Promi-Horoskope

Woody Allen

Astro-Farber _  Prager Astronomieuhr

Der am 1. Dezember 1935 unter dem Namen Allen Stewart Konigsberg geborene Komiker, Schauspieler, Autor, Regisseur und Musiker feiert am 1. Dezember 2025 seinen 90. Geburtstag. In seiner 2020 erschienenen Autobiographie gibt Allen allerdings den 30. November 1935 als Geburtsdatum an, wobei die Geburtszeit annähernd gleich bleiben dürfte, was am Gesamtbild des Horoskop kaum etwas ändert.

Als Sohn jüdischer Eltern mit österreichisch-russischer Herkunft geboren, liess er seinen Geburtsnamen 1952 offiziell in Heywood Allen ändern, wählte als Künstlernamen jedoch Woody Allen, nach dem Klarinettisten Woody Herman. Mit Religion hat er nichts am Hut. In einem Interview mit der NZZ am 22. Juli 2012 sagte er: „Ich glaube nicht an Gott und finde ohnehin alle Religionen dumm.“

Allen begann als Gagschreiber für Komiker und stieg später zum Drehbuchschreiber für Shows auf, hatte aber den Ehrgeiz, selber Stand-up Comedian zu werden. Sein erster Auftritt 1960 geriet jedoch zum Fiasko. Seine Manager bezeichneten ihn als schlechtesten Komiker, den sie je gesehen hatten. Und dennoch schaffte es Woody Allen, aus dem schüchternen und linkischen Auftreten eine Masche zu machen und damit einen unverwechselbaren Stil zu kreieren, mit dem er später zum Geheimtipp avancieren sollte.

1965 schrieb Allen das Drehbuch für seine erste Filmproduktion, und schon kurz darauf begann er, eigene Filme zu drehen – bis heute mehr als 50, darunter Komödien, Tragikomödien, Satiren, aber auch Problemfilme, Musicals und Thriller. Viele namhafte Schauspieler rissen sich darum, eine – wenn auch kleine – Rolle in einem seiner Filme zu ergattern, und vor allem Schauspielerinnen wurden durch Allens Filme erst so richtig bekannt, einige erhielten sogar einen Oscar.

In den 1990-er Jahren kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit seiner damaligen Lebensgefährtin Mia Farrow, die entdeckt hatte, dass Allen eine Beziehung mit ihrer Adoptivtochter Soon-Yi hatte – die damals schon volljährig war. Es kam zur Trennung sowie einem Gerichtsverfahren über Allens Sorgerecht für die übrigen Adoptiv-Kinder. Allerdings war Soon-Yi von Mia Farrows früherem Ehemann André Previn adoptiert worden, nicht von Woody Allen, der Soon-Yi 1997 heiratete und seither mit ihr ein unspektakuläres Privatleben führt. Weitere Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch Woody Allen bezogen sich auf Farrows Adoptivtochter Dylan. Die Untersuchungsbehörden konnten jedoch keine Beweise für die behaupteten sexuellen Übergriffe feststellen. Ob an den Vorwürfen etwas dran ist oder nicht – ein Schatten trübt seitdem Allens Reputation.


Was können wir im Horoskop von Woody Allen sehen an Talent, Begabung, Erfolg und Charakter?

Woody Allen ist mit der Sonne im feurigen Tierkreiszeichen Schütze geboren, sein Aszendent steht im Erd-Zeichen Jungfrau. Diese beiden Zeichen stehen für zwei sehr unterschiedliche Charaktermerkmale. Während der Schütze idealistisch, grosszügig und weltoffen ist, hat die Jungfrau einen Hang zum Perfektionismus, zur Vorsicht, Detailverliebtheit und zum Kritisieren. Jungfrau-betonte Menschen drängen sich meist nicht in den Mittelpunkt, sie wirken eher schüchtern und vernunftbetont. In seinen Filmen, vor allen den frühen, präsentiert sich uns Allen oftmals als schüchterner, unbeholfener, fast linkischer Mensch, der zwar auf der Suche nach Idealen und nach dem Liebesglück ist, sich dabei aber in den Tücken des Alltags und den Mängeln seines Körpers verfängt – eine gute Metapher für Schütze und Jungfrau. Dieser Mensch misst der Gesundheit einen sehr grossen Stellenwert bei, wobei dieses ausgeprägte Gesundheitsbewusstsein in Angst vor Krankheiten bis zur Hypochondrie ausarten kann, wozu sich Allen ausdrücklich bekannte hat, der seit Jahren psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nimmt. Ausserdem steht Merkur, der Geburtsherrscher, in enger Konjunktion mit Jupiter und der Sonne, was Allen sehr beredt und eloquent macht und ihm einen intellektuellen Touch verleiht. Die gute Beobachtungsgabe sowie die Liebe zum Detail gibt seinen Filmen eine spezielle und persönliche Note.

Merkur steht in diesem Horoskop zwar im Exil (im Schütze-Zeichen), ist aber trotzdem einer der wichtigsten Planeten für Allen, denn er herrscht nicht nur über den Aszendenten, sondern auch über das 2. Haus (das für Talente und Werte steht) sowie, zusammen mit Venus, auch über das 10. Haus, das Berufshaus. Zudem steht er in enger Verbindung mit Jupiter und Sonne. Sprache und Wortwitz sind Woody Allens Markenzeichen, aber auch geschickte Finger, welche sich im Musizieren mit der Klarinette bewähren. So ist es Allen gelungen, seine sprachliche Begabung sowohl als Stand-up Comedian wie auch als Verfasser von Drehbüchern, Erzählungen und Theaterstücken zu verwerten. Die berufliche Tätigkeit ist für Woody Allen ein persönliches Anliegen, das ihm umgekehrt auch wieder Stärke verleiht; durch die Nähe zu Jupiter in dessen eigenem Zeichen Schütze ist auch der Erfolg garantiert, und zwar im 4. Haus, das Seelentiefe, Familie und Heimat repräsentiert. Die weitaus meisten Filme hat Allen in seiner Heimatstadt New York und mit vertrauten Menschen gedreht – im Ausland gearbeitet hat er erst in seinem Spätwerk ab 2005.

Als Regisseur ist Woody Allen ein unermüdlicher Arbeiter mit Verantwortung und Disziplin (Jungfrau), der aber doch auch das übergeordnete Ganze (nämlich den Film, zu dem er ja auch oft das Drehbuch geschrieben hat) im Auge behält (Schütze). Ausserdem kann er durch seine Arbeit die Grundlage für materiellen Wohlstand schaffen, der ihm einerseits erlaubt, seine eigenen Filme unabhängig von Hollywood-Klischees zu drehen, ihm aber andererseits auch Freiräume für sein Hobby lässt, nämlich als Jazzmusiker aufzutreten und in New Yorker Clubs Klarinette zu spielen.

Wo sehen wir den Komiker? In der Astrologie wird Uranus als der Unberechenbare, der Clown des Tierkreises bezeichnet, und folglich finden wir in Woody Allens Horoskop den Uranus im gradgenauen Trigon zum Aszendenten, das heisst, Schalk und Humor gehören zu seiner Persönlichkeit, persönliche und berufliche Unabhängigkeit sind ihm sehr wichtig. Trotz einer geringen Anpassungsfähigkeit kommt er mit neuen Situationen meist gut zurecht und trachtet danach, seine Möglichkeiten zu verwirklichen. Uranus im 9. Haus ist ausserdem ein Hinweis auf seinen eingestandenen Atheismus.

Venus im Zeichen Waage ist – zusammen mit Jupiter in Schütze – Allens bester Planet. Sie steht – beim Geburtsdatum 1. Dezember - im Trigon zum Wassermann-Mond und weist uns darauf hin, dass Frauen im Leben von Woody Allen immer eine sehr grosse Bedeutung hatten. Venus ist Herrscherin über das 10. Haus (das Berufshaus), was wiederum bestätigt, dass Frauen auch im beruflichen Wirken Allens eine herausragende Rolle spielen. Er hat ja meist seinen Lebenspartnerinnen (so z.B. Louise Lasser, Diane Keaton, Mia Farrow) Hauptrollen in seinen Filmen übertragen und sie nach dem Ende der Beziehung nicht mehr besetzt. Einzig seine jetzige Frau Soon-Yi spielt in Allens Filmen nicht mit, ist aber auch keine Schauspielerin.

Mit Mond in Wassermann im 6. Haus gibt es oft psychischen Stress, emotionale Distanziertheit und ein starkes Freiheitsbedürfnis, aber auch das Gefühl, etwas Besonderes zu sein und ein gewisses Sendungsbewusstsein zu haben. So jemand will nicht eingeschränkt werden, geht nicht gerne emotionale Verpflichtungen ein und erwartet, dass die anderen das wissen. Es ist ein weiterer Hinweis auf die Fähigkeit, überall dabeisein und zugleich Distanz wahren zu können.

Mars in Steinbock im 5. Haus lässt sich mit Aktivitäten im kreativen oder künstlerischen Bereich, aktivem Streben nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit erklären sowie mit Ausdauer, Fleiß, Ehrgeiz und Disziplin. Ausserdem hat die Arbeit etwas Spielerisches für ihn. Das Trigon von Mars zum MC weist auf einen ungeheuren Schaffensdrang hin. Zitat Woody Allen „Wer beschäftigt ist, ist glücklich.“  Mars bildet jedoch auch ein Quadrat zu Venus, was darauf hinweist, dass Beziehungen nicht friktionsfrei verlaufen. Da beide Planeten in den jeweiligen Zeichen stark stehen, ist wohl mit einem Kräftemessen im Beziehungsbereich zu rechnen, wie es Allen vor allem mit Mia Farrow erlebt hat.

Ein weiterer wichtiger Planet wurde bisher nicht besprochen, obwohl er in einem genauen Quadrat zum Geburtsherrscher Merkur und in Konjunktion zum Deszendenten am Beginn des 7. Hauses steht: Saturn bedeutet die Suche nach Struktur und Ordnung, im Zeichen Fische jedoch drückt er eine unbewusste Angst vor Chaos, vor Hilflosigkeit oder dem Sich-Verlieren aus, im 7. Haus bezieht er sich auf Partnerschaften, die ja nicht immer reibungslos verlaufen sind, und in Allens Fall vielleicht auch auf sein Publikum, dem gegenüber er eine gewisse Scheu empfindet. Öffentliche Auftritte „auf dem roten Teppich“ sind ihm jedenfalls zuwider.

Wenn Saturn den Geburtsherrscher (in diesem Fall Merkur) quadratiert, dann drückt sich das meist durch Pessimismus, Misstrauen, grossen Skeptizismus und Selbstzweifel aus. Dieses Quadrat bedeutet aber auch einen enormen Ehrgeiz und Leistungsanspruch; vermutlich ist es dieser Konstellation geschuldet, dass der Regisseur auch mit 90 keine Ruhe gibt und sich zu immer neuen Werken antreibt. Er gilt als einer der produktivsten Filmschaffenden, der mehr als 50 Filme schuf, 24 mal für den Oscar nominiert war und die Auszeichnung auch viermal tatsächlich erhielt (dreimal für das beste Drehbuch und einmal als bester Regisseur). Kein einziges Mal hat er jedoch die kleine Goldstatuette persönlich entgegengenommen. Sein bislang letzter Film (Ein Glücksfall) datiert aus 2023. Vor kurzem wurde bekannt, dass der Neunzigjährige einen weiteren Film plant, der in Madrid realisiert werden soll. Wir sind gespannt und wünschen Woody Allen noch eine Menge Schaffenskraft. Seinen Platz in der Filmgeschichte hat er sich auf jeden Fall schon geschaffen.

Sigrid Farber, Astromaster®

Der Dalai Lama wird 90

Astro-Farber _  Prager Astronomieuhr

Der 14. Dalai Lama (wörtlich zu übersetzen mit „Weltmeerpriester“ oder „Ozean der Weisheit“) wurde am 6. Juli 1935 mit dem Namen Lhamo Döndrub in Taktser (oder Tengster), einem Dorf im Nordosten Tibets, als zweiter Sohn (und fünftes von sieben Kindern) der Bauernfamilie Dekyi Tshering und Chökyong Tshering geboren. Im Alter von knapp zwei Jahren wurde er von vier Mönchen anhand einer Vision des Regenten, von Orakelsprüchen und anderen Vorzeichen als Wiedergeburt des 1933 verstorbenen 13. Dalai Lama aufgefunden. Berichtet wird, dass das Kleinkind sowohl einen als Diener verkleideten hohen Lama spontan als „Lama aus dem Kloster Sera“ erkannte als auch etliche Gegenstände aus dem Besitz des 13. Dalai Lama, die neben ähnlichen aufgelegt waren, als sein Eigentum an sich nahm.

Im Rahmen des Neujahrsfestes am 22. Februar 1940 wurde Lhamo Döndrub im Potala-Palast In Lhasa als 14. Dalai Lama durch die Sitringasol-Zeremonie inthronisiert und erhielt den Mönchsnamen Tenzin Gyatso. Der Dalai Lama wird weltweit als politisches und geistliches Oberhaupt des tibetischen Volkes respektiert. Seit er 1959 von der chinesischen Regierung aus seiner Heimat in Lhasa vertrieben wurde, lebt er im indischen Dharamsala oder reist als Botschafter des Friedens und der tibetisch-buddhistischen Lehre um die Welt. 1989 erhielt er den Friedens-Nobelpreis für seine Bemühungen, den Konflikt Tibets mit China gewaltfrei zu lösen.

Können wir im Horoskop etwas von der „Heiligkeit“ des Dalai Lama erkennen?

Sonne und Aszendent des Dalai Lama stehen im Wasserzeichen Krebs. Das weist ihn als einen sehr emotional bestimmten Menschen aus, der eine starke Verbundenheit und viel Mitgefühl für seine Mitmenschen aufweist. Krebs steht auch für Natürlichkeit und Ursprünglichkeit sowie ein fröhliches Gemüt. Wenn Sonne und Aszendent im selben Zeichen stehen, werden die typischen Charakteranlagen dieses Zeichens verstärkt, somit finden wir hier eine hohe Feinfühligkeit, gepaart mit kindhaftem Charme und kreativer Spontaneität. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Krebs ein kardinales Zeichen ist, das trotz seiner Empfindsamkeit und Hilfsbereitschaft durchaus auch bestimmend sein und Initiativen setzen kann. Dies umso mehr, als die Sonne, ganz nah am Aszendenten, im 1. Haus steht, dem Haus der Selbstdurchsetzung, in dem sich übrigens auch der Planet Pluto mit seinen ungeheuren transformativen Kräften befindet. Es ist davon auszugehen, dass Pluto den kleinen Jungen in seinem Prozess unterstützt hat, als er im Kleinkindalter als Reinkarnation des 13. Dalai Lama identifiziert und selbst zum 14. Dalai Lama ernannt und fortan in einem buddhistischen Kloster auf seine künftige Aufgabe vorbereitet wurde, und diese Pluto-Stellung dürfte auch mit der charismatischen Ausstrahlung des buddhistischen Führers zu tun haben.

Auf die klösterliche Erziehung verweist übrigens auch Merkur, der in dem von ihm beherrschten Zeichen Zwillinge im 12. Haus steht: in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit des Klosterlebens konnte sich ein blitzgescheiter Geist herausbilden, der eine starke und in sich gefestigte Spiritualität aufweist, die dennoch weit von jedem Fanatismus entfernt ist und sehr viel Verständnis nicht nur für seine buddhistischen GlaubensgenossInnen, sondern für die gesamte Menschheit aufbringt. Merkur als Herrscher des 4. Hauses, der im 12. Haus steht, ist aber auch ein Hinweis auf einen Menschen, der seine Heimat verlassen musste und sein Leben in der Fremde verbringt. Obwohl der durch Merkur in Zwillinge verkörperte scharfe Verstand eine der Hauptqualitäten des Dalai Lama ist, blüht er sozusagen im Verborgenen (12. Haus), während die Krebs-Sonne im 1. Haus und in Konjunktion mit dem Aszendenten, zudem in Aspekt-Verbindung mit fast allen anderen Planeten, gleichsam das Tor ist, durch das der „einfache Mönch“, wie er sich selbst bezeichnet, seine Botschaft des Friedens mit stetem Lächeln in die Welt trägt. Besonders auffällig ist das große Trigon zwischen Sonne, Jupiter und Saturn: er hat den Ehrgeiz und persönlichen Anspruch, etwas schaffen und bewirken zu wollen, was ihm auch gelingt. Saturn befindet sich als höchstgestellter Planet in Fische im 9. Haus: sein Mitgefühl ist von starker Verantwortlichkeit geprägt, und er findet in der Spiritualität den Sinn des Lebens, was ihm wiederum Halt und Sicherheit verleiht.

Jupiter in Skorpion zeigt an, dass der Dalai Lama auch in Krisensituationen (er lebt nach seiner Flucht aus Tibet seit vielen Jahren als tibetisches Oberhaupt im Exil und wird von der chinesischen Regierung nach wie vor in seiner internationalen Tätigkeit behindert und bekämpft) nicht seine Zuversicht und den Glauben an das Gute verliert.

Mars in Waage im 4. Haus symbolisiert den friedlichen Kampf für die Heimat und zeigt auch an, dass hier jemand in seiner (neuen) Heimat als Exilierter lebt (Mars steht in Waage im Exil).

Der Mond als Herrscher des Zeichens Krebs und somit sowohl Geburtsherr als auch Sonnenherrscher steht in Jungfrau in Konjunktion mit Neptun. Der Dalai Lama stellt seine Person in selbstloser und total uneitler Weise seinen tibetischen Brüdern und Schwestern zur Verfügung, er versteht seinen Selbstausdruck als spirituellen Anspruch, sich nützlich zu machen. Dabei ist er ruhig und besonnen, vernünftig und bescheiden, will nicht auffallen und kann seine persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum reduzieren. Mond in Opposition zu Saturn verweist auf einen Menschen, der schon früh den Ernst des Lebens kennenlernen und in sehr jungen Jahren Verantwortung im Hinblick auf seine künftige Lebensaufgabe übernehmen musste, und daher nur beschränkt ein ausgelassenes und fröhliches Kind sein durfte. In diesem Zusammenhang ist der Dalai Lama diszipliniert und streng zu sich selbst und er ist auch bereit, unvermeidbare Opfer auf sich zu nehmen. Die Mond-Stellung im 3. Haus zeigt seine Kontaktfreude, der harmonische Aspekt (Sextil) zum Aszendent führt uns seine Beliebtheit und positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit vor Augen.

Wir wünschen Seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, alles Gute zum 90. Geburtstag und noch ein langes, gesundes Leben und fruchtbares Wirken für die Sache des tibetischen Volkes.



 

Archiv

Eric Clapton zum 80. Geburtstag

Der britische Musiker Eric Clapton begeht am 30. März 2025 seinen 80. Geburtstag. Er ist 20-facher Grammygewinner und als einziger Musiker dreifaches Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame. Clapton prägte die Entwicklung des Bluesrocks seit den 1960er Jahren wesentlich mit und gilt als einer der bedeutendsten Gitarristen der Gegenwart („Mr. Slowhand“). Auf der im Jahr 2011 aktualisierten Liste der 100 Greatest Guitarists of All Time der US-amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone findet sich Clapton auf Rang zwei.

Clapton wurde am 30. März 1945 im englischen Ripley in der Grafschaft Surrey im Tierkreiszeichen Widder geboren und hat einen Waage-Aszendenten. Seine Mutter Patricia Molly Clapton war bei seiner Geburt erst 16 Jahre alt. Sein Vater war der in England stationierte 24-jährige kanadische Soldat Edward Walter Fryer, der bei Erics Geburt das Land bereits wieder verlassen hatte. Als uneheliches Kind wuchs Clapton ab seinem zweiten Lebensjahr bei seinen Großeltern mütterlicherseits in Ripley in der Grafschaft Surrey in England auf. Diese verheimlichten ihm seine Abstammung und ließen ihn lange in dem Glauben, seine Mutter sei seine Schwester.

In Claptons Radix steht die Sonne im Power-Zeichen Widder, was im allgemeinen auf einen starken Willen, Durchsetzungsstärke und Impulsivität hinweist. Hier verbinden sich Unbekümmertheit und unbändige Energie zu Abenteuerlust und Risikobereitschaft. Allerdings ist die Widder-Energie in dieser Radix mehrfach gedämpft: erstens steht die Sonne im 6. Haus, dem Haus der Anpassung, des Alltags und des Sich-Zur-Verfügung-Stellens in der Arbeit. Das heisst, die unbändigen Kräfte und Willensäußerungen müssen sich gewissen Bedingungen unterwerfen, viel Energie wird in die Arbeit gesteckt (darauf komme ich später noch zurück).

Zweitens, und fast noch wichtiger, die Sonne steht in Opposition zum Verschleierungsplaneten Neptun. Das bedeutet, dass einerseits das Selbst verunsichert, die Selbstwahrnehmung getrübt ist. Doch woraus resultiert das? Ganz klar können wir aus dieser Konstellation das Fehlen des Vaters herauslesen (die Sonne steht ja auch für den Vater), und Neptun im 12. Haus weist darauf hin, dass genau das dem kleinen Eric verschwiegen wurde, indem ihm seine Mutter als Schwester, seine Großeltern als Eltern präsentiert wurden. Die Sonne in einem Spannungsaspekt mit Neptun weist in vielen Fällen auch auf einen gewissen Suchtcharakter hin, und tatsächlich war Clapton in den 1970-er Jahren lange drogen- und alkoholabhängig. Es ist ihm aber offenbar gelungen, sich nach und nach von seinen Süchten zu befreien.  Seine erfolgreichen Entziehungskuren veranlassten ihn, auf Antigua das Rehabilitationszentrum Crossroads Centre Antigua zu gründen.

Der Aszendent in Waage weist Clapton als sehr partnerbezogen, harmoniebedürftig, kontaktfreudig, diplomatisch, charmant, liebenswürdig und gesellig aus, als einen Menschen mit gutem Geschmack und künstlerischen Ambitionen. Die Geburtsherrin Venus steht im musikalischen Stier-Zeichen und verstärkt – neben einer ausgeprägten Sinnes- und Genussfreude - das künstlerisch-musikalische Talent, das an die Öffentlichkeit drängt, wie aus dem Quadrat der Venus zum MC ersichtlich ist. An seinen Partnerinnen schätzt er Sinnlichkeit und Bodenständigkeit, was ihm wiederum Sicherheit vermittelt.

Ausserdem finden wir in dieser Radix eine sehr interessante Planetenfigur, nämlich einen Glücksdrachen, an dessen Spitze Venus als Geburtsherrin im 7. Haus steht: ein weiterer Hinweis auf den Erfolg, den Clapton mit seiner Musik beim Publikum und in der Öffentlichkeit über die Jahre hinweg hatte.

Wie gesagt, Beziehungen sind für Menschen mit Waage-Aszendent sehr wichtig, folgerichtig hatte Clapton in seinem Leben mehrere fixe Partnerinnen, mit denen er auch Kinder hat. Daneben gab es sicherlich auch unzählige heimliche Affären (Neptun als Herrscher des 5. Hauses in 12), wie wir aus dem Horoskop eines Mannes mit Waage-Aszendent schließen können. Seit 2002 ist Clapton in zweiter Ehe mit der 31 Jahre jüngeren Grafikkünstlerin Melia McEnery verheiratet, mit der er 3 Töchter hat.

Doch es gibt auch Schattenseiten in diesem Künstlerleben. Mit fast manischer Besessenheit, einem starken Arbeitseinsatz und viel Enthusiasmus (Sonne Trigon Pluto) erarbeitete sich Clapton seinen Status als Musiker von Weltrang, was natürlich auch mit dem Streben nach Macht verbunden ist (Pluto Konjunktion MC). Kraft, Dominanz und Charisma leuchten uns entgegen, Clapton wirkt sehr von sich selbst überzeugt. Allerdings bildet sein Skorpion-Mond ein Quadrat zu Pluto. Bei dieser Mond-Stellung geht es nicht nur um die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, deren Tiefe ausgelotet werden soll. Fast immer gibt es in diesen Fällen vor der Geburt Krisenerlebnisse der Mutter, die sich in einer schwierigen Lage befindet und ihre Machtlosigkeit spürt (und ja tatsächlich noch vor Claptons Geburt von seinem Vater verlassen wurde).

Ein Mensch mit einem Skorpion-Mond hat eine starke emotionale Bindung zur Mutter (auch wenn er sie anfänglich für die Schwester hält), er hat vorstellungsbezogene, kontrollierende und suggestive Gefühle, da er spürt, dass etwas nicht stimmt und er den Dingen auf den Grund gehen will; mit oberflächlichen Erklärungen gibt er sich nicht zufrieden. Zudem besteht der starke Wunsch, das Leben in aller Intensität wahrzunehmen, was oft auch mit einer immensen Leidensfähigkeit einhergeht. Schließlich geht es um das totale Sich-Einlassen, und das geht nicht ohne Schmerzen ab, ob es sich nun um Beziehungskonflikte, Suchtprobleme oder den Verlust von Familienangehörigen und Freunden handelt.

Die 1990-er Jahre waren für Clapton in mehrfacher Weise schmerzhaft: Am 27. August 1990 starb sein Freund und Kollege Stevie Ray Vaughan bei einem Helikopterabsturz. Und noch tragischer: Am 20. März 1991 kam sein viereinhalbjähriger Sohn Conor bei einem Sturz aus dem 53. Stock eines Hochhauses in New York ums Leben. Um diesen Verlust einigermaßen zu verkraften, schrieb Clapton den berührenden Song „Tears in Heaven“.

Dennoch ist es Eric Clapton immer wieder gelungen, sich von Schicksalsschlägen zu erholen und wieder einen Sinn im Leben zu finden. In diesem Sinne wünschen wir Eric Clapton zu seinem runden Geburtstag alles Gute und noch viele gesunde Jahre.

Leonard Bernstein – genialer Musiker und intensiv Lebender


Er war wohl einer der genialsten Musiker des 20. Jahrhunderts, erfolgreich als Komponist („West Side Story“), Pianist und Dirigent. Am 25. August 1918 wurde Leonard Bernstein in Lawrence, Massachusetts, geboren – leider ist dieser großartige Künstler schon am 14. Oktober 1990 – mit nur 72 Jahren an akutem Herzversagen infolge einer Krebserkrankung gestorben.

Was können wir aus seinem Horoskop ablesen? Wie zeigt sich die Musikalität, das kreative Schaffen? Wie die private Veranlagung?

Wenn wir die Elemente-Verteilung in dieser Radix betrachten, fällt uns auf, dass Wasser und Feuer überwiegen, wobei es auch einiges an Erde gibt. Das bedeutet also viel Leidenschaft, Emotionalität, Intuition und Mitgefühl, und gleichzeitig eine enorme Aktivität, Begeisterungsfreude und intensives Handeln, sowie eine starke Verbundenheit mit anderen Menschen (der 3. Quadrant ist mit 6 Planeten betont).

Mit dem Aszendent in Skorpion wirkt Bernstein auf seine Mitmenschen tiefgründig, engagiert und leidenschaftlich. Er strahlt Intensität und Zähigkeit aus sowie die Bereitschaft, sich voll und ganz auf etwas einzulassen und den Dingen auf den Grund zu gehen. Diese charismatische, beinahe magische Ausstrahlung wird jeder bestätigen, der den Dirigenten Bernstein erlebt hat, sei es als Freund, Musiker oder als Zuhörer. Sein Einsatz bei einem Konzert war immer zweihundertprozentig, er verausgabte sich in seiner musikalischen Einfühlsamkeit wie auch in der körperlichen Anstrengung des Dirigierens.

Der Geburtsherr Pluto steht in seinem eigenen, dem 8. Haus, im Zeichen Krebs, das für die gesamte damalige Generation galt, und in Konjunktion mit Jupiter. Dieses Brennen für alles, was er tat, diese geballte Kraft und Maßlosigkeit, die sich nicht mit Mittelmäßigkeit und Banalität begnügt, sondern das Leben voll ausschöpfen will und leidenschaftlich nach einem Sinn sucht, liegt wohl in dieser Konstellation begründet. Diese lässt ihn vielleicht nie ganz zur Ruhe kommen, verleiht ihm aber auch eine starke Überzeugungskraft, Charisma sowie Mut und Energie, um Aussergewöhnliches zu erreichen. Da Jupiter in Krebs erhöht steht, macht ihn dieser Aspekt auch sehr beliebt, er kommt trotz seiner Unbestechlichkeit und Kompromisslosigkeit bei anderen sehr gut an, die seine positive Seite sehen, ihn schätzen und mögen.

Doch wo bleibt das künstlerische Element? Wie äussert sich dieses im Horoskop?

Nun, schauen wir uns zunächst den Mond an, der in Widder im 5. Haus steht. Die Mond-Stellung in einem Feuer-Zeichen lässt sicherlich auf Kreativität schliessen, hier besteht ein tiefes Bedürfnis, etwas Besonderes zu sein und zu erleben, es gibt eine reiche Vorstellungskraft, der oft schöpferisch Ausdruck verliehen wird, sowie instinktive Versuche, die materielle Wirklichkeit mit Dramatik und Phantasie zu beleben. Im Zeichen Widder kommt die Mond-Energie heiss und leidenschaftlich zum Ausdruck, sie macht Bernstein temperamentvoll und in gewisser Weise naiv und begeisterungsfähig, doch wahrscheinlich auch leicht reizbar und sogar „aufreizend“. Er fühlt sich wohl, wenn er in seiner Umgebung anregend und aktivierend wirken kann, sucht aber auch Beachtung und ist sehr ungeduldig und neugierig, wie Orchestermusiker, die mit gearbeitet haben, wohl wissen.

Im 5. Haus, dem „Haus der Sonne“, kann sich die Kreativität auf höchstem Niveau entfalten, hier gibt es nicht nur das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, sondern auch danach, die spielerische Seite des Lebens mit all ihren kreativen Ausdrucksmöglichkeiten auszukosten, um daraus Kraft und Energie zu schöpfen. Aber auch der Umgang mit Kindern und Jugendlichen, gepaart mit pädagogischem Talent und Einfühlsamkeit, hat, wie wir wissen, sein Leben wesentlich bereichert. Zwischen 1958 und 1972 leitete er zahlreiche „Konzerte für junge Leute“ in der gleichnamigen Fernsehreihe, in der er Grundbegriffe der klassischen Musik vermittelte und verschiedene Komponisten und deren Werke vorstellte. Mit seinem Charisma, seiner großen Sprachbegabung und seinem Humor konnte er gleichermaßen Kinder wie Erwachsene fesseln.

Zudem ist der Mond in ein grosses Trigon mit Saturn und dem aufsteigenden Mondknoten eingebunden, sodass die kreative Kraft leicht fliessen und erfolgreich integriert werden kann. Saturn verleiht der überschiessenden und vor Lebensenergie strotzenden Widder-Kraft eine gewisse Disziplin und Realitätsbezogenheit, sodass die emotionalen und kreativen Bedürfnisse in angemessener Weise und zum Wohle des eigenen Selbstausdrucks (Mondknoten in 1) verwirklicht werden können. Sein Interesse und seine Begeisterung für fremde Kulturen und die Erschliessung neuer Horizonte hat Bernstein immer wieder zum Ausdruck gebracht. Er brachte aber auch die Verbindung zwischen Traditionellem und Neuem zustande, wie sie durch die Opposition zwischen Saturn und Uranus angezeigt ist. Davon zeugen verschiedene Kompositionen, die seiner jüdischen Herkunft geschuldet sind, jedoch z.B. alte Psalmen auf moderne Weise wiedergeben. Nicht zuletzt brachte seine intensive Auseinandersetzung und aufregende Neu-Interpretation der Werke der damals beinahe vergessenen österreichischen Komponisten Anton Bruckner und Gustav Mahler diese der Öffentlichkeit wieder näher.

Uranus im Quadrat zum Aszendenten ist ein Hinweis auf Bernsteins Eigenwilligkeit und sein teilweise exzentrisches Verhalten. Er ging seinen Weg, ohne sich darum zu kümmern, ob er damit aneckte oder nicht. So deklarierte er sich – auch musikalisch – als Fan des US-Präsidenten John F. Kennedy ebenso wie als Kritiker von Richard Nixon und dessen Watergate-Affäre, wie er in dem Musical „1600 Pennsylvania Avenue“ aufzeigte. Das Werk wurde vom Publikum eher ablehnend aufgenommen, offenbar war die Zeit noch nicht reif, wie Bernsteins Tochter vermutete.

Der Spannungs-Aspekt zwischen Uranus und dem Aszendenten sagt auch viel über die Ruhelosigkeit des Künstlers aus, der sich zwischen einem enormen Freiheitsbedürfnis einerseits und Verantwortungsbewusstsein andererseits hin- und hergerissen fühlen musste (T-Quadrat Saturn-Aszendent-Uranus), viele ungewöhnliche Pläne hatte und rastlos in seiner Schaffenskraft war.

Wenden wir uns nun der Sonne zu, die in der Astrologie den zentralen Wesenskern eines Menschen symbolisiert. Die Sonne steht in Bernsteins Radix im Erd-Zeichen Jungfrau und gibt ihm zu all seiner Kreativität, Schaffenskraft und Einfühlsamkeit einen Sinn für das Machbare und auch für Details, was ihm nicht nur beim Komponieren zugute kam, sondern auch beim Studieren von Partituren. Es ist bekannt, dass Leonard Bernstein sich beispielsweise sehr gründlich in die Partitur (und auch das von Wagner verfasste deutsche Libretto) der Oper „Tristan und Isolde“ vertiefte, um dem Wesen dieses „zentralen Werkes der Musikgeschichte“ in seinem Dirigat gerecht werden zu können, wofür er vom ausgewiesenen Wagner-Experten Karl Böhm auch entsprechend gewürdigt wurde, der meinte, „dass dieses so gespielt worden sei, als ob es Wagner dirigiert hätte“ (Humphrey Burton: Leonard Bernstein, New York 1994, S. 462).

Sorgfalt, Gründlichkeit und Liebe für das Detail waren Bernstein vor allem in seinem Berufsleben sehr wichtig (MC Jungfrau), und er war bereit, auch einiges dafür zu leisten, um als Persönlichkeit und Autorität auf seinem Gebiet geachtet zu werden und seine ganze Strahlkraft entfalten zu können (Sonne Konjunktion MC). Mit seiner beruflichen Laufbahn und deren gesellschaftlichen Zielen und Normen konnte sich Bernstein ja komplett identifizieren, sodass ihm ein selbstbewusstes und sicheres Auftreten nicht schwer fiel. Gleichzeitig stand ihm für die Verwirklichung seiner beruflichen Vorhaben sehr viel Energie zur Verfügung (Mars Sextil MC). Die Konjunktion der Sonne im 9. Haus mit dem MC machte Bernstein aber auch eitel und gefallsüchtig; Auffallen und Beachtetwerden um jeden Preis, schien manchmal die Devise zu sein. Dass seine Tätigkeit mit einer intensiven Reisetätigkeit verbunden war und sich auf die ganze Welt ausdehnte (mit Schwerpunkten in den USA, in Deutschland und Österreich), ist ebenso der Sonne im 9. Haus geschuldet.

Ausserdem steht der MC-Herrscher Merkur im eigenen Zeichen Jungfrau im 10. Haus, er ist Bernsteins bester Planet und drückt aus, dass der Beruf des Musikers in allen Facetten seine wahre Berufung war, der er alles andere unterordnete.

Dennoch war Leonard Bernstein kein Mensch, der in der Einsamkeit oder im „Elfenbeinturm“ wirkte, sondern einer, der sehr begegnungsorientiert und auch den vielfältigen Genüssen des Lebens durchaus aufgeschlossen war. Im Privatleben war er mit der aus Chile stammenden Schauspielerin Felicia Montealegre verheiratet und hatte mir ihr 3 Kinder. Es war aber – vor allem in der Musikwelt – ein offenes Geheimnis, dass Bernstein vielerlei Affären hatte, auch homosexuelle. Als dies auch seiner Frau bekannt wurde, trennte sich das Paar Mitte der 1970-er Jahre. Daraufhin lebte Bernstein mit seinem Assistenten Tom Cothran zusammen, kehrte jedoch zu seiner Frau zurück, als diese todkrank wurde, und blieb bis zu ihrem Tod 1978 bei ihr. Chiron im 4. Haus zeigt wohl den wunden Punkt hinsichtlich der Familie auf.

In der Liebe wie in der Kunst war Bernstein exaltiert und grenzenlos. Seine Löwe-Venus in Konjunktion mit Neptun im 9. Haus ist ein deutlicher Hinweis darauf. Im Zeichen Löwe zeigt sich die Venus leidenschaftlich, anspruchsvoll, grosszügig und dem Luxus nicht abgeneigt. Sie bildet ein Quadrat zu Mars, dem alten Skorpion-Herrscher, der selbst in Skorpion und im 12. Haus steht, was Beziehungen teilweise kompliziert und spannungsgeladen macht. Seine intensiven und leidenschaftlichen Affären hat Bernstein zunächst im Geheimen ausgelebt, wobei er seinen sexuellen Vorlieben und Begierden später immer offener nachgab. Seine Tochter Jamie beschrieb ihren Vater als einen Menschen, dessen Sexualität ihn wie eine Aura umgab und ständig spürbar war, obwohl sie ihn nie als schwul gesehen hatte und von seiner Homosexualität erst im Erwachsenenalter erfuhr. Der an sich stark stehende Mars könnte durch die Stellung im 12. Haus sowie durch das Quadrat zu Neptun geschwächt sein, was als Hinweis auf Homosexualität gedeutet werden könnte. Nicht alle Männer mit einer solchen Konstellation geben diesem Bedürfnis nach, sondern verhalten sich im Gegenteil besonders hart und männlich. Als Künstler konnte Bernstein selbstverständlich eher ein nonkonformistisches Leben führen, als er es in einem „bürgerlichen Beruf“ vermocht hätte.

Mars-Neptun als Spannungsaspekt verführt aber bekanntermaßen auch zur Sucht. Bernstein war Zeit seines Lebens ein starker Raucher, und im Lauf der Zeit kam auch ein beträchtlicher Alkoholkonsum dazu. Er war eben maßlos in vielerlei Hinsicht, im Leben, in der Liebe und in der Kunst. Wie eine Kerze, die an zwei Enden brennt, so lebte er sein Leben, intensiv, rastlos, sich verausgabend und alles voll auskostend. Dieser exzessive Lebensstil floss zwar in seinen Künstler-Beruf ein (Glücksdach zwischen Mars-MC-Jupiter/Pluto), doch er hatte seinen Preis: Lungenkrebs, der den genialen Musiker mit nur 72 Jahren hinwegraffte. Er hat uns grossartige Kompositionen hinterlassen, wie „West Side Story“, „Candide“, mehrere symphonische Werke und Kammermusik, und auch seine Interpretation bedeutsamer Komponisten wie Beethoven, Brahms, Bruckner, Mahler oder Wagner bleiben Meilensteine der klassischen Musik-Rezeption, die wir mit Dankbarkeit annehmen.