes Wohlbefinden und das ihres Partners zu übernehmen, um so die für sie so wichtige Sicherheit und Stabilität zu erlangen.

Das führt uns zum nächsten wichtigen Horoskop-Faktor, dem Mond, Indikator für seelische Bedürfnisse und Empfindungen, für die Wahrnehmung der Mutter und die Empfänglichkeit für äussere Eindrücke und Reize. Der Mond steht in Juliette Gréco’s Radix in Stier und im 8. Haus. Ein Stier-Mond braucht Geborgenheit und emotionale Sicherheit – aber bekommt er diese im 8. Haus? Er liebt es, in einer vertrauten Umgebung Ruhe, Entspannung, Körperkontakt und Sinnlichkeit zu geniessen. Kann er das im 8. Haus? Dort geht es um emotionale Intensität, um Bereiche, die nicht an der Oberfläche bleiben, wie zum Beispiel Sexualität, Seelenqualen, emotionalen Stress und sogar den Tod. Die Mutter war in der Résistance tätig, das bedeutete, dass ihr Leben jeden Tag bedroht war. Wie sollte sie ihrer Tochter Geborgenheit und Sicherheit vermitteln, nach der sich diese doch so sehnte? Wie erlebt ein junges Mädchen die Internierung in einem Gestapo-Lager, wie geht sie damit um, dass Mutter und Schwester aus politischen Gründen Jahre im KZ verbringen müssen? Durch diese gefühlsmäßig intensiven Erlebnisse wird sie schon im frühen Jugendalter aufgewühlt und für ihr weiteres Gefühlsleben geprägt.

Bemerkenswert im Horoskop von Juliette Gréco sind ausserdem 3 Yod-Figuren. Eine Yod-Figur (auch Finger Gottes genannt) besteht aus 2 Quincunxen und einem Sextil, wobei der Planet an der Spitze der beiden Quincunxe eine Schlüsselstellung innehat. Wer in seinem Geburtshoroskop ein Yod hat, wird oft mit einer Bestimmung oder auch mit schicksalshaften Ereignissen konfrontiert (Tod, Naturkatastrophen etc.), denen sich dieser Mensch nicht entziehen kann, die ihn aber auch zu einer Aufgabe herausfordern. Juliette Gréco hat gleich 3 Yod-Figuren in der Radix, die Schlüsselplaneten bzw. -punkte sind der Mond, Saturn und der Aszendent, ausserdem sind noch Venus, Jupiter und das MC beteiligt.

Die Mond-Saturn-Spannung drückt aus, dass Juliette Gréco schon als Kind den Ernst des Lebens kennengelernt hat und nur beschränkt ein ausgelassenes und fröhliches Kind sein durfte. Ihrer Mutter war die Pflichterfüllung im Dienst des Vaterlandes wichtiger als das Wohlbefinden ihrer Tochter, die die Haltung ihrer Mutter zwar verstand und auch unterstützte, aber dennoch unter dem Liebesdefizit litt. Dieser frühe Liebesmangel wirkte sich über den Aszendenten (AC) ganz unmittelbar auf die Persönlichkeit Juliette Gréco’s aus und weiter auf ihre ständige und übermäßige Sehnsucht nach Liebe (Venus Konjunktion Jupiter in Verbindung mit Mond und AC), die wohl nur selten vollständig erfüllt wurde. In ihren oft melancholischen Chansons können wir dieser unerfüllten Liebessehnsucht nachspüren (z.B. in Les feuilles mortes – die toten Blätter).

Doch auch die sinnlich-erotische Komponente (Fische-Venus mit Jupiter in 5) kommt in Juliette Gréco’s Chansons nicht zu kurz, man denke nur an das frivole Lied „Déshabillez-moi“ (Ziehen Sie mich aus). Darin fordert sie einen Mann auf, sie möglichst langsam und zärtlich zu entkleiden, um ihre Lust auf ihn zu wecken, und wenn das vollbracht ist, sagt sie ihm: „Und Sie, ziehen Sie sich aus!“ Und dass sie mit diesem und anderen Chansons, Auftritten und Filmen weltberühmt wurde, hat natürlich auch mit Venus-Jupiter zu tun, die ein Trigon zum MC bilden und somit Erfolg auf künstlerischem Gebiet verheissen. Das Sextil zwischen Mond und MC verleiht Popularität. Auch wenn es in den letzten Jahren ruhiger geworden ist um sie, so hat sie doch das vom nördlichen Mondknoten am MC vorgegebene Lebensziel, nämlich sich der Öffentlichkeit zu Verfügung zu stellen, erreicht.

Zum 90. Geburtstag wünschen wir Juliette Gréco alles Gute und hoffentlich noch viel Zeit in Gesundheit und Wohlbefinden.

Kirk Douglas wird 100 Jahre alt

Der amerikanische Schauspieler (eigentlich Issur Danielowitsch Demsky) wurde als Sohn jüdisch-russischer Einwanderer am 9. Dezember 1916 in Amsterdam im US Bundesstaat New York geboren und wird somit unglaubliche 100 Jahre alt. Seine Kindheit verbrachte Demsky in einem New Yorker Armenviertel, erhielt aber später ein Stipendium, um an der American Academy for Dramatic Arts studieren und danach Theater spielen zu können. Aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit und auch als Zeichen seiner gelungenen Integration nannte er sich Kirk Douglas.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem er bei der US Navy gedient hatte, kehrte Douglas zum Theater zurück. 1943 heiratete er die Schauspielerin Diana Dill, von der er sich allerdings 1951 wieder scheiden liess. Aus dieser Ehe gingen die Söhne Michael und Joel hervor. Mit der aus Hannover stammenden Anne Buydens, die er 1954 heiratete und mit der er bis heute verheiratet ist, hat Kirk Douglas zwei weitere Söhne, nämlich Peter und Eric Anthony. Letzterer verstarb 2004 (er hatte an Drogen- und Alkoholproblemen gelitten).

Sein Filmdebüt hatte Kirk Douglas 1946 an der Seite von Barbara Stanwyck. In den 1950er und 1960er Jahren zählte er zu den führenden Hollywood-Stars und war oft in Western oder Abenteuerfilmen zu sehen. Spielte er zu Beginn seiner Karriere vor allem Schurkenrollen, wurde er später meist als Held bzw. Anti-Held besetzt und musste viele Film-Tode sterben. Eine seiner herausragendsten Darstellungen, für die er unter anderem mit dem Golden Globe geehrt wurde, war die Rolle des Vincent van Gogh in Vincente Minellis Filmbiographie „Ein Leben in Leidenschaft (Lust for Life“). Aber auch die Verkörperung des römischen Sklaven und Gladiators Spartacus in Stanley Kubricks gleichnamigem Film war ein Meilenstein in Douglas‘ Karriere. Diesen gross angelegten Kostümfilm hatte Douglas‘ 1955 gegründete Filmproduktionsfirma „Bryna Productions“ mitproduziert.

Douglas erwarb zu Beginn der 1960er Jahre die Rechte an dem 1962 von Ken Kesey geschriebenen Roman Einer flog über das Kuckucksnest. In der Theaterfassung, die am 13. November 1963 am New Yorker Broadway Uraufführung hatte, spielte Douglas den rebellischen McMurphy, der 1975 in dem von seinem Sohn Michael produzierten Film so genial von Jack Nicholson verkörpert wurde, der dafür auch den Oscar als bester Hauptdarsteller erhielt.

1988 erschien seine Autobiographie unter dem Titel “The Ragmans Son”, der im März 2007 die Fortsetzung mit dem Titel “Let’s Face It: 90 Years of Living, Loving, and Learning” folgte. Douglas schrieb zudem mehrere Romane.

Am 13. Februar 1991 überlebte Kirk Douglas einen Hubschrauberabsturz, bei dem zwei Menschen starben. 1995 erlitt er einen Schlaganfall, von dem er aber lediglich eine leichte Sprechhemmung zurückbehielt.

1996 wurde Kirk Douglas mit dem Oscar für sein Lebenswerk geehrt; einen Oscar für eine spezielle Filmrolle hatte er leider nie bekommen.

2001 wurde Kirk Douglas der Goldene Bär der Filmfestspiele Berlin für sein Lebenswerk verliehen. Bei der Oscarverleihung 2011 übergab er den Preis für die beste Nebendarstellerin an Melissa Leo. Heute lebt Kirk Douglas mit seiner zweiten Ehefrau zurückgezogen in Kalifornien.

Werfen wir nun einen Blick auf das Horoskop dieses Mannes, der sich aus kleinsten Verhältnissen emporgearbeitet hat.

Was uns auf den ersten Blick auffällt, ist die Vollmond-Stellung zum Zeitpunkt der Geburt. Die Sonne steht im Zeichen Schütze im 11. Haus, ihr gegenüber der Mond in Zwillinge im 5. Haus. Das zeigt uns einen begeisterungsfähigen, unternehmungslustigen und geistig regen Menschen mit einer optimistischen, nach dem Sinn des Lebens suchenden Grundveranlagung. Bei einer Geburt zu Vollmond wird die Persönlichkeit sichtbar gemacht und erhellt, die Betreffenden sind meist sehr objektiv. Der Mond im kontaktfreudigen Zwillinge-Zeichen weist auf das Bedürfnis nach Kommunikation, nach Schönheit, nach Anregung auf mentaler Ebene hin. Dieser neugierige, interessierte und vielseitig begabte Sohn aus überaus kargen Verhältnissen, der im Armenviertel New Yorks eine schwierige Kindheit verlebte (Saturn in Krebs), ist gekennzeichnet von Wissensdurst (Mond in Zwillinge) und dem unablässigen Streben nach Idealen und höherer Bildung (Merkur in Schütze). Zudem verfügt er mit dieser Merkur-Stellung über eine grosse Überzeugungskraft und starken Optimismus, sodass er allfällige Hindernisse auf seinem Weg nach oben beseitigen kann.

Auch sein Talent für die Sprache (ebenfalls Merkur in Schütze) ist bemerkenswert, nicht nur für die englische Sprache, die er zur Grundlage seines Schauspieler-Berufs macht, sondern auch seine Vorliebe für Fremdsprachen, besonders für die deutsche Sprache, die ihm unter anderem deshalb leicht gefallen ist, weil seine Eltern daheim jiddisch sprachen, was sich zwar aus dem Hebräischen herleitet, doch wurden viele Ausdrücke daraus in die deutsche Sprache übernommen.

Der Aszendent im Wassermann (auf 0°33‘) bezeichnet einen unkonventionellen, unruhigen Charakter mit Humor, der sich selbst und andere nicht immer total ernst und wichtig nehmen muss, dem aber Freiheit, Humanität und Individualität äusserst wichtig sind. Uranus, der Geburtsherrscher, steht noch dazu in Wassermann im 1. Haus: so jemand muss sich aus seiner Herkunft lösen und etwas Eigenes machen, seinen eigenen ungewöhnlichen Lebensweg ohne Vorbilder gehen.

Mit Jupiter in Widder im 2. Haus unternimmt er grosse Anstrengungen zur Verbesserung seiner geistigen, sozialen und materiellen Bedingungen und bewirbt sich gemäß seinem Talent (Neptun = Herr von 2 in Löwe im 7. Haus: künstlerische Phantasie, darstellerische Fähigkeiten) an einer Schauspielakademie, für die er ein Stipendium erhält (Jupiter im 2. Haus zeigt Glück und Vorteile auf materieller Ebene, er versteht es immer wieder, irgendwo Geld aufzutreiben).

Nach dem 2. Weltkrieg begann Kirk Douglas‘ Aufstieg als Schauspieler; seine grössten Erfolge feierte er in Hollywood in den 50-er und 60-er Jahren. Reine Helden-Rollen liebte er weniger als solche, die in sich gebrochen waren, oder „ewige Verlierer“. In einem Interview sagte er dazu: „Tugend ist nicht besonders fotogen“. Als Schauspieler bewies er Ausdauer, Fleiss, Ehrgeiz und Disziplin sowie viel Engagement für den Beruf (Mars in Steinbock). Dank des Schütze-Merkurs entfaltete sein stets wacher, wissbegieriger Geist einen Drang nach Expansion und immer neuen Ideen und Entwicklungen, sodass er schon 1955 seine eigene Produktionsfirma gründete, um sich neben der Schauspielerei ein zweites Standbein aufzubauen. Er ahnte wohl, dass Star-Ruhm vergänglich ist. Mit dem Erwerb der Rechte an dem Roman Einer flog über das Kuckucksnest Anfang der 60-er Jahre bewies er zukunfts-orientierten Weitblick und ein Gespür für finanziell einträgliche Unternehmungen (2. Haus Fische). Unter anderem durch den später von seinem Sohn Michael produzierten Film mit Jack Nicholson in der Hauptrolle in der Regie von Milos Forman, der mit 5 Oscars in den wichtigsten Kategorien ausgezeichnet wurde, florierte die Produktionsfirma.

Doch wo sind die Schattenseiten dieses Schauspielers und Produzenten, der bei zwei Filmen auch Regie führte und bis 2008 noch in Filmen als Darsteller mitwirkte?

Schauen wir uns zunächst die Venus in Skorpion an, wo sie ja im Exil steht. Diese Venus-Stellung verleiht zwar starke, leidenschaftliche Gefühle und sexuelle Begierden, ist jedoch auch für eine gewisse Unzufriedenheit mit der Partnerin verantwortlich, die irgendwann nichts mehr recht machen kann. Von seiner ersten Frau, der Mutter seiner Söhne Michael und Joel, liess Douglas sich scheiden, als die Kinder noch klein waren, was ihn von diesen lange Zeit entfremdete. Das Quadrat zwischen Venus und Uranus macht es dem Betreffenden nicht leichter, da er sich durch zuviel Nähe leicht eingeengt fühlt und diverse Ausbruchsversuche unternimmt. Obwohl das Privatleben von Kirk Douglas weitgehend skandalfrei verlief, wurde ihm eine – nie bestätigte – Affäre mit Marlene Dietrich nachgesagt. Neptun in Konjunktion zum Deszendenten verschleiert hier wohl einiges.

Möglicherweise hat Kirk Douglas aus seiner gescheiterten ersten Ehe gelernt, vielleicht ist aber auch die Venus-Stellung im 9. Haus (oder beides zusammen) der Grund, dass seine zweite Ehe mit der gebürtigen Deutschen Anne schon seit über 60 Jahren Bestand hat (Venus in 9 deutet oft auf eine ausländische Partnerin hin bzw. auf die Lust an gemeinsamen Reisen, aber auch auf eine Weiterentwicklung zusammen mit der Partnerin).

Ein weiterer wunder Punkt im Leben des Kirk Douglas ist sicherlich der Tod seines jüngsten Sohnes Eric, Schauspieler wie sein Vater, ohne jedoch an dessen Ruhm heranzukommen, der an massiven Alkohol- und Drogenproblemen litt, und mit 46 Jahren an einer Überdosis starb. Der Mond im 5. Haus, das unter anderem den Kindern zugeordnet wird, im Quadrat zu Chiron könnte dafür ebenso ein Indikator sein wie Pluto im 5. Haus.

Alles in allem jedoch kann Kirk Douglas auf ein langes, erfülltes und gelungenes Leben zurückblicken (was er in mehreren Autobiographien auch zu Papier gebracht hat). Wir wünschen ihm zu diesem Jahrhundert-Geburtstag das Allerbeste.